Spiritual Entities
in Heavenly Bodies and Nature Realms
GA 136
5 April 1912, Helsinki
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Spiritual Beings in Heavenly Bodies and Natural Realms, tr. Unknown
Dritter Vortrag
Lecture Three
[ 1 ] Im Verlaufe der beiden schon gehaltenen Vorträge haben wir uns bekannt gemacht mit gewissen geistigen Wesenheiten, welche der okkulte Blick antreffen kann, wenn er sich vertieft in das geistige Leben unseres Planeten. Es wird nun heute notwendig sein, noch einen anderen Weg zu gehen, um uns in die geistige Welt zu erheben, weil wir erst durch eine Betrachtung von einer zweiten Seite her in die Lage kommen werden, uns rechte Vorstellungen zu bilden über die Natur der geistigen Wesenheiten, von denen wir gesprochen haben, bis zu dem sogenannten Planetengeist hinauf. Es wird immer außerordentlich schwierig sein, in den Worten irgendeiner Sprache jene geistigen Wesenheiten zu charakterisieren, welche uns das okkulte Wahrnehmen vermittelt, denn die menschlichen Sprachen, wenigstens die gegenwärtigen, sind ja nur gemacht für die Erscheinungen, für die Tatsachen des physischen Planes. Und daher kann man nur hoffen, daß man durch eine Charakteristik von verschiedenen Seiten aus dem nahekommen kann, was eigentlich gemeint ist, wenn von geistigen Wesenheiten gesprochen wird. Unserer heutigen Charakteristik wird es notwendig sein, daß wir ausgehen von der Natur des Menschen selber und uns zunächst klarwerden über gewisse Eigenschaften der menschlichen Natur, damit wir von da aus höhere Wesenheiten, die wir in den höheren Welten antreffen, charakterisieren können. Und da sei heute eine Eigenschaft der menschlichen Natur ganz besonders hervorgehoben. Das ist die Eigenschaft, die man so charakterisieren kann: Der Mensch ist ausgestattet mit der Möglichkeit, ein von allem Äußeren unabhängiges Innenleben zu führen. Diese Möglichkeit tritt uns ja in jeder Stunde unseres wachen Tageslebens vor Augen. Wir wissen, daß wir in bezug auf dasjenige, was wir sehen mit unseren Augen, hören mit unseren Ohren, etwas Gemeinschaftliches haben mit allen anderen Wesenheiten, die sich auch ihrer Sinne bedienen können. Ein inneres Leben gegenüber der Außenwelt haben wir als Menschen mit anderen Menschen und vielleicht auch mit anderen Wesenheiten gemeinsam. Jeder für sich, das wissen wir ja nur zu gut als Menschen, hat seine besonderen Leiden, seine besonderen Freuden, hat seine Bekümmernisse und Sorgen, hat seine besonderen Hoffnungen und Ideale; und in einer gewissen Weise sind diese Sorgen, diese Leiden, diese Bekümmernisse, diese Hoffnungen und Ideale ein besonderes Reich, das man mit physischem Blicke nicht sogleich dem anderen Menschen ansehen kann, das er eben als ein selbständiges inneres Leben mit sich durch die Welt trägt. Wenn wir mit einem Menschen in demselben Raum sind, so wissen wir, was auf seine Augen, was auf seine Ohren wirken kann. Was in seiner Seele vorgeht, was er da drinnen erlebt, darüber können wir vielleicht Ahnungen haben aus demjenigen, was er uns äußern will durch seine Mienen, durch seine Gesten oder aber durch seine Sprache; wenn er aber sein Innenleben als seine besondere Welt für sich haben will, dann können wir nicht ohne weiteres in diese seine besondere Innenwelt eindringen.
[ 1 ] In the course of the two lectures already given, we have become acquainted with certain spiritual beings which occult vision can encounter when it is directed towards the spiritual life of our planet. Today it will be necessary for us to follow another path in order to ascend into the spiritual world, for we can only form a correct conception of the nature of the spiritual beings of which we have spoken, even of the Planetary Spirit itself, when we have observed them from another side. It is always extremely difficult to describe in the words of any language these spiritual beings visible to occult perception, because human languages—at least those of the present day—are only suited to the facts and phenomena of the physical plane. It is therefore only by a description from various aspects that one can hope to arrive at anything approaching what is meant when allusion is made to spiritual beings. It will be necessary for this purpose to begin to-day from the nature of man himself and to make clear certain attributes of human nature, and we can then proceed to describe the higher beings we meet with in the higher worlds. One attribute of human nature shall be brought into very special prominence to-day, and that can be described in the following way. Man is endowed with the possibility of leading an inner life which is quite independent of his external life. This possibility confronts us every hour of our waking life. We know that as regards what we see with our eyes or hear with our ears, we have something in common with all other beings which also use their senses. As man we have a common life with other men, and perhaps also with other beings. Everyone, as we know only too well, has his own special sorrows, his special joys; his troubles and cares, his hopes and ideals; in a sense these form a special kingdom not immediately visible to the physical sight of other men, and this a man carries through the world as an independent inner life. When we are in the same space as another man, we know what he sees with his eyes and hears with his ears. We may even perhaps have an idea of what takes place in his soul by what is expressed, in his face by his gestures, or his speech; but if he wishes to keep his inner life as a special world for himself alone, we can penetrate no further.
[ 2 ] Wenn wir nun mit okkultem Blick in die Welten schauen, die zunächst für die äußere physische Welt verborgen sind, dann treffen wir da Wesenheiten an, welche gerade in bezug auf diejenigen Eigenschaften, die jetzt eben charakterisiert worden sind, ganz anders geartet sind. Wir treffen Wesenheiten an, welche ein solches selbständiges Innenleben nicht so führen können, wie der Mensch es führt. Wir treffen als eine nächste Gruppe, als eine nächste Kategorie von geistigen Wesenheiten nämlich solche an, welche dann, wenn sie ihr Innenleben führen, sogleich durch dieses innere Leben in einen anderen Zustand versetzt werden, in einen anderen Bewußtseinszustand als dasjenige Leben, das sie in der Außenwelt und mit der Außenwelt führen. Versuchen wir uns zu verständigen. Nehmen wir an, es müßte ein Mensch so leben, daß, wenn er in seinem Inneren leben und den Blick nicht auf die Außenwelt lenken wollte, die ihn umgibt, wenn er nicht mit dieser Außenwelt leben wollte, er dann sogleich einfach durch diesen seinen Willen in einen anderen Bewußtseinszustand übergehen müßte. Wir wissen, daß der Mensch ohne seinen Willen in einen anderen Bewußtseinszustand in seinem normalen Leben übergeht, wenn er sich im Schlaf befindet. Aber wir wissen auch, daß dieser Schlaf dadurch herbeigeführt wird, daß sich der astralische Leib und das Ich des Menschen von dem ätherischen und physischen Leib absondern. Wir wissen also, daß mit dem Menschen etwas vorgeht, wenn er in einen anderen Bewußtseinszustand kommen soll. Dadurch, daß der Mensch zum Beispiel einfach sagt: Hier habe ich vor mir eine Wiese, mit vielen Blumen bedeckt; indem ich sie anschaue, macht sie mir Freude —, dadurch kommt der Mensch noch nicht in einen anderen Bewußtseinszustand; er erlebt sozusagen für sich selber seine Freude an der Wiese, an den Blumen, in der Gemeinschaft mit der Außenwelt. Diejenigen Wesenheiten nun, welche durch den okkulten Blick als die nächste Kategorie in einer höheren Welt angetroffen werden, verändern jedesmal ihren Bewußtseinszustand, wenn sie ihre Wahrnehmung, ihr Tun ablenken von ihrer Außenwelt und auf sich selber hinlenken. Bei ihnen braucht also keine Trennung einzutreten zwischen verschiedenen Wesensgliedern, sondern in ihnen selbst, so wie sie sind, bewirken sie einfach durch ihren Willen einen anderen Bewußtseinszustand.
[ 2 ] Now if we look with occult vision into the world hidden behind the first veil of the external world, we meet there with beings quite differently organized, particularly with respect to these qualities. We meet with beings not able to lead such an independent inner life as man leads. We meet as a first group with those which, when they lead an inner life, are immediately transferred through this inner life into a different state of consciousness from the one they possess in the life they lead in and with the external world. Let us try to understand this. Suppose a man so lived that should he desire to live in his inner being and not to direct his gaze to the external world, he would, simply by means of his Will, immediately have to pass over into another state of consciousness. We know that man, without his will, does pass over into a different state of consciousness in his normal life when he is asleep. We also know that sleep is the result of his astral body and his ego separating from his physical and etheric bodies. Thus we know that something has to take place in a man if he is to pass over into another form of consciousness. For instance, if a man says, “Here before me is a meadow covered with flowers; when I look at it, it gives me joy,” he does not simply on that account enter another state of consciousness; he experiences his joy in the meadow and the flowers together with his association with the outer world. Now those beings which occult vision meets with as the next category in a higher world change their state of consciousness each time they turn their perception and their action from the external world to themselves. Thus, in them there need be no separation between the different principles of their being, they simply bring about in themselves just as they are, by means of their will, another condition of consciousness.
[ 3 ] Nun sind die Wahrnehmungen dieser Wesenheiten, von denen wir hier sprechen als der nächsten Kategorie über dem Menschen, nicht so wie die Wahrnehmungen des Menschen. Der Mensch nimmt dadurch wahr, daß eine Außenwelt an ihn herantritt für seine Sinne. Er gibt sich sozusagen dieser Außenwelt hin. Diese Wesenheiten, von denen wir hier zu sprechen haben, nehmen nicht eine solche Außenwelt wahr, wie der Mensch sie wahrnimmt mit seinen Sinnen, sondern sie nehmen so wahr, wie der Mensch — das ist aber vergleichsweise —, wenn er zum Beispiel selber spricht oder eine Handbewegung macht und seine eigene Handbewegung wahrnimmt, oder wenn er, sagen wir, in irgendeiner Mimik sein Inneres äußert, kurz, wenn er seine eigene Natur zum Ausdruck bringt. Es ist also in einer gewissen Weise bei jenen 'Wesenheiten einer höheren Welt, von denen wir hier zu sprechen haben, alle Wahrnehmung zugleich eine Offenbarung ihres eignen Wesens. Das bitte ich Sie zu berücksichtigen, meine lieben Freunde, daß, indem wir aufsteigen zu der höheren Kategorie von Wesenheiten, die nicht mehr äußerlich wahrnehmbar sind für den Menschen, wir solche Wesenheiten vor uns haben, welche wahrnehmen, indem sie offenbaren, indem sie zum Ausdruck bringen das, was sie selber sind. Und sie nehmen ihr eigenes Wesen eigentlich nur so lange wahr, solange sie offenbaren wollen, solange sie es in irgendeiner Weise nach außen zum Ausdruck bringen. Sie sind, wir könnten sagen, nur wach, indem sie sich offenbaren. Und wenn sie sich nicht offenbaren, wenn sie durch ihren Willen also nicht zu der Umwelt, zu der äußeren Welt in eine Beziehung treten, dann tritt für sie ein anderer Bewußtseinszustand ein, dann schlafen sie in einer gewissen Weise. Nur ist ihr Schlaf kein bewußtloser Schlaf wie beim Menschen, sondern ihr Schlaf bedeutet für sie eine Art Herabminderung, eine Art Verlust ihres Selbstgefühles. Sie haben ihr Selbstgefühl so lange, als sie nach außen sich offenbaren, und sie verlieren in einer gewissen Weise ihr Selbstgefühl, wenn sie sich nicht mehr offenbaren. Sie schlafen dann nicht wie die Menschen, sondern dann tritt in ihr eigenes Wesen etwas herein wie die Offenbarung von geistigen Welten, die höher sind als sie selber. Sie sind dann ausgefüllt in ihrem Innern von höheren geistigen Welten. Also wohlgemerkt, wenn der Mensch den Blick nach außen richtet und wahrnimmt, dann lebt er mit der Außenwelt, dann verliert er sich an die Außenwelt. Er verliert sich zum Beispiel auf unserem Planeten an die verschiedenen Naturreiche. Wenn er den Blick von außen ablenkt, dann kommt er in sein Inneres hinein und lebt ein selbständiges Innenleben, dann wird er frei von dieser Außenwelt. Wenn diejenigen Wesenheiten, von denen wir als einer nächsten Kategorie über dem Menschen sprechen, nach außen wirken, dann offenbaren sie sich, und dann haben sie ihr Selbstgefühl, ihr eigentliches Selbsterlebnis in diesem Offenbaren, und wenn sie in ihr Inneres kommen, dann kommen sie nicht an ein selbständiges Innenleben wie der Mensch, sondern dann kommen sie dafür in ein Leben mit anderen Welten. Wie der Mensch zu einem solchen kommt, wenn er die Außenwelt wahrnimmt, so nehmen sie andere geistige Welten, die über ihnen stehen, wahr, wenn sie in sich hineinblicken; dann kommen sie zu diesem anderen Bewußtseinszustand, wo sie sich erfüllt finden von anderen Wesenheiten, die höher sind als sie selbst. So daß wir sagen können, wenn wir den Menschen ins Auge fassen: Der Mensch hat, indem er sich selbst an die Außenwelt verliert, sein Wahrnehmen, indem er sich von der Außenwelt zurückzieht, sein selbständiges Innenleben. Diejenigen Wesenheiten, die zu der nächsthöheren Kategorie gehören — wir nennen sie im allgemeinen die Wesenheiten der sogenannten dritten Hierarchie —, haben statt des Wahrnehmens die Offenbarung, und im Offenbaren erleben sie sich. Statt des Innenlebens haben sie das Erlebnis höherer geistiger Welten, das heißt, sie haben statt des Innenlebens Geist-Erfüllung. Dies ist der wesentlichste Unterschied zwischen dem Menschen und den Wesenheiten der nächsthöheren Kategorie.
[ 3 ] Now the perceptions of these beings, of which we are speaking as the next category above man, are not like the perceptions of man. Man perceives, because an external world appears before his senses. He surrenders himself, so to speak, to this external world. These beings do not perceive an external world in the same way as man does with his senses; they perceive it (though this is only a comparison) rather as man perceives when, for instance, he speaks, or makes a movement of the hand, or in any way externalizes his inner being in mimic art; when, in short, he gives expression to his own nature. Thus in a certain sense for these beings of a higher world of whom we are speaking, all their perceptions are at the same time a manifestation of their own being. I want you to bear in mind that when we ascend to the higher category of beings no longer perceptible to man externally, we have before us beings which perceive whenever they manifest, when they express what they themselves are; and they really perceive their own being only as long as they wish to manifest it, as long as in any way they express it outwardly. We might say they are only awake when manifesting themselves. And when of their own will they are not manifesting themselves, not entering into connection with the world around them, another condition of consciousness arises for them—in a certain sense they sleep. Only, their sleep is no unconscious sleep like that of man, it signifies for them a sort of diminution, a sort of loss of their feeling of self. They have their feeling of self so long as they manifest themselves externally, and in a certain sense they lose it when they cease to manifest. They do not sleep then as men sleep, but something arises in their own being like a manifestation of spiritual worlds higher than themselves. Their inner being is then filled by higher spiritual worlds. Thus, mark well: When man directs his gaze outwards and observes, he lives with the outer world; he loses himself in it. In our planet, for instance, he loses himself in the various kingdoms of nature. But when he diverts his gaze from outside, he enters his own inner being and lives an independent inner life, and he is then free from this external world. When these beings of which we speak as a first category above man, are active externally, they then manifest themselves; they have their feeling of self, their actual self-expression in this manifestation; and when they enter their inner being they do not enter into an independent inner life, as does man, but a life in common with other worlds. Just as man enters such a life when he perceives the external world, so do they perceive other spiritual worlds above them when they look into themselves; they then enter this other condition of consciousness, in which they find themselves filled with other beings higher than themselves. So, as regards man we say that when he loses himself in the external world, he has his perceptions; when he withdraws from the external world, he has his independent inner life. The beings belonging to the next higher category—we call them, speaking generally, the beings of the so-called Third Hierarchy—instead of perception have manifestation, and in this manifestation or revelation they experience themselves. Instead of an inner life, they have the experience of higher spiritual worlds, that is to say, they are filled with Spirit. This is the most essential difference between man and the beings of the next higher category.
Dritte Hierarchie: Offenbarung, Geist-Erfüllung
Mensch: Wahrnehmen, Innenleben
| Third Hierarchy: | Manifestation: | Being filled with Spirit: |
| Man | Perception | Inner Life |
[ 4 ] Wir können an einem, ich möchte sagen, krassen Fall des Lebens den Unterschied angeben zwischen dem Menschen und diesen Wesenheiten der nächsthöheren Kategorie. Der krasse Fall ist der, daß der Mensch in die Lage kommt, innerlich Erlebnisse zu haben, welche mit dem, was er äußerlich wahrnimmt, nicht stimmen, und wenn innere Erlebnisse des Menschen mit der Wahrnehmung der Außenwelt nicht zusammenstimmen, so haben wir als krassesten Fall die Lüge. Und wir können, um uns zu verständigen, eine für den Menschen mögliche Eigentümlichkeit dadurch ausdrücken, daß wir sagen: Der Mensch ist fähig, etwas wahrzunehmen und andere Vorstellungen in seinem Inneren zu erwecken, auch zu äußern, als sie den Wahrnehmungen entsprechen. Der Mensch kann durch diese seine Eigenschaft der Außenwelt durch die Lüge widersprechen. Das ist eine Möglichkeit, welche, wie wir später hören werden im Verlauf dieser Vorträge, dem Menschen gerade deshalb gegeben werden mußte, damit er durch seinen freien Willen zur Wahrheit kommen könne. Indem wir aber den Menschen so, wie er einmal ist in der Welt, betrachten, müssen wir diese Eigenschaft ins Auge fassen, daß der Mensch in seinem inneren Leben Vorstellungen ausbilden und auch äußern kann, welche mit den Wahrnehmungen, mit den Tatsachen nicht übereinstimmen. Dies ist als eine Möglichkeit bei den Wesenheiten der höheren Kategorie, die hier angeführt worden sind, solange sie ihre Natur behalten, nicht gegeben. Die Möglichkeit der Lüge besteht bei den Wesenheiten der dritten Hierarchie, wenn sie ihre Natur beibehalten, nicht. Denn was würde erfolgen, wenn eine Wesenheit der dritten Hierarchie lügen wollte? Dann müßte sie in ihrem Innern etwas erleben, was sie in einer anderen Weise, als sie es erlebt, in die Außenwelt übertrüge. Aber dann würde diese Wesenheit der nächsthöheren Kategorie dies nicht mehr wahrnehmen können, denn alles das, was diese Wesenheiten in ihrem Innern erleben, ist Offenbarung, tritt sogleich in die Außenwelt über. Diese Wesenheiten müssen im Reich der absoluten Wahrheit leben, wenn sie sich überhaupt erleben wollen. Nehmen wir an, diese Wesenheiten würden lügen, das heißt, etwas in ihrem Innern haben, was sie so umsetzen würden in ihren Offenbarungen, daß es mit den Offenbarungen nicht zusammenstimmt, dann würden sie es nicht wahrnehmen können, denn sie können nur ihre innere Natur wahrnehmen. Sie würden unter dem Eindruck einer Lüge sogleich betäubt werden, sogleich in einen Bewußtseinszustand versetzt werden, der eine Herabdämmerung, eine Herabstimmung wäre ihres gewöhnlichen Bewußtseins, das eben nur in der Offenbarung ihres Innern leben kann. So haben wir über uns eine Klasse von Wesenheiten, welche durch ihre eigene Natur leben müssen im Reich der absoluten Wahrheit und Wahrhaftigkeit, wenn sie diese Natur nicht verleugnen wollen. Und jede Abweichung von der Wahrhaftigkeit würde diese Wesenheiten betäuben, ihr Bewußtsein herabstimmen. Wenn diese Wesenheiten von uns mit dem okkulten Blick beobachtet werden sollen, dann handelt es sich darum, daß der Okkultist zunächst die richtigen Wege findet, auf denen er diese Wesenheiten antreffen kann. Ich werde versuchen, zu charakterisieren, wie der Okkultist diese Wesenheiten finden kann.
[ 4 ] We might, by means of a crude comparison from life, define the difference between man and these beings. When a man is in a position of having inner experiences which do not coincide with what he experiences or perceives externally—in the crudest case the result is a lie. In order to make this clearer, we can express a possible peculiarity of man by saying: He is capable of perceiving something and yet of arousing contrary ideas in his inner being and even of giving vent to them externally, although they do not coincide with the perceptions. Through this peculiarity man can contradict the external world by means of an untruth. This is a possibility which—as we shall hear later in the course of these lectures—had to be given to man, in order that he might come to the truth by his own free will. When we consider man as he really is in the world we must, however, fix our attention on this quality, namely, that he can form ideas in his inner life and also externalize them, which do not coincide with his perceptions or with facts. This quality is not a possibility to the beings of the higher category spoken of here, so long as they retain their nature. The possibility of untruth does not exist in the beings of the Third Hierarchy, if they retain their nature. For what would be the result if a being of this Hierarchy wished to lie? Then, in its inner being, it must experience something which it transmitted to the external world differently from the way in which it experienced it. Then, however, the being would no longer be able to perceive this; for everything these beings experience in their inner life is revelation, and it immediately passes over into the external world. These beings must live in a kingdom of absolute truth if they wish to experience themselves at all. Suppose these beings were to lie, that is, had something in their inner being which in their revelation they would so transform that it would no longer coincide with it; they would then not be able to perceive it, for they can only perceive their inner nature. They would, under the impression of an untruth, immediately be stupefied, transferred into a state of consciousness which would be a darkening down, a lessening of their ordinary consciousness, which can only live in the revelation of their inner life. Thus we have above us a class of beings which must of their own nature live in the realm of absolute truth and sincerity. Every deviation from truth would render these beings less conscious. If they are to be observed by occult vision, the occultist must first of all find the right way in which he can meet them. I will try to describe how the occultist can find them.
[ 5 ] Das erste, was derjenige, der eine okkulte Entwickelung durchmacht, als inneres Erlebnis haben muß, das ist ja, daß er anstrebt, in einer gewissen Weise gerade das Innenleben des gewöhnlichen normalen Bewußtseins zu überwinden. Wir bezeichnen ja dasjenige, was wir in unserem Innern erleben als unser egoistisches Erleben, als dasjenige, was wir von der Welt sozusagen nur für uns selbst haben wollen. Je mehr es der sich okkult entwickelnde Mensch dahin bringt, gelassen zu werden gegenüber dem, was sein egoistisches Erleben ist, gegenüber demjenigen, was nur ihn angeht, desto näher ist er der Eingangspforte zu den höheren Welten. Nehmen wir einen naheliegenden Fall an. Wir wissen alle, daß uns gewisse Wahrheiten, gewisse Dinge in der Welt rein um unser selbst willen gefallen und nicht gefallen, daß uns dieses oder jenes um unser selbst willen sympathisch oder antipathisch berührt. Solche Gefühle gegenüber der Welt, die wir nur um unser selbst willen hegen, muß der, der sich okkult entwickeln will, zunächst aus seinem Herzen herausreißen. Er muß in einer gewissen Weise frei werden von alle dem, was nur ihn angeht. Es ist dieses eine Wahrheit, die oftmals betont wird, die aber im Grunde genommen schwieriger zu beobachten ist, als man gewöhnlich denkt, denn im normalen Bewußtsein hat der Mensch außerordentlich wenige Anhaltspunkte, um von sich selber frei zu werden, um dasjenige zu überwinden, was nur ihn angeht. Bedenken wir nur einmal einen Augenblick, was das eigentlich heißen soll, von sich selber frei werden. Das Freiwerden von dem, was man gewöhnlich die egoistischen Regungen nennt, das ist ja vielleicht nicht so schwierig. Aber wir müssen bedenken, daß wir in der einen Inkarnation, in der wir leben, in einer gewissen Zeit, an einem gewissen Orte geboren sind, daß, wenn wir die Augen hinlenken auf das, was uns umgibt, diese Augen auf ganz andere Dinge fallen als zum Beispiel bei einem Menschen, der auf einem anderen Fleck der Erde lebt. Den müssen ja ganz andere Dinge in seiner Umgebung interessieren. So sind wir schon dadurch, daß wir als verkörperte, physisch verkörperte Menschenwesen in einer Zeit und an einem Ort geboren sind, mit allerlei Dingen umgeben, die unser Interesse, unsere Aufmerksamkeit hervorrufen, die eigentlich uns speziell angehen und die bei einem anderen Menschen anders sind. Dadurch, daß wir als Menschen differenziert über unseren Planeten hin verteilt sind, sind wir in einer gewissen Weise in die Notwendigkeit versetzt, ein jeder seine besonderen Interessen, gleichsam seine besondere Heimat auf der Erde zu haben. Daher können wir niemals in dem, was wir von unserer unmittelbaren Umgebung lernen können, im höchsten Sinne dasjenige erleben, was uns frei macht von unseren speziell menschlichen Interessen, von unseren speziell menschlichen Aufmerksamkeiten. Also weil wir Menschen im physischen Leibe sind und insofern wir es sind, können wir schon durch unsere äußere Wahrnehmung überhaupt nicht das Tor erreichen, das uns in eine höhere Welt hineinführt. Von all dem, was unsere Sinne außen sehen können, was unser Verstand kombinieren kann an Dingen der Außenwelt zunächst, von all dem müssen wir absehen, das gehört zu unseren speziellen Interessen. Wenn wir aber nun blicken auf das, was wir gewöhnlich in unserm Inneren haben, unsere Leiden und Freuden, unsere Bekümmernisse und Sorgen, unsere Hoffnungen und Ziele, dann werden wir sehr, sehr bald gewahr werden, wie diese Innenwelt abhängig ist von dem, was wir draußen erleben, wie sie in einer gewissen Weise sich färbt nach dem, was wir draußen erleben. Aber ein gewisser Unterschied ist dennoch vorhanden.
[ 5 ] The first inner experience which one who goes through an occult development must have, is the striving, in a certain sense, to subdue the inner life of ordinary normal consciousness. What we experience in our inner being we describe as our egoistic experience, as that which we wish to have from the world for ourselves alone, so to speak. The more the occultly developing student can bring himself to be passive with regard to what only concerns himself, the nearer he is to the entrance to the higher worlds. Let us take an obvious case. We all know that certain truths, certain things in the world, simply please or do not please us; that certain things affect us sympathetically, or antithetically. Such feelings with regard to the world which we only cherish for our own sake, must, by him who would develop himself occultly, be rooted out of his heart; he must, in a certain sense, be free from all that concerns only himself. This is a truth which is often emphasised, but which, in fact, is more difficult to observe than one usually thinks; for in normal consciousness man has extremely few footholds through which he can become free from himself, and overcome what concerns himself alone. Let us consider for a single moment what it actually means “to be free from oneself.” Probably to become free from what we call usually egoistic impulses is not so difficult; but we must remember that in the one incarnation in which we live, we are born at a certain time and at a certain place; that when we direct our gaze to what surrounds us, our eyes rest upon quite different things from those seen by a man, for instance, who lives in a different part of the world. There must be quite different things in his surroundings to interest him. Thus just because we are born as physically embodied human beings at a certain time and at a certain place, we are surrounded by all sorts of things which call forth our attention, our interest, which actually concern ourselves, and are different for other men. Because we, as men, are differently distributed over our planet, we are, in a certain sense, placed under the necessity of each having his separate interests, his special home upon the earth. In what we are able to learn from our direct environment we can never, therefore, in the highest sense, experience that which sets us free from our special human interests and attractions. Thus, because we are human beings in physical bodies, and in so far as we are such, we cannot possibly through our external perception, reach the portal which leads into a higher world. We must look away from all that our senses can see externally, all that our intellect can connect with the things of the external world, everything that belongs to our own special interests. But now, if we look at what we generally have in our inner being, our sorrows and joys, our worries and cares, our hopes and aims, we shall very soon become aware how dependent our inner world is on what we experience externally; and how, in a certain way, it is coloured by our experiences. Nevertheless, a certain difference exists.
[ 6 ] Wir werden allerdings ohne weiteres zugeben müssen, daß wir ein jeder unsere Welt in unserem Innern tragen. Daß der eine an einem Ort der Erde, in einer Zeit geboren ist, der andere an einem anderen Ort, in einer anderen Zeit, das färbt in einer gewissen Weise seine Innenwelt. Aber wir erfahren auch noch etwas anderes gegenüber dieser Innenwelt. Sie ist ja freilich unsere spezielle, gewissermaßen unsere differenzierte Innenwelt; sie trägt eine gewisse Farbe, aber wir können noch etwas anderes erfahren. Wenn wir einmal von dem Ort, an dem wir gewohnt sind, unsere Sinne tätig sein zu lassen, nach einem ganz entfernten Ort kommen, mit einem Menschen zusammentreffen, der ganz andere äußere Erfahrungen, Wahrnehmungen gemacht hat, dann können wir uns mit ihm verstehen, und deshalb verstehen wir uns mit ihm, weil er gewisse Leiden durchlebt hat, die wir selber in einer ähnlichen Weise durchlebt haben, weil er sich in einer gewissen Weise freuen kann über ähnliche Dinge, über die wir uns selber freuen. Wer hätte es denn nicht erlebt, daß er sich vielleicht schwer verständigen kann mit einem Menschen, den er in einer fernen Gegend trifft, über die Außenwelt, die beide haben, daß er sich aber leicht verständigen kann über dasjenige, was das Herz fühlt und sehnt. Mit unserer Innenwelt sind wir Menschen einander schon viel näher als mit unserer Außenwelt, und wahrhaftig, es würde wenig Hoffnung sein, hinüberzutragen die geisteswissenschaftliche Idee in die ganze Menschheit, wenn wir nicht das Bewußtsein haben könnten, daß im Innern eines jeden Menschen, wo er auch auf der Erde sich befindet, etwas lebt, das sich mit uns verständigen kann. Um nun aber zu etwas zu kommen, was ganz frei ist von dem speziellen, egoistischen Innern, muß der Mensch auch jene Färbung seines inneren Erlebens ablegen, welche noch von der Außenwelt beeinflußt ist. Das kann nur sein, wenn der Mensch sich die Möglichkeit verschafft, in seinem Innern etwas zu erleben, was ihm überhaupt nicht von der Außenwelt kommt, was dem entspricht, was man nennen kann innere Eingebungen, Inspirationen, dasjenige, was nur in der Seele innerlich selber wächst und gedeiht. Von dem speziellen Innenleben kann der Mensch aufsteigen so, daß er fühlt, daß sich seinem Innern etwas offenbart, was unabhängig ist von seiner speziellen, egoistischen Existenz. Das fühlen ja die Menschen, wenn sie immer wieder geltend machen, daß über den ganzen Erdball hin Verständnis sein kann für gewisse moralische Ideale, für gewisse logische Ideale, an denen kein Mensch zweifeln kann, die jedem Menschen einleuchten können, weil sie sich nicht von der Außenwelt, sondern von der Innenwelt aus dem Menschen mitteilen.
[ 6 ] We shall be willing to admit that each one of us carries his own world in his inner being. The fact that the one is born in one part of the earth at one time, and another in another at a different time does in a sense color our inner world; but we also experience something quite different besides, in regard to this inner world. It is certainly our special, in a sense, our differentiated inner world; it bears a certain coloring;—but we can also experience something quite different. If we go from the place where we are accustomed to be active through our senses, to a distant place, and there meet with a man who has had quite different experiences and perceptions from our own, we can nevertheless understand him, because he has passed through certain troubles which we similarly ourselves have passed through; because he can take pleasure, in a certain sense, in the things which please us. Many people have experienced that they may perhaps find it difficult to understand someone they encounter in a distant region or to agree with him about the external world to which they both belong, yet it may be easy to sympathize with one another concerning what the heart feels and longs for. Through our inner world, we human beings are much nearer one another than we are through the external world, and truly there would be little hope of carrying our spiritual science to the whole of humanity, were it not for the consciousness that in the inner being of every man, no matter to what part of the earth he may belong, lives something which can bring him into sympathy with us. Now, however, in order to arrive at something quite free from our own egoistic inner life, we must lay aside even that coloring of inner experience which is still influenced by the external world. That can only be when a man is able to experience something in his own inner being which does not in any way come from the external world; something which corresponds to what we may call inner suggestions, inspirations and which grows and thrives only within the soul itself. He can so transcend the special inner life that he feels something revealed in his inner being which is independent of his special egoistic existence. This is felt by men who assert again and again that over the whole earth-sphere there can be mutual understanding of certain moral ideals, or certain logical ideals which no man can doubt, and which can illuminate every man; for they are imparted to humanity, not by the external world, but by the inner world.
[ 7 ] Ein Gebiet — es ist freilich ein trockenes, nüchternes Gebiet — haben ja ganz zweifellos alle Menschen gemeinsam in bezug auf solche Innenoffenbarungen. Das ist dasjenige, was sich bezieht auf die Zahlen und ihre Verhältnisse, kurz, auf das Mathematische, auf Zählen und Rechnen. Daß dreimal drei neun ist, können wir niemals von der Außenwelt erfahren, das müssen wir durch unser Inneres uns offenbaren lassen. Daher gibt es auch keine Möglichkeit, darüber zu streiten über den Erdball hin. Ob irgend etwas schön oder häßlich ist, darüber kann man über den ganzen Erdball hin viel streiten, wenn aber einer nur einmal in seinem Innern sich hat offenbaren lassen, daß dreimal drei neun ist, oder daß das Ganze gleich ist der Summe seiner Teile, oder daß ein Dreieck als Summe seiner Winkel 180° hat, so weiß er es, weil ihm das keine Außenwelt offenbaren kann, sondern nur sein Inneres. Es beginnt schon bei der trockenen, nüchternen Mathematik dasjenige, was wir Inspiration nennen können. Nur merken die Menschen gewöhnlich nicht, daß die Inspiration bei der trockenen Mathematik beginnt, weil die meisten Menschen diese trockene Mathematik für etwas ungeheuer Langweiliges halten und sich daher nicht gerne etwas von ihr offenbaren lassen. Aber in bezug auf das innere Offenbaren ist es im Grunde genommen auch mit den moralischen Wahrheiten nicht anders. Wenn der Mensch etwas als recht erkannt hat, so wird er sagen: Dies ist recht und das Gegenteil ist unrecht, und keine äußere Macht der Welt auf dem physischen Plan kann mir beibringen, daß das, was sich mir als das Rechte offenbart in meinem Innern, unrichtig wäre. — Auch die moralischen Wahrheiten im höchsten Sinne offenbaren sich durch das Innere. Man kann, wenn man den geistigen Blick gefühls- und empfindungsmäßig hinlenkt auf diese Möglichkeit der Innenoffenbarung, sich daran erziehen. Es ist sogar die Erziehung durch die bloße Mathematik sehr gut. Wenn der Mensch zum Beispiel öfter einmal sich dem Gedanken hingibt: Ob dieses oder jenes Essen gut ist, darüber kannst du deine Meinung haben und ein anderer kann einer anderen Meinung sein. Das steht in der Willkür des einzelnen. Die Mathematik, die moralischen Verpflichtungen aber stehen nicht in solcher Willkür. Bei ihnen weiß ich, daß sie mir etwas offenbaren, dem gegenüber ich mich, wenn ich es nicht als wahr anerkennen will, als unwürdig der Menschlichkeit erweise. — Diese Anerkennung einer Offenbarung durch das Innere, als Gefühl, als innerer Impuls gefaßt, ist eine mächtige pädagogische Kraft in dem Innern des Menschen, wenn er sich ihm meditativ hingibt. Wenn er sich zunächst sagt: In der Sinnenwelt ist vieles, worüber meine Willkür bloß entscheidet, aber aus dem Geiste heraus offenbaren sich mir Dinge, über die meine Willkür nichts vermag und die mich doch angehen, deren ich mich würdig erweisen muß als Mensch —, wenn der Mensch diesen Gedanken immer stärker und stärker werden läßt, so daß der Mensch bezwungen werden kann durch sein eigenes Inneres, dann wächst er über den bloßen Egoismus hinaus, dann überwindet, wie wir auch sagen, ein höheres Selbst, das sich eins weiß mit dem Geist der Welt, das gewöhnliche willkürliche Selbst. So etwas müssen wir in uns als Stimmung entwickeln, wenn wir dahin kommen wollen, das Tor zu erreichen, das hineinführt in die geistige Welt. Denn wenn wir oftmals uns solchen Stimmungen, wie sie charakterisiert worden sind, hingeben, dann erweisen sie sich fruchtbar. Sie erweisen sich namentlich dann fruchtbar, wenn wir sie so konkret wie möglich in die Gedanken hineinbringen, und namentlich, wenn wir solche Gedanken hegen, solche Gedanken in uns aufnehmen, die als wahr uns einleuchten und die doch der äußeren Sinnenwelt widersprechen. Solche Gedanken können zunächst nur Bilder sein, aber solche Bilder sind außerordentlich nützlich für die okkulte Entwickelung des Menschen.
[ 7 ] One province—it is, to be sure, but an arid, prosaic province—all men have in common as regards such inner manifestation. It is the province of numbers and their relation; in short, of mathematics, numbers and calculation. The fact that three times three makes nine we can never experience from the external world, it must be revealed to us through our inner being. Hence there is no possibility of disputing this in any part of the globe. Whether a thing is beautiful or ugly can be very greatly disputed all the world over; but if the fact has once been revealed to our inner being that three times three is nine, or that the whole is equal to the sum of its parts, or that a triangle has 180 degrees as the sum of its angles, we know that it is so, because no external world can reveal this, only our own inner being. In dry, prosaic mathematics begins what we may call inspiration. Only as a rule, people do not notice that inspiration begins with dry mathematics, because most people take dry mathematics for something dreadfully tedious, and are therefore not very willing to let anything be revealed to them by this means. Fundamentally, however, the same thing applies to the inner revelation of moral truths. If we have recognized something as right, we say, “This is right and the contrary is wrong, and no external power of the physical plane can make us see that what is revealed to us as right, could be wrong in our inner being.” Moral truths also reveal themselves in the highest sense, through the inner being. If a man directs his spiritual gaze to this possibility of inner manifestation, with feeling and receptivity, he can educate himself in this way. Indeed education through mere mathematics is very good. For instance, if a man constantly devotes himself to the thought: “I may have my own opinion as to whether a thing is good to eat, but someone else may be of a different opinion. That depends upon the freewill of the individual, but mathematics and moral obligations do not depend on such freewill. I know of these that they may reveal something to me which, if I refuse to accept it as true, I prove myself unworthy of humanity.” This recognition of a revelation through the inner being, if accepted as feeling, as inner impulse, is a powerful educative force in the inner life of man, if he devotes himself to it in meditation. If he first of all says to himself, “In the sense-world there is much that can only be decided by freewill; but out of the spirit, things are revealed to me as to which my freewill has nothing to say, and which yet concern me and of which I, as a man, must prove myself worthy;”—if he allows this thought to become ever stronger and stronger, so that he feels overpowered by his own inner being, he grows beyond mere egoism, and a higher self, as we say, gains the upper hand; a higher self which recognises itself as one with the Spirit of the World conquers the ordinary arbitrary self. We must develop something of this sort as a mood if we wish to succeed in reaching the portal which leads into the spiritual worlds. For if we frequently devote ourselves to such moods as have just been described, they will prove fruitful. They prove especially fruitful if we bring them as concretely as possible into our thoughts and especially if we cherish and accept the thoughts which reveal themselves to us as true, and which nevertheless are in contradiction to the external sense-world. Such thoughts may at first be nothing but pictures, but such pictures can be extremely useful for man's occult development.
[ 8 ] Ich will Ihnen ein solches Bild sagen, will Ihnen an einem solchen Bild zeigen, wie der Mensch seine Seele über sich selber hinaufrücken kann. Nehmen Sie zwei Gläser, in dem einen ist Wasser und in dem anderen keines. Das Glas, in dem Wasser ist, soll nicht ganz angefüllt sein, sondern nur zur Hälfte. Nehmen wir jetzt an, Sie beobachten in der Außenwelt diese zwei Gläser. Wenn Sie aus dem Glas mit Wasser nun etwas in das leere Glas herüberschenken, so wird das leere Glas etwas mit Wasser gefüllt sein, das andere aber wird nachher weniger Wasser haben. Wenn Sie ein zweites Mal aus diesem Glas, das zuerst halb mit Wasser gefüllt war, in das zuerst leere Glas Wasser herübergießen, wird das erste Glas noch weniger Wasser haben, kurz, durch das Herübergießen wird immer weniger und weniger in dem Glas sein, das zuerst halb mit Wasser gefüllt war. Das ist für die äußere physisch-sinnliche Welt eine wahre Vorstellung. |
[ 8 ] I will tell you of one such picture. I will show you by such a picture how a man can raise his soul above himself. Take two glasses, in the one is water, in the other none. The glass with water should he only half-full. Suppose you observe these two glasses in the external world. Now if you pour some of the water from the half-filled into the empty glass, the latter will be partly filled, while the other then has less water in it. If a second time you pour water from the glass which was half-filled into the glass which was at first empty, the first glass will have still less water in it; in short, through the pouring-out there is always less and less water in the glass which was at first half-full of water. That is a true presentation as regards the external physical sense-world.
[ 9 ] Jetzt bilden wir uns eine Vorstellung, die ganz anders ist. Denken Sie sich einmal, Sie würden probeweise sich die umgekehrte Vorstellung bilden, Sie würden sich vorstellen, Sie gießen aus dem halbgefüllten Glas Wasser in das leere Glas ein. Da kommt in das letztere Glas Wasser hinein, in dem halbvollen Glas aber, da, stellen Sie sich vor, würde durch das Herübergießen das Wasser mehr, und wenn Sie ein zweites Mal ausgießen würden, so würde wieder etwas hinübergehen in das früher leere Glas, aber das zuerst halbgefüllte Glas würde dadurch noch mehr Wasser haben. Durch das Ausgießen würde immer mehr und mehr Wasser in dem ersten Glas sein. Denken Sie sich, Sie bilden sich diese Vorstellung. Selbstverständlich wird jeder Mensch, der sich in unserer Gegenwart zu den absolut vernünftigen Menschen rechnet, sagen: Nun, das ist ein rechter Wahnsinn, den du dir da vorstellst. Du stellst dir vor, daß du Wasser ausgießest und daß dadurch immer mehr Wasser in das Glas kommt, aus dem du herausgießest. — Ja, wenn man diese Vorstellung anwendet auf die physische Welt, dann ist sie natürlich eine wahnsinnige Vorstellung, aber merkwürdigerweise läßt sie sich auf die geistige Welt anwenden. In einer sonderbaren Weise läßt sie sich anwenden. Nehmen wir einmal an, ein Mensch habe ein liebevolles Herz, und er erweist aus seinem liebevollen Herzen einem anderen Menschen, der der Liebe bedarf, eine liebende Tat, so gibt er etwas dem anderen Menschen ab, aber er wird dadurch nicht leerer, sondern indem er Liebestaten dem anderen Menschen hinübergibt, erhält er mehr, er wird voller, und wenn er ein zweites Mal eine Liebestat verrichtet, wird er noch voller, hat er noch mehr. Man wird nicht arm, nicht leer dadurch, daß man Liebestaten verrichtet, sondern man wird reicher, man wird voller. Man gießt in den anderen Menschen etwas hinüber, was einen selbst voller macht.
[ 9 ] Now let us form a different conception. By way of experiment, let us form the contrary idea. Imagine yourself again pouring water from the half-filled glass into the empty one. Into this latter there comes water, but you must imagine that in the half-filled glass by means of this pouring out of water there is more instead of less, and that if you poured from it a second time, so that again something passed over into the previously empty glass, There would again be more and not less water left in the glass that was at first half-filled. As the result of the out-pouring, more and more water would be in the first glass. Imagine yourself picturing this idea. Of course everyone who at our present time counts himself among the thoroughly intelligent, would say. “Why, you are picturing an absolute delusion! You imagine that you are pouring out water, and that by so doing more water comes into the glass from which you are pouring!” Of course if one applies this idea to the physical world, then, naturally, it is an absurd idea; but—marvelous to relate—it can be applied to the spiritual world. It can be applied in a singular manner. Suppose a man has a loving heart, and out of this loving heart he performs a loving action to another who needs love. He gives something to that other person; but he does not on that account become emptier when he performs loving actions to another; he receives more, he becomes fuller, he has still more, and if he performs the loving action a second time he will again receive more. One does not become poor, nor empty, by giving love or doing loving actions, on the contrary, one becomes richer, one becomes fuller. One pours forth something into the other person, something which makes one fuller oneself.
[ 10 ] Wenden wir nun unser Bild, das für die gewöhnliche physische Welt unmöglich, wahnsinnig ist, auf das Ausgießen der Liebe an, dann ist es anwendbar, dann können wir es als ein Sinnbild, als ein Symbolum für geistige Tatsachen auffassen. Was Liebe ist, ist etwas so Kompliziertes, daß kein Mensch den Hochmut besitzen sollte, Liebe zu definieren, Liebe ihrem Wesen nach ohne weiteres zu durchschauen. Liebe ist kompliziert. Wir nehmen sie wahr, aber keine Definition kann die Liebe ausdrücken. Aber ein Sinnbild, ein einfaches Sinnbild, ein Glas Wasser, das, indem es ausgegossen wird, voller wird, das gibt uns eine Eigenschaft des Liebeswirkens wieder. Wir tun im Grunde genommen, wenn wir uns so das Komplizierte der Liebestaten vorstellen, nichts anderes, als was der Mathematiker in seiner trockenen Wissenschaft tut. Nirgends ist ein wirklicher Kreis, nirgends ein wirkliches Dreieck; die müssen wir uns nur denken. Wenn wir einen Kreis aufzeichnen und ihn nur ein wenig durch ein Mikroskop besehen, so sehen wir lauter Kreide- oder andere Punkte; solcher Kreis wird nie die Regelmäßigkeit eines wirklichen Kreises haben. Wir müssen zu unserer Vorstellung, zu unserem Innenleben gehen, wenn wir den Kreis oder das Dreieck oder sonst etwas vorstellen wollen. So müssen wir, um uns so etwas wie eine geistige Tat vorzustellen — die Liebe zum Beispiel —, auch zum Bilde greifen und an eine Eigenschaft uns halten.
[ 10 ] Now, if we apply our picture (which is impossible, absurd, for the ordinary physical world), if we apply our picture of the two glasses to the outpouring of love, it becomes applicable; we can then grasp it as an image, as a symbol of spiritual facts. Love is so complex a thing that no man should have the arrogance to attempt to define it, to fathom the nature of love. Love is complex; we perceive it, but no definition can express it. But a symbol, a simple symbol—a glass of water which, when it is poured out becomes ever fuller—gives us one quality of the workings of love. If we thus imagine the complexity of loving actions we really do nothing else than what the mathematician does in his dry science. Nowhere is there an actual circle, nowhere an actual triangle, we must only imagine them. If we draw a circle and examine it a little through a microscope, we see nothing but chalk or small specks; it can never have the regularity of a real circle. We must turn to our imagination, our inner life, if we wish to imagine the circle or the triangle or something of that kind. Thus, to imagine something like a spiritual act—such as love, for instance—we must grasp the symbol and hold fast to an attribute.
[ 11 ] Solche Bilder sind nützlich für die okkulte Entwickelung. An ihnen merken wir, daß wir über die gewöhnliche Vorstellung hinausgehoben werden, daß wir, wenn wir zum Geiste aufsteigen wollen, uns geradezu entgegengesetzte Vorstellungen bilden müssen zu denen, die auf die Sinnenwelt anwendbar sind. Daher finden Sie, daß die Ausgestaltung solcher symbolischer Vorstellungen ein wichtiges Mittel ist, um in die geistige Welt hinaufzusteigen. Sie finden das ausgeführt in meinem Buch «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» Dadurch kommt der Mensch dazu, etwas anzuerkennen, was als eine Welt über ihm steht, die ihn inspiriert, die er nicht in der Außenwelt wahrnehmen kann, die aber in ihn hereindringt. Wenn er immer mehr und mehr dieser Vorstellungswelt sich hingibt, dann kommt er dazu, anzuerkennen, daß durch ihn, durch jeden Menschen etwas geistig Wesenhaftes lebt, das höher ist als er selbst, der Mensch, in dieser einen Inkarnation mit seinem Egoismus.
[ 11 ] Such pictures are useful for occult development. In them we perceive that we are raised above ordinary ideas, and that if we wish to ascend to the spirit, we must form ideas just the opposite of those applicable to the sense-world. Thus we find that the forming of such symbolical conceptions is a powerful means towards ascending to the spiritual world. You find this treated fully in my book, Knowledge of the Higher Worlds and How to Attain It. By this means a man succeeds in recognizing something like a world above him, a world which inspires him, one which he cannot perceive in the external world, but which penetrates him. If he devotes himself more and more to these conceptions, he finally recognizes that in him, in every man, lives some spiritual being higher than he himself, the human being with his egoism in this one incarnation.
[ 12 ] Wenn man anzuerkennen beginnt, daß so etwas über uns ist wie ein uns gewöhnliche Menschen leitendes Wesen, dann hat man in der Reihe der Wesenheiten der dritten Hierarchie die erste Form, diejenigen Wesenheiten, die man da nennt Engel oder Angeloi. Der Mensch erlebt zunächst, indem er über sich selber in der geschilderten Weise hinausgeht, das Hereinwirken eines Engelwesens in seine eigene Wesenheit. Wenn man sich nun dieses Wesen, das uns inspiriert, verselbständigt denkt, so daß es die Eigenschaften hat, die geschildert worden sind als Offenbarung und als Geist-Erfüllung, dann kommt man zu dem Begriff der unmittelbar über dem Menschen stehenden nächsten Wesen der dritten Hierarchie. So daß man die ersten Wesenheiten über dem Menschen ansprechen kann als diejenigen, die jeden einzelnen, individuellen Menschen führen, leiten und lenken.
[ 12 ] When we begin to recognizes that there is something above us ordinary human beings, that there is a being guiding us, we have the first form in the ranks of the beings of the Third Hierarchy, those beings we call Angels, or Angeloi. When a man goes out beyond himself in the manner described, he first experiences the working of an Angel-Being in his own being. If we now consider this being independently, so that it has the qualities which have been described as revelation, and spiritual enfilling: if we consider this being which inspires us, as an independent being, we rise to an idea of the beings of the Third Hierarchy, standing immediately above man. We may therefore describe these beings as those which lead, guide, and direct each individual human being.
[ 13 ] Auf diese Weise habe ich Ihnen ein wenig den Weg geschildert, wie der Mensch sich zunächst zu den ersten Wesen, die über ihm stehen, hinauferheben kann, so daß er eine Vorstellung von ihnen bekommt. So wie nun der einzelne auf diese Weise seinen Führer hat und der okkulte Blick, wenn wir über uns selber hinauskommen, über unsere egoistischen Interessen, uns darauf aufmerksam macht: Du hast deinen Führer —, so gibt es nun auch die Möglichkeit, daß sich der okkulte Blick hinrichtet auf Menschengruppen, Stämme, Völker und so weiter. Solche zusammengehörigen Menschengruppen haben ebenso eine Führerschaft, wie der einzelne Mensch sie in der geschilderten Weise hat. Nur sind diejenigen Wesen, welche ganze Völker oder ganze Stämme führen, eben mächtiger als die Führer des einzelnen Menschen. In der abendländischen Esoterik nennt man solche Völker- oder Stammesführer, die in der geistigen Welt leben und Offenbarungen als ihre Wahrnehmungen, Geist-Erlebnisse als ihr Inneres haben und deren Taten zum Ausdruck kommen in dem, was ein ganzes Volk oder ein ganzer Stamm tut, Erzengel oder Archangeloi. Wenn der Mensch in seiner okkulten Entwickelung immer weiterschreitet, dann kann er dazu kommen, daß sich ihm nicht nur enthüllt, was ihn selbst speziell führt, sondern dann enthüllt sich ihm das, was die Gruppe von Menschen, zu der er zunächst gehört, führt.
[ 13 ] In this way I have given you a slight description of the way in which man can raise himself to begin with to the first beings above him, so that he can gain an idea of them. Just as each individual, in this way, has his guide, and when we rise above ourselves, above our egoistic interests, occult vision draws our attention to this fact: “Thou hast thy Guide—” so it is now possible to direct our vision to groups of men, to races, and peoples. Such groups of men who belong together have also a guidance, just as individual man has his, in the manner described. These beings, however, who lead whole peoples or races, are even more powerful than the leaders of individual men. In western esotericism, these leaders of peoples or races, who live in the spiritual world, who have revelation as their perception, and spiritual enfilling as their inner life, and who find expression in the actions performed by whole peoples or whole races, are called Archangels or Archangeloi.
[ 14 ] Und dann, wenn unsere okkulte Entwickelung noch weiter geht, dann finden wir Wesenheiten als Führer der Menschen, welche nichts mehr zu tun haben mit einzelnen Stämmen, mit einzelnen Völkern, sondern welche Führer sind in den aufeinanderfolgenden Zeiten. Wenn der okkult geschulte Mensch verfolgt zum Beispiel jenes Zeitalter, in dem die alten Ägypter oder die alten Chaldäer gelebt haben, dann erscheint ihm das ganze Gepräge, der ganze Charakter der Zeit unter einer gewissen Führerschaft. Diese Führerschaft ändert sich. Wenn der okkulte Blick hinschaut auf das, was zum Beispiel auf die ägyptische, auf die chaldäische Zeit folgte, wenn der okkulte Blick sich hinrichtet auf das Zeitalter, in welchem die Griechen, die Römer den Ton angegeben haben in der abendländischen Geisteswelt, da zeigt sich, daß über einzelne Völker hinaus, mächtiger als die Erzengel, die Völkerführer, Geister walten, die ganze zusammengehörige Völkergruppen gleichzeitig leiten und die dann abgelöst werden nach einer bestimmten Zeit von anderen Zeitlenkern. So wie wir also im Raum verteilt finden die einzelnen Gebiete der Archangeloi, der Erzengel, die gleichzeitig Menschengruppen leiten, aber einzelne Menschengruppen, so finden wir, wenn wir den okkulten Blick hinschweifen lassen über die laufende Zeit, daß die einzelnen Zeitalter von ihren realen Zeitgeistern, die mächtiger sind als die Erzengel, geleitet werden und daß unter ihnen die verschiedensten Völker zugleich stehen. Diese dritte Kategorie der dritten Hierarchie nennen wir Zeitgeister oder Archai mit einem Ausdruck der abendländischen Esoterik.
[ 14 ] When a man progresses further in occult development, not only may the Angel who specially leads him be revealed to him, but also the Archangel who leads the common group to which he belongs. And then when our occult development goes still further, we find beings as leaders of humanity who are no longer concerned with individual races and peoples, but are leaders in successive epochs. If the occultly-developed man studies, for instance, the period in which lived the ancient Egyptian or Chaldean, he will see that the whole stamp, the whole character of the period is under a definite leadership. If he then looks with occult vision upon what follows the Egyptian-Chaldean period, and directs it to the age in which Greece and Rome gave the tone to the western intellectual world, he will see that this leadership changes and that above the individual peoples, mightier than the Archangels who are leaders of the peoples, rule Spirits who direct whole groups of peoples connected with each other at a particular time, and that these beings are then relieved after a definite time by other Time-leaders. Just as the individual realms of the Archangeloi who guide contemporary but individual groups of men, are distributed in space, so do we find, if we allow our vision to sweep over passing time, that the different epochs are guided by their definite Spirits of the Age, more powerful than the Archangels and under whom many different peoples stand at the same time. This third category of the Third Hierarchy we call the Spirits of the Age, or Archai in the terminology of western esotericism.
[ 15 ] All die Wesenheiten, die zu diesen drei Klassen der dritten Hierarchie gehören, haben die Eigenschaften, die Ihnen heute charakterisiert worden sind, sie alle haben das, was hier genannt worden ist als Offenbarung und als innere Geist-Erfüllung. Das nimmt der okkulte Blick wahr, wenn er sich zu diesen Wesenheiten erheben kann. Wir können also sagen: Wenn wir dasjenige, was in der geistigen Welt den Menschen umgibt, was gleichsam um den Menschen herum als sein eigener individueller Führer ist, wenn wir das, was da geistig lebt, unsichtbar waltet und uns eigentlich anstiftet zu unseren unpersönlichen Handlungen und zu unserem unpersönlichen Denken und Fühlen, wenn wir das beobachten, so haben wir darin zunächst die Wesenheiten der dritten Hierarchie. Der okkulte Blick nimmt diese Wesenheiten wahr. Für ihn sind sie Realitäten. Aber auch das normale Bewußtsein lebt unter ihrer Gewalt, wenn auch dieses Bewußtsein den Engel nicht wahrnimmt, denn es steht unter seiner Führerschaft, wenn auch unbewußt. Und so stehen unter ihrem Erzengel die Menschengruppen und in der Führerschaft der Zeitgeister die Zeiten und die Menschen ihrer Zeiten.
[ 15 ] All the beings belonging to these three classes of the Third Hierarchy have the attributes described to-day; they all have what has here been described as manifestation or revelation and being inwardly filled with the Spirit. Occult vision becomes aware of this when it is able to raise itself to these beings. Thus, we may say that when we observe what surrounds man in the spiritual world, and is, as it were, around man as his own individual leader; when we there observe what lives spiritually and rules invisibly, instigating us to impersonal actions and impersonal thinking and feeling, when we see this, we have there first of all the beings of the Third Hierarchy. Occult vision perceives these beings. To the occultist they are realities; but normal consciousness also lives under their, sovereignty, although it does not perceive the Angel, it is under his leadership, even though unconsciously. And so do groups of men stand under their Archangel, as the age and the men of the age stand under the leadership of the Spirit of the Age.
[ 16 ] Diese Wesenheiten nun der dritten Hierarchie, wir finden sie so, wie sie heute geschildert worden sind, in unserer geistigen Umgebung, in der allernächsten geistigen Umgebung. Wenn wir aber zurückgehen würden in der Entwickelung unseres Planeten bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, den wir in den nachfolgenden Vorträgen kennenlernen werden, dann würden wir immer mehr und mehr finden, daß diese Wesenheiten, die so eigentlich nur in dem Kulturprozeß des Menschen leben, fortwährend aus sich selber andere Wesenheiten hervorbringen. Geradeso, wie eine Pflanze einen Keim von sich abstößt, so bringen die Wesenheiten der dritten Hierarchie, die ich Ihnen geschildert habe, andere Wesenheiten hervor. Es ist nun nur ein gewisser Unterschied zwischen dem, was die Pflanze als Keim hervorbringt, wenn wir das als Vergleich heranziehen, und zwischen diesen Wesenheiten, die sich absondern von den Wesenheiten der dritten Hierarchie. Wenn die Pflanze einen Keim hervorbringt, so ist dieser gewissermaßen gerade so viel wert wie die ganze Pflanze, denn aus ihm kann wiederum eine ganze Pflanze gleicher Art werden. Diese Wesenheiten sondern gleichfalls andere ab, die sich gleichsam abschnüren, wie sich die Keime von den Pflanzen abschnüren: sie bekommen gleichsam Nachkommen, die aber jetzt in gewisser Beziehung von niedrigerer Sorte sind als sie selbst. Sie müssen von einer niedrigeren Sorte sein, weil sie andere Aufgaben bekommen, die sie nur verrichten können, wenn sie von einer niedrigeren Art sind. Das, was wir, wie es geschildert worden ist, geistig in unserem Umkreis haben als Engel, Erzengel und Zeitgeister, das sondert von sich ab gewisse Wesenheiten, welche aus der Umgebung des Menschen hinuntersteigen in die Naturreiche, und der okkulte Blick belehrt uns darüber, daß die Wesenheiten, welche wir gestern und vorgestern kennengelernt haben als Naturgeister, solche von den Wesenheiten der dritten Hierarchie, die wir heute kennengelernt haben, abgeschnürte Wesenheiten sind. Sie sind Nachkommen, die zu anderem Dienst als zum Menschheitsdienst, nämlich zum Naturdienst bestimmt worden sind. Und zwar sind gewisse Nachkommen der Archai diejenigen Wesenheiten, welche wir kennengelernt haben als die Naturgeister der Erde. Diejenigen, welche sich abschnüren von den Erzengeln und hinuntergesendet werden in die Natur, das sind die Naturgeister des Wassers, und solche, die sich von den Engeln abschnüren, haben wir als die Naturgeister der Luft anzusehen. Die des Feuers oder der Wärme werden wir noch kennenlernen. So sehen wir, daß gewissermaßen durch eine Spaltung der Wesenheiten, welche als dritte Hierarchie unsere Verbindung mit der nächsthöheren Welt darstellen, gewisse Wesenheiten hinuntergeschickt werden in die Reiche der Elemente, in Luft, Wasser, Erde, in das Gasförmige, Flüssige und Feste, um da unten Dienste zu leisten, um innerhalb der Elemente zu arbeiten und gewissermaßen als niedrigere Abkömmlinge der Wesenheiten der dritten Hierarchie, als Naturgeister zu fungieren. Wir können also sprechen von einer Verwandtschaft der Naturgeister mit den Wesenheiten der dritten Hierarchie.
[ 16 ] Now these beings of the Third Hierarchy described to-day are found in our nearest spiritual environment. If, however, we went back in the evolution of our planet to a definite point of time, about which we shall learn more in the following lectures, we should find more and more that these beings, who really only live in the process of man's culture are continually bringing forth other beings from themselves. Just as a plant puts forth seed, so do the beings of the Third Hierarchy, which I have just described, bring forth other beings. There is, however, a certain difference between what the plant brings forth as seed—if we may use this comparison—and the beings which separate themselves off from the beings of the Third Hierarchy. When the plant brings forth a seed, it is, in a sense, of as much value as the complete plant; for out of it can again arise a complete plant of the same species. These beings put forth others which are separated from them just as the seed from the plant, they have offspring, so to speak, but they are, in a sense, of a lower order than themselves. They have to be of a lower order because they have other tasks which they can only accomplish if they are of a lower order. The Angels, Archangels, and Spirits of the Age in our spiritual environment, have put forth from themselves certain beings, which descend from the environment of man into the kingdoms of nature; and occult vision teaches us that the beings we learnt about yesterday as the nature-spirits, are detached from the beings of the Third Hierarchy, of whom we have learnt to know to-day. They are offspring, and to them has been allotted other service than service to mankind, namely, service to nature. Indeed, certain offspring of the Archai are the beings we have learnt to know as the nature-spirits of the earth; those separated from the Archangels and sent down into nature, are the nature-spirits of water; and those detached from the Angels we have recognized as the nature-spirits of the air. With the nature-spirits of fire or heat we have still to become acquainted. Thus we see that in a sense, through a division of the beings which represent as the Third Hierarchy our union with the world immediately above us, certain beings are sent down into the kingdoms of the elements, into air, water, earth—into the gaseous, fluid, and solid—in order there to perform service, to work within the elements, and in a sense to function as the lower offspring of the Third Hierarchy—as nature-spirits.
