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Initiation from Eternity and the Present
GA 138

29 August 1912, Munich

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Fünfter Vortrag

Lecture Five

[ 1 ] Gestern versuchte ich mit Worten, die nun einmal für solche Dinge möglich sind, zu charakterisieren den Unterschied des Herausrükkens aus dem physischen Leibe zu dem Erleben, dem Erfühlen im ätherischen oder elementarischen Leibe und im astralischen Leibe. Und ich bemerkte, daß das Erleben so verläuft, daß das Sich-Hineinleben in den elementarischen oder ätherischen Leib sich ausnimmt wie eine Art Hinausfließen in die Weiten der Welt, wobei man das Bewußtsein durchaus behält, daß man von einem Mittelpunkte, nämlich von seiner eigenen Leiblichkeit, nach allen Seiten ins Unbegrenzte ausströmt. Das Erleben aber im astralischen Leibe stellt sich so dar, daß es sich wie ein Aus-sich-Herausspringen und Hineinspringen in den astralischen Leib ausnimmt, so daß man sich wirklich jetzt erst erlebend fühlt so außerhalb seines physischen Leibes, daß man alles, was man war im physischen Leibe, was man «sich selbst» nennt im physischen Leibe, wie etwas empfindet, was man außer sich hat, wie ein Außer-sich-Seiendes. In einem anderen ist man drinnen. Ich habe schon gestern darauf hingedeutet, daß die Welt, der man sich dann gegenüber befindet, die Bezeichnung des Geisterlandes tragen muß in Gemäßheit zum Beispiel meiner «Theosophie». Man könnte auch sagen, es sei der niedere Mentalplan, denn es wäre unrichtig zu glauben, daß, wenn man in richtiger, selbstloser Weise dazu gelangt, im astralischen Leibe zu leben, man dann in dem wäre, was man gewöhnlich die astralische Welt nennt, indem man mit diesem Worte etwas Niedriges verbindet. Nun ist der Unterschied gegenüber dem Leben, Beobachten und Erfahren im Sinnensein und dem Erfahren in dem astralischen Leibe gegenüber dem Geisterlande durchaus verschieden, ganz gewaltig verschieden. Denn im Sinnensein stehen wir gegenüber Stoffen, Kräften, Dingen, Vorgängen und so weiter. Wir stehen auch Wesen gegenüber im Sinnensein, stehen ja vor allen Dingen außer den Wesen der anderen Naturreiche — sofern wir berechtigt sind, sie so zu nennen — unseren eigenen Mitmenschen gegenüber. Wir stehen im Sinnensein diesen anderen Wesenheiten so gegenüber, daß wir wissen, diese Wesenheiten nehmen in sich auf die Stoffe und Kräfte der Welt eben des Sinnenseins, durchdringen sich damit und leben dadurch mit dem Leben, welches verläuft in den Naturgesetzen und durch die Naturkräfte der äußeren Welt. Kurz, wir müssen unterscheiden im Sinnensein zwischen dem Naturverlauf und den Wesenheiten, die sich innerhalb dieses Naturverlaufes ausleben und sich mit den Stoffen und Kräften desselben durchdringen. Wir haben den Naturverlauf und die Wesenheiten.

[ 1 ] Yesterday, in such words as are possible for these matters, I tried to characterise how the withdrawal from the physical body, and feeling and experiencing oneself in the etheric and astral bodies take place. I pointed out that this experience takes place in such a way that living oneself into the etheric body seems like a flowing out, as it were, into cosmic space, during which one is continually conscious of streaming out into infinity in all directions from one's own body as a central point. Experience in the astral body, however, appears as a springing out of oneself into the astral body. It is at this moment that one begins to feel outside one's physical body in such a way that everything in the physical body that was called oneself is now experienced as something external to one, something existing outside. One is inside something else. I pointed out to you yesterday that the world then confronting us must be called, in conformity with my book, Theosophy, for instance, the spirit-land. It might also be called the lower mental plane. It would be wrong if something derogatory is implied by imagining that when one selflessly and in the right way reaches the point of living in the astral body, one is then in the astral world. Now there is a great difference between life, observation and experience in sensory existence, and experience in the astral body in face of the spirit-land. In the life of the senses we are confronted with substances, forces, objects, processes and so on. We are also confronted with beings, and besides the beings of the other kingdoms of nature, insofar as we are justified in calling them so, we are confronted in particular with our own fellow beings. In sensory existence we confront these other beings in such a way that we know how they take up into themselves the substances and forces of the world of the senses, permeate themselves with these, and thereby live the life that runs its course by means of external natural forces within the laws of nature. In short, in the life of the senses we must distinguish between the course of nature, and the beings who live out their lives within this natural course and permeate themselves with the substances and forces there. We have, then, the course of nature and also the beings.

[ 2 ] Nehmen wir im astralischen Leibe in der geistigen Welt wahr, so können wir diesen Unterschied auch nicht mehr so machen. Wir stehen eigentlich in dieser geistigen Welt nur Wesenheiten gegenüber, und diesen Wesenheiten steht nicht das entgegen, was man Naturverlauf nennen könnte. Alles ist Wesen, was einem begegnet, wozu man auf die Weise, wie es gestern angedeutet worden ist, geführt wird. Überall wo etwas ist, ist Wesen, und man kann nicht sagen wie im Sinnensein: Dort ist ein Tier und dort sind äußere Stoffe, die von ihm gegessen werden. — Diese Zweiheit gibt es dort nicht, sondern was ist, ist Wesen. Und wie man sich zu diesen Wesen zu stellen hat, habe ich auch schon gesagt: daß es hauptsächlich die Welt der Hierarchien ist, die wir von anderen Gesichtspunkten aus öfter charakterisiert haben. In ihrer Stufenfolge lernt man die Welt der Hierarchien kennen, von denjenigen Wesenheiten an, die man zunächst kennenlernt als die Angeloi und Archangeloi, Engel und Erzengel, wie sie in unserer Terminologie genannt werden, bis zu den Wesenheiten, die einem fast zu entschwinden scheinen, so undeutlich werden sie, den Cherubim und Seraphim. Aber es ist eines möglich, wenn man sich in diesen Welten befindet: eine Beziehung zu diesen Wesenheiten zu gewinnen. Was man im Sinnensein ist, das muß man vorher zurücklassen im Sinne der gestrigen Auseinandersetzungen; aber wie ich Ihnen gesagt habe, man behält es doch zurück in der Erinnerung. Man trägt die Erinnerung an das Abgelebte in diese Welten hinein, und wie man im Sinnensein auf die Erinnerungen zurücksieht, so blickt man auf das, was man im Sinnensein ist, von der höheren Welt aus zurück, man hat es in der Erinnerungsvorstellung.

[ 2 ] But when in the astral body we are seeing into the spiritual world, we can no longer make this distinction. In the spiritual world we are confronted with beings alone, but over against these beings there is no such thing as the so-called course of nature. Everything to which you are guided in the way indicated in our last lecture, everything you meet, is being. Wherever there is anything, it is being, and you cannot say as you do in sensory life that there is an animal and here the external substances it is going to cat. There is not this duality there, for whatever is, is being. I have already told you how you stand with regard to these beings, that this is mainly the world of the hierarchies, and we have often described it from other points of view. You learn to know the world of the hierarchies in their order of succession, from those beings whom you learn to know first as angels, and archangels, up to those who seem to be almost vanishing, so indistinct do they become—the Cherubim and Seraphim. But one thing is possible when you find yourself in these worlds; you can succeed in entering into relation with these beings. Whatever you are in sensory existence you must have left behind you, in the sense of the way we described this before, but, as I have already said, you still bear it in memory. Into these worlds you carry the memory of what you have left behind and, as in physical life we look back into our memories, so you look back from the higher worlds on to what you have been in sensory existence. You still possess it in memory pictures.

[ 3 ] Nun ist gut, wenn man die ersten Schritte der Initiation in die höheren Welten hinaufrückt, daß man unterscheiden lernt zwischen einem ersten Schritt und einem folgenden Schritt. Es ist nicht gut, wenn man diese Unterscheidung nicht machen lernt. Sie besteht im wesentlichen darin, daß man sich am besten orientieren lernt in den höheren Welten, wenn man zu den ersten Erinnerungsvorstellungen, die man da hinüberträgt und die einen an das Sinnensein erinnern, nicht die Vorstellung des eigenen physischen Leibes und seiner Gestalt hat. Es ist eben eine Erfahrung, daß es besser ist. Und jeder, der Rat geben soll für diejenigen Übungen, die gemacht werden sollen, um die ersten Schritte der Initiation herbeizuführen, sieht darauf, daß zu den ersten Erinnerungsvorstellungen nach Überschreiten der Grenze, nach dem Vorbeigelangen an dem Hüter der Schwelle nicht eine Anschauung der physischen Leibesform gehört, sondern daß die ersten Erinnerungsvorstellungen im wesentlichen solche sind, die man zusammenfassen könnte mit der Bezeichnung: moralisch-intellektuelle Empfindung seiner selbst. Das sollte man zuerst empfinden, wie man sich moralisch zu taxieren hat, sollte empfinden, welche moralischen oder unmoralischen Neigungen man hat, welches Wahrheitsgefühl oder Oberflächlichkeitsgefühl man hat, empfinden also, wie man sich zu bewerten hat als Seelenmensch. Das ist es, was als erste Empfindung auftritt. Es tritt nicht so auf, daß man den Ausdruck dafür am besten wählt mit Worten, die dem Sinnensein entnommen sind, denn es ist das Erleben viel intensiver mit uns verbunden, als im Sinnensein etwas Ähnliches ist, wenn man eben hineintritt in die geistige Welt. Nachdem man etwas getan hat, womit man moralisch nicht einverstanden sein kann, erfüllt sich das ganze Innensein, das man da hat, wie mit einer Bitternis, wie mit etwas, was sich in die Welt, in welche man sich da hineingelebt hat, ausbreitet, was diese Welt erfüllt mit einem Aroma von Bitternis, wobei ich nicht zu denken bitte an ein sinnliches Aroma, aber man fühlt herankommen ein Durchdrungensein mit einem Aroma von Bitternis. Was man moralisch rechtfertigen kann, ist mit einem sympathischen Aroma erfüllt. Man könnte auch sagen: dunkel, finster ist die Sphäre, in die man hineinkommt, wenn man mit etwas nicht einverstanden war, licht und hell ist die Sphäre der Welt, in die man hineinkommt, wenn man mit sich zufrieden sein kann. So also sollen sein, damit man sich gut orientieren kann, die Bewertungen moralischer oder intellektueller Art, die man sich angedeihen lassen kann und die einem wie der Luftkreis die Welt erfüllen, in die man eintritt. So ist es am besten, wenn man eben seelisch diese Welt empfindet, und wenn erst, nachdem man sich vertraut und bekannt gemacht hat mit diesem seelischen Erfühlen — sagen wir des geistigen Raumes —, die Erinnerung auftritt, die ganz die Form und Gestalt haben kann auch dessen, was physische Leibesform im Sinnensein ist, so daß sich einem diese gleichsam hineinstellt in die neu gewonnene moralische Atmosphäre.

[ 3 ] Now as you ascend the first steps of initiation into higher worlds, it is good to learn to distinguish between the first step and those that follow. It is not good to neglect this. It really amounts to this, that you will best learn to find your way in higher worlds if, among the first memory pictures you carry across there, which remind you of your sensory existence, you do not have the image of your own physical body and of its form. It is indeed a matter of experience that this is so. Anyone who has to give advice as to the exercises to be undertaken in order to bring about the first steps of initiation will see to it that, after crossing the threshold, after passing the Guardian of the Threshold, the first memory images have nothing to do with the perception of the physical bodily form. They are essentially such as can be included under the heading of a morally intellectual perception of the self. What you should first experience is how to estimate your own moral qualities. You should perceive what moral or immoral tendencies you have, what sense of truthfulness, or superficial feeling, and also realise how to assess your value as a man of soul. This is what must first be felt. This does not arise in such a way that it can best be expressed in the words we use in physical life. When you enter the spiritual world, experience is far more intimately bound up with you than anything of the kind in sensory existence. When you have done something that does not satisfy you morally, your entire inner life feels that there is something bitter, that there is something as it were poured out into the world to which you have now accustomed yourself, that fills it with an aroma of bitterness—but aroma should not here be understood in the physical sense. You feel yourself soaked through with this aroma of bitterness. What can be morally justified is filled with a pleasant aroma. One might say that the sphere you enter when you are not satisfied with what you have done, is dark and gloomy, but light and clear is the part of the universe into which you come when you can be at peace with yourself. Therefore, if you are to find your way about, this should be the kind of moral or intellectual valuation to which you should submit yourself, that, like the atmosphere, fills for you the world into which you are entering. So it is best to feel this world with your soul, and after having made yourself familiar with this feeling of the soul for spiritual space, only then should the memory arise that may have the very form and shape of your physical bodily form in sensory life, as long as this form comes before you like an interpenetration into your newly acquired moral atmosphere.

[ 4 ] Was ich Ihnen hier beschrieben habe, kann aber auch nicht nur zum Beispiel mitten aus dem Tagesleben heraus auftreten, daß es so kommt wie ein Eintreten in die geistige Welt, wenn man die entsprechenden Schritte zur Initiation gemacht hat, sondern es kann auch noch anders auftreten. Ob es in der einen oder anderen Weise auftritt, das hängt im Grunde genommen von dem Karma des einzelnen Menschen ab, hängt von der ganzen Art seiner Veranlagung ab. Man kann nicht sagen, daß die eine Art des Auftretens besser oder weniger gut wäre als die andere; es kann das eine und das andere vorkommen. Es kann mitten aus dem Tagesleben heraus der Mensch sich wie hineingezogen fühlen in die geistige Welt, aber es kann auch so auftreten, daß er eine andere Art des Erlebens gegenüber dem Schlafe bekommt. Das gewöhnliche Erleben gegenüber dem Schlafe ist ja so, daß der Mensch mit dem Eintreten in den Schlaf bewußtlos wird, daß er mit dem Aufwachen sein Bewußtsein wiedergewinnt, und daß er dann im Tagesleben — mit Ausnahme der Erinnerung an die Träume — nicht eine Erinnerung an das Schlafleben hat; er erlebt es bewußtlos. Es kann nun auch das für die ersten Schritte der Initiation auftreten, daß sich etwas anderes in dem Schlafleben ausbreitet, so daß zunächst eine andere Art des Einschlafens eintritt. Man erlebt eine andere Art des Bewußtseins mit dem Eintritt in das Schlafleben. Die dauert, mehr oder weniger von bewußtlosen Zeiten unterbrochen, verschieden lange, je nachdem der Mensch weiter fortgeschritten ist, aber dann, wenn es gegen den Morgen zugeht, erlischt sie wieder. Und in der ersten Zeit nach dem Einschlafen tritt das ein, was man nennen kann eine Erinnerung an sein moralisches Verhalten, an seine Seelenqualitäten. Diese Erinnerung ist besonders stark nach dem Einschlafen und nimmt immer mehr und mehr ab, je weiter es dem Aufwachen zugeht.

[ 4 ] What I have here been describing may not, however, only arise out of the midst of daily life, coming like an entrance into the spiritual world when the appropriate steps toward initiation have been taken. It may also occur in another way. However it arises, it depends fundamentally on the karma of the individual human being and on the way he is constituted. It cannot be said that one way of arising is better or worse than the other; it is simply that either one or the other may occur. In the midst of his daily life man may feel himself drawn into the spiritual world, but it may also happen that his experience during sleep becomes different. In the ordinary experience as soon as a man falls asleep he becomes unconscious, regaining his consciousness on re-awaking, and in his life during the day, except for remembrance of his dreams, he has no memory of his sleeping life. He lives through sleep in a state of unconsciousness. Now in the first stage of initiation it may also happen that something else is extended over man's sleeping life so that he begins to experience another way of falling asleep. With the approach of sleeping life another kind of consciousness is then experienced. This lasts, interrupted more or less by periods of unconsciousness, for various lengths of time according to the progress the man has made. Then, as morning approaches it dies away. During this experience, in the first period after falling asleep, there arises what can be called a memory of one's moral attitude, of one's qualities of soul. This is particularly vivid just after going to sleep and it gradually dies away toward the time of waking.

[ 5 ] Es ist also, was da als Folge der Übungen zu den ersten Schritten der Initiation eintreten kann, ein Aufhellen, ein Durchhellen des Schlafbewußtseins, das sonst bewußtlos ist, mit Bewußtheit. Da gelangt man dann auch in die Welten der höheren Hierarchien hinein, fühlt sich ihnen angehörend. Aber es muß jetzt dieses Drinnenleben in der Welt, wo alles Wesenheit ist, gegenüber der gewöhnlichen Welt des Sinnenseins etwa in folgender Weise charakterisiert werden. In der Sinneswelt steht zum Beispiel ein Blumentopf vor dem Beobachter, der Beobachter steht davor, der Blumentopf ist draußen, außer ihm, er beobachtet ihn, indem er sich hinstellt und ihn ansieht. Mit einer solchen Beobachtung können wir das Erleben in der eben gemeinten höheren Welt gar nicht vergleichen. Sie würden sich eine ganz falsche Vorstellung machen, wenn Sie glaubten, daß man da drinnen herumgeht und die Wesenheiten auch so von außen ansieht, indem man sich vor sie hinstellt und sie beobachtet, wie man in der Sinneswelt etwa einen Blumenstrauß beobachtet. So ist es nicht. Sondern wenn man etwas vergleichen will im Sinnensein mit der Art, wie man zu der Welt der Hierarchien steht, so könnte es nur das Folgende sein. Es ist ja ein Vergleich, den ich brauche, aber man kann es sich dadurch klarmachen.

[ 5 ] Therefore, as a result of the exercises for the first stages of initiation, the usual unconsciousness of sleep can become lit up and transfused with consciousness. Then one rises into the actual worlds of the hierarchies and feels oneself to belong there. But this living within the world in which all is being, must, as compared with ordinary life in the world of the senses, be described somewhat as follows. Suppose that someone in the sensory world is standing before a pot of flowers and looking at it. The plant is outside, external to him; he observes it as he stands there looking at it. Now the experience in the higher world of which we have just been speaking, can in no way be compared with this kind of observation. It would be quite wrong to imagine that there one went about looking at the beings thus, from outside, placing oneself before them, as one would observe a flowerpot in the world of the senses. It is not so. If you would compare anything in sensory existence with the way in which you stand as regards the world of the hierarchies, it could only be in the following manner. This, of course, will be only a comparison, but it may help you to have a clear idea.

[ 6 ] Nehmen Sie an, Sie setzen sich irgendwo nieder und nehmen sich vor, nicht über dieses oder jenes mühevoll nachzudenken, sondern Sie wollen zunächst eigentlich über gar nichts Besonderes denken. Wie unhervorgerufen erhebe sich in Ihnen irgendein Gedanke, an den Sie zunächst nicht gedacht haben. Er nimmt Ihre Seele so in Anspruch, daß er sie erfüllt, so daß Sie zu dem Gefühl kommen können: Sie können diesen Gedanken gar nicht mehr unterscheiden von sich selbst, Sie seien ganz eins mit dem Gedanken, der da aufgetaucht ist. Wenn Sie das Gefühl haben, der Gedanke lebt und zieht Ihre Seele mit sich, die ist mit ihm verbunden; und man könnte ebensogut sagen, der Gedanke ist in der Seele wie die Seele im Gedanken —, so ist das etwas Ähnliches im Sinnensein, wie man sich bekannt macht und benimmt mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien. Die Worte «man ist neben ihnen, man ist außer ihnen» verlieren allen Sinn. Man ist zit ihnen, wie die Gedanken mit einem leben, aber nicht so, daß man sagen kann: die Gedanken leben in einem —, sondern, daß man sagen muß: der Gedanke denkt sich in einem. — Sie erleben sich, und man erlebt das Erleben der Wesenheiten mit. Man ist drinnen in den Wesenheiten, man ist eins mit ihnen, so daß man sein ganzes Wesen in der Sphäre, in der die Wesenheiten leben, ausgegossen hat und man ihr Sein miterlebt, indem man ganz genau weiß, sie erleben sich darinnen.

[ 6 ] Let us assume that you sit down somewhere and instead of thinking laboriously of some special thing, you set yourself to think about nothing in particular. Some uncalled-for thought may then arise within you, of which, to start with, you were not thinking at all. It may occupy your soul so completely that it altogether fills it; you feel you can no longer distinguish the thought from yourself and that you are entirely one with the thought that thus suddenly arises. If you have the feeling that this is a living thought, it draws your soul with it, your soul is bound up with the thought, and it might just as well be said that the thought is in your soul as that your soul is in the thought, then you have something in sense life similar to the way in which you get to know the beings of the higher hierarchies and the way you behave toward them. The words, “I am beside them, I am outside them,” lose all meaning. You are with them, just as your thoughts live with you. Not that you might say, “The thoughts live in me.” You have rather to say, “A thought thinks itself in me.” The beings experience themselves, and you experience the experience of the beings. You are within them; you are one with them, so that your whole being is poured out into the sphere in which they live. You share their life, all the time knowing quite well that they, too, are experiencing themselves in this.

[ 7 ] Es darf niemand glauben, daß er gleich nach den ersten Schritten auf dem Wege zur Initiation das Gefühl habe, er erlebe alles, was diese Wesenheiten erleben. Er braucht durchaus nicht mehr zu wissen als, er ist diesen Wesenheiten gegenüber, wie er im Sinnensein einem Menschen gegenüber ist, den er zum ersten Male sieht. Die Berechtigung des Ausdruckes «die Wesenheiten erleben sich in einem», bleibt bestehen, und doch braucht man auf die erste Bekanntschaft hin nicht mehr zu wissen, als man bei einem Menschen weiß, dem man zum ersten Male begegnet. In dieser Art also ist es ein Miterleben. Das wird immer intensiver und intensiver, und dadurch dringt man auch immer mehr und mehr in das Wesen dieser Wesenheiten ein.

[ 7 ] No one must imagine that after the first steps on the path of initiation he will immediately have the feeling of experiencing all that these beings experience. Throughout he need know nothing beyond his being in their presence, as in sensory existence he might be confronted by somebody he was meeting for the first time. The expression, “The beings live and experience themselves within you,” is justified, yet you need know nothing more of them to begin with than you would know of a man on first acquaintance. In this way, therefore, it is a co-experience. This gradually grows in intensity, and you penetrate ever further into the nature of these beings.

[ 8 ] Nun aber verbindet sich mit dem, was so als ein geistiges Erleben geschildert worden ist, etwas anderes. Es verbindet sich damit ein gewisses Grundgefühl, das eigentlich wie eine Art realen Ergebnisses aller einzelnen Erlebnisse in der Seele sitzt. Es ist ein Grundgefühl, das ich Ihnen vielleicht an seinem Gegensatz darstellen kann. Genau entgegengesetzt diesem Grundgefühl, das man da erlebt, ist in der Sinneswelt das, was man erlebt, wenn man an irgendeinem Orte steht und sich ansieht, was ringsherum ist. Denken Sie sich, es stände jemand in der Mitte des Saales und sähe alles, was hier ist. Da würde er sagen: hier ist der Mensch, dort jener Mensch und so weiter. Das wäre sein Verhältnis zur Umwelt. Das ist aber das Gegenteil der Grundstimmung, die man in der eben charakterisierten Welt hat. Da kann man nicht sagen: ich bin hier, dort ist dieses Wesen, dort jenes —, sondern da muß man sagen: ich bin dieses Wesen. Denn tatsächlich ist das eine wahre Empfindung. Was ich eben für alle einzelnen Wesenheiten gesagt habe, das empfindet man auch der Gesamtheit der Welt gegenüber. Man ist eigentlich alles selber. Dieses In-dem-Wesen-Sein breitet sich aus über die ganze Seelenstimmung. Diese Seelenstimmung ist in der Tat da, wenn bewußt die Zeit vom Einschlafen bis zum Aufwachen erlebt wird. Da kann man gar nicht beim bewußten Erleben sich anders fühlen als sich ausgegossen über alles, was man erlebt, sich in allem drinnen, bis ans Ende der Welt, die man überhaupt noch wahrnehmen kann.

[ 8 ] Now, something else is bound up with what has just been described as a spiritual experience. It is a certain fundamental feeling that rests in the soul like the actual result of all its separate experiences. It is a feeling that perhaps I can picture to you by means of a contrast. What you experience in the world of the senses when standing at some particular spot looking at what is around you is the exact opposite of this fundamental feeling. Imagine someone standing here in the middle of the hall, seeing everything that is here. He would say that here is this man, there that man, and so on. That would be his relation to the surrounding world. But it is, however, the opposite of the prevailing mood in the world we have just been describing. There, you cannot say, “I am here, there is this being, there that one,” but you must say, “I am this being.” In reality that is the true feeling. What I have just said as regards all the separate beings is felt in face of the world as a whole. You are really everything in yourself. This being within the beings is extended over your whole mood of soul. It is in this mood of soul that you experience consciously the time between falling asleep and waking. When you live through this consciously, you cannot but have a poured out feeling toward all that you experience. You feel yourself within everything to the very limit of the world that you are at all able to perceive.

[ 9 ] Ich habe einmal folgendes versucht, und ich möchte das als eine Episode hier einschalten, nicht um Ihnen etwas Besonderes zu sagen, sondern nur, um mich erklärlich zu machen. Es ist mir nämlich vor Jahren schon aufgefallen, daß gewisse mehr oder weniger übersinnliche Zustände in den großen Weltdichtungen wie in einem Abglanz einem entgegentreten. Ich meine nämlich, wenn der Hellseher sich klarmacht, was er in gewissen übersinnlichen Erlebnissen als Grundstimmung der Seele hat, und dann die Weltliteratur durchgeht, so findet er bei den wirklich großen Dichtungen da oder dort solche Stimmungen, die gewisse Kapitel oder Abschnitte von diesen Dichtungen durchziehen. Das brauchen nicht etwa okkulte Erlebnisse der Dichter zu sein. Aber der Hellseher kann sich sagen, wenn er das, was er als Seelenstimmung erlebt hat, wie in einem Nachklange in der Sinneswelt wiedererleben will, so kann er zu diesen oder jenen großen Dichtungen gehen und findet dort etwas wie ein Schattenbild in der betreffenden Dichtung. Wenn der Hellseher mit seiner Erfahrung zum Beispiel Dante liest, so hat er zuweilen dieses Gefühl, daß ein solcher Abglanz, Schatten, die man eigentlich richtig in ihrem ursprünglichen Zustande nur hellseherisch erleben kann, in der Dichtung sind. Nun versuchte ich also einmal, gewisse Zustände, die geschildert werden können, in den Dichtungen aufzusuchen, um eine Art Konkordanz zu bekommen zwischen Erlebnissen in den höheren Welten und dem, was wie im Abglanz in der physischen Welt vorhanden ist. Und zwar fragte ich mich: Könnte es nicht etwa sein, daß jene eigentümliche Seelenstimmung, welche über die Seele ausgegossen ist, wenn ein vollbewußtes Schlafen stattfindet — also ein Sein in den höheren Welten, wie ich es jetzt beschrieben habe, aber in der Stimmung erfaßt —, sich in der Weltliteratur auch im Nachklange in der Stimmung findet? — So direkt hat sich allerdings nichts ergeben. Aber bei einer anderen Stellung der Frage ergab sich etwas. Man kann sich nämlich auch fragen, weil die Erlebnisse es gestatten: Wie würde ein anderes Wesen, das nicht Mensch ist, also zum Beispiel irgendein anderes Wesen der höheren Hierarchien, diese Seelenstimmung empfinden, das Drinnensein in den höheren Welten? Oder genauer gesprochen: Der Mensch fühlt sich in dieser Welt drinnen und schaut Wesen der anderen Hierarchien. Wie man nun in der Sinneswelt fragen kann: Was empfindet ein anderer Mensch gegenüber einer Sache, die man selbst empfindet? — so kann man auch gegenüber einem Wesen der höheren Hierarchien diese Frage aufwerfen und hat die Möglichkeit, sich eine Vorstellung zu bilden, was ein anderes Wesen erlebt. Da kann man sich dann gegenüber dem Leben in den höheren Welten, wie es beim wirklich bewußten Schlafe möglich sein würde, eine bestimmte Art von höherem Erleben vorstellen, als es beim Menschen selber der Fall ist, aber von solchem Erleben, das doch allen möglichen Anteil hat an der Menschenseele. Man kann also an ein Wesen denken, das in eine höhere Hierarchienreihe hineingehört, als es der Mensch auf der Erde ist, das aber doch auf höhere Art alles Menschliche noch empfinden kann. Wenn man die Frage so stellt, wenn man also nicht auf den gewöhnlichen Menschen reflektiert, sondern auf einen typischen Menschen, und sich die Stimmung vorstellt, so bekommt man die Möglichkeit, etwas in der Weltliteratur zu finden, von dem man sich immerhin den Begriff bilden kann: es ist ausgegossen eine solche Stimmung im Nachklange, von der man eigentlich nur eine richtige Vorstellung bekommt im ursprünglichen Zustande, wenn man sich in die jetzt geschilderte, charakterisierte Welt hineinversetzt. Nun findet sich allerdings nichts innerhalb der europäischen Literatur, von dem man sagen könnte: Es ist die Seelenstimmung darin fühlbar von dem, was ausgegossen ist über eine Seele, die sich in allem fühlt in der charakterisierten Welt. Aber es ist wunderbar, wie man anfängt in einer neuen Weise zu begreifen und sich aufs neue bewundernd entzückt zu fühlen, wenn man diese Stimmung auf sich wirken läßt im Nachklange, ausgehend von den Reden des Krishna in der «Bhagavad Gita». Ein ganz neues Licht gießt sich aus über diese Zeilen der Bhagavad Gita, wenn man sich vergegenwärtigt, es wäre das nicht in den Worten, sondern in der ausgegossenen Stimmung im Nachklange enthalten, was ich eben jetzt geschildert habe. Ich wollte das nur wie eine Illustration des Hellsehens schildern und es so schildern, daß Sie nun diese Dichtung in die Hand nehmen können und versuchen können die Stimmung aufzufinden, die darin ausgegossen ist, und von da ausgehend ein Gefühl sich erwerben, was das entsprechende Erlebnis des Hellsehers ist, wenn er aus dem Tagesleben bewußt hinüberversetzt ist in die entsprechenden Welten, oder wenn Bewußtheit über den Schlaf sich ausdehnt.

[ 9 ] I once made the following experiment, and I should like to cite it here as an episode—not as anything remarkable, but in order to make myself clear. Some years ago it suddenly struck me that certain more or less super-sensible states come before us in the great poetic works of the world as a reflection, an echo. What I mean is that if a clairvoyant becomes clear about the fundamental mood of his soul in certain super-sensible experiences and he then turns to world literature, he will find that such moods of soul run through certain chapters, or sections, of the really great poetic works. These moods are not necessarily the poet's occult experiences, but the clairvoyant can say to himself that, if he wishes to live over again as an echo in the sensory world what he experienced in this mood of his soul, he can turn to some great poem and find there something like its shadow picture. When in the light of his experience the clairvoyant reads Dante, for instance, he sometimes has the feeling that there in the poem is a reflection, or shadow, that in its original state can only be experienced clairvoyantly. Now I once made a search for certain states capable of description in poetic works, in order to set up some sort of concordance between experiences in higher worlds and what is present as a reflection of these in the physical world, and I asked myself, “Is it not possible that this particular mood poured out over the soul during fully conscious sleep (that I have described as a being in the higher worlds, but a being to be apprehended in the mood), might not this be found echoed in some mood of soul in the literature of the world?” But nothing came from this direct approach. When the question was put differently, however, something was forthcoming. Experience shows that it is also permissible to ask, “How would a being who was not a human being—for instance, some other being of the higher hierarchies—feel this mood of soul, this living within the higher worlds?” Or, to put it more exactly, man feels himself within the higher worlds and sees beings of the other hierarchies. Now just as in the world of the senses you can ask, “What does another person feel about something that you yourself feel?” so this same question can be put to a being of the higher hierarchies, and it will then be possible to gain an idea of the experience of some other being. Just as it would be possible for us in fully conscious sleep, we can form an idea, as in the case of man himself, of a definite kind of higher experience in face of life in the higher worlds, but of experience that plays a large part in the soul of man. One can imagine, therefore, a being belonging to a higher hierarchical rank than man on earth, who is able to feel what human beings feel but in a higher way. If the question is put in this way, if you reflect not on an ordinary but on a typical man, and then picture the mood of soul, it becomes possible to find something in world literature from which one can form this concept, that such a mood is poured out as an echo of what can really only be represented in its original state correctly by translating oneself into the world we have just been describing. But there is certainly nothing to be found in European literature of which it might be said, “One can here trace the mood of what pours itself out over a soul when it feels itself within the spiritual world and all that belongs there.” It is wonderful how you begin to understand in a new way and to feel fresh delight and admiration when you let this mood work on you like an echo coming from the words of Krishna in the Bhagavad Gita. Quite a new light floods these lines of the Gita when you realise that all I have just been describing is contained, not in the words, but in the echo of the mood that fills the soul. I wanted to give this merely as an illustration of clairvoyance; to picture it in such a way that you can now take up this poem and try to discover the mood flowing into it. Starting from that you may get a feeling of the clairvoyant's corresponding experience, when from his daytime existence he is transposed into these worlds in full consciousness, or when his consciousness is extended during sleep. Something else, however, is mixed with this mood, this basic feeling; something else accompanies it. It is only by means of a concept that I can try to picture what is here experienced in words because one must always have recourse to words in physical life. What is experienced is something of this nature. So far as you feel anything at all of a world, you feel yourself poured out into it. At first you do not really feel anything external anywhere, you only feel the one point in the world in which you were beforehand. That is the only external thing you feel. You find whatever harm you have done and whatever good you have done crowded into that one point. That is external. For the rest, you feel yourself with all that you have achieved in the world poured out over the whole world. You have indeed the feeling that it would be nonsense to apply certain words natural in sensory existence to this experience of your connection with the world. For instance, the words before and after cease to have meaning because as you go to sleep you do not feel that it is before, and that waking comes after. You only feel certain experiences that begin as you go to sleep, and continue to happen. After living through a number of experiences, in a certain respect you are at the same point again, but not in the same way as before going to sleep.

[ 10 ] Diese Stimmung, dieses Grundgefühl hat noch etwas anderes beigemischt, es gesellt sich noch etwas anderes hinzu. Und da kann ich allerdings nicht anders, als dadurch einen Begriff davon hervorzurufen, daß ich versuche, in Worten — Worte müssen ja immer aus dem Sinnensein entlehnt werden — so gut es geht das zu schildern, was da erlebt wird. Was erlebt wird, ist etwa folgendes:

[ 10 ] You have rather the feeling, “I have been to sleep,” and the feeling that the word “then” can no longer justifiably be used. There have taken place a number of experiences during which before and after have ceased to have meaning. If I now use the expression after a certain time (though it is not correct):

[ 11 ] Man fühlt sich, soweit man überhaupt von einer Welt etwas fühlt, in diese Welt ergossen. Man fühlt eigentlich nirgends etwas Äufßerliches zunächst als nur an dem einen Punkt der Welt, wo man vorher drinnen war. Das fühlt man als das einzige Äußerliche. Was man verbrochen hat, was man Gutes getan hat, das findet man in den einen Punkt der Welt zusammengedrängt. Das ist äußerlich. Im übrigen fühlt man sich mit dem, was man selbst angerichtet hat in der Welt, über die ganze Welt ausgegossen. Namentlich hat man das Gefühl, daß es ein Unding ist, dieses Verhältnis zur Welt so zu erleben, daß man gewisse Worte darauf anwendet, die natürlich sind im Sinnensein. So hören zum Beispiel die Worte «vorher» und «nachher» auf, einen Sinn zu haben. Denn mit dem Einschlafen ist es ja so, daß? man nicht empfindet: jetzt ist das vorher, und das Aufwachen wird nachher sein, sondern man empfindet gewisse Erlebnisse, die mit dem Einschlafen eintreten, die dann weiter geschehen. Wenn man aber eine gewisse Summe von Erlebnissen durchlebt hat, steht man in einer gewissen Beziehung wieder an demselben Punkt, aber man steht nicht so an demselben Punkt, wie man beim Einschlafen gestanden hat. Wenn man von vorher und nachher spricht, so ist das Vorher, wenn man es graphisch bezeichnet, in A und das Nachher in B. Man hat vielmehr das Gefühl: eingeschlafen bin ich. Dann wäre schon nicht richtig gebraucht. Es haben sich eben Erlebnisse abgespielt. Vorher und nachher verliert den Sinn dabei. Und wenn ich jetzt das Wort anwende — aber es ist nicht richtig! —, nach einer gewissen Zeit steht man da, wo man vorher gestanden hat, so muß man sich denken, man steht sich gleichsam gegenüber, wie wenn man aus seinem Leibe hinausgegangen, herumgegangen wäre und hinschauen würde auf sich selber. Man steht also ungefähr an demselben Punkt, wo man gestanden hat beim Herausgehen, aber man steht sich gegenüber. Man hat die Richtung geändert. Dann — wieder nur vergleichsweise gebraucht — gehen die Ereignisse weiter, und es geht so weiter, wie wenn man wieder zum Leibe zurückgeht und wieder dann drinnen ist. Man erlebt nicht ein Vorher und Nachher, sondern man kann es nicht anders bezeichnen als eine Kreislaufbewegung, bei welcher Anfang, Mitte und Ende eigentlich nicht anders gebraucht werden können, als wenn man sie zusammen gebraucht. Wie beim Kreise, wenn er fertig gezogen ist, von jedem Punkte gesagt werden muß, da fängt er an, und — wenn man herumgegangen ist — da hört er wieder auf — aber von jedem Punkte kann man das sagen —, so ist es bei diesem Erleben. Man hat nicht das Gefühl, daß man eine Zeit durchlebt, sondern eine Kreislaufbewegung durchmacht, einen Zyklus beschreibt — und verliert bei diesem Erleben vollständig das Gefühl für die Zeit, die man gewöhnlich im Sinnensein hat. Man hat nur das Gefühl: Du bist in der Welt, und die Welt hat zu ihrem Grundcharakter das Zyklische, das Kreishafte. Und ein Wesen, welches nie die Erde betreten haben würde, welches nie im Sinnensein gewesen wäre, sondern nur in dieser Welt immer gelebt hätte, würde nie auf den Gedanken kommen, die Welt habe einmal einen Anfang genommen und könne gegen ein Ende zulaufen, sondern es würde sich ihm immer nur eine in sich geschlossene Kreiswelt darstellen. Ein solches Wesen hätte gar keine Veranlassung zu sagen, es erstrebe die Ewigkeit, aus dem einfachen Grunde, weil überall alles ewig ist, weil nirgends etwas ist, über das man hinaussehen könnte als über etwas Zeitliches in etwas Ewiges hinein.

[ 11 ] “after a certain time one again stands where one stood before”—it must be imagined that you are standing opposite yourself, as it were, as though you were out of your body, walking around and looking at yourself. So you stand at about the same point where you stood on leaving the body, but you are now standing opposite yourself; you have changed your direction. Then (again using “then” in a merely comparative sense) events continue to take place, and it is as if you had returned to your body and were inside it once more. You do not experience any before or after, but what you can only describe as a revolving, about which the words “beginning,” “middle” and “end” can only be used together. In this kind of experience, it is just the same as when you say about any point of the whole circumference of a circle, “Here it begins,” and, having made the whole round, “Here it ends.” You have no feeling of having lived through a period of time, but rather the feeling of making a round, of describing a circle, and in this experience you completely lose the feeling of time that you normally have in sensory existence. You only feel that you are in the world that has the fundamental characteristic of being round, of being circular. A being who has never walked the earth, who has never lived in the world of the senses but has always lived in the world of which we are speaking, would never be struck by the idea that the world once had a beginning and could be coming to an end. He would always think of it as a self-enclosed, round world. Such a being would have no inducement to say that he strove for eternity for the simple reason that everything around him is eternal, that nowhere is there anything beyond which he could look from the temporal into the eternal.

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[ 12 ] Dieses Gefühl der Zeitlosigkeit, des Zyklischen tritt also auf der entsprechenden Stufe des Hellsehens oder beim bewußten Durchleben des Schlaflebens auf. Aber dies vermischt sich mit einer gewissen Sehnsucht. Die Sehnsucht tritt dadurch hervor, daß man nie bei diesem Erleben in der höheren Welt eigentlich in Ruhe ist, man fühlt sich überall in der Kreisbewegung drinnen, fühlt sich immer bewegt, macht nie irgendwo halt. Und die Sehnsucht, die man hat, ist, irgendwo haltmachen zu können, irgendwo in die Zeit hineintreten zu können! Genau, möchte ich sagen, das Umgekehrte von dem, was man im Sinnensein erlebt. In diesem fühlt man sich immer in der Zeit und hat die Sehnsucht nach der Ewigkeit. In der Welt, von der ich gesprochen habe, fühlt man in der Ewigkeit und hat die einzige Sehnsucht: Wenn doch irgendwo die Welt stille stände und irgendwo in das Zeitensein einrückte! Das ist das, was man als ein Grundgefühl kennenlernt: die immerwährende Beweglichkeit im All und die Sehnsucht nach der Zeit, das Erleben in dem immerwährenden, sich selber für immer garantierenden Werden — und die Sehnsucht: Ach, könnte man doch irgendwo auch einmal irgendwie vergehen!

[ 12 ] This feeling of timelessness, this feeling of the circle, appears at a certain stage of clairvoyance, or in the conscious experience of sleep. With it is intermingled a certain yearning, a yearning that arises because in this experience in the higher world you are never really at rest. Everywhere you feel yourself in this revolving movement, always moving, never staying still. The longing you have is, “If only a halt could be made, if only somewhere one could enter time!” This is just the opposite, one might say, of what is experienced in sensory existence, in which we always feel ourselves in time while yearning after eternity. In the world of which I have been speaking, we feel ourselves in eternity with this one desire, “If only at some point the world would stand still and enter time existence!” This is what you realise to be the very fundamental feeling—the everlasting movement of the universe, and the longing for time; this experience of eternal becoming, this becoming that is its own surety, and the longing, “Ah, if only one could but somewhere, somehow, come to an end!”

[ 13 ] Ja, man hat volle Berechtigung, wenn man die Begriffe des Sinnenseins anwendet, solche Dinge paradox zu finden. Aber man darf sich an diesen Paradoxien nicht stoßen, denn das würde bedeuten, daß man sich nicht einlassen will auf die reale Beschreibung der höheren Welten, bei deren Betreten man nicht nur alles übrige, sondern auch die gewöhnlichen Beschreibungen der Sinneswelt aufgeben muß, wenn man diese höheren Welten in ihrer Wirklichkeit beschreiben will.

[ 13 ] Yes, when the conceptions of the life of the senses are applied to these things one is fully justified in thinking them strange. But we must not let this impede us. That would imply that we do not wish to accept a real description of the higher worlds. If that is really what we want on setting foot in them, all ordinary descriptions of the world of the senses, and everything else besides, must be abandoned.

[ 14 ] Dieses Gefühl, das ich Ihnen geschildert habe, das Sie bitte betrachten wollen als ein Erlebnis, das man in sich selber und an sich selber hat — und es ist wichtig, daß man dieses Erleben in sich selber und an sich selber hat, denn das gehört zu den ersten Schritten auf dem Wege der Initiation —, kann in zweifacher Weise auftreten. Einmal kann dieses Gefühl so auftreten, daß man das, was man erlebt, so ausdrücken müßte: Ich habe eine Sehnsucht nach der Vergänglichkeit, nach dem Sein, zusammengedrängt in der Zeit, ich möchte nicht ausgegossen sein in die Ewigkeit. Dieses Gefühl, bitte das wohl zu beachten, hat man in der geistigen Welt, also nicht etwa im Sinnensein, sondern es braucht, wenn man wieder zurückkommt in die Sinneswelt, gar nicht dazusein, es ist nur da in der geistigen Welt. So kann man sagen, man habe in der geistigen Welt das Gefühl: du möchtest so recht hinein dich erleben in die Zeitlichkeit, möchtest so recht konzentriert sein in Selbständigkeit an einem Punkt des Weltenseins, und möchtest das so vollenden, daß du sagen kannst: Ach, was ist an aller Ewigkeit gelegen, die sich sonst im Universum ausdehnt, ich will mir dieses eine Selbständige sichern, da drinnen will ich sein!

[ 14 ] I beg you to look upon this feeling I have just pictured as an experience that one has in oneself and for oneself, and it is important that one should experience this in oneself and for oneself, because that belongs to the first stages on the path to initiation. This feeling may arise in two ways. In one way it may be expressed by saying, “I have a longing for what is transitory, for existence concentrated in time; I do not wish to be poured out into eternity.” If you have this feeling in the spiritual world (I ask you to consider this well) you do not necessarily bring it back with you into the world of the senses. On the contrary, it need not be present there at all when you return; it may only be in the spiritual world. You may say you have this feeling in the spiritual world—chat you would like to experience yourself right within time, you would like to be concentrated in independence at some point of world existence. You would like to do this so completely that you could say, “Why should I bother about eternity that extends itself out in the rest of the universe! I want to make this something independent for myself, and to live in that.”

[ 15 ] Denken Sie sich diesen Wunsch, dieses Gefühl in der Welt erlebt. Es ist nur noch nicht so genau ausgedrückt, sondern wir müssen zu einer anderen Charakteristik noch kommen, müssen es noch mit etwas anderem verbinden, wenn der Ausdruck genau sein soll. Wenn man dieses Gefühl an das menschliche Sinnensein heranbringen will, so charakterisiert man mit Anklängen an die Sinneswelt. Aber ich habe ja gesagt, dort oben ist alles Wesenheit, und man kann gar nicht anders davon sprechen. Man hat aber noch nicht ganz recht, wenn man sagt, daß alles Wesenheit wäre. Wenn man in der Sinneswelt von einem Wunsche ergriffen ist, so kann man sich sagen: Ach, könntest du dir doch diesen einen Punkt sichern. Wenn man von den höheren Welten in Wirklichkeit spricht, muß man sagen, man fühlt sich von einem Wesen hingedrängt, und das wirkt in einem und bewirkt in einem, daß man sich so ausdrückt, daß man hinein will in diesen Punkt. Wenn man einen solchen Wunsch verstanden hat — sich diesen Punkt zu sichern, konzentriert zu sein in der Zeitlichkeit — als einen Impuls, der von einem Wesen gegeben wird in der Welt — nur so kann es sein —, so hat man den Einfluß des luziferischen Wesens in der Welt erfaßt.

[ 15 ] Just imagine this wish, this feeling, experienced in the spiritual world. We have not yet expressed this exactly, but have still to describe it in another way to make it precise, and then to combine it with something else. If we want to bring this down into human sensory existence, we have to describe it—if we still wish to do so at all—by what is reminiscent of the world of the senses. You will remember that I have just said, “Up above, everything is being and we cannot speak of it in any other way.” But that is not the whole truth. When in the world of the senses some desire takes possession of us we may say, “You feel yourself driven on by some being who works in you and causes you to express this wish to make sure of some particular point.” If one has understood the wish to make sure of one point, the wish to be concentrated in temporal things, as an impulse given by a being of the spiritual world—it can only be such a being—then one has to grasp what influence Luciferic beings have in that world.

[ 16 ] Jetzt sind wir bei dem Begriff, wo man sagen kann: Wie kann man davon sprechen, man stünde einem luziferischen Wesen gegenüber? Wenn ein solcher Einfluß in den Welten der höheren Hierarchien auftritt: Hingezogensein von der Ewigkeit zu einem selbständigen Konzentriertsein in der Welt, so erlebt man das luziferische Wirken. Und wenn man es erlebt hat, dann weiß man, wie die Kräfte, die luziferisch sind, beschrieben werden können. Dann werden sie so beschrieben, wie ich es charakterisiert habe, und dann erhält man erst die Möglichkeit, real zu sprechen über einen Gegensatz, der seinen Nachklang auch hineinschickt in unsere Sinneswelt. Es ist der Gegensatz, der sich einfach dadurch ergibt, daß man jetzt weiß, im Sinnensein ist es ganz natürlich, daß man in die Zeitlichkeit hineinversetzt ist. Für die geistige Welt, die, bildlich gesprochen, oberhalb der astralen Welt liegt, ist es ganz natürlich, daß man dort nichts mehr von Zeitlichkeit, sondern nur noch Ewigkeit verspürt. Und der Nachklang der devachanischen Erfahrung, der als Sehnsucht im Zeitlichen auftritt, ist die Sehnsucht nach der Ewigkeit. Das Zusammenspielen der wirklich erlebten Zeit — der wirklich erlebten Zeit im Augenblick — mit der Sehnsucht nach der Ewigkeit kommt davon her, weil unsere Sinneswelt die devachanische Welt durchdringt, die Welt des Geisterlandes. Und wie hinter unserer Sinneswelt das Geisterland selber für das gewöhnliche sinnliche Wahrnehmen verborgen ist, so ist hinter dem Augenblicke das Ewige verborgen. Und wie man nirgends sagen kann, da hört die Sinneswelt auf, und da beginnt die geistige Welt, sondern wie überall die geistige Welt das Sinnensein durchdringt, so durchdringt jeden Augenblick ihrer Qualität nach die Ewigkeit. Man erlebt nicht die Ewigkeit, wenn man hinauskommt aus der Zeit, sondern wenn man im Augenblick selber die Ewigkeit hellseherisch erleben kann. Sie ist im Augenblick selber garantiert, denn sie steckt in jedem Augenblick drinnen.

[ 16 ] Having reached this conception, we may now ask, “How can one speak about being confronted with a Luciferic being?” When, in the world of the higher hierarchies, we feel thus influenced to draw away from eternity to a state of independent concentration in the world, then it is that we feel the working of Lucifer. When we have experienced that, then we know how the forces that are Luciferic can be described. They may be described in the way I have just shown, and only then does it become possible to speak with reality of a contrast that even finds an echo in our world of the senses. This contrast simply arises from the realisation that in sensory existence it is quite natural for us to be placed into the temporal, whereas in the spiritual world that lies—to speak from a transitory point of view—above the astral world, it is natural for us no longer to perceive what is temporal, but only what is eternal. This devachanic experience that appears there as a longing for temporal life is echoed in the longing for eternity. The interplay of actually experienced time—time experienced in the passing moment—with the longing for eternity, arises because of the penetration of our world of the senses by the devachanic world, the world of spirit-land. Just as for ordinary sense perception, the spirit-land is hidden behind our physical world, so the eternal is hidden behind the passing moment. Just as there is no point where we can say, “Here ends the world of the senses, and here begins the spiritual world,” but everywhere the spiritual world permeates sensory existence, so each passing moment, in accordance with its quality, is permeated by eternity. We do not experience eternity by coming out of time, but by being able to experience it clairvoyantly in the moment itself. We are guaranteed eternity in the passing moment; in every moment it is there.

[ 17 ] Wenn Sie irgendwo die Welt nehmen, so können Sie nicht sagen, wenn Sie vom Standpunkt des hellseherischen Bewußstseins aus sprechen, insofern irgendwo in der Welt ein Wesen ist, dieses Wesen sei ein zeitliches, oder dieses Wesen sei ein ewiges. Für das geistige Bewußtsein hat der Ausdruck keinen Sinn: Hier ist ein Wesen, das zeitlich ist —, oder: Hier ist ein Wesen, das ewig ist — sondern etwas ganz anderes hat einen Sinn. Was dem Dasein zugrunde liegt — Augenblick und Ewigkeit —, ist immer und überall. Die Frage kann nicht anders gestellt sein als: Wie kommt es, daß die Ewigkeit einmal als Augenblick erscheint, daß das Ewige einmal zeitlich erscheint, und daß ein Wesen in der Welt die Gestalt des Zeitlichen annimmt? Das kommt von nichts anderem als davon her, daß unser Sinnensein überall, wo es auftritt, von luziferischen Wesenheiten zugleich durchsetzt ist. Und soweit das huziferische Wesen hereinspielt, soweit wird die Ewigkeit zur Zeitlichkeit gemacht. Sie müssen also sagen: Ein Wesen, das irgendwo in der Zeit auftritt, ist soviel ein ewiges Wesen, als es sich zu befreien vermag von dem luziferischen Dasein, und es ist ebensoviel ein zeitliches Wesen, als es unterliegt dem luziferischen Dasein. Man hört auf, wenn man geistig zu charakterisieren beginnt, die Ausdrücke des gewöhnlichen Lebens zu gebrauchen. Wenn man im gewöhnlichen Leben anwendet, was die Religionen lehren und was die Theosophie lehrt, so würde man sagen: Der Mensch hat seinen Leib als äußere Hülle, und er hat in sich sein Seelen- und Geistessein; der Leib ist vergänglich, das Seelen- und Geistessein ist ewig und unsterblich. So ist es richtig gesprochen, insofern man in der Sinnenwelt drinnen ist und dort die Dinge charakterisieren will. Es ist nicht mehr richtig gesprochen, wenn man den Gesichtspunkt der geistigen Welt anwenden will, sondern da muß man sagen: Der Mensch ist ein Wesen, zu dessen ganzer Natur fortschreitende göttliche Wesen und luziferische Wesen mitwirken müssen. Und insofern fortschreitende göttliche Wesen in ihm sind, ringt sich ein Teil seines Wesens so los von allem, was daran luziferisch ist, daß es der Ewigkeit teilhaftig ist. Insofern die göttlichen Wesen wirken, hat der Mensch Anteil an dem Ewigen; insofern die luziferische Welt in ihm wirkt, gliedert sich an die Menschenwesenheit alles an, was mit Vergänglichkeit und Zeitlichkeit verbunden ist.

[ 17 ] Wherever you go in the world, when speaking from the standpoint of clairvoyant consciousness, you can never say of beings that one is temporal and another eternal. To say that here is a temporal being or there an eternal being has no meaning for spiritual consciousness. Real meaning lies in something quite different. What underlies existence—the passing moment and eternity—is everywhere and forever, and the only way to put the question is, “How comes it that eternity sometimes appears as the passing moment, that the eternal sometimes appears temporal, and that a being in the world assumes a form that is temporal?” It simply comes from this, that sensory existence, wherever it occurs, is interspersed with Luciferic beings, and to the extent that these beings play into sensory existence, eternity is rendered temporal. It must therefore be said, “A being appearing anywhere in time is eternal insofar as it has power to liberate itself from the Luciferic existence, but insofar as it is subject to it, it remains temporal.” When we begin to describe things in a spiritual way, we leave off using expressions of ordinary life. In ordinary life, if we apply the teaching of religion and of anthroposophy, we should say, “Man has his body as an outer sheath, and within he has his soul and spirit being; his body is mortal, but his being of soul and spirit is immortal and eternal.” This is how it should be expressed, insofar as we are in the world of the senses and want to describe what is there. It is no longer correct if we wish to apply the standpoint of the spiritual world; then it must be put in this way, “Man is a being in whose nature as a whole, progressive, divine beings must work together with Luciferic beings; to the extent that progressive, divine beings are in him, part of his being wrests itself away from all that is Luciferic, and so comes to participate in the eternal. Insofar as divine beings work in man, he shares in the eternal; insofar as the Luciferic world works in him, all that is bound up with the temporal and transitory becomes part of his very being.”

[ 18 ] Also als ein Zusammenwirken verschiedenartiger Wesenheiten erscheinen Ewigkeit und Zeitlichkeit. In den höheren Welten hat es auch keinen Sinn mehr, von solchen abstrakten Gegensätzen zu sprechen wie Ewigkeit und Zeitlichkeit; die hören auf, in den höheren Welten einen Sinn zu haben. Da muß man von Wesenheiten sprechen. Deshalb spricht man von fortschreitenden göttlichen Wesenheiten und von luziferischen Wesenheiten. Weil die in den höheren Welten da sind, spiegelt sich ihr Verhältnis zueinander als der Gegensatz von Ewigkeit und Zeitlichkeit.

[ 18 ] The temporal and eternal thus appear as the working together of diverse beings. In the higher worlds there is no longer any sense in speaking of abstract opposites such as the temporal and the eternal because there they cease to have any meaning. There we have to speak of beings. We speak, therefore, of progressive, divine beings and of Luciferic beings. Because these beings are present in the higher worlds, their relation to one another is reflected in the antithesis of time and eternity.

[ 19 ] Ich habe gesagt, es ist gut, wenn der Mensch bei seinem Aufrücken in die Welt, die hier gemeint ist, zunächst mehr moralische Erinnerungen fühlt und nicht so sehr seine äußere physische Gestalt. Der Mensch soll nach und nach erst — mit den fortgesetzten Übungen für die ersten Schritte der Initiation — auch so hellseherisch werden, daß das Erinnerungsbild an die äußere physische Gestalt auftritt. Mit diesem Auftreten des Erinnerungsbildes der eigenen physischen Gestalt ist aber noch etwas anderes verbunden: daß eigentlich erst von da ab der Mensch — und so ist es gut — nicht nur im allgemeinen sein Seelenleben als Erinnerung fühlt, nicht nur im allgemeinen seine guten und schlechten Taten, seine moralischen und dummen Taten, sondern sein ganzes Ich fühlt. Sein ganzes Selbst fühlt er in dem Moment als Erinnerung, wo er auf seinen Leib als Form zurückschauen kann. Da fühlt er dann sein Wesen wie gespalten. Er schaut auf einen Teil, den er beim Hüter der Schwelle abgelegt hat, und schaut auf das, was er sein Ich nennt in der Sinneswelt. Jetzt ist man, wenn man auf sein Ich zurückblickt, auch in bezug auf sein Ich gespalten und sagt sich mit aller Ruhe: Was du dein Ich früher genannt hast, daran erinnerst du dich jetzt nur; jetzt lebst du in einem übergeordneten Ich, und das verhält sich so zu dem früheren Ich, wie du dich als Denker verhältst in bezug auf die Erinnerungen zum Leben im Sinnensein. Auf das also, was der Mensch eigentlich ist als Erdenmensch, auf seinen Ich-Menschen sieht man erst auf dieser Stufe herunter. Man ist aber da zugleich entrückt in eine noch höhere Welt, die man das höhere Geisterland oder — wenn man will — die höhere Mentalwelt nennen kann, eine etwas von den anderen verschiedene. Da ist man darinnen, wenn man das Ich zwiegespalten fühlt und das gewöhnliche Ich nur noch als Erinnerung fühlt. Da hat man erst die Möglichkeit, in richtiger Weise den Menschen auf der Erde zu beurteilen. Wenn man von dort zurückschaut, fängt man an zu wissen, was der Mensch seiner tiefsten Wesenheit nach ist. Da bekommt man auch die Möglichkeit, ein erlebtes Urteil zu gewinnen über den Verlauf der Geschichte. Da gliedert sich einem die erlebte Menschheitsentwickelung in den Fortgang der Seelen als Ich-Wesen, da ragen heraus aus dem gewöhnlichen Fortgange die Wesen, welche die führenden im Fortgang der Menschheit sind. Da ist es so, wie ich es im zweiten Vortrage charakterisiert habe, daß man wirklich die Impulse erlebt, die fortwährend in die Evolution der Menschheit hineinfließen durch die Initiierten, die überall aus dem Sinnensein in das Geistessein zu gehen haben, damit sie ihre Impulse geben können. Mit dem Punkt, wo man den Menschen als Ich-Wesen erlebt, erlebt man auch erst die wahre Einsicht in das Menschenwesen als solches. Nur eine Ausnahme gibt es dabei.

[ 19 ] I have said that it is good if a man, on rising to the world to which we are referring, should at first experience memories of a more moral kind rather than his external physical form. Persevering with the exercises for the first steps in initiation, he should gradually become so clairvoyant that there will then appear the memory picture, too, of his physical form. There is something else, however, connected with the arising of this memory picture of one's physical form, and that is that actually from this time on (and it is right) he feels as a memory not only his life of soul in general, not only in general his good and bad deeds and his moral and his foolish ones, but his entire ego. It is his whole self that he feels as a memory in the moment when he can look back on his body as form. He then feels his being as if split in two. He beholds the part he left behind with the Guardian of the Threshold, and he beholds what, in the sense world, he called his ego. Now, on looking back on his ego, he feels that there also is a cleavage, and quite calmly says to himself: “Only now are you able to remember what you formerly called your ego. You now live in a more highly organised ego that bears the same relation to the former ego that you as thinker bear to memories of life in the world of the senses.” At this stage one sees for the first time what man, earthly man, actually is; one looks down on one's ego-man. At the same time, however, one is raised to a still higher world that may be called the higher spirit-land or, if you will, the higher mental world; a world that differs somewhat from the others. We are in this higher spirit-land when experiencing the splitting of the ego, and the ordinary ego in memory only. It is here that one is first able to form a true estimate of man on earth. As one looks back one begins to know what man is in his inmost being. There, too, it is first possible to come to an experienced judgement concerning the course of history. Human evolution that has been experienced becomes for us the progress of the soul as an ego being. Standing out from the general progress are the beings who are leaders in the advancement of humanity. Here one actually experiences what I described in the second lecture, that is, the impulses that are continually flowing into human evolution through the initiates, those initiates who, wherever they may be, have to leave the life of the senses and go to spiritual worlds so that they can give out these impulses. When you reach the point of experiencing man as an ego being, you also experience for the first time a true insight into the human being as such. To this there is only one exception.

[ 20 ] Fassen wir das schon Gesagte zusammen. Wenn der Mensch die ersten Schritte zur Initiation durchmacht, kann er sich hellseherisch zur Welt des niederen Geisterlandes erheben; er erlebt die Vorstellungen des Seelischen, des Moralischen, des Intellektuellen, sieht hinunter auf das, was in den Seelen vorgeht, auch wenn sie sich nicht zusammenfassen würden als Ich-Wesen. Das Zusammenfassen der Wesen als Ich-Wesen erlebt man im höheren Geisterlande und damit auch alle Blüten des Geisteslebens in den Initiierten — mit einer einzigen Ausnahme, die richtig und gut ist, wenn sie als Ausnahme eintreten kann und dadurch die allgemeine Regel durchbrochen wird: Vom niederen Geisterlande aus sieht man die ganze Wesenheit des Christus Jesus! So daß man zurückblickend, rein menschlich sehend und die Erinnerungsvorstellungen festhaltend, die Erinnerung hat an den Christus Jesus, an alle Ereignisse, die mit ihm vorgegangen sind, wenn die andere Bedingung erfüllt ist, von der ich im zweiten Vortrage gesprochen habe. Die Wahrheit über alle anderen Initiierten erlebt man erst in dem höheren Geisterlande.

[ 20 ] Let us recapitulate all that has been said. When a man goes through the first stages of initiation, he can raise himself clairvoyantly to the world of the lower spirit-land; he experiences conceptions of what has to do with the soul, of what is moral and what is intellectual. He looks down on all that is going on in souls, even if they do not comprehend themselves as ego beings. This comprehension of one's being as an ego being, together with all the blossoming of spiritual life in the initiates, is experienced in the higher spirit-land with one single exception that is right and good if it can happen as an exception that breaks through the general rule. From the lower spirit-land one sees the whole being of Christ Jesus! So that, looking back in a purely human way, and holding fast to what is present in remembrance, you have a memory of Christ Jesus and of all the events that have taken place in connection with Him, that is, if the other condition of which I spoke in the second lecture has already been fulfilled. The truth about the other initiates, however, you experience for the first time in the higher spirit-land.

[ 21 ] Da haben wir einen Unterschied von einer ungeheuren Tragweite. Wenn der Mensch hinaufkommt in die geistige Welt, dann sieht er — zurückblickend — auf das Irdische, das er zunächst seelisch sieht, wenn er nicht so die Erinnerung hat, daß er zurückblickend auf das Erdensein sich erinnert an die physisch herumgehenden Menschen in Gestalt und Form. Das soll er erst erleben, wenn er den charakterisierten höheren Punkt erlebt. Nur den Christus Jesus darf und soll er bei den ersten charakterisierten Schritten auf dem Wege zur Initiation sehen! Und er kann ihn sehen, wenn er hinaufrückt und sich überall umgeben sieht von nur Seelischem, das zunächst nicht durchtränkt ist von Ich-Wesenheit, da drinnen aber wie eine Art von Mittelpunkt die Christus-Wesenheit, vollbringend das Mysterium von Golgatha, mit dem Ich durchdrungen.

[ 21 ] There we have a vastly important distinction. When a man rises into the spiritual world, on looking back he perceives what is of the earth. But he sees it first with its soul quality unless he can remember in such a way that, looking back on earthly existence, he remembers physical man and the shape and form in which he goes about. That is a thing he should only experience at the higher point described. It is only Christ Jesus that he may and should see at the first steps on the path of initiation. This he can do when on going forward he sees himself surrounded by nothing but what is of a soul nature, that at first has nothing in it of the ego. But then, within, as a kind of central point, is the Christ Being, fulfilling the Mystery of Golgotha and permeated by the ego.

[ 22 ] Was ich Ihnen jetzt gesagt habe, kann natürlich nicht irgendwie aufgefaßt werden als ein Ausfluß einer der bestehenden christlich konfessionellen Weltanschauungen, denn ich glaube nicht, daß es sich irgendwo charakterisiert fände. Aber wohl findet sich in einer gewissen Weise, weil das Christentum eben durchaus nicht in seinem bisherigen Verlauf das erreicht hat, was es erreichen muß, man möchte sagen, das Gegenteil von dem Charakterisierten, aber auf eine sehr eigentümliche Weise, auf die man erst kommt, wenn man die Dinge okkult genau einsieht. Vielleicht werden doch einige von Ihnen wissen, daß es unter den offiziellen Vertretern des Christentums viele gibt, die eine heillose Angst vor allem haben, was man Okkultismus nennt, und alles dieses als ein reines Teufelszeug betrachten, das dem Menschen nur Verderben bringen kann. Warum ist das so? Warum erlebt man es immer wieder und wieder, wenn man mit den Vertretern irgendwelcher Priesterschaft spricht und auf Okkultismus oder Theosophie die Rede kommt, daß sie das abweisen? Und wenn man einem solchen Herrn sagt: Sehen Sie doch einmal ein, daß die christlichen Heiligen immer die höheren Welten erlebt haben und daß dies in den betreffenden Biographien dargestellt ist —, dann bekommt man zur Antwort: Ja, das ist zwar so, aber das darf nicht angestrebt werden. Man darf zwar das Leben der Heiligen lesen, aber wenn man sich nicht der Gefahr der Teufelei aussetzen will, darf man es nicht nachleben. — Woher kommt das?

[ 22 ] What I have just told you cannot, of course, be understood as coming from any of the world conceptions of existing Christian religions. I hardly imagine that you would find it described anywhere. You can, indeed, find what may be called the reverse of what I have said in a certain special way that one first lights upon when looking occultly and precisely into the matter, because up to the present, Christianity has not reached the goal it has finally to attain. Perhaps some of you will know that there are many among the official representatives of Christianity who have a mortal dread of what is known as occultism, and look on it simply as the work of the devil that can only do man harm. Why is this so? Why do we repeatedly find, when we speak to the representatives of any particular priesthood and the conversation turns to occultism or anthroposophy that they shy away from it? If you point out to them that the Christian saints have always experienced the higher worlds, and that their biographies tell us so, you get the reply, “Oh yes, that may be so but these things should not be striven after. There is no harm in reading the lives of the saints, but you shouldn't copy them if you want to keep away from the wiles of the devil.” Now why does this occur?

[ 23 ] Wenn Sie das zusammennehmen, was ich gesagt habe, werden Sie es begreifen: Es ist eine Art Angstgefühl, das sich darin ausdrückt, ein recht starkes Angstgefühl. Die Leute wissen nicht, woher es kommt, aber der Okkultist kann es wissen. Der Mensch kann — wie ich Ihnen im zweiten Vortrag gesagt habe — in den höheren Welten diese Erinnerung an den Christus nur haben, wenn er ihn richtig hier in der physisch-sinnlichen Welt auf der Erde erfaßt hat. Und richtig ist es, schon in der allernächsten Welt ihn zu haben, in die man eintritt, wo man noch das übrige Menschliche als Erinnerungsvorstellung hat. Es ist auf der einen Seite nötig, daß man die Erinnerungsvorstellung hat, auf der anderen Seite kann man sie nur haben, wenn man sich hier schon damit durchdrungen hat. Deshalb kommt es vor, daß die, welche etwas mit dem Okkultismus bekannt geworden sind, aber gewisse wichtige und eklatante Tatsachen nicht durchdrungen haben, es für einerlei halten, ob der Mensch in unseren jetzigen Zeiten, wenn er in die höheren Welten hinaufdringt, mit der Christus-Vorstellung bekannt geworden ist oder nicht. Denn sie glauben, was dort oben ist, hinge doch nicht so stark von dem ab, was man unten erlebt hat, obwohl sie es sonst immer betonen. Es hängt aber gerade die Art, zu dem Christus sich in den höheren Welten zu stellen, davon ab, wie man sich zu ihm verhalten hat in der physischen Welt. Wenn man es nicht versucht, die richtige Vorstellung von ihm in der physischen Welt hervorzurufen, so kommt man in einer gewissen Weise unreif hinauf und kann ihn dort nicht finden, trotzdem man ihn finden sollte; so daß einem, wenn man nicht auf diese ganz bedeutsame, eklatante Sache bedacht ist, in der Tat durch das Hinaufrücken in die höheren Welten die Christus-Vorstellung vollständig verlorengehen kann. Wenn es also jemand verschmähen würde, schon innerhalb des Sinnenseins ein Verhältnis zu dem Christus zu gewinnen, so könnte er ein großer Okkultist werden und nichts von dem Christus durch seine Wahrnehmungen in den höheren Welten wissen, denn er würde ihn dort nicht finden und würde nichts lernen können von ihm. Seine Vorstellungen über ihn würden immer mangelhaft sein. Das ist das Bedeutsame. Ich sage Ihnen damit nicht irgend etwas, was ich Ihnen aus einer subjektiven Meinung heraus sage, sondern was ein gemeinsames objektives Resultat derer ist, die darüber Forschungen angestellt haben. Bei den Okkultisten kann es objektiv beschrieben werden, daß es so ist; bei dem, der keine Nötigung dazu empfindet, Okkultist zu werden, sondern der nur ein braver Vertreter seines Religionsbekenntnisses ist, äußert es sich mit all jener Unbewußtheit, die ich jetzt als Angstzustand geschildert habe. Und wenn jemand dann den Weg in die höheren Welten unternehmen will, ist das ein großes Teufelszeug, und solche Menschen meinen, der könnte doch vielleicht nicht das richtige Verhältnis zum Christus gewonnen haben, also soll er nur ja nicht aus der gewöhnlichen Welt hinausgeführt werden. Es ist also diese Angst in einer gewissen Weise eine begründete. Diese Menschen wissen nicht, wie es zum Christus hingeht, und wenn sie dann in die höheren Welten hineinkommen, geht ihnen der Christus verloren. Es ist das etwas, was man als eine Art Angst bei einer gewissen Priesterschaft verstehen kann, dem man aber in keiner Weise entgegenkommen kann. Ich bitte diesen kleinen Exkurs, der kulturhistorisch interessant ist, weil man dadurch vieles versteht von dem, was sich im Leben abspielt, als bedeutend zu betrachten und sich nachdenkend im Leben damit zu beschäftigen.

[ 23 ] If you take all that I have told you into consideration, you will understand that what here finds expression is a kind of fear, a strong feeling of fear. Ordinary people do not recognise its origin, but the occultist can do so. As I have said in the second lecture, in the higher worlds there can only be this memory of the Christ when a man has rightly understood Him on earth, in the physical world of the senses. It is important to have this memory of the Christ in the very next world you enter, where you still keep a memory image of the rest of humanity. On the one hand, it is necessary to have the memory image; on the other, you can only have it down here if it has already permeated you. Hence it happens that those who know something of occultism, but have not thoroughly assimilated certain important and outstanding facts, think it is all one whether man, when today he presses on into spiritual worlds, has become acquainted or not with this image of the Christ. They do not consider that what is above depends to any great extent on what has been experienced below, although in other respects they are continually emphasising it. But the kind of position in which you find yourself with regard to the Christ in the higher worlds does indeed depend on how you relate yourself to Him in the physical world. If in the physical world you do not try to call up the right conception of Him, you are not in a certain respect sufficiently developed for the higher worlds, and in spite of the fact that you should find Him there, you cannot do so. So that if you have not concerned yourself about this matter that is full of splendour and so significant, on rising to higher worlds you may completely miss this image of the Christ. If, then, anyone when still in sensory existence, were to reject the idea of forming a relationship to Christ, he might even become a great occultist and yet, through his perceptions in the higher worlds, have no knowledge of the Christ; he would not find Him there, nor be able to learn anything from Him. There would always be something wanting in his conception of the Christ. That is the significant thing. I am not here giving out anything that is merely a subjective opinion, but what is the common objective result of those who have made the relevant investigations. Among occultists it can be said objectively that it is so, but in anyone who does not feel impelled to become an occultist, and who is simply a faithful follower of his particular religious creed, the same thing is expressed in that unconsciousness that I have just described as a state of fear. Then if anyone would embark upon the path into higher worlds, this is said to be devil's work; it is thought that perhaps he cannot have found the right relation to Christ, and therefore ought not to be led beyond the ordinary world. In a certain sense this fear is well-grounded. These men do not know the way to Christ, and if they then enter higher worlds, Christ is lost to them. This feeling among certain priestly orders can be understood as a kind of fear, but there is no way of meeting it. I beg you to give this little digression your serious attention, and to go on thinking about it in life. It is interesting as a piece of historical culture, and will help you to understand much that plays itself out in life.

[ 24 ] Von zwei verschiedenen Gesichtspunkten aus habe ich Ihnen sozusagen Ausläufer zu dem Christus gezeigt und habe versucht, ein paar Lichter auf die Christus-Wesenheit zu werfen. Alles, was ich gesagt habe, kann auch ohne diese zwei Ausläufer gesagt werden und ist dann auch gültig und verständlich. Aber es ist notwendig, sich objektiv den Tatsachen entgegenzustellen und sie ganz unbeeinflußt von den konfessionellen Richtungen als kosmische Tatsachen ins Auge zu fassen.

[ 24 ] I have shown you different aspects of the Christ from two different points of view, and have tried to throw light on His being. But all that I have previously said would be just as valid and comprehensible without these two points of view. It is necessary, however, to meet the facts objectively and, without the bias of any religious tendency, to grasp them objectively as cosmic facts.

[ 25 ] Damit haben wir versucht, ein gewisses Licht zu werfen auf die Begriffe Zeitlichkeit, Vergänglichkeit, Augenblick und Ewigkeit auf der einen Seite, Sterblichkeit und Unsterblichkeit auf der andern Seite. Und es haben sich zusammengebunden die Begriffe Vergänglichkeit und Zeitlichkeit mit dem luziferischen Prinzip. Mit dem Christus-Prinzip werden sich uns Begriffe wie Ewigkeit, Unsterblichkeit zusammenfügen. Es könnte jemand glauben, daß dies im allermindesten wenigstens irgendeine Geringwertung des luziferischen Prinzips sein könnte, eine Abweisung unter allen Umständen, indem bei dem Luziferischen auf das Zeitliche, Vergänglichere, auf das Konzentriertsein auf einen Punkt hingewiesen wird. Für heute möchte ich das eine nur sagen, daß man nicht unter allen Umständen recht hat, den Lichtträger als etwas zu betrachten, vor dem man sich zu fürchten hätte, daß man Luzifer abzuweisen hat als etwas, von dem man unter allen Umständen loskommen soll. Wenn man das tut, bedenkt man nicht, daß der wahre Okkultismus lehrt, daß es ein ähnliches Gefühl gibt hier in der Sinneswelt wie in der übersinnlichen Welt. Im Sinnensein fühlt der Mensch: Ich lebe im Zeitlichen und sehne mich nach der Ewigkeit; ich lebe im Augenblick und begehre die Ewigkeit. Im Geistigen gibt es das Gefühl: Ich lebe im Ewigen und sehne mich nach dem Augenblick. Und verfolgen Sie jetzt die Mitteilungen aus der Akasha-Chronik. Ist nicht in der alten Zeit, die wir oft als die lemurische bezeichnet haben, das Mensch-Werden eine Art Übergang aus einem solchen Zustande, wie wir ihn im Schlafe haben, in die Zustände des Wachens? Verfolgen Sie genau, was in der lemurischen Zeit geschehen ist, und Sie können sich sagen: Indem der Mensch einen Übergang durchmachte aus einem geistigen Schlafzustand in die wachen Erdenzustände, ging die ganze Evolution damals vom Geistigen in das Sinnliche über. Da ist ein Übergang, und unser jetziges Sinnensein bekommt erst einen Sinn seit der lemurischen Zeit. Und überlegen Sie sich, ob es so unnatürlich ist, daß der Mensch, als er aus der höheren Welt herausschlüpfte, um von dem Luziferischen ergriffen zu sein, etwas mitnahm wie eine Sehnsucht nach dem Ewigen! Dann haben Sie in bezug auf das Luziferische eine Art Erinnerung an einen vorirdischen Zustand, eine Erinnerung an das, was der Mensch gehabt hat, bevor er in das Sinnensein kam, und was sich nicht hätte erhalten sollen: die Sehnsucht nach dem Augenblick, nach dem Zeitlichen. Inwiefern diese an der Gesamtevolution des Menschen beteiligt ist, davon morgen weiter.

[ 25 ] Thus we have tried to throw a certain light on the concepts of the temporal, the transitory, the passing moment and eternity on the one hand, and on the other of mortality and immortality. We have seen how the concepts ‘transitory’ and ‘temporal’ are bound up with the Luciferic principle, and how, bound up with the Christ principle we shall find such concepts as ‘eternity’ and ‘immortality.’ Anyone might believe—at least to a small extent—that this constituted a kind of undervaluing of the Luciferic principle and its rejection in all circumstances because by it we are directed to the temporal, the more transitory, and to the concentration upon one point. For today, I should like just to say this, that in all circumstances it is not right to look upon the ‘Light-bearer’ as one of whom we should be afraid, nor is it right to think that we must turn our back on Lucifer as from one whom we must always escape. If one does that it is to forget the teaching of true occultism, namely, that here in the world of the senses there is a feeling analogous to that in the super-sensible world. In sensory life man feels, “I live in the temporal and yearn after the eternal; I live in the passing moment and crave for eternity.” In spiritual life there is the feeling: “I live in the eternal and long for the passing moment.” If you now turn to the book, Cosmic Memory: Atlantis and Lemuria, was man's development in old Lemurian times a kind of transition from such a state as we have in sleep into a waking state? Follow attentively what happened in Lemurian times, and you can say that since man passed through a transition out of a state of spiritual sleep into the waking state that we have on earth, the whole of evolution passed over at that time from the spiritual into the physical. There is the transition. Since Lemurian times our sensory existence has acquired meaning. Do you think it unnatural that when he gradually slipped away from higher worlds to be seized upon by Luciferic powers, man should have taken with him something like a longing for eternity? Again, in respect to what is Luciferic, you have a kind of memory of a pre-earthly state, a memory of something that man had before he came into sensory existence that should not have been preserved, namely, a longing for the passing moment and for all that has to do with time. How far this takes part in the evolution of man we shall speak of tomorrow.