Initiation from Eternity and the Present
GA 138
26 August 1912, Munich
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Initiation from Eternity and the Present, tr. SOL
Zweiter Vortrag
Second Lecture
[ 1 ] Wir werden in diesem kurzen Vortragszyklus wichtige Angelegenheiten des geistigen Lebens zu besprechen haben, Angelegenheiten, die dieses geistige Leben im umfassendsten Sinne berühren. Wir werden zu sprechen haben über dasjenige, was zugrunde liegt der sogenannten Initiation oder Einweihung, und — nachdem wir auf einige Geheimnisse und Gesetze dieser Initiation werden hingedeutet haben — von der Bedeutung dessen, was ausstrahlt im Laufe der Menschheitsentwickelung für das Leben von der Initiation und von den Initiierten. Wir werden von allem, was da ausstrahlt, zu sprechen haben mit Bezug auf dasjenige, was man in die einander so entgegengesetzten Vorstellungen zusammenfassen kann: Ewigkeit und Augenblick, Geisteslicht und Lebensdunkel. Nachdem wir unter dem Gesichtspunkt, den uns diese Vorstellungen liefern werden, gewissermaßen das Leben des Menschen werden betrachtet haben, soll dann wieder zurückgekommen werden auf die Kraft der Initiation und auf die Kraft der Initiierten. Begrenzen also soll diesmal diese Betrachtungen das Prinzip der Initiation.
[ 1 ] In this short series of lectures, we will discuss important matters of spiritual life—matters that touch upon this spiritual life in the broadest sense. We will speak of what underlies what is called initiation, and—after we have pointed to some of the mysteries and laws of this initiation—of the significance of what has radiated throughout the course of human development for the life of initiation and for the initiates. We will have to speak of everything that radiates out from this in relation to what can be summarized in the seemingly opposing mental images of eternity and the moment, spiritual light and the darkness of life. After we have, so to speak, considered human life from the perspective these mental images provide, we shall then return to the power of initiation and the power of the initiates. Thus, these reflections shall this time be limited to the principle of initiation.
[ 2 ] Ewigkeit — wir brauchen die Vorstellung nur anzuschlagen, und wir fühlen es, es klingt etwas in uns, was zusammenhängt mit den tiefsten Sehnsuchten der menschlichen Seele, mit dem Höchsten, das unter seinen Strebenszielen der Mensch benennen kann. Augenblick — ein Wort, das uns immer wieder hindeutet auf dasjenige, in dem wir eigentlich leben, und auf die Notwendigkeit, in diesem Augenblick, in dem wir leben, dasjenige aufzusuchen, was uns den Ausblick geben kann in das Land der Sehnsucht, in die Ewigkeit. Man braucht sich nur zu erinnern, daß das tiefste Geheimnis seiner größten Dichtung Goethe in seinen «Faust» so hineingelegt hat, daß er den Faust gegenüber dem Augenblicke aussprechen läßt: «Verweile doch! du bist so schön!» und sich dann gestehen läßt: Wenn das Gesinnung der Seele werden kann, wenn es möglich ist, daß sich die Seele identifizieren könnte mit einem Geständnis, zum Augenblicke zu sagen: «Verweile doch! du bist so schön!», dann müßte sogleich das Geständnis für Faust folgen, daß er würdig wäre, dem Gegner des Erdenmenschentums, dem Mephistopheles, zu verfallen. Was mit der Empfindung, die aus dem Augenblicke quillt, zusammenhängt, hat ja Goethe zum eigentlichen Grundgeheimnis seiner größten Dichtung gemacht. So scheint es, als ob dasjenige, in dem wir leben, der Augenblick, ganz entgegengesetzt wäre dem, was wir als Ewigkeit bezeichnen und wonach die Menschenseele immer wieder und wieder lechzen muß, sich sehnen muß.
[ 2 ] Eternity—we need only entertain a mental image, and we feel it; something resonates within us that is connected to the deepest longings of the human soul, to the highest goal that humanity can name among its aspirations. The moment—a word that constantly reminds us of the very moment in which we actually live, and of the necessity, in this moment in which we live, to seek out that which can give us a glimpse into the land of longing, into eternity. One need only recall that Goethe embedded the deepest mystery of his greatest poetry in his Faust in such a way that he has Faust say to the moment: “Stay a while! You are so beautiful!” and then has him confess: If this can become the soul’s disposition, if it is possible for the soul to identify with a confession, to say to the moment: “Stay a while! You are so beautiful!”, then the confession must immediately follow for Faust that he would be worthy to fall prey to the adversary of earthly humanity, Mephistopheles. What is connected with the feeling that wells up from the moment, Goethe has indeed made the very fundamental mystery of his greatest poetry. Thus it seems as if that in which we live, the moment, were quite the opposite of what we call eternity and for which the human soul must yearn again and again.
[ 3 ] Geisteslicht — soviel wir theosophische Betrachtungen angestellt haben im Laufe der Jahre, wir haben erkannt, daß das Bestreben nach dem Geisteslicht überall das zugrunde liegend hat: den Menschen hinauszuführen aus dem Lebensdunkel. Und wieder können wir etwas aus einer der größten Dichtungen der Menschheitsentwickelung, aus dem «Faust» heraus fühlen: wie ein Dichter, wenn er eine große, in sich umfassende Seele schildern will, nicht umhin kann, sie auch herauskommen zu lassen aus dem Lebensdunkel. Denn, was umwebt Faust im Beginne der Dichtung? Worin ist er ganz verstrickt? Im Lebensdunkel! Und wie oft mußten wir es betonen, daß dieses Lebensdunkel für den Menschen eine so große Kraft und Gewalt hat, daß das Geisteslicht, wenn es ihn in unreifem Zustande trifft, auf ihn so wirken kann, daß es ihn nicht erhellt, daß es ihn blendet, daß es ihn betäubt. So kann es sich nicht nur darum handeln: Wie geht der Weg zum Geisteslicht, wo ist er zu finden? sondern vor allem muß es sich darum handeln: Wie muß der Mensch den Weg der Seele wandeln, der ihn in richtiger Weise zum Geisteslicht führen kann? — Damit sind nur die Linien gezeichnet, die uns in diesen Vorträgen beschäftigen sollen, und wir stehen ja in einer solchen Phase unserer theosophischen Arbeit, daß wir nicht vom Anbeginn an die Dinge zu entwickeln brauchen, sondern vielfach an Bekanntes anknüpfen können.
[ 3 ] Spiritual light—as much as we have engaged in theosophical reflections over the years, we have come to realize that the pursuit of spiritual light is based everywhere on the same fundamental aim: to lead humanity out of the darkness of life. And once again we can sense something from one of the greatest works of literature in human development, from Faust: how a poet, when he wishes to portray a great, all-encompassing soul, cannot help but also bring it out of the darkness of life. For what surrounds Faust at the beginning of the poem? In what is he completely entangled? In the darkness of life! And how often have we had to emphasize that this darkness of life has such great power and force over human beings that the light of the spirit, when it strikes them in an immature state, can affect them in such a way that it does not illuminate them, but rather blinds them and numbs them. Thus, the question cannot merely be: What is the path to the light of the spirit, and where is it to be found? but above all, the question must be: How must a person walk the path of the soul that can lead them correctly to the light of the spirit? — This merely outlines the themes that will occupy us in these lectures, and we are, after all, at such a stage in our theosophical work that we do not need to develop things from the very beginning, but can in many cases build upon what is already known.
[ 4 ] Wenn das Wort Initiation, das sich uns so innig verbündet hat mit den Worten Ewigkeit und Geisteslicht, an uns herandringt, dann werden in der Seele lebendig alle die großen Menschen, welche wir im Laufe der Menschheitsepochen als die Initiierten kennen. Und mit ihnen werden auch diese Menschheitsepochen selber in unserer Seele erweckt, wie sie abgelaufen sind, wie die Menschen in ihnen lebten und wie das Licht aus den Initiationsstätten und von den Initiierten zu den Menschen strömte, um eigentlich das erst möglich zu machen, was die Impulse, die eigentlich treibenden Kräfte der Menschheitsentwickelung zu allen Zeiten gewesen sind. Es würde viel zu weit führen, bei Gelegenheit einer solchen Besprechung immer zurückzuweisen in ausführlicher Weise auf das, was innerhalb der Erdenentwickelung geschehen ist, bevor jene so oft besprochene atlantische Katastrophe über die Erde hereingebrochen ist, welche das Antlitz unserer Erde vollständig verändert hat. Wir bekommen schon eine hinlängliche und ausreichende Vorstellung von dem, was da in Betracht kommt, wenn wir die nachatlantischen Zeiten ins Auge fassen und uns an die eigentümliche Konfiguration des Menschen erinnern, wie sie so verschiedenartig sich ausgeprägt hat im Folgelauf der Zeit.
[ 4 ] When the word “initiation,” which has become so intimately linked in our minds with the words ‘eternity’ and “spiritual light,” comes to us, all those great figures whom we know as the Initiates throughout the ages of human history come alive within our souls. And with them, these epochs of human history themselves are awakened in our soul—how they unfolded, how people lived within them, and how the light flowed from the places of initiation and from the Initiates to the people, in order to actually make possible what the impulses—the driving forces of human development—have been at all times. It would take us far too far afield to refer in detail, on the occasion of such a discussion, to what took place within the course of Earth’s development before that oft-discussed Atlantean catastrophe broke over the Earth, which completely altered the face of our planet. We already gain a sufficient and adequate mental image of what is at stake here when we consider the post-Atlantean epochs and recall the peculiar configuration of the human being, as it has manifested itself in such diverse ways in the course of time.
[ 5 ] Wir lassen unsern Blick zurückschweifen auf die tonangebende Kultur, wie sie sich angeschlossen hat, unmittelbar nachdem das Antlitz der Erde neugestaltet war durch die atlantische Katastrophe, und wir haben so oft mit Ehrfurcht zurückgewiesen auf dasjenige, was damals in der ersten Epoche der nachatlantischen Zeit die großen heiligen Lehrer der Menschheit gebracht haben an derjenigen Erdenstätte, an der später die indische Kultur sich entwickelt hat. Wir haben darauf aufmerksam gemacht, wie nur von unten nach oben aufschauen kann die Seele zu den hehren spirituellen Lehren, die damals durch Menschen-Individualitäten in die Welt gekommen sind, welche noch alle innere Größe in sich trugen derjenigen Menschen, die in der atlantischen Zeit den unmittelbaren Zusammenhang mit den göttlichen, mit den spirituellen Welten gehabt haben, wie das in den späteren Epochen der Menschheit nicht mehr möglich gewesen ist. Wir haben darauf hingewiesen, wie das Erbe der heute nur noch für den Okkultisten zu erreichenden atlantischen Weisheit in der nachatlantischen Form in den uralt heiligen Lehrern der ersten nachatlantischen Kulturperiode gelebt hat, und wir haben darauf hingewiesen, wie das, was damals gelebt hat, wovon es keine Aufzeichnungen gibt außer in dem, was wir die Akasha-Chronik nennen, für den Menschen hinlänglich groß und bedeutend erscheint, wenn ihm die Nachklänge davon entgegenleuchten in der indischen oder überhaupt in der orientalischen Literatur. Die Höhe der Moralität, die Höhe der Spiritualität, die in diesen Schriften als der Nachklang uralter geistiger Lehren enthalten ist, können der gegenwärtigen Menschheit gar nicht einmal — insofern von äußerer Bildung gesprochen wird — voll zum Bewußtsein kommen. Am wenigsten kann das in denjenigen Ländern sein, welche vorbereitet worden sind zu ihrer gegenwärtigen äußeren Kultur durch das, was das Christentum in seinen verschiedenen Formen im Laufe der letzten Jahrhunderte hat leisten können. So fühlte sich die Seele von unten nach oben gerichtet, wenn sie zu all dem Großen, heute nur zu Erahnenden hinaufblickte, das selbst nur noch als ein Nachklang dieser uralten Spiritualität zu uns gekommen ist. Wenn man die Sache so ansieht und sich vor allem dessen bewußt ist, was hier oft erwähnt worden ist, daß die Menschheit erst wieder in der siebenten, in der letzten Epoche der nachatlantischen Zeit — wir stehen jetzt in der fünften — dazu gelangen wird, aus dem Lebensdunkel heraufzuholen das Verständnis für das, was einmal am Ausgangspunkte der nachatlantischen Zeit gelebt hat und die Impulse gegeben hat für die menschheitliche Entwickelung, und wenn man bedenkt, daß die Menschheit wird heranreifen müssen bis zur letzten Epoche, um das in sich wieder zu fühlen und zu erleben, was damals erlebt und gefühlt worden ist, dann bekommt man aber auch ein Gefühl und eine Empfindung dafür, wie hoch das Prinzip der Initiation gewesen sein muß, welche die Impulse gegeben hat zu dieser uralt heiligen spirituellen Kultur der Menschheit. Und dann sehen wir, wie im Laufe der folgenden Epochen die Menschheit — ringend nach anderen geistigen Schätzen, nach anderen Schätzen des Erdendaseins — gleichsam immer weiter und weiter heruntersteigt, wie sie andere Formen annimmt, wie aber je nachdem, was die Zeiten fordern, die großen Initiierten aus der geistigen Welt heraus der Menschheit geben, was sie für ihre Kultur als Impulse für eine bestimmte Epoche nötig hat. Wir sehen dann vor unserem Blick auftauchen die ZarathustraKultur, die ganz andersartig ist, wenn wir sie in ihrem wahren Lichte betrachten, als die Kultur der heiligen Rishis; dann die ägyptischchaldäische Kultur; dann das, was in Griechenland die uralt heiligen Mysterien waren, wovon wir gestern in einem ganz anderen Sinne noch gesprochen haben, sehen überall hereinleuchten das Geisteslicht in das Lebensdunkel, wie es für die verschiedenen Zeiten notwendig ist.
[ 5 ] Let us cast our gaze back to the dominant culture that emerged immediately after the face of the Earth was reshaped by the Atlantean catastrophe, and we have so often looked back with reverence upon what the great holy teachers of humanity brought forth in the first epoch of the post-Atlantean era at that very place on Earth where Indian culture later developed. We have pointed out how the soul can only look up from below to the noble spiritual teachings that came into the world at that time through human individuals who still bore within themselves all the inner greatness of those people who, in the Atlantean era, had a direct connection with the divine, with the spiritual worlds—a connection that was no longer possible in the later epochs of humanity. We have pointed out how the legacy of Atlantean wisdom—now accessible only to the occultist—lived on in its post-Atlantean form in the ancient holy teachers of the first post-Atlantean cultural period, and we have pointed out how what was lived back then—of which there are no records except in what we call the Akashic Records—appears sufficiently great and significant to human beings when its echoes shine forth to them in Indian or, indeed, in all Oriental literature. The height of morality, the height of spirituality contained in these writings as the echo of ancient spiritual teachings cannot even fully come to the consciousness of present-day humanity—insofar as we speak of external education. This is least of all the case in those countries that have been prepared for their present external culture by what Christianity, in its various forms, has been able to achieve over the course of the last few centuries. Thus the soul felt itself directed from below to above when it looked up to all that greatness—which today we can only glimpse—that has come to us merely as an echo of this ancient spirituality. If one views the matter in this way and is above all aware of what has often been mentioned here—that humanity will only again, in the seventh, the final epoch of the post-Atlantean era—we are now in the fifth — will be able to bring up from the darkness of life an understanding of what once lived at the starting point of the post-Atlantean era and provided the impulses for human development, and when one considers that humanity will have to mature until the final epoch in order to feel and experience within itself once more what was experienced and felt back then, then one also gains a sense and a feeling for how lofty the principle of initiation must have been, which provided the impulses for this ancient, sacred spiritual culture of humanity. And then we see how, in the course of the following epochs, humanity—striving for other spiritual treasures, for other treasures of earthly existence—descends, as it were, further and further, how it takes on other forms, yet how, depending on what the times demand, the great Initiates from the spiritual world give humanity what it needs for its culture as impulses for a particular epoch. We then see the Zarathustra culture emerge before our eyes, which is quite different, when we view it in its true light, from the culture of the holy Rishis; then the Egyptian-Chaldean culture; then what in Greece were the ancient sacred mysteries, of which we spoke yesterday in a quite different sense—we see the light of the spirit shining in everywhere into the darkness of life, as is necessary for the various times.
[ 6 ] Wenn wir uns jetzt einmal am Ausgange unserer Betrachtungen fragen: Welche Vorstellungen können wir uns von einem Initiierten bilden — es ist ja selbstverständlich, daß von einem so umfassenden Begriff namentlich im Beginne des Vortragszyklus zunächst nur Annäherungsbegriffe gegeben werden können, wir werden dann immer tiefer und tiefer in das Wesen der Initiation eindringen können —, so wird es zunächst notwendig sein, daß wir mancherlei von dem zusammennehmen, was wir bereits auf theosophischem Felde gehört haben. Machen wir uns klar, daß zur völligen Initiation notwendig ist, daß der Mensch innerhalb seines physischen Leibes die Welt nicht so betrachtet, daß er durch seine Augen und die anderen Sinnesorgane die Welt um sich herum wahrnimmt oder durch seinen an das Gehirn gebundenen Verstand und durch das, was er seinen Orientierungssinn nennen kann, diese Welt oder irgendeine Welt, die ihn umgibt, sieht. Daß der Mensch sich auch nicht über diese Welten, wie es gewöhnlich der Fall ist, seine Begriffe bildet, sondern daß er in die Lage gekommen ist, durch das, was man nennen kann «außerhalb seines physischen Leibes Welten wahrzunehmen», in seinem Seelensein etwas zu haben, was ein übersinnlicher, ein geistiger Leib genannt werden mag, der in sich solche Wahrnehmungsorgane — aber höherer Art — hat, wie der physische Leib die Augen, die Ohren und die übrigen Wahrnehmungs- und Verstandesorgane hat. Welten sehen, ohne sich der Organe des physischen Leibes zu bedienen, das ist das, was man als eine zunächst nicht vielsagende, aber in ihrer Trockenheit zutreffende Definition des Initiierten geben kann. Und die großen Initiierten, welche die bedeutsamen Kulturimpulse im Folgelauf der Zeiten den Menschen gegeben haben, sie haben diese Unabhängigkeit vom Sinnenleibe und dieses Gebrauchen eines ganz anderen Leibes eben in einem höchsten Maße erreicht. Ich möchte nicht in Abstraktionen viel sprechen, ich möchte möglichst auch zur Exemplifizierung Konkretes anführen, möchte also heute als ein Beispiel für ein solches Leben außerhalb des Sinnenleibes in einer höheren, der Seele zugehörigen Organisation das Folgende anführen.
[ 6 ] Now that we have reached the end of our reflections, let us ask ourselves: What mental images can we form of an Initiate—it goes without saying that, especially at the beginning of this lecture series, only approximate concepts can be offered for such a comprehensive term; we will then be able to penetrate ever deeper and deeper into the essence of Initiation—it will first be necessary for us to bring together various elements of what we have already heard in the field of Theosophy. Let us make it clear that for complete initiation it is necessary that the human being, within his physical body, does not view the world in such a way that he perceives the world around him through his eyes and the other sense organs, or sees this world—or any world surrounding him—through his intellect, which is bound to the brain, and through what he might call his sense of orientation. That the human being does not form concepts of these worlds as is usually the case, but that he has come to be in a position, through what may be called “perceiving worlds outside his physical body,” to possess within his soul something that may be called a supersensible, a spiritual body, which has within itself such organs of perception—but of a higher kind—as the physical body has the eyes, the ears, and the other organs of perception and understanding. To see worlds without making use of the organs of the physical body—that is what can be given as a definition of the initiate that may not seem very meaningful at first glance but is accurate in its dryness. And the great initiates, who have given humanity significant cultural impulses in the course of time, have attained this independence from the sensory body and this use of a completely different body to the highest degree. I do not wish to speak much in abstractions; I would also like to cite concrete examples wherever possible. Therefore, today I would like to cite the following as an example of such a life outside the sensory body, within a higher organization belonging to the soul.
[ 7 ] Wenn derjenige, der auch nur einige Schritte auf dem Wege zur Initiation gemacht hat, sich durch Selbstbesinnung klarmacht, was er eigentlich in sich und an sich erlebt, so kann er sich etwa das Folgende sagen: Zu dem ersten, was ich an mir erfahre, gehört, daß ich außer meinem sinnlichen, fleischlichen Leibe in mir habe einen feineren, nennen wir ihn ätherischen Leib, den wir so mit uns herumtragen, wie wir den physischen Leib im Erdensein herumtragen. Wer die ersten Schritte zur Initiation hinauf macht, erlebt das zunächst so, daß er sich darin erfühlt, daß er dieses Erfühlen wahrnimmt, wie er auf anderer Stufe fühlt, was in seinem Blutsystem, in seinem Nervensystem lebt, oder was ersteht auf dem Boden seines Muskelsystems. Dieses innere Fühlen und Erleben ist ja da und das kann auch für den ätherischen Leib da sein. Insbesondere ist es dann nützlich für den Menschen, der auf den ersten Schritten zur Initiation ist, den besonderen Unterschied oder, man könnte auch sagen, die Beziehung zwischen dem Sich-Erfühlen, dem Sich-Erleben in dem elementarischen oder ätherischen Leibe und in dem physischen Leibe kennenzulernen. Man erlebt sich also in dem elementarischen Leibe, wie man weiß, daß man sein Blut, seinen Herzschlag oder seinen Pulsschlag in sich hat. Um sich das klarzumachen, kann man diesen elementarischen Leib in Zusammenhang betrachten mit dem physischen Leibe, in den man ja mehr hineingewöhnt ist als in das, was man sich erst erringt auf dieser geistigen Wanderschaft. Man kann sich sagen: In dem elementarischen Leibe hast du einen Teil, der entspricht dem physischen Gehirn, alledem, was deinen Kopf ausmacht. Der Kopf, das Gehirn ist gleichsam herauskristallisiert aus dem ätherischen Leibe und in demselben so darin, daß man es vergleichen könnte mit einer Wassermenge und einem Stück Eis, das darin schwimmt, wenn man das Wasser mit dem ätherischen Leibe vergleichen wollte und das Eis mit dem aus dem ätherischen Leibe herauskristallisierten physischen Leibe. Aber man fühlt, man erlebt, daß ein inniger Zusammenhang ist zwischen dem, was man den Ätherteil des Kopfes oder des Gehirns nennen kann, und dem physischen Kopfe selber. Man weiß dann, wie man seine Gedanken schafft, wie man seine Erinnerungsbilder bildet innerhalb des ätherischen Leibes und wie das physische Gehirn nur gleichsam ein Spiegelungsapparat ist, weiß aber auch, wie das Gehirn eng zusammenhängend ist mit dem ätherischen Leibe. Insbesondere kann man das dann erleben, wenn man sich recht stark beschäftigen muß mit Anstrengungen, die zusammenhängen mit dem physischen Plan, mit dem physischen Sein, wenn man viel nachdenken muß über die Dinge, wenn man also seinen physischen Leib anstrengen muß, daß er heraufholt aus den Tiefen des Lebens die Erinnerungsvorstellungen, um sie zusammenzuhalten. An einem solchen Vorgange ist immer zunächst, gleichgültig, ob man es weiß oder nicht, der ätherische Leib beteiligt. Aber es ist das physische Gehirn innig damit verbunden, und wenn man das physische Gehirn ermüdet, merkt man sehr, sehr die Ermüdung des Gehirns in dem betreffenden Ätherteile. Man merkt dann, daß man in dem, was man als elementarischen Gehirnteil erlebt, etwas wie einen Klotz, wie einen Fremdkörper hat, daß man nicht mehr herankann an das, woran man herankommen muß, denn die Beweglichkeit im physischen Gehirn ist etwas, was parallel gehen muß der Beweglichkeit im ätherischen Leibe. Man kann dann das deutliche Gefühl haben: Dein Ätherleib ermüdet auch nicht, er könnte bis in alle Ewigkeit fort die Gedankenbilder zusammenschließen und heraufholen dasjenige, was du weißt; aber um es in der physischen Welt zum Ausdruck zu bringen, muß es sich spiegeln, und da versagt das Gehirn. — Der elementarische Leib ermüdet nicht. Gerade weil er immerfort tätig sein kann, verspürt er die Ermüdung des Gehirns um so mehr. Man merkt gleichsam, was da das Gehirn an versagenden Kräften produziert. Und wenn es einschläft und in die Dumpfheit der Ermüdung verfällt, kann man sich sagen: Jetzt mußt du aufhören, sonst würdest du dich krank machen. — Man kann nicht den Ätherleib abnutzen. Aber auf dem Umwege, daß man dem Gehirn übermäßige Dinge zumutet, kann man fortfahren, es noch weiter zu ermüden und es so in einen lebenversagenden, toten Zustand bringen. Und das verträgt ein lebendiger Organismus nicht, daß etwas, was mit ihm in einem normalen Zusammenhange sein soll, partiell tot ist, daß es in einen abnormen Zustand kommt. Also man muß sich aus einem freien Entschluß sagen: Damit du nicht etwa abtötest einen Teil deines Gehirns, der dann von sich aus weiterfrißt, mußt du aufhören, wenn du dein Gehirn als ein Stück Fremdkörper in dir selbst empfindest.
[ 7 ] When someone who has taken even a few steps on the path to initiation reflects on what they are actually experiencing within themselves and in themselves, they might say something like the following: One of the first things I experience within myself is that, in addition to my sensory, physical body, I possess a finer body—let us call it the etheric body—which we carry with us just as we carry the physical body in our earthly existence. Those taking the first steps toward initiation initially experience this by sensing within themselves that they perceive this inner sensation—just as they feel on another level what lives in their blood system, in their nervous system, or what arises from their muscular system. This inner feeling and experience is indeed present, and it can also be present for the etheric body. In particular, it is then useful for the person who is taking the first steps toward initiation to become acquainted with the specific difference—or, one might also say, the relationship—between sensing oneself and experiencing oneself in the elemental or etheric body and in the physical body. One thus experiences oneself in the elemental body in the same way that one knows one has one’s blood, one’s heartbeat, or one’s pulse within oneself. To make this clear to oneself, one can view this elemental body in relation to the physical body, to which one is, after all, more accustomed than to what one first attains on this spiritual journey. One can say to oneself: In the elemental body, you have a part that corresponds to the physical brain, to everything that constitutes your head. The head, the brain, has, as it were, crystallized out of the etheric body and is situated within it in such a way that one could compare it to a body of water and a piece of ice floating in it, if one were to compare the water to the etheric body and the ice to the physical body crystallized out of the etheric body. But one feels, one experiences, that there is an intimate connection between what one might call the etheric part of the head or the brain, and the physical head itself. One then knows how one creates one’s thoughts, how one forms one’s memory images within the etheric body, and how the physical brain is, as it were, merely a mirroring apparatus; yet one also knows how closely the brain is connected to the etheric body. One can experience this particularly when one has to engage quite intensely in efforts connected with the physical plane, with physical existence; when one has to think a great deal about things; that is, when one has to strain one’s physical body so that it brings up from the depths of life the images of memory in order to hold them together. In such a process, the etheric body is always involved from the outset, regardless of whether one is aware of it or not. But the physical brain is intimately connected with it, and when one tires the physical brain, one notices very, very clearly the fatigue of the brain in the corresponding etheric part. One then notices that in what one experiences as the elemental part of the brain, there is something like a block, like a foreign body, that one can no longer reach what one must reach, for the mobility in the physical brain is something that must go hand in hand with the mobility in the etheric body. One can then have the distinct feeling: Your etheric body does not tire either; it could go on forever, bringing together the thought-images and retrieving what you know; but in order to express it in the physical world, it must be reflected, and that is where the brain fails. — The elemental body does not tire. Precisely because it can be active all the time, it feels the brain’s fatigue all the more keenly. One notices, as it were, what the brain produces in terms of failing powers. And when it falls asleep and sinks into the dullness of fatigue, one can say to oneself: Now you must stop, otherwise you would make yourself ill. — One cannot wear out the etheric body. But by the roundabout means of imposing excessive demands on the brain, one can continue to tire it out even further and thus bring it into a life-failing, dead state. And a living organism cannot tolerate that something which is supposed to be in a normal relationship with it is partially dead, that it enters an abnormal state. So one must decide of one’s own free will: so that you do not kill off a part of your brain, which will then continue to devour itself, you must stop when you perceive your brain as a foreign body within yourself.
[ 8 ] So ist das Erleben, wenn man das Verhältnis aufsucht zwischen demjenigen, was im menschlichen elementarischen oder ätherischen Leibe entspricht dem Gehirn oder dem Kopfe, und dem physischen Gehirn oder physischen Kopfe selber. Da ist ein inniger Zusammenhang. Es verläuft das äußere Sinnensein in der Tat so, daß es unmöglich ist, den Parallelismus zwischen beiden in übergroßem Maße zu durchbrechen. Man möchte sagen, wenn man dieses Verhältnis ausdrücken will: In unserm Kopfe, namentlich in unserm Gehirn haben wir einen recht treuen Ausdruck der Ätherkräfte, haben wir etwas, was in seiner äußeren Erscheinung und in seinen äußeren Funktionen wirklich ein treues Abbild ist der Funktionen und der Vorgänge in dem entsprechenden Ätherteil.
[ 8 ] This is what one experiences when one seeks the relationship between that part of the human elemental or etheric body which corresponds to the brain or the head, and the physical brain or physical head itself. There is an intimate connection. The outer sensory life actually proceeds in such a way that it is impossible to break the parallelism between the two to any great extent. One might say, when attempting to express this relationship: In our head, specifically in our brain, we have a quite faithful expression of the etheric forces; we have something that, in its outward appearance and in its outward functions, is truly a faithful reflection of the functions and processes in the corresponding part of the ether.
[ 9 ] Anders ist das für andere Organe des menschlichen elementarischen oder ätherischen Leibes und die entsprechenden physisch-sinnlichen Organe. Da sind die Dinge ganz anders. Ich will ein Beispiel anführen. Nehmen wir einmal die Hände. Geradeso wie dem Kopf oder dem Gehirn ein Ätherteil, ein elementarischer Teil in dem elementarischen Leibe entspricht, so entsprechen auch den Händen elementarische, ätherische Vorgänge des menschlichen Ätherleibes. Aber zwischen den äußeren physischen Händen und ihren Aufgaben und dem, was eigentlich dem zugrunde liegt in dem entsprechenden elementarischen oder ätherischen Teil, ist ein viel größerer Unterschied als zwischen dem physischen Kopfe und dem entsprechenden Teile in dem menschlichen elementarischen Leibe. Was die Hände tun, ist viel mehr bloß in der Sinneswelt verlaufend, ist viel mehr bloß eine sinnliche Verrichtung, und was die dazugehörigen elementarischen oder ätherischen Organe tun, findet nur zum allergeringsten Teile in dem, was physisch in den Händen zum Ausdruck kommt, seine Offenbarung. Ich muß, wie man das oftmals muß, um die entsprechenden Tatsachen zu charakterisieren, allerdings Dinge sagen, die für ein physisches Empfinden und für ein InWorte-Fassen von physischen Beobachtungen grotesk und paradox erscheinen, die aber doch dem Tatbestand, der hier zugrunde liegt, völlig entsprechen und die jeder, der etwas über die Dinge weiß, unmittelbar so empfinden wird, wie ich es auszusprechen habe. Den physischen Händen entsprechen elementarische Teile. Aber abgesehen davon, daß in den Händen, in den Bewegungen das zum Ausdruck kommt, was dem elementarischen Teile entspricht, sind diese ätherischen Organe innerhalb des Ätherleibes wahrhaftige Geistorgane. Ein höheres, viel intuitiveres, geistigeres Tun wird verrichtet in den Organen, die in den Händen und ihren Funktionen zum Ausdruck kommen, als durch das Äthergehirn. Wer auf diesem Gebiete Fortschritte gemacht hat, wird sagen: Ja, das Gehirn, auch das ätherisch zugrunde liegende, ist eigentlich das ungeschickteste geistige Organ, das der Mensch an sich trägt. Denn sobald man sich betätigt in dem elementarischen Teile des Gehirns, hat man verhältnismäßig sehr bald diesen Fremdkörper des Gehirns zu spüren. Diejenigen geistigen Verrichtungen aber, die gebunden sind an die Organe, die den Händen zugrunde liegen und einen unvollkommenen Ausdruck in den Händen und ihren Funktionen gewinnen, dienen zu weit höherem, geistigerem Erkennen und Beobachten; diese Organe führen schon in übersinnliche Welten und können sich beschäftigen mit der Wahrnehmung und mit der Orientierung in den übersinnlichen Welten. Drückt man als geistiger Schauer einen solchen Tatbestand aus, so muß man — etwas paradox, aber eben zutreffend — sagen: Das menschliche Gehirn ist das ungeschickteste Organ als Forschungsorgan für die geistige Welt, und die Hände — was ihnen geistig zugrunde liegt — sind viel interessantere, viel bedeutungsvollere Organe für die Erkenntnis dieser Welt, vor allen Dingen viel geschicktere Organe als das Gehirn. Auf dem Wege zur Initiation lernt man gar nicht sonderlich viel, wenn man von dem Gebrauch des Gehirnes zum freien Gebrauch des elementarischen Gehirnes vordringt. Der Unterschied ist nicht besonders groß zwischen dem, was man erreicht durch ein geläutertes intuitives Gehirndenken und durch ein reguläres geistiges Erarbeiten in dem elementarischen geistigen Ebenbild des Gehirns. Aber ins Große wächst der Unterschied zwischen dem, was in der Welt die Hände verrichten, und dem, was mit demjenigen elementarischen Teile zu verrichten ist, der ebenso geistig zugrunde liegt den Händen wie das ätherische Gehirn dem physischen. Und nicht viel braucht man auszubilden auf dem Wege zur Initiation in bezug auf das, was dem Gehirn entspricht, denn das ist kein besonders wichtiges Organ. Aber was den Händen zugrunde liegt, das hängt zusammen — wie Sie es beschrieben finden in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» mit der Tätigkeit der Lotosblume in der Herzgegend, die aber dann ihre Kraftstrahlen so ausstrahlt, daß sie die Organisation bilden, welche in unvollkommener Weise auf der Stufe, auf welcher der Mensch als physischer Mensch steht, in den Händen und ihren Funktionen dasteht. Wenn man zu einer solchen Sache aufrückt und sich eine Vorstellung machen kann von dem großen Unterschied, der besteht zwischen dem bloßen Gebrauch der physischen Hände und demjenigen, was man sich erarbeitet in bezug auf eine übersinnliche Welt durch die viel geschickteren elementarischen Organe, welche den Händen zugrunde liegen, als es die elementarischen Organe des Gehirnes sind, dann bekommt man einen lebendigen Begriff von dem Sich-Hineinleben in die Initiation, von dem Reicherwerden des Menschen. Man wird nicht dadurch erheblich reicher, daß man fühlt: Dein Hirn will ausstrahlen und fühlen den Ätherteil des Gehirns. Das ist der Fall, aber es ist nicht das eigentlich tonangebende, bedeutsame Erleben. Das bedeutsame Erleben beginnt damit, daß man auch andere Partien sich ausdehnen und einen Zusammenhang mit der Welt sich erschaffen fühlt. Und wenn das auch paradox ist, so ist es doch so, daß man sagen kann: Das ungeschickteste Organ zum geistigen Forschen ist das Gehirn, denn es ist das am wenigsten ausbildungsfähige. Dagegen eröffnen sich ganz andere Perspektiven, wenn man die anderen scheinbar untergeordneten Organe berücksiichtigt.
[ 9 ] The situation is different for other organs of the human elemental or etheric body and the corresponding physical-sensory organs. There, things are quite different. Let me give an example. Let us take the hands, for instance. Just as the head or the brain corresponds to an etheric part, an elemental part in the elemental body, so too do the hands correspond to elemental, etheric processes in the human etheric body. But there is a much greater difference between the external physical hands and their tasks and what actually underlies them in the corresponding elemental or etheric part than there is between the physical head and the corresponding part in the human elemental body. What the hands do takes place much more merely within the sensory world; it is much more merely a sensory activity, and what the corresponding elemental or etheric organs do finds its manifestation only to the very slightest degree in what is physically expressed in the hands. I must, as one often must to characterize the relevant facts, say things that appear grotesque and paradoxical to physical perception and to the verbal expression of physical observations, but which nevertheless fully correspond to the underlying reality and which anyone who knows anything about these matters will immediately perceive just as I must express it. The physical hands correspond to elemental parts. But apart from the fact that what corresponds to the elemental parts is expressed in the hands and in their movements, these etheric organs within the etheric body are true spiritual organs. A higher, far more intuitive, and spiritual activity is carried out in the organs expressed through the hands and their functions than through the etheric brain. Anyone who has made progress in this field will say: Yes, the brain, including the etheric one underlying it, is actually the clumsiest spiritual organ that a human being carries within themselves. For as soon as one engages in activity within the elemental part of the brain, one feels this foreign body of the brain relatively very soon. But those spiritual activities that are bound to the organs underlying the hands and find an imperfect expression in the hands and their functions serve a far higher, more spiritual form of cognition and observation; these organs already lead into supersensible worlds and can engage in perception and orientation within those supersensible worlds. If one were to express such a fact as a spiritual shudder, one must say—somewhat paradoxically, but accurately—that the human brain is the clumsiest organ for exploring the spiritual world, and the hands—what underlies them spiritually—are far more interesting, far more significant organs for the knowledge of this world, and above all, far more dexterous organs than the brain. On the path to initiation, one does not learn particularly much when one progresses from the use of the brain to the free use of the elemental brain. The difference is not particularly great between what one achieves through purified intuitive brain thinking and through regular spiritual work in the elemental spiritual counterpart of the brain. But the difference grows vast between what the hands accomplish in the world and what is to be accomplished with that elemental part which underlies the hands spiritually just as the etheric brain underlies the physical. And one does not need to train much on the path to initiation with regard to what corresponds to the brain, for that is not a particularly important organ. But what underlies the hands is connected—as you will find described in How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?—with the activity of the lotus flower in the region of the heart, which then radiates its rays of power in such a way that they form the organization that, in an imperfect manner at the stage on which the human being stands as a physical human being, is present in the hands and their functions. When one rises to such a level and can form a mental image of the great difference that exists between the mere use of the physical hands and that which one acquires in relation to a supersensible world through the far more dexterous elemental organs underlying the hands than are the elemental organs of the brain, then one gains a vivid sense of what it means to immerse oneself in initiation, of the enrichment of the human being. One does not become significantly richer by feeling: ‘Your brain wants to radiate’ and sensing the etheric part of the brain. That is the case, but it is not the truly defining, significant experience. The significant experience begins with feeling that other parts are also expanding and creating a connection with the world. And while this may seem paradoxical, it is nevertheless true that one can say: The least suitable organ for spiritual research is the brain, for it is the least capable of being trained. In contrast, entirely different perspectives open up when one takes into account the other, seemingly subordinate organs.
[ 10 ] So findet eine völlige Umwandlung mit dem statt, was der Mensch in sich erlebt, wenn er aufsteigt die ersten Schritte hinauf zu den Höhen der Initiation, und notwendig ist es, daß man sich zum Bewußtsein bringt, daß man dieses als innere Umwandlung der menschlichen Persönlichkeit so erfaßt, wie sonst auch das Prinzip der Entwickelung in der Welt ist, so daß das eine in das andere übergeht und man — wenn es vielleicht auch nicht ganz sachgemäß ist das Spätere das Vollkommenere gegenüber dem Früheren nennt. Wenn man an dem Gang der Entwickelung sich klarmacht, wie das eine ins andere sich verwandelt, wie der Keim der Pflanze sich umwandelt und zu Blättern, Blüte und Frucht wird, dann kann man sich sagen: Die menschliche Persönlichkeit findet auch so etwas, was sie ist und was sie werden kann, durch die Mittel, die angegeben sind in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und die die ersten Anfänge zu dem sind, was dann auch in die höchsten Regionen der Initiation hinaufführt. Es ist gut — und Sie werden sehen, daß es gut ist —, sich so eine lebendige Vorstellung davon hervorzurufen, wie die Menschen, die im Spirituellen Führer sein sollen im Folgelauf der Zeiten, sich innerlich umwandeln, wie das, was erst veranlagt ist im Menschen und sich so unvollkommen zeigt wie die Hände gegenüber den anderen Organen, sich verwandelt, was der Mensch äußerlich nicht bemerkt; dafür wird er aber innerlich um so bedeutungsvoller ein anderer. Daß so in der Welt etwas enthalten ist, wie es vorhanden ist für den, der etwa blind ist und nicht sehen kann, was man sonst mit den Augen sieht, was erst in Erscheinung tritt, wenn das Auge da ist, so ist die Welt des Spirituellen um uns herum vorhanden. Aber wir müssen ihr entgegenbringen, was wir selbst ihr entgegenbringen können, damit uns das entgegenkommt, was spirituell in der Welt enthalten ist.
[ 10 ] Thus, a complete transformation takes place in what a person experiences within themselves as they take the first steps toward the heights of initiation, and it is necessary to bring oneself to the realization that one grasps this as an inner transformation of the human personality, just as the principle of development in the world otherwise is, so that one thing passes into the other and one—even if it may not be entirely accurate to call the later, the more perfect, in contrast to the earlier. If, in the course of development, one realizes how one thing transforms into another, how the seed of a plant transforms and becomes leaves, blossoms, and fruit, then one can say to oneself: The human personality also finds what it is and what it can become through the means described in How to Attain Knowledge of the Higher Worlds, which are the first steps toward what then leads up to the highest regions of initiation. It is good—and you will see that it is good—to evoke such a vivid mental image of how the people who are to be spiritual guides in the course of time transform themselves inwardly, how that which is initially latent in the human being and appears as imperfect as the hands are compared to the other organs is transformed—a process the human being does not notice outwardly; but inwardly, he becomes all the more significantly different. Just as there is something in the world that exists for someone who is blind and cannot see what one otherwise sees with the eyes—something that only comes into view when the eye is present—so the world of the spiritual exists around us. But we must offer it what we ourselves can offer, so that what is spiritually contained in the world may meet us.
[ 11 ] Innerhalb der verschiedenen Menschheitsepochen muß nun einströmen in den Gang der Entwickelung als Impulse das, was so gegeben werden kann durch ein Sich-Hineinleben in die geistigen Welten. Das lag immer dem zugrunde, was von den Mysterien, von den Initiationsstätten ausgegangen ist. Man stellt sich richtig den Gang der Menschheitsentwickelung vor, wenn man sich hinter dem, was äußerlich wahrnehmbar ist, als die eigentlich treibenden Kräfte und Individualitäten die großen Initiierten vorstellt. Wie der Zusammenhang ist zwischen dem, was diese großen Initiierten zu tun haben, und dem, was dann äußerlich in der Welt geschieht, das ist vielfach erst durch Theosophie oder Okkultismus überhaupt durchschaubar. Für das äußere, rein geschichtliche, rein gelehrte Erkennen ist es so, daß man eigentlich nur sieht: Da verläuft die Menschheitsgeschichte, da verläuft die Menschheitsentwickelung. Aber man sieht nicht die treibenden Kräfte, die dahinter sind. So verfolgt man in der äußeren Geschichte wie eine Kette von Erscheinungen, bei der sich Glied an Glied anreiht, was äußerlich aufeinander folgt. Daß aber an einer gewissen Stelle der Kette Einschläge aus einer ganz anderen Welt kommen, auf dem Umwege der Initiation kommen, das ist das, was wir — aus Gründen, die auch schon erörtert worden sind — durch die theosophische Erkenntnis in uns aufnehmen können. So erblicken wir theosophisch gerade das Innerlichste in dem Folgelauf der Zeiten, dasjenige, was dann doch auch für die ganze Signatur, für den ganzen Charakter der Entwickelung am meisten zugrunde liegt. So empfinden wir die Religionen, die Vielgestaltigkeit der religiösen Entwickelung als einen Ausfluß der Initiierten, empfinden, wie die Impulse aus den Initiations- und Mysterienstätten herausfließend in das allgemeine Leben der Menschheit übergehen.
[ 11 ] Within the various epochs of human history, what can be gained through immersing oneself in the spiritual worlds must now flow into the course of development as impulses. This has always been the foundation of what emanated from the mysteries and the places of initiation. One correctly conceives of the course of human development when, behind what is outwardly perceptible, one has in one's mental image the great Initiates as the actual driving forces and individualities. The connection between what these great Initiates have to do and what then happens outwardly in the world is often only comprehensible through Theosophy or Occultism. For external, purely historical, purely scholarly understanding, one actually sees only this: here runs the history of humanity, here runs the development of humanity. But one does not see the driving forces behind it. Thus, in external history, one follows a chain of phenomena in which one link follows another in outward succession. But the fact that at a certain point in the chain, influences from a completely different world come in—via the detour of initiation—is what we can take in through theosophical knowledge, for reasons that have already been discussed. Thus, theosophically, we perceive precisely the innermost aspect of the course of time—that which ultimately underlies the entire signature, the entire character of evolution. Thus we perceive the religions, the diversity of religious development, as an outflow from the Initiates; we perceive how the impulses, flowing out from the places of initiation and mystery, pass into the general life of humanity.
[ 12 ] Wer die Entwickelung der Menschheit so betrachtet, der kommt ganz selbstverständlich — und beim wahren Okkultismus war das immer der Fall — nicht zu einer irgendwie gearteten, von vornherein angenommenen Bevorzugung der einen Religion vor der anderen. Es gehört zu den allerersten Erfordernissen der Initiation, alle jene Vorurteile, alle jene Vorempfindungen und Vorgefühle abzustreifen, welche in der Menschenseele dadurch erwachsen, daß sie in irgendein Religionssystem, in irgendeine Religionsgemeinschaft hineininkarniert ist. Sorgfältig muß die Selbsterziehung darüber wachen, daß nichts mehr in der Seele sitzt, was der einen Religion den Vorzug geben könnte vor der anderen. Mit völliger Unbefangenheit muß gegenübergestanden werden dem, was Inhalt der verschiedenen Religionen ist, die im Laufe der Menschheitsentwickelung durch die Initiation als Impulse in die Entwickelung hineingestellt worden sind. Sobald man eine Vorliebe hat für die eine oder andere Form, bildet sich sogleich etwas wie ein astralischer Nebel, durch den man keinen freien Ausblick haben kann. Wer noch aus der ja für das gewöhnliche Leben selbstverständlichen Zuneigung eine vorurteilsvolle Bevorzugung der einen Religion in der Seele hat, der wird ganz gewiß nicht die anderen Religionen verstehen können, denn er wird in sich fühlen, wenn er auch nichts davon weiß, das Vorherrschen des einen Teiles der Initiationsinhalte und wird nicht zu einer vorurteilsfreien Erkenntnis des anderen Teiles kommen. So ist es für eine okkulte Betrachtung ganz selbstverständlich, in unbefangener Weise allen verschiedenen Ausflüssen und Impulsen aus den Initiationen gegenüberzustehen. So wenig wie jemand, der eine Pflanze betrachtet und der Blüte den Vorzug vor der Wurzel gibt, sich ein objektives Urteil über den ganzen Bau der Pflanze schaffen kann, so wenig kann derjenige ein richtiges Urteil gewinnen, der die Religionen nicht in völlig gleicher Unbefangenheit betrachten kann.
[ 12 ] Anyone who views the development of humanity in this way naturally—and this has always been the case in true occultism—does not arrive at any kind of preconceived preference for one religion over another. One of the very first requirements of initiation is to shed all those prejudices, all those preconceptions and pre-feelings that arise in the human soul as a result of its incarnation into a particular religious system or religious community. Self-education must carefully ensure that nothing remains in the soul that could give one religion preference over another. One must approach with complete impartiality the content of the various religions that, in the course of human development, have been introduced into the process of evolution through initiation as impulses. As soon as one has a preference for one form or another, something like an astral mist immediately forms, through which one cannot have a clear view. Anyone who, out of the affection that is indeed natural in ordinary life, harbors a prejudiced preference for one religion in their soul will certainly not be able to understand the other religions, for they will feel within themselves—even if they know nothing of it—the predominance of one aspect of the initiatory content and will not arrive at an unbiased understanding of the other aspect. Thus, for an occult perspective, it is entirely natural to approach all the various manifestations and impulses arising from the initiations with an open mind. Just as someone who observes a plant and prefers the flower to the root cannot form an objective judgment about the plant’s entire structure, so too can no one arrive at a correct judgment who cannot view religions with completely equal impartiality.
[ 13 ] Wir werden über die Anforderungen, welche die menschliche Seele an sich stellen muß, wenn sie die ersten Schritte zur Initiation macht, gerade in diesen Vorträgen sprechen. Zunächst wollte ich ein Gefühl dafür hervorrufen, wie die Initiation zum Leben steht und namentlich wie die verschiedenen Initiationsstätten und Initiationsimpulse zu der fortlaufenden Menschheitsentwickelung besonders in der nachatlantischen Zeit stehen.
[ 13 ] In these lectures, we will discuss the demands that the human soul must place upon itself as it takes its first steps toward initiation. First, I wanted to give you a sense of how initiation relates to life, and specifically how the various places of initiation and initiatory impulses relate to the ongoing development of humanity, particularly in the post-Atlantean era.
[ 14 ] Nun aber erlebt eine okkulte Forschung, wenn sie diesen Gang der Menschheitsentwickelung durchmacht, etwas höchst Eigentümliches, was man nur im richtigen Maße verstehen, einschätzen wird, wenn solche Worte ehrlich und aufrichtig verstanden werden, wie sie eben ausgesprochen worden sind von der Gleichbedeutung der Religionen. Wenn solche Worte zur Selbstverständlichkeit geworden sind, dann erlebt man etwas ganz Eigentümliches, was uns gerade in diesen Vorträgen immer klarer und klarer werden soll.
[ 14 ] But now, as occult research undergoes this phase of human development, it experiences something most peculiar, which can only be properly understood and appreciated if such words are taken honestly and sincerely, just as they have just been spoken regarding the equivalence of religions. Once such words have become self-evident, one experiences something quite peculiar, which is to become ever clearer to us, especially in these lectures.
[ 15 ] Man richte den Blick auf die die Menschheit im Laufe der Zeiten erleuchtenden Initiierten hin. Der Mensch, der zunächst in der Sinneswelt steht, kann, hinblickend auf die Initüerten, wenn sie als historische Gestalten überliefert sind, sich sagen: Das sind die großen Gestalten der Weltgeschichte. Wo es wichtig war, hat die Historie dafür gesorgt, daß man möglichst wenig von diesen Gestalten weiß. Nun mag es wieder paradox erscheinen, wenn gesagt wird: es ist ungeheuer gut, daß die Menschheit so wenig zum Beispiel von Homer weiß, denn dadurch kann die äußere Blüte der Gelehrsamkeit das Bild des Homer doch nicht so entstellen, wie dies bei den anderen Persönlichkeiten der Fall sein kann. Bei Goethe wird das erst einmal der Fall sein, wenn er — was man ja so recht herbeisehnen kann eine so unbekannte Persönlichkeit sein wird, wie es jetzt Homer ist. Die Menschenseele kann in der äußeren Welt hinschauen auf diese Gestalten und sieht dann, was diese in der äußeren Welt getan haben. Dann kann der Mensch selber die ersten Schritte zur Initiation machen und so vorgehen, daß er auf die großen Gestalten der Initiation — einen Buddha oder einen Zarathustra — den Blick hinrichtet, sich erinnert, was ihm Buddha oder Zarathustra war in der Sinneswelt, was er dort für einen Eindruck von diesen Menschheits-Individualitäten empfangen hat, und kann sich dann fragen, wenn auf dem Wege zur Initiation einiges von dem Geisteslicht in ihn hereingebrochen ist: Wie erscheint mir jetzt Buddha, wie erscheint mir jetzt Zarathustra? — Er wird sich dann sagen: Jetzt erkenne ich mehr von Buddha, von Zarathustra; ich weiß etwas, was ich noch nicht wissen konnte, als ich in der Sinneswelt stand. — Dann kann sich der Mensch noch weiterentwickeln, und es kommt dann die Stufe, auf welcher er noch besser einsehen wird, was diese Erscheinungen als geistige Wesenheiten sind. Einen Buddha, einen Zarathustra wird man immer mehr und mehr erkennen, je mehr man sich selbst in das Geisteslicht hineinlebt, bis dann eine gewisse Grenze kommt, wo das abbricht. Es ist das eine geheimnisvolle Erscheinung, auf die aber jetzt nicht eingegangen zu werden braucht. Es genügt, wenn gesagt wird: wenn es gegen die höheren Welten zu geht, kann das abbrechen. So ist es gegenüber allen Initiierten, die uns in der Weltentwickelung entgegentreten. Es kann leicht der noch nicht sehr weit fortgeschrittene Geist-Erkenner über diese Verhältnisse sich täuschen; das macht nicht viel aus. Denn es kann vorkommen, daß irgendeine Menschen-Individualität, die in der Vorzeit als geistiger Schauer sehr hoch gestanden hat, später wieder verkörpert ist und scheinbar heruntergestiegen ist von ihrer früheren geistigen Höhe. Die wahre Tatsache ist nur die, daß innerhalb der Menschheitsentwickelung Dinge zu verrichten sind, wo solche, die schon Initiierte waren, hineinverkörpert sind als Uninitiierte, um Taten zu verrichten, für die sie durch die Zeitverhältnisse nötig sind, so daß die Initiation, die sich für eine oder mehrere Inkarnationen verbirgt, hineinwirken muß in eine gewisse Arbeitsweise. Da können dann über solche Individualitäten, wie sie uns da oder dort in ihrem äußeren Lebenslauf entgegentreten, um selbst ihren Weg zu machen, sehr leicht Täuschungen entstehen, und man kann sich über sie ganz falsche Vorstellungen machen. Die werden aber nach und nach im Laufe des Fortschreitens korrigiert werden müssen. Deshalb bleibt es doch richtig, daß die Stellung des Menschen zu den Initiierten im allgemeinen eine solche ist, daß er sie immer mehr und mehr kennenlernt, je mehr er selbst die Stufen hinaufschreitet, die ihm das Geisteslicht zugänglich machen. Nur eine merkwürdige Erscheinung finden wir in der Aufeinanderfolge der Menschheitsepochen.
[ 15 ] Let us turn our gaze to the Initiates who have enlightened humanity throughout the ages. The human being, who initially dwells in the sensory world, can look upon the Initiates—when they are handed down to us as historical figures—and say to himself: These are the great figures of world history. Where it was important, history has ensured that as little as possible is known about these figures. Now it may seem paradoxical again to say: it is tremendously good that humanity knows so little, for example, about Homer, for in this way the outward splendor of scholarship cannot distort the image of Homer as much as it might with other personalities. In Goethe’s case, this will be the case only when he—which one can certainly long for—becomes as unknown a figure as Homer is today. The human soul can look out into the external world at these figures and then see what they have done in the external world. Then the human being can take the first steps toward initiation and proceed in such a way that he directs his gaze toward the great figures of initiation—a Buddha or a Zarathustra — and recall what Buddha or Zarathustra meant to him in the sensory world, what impression he received there of these individualities of humanity, and can then ask himself, if some of the light of the spirit has broken into him on the path to initiation: How does Buddha appear to me now, how does Zarathustra appear to me now? — He will then say to himself: Now I recognize more of Buddha, of Zarathustra; I know something that I could not yet know when I stood in the sensory world. — Then the human being can develop further, and the stage comes when he will understand even better what these phenomena are as spiritual beings. One will recognize a Buddha, a Zarathustra, more and more the more one lives oneself into the light of the spirit, until a certain limit is reached where this comes to an end. This is a mysterious phenomenon, but one need not go into it now. It suffices to say: when one moves toward the higher worlds, this process can come to an end. This is the case with all the Initiates we encounter in the course of world evolution. A spiritual knower who is not yet very far advanced can easily be deceived by these circumstances; that does not matter much. For it can happen that some human individuality, which in former times stood very high as a spiritual being, has later incarnated again and has seemingly descended from its former spiritual height. The true fact is simply that within the course of human development, there are tasks to be performed in which those who were once initiates are reincarnated as uninitiates in order to carry out deeds for which they are necessary due to the circumstances of the time, so that the initiation, which remains hidden for one or more incarnations, must work its way into a certain mode of activity. Thus, regarding such individuals as we encounter here and there in the course of their outer lives as they go about their own paths, deceptions can very easily arise, and one can form entirely false mental images of them. These, however, will have to be corrected little by little as progress is made. Therefore, it remains true that the relationship of the human being to the Initiates is generally such that he comes to know them more and more the further he himself ascends the steps that make the light of the spirit accessible to him. We find only one remarkable phenomenon in the succession of human epochs.
[ 16 ] Was ich Ihnen eben gesagt habe von dem manchmal beirrenden Wiedererscheinen der Initiierten, so daß man glauben könnte, sie seien heruntergestiegen von ihrer Höhe, dafür könnte ich Beispiele anführen, und wahrscheinlich würden Sie im höchsten Grade erstaunt sein, wenn ich Ihnen sagte, in welcher Weise zum Beispiel Dante im 19. Jahrhundert wieder inkarniert war. Aber ich habe hier nicht die Aufgabe, das, was für mich selbst ein Forschungsergebnis war und was für mich selber feststeht, jetzt weiter zu besprechen, sondern die Dinge, die alle kennen, welche im Okkultismus bewandert sind, beweiskräftig vorzubringen, alles andere zurücktreten zu lassen und nichts anderes vorzubringen, als was allgemein anerkannt ist da, wo echter Okkultismus vertreten ist. Eine andere merk würdige Erscheinung zeigt sich uns aber, die man am besten so aussprechen kann: Es tritt uns eine Individualität entgegen, bei der es keinen Sinn hat davon zu sprechen, daß sie so initiiert worden sei wie die anderen Initiierten, daß zwar durch sie das Prinzip der Initiation objektiv in der Welt vor uns steht, daß es da ist, daß es aber sinnlos wäre, davon zu sprechen, diese Individualität wäre auf der Erde so initiiert worden wie die andern Initiierten im Laufe der Menschheitsentwickelung. Ich habe die Tatsache oftmals berührt. Es gehört ein gewisser Grad von Mißverständnis dazu, diese Tatsache als aus einem spezifisch christlichen Vorurteil heraus herrührend aufzufassen. Wahrhaftig nicht aus einem irgendwie christlichen Vorurteil heraus, sondern weil sie gesagt werden muß als ein objektives okkultes Forschungsergebnis, soll es gesagt sein. Diese eine Individualität, die nicht initiiert worden ist wie die anderen Initiierten, sondern bei der es völlig sinnlos wäre, davon zu sprechen, daß sie so durch die Initiation durchgegangen wäre wie die anderen Initiierten, diese Individualität ist eben der Christus Jesus! Und ebensowenig — das sei hier noch einmal wie früher schon betont — wie der eine Waage begreifen kann, der da sagt, daß die Waage an zwei Punkten aufzuhängen wäre anstatt an einem, da es zum Wesen der Waage gehört, daß sich der Waagebalken um einen Punkt dreht, ebensowenig wie der ein Mechaniker ist, der behaupten würde, man solle die Waage an zwei oder mehreren Punkten aufhängen, was kein sachverständiger Mechaniker sagen könnte, ebensowenig ist der kein sachverständiger Okkultist, der die Ansicht vertreten wollte, daß zu unserer Erdenentwickelung nicht nur ein Unterstützungspunkt, ein Hypomochlion, ein ‘Festes gehöre. Ich sagte, daß dies ein objektives okkultes Forschungsresultat ist, das jeder anerkennen kann, gleichgültig ob er Buddhist oder Mohammedaner ist.
[ 16 ] As for what I just told you about the sometimes misleading reappearance of the Initiates—so that one might believe they have descended from their heights—I could cite examples of this, and you would likely be extremely astonished if I told you, for instance, in what way Dante reincarnated in the 19th century. But my task here is not to discuss further what was a result of my own research and what is established for me personally, but rather to present conclusively the things known to all who are well-versed in occultism, to set everything else aside, and to present nothing other than what is generally accepted wherever genuine occultism is practiced. However, another remarkable phenomenon presents itself to us, which can best be described as follows: We are confronted with an individuality regarding whom it makes no sense to speak of having been initiated in the same way as the other initiates; that although through this individual the principle of initiation stands objectively before us in the world—that it is there—it would be meaningless to speak of this individuality having been initiated on Earth in the same way as the other initiates in the course of human development. I have touched upon this fact many times. It takes a certain degree of misunderstanding to interpret this fact as stemming from a specifically Christian prejudice. It must be said—truly not out of any kind of Christian prejudice, but because it must be stated as an objective result of occult research. This one individuality, who was not initiated like the other Initiates, but regarding whom it would be completely meaningless to speak of having gone through initiation in the same way as the other Initiates—this individuality is none other than Christ Jesus! And just as little—let this be emphasized here once again, as before—as one can understand a balance who says that the balance should be hung at two points instead of one, since it is part of the nature of the balance that the beam rotates about a single point, just as little is a mechanic who would claim the scales should be suspended from two or more points—which no expert mechanic could say—just as little is one an expert occultist who would hold the view that our Earth’s development does not have just one point of support, one hypomochlion, one ‘fixed point.’ I said that this is an objective result of occult research that anyone can acknowledge, regardless of whether they are a Buddhist or a Muslim.
[ 17 ] Wer gewisse Schritte in der okkulten Entwickelung gemacht hat, lernt die Initiierten kennen, insofern sie große Persönlichkeiten sind oder Taten getan haben; er lernt sie kennen in den geistigen Welten, wenn er gewisse Stufen zur Initiation hinaufrückt, und er lernt sie noch mehr kennen, wenn er dann noch weiter aufrückt. Nehmen wir zum Beispiel an, es habe jemand in seinem Erdenleben keine Gelegenheit gehabt, den Buddha kennenzulernen; denken wir uns, er habe sich nicht mit ihm beschäftigt. Ich kenne Leute, die tief eingedrungen waren in das ganze abendländische Leben, die aber keinen blassen Begriff hatten von dem Buddha; von ihnen kann man sagen, daß sie sich innerhalb der physischen Welt, innerhalb ihres Leibesdaseins nicht beschäftigt haben mit dem Buddha. Oder nehmen wir Menschen, die sich in ihrem Erdendasein nicht beschäftigt haben mit den Größen der chinesischen Religion, und denken wir uns nun, es hätten diese Menschen durch die Initiation die überphysischen Welten betreten, oder — von einigen weiß ich das — daß sie sie betreten haben nach dem physischen Tode: da können sie kennenlernen, weil sie ihnen begegnen, den Buddha, den Moses, den Zarathustra als Geisteswesen und können sich Kenntnis, ein Wissen von ihnen aneignen. Da ist es ihnen kein Hindernis, wenn sie sich von diesen Persönlichkeiten ein Wissen aneignen wollen, daß sie auf der Erde dazu keine Gelegenheit hatten. Das ist anders bei dem Christus, und ich bitte Sie, dieses als eine rein okkulte Tatsache hinzunehmen. Man nehme an, daß sich jemand hier auf der Erde keinen Zusammenhang geschaffen habe in irgendeiner Inkarnation, die er schon erlebt hat, mit der Christus-Wesenheit. Dann ist ihm das, wenn er in einer außerphysischen Welt wahrnimmt, ein Hindernis, um in den höheren Welten den Christus zu finden; dann kann sich ihm der Christus nicht in der reinen Gestalt darstellen! Es gehört zur Erkenntnis, zum Erschauen der Christus-Wesenheit in den höheren Welten, daß man sich auf der Erde dazu vorbereitet hat! Das ist der okkulte Unterschied in dem Verhältnis des Menschen zu dem Christus und zu den anderen Initiierten. Das Christus-Ereignis ist ein solches, daß ein Spezifisches in seiner wichtigsten Phase eben gerade der physischen Erdentwickelung angehört, daß es hereinstrahlte in die physische Erdentwickelung und für diese den Gleichgewichtspunkt bildet.
[ 17 ] Those who have taken certain steps in occult development come to know the Initiates, insofar as they are great personalities or have performed great deeds; they come to know them in the spiritual worlds as they ascend certain stages toward Initiation, and they come to know them even more deeply as they continue to ascend. Let us suppose, for example, that someone had no opportunity in their earthly life to become acquainted with the Buddha; let us imagine that they did not concern themselves with him. I know people who were deeply immersed in the whole of Western life, yet had not the faintest idea about the Buddha; of them one can say that within the physical world, within their physical existence, they did not concern themselves with the Buddha. Or let us take people who, during their earthly existence, did not concern themselves with the great figures of the Chinese religion, and let us now imagine that these people have entered the supersensible worlds through initiation, or—I know this of some—that they have entered them after physical death: there they can come to know, because they encounter them, the Buddha, Moses, and Zarathustra as spiritual beings and can acquire knowledge of them. There it is no obstacle to them, if they wish to acquire knowledge from these personalities, that they had no opportunity to do so on Earth. This is different with Christ, and I ask you to accept this as a purely occult fact. Suppose that someone here on Earth has not established a connection in any incarnation they have already experienced with the Christ-being. Then, when they perceive this in a non-physical world, it becomes an obstacle to finding Christ in the higher worlds; then Christ cannot appear to them in his pure form! It is part of the recognition, of the beholding of the Christ Being in the higher worlds, that one has prepared oneself for this on Earth! This is the occult difference in the relationship of the human being to the Christ and to the other Initiates. The Christ event is such that a specific aspect of it, in its most crucial phase, belongs precisely to the physical development of the Earth; it radiated into the physical development of the Earth and forms the point of balance for it.
[ 18 ] Man möchte sagen: Nehmen wir an, die Erde würde von denjenigen Wesen, die sich als Menschenseelen ausleben, zunächst nicht berücksichtigt. Es wäre durch irgend etwas im Weltenverlaufe geschehen, daß die Menschenseelen gesagt hätten: Wir berücksichtigen die Erde nicht; warum sollen wir uns da unten inkarnieren? — Es ist das natürlich eine unmögliche Tatsache, aber nehmen wir an, es wäre so. — Diese Menschenseelen würden dann, insofern das, was zur Erde gehört, geistig ist, es auch erleben können in den geistigen Welten, und was als hehre, große Prinzipien in den Initiierten wirkte, wäre erschaubar in den höheren Welten. Wollte nun eine solche Seele in den höheren Welten die Frage richten — sagen wir an den Weltenverlauf: Ich will von all den Wesen, die da in den höheren Welten sind, dasjenige genau kennenlernen, seiner eigentlichen Weltmission und seiner eigentlichen Aufgabe nach genau kennenlernen, das der Christus ist —, dann müßte einem solchen Menschenseelenwesen die Antwort werden: Wenn du dieses eine Wesen, das der Christus eben für uns ist, kennenlernen willst, dann mußt du dich auf der Erde inkarnieren, dann mußt du mitmachen in irgendeiner Weise das Mysterium von Golgatha, um eine Beziehung zu dem Christus-Wesen zu gewinnen! Denn das Christus-Mysterium mußte sich nach den Weltgesetzen auf der Erde abspielen. Die Erde ist der Schauplatz, wo sich nach den Weltgesetzen das Mysterium von Golgatha abspielen mußte und wo man sich für das Verständnis der Christus-Wesenheit die eigentliche Grundlage bilden muß. Und was man sich auf der Erde daher erwirbt für das Christus-Verständnis, das ist die Vorbereitung — und zwar in einem ganz anderen Maße als irgend etwas anderes, wofür die Erde Vorbereitung ist — für alles Erschauen und Erkennen dieser betreffenden Wesenheit in den höheren Welten. Daher war es so, daß in der Tat die Darlebung des Initiationsprinzipes bei der Christus-Wesenheit sich in einer ganz anderen Weise darstellte als bei den anderen Initiierten. Die letzteren erlebten eine übersinnliche Welt zuweilen in der tiefgehendsten Weise, gaben die Impulse, die daraus kamen, im Folgelauf der Menschheitsentwickelung; aber wenn sie in den höheren Welten erlebten, drinnenstanden, so waren sie aus ihrem physischen Leibe heraus. Wenn es auch bei hohen Initiierten gar nicht vieles bedarf, um aus dem physischen Leibe herauszukommen, wenn auch nur ein kleiner Schritt notwendig war, um aus dem physischen Leibe heraus gleich in eine Fülle von geistigen Tatsachen zu kommen, so bleibt es doch wahr, daß dieses Überspringen von dem physischen Leibe zu den höheren Leibern notwendig ist. Bei dem Christus Jesus haben wir die eigentümliche Erscheinung, daß er nach dem Prinzip der Initiation, nach dem, was man sonst braucht an Darstellung der Initiation, wissentlich — was wir so wissentlich im Menschensinne nennen — im Grunde genommen in den ganzen drei Jahren, in denen er auf der Erde gelebt hat, sich nicht im Initiationssinne von dem physischen Leibe entfernt hat, sondern immer darinnengeblieben ist. Und was er dargelebt hat und der Welt gegeben hat während dieser drei Jahre, das hat er durch den physischen Leib gegeben. Durch die überphysischen Leiber haben die andern Initiierten der Menschheit gegeben, was sie zu geben hatten. In dem Christus haben wir die eine einzige Individualität, die alles, was sie getan hat, was sie gesprochen hat, was von ihr ausgegangen ist in die Menschheitsentwickelung, durch den physischen Leib und nicht auf dem Umwege durch höhere Leiber gegeben hat.
[ 18 ] One might say: Let us suppose that the Earth were initially disregarded by those beings who live out their lives as human souls. It would have happened, through some turn of events in the course of the world, that the human souls would have said: We do not take the Earth into account; why should we incarnate down there? — Of course, this is an impossible scenario, but let us suppose it were so. — These human souls would then, insofar as what belongs to the Earth is spiritual, be able to experience it in the spiritual worlds as well, and what worked as noble, great principles in the initiates would be visible in the higher worlds. Now, if such a soul in the higher worlds were to pose the question—let us say to the course of the worlds: “Of all the beings who are there in the higher worlds, I want to get to know precisely, in terms of their actual world mission and their actual task, the one who is the Christ”—then the answer to such a human soul being would have to be: If you wish to get to know this one being, who is Christ for us, then you must incarnate on Earth; then you must participate in some way in the Mystery of Golgotha in order to establish a relationship with the Christ Being! For according to the laws of the world, the Christ Mystery had to unfold on Earth. The Earth is the stage where, according to the laws of the world, the Mystery of Golgotha had to take place, and where one must lay the actual foundation for understanding the Christ-being. And what one thus acquires on Earth for the understanding of the Christ is the preparation—and indeed to a far greater extent than anything else for which Earth serves as preparation—for all perception and recognition of this particular Being in the higher worlds. Hence it was the case that the manifestation of the principle of initiation in the Christ Being indeed presented itself in a completely different way than in the other Initiates. The latter sometimes experienced a supersensible world in the most profound way, imparting the impulses arising from it in the course of human development; but when they experienced and were present in the higher worlds, they were outside their physical bodies. Even though it does not take much for high initiates to step out of the physical body—even if only a small step was necessary to pass from the physical body directly into a wealth of spiritual realities—it remains true that this transition from the physical body to the higher bodies is necessary. In the case of Christ Jesus, we have the peculiar phenomenon that, according to the principle of initiation—according to what is otherwise required in the depiction of initiation—he knowingly—what we so-called “knowingly” in the human sense—basically, during the entire three years he lived on Earth, did not, in the sense of initiation, depart from the physical body, but always remained within it. And what he lived out and gave to the world during these three years, he gave through the physical body. Through the superphysical bodies, the other Initiates gave to humanity what they had to give. In Christ we have the one and only individuality who gave everything she did, everything she spoke, and everything that emanated from her into human development through the physical body and not indirectly through higher bodies.
[ 19 ] Dem populären Bewußtsein lebt sich das dadurch dar, daß es sich dem Gefühl nach so beurteilt: In dem Christus haben wir etwas vor uns, was das primitivste Bewußtsein verstehen kann, was jemand hat durch einen Leib, durch den wir sprechen, wenn wir im Alltagsleben sind. Dadurch dieses innige Verbundensein, dieses brüderliche Verbundensein mit der Christus-Individualität und dieses Verstehenkönnen der Christus-Individualität ohne Bildung, aus dem primitivsten, ursprünglichsten menschlichen Gemüt heraus! Daher die Notwendigkeit des Hinaufarbeitens zu einem höheren Verständnis, wenn man die anderen Initiierten verstehen will. Es ist daher wahr, was ich in den letzten zehn Jahren oft betont habe: In dem Christus haben wir einen Initiierten, den das primitivste Gemüt verstehen kann, obwohl ihn jemand, der zu einem höheren Verständnis aufrückt, dann noch besser versteht. Was mit einem menschlichen Leibe verbunden sein kann, das war am meisten diesen menschlichen Leib vergeistigend in Christus Jesus vorhanden und wirkte in einem menschlichen Leibe durch den Christus Jesus. Dagegen bei den anderen Initiierten war das der Fall, daß sie, während sie ihr Spirituelles zu geben hatten, nicht vollständig im physischen Leib wirken konnten, sondern immer einen Ruck heraus machen mußten und dann wieder verkünden konnten, was ihnen aus derübersinnlichen Welt geblieben ist; während es bei dem Christus immer so war, daß er alles durch den physischen Leib in der physischen Welt darzuleben hatte.
[ 19 ] In popular consciousness, this manifests itself in the following way: we intuitively perceive Christ as something that even the most primitive consciousness can understand—as someone who possesses a body through which we speak when we are engaged in everyday life. Hence this intimate connection, this brotherly bond with the Christ Individuality, and this ability to understand the Christ Individuality without education, from the most primitive, most original human mind! Hence the necessity of working one’s way up to a higher understanding if one wishes to understand the other Initiates. It is therefore true what I have often emphasized over the past ten years: In Christ we have an Initiate whom the most primitive mind can understand, although someone who is advancing to a higher understanding will then understand him even better. What can be connected to a human body was present in Christ Jesus in a way that most spiritualized this human body, and it worked in a human body through Christ Jesus. In contrast, with the other Initiates, the case was that, while they had to give of their spiritual nature, they could not work fully within the physical body, but always had to step out of it and then proclaim again what had remained to them from the supersensible world; whereas with the Christ it was always the case that he had to live out everything through the physical body in the physical world.
[ 20 ] Solche Dinge muß man berücksichtigen, wenn man auf die wahren Verhältnisse eingehen will. Alles andere ist ein Herumreden, so, wenn man etwa davon spricht, der Christus stehe höher oder die andern Initiierten stehen höher. Durch diese Rangordnung, auf die es absolut nicht ankommt, begreift man nichts. Darauf aber kommt es an, daß man in die Verhältnisse der Wesenheiten einen Blick tut. Nach seinem Geschmack mag der eine den einen, der andere den anderen Religionsstifter höher nennen. Das wird nicht viel schaden, denn solchen Schwächen sind die Menschen immer unterworfen. Aber darauf kommt es an, zu wissen, worin der wirkliche, der reale Unterschied besteht zwischen der Art, wie der Christus und wie die anderen Initiierten in der Welt dastehen. Dann kann man die Menschen ruhig sagen lassen: Ich halte die eine Individualität für höher als die andere, nach dem, wie sie gewirkt haben.
[ 20 ] One must take such things into account if one wishes to understand the true state of affairs. Everything else is just beating around the bush, such as when people say that Christ stands higher or that the other Initiates stand higher. This hierarchy, which is of absolutely no importance, does not help one understand anything. What matters, however, is that one takes a look at the relationships between the beings. Depending on one’s taste, one person may consider one religious founder to be higher, while another may consider the other to be higher. That will not do much harm, for people are always subject to such weaknesses. But what matters is knowing what the real, actual difference is between the way Christ and the other Initiates stand in the world. Then one can calmly let people say: I consider one individuality to be higher than the other, according to how they have worked.
[ 21 ] Begreift man aber den charakterisierten Unterschied, dann begreift man auch den Unterschied in den Impulsen, die durch die Initiierten in die Welt gekommen sind.
[ 21 ] But once one understands the distinction described, one also understands the difference in the impulses that have been brought into the world by the Initiates.
