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Life Between Death and Rebirth
in Relation to Cosmic Realities
GA 141

1 April 1913, Berlin

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Zehnter Vortrag

Lecture Ten

[ 1 ] Wir haben uns vorgenommen, von gewissen Gesichtspunkten aus das Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt zu betrachten, und wir haben im Verlaufe dieser Wintervorträge versucht, mancherlei über dieses Leben darzustellen, haben dabei wichtige Ergänzungen anführen können für die allgemeineren Gesichtspunkte, welche in meiner « Theosophie» und auch in der «Geheimwissenschaft im Umriß» mitgeteilt worden sind. Heute soll nun ein Gesichtspunkt vor allen Dingen uns beschäftigen, welcher sich aus der Frage ergibt: Wie steht denn das, was zum Beispiel in der « Theosophie » für das Leben zwischen Tod und neuer Geburt angeführt ist, im Verhältnisse zu dem, was im Laufe dieser Wintervorträge hier gesagt worden ist?

[ 1 ] We have undertaken to study the life between death and rebirth from certain points of view and the lectures given during the Winter endeavoured to present many aspects of this life; moreover it has been possible to make important additions to the more general descriptions contained in the books Theosophy and Occult Science—an Outline.1As well as referring to Chapter III in the book Theosophy: An Introduction to the Supersensible Knowledge of the World and the Destination of Man in connection with this lecture, students are advised to turn to Occult Science—an Outline, Rudolf Steiner Press 1963 edition, Chapter III, pp. 74–101. (Note by translator.) Today we shall occupy ourselves chiefly with the question: How is the information given, for example, in the book Theosophy on the subject of the life between death and rebirth related to what has been said in the course of the lectures given during the Winter?

[ 2 ] Wir erinnern uns dabei, wie in der «Theosophie» der Durchgang der Seele, nachdem die Pforte des Todes durchschritten ist, zunächst dargestellt worden ist durch das Seelengebiet. Und wir wissen, daß dieses Seelengebiet gegliedert worden ist in eine Region der «Begierdenglut», in eine solche der «fließenden Reizbarkeit», in eine der «Wünsche», in eine Region von «Lust und Unlust», dann in die höheren Regionen des «Seelenlichtes », der «tätigen Seelenkraft» und des «eigentlichen Seelenlebens». Das wurde als das Seelengebiet, als die Seelenwelt geschildert, und es ist ja bekannt, daß die Seele nach dem Tode diese Gebiete zu durchschreiten hat, die Sie dann in einer gewissen Beziehung in meiner «Theosophie» geschildert finden. Danach durchschreitet die Seele weiter dasjenige, was man als das Geisterland zu bezeichnen hat, und es ist in meiner «Theosophie » auch dieses Geisterland in den aufeinanderfolgenden Regionen geschildert worden, deren Bezeichnungen mit Anlehnung an gewisse irdische Bilder gegeben worden sind: das kontinentale Gebiet des Geisterlandes, dann das sozusagen ozeanische Gebiet des Geisterlandes und so weiter.

[ 2 ] In the book Theosophy there is a description of the passage of the soul after death through the Soul-World. This Soul-World is divided into a region of ‘Burning Desires’ (Begierdenglut), a region of ‘Flowing Susceptibility’ (fliessende Reizbarkeit), a region of ‘Wishes’ (Wunsche), a region of ‘Attraction and Repulsion’ (Lust und Unlust), and then into the higher regions of ‘Soul-Light’ (Seelenlicht), of ‘Active Soul-Force’ (tatige Seelenkraft), and the true ‘Soul-Life’ (das eigentliche Seelenleben). That was how the Soul-World through which the soul has to pass after death was described. Thereafter the soul has to pass through what is described as the Spiritland and this sphere, too, with its successive regions, is described in the book Theosophy by using certain earthly images: the ‘continental’ region of Spiritland, the ‘oceanic’ region, and so forth.

[ 3 ] Nun wurde hier im Verlaufe des Winters geschildert, wie die Seele, wenn sie durch die Pforte des Todes schreitet, den physischen Leib und dann auch den ätherischen Leib ablegt, wie sie sich vergrößert, immer größer und größer wird. Dann wurde auseinandergesetzt, wie diese Seele Regionen durchlebt, welche — aus gewissen Gründen, von denen ja gesprochen worden ist — bezeichnet werden dürfen zuerst mit _ der Region des Mondes, dann des Merkur, der Venus, der Sonne, des Mars, des Jupiter, des Saturn, dann des eigentlichen Sternenhimmels; wie die Seele, beziehungsweise des Menschen eigentliche geistige Individualität, sich fortdauernd vergrößert und diese Regionen, die ja immer größere Weltengebiete umschließen, durchlebt; wie dann die Seele wieder beginnt sich zusammenzuziehen, immer kleiner und kleiner wird, um sich dann zuletzt mit dem Keime zu verbinden, der aus der Vererbungsströmung der Seele zufließt. Und durch diese Verbindung des durch die Vererbung der Seele zufließenden Menschenkeimes mit dem, was aus dem großen, makrokosmischen Weltengebiete hereingenommen wird, entsteht ja das, was der Mensch des irdischen Zeitenlaufes ist, das, was das Leben zwischen der Geburt und dem Tode zu durchleben hat.

[ 3 ] In the course of these lectures descriptions have been given of how the soul, having passed through the gate of death, lays aside the physical body, then the etheric body, and then expands and expands, lives through regions which for reasons that were explained may be called the region of the Moon, then that of Mercury, of Venus, of the Sun, of Mars, of Jupiter, of Saturn, and then of the starry firmament itself. The soul or, let us say, the actual spiritual individuality of the human being concerned, continually expands, lives through these regions which enclose ever more extensive cosmic spaces and then begins to contract, becoming smaller and smaller, in order finally to unite with the seed which comes to it from the stream of heredity. And through this union of the human seed which the individual acquired through heredity with what has been absorbed from the great macrocosmic spheres, there arises the human being who is to embark on the course of earthly life, the being who is to live through his existence between birth and death.

[ 4 ] Nun ist in der Tat beide Male, sowohl in meiner «Theosophie » wie auch in den Darstellungen, die hier gegeben worden sind, im Grunde genommen dasselbe gegeben. Darauf wurde aufmerksam gemacht. Aber das eine Mal ist sozusagen mehr von innen geschildert. In meiner « Theosophie » finden Sie die Schilderung in gewissen Bildern gegeben, welche mehr mit Anlehnung an innere Seelenverhältnisse gegeben sind. In den Schilderungen, welche hier in diesem Winter gemacht worden sind, wurde mit Anlehnung an die großen kosmischen Verhältnisse die Schilderung gegeben durch Anknüpfung an die Planetennamen. Nun handelt es sich darum, daß wir die beiden Schilderungen miteinander in Einklang bringen können.

[ 4 ] Now as a matter of fact, what was said in the book Theosophy and in the lectures was fundamentally the same, and your attention has been called to this. In Theosophy the description was given in certain pictures more closely related to inner conditions of the soul. In the lectures given here during the Winter the descriptions dealt with the great cosmic relationships connected with the functions of the several planets. It is now a matter of harmonising the two descriptions.

[ 5 ] Es ist schon gesagt worden, daß die Menschenseele in der ersten Zeit, nachdem sie die Pforte des Todes durchschritten hat, sozusagen im wesentlichen darauf angewiesen ist, in einer gewissen Art auf das zurückzuschauen, was sie auf der Erde erleben kann. Ein völliges Leben noch mit den Erdenverhältnissen stellt ja die Kamalokazeit, wie man sie auch nennt, dar. Diese Kamalokazeit ist eigentlich im Grunde genommen eine Zeit, in der die Seele sich berufen fühlen muß, sich nach und nach alles abzugewöhnen, was noch in ihr lebt an unmittelbaren Zusammenhängen mit der letzten Erdenverkörperung. Bedenken wir doch, daß der Mensch hier im physischen Leibe Seelenerlebnisse hat, die mehr oder weniger ganz von seinem Leibesleben abhängen. Bedenken wir einmal, ein wie großer Teil der Seelenerlebnisse ganz und gar von den Sinneseindrücken abhängig ist. Denken Sie alles fort, was Ihnen die Sinneseindrücke in die Seele hereinbringen, und versuchen Sie sich darüber klarzuwerden, wieviel dann noch in dieser Seele bleibt, wenn Sie alles weggeschafft haben, was Ihnen die Sinneseindrücke gegeben haben, dann bekommen Sie ein Bild von einem sehr schwachen Seeleninhalt! Und dennoch, durch eine letzte Überlegung werden Sie sich sagen können: Alles, was die Sinne gegeben haben, hört ja auf, wenn die Seele durch die Pforte des Todes schreitet; und was ihr dann bleiben kann — es ist das ganz natürlich —, das ist nicht mehr die Lebendigkeit eines Sinneseindruckes, sondern nur das, was an Erinnerungen aus den Sinneseindrücken sich ergibt. — Wenn Sie also daran denken, wieviel von den Sinneseindrükken in Ihrer Seele lebt, dann werden Sie sich auch leicht davon eine Vorstellung machen können, was von einem großen Teil des Seelenlebens nach dem Tode von den Sinneseindrücken bleibt. Ich will sagen, wenn Sie sich an bestimmte Sinneseindrücke von gestern erinnern — nehmen wir das nur als ein Beispiel dafür, wo die Sinneseindrücke noch verhältnismäßig lebendig sind —, wenn Sie daran denken, wie verblaßt die Sinneseindrücke sind, welche Sie gestern erlebt haben, wenn Sie sich wieder vor die Seele rufen wollen den lebendigen Eindruck, der sich vor Ihnen abgespielt hat: so blaß also — als Erinnerung — bleibt noch der Seele das, was die Sinneseindrücke übermittelt haben. Daraus ersehen Sie, daß im Grunde genommen das ganze Leben in der Sinneswelt eigentlich für die Seele vorhanden ist als spezifisch-irdisches Erlebnis. — Mit dem Wegfall der Sinnesorgane, der ja eintritt, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, fällt auch alle Bedeutung der Sinneseindrücke hinweg. Weil aber der Mensch an den Sinneseindrücken hängenbleibt, weil er noch die Begierde an die Sinneseindrücke behält, deshalb macht er im Leben nach dem Tode zunächst die Region der Begierdenglut durch. Er möchte eine lange Zeit noch Sinneseindrücke haben, aber er kann sie doch nicht haben, da er die Sinnesorgane abgelegt hat. Das Leben, welches in der Sehnsucht nach Sinneseindrücken und in dem Nichthabenkönnen der Sinneseindrücke verfließt, das ist das Leben in der Region der Begierdenglut. Es brennt in der Tat dieses Leben im Innern der Seele. Es ist dieses Leben ein Teil des eigentlichen Kamalokalebens, wenn die Seele sich sehnt, Sinneseindrücke zu haben, woran sie sich hier auf der Erde gewöhnt hat, und — weil die Sinnesorgane abgelegt sind — solche Sinneseindrücke nicht bekommen kann.

[ 5 ] During the first period after death the soul has to look back upon what was experienced on Earth. The period of Kamaloka, or call it what you will, is a period during which the soul's life is still concerned entirely with earthly conditions. Kamaloka is fundamentally a period during which the soul feels bound to disengage itself gradually from any direct connections still persisting from the last incarnation on Earth. In the physical body on Earth the soul has experiences which depend upon the bodily life, indeed very largely upon sense-impressions. If you ‘think away’ everything that sense-impressions bring into the soul and then try to realise how much still remains in it, you will have a picture of a very meagre content indeed! And yet on final consideration you will be able to say: When the soul passes through the gate of death, everything given by the senses comes to an end and whatever is left can at most only be memories of earlier sense-impressions. If, therefore, you think about how much of what is yielded by sense-impressions is left in the soul, it will be easy for you to form an idea of what remains of these impressions after death. Recall any sense-impressions experienced, for example, yesterday, while they are still comparatively vivid, and you will realise how pale they have already become compared with their former vividness; that will give you some idea of how little of what the sense-impressions have conveyed is left to the soul as remembrance. This shows you that basically all the soul's life in the world of the senses is specifically earthly experience. When the sense-organs fall away at death, all significance of the sense-impressions falls away as well. But because the human being still clings to his sense-impressions and retains a longing for them, the first region through which he passes in the life after death is the region of Burning Desires. He would like still to have sense-impressions for a long time after death, but this is impossible because he has discarded the sense-organs. The life spent in longing for sense-impressions and being unable to enjoy them is life in the region of Burning Desires. It is a life that does actually burn within the soul and is part of the existence in Kamaloka; the soul longs for sense-impressions to which it was accustomed on Earth and—because the sense-organs have been laid aside—cannot have them.

[ 6 ] Eine zweite Region des Kamalokalebens ist die des fließenden Reizes. Diese Region durchlebt die Seele so, daß sie sich zwar, wenn sie diese Region rein durchlebt, schon abgewöhnt hat, nach Sinneseindrücken zu begehren, aber noch durchaus Begierden hat nach Gedanken, nach solchen Gedanken, die im irdischen Leben durch das Instrument des Gehirns gewonnen werden. In der Region der Begierdenglut macht die Seele das durch, wodurch sie sich nach und nach sagt: Es ist ein Unding, ein Unsinn, Sinneseindrücke haben zu wollen in einer Welt, für welche die Sinnesorgane abgelegt sind, in der kein Wesen Sinnesorgane haben kann, die nur aus den Substanzen der Erde heraus gebildet sind. — Aber die Seele kann lange diese Sehnsucht nach Sinneseindrücken abgelegt haben, so hat sie doch noch immer die Sehnsucht, so denken zu können, wie man auf der Erde denkt. Dieses irdische Denken wird abgewöhnt in der Region der fließenden Reizbarkeit. Da erlebt der Mensch allmählich, wie Gedanken, so wie sie auf der Erde gefaßt werden, im Grunde genommen auch nur im Leben zwischen Geburt und Tod eine Bedeutung haben.

[ 6 ] A second region of the life in Kamaloka is that of Flowing Susceptibility. When the soul lives through this region it has already ceased to long for sense-impressions but still longs for thoughts, for thoughts which in life on Earth are acquired through the instrumentality of the brain. In the region of Burning Desires the soul gradually realises that it is nonsense to wish for sense-impressions in a world for the experience of which the necessary sense-organs have been discarded, a world in which no being can possibly have sense-organs formed entirely of substance of the Earth. The soul may long since have ceased to yearn for sense-impressions but still longs to think in the way that is customary on Earth. This earthly thinking is discarded in the region of Flowing Susceptibility. There the human being gradually recognises that thoughts such as are formed on Earth have significance only in the life between birth and death.

[ 7 ] Dann erlebt der Mensch, wenn er sich abgewöhnt hat Gedanken zu hegen, die auf das physische Instrument des Gehirnes angewiesen sind, noch immer einen gewissen Zusammenhang mit der Erde in den Formen desjenigen, was in seinen Wünschen enthalten ist. Bedenken Sie nur, daß Wünsche eigentlich etwas sind, was intimer mit der Seele verbunden ist als, man möchte sagen, die Gedankenwelt. Wünsche haben bei jedem Menschen eine bestimmte Färbung. Und während man andere Gedanken hat in der Jugend, andere im mittleren Teile des Lebensalters, andere im Alter, so erkennt man leicht, wie eine gewisse Form des Wünschens sich durch das ganze menschliche Erdenleben zieht. Diese Form, diese Nuancierung des Wünschens wird erst später abgelegt in der Region der Wünsche. Und dann zu allerletzt wird in der Region von Lust und Unlust die Sehnsucht abgelegt, überhaupt mit einem physischen Erdenleibe, mit diesem physischen Erdenleibe zusammenzuleben, mit dem man in der letzten Verkörperung zusammen war. Während man diese Regionen durchmacht, der Begierdenglut, der fließenden Reizbarkeit, der Wünsche und derjenigen von Lust und Unlust, ist immer noch eine gewisse Sehnsucht nach dem letzten Erdenleben vorhanden. Zuerst sozusagen in der Region der Begierdenglut. Da sehnt sich die Seele noch immer danach, durch Augen sehen zu können, durch Ohren hören zu können, obwohl sie Augen und Ohren nicht mehr haben kann. Wenn sie sich endlich abgewöhnt hat, solche Eindrücke von Augen, Ohren und so weiter haben zu können, dann sehnt sie sich noch danach, durch ein Gehirn denken zu können, wie sie es auf der Erde hatte. Hat sie sich endlich dies abgewöhnt, so sehnt sie sich noch danach, mit einem solchen Herzen wünschen zu können, wie man es auf der Erde hatte. Und zuletzt sehnt sich der Mensch nicht mehr nach Sinneseindrücken, nicht mehr nach den Gedanken seines Kopfes und nicht nach den Wünschen seines Herzens, aber noch nach seiner letzten Erdenverkörperung im ganzen und großen. Von dieser Sehnsucht trennt sich der Mensch dann auch allmählich.

[ 7 ] At this stage, when the human being has weaned himself from fostering thoughts that are dependent upon the physical instrument of the brain, he is still aware of a certain connection with the Earth through what is contained in his Wishes. After all, wishes are connected with the soul more intimately than thoughts. Wishes have their own distinctive colouring in every individual. Whereas thoughts differ in youth, in middle life and in old age, a particular form of wishing continues throughout a man's earthly life. This form and colouring of wishes are only later discarded in the region of Wishes. And then finally, in the region of Attraction and Repulsion, man rids himself of all longing to be connected with a physical body, with the physical body which was his in the last incarnation. While a man is passing through these regions, of Burning Desires, of Flowing Susceptibility, of Wishes, of Attraction and Repulsion, a certain longing for the last earthly life is still present. First, in the region of Burning Desires the soul still longs to be able to see through eyes, to hear through ears, although eyes and ears no longer exist. When the soul has finally cast off any such longing, it still yearns to be able to think by means of a brain such as was available on Earth. Having got rid of this longing too, there still remains the desire to wish with a heart as on Earth. Finally, the human being ceases to long for sense-impressions or for thoughts formed by his brain or for wishes of his heart, but a hankering for his last incarnation on Earth taken as a whole, still lingers. Gradually, however, he then rids himself of this longing too.

[ 8 ] Dies alles, was in diesen Regionen durchzumachen ist, wird genau zusammenfallen mit dem Durchgehen der sich vergrößernden Seele bis zu jener Region, die wir die Merkur-Sphäre genannt haben, also das Sich-Hinausdehnen der Seele durch die Mond-Sphäre bis zur Merkur-Sphäre hin. Wenn es aber gegen diese Merkur-Sphäre zugeht, dann tritt an die Seele das heran, was in meiner «Theosophie» geschildert ist als eine Art geistiger Region des Seelengebietes, der Seelenwelt. Versuchen Sie noch einmal diese Schilderung des Seelengebietes und des Durchganges der Seele durch dieses Seelengebiet daraufhin durchzulesen; dann werden Sie dort aus den Eigenschaften dessen, was die Seele erlebt, sehen, wie sozusagen das, was man gewöhnlich das Unangenehme des Kamaloka nennt, schon in der Region des Seelenlichtes aufhört — auch nach der Beschreibung in der «Theosophie». Diese Region des Seelenlichtes fällt nun mit der MerkurSphäre zusammen; und von dem, was über die Merkur-Sphäre gesagt worden ist, können Sie alles auch auf das anwenden, was in der «Theosophie» als die Region des Seelenlichtes geschildert ist. Vergleichen Sie unbefangen, was von dem Leben der Seele geschildert wurde, wenn sie sich bis zur Merkur-Sphäre hin vergrößert hat, mit demjenigen, was in der «Theosophie » über die Region des Seelenlichtes enthalten ist, und Sie werden sehen, wie das eine Mal versucht wurde, von den inneren Seelenerlebnissen aus zu schildern, das andere Mal von den großen makrokosmischen Verhältnissen aus, durch welche die Seele dann durchgeht, wenn sie jene inneren Erlebnisse hat.

[ 8 ] You will find that all the experiences in these regions correspond exactly with the passage of the expanding soul into the region called the Mercury sphere, an expansion through the Moon sphere into the Mercury sphere. On approaching the Mercury sphere, however, the soul encounters conditions described in the book Theosophy as a kind of spiritual region of the Soul-World. Read the description of the passage of the soul through this region and you will see from what is said about the kind of experiences undergone there that what is generally called the unpleasant element of Kamaloka already comes to an end in the region of Soul-Light. This region of Soul-Light corresponds with what I have said about the Mercury sphere. If you compare what was said about the life of the soul when it has expanded to the Mercury sphere with what is contained in the book Theosophy about the region of Soul-Light, you will realise that endeavours were made to describe this region first from the aspect of inner influences of the soul and then from the aspect of the great macrocosmic conditions through which the soul passes.

[ 9 ] Gehen Sie dann weiter und versuchen Sie in der «Theosophie» zu lesen, was über die tätige Seelenkraft gesagt ist, so werden Sie begreifen, daß durch die inneren Erlebnisse in der Region der tätigen Seelenkraft das eintreten muß, was hier angeführt wurde als maßgebend beim Durchgang durch die Venus-Sphäre. Dabei ist auseinandergesetzt worden, daß die Seele im Erdenleben in einer gewissen Weise religiöse Impulse entwickelt haben muß. Damit sie durch diese Venus-Sphäre richtig durchgehen kann, damit sie dort nicht einsam bleiben muß, sondern ein geselliges Leben entwickeln kann, muß sie jene Eigenschaften haben, die hier geschildert worden sind, muß sie von gewissen religiösen Begriffen durchseelt sein. Vergleichen Sie, was darüber gesagt wurde, mit der Beschreibung der Region der tätigen Seelenkraft in der «Theosophie», so werden Sie die Zusammenstimmung darin finden, daß das eine Mal von innen, das andere Mal von außen diese Verhältnisse dargestellt worden sind.

[ 9 ] If you read what is said in Theosophy about the ‘Active Soul-Force’, you will realise that the inner experiences undergone in that region are in keeping with what is decisive during the passage through the Venus sphere. It has been said that if the soul is to pass in the right way through the Venus sphere it must have developed certain religious impulses during earthly life. In order to progress through the Venus sphere with companionship and not in compulsory isolation, the soul must be imbued with certain religious concepts. Compare what was said about this with the description given in the book Theosophy of the region of Active Soul-Force and you will find that they agree, that in one case the inner aspect of the conditions was described, in the other, the outer aspect.

[ 10 ] Was als die höchste, als die seelischeste Region der Seelenwelt geschildert worden ist, die Region des eigentlichen Seelenlebens, das wird durchlebt, wenn die Seele durchgeht durch die Region des Sonnenlebens. So daß man auch sagen kann: Etwas bis über die Mond-Sphäre hinaus, wie schon erwähnt ist, dauert die eigentliche Kamaloka-Sphäre; dann beginnen die lichteren Regionen der Seelenwelt, bis zur Sonne hin. Was die Seele an der Sonne erlebt, ist eben gerade die Region des Seelenlebens. Seelisches Erleben ist das Charakteristische in der Zeit nach dem Tode bis zu der Epoche hin, wo die Seele durch die Sonnenregion durchgeht. Wir wissen auch, daß die Seele in dieser Sonnenregion dann ihre besonders genaue Bekanntschaft macht mit dem Lichtgeist, der ihr auf der Erde zum Versucher, zum Verderber geworden ist: mit Luzifer. Und wir wissen, daß sie, wenn sie in ihre Vergrößerung hinausgeht in die Weltenräume, immer mehr und mehr denjenigen Kräften sich nähert, welche sie befähigen, nunmehr das zu entwickeln, was sie für die nächste Erdenverkörperung braucht. — Wenn die Seele durch die Sonnenregion durchgeht, durch die Region des Sonnenlebens, dann ist sie erst mit der letzten Erdeninkarnation fertig geworden. Bis zur Region von Lust und Unlust, also bis dahin, wo die Seele gleichsam zwischen dem Mond und Merkur sich befindet, ist sie noch innig mit Sehnsucht nach ihrem letzten Erdenleben behaftet; doch auch in der Region des Merkur, der Venus, der Sonne ist die Seele noch nicht völlig frei von der letzten Erdeninkarnation. Aber sie hat da mit sich fertig zu werden in bezug auf das, was über das bloß persönliche Erleben hinausgeht; hat fertig zu werden in der Merkurregion mit dem, was sich in ihr entwickelt hat oder nicht entwickelt hat an sittlichen Begriffen, hat in der Venusregion fertig zu werden mit dem, was sich an religiösen Begriffen in ihr entwickelt hat, und in der Sonnenregion mit dem, was sich in ihr entwickelt hat an Erfassung von Allgemein-Menschlichem, das nicht eingeschnürt ist in ein religiöses Bekenntnis, sondern das dem religiösen Leben entspricht, welches der ganzen Menschheit taugt. So sind es die höheren Interessen, die noch in der weiteren Entwickelung der Menschheit ausgebildet werden können, mit denen die Seele bis in die Zeit der Sonnenregion fertig zu werden hat.

[ 10 ] The highest region of the Soul-World, the region of pure Soul-Life, is experienced by the soul in passing through the region of the Sun. So we can say that the sphere of existence in Kamaloka extends to and somewhat beyond the Moon sphere; then the more luminous regions of the Soul-World begin and extend to the sphere of the Sun. The soul experiences in the Sun sphere the region of true Soul-Life. We know that in the Sun sphere after death the soul comes into contact with the Light-Spirit, with Lucifer, who on Earth has become the tempter, the corrupter. When the soul has expanded into the cosmos it comes more and more closely into contact with those forces which now enable it to develop what is needed for the next incarnation on Earth. Not until the soul has passed through the region of the Sun has it finished with the last earthly incarnation. As far as the region of Attraction and Repulsion is concerned, that is to say the region between the Moon and Mercury, the soul is still burdened inwardly with yearning for the last life on Earth; moreover even in the regions of Mercury, Venus and the Sun the soul is not yet completely free from the ties of the last incarnation. But then it must finally have finished even with everything that transcends merely personal experience; in the Mercury region with whatever moral concepts have or have not been acquired, in the region of Venus with whatever religious conceptions have been developed, in the region of the Sun with whatever understanding has been acquired of the ‘human-universal’ quality in existence—that which is not confined to any particular religious creed but is concerned with a religious life befitting all mankind. Thus it is even the higher interests that can develop in the further evolution of humanity with which the soul has finished by the time it enters into the region of the Sun.

[ 11 ] Dann tritt sie ein in das kosmisch-geistige Leben, reiht sich ein in die Marsregion. Diese Marsregion fällt nun zusammen mit dem, was Sie in meiner « Theosophie » geschildert finden als die erste Partie des Geisterlandes. In dieser Schilderung in der «’Theosophie» finden Sie von innen heraus dargestellt, wie die Seele des Menschen so weit vergeistigt ist, daß sie jetzt das, was sozusagen Urbild der physischen Leiblichkeit ist, der physischen Verhältnisse auf der Erde überhaupt, wie etwas Äußeres sieht. Alles, was auf der Erde Urbilder des physischen Lebens sind, erscheint wie eine Art Kontinentalgebiet des Geisterlandes. In dieses Kontinentalgebiet ist dasjenige hineingezeichnet, was die äußeren Ausgestaltungen der verschiedenen Inkarnationen sind. Mit dieser Region des Geisterlandes ist innerlich dasselbe geschildert, was der Mensch zu durchleben hat, wenn man kosmisch spricht, in der Marsregion. — Es könnte sonderbar erscheinen, daß in dieser Marsregion, die ja wiederholt in diesen Vorträgen bezeichnet worden ist als eine Region des Kampfes, der aggressiven Impulse bis in den Beginn des 17. Jahrhunderts hinein, daß in dieser Marsregion sozusagen die erste Region des Devachan, des eigentlichen Geisterlandes zu suchen sei. Und dennoch ist es so. Alles, was auf der Erde zum eigentlichen materiellen Gebiet gehört, was auf der Erde bewirkt, daß das mineralische Reich als ein materielles erscheint, das beruht darauf, daß auf der Erde die Kräfte in einem fortdauernden Streit miteinander liegen. Das hat auch dazu geführt, daß, als der Materialismus ganz besondere Blüten trug und man das materielle Leben als ein einziges auf der Erde ansah, man auch in dem Streit, das heißt in dem «Kampf ums Dasein», die einzig gegebene Gesetzmäßigkeit des irdischen Lebens gesehen hat. Das ist natürlich ein Irrtum, weil auf der Erde nicht bloß materielles Dasein sich entwickelt. Aber indem der Mensch die Erde betritt, kann er ja nur das Dasein betreten, wie es seine Urbilder hat in der untersten Region des Geisterlandes, was für die Erde Geisterland ist. — Lesen Sie nun nach in dieser Schilderung der untersten Region des Geisterlandes in meiner « Theosophie». Ich möchte gerade dieses Kapitel heute hier vorbringen, damit Sie sehen, was eigentlich unseren ganzen Betrachtungen vielleicht doch nachgesagt werden darf. Erinnern Sie sich, daß der Beginn der Schilderung des Geisterlandes in meiner «Theosophie» folgendermaßen gemacht worden ist (S. 132):

[ 11 ] Then the soul passes into cosmic-spiritual life and finds its place in the Mars region. This region corresponds with what is described in Theosophy as the first sphere of the ‘Spiritland’. This description portrays the inner aspect of the fact that the soul is spiritual to the extent of being able to behold as something external to itself the ‘archetype’, as it were, of the physical bodily organisation and of physical conditions on the Earth in general. The archetypes of physical life on Earth appear as a kind of ‘continental’ mass of the Spiritland. The external configurations of a man's different incarnations are inscribed in this ‘continental’ region. There we have a picture of what, in terms of cosmic existence, the human soul has to experience in the Mars region. It might seem strange that this Mars region which has repeatedly been described in these lectures as a region of strife, of aggressive impulses until the beginning of the seventeenth century, should be said to be the first region of Devachan, of the true Spiritland. Nevertheless this is the case. Everything that on Earth belongs to the actual material realm and causes the mineral kingdom to appear as a purely material realm is due to the fact that on Earth the forces are engaged in perpetual conflict among themselves. This also led to the result that at the time when materialism was in its prime and material life was assumed to be the sole reality, the ‘struggle for existence’ was regarded as the only valid law of life on Earth. That is, of course, an error, because material existence is not the only form of existence evolving on Earth. But when the human being assumes embodiment on Earth he can only enter into the form of existence that has its archetypes in the lowest region of what is, for the Earth, the Spiritland. Read the description of the lowest region of Spiritland as given in the book Theosophy. I want to quote this particular chapter today in connection with our present studies. Towards the beginning of the description of the Spiritland you will find the following passage.2See Section III.4 in Theosophy: An Introduction to the Supersensible Knowledge of the World and the Destination of Man, Rudolf Steiner Press, London, 1963.

[ 12 ] «Die Bildung des Geistes im «Geisterland» geschieht dadurch, daß der Mensch sich in die verschiedenen Regionen dieses Landes einlebt.»

[ 12 ] “The development of the spirit in Spiritland takes place through the man throwing himself completely into the life of the different regions of this land.”

[ 13 ] Also wir könnten jetzt mit dem, was wir im Verlaufe dieses Winters betrachtet haben, sagen, daß der Mensch von der Marsregion ab sich weiter in die geistigen Verhältnisse einzuleben beginnt.

[ 13 ] Thus as the result of our studies in the course of the Winter we could now say that from the Mars region onwards the human soul begins to live more deeply into spiritual conditions of existence.

[ 14 ] Weiter:

[ 14 ] To continue:

[ 15 ] «Sein eigenes Leben verschmilzt in entsprechender Aufeinanderfolge mit diesen Regionen; er nimmt vorübergehend ihre Eigenschaften an. Sie durchdringen dadurch sein Wesen mit ihrem Wesen, auf daß ersteres dann mit dem letzteren gestärkt im Irdischen wirken könne. — In der ersten Region des «Geisterlandes> ist der Mensch umgeben von den geistigen Urbildern der irdischen Dinge. Während des Erdenlebens lernt er ja nur die Schatten dieser Urbilder kennen, die er in seinen Gedanken erfaßt. Was auf der Erde bloß gedacht wird, das wird in dieser Region erlebt. Der Mensch wandelt unter Gedanken; aber diese Gedanken sind wirkliche Wesenheiten

[ 15 ] “His own life as it were dissolves into each region successively; he takes on, for the time being, their characteristics. Through this they permeate his being with theirs, in order that his being may be able to work, strengthened by theirs, in his earthly life. In the first region of the Spiritland, man is surrounded by the spiritual archetypes of earthly things. During life on earth he learns to know only the shadows of these archetypes which he grasps in his thoughts. What is merely thought on the earth is in this region experienced, lived. Man moves among thoughts; but these thoughts are real beings.”

[ 16 ] Und dann wird folgendes später auseinandergesetzt (S. 133):

[ 16 ] Again, a little later:

[ 17 ] «Unsere eigenen Verkörperungen verschmelzen hier mit der übrigen Welt zur Einheit. So blicken wir hier auf die Urbilder der physisch-körperlichen Wirklichkeit als auf eine Einheit, zu der wir selbst gehören. Wir lernen deshalb nach und nach unsere Verwandtschaft, unsere Einheit mit der Umwelt durch Beobachtung kennen. Wir lernen zu ihr sagen: Das, was sich hier um dich ausbreitet, das bist du selbst. — Das aber ist einer der Grundgedanken der alten indischen Vedantaweisheit. Der «Weise, eignet sich schon während des Erdenlebens das an, was der andere nach dem Tode erlebt, nämlich den Gedanken zu fassen, daß er selbst mit allen Dingen verwandt ist, den Gedanken: «Das bist du.» Im irdischen Leben ist das ein Ideal, dem sich das Gedankenleben hingeben kann; im «Lande der Geister: ist es eine unmittelbare Tatsache, die uns durch die geistige Erfahrung immer klarer wird. — Und der Mensch selbst wird in diesem Lande sich immer mehr bewußt, daß er, seinem eigentlichen Wesen nach, der Geisterwelt angehört. Er nimmt sich als Geist unter Geistern, als ein Glied des Urgeistes wahr, und er wird von sich selbst fühlen: «Ich bin der Urgeist., (Die Weisheit des Vedanta sagt: «Ich bin Brahman), das heißt ich gehöre als ein Glied dem Urwesen an, aus dem alle Wesen stammen.)»

[ 17 ] “Our own embodiments dissolve here into a unity with the rest of the world. Thus here we look upon the archetypes of the physical, corporeal reality as a unity, to which we have ourselves belonged. We learn, therefore, gradually to know our relationship, our unity, with the surrounding world, by observation. We learn to say to it: ‘That which is here spread out around thee, thou art that.’ And that is one of the fundamental thoughts of ancient Indian Vedanta wisdom. The sage acquires, even during his earthly life, what others experience after death, namely, ability to grasp the thought that he himself is related to all things, the thought, ‘Thou art that’. In earthly life this is an ideal to which the thought-life can be devoted; in the Land of Spirit it is an immediate reality, one which grows ever clearer to us through spiritual experience. And man himself comes to know more and more clearly in this realm that in his own inner being he belongs to the spirit-world. He is aware of himself as a spirit among spirits, a member of the Primordial Spirits, and he will feel in his own self the word of the Primordial Spirit: ‘I am the Primal Spirit.’ (The Wisdom of the Vedanta says, ‘I am Brahman’, i.e. ‘I belong to the Primordial Being in Whom all beings have their origin’.)”

[ 18 ] Diese Worte finden Sie in meiner «Theosophie». So sehen wir, daß der Mensch, wenn man sein Eingehen in die Region des Mars schildert, in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt die volle Bedeutung des «Das bist du» lernt, des «Tat tvam asi» und des «Ich bin Brahman». Und wenn hier auf der Erde in oder außer der Seele das Wort ertönt: «Ich bin Brahman», oder das andere Wort: «Tat tvam asi», «Das bist du», so ist das eine irdische Nachbildung desjenigen, was wie ein selbstverständliches Erlebnis in der Marsregion, in der untersten Region des Geisterlandes, in der Seele erklingt. Wenn wir uns nun fragen, woher die urindische Weisheit dasjenige entlehnt hat, was innerhalb dieser Weisheit immer zu dem tief bedeutsamen Worte «Tat tvam asi», «Das bist du», «Ich bin Brahman» geführt hat, so haben wir jetzt diese Region gefunden, und es erscheinen uns jene Lehrer des alten Indiens wie auf die Erde versetzte Angehörige der Marsregion. Und zu dem, was so über die Marsregion, über die unterste Region des Devachan in der «Theosophie» vor Jahren gesagt worden ist, vernehmen wir nun das hinzu, was wir in diesem Winter betrachten durften: daß mit der Morgenröte der neueren Zeit der Buddha in diese selbe Region versetzt worden ist, in die Marsregion der Erde. Daß er hineinversetzt worden war in die Erde und auf dieser sozusagen als Vorbereiter des Mysteriums von Golgatha, geistig angesehen als Vorbetreiter, ein halbes Jahrtausend vor diesem Mysterium von Golgatha in das Gebiet hineintrat, in welchem Marsweisheit seit uralten Zeiten ertönt hat. Und nach dem Mysterium von Golgatha wurde er, wie wir wissen, durch das Rosenkreuzertum nach der Marsregion geschickt, um dort weiter zu wirken. Was so im Kosmos sich abspielte: daß in uralter Zeit in der Marsregion der alte Brahmanismus heimisch war, daß im Beginne des 17. Jahrhunderts nach dem Mysterium von Golgatha, wie wir gesehen haben, dieser Brahmanismus überging in den Buddha-Impuls, davon spielte sich ein Bild hier auf der: Erde ab: der Übergang des Brahmanismus in den Buddhismus in der indischen Kultur.

[ 18 ] From this passage it is clear that when, during the life between death and rebirth man enters into the Mars region, he grasps the full significance of the saying, ‘Tat tvam asi’, ‘Thou art that’, and of the other saying, ‘I am Brahman’. ‘Tat tvam asi’, ‘Thou art that’, is only an earthly rendering of what is a self-evident experience in the Mars region, the lowest region of Spiritland. If we now ask whence the wisdom of ancient India derived the deeply significant affirmations, ‘Tat tvam asi’, ‘Thou art that’, ‘I am Brahman’, we have now identified the region in question and those Teachers in ancient India are revealed to us as beings belonging to the Mars region but transferred to the Earth. To what was said years ago in the book Theosophy about the Mars region, the lowest region of Devachan, there can now be added what we have heard in these lectures. Namely, that at the dawn of the modern age the Buddha was transferred to this same region, the Mars region. Half a millennium before the Mystery of Golgotha, the Buddha—regarded as one who was to prepare spiritually for this Mystery—had come to the Earth, to the territory where Mars wisdom had been proclaimed since times primeval. And centuries after the Mystery of Golgotha he was, as we know, sent by an act of Rosicrucian wisdom to the Mars region in order to continue working there. (See Lecture Five.) In ancient times Brahmanism belonged intrinsically to the Mars region of the Cosmos. At the beginning of the seventeenth century after the Mystery of Golgotha, Brahmanism passed over into the Buddha-impulse and the reflection of this on Earth was the absorption of Brahmanism into Buddhism in the cultural life of India.

[ 19 ] So sehen wir, wie das, was auf der Erde sich abspielt, in einem weiten, in einem grandiosen Sinne Bild dessen ist, was in den Himmelsregionen vorgeht.

[ 19 ] What takes place on Earth, therefore, is in a wide and ample sense an image of happenings in the Heavens.

[ 20 ] Wenn Sie also damals das Kapitel in der «Theosophie» gelesen haben, welches sich Ihnen jetzt enthüllt hat als die Marsregion, und für welches Sie darauf aufmerksam gemacht worden sind, daß ein selbstverständliches Erlebnis dort das «Ich bin Brahman» ist, so könnten Sie nunmehr, indem Sie jenes Kapitel wieder lesen, sich vorstellen, wie ein Werden, ein Geschehen auch in den Regionen des Kosmos ist, wie dieses Geschehen in einer gewissen Weise durchschaut werden kann, und wie der Buddha-Impuls kosmisch sich zu jenem Geschehen verhält, welches in dem betreffenden Kapitel meiner «’Theosophie » geschildert worden ist. So gliedert sich uns zusammen das, was wir zum Beispiel in diesem Winter betrachtet haben, mit dem, womit wir in gewisser Weise unsere theosophische Arbeit vor mehr als zehn Jahren begonnen haben. Als wir zum ersten Male das Geisterland beschrieben haben und von einem kontinentalen Gebiete des Geisterlandes gesprochen haben, als wir davon sprachen, wie dieses Geisterland in seiner untersten Region von dem Gesichtspunkte inneren Seelenlebens aus zu charakterisieren ist, da schon war die Schilderung eben so gegeben, daß Sie, wenn Sie die damalige Darstellung verstanden haben, es nur natürlich finden werden, daß sich der Buddha-Impuls in dieses Geisterland, in die unterste Region desselben hineinstellen kann, wie wir das in diesem Winter schildern konnten. So gliedern sich die Einzelheiten der geistigen Forschung zusammen.

[ 20 ] If you have read the chapter in Theosophy which deals with what you now know to be the Mars region and in which a self-evident expression is the ‘I am Brahman’, you will be able, if you read that chapter again, to picture how an event here on Earth is also an event in a region of the Cosmos, how this event can be understood, and how the Buddha-impulse as a cosmic happening is related to the circumstances described in the relevant chapter of that book. We shall realise that our studies during the Winter were closely linked with the theosophical work we began more than ten years ago. We then described the ‘Spiritland’ and a ‘continental’ mass of Spiritland; the lowest region of Spiritland was characterised in relation to the inner life of the soul. The description given was such that if you have understood it, you will realise that the Buddha-impulse has its place in the lowest region of Spiritland as described in these lectures. Here is an example of how the details of spiritual research harmonise with each other.

[ 21 ] Wenn wir dann die zweite Region des Geisterlandes, die damals von dem inneren Seelengesichtspunkt aus geschildert worden ist, das ozeanische Gebiet des Geisterlandes, kosmisch darstellen wollen, so müssen wir es zusammenfallen lassen mit der Jupiterregion. Und wenn wir das dritte Gebiet des Devachan, das Luftgebiet, kosmisch schildern wollen, dann fällt es zusammen mit dem Saturnwirken, mit der Saturnregion. Und was als die vierte Region des Geisterlandes geschildert ist, das geht schon hinaus über unser Planetensystem. Da dehnt sich die Seele sozusagen in weitere Räume aus, in den weiteren Sternenhimmel hinein. Und Sie werden an der Schilderung, welche damals von dem inneren Seelengesichtspunkte aus gegeben wurde, finden, wie die Eigenschaften der Seelenerlebnisse für die vierte Region des Geisterlandes so gegeben sind, daß man ihnen ansieht: sie können nicht durchlebt werden in dem, was noch in einer solchen räumlichen kosmischen Beziehung zur Erde steht wie das gesamte Planetensystem. Es wird aus der vierten Region des Geisterlandes etwas hereingetragen, was so urfremd ist, daß man es nicht mit alledem zusammenbringen kann, was innerhalb auch der letzten planetarischen Sphäre, der Saturn-Sphäre, erlebt werden kann.

[ 21 ] If we now pass on to consider the cosmic aspects of the second region of Spiritland as described from the inner point of view of the soul, we shall find that this second region, the ‘oceanic’ region of Spiritland corresponds with the Jupiter region. Further, if we pass to the third region of Devachan, the ‘Airy’ region of Spiritland, we shall find that it corresponds with the influences of the Saturn region. What was described in Theosophy as the fourth region of Spiritland already extends beyond our planetary system. There the soul expands into still wider spaces, into the starry firmament itself. From the descriptions that were given from the inner standpoint of the soul, it will be quite clear to you that the experiences of the soul in the fourth region of Spiritland could not be undergone in any realm where the spatial relationship to the Earth is still the same as that of the planetary system. There is something so utterly foreign in what is conveyed by the fourth region of Spiritland that it can never correspond with what can be experienced even within the outermost planetary sphere, the Saturn sphere.

[ 22 ] Und dann lebt sich die Seele immer weiter und weiter hinaus in Erdenfernen, aber auch in Sonnenfernen, geht in den Sternenhimmel. Das ist in den drei höchsten Partien des Geisterlandes geschildert, welche die Seele durchmacht, bevor sie sich wieder zusammenzuziehen und die ganzen Verhältnisse in einer anderen Weise zurück zu durchlaufen beginnt, indem sie sich beim Rücklauf die Kräfte aneignet, durch welche sie sich dann ein neues Erdenleben aufbauen kann. Wir können im allgemeinen sagen: Wenn die Seele die Sonnenregion durchschritten hat, ist sie fertig mit alledem, was in einer gewissen Weise in Anlehnung an die «Persönlichkeit» des Menschen erlebt werden kann. Was außerhalb der Sonnenregion, außerhalb der Region des eigentlichen Seelenlebens erlebt wird, das ist dann geistig; das geht über alles Persönliche hinaus. Was die Seele dann durchlebt als das «Das bist du» — und insbesondere in unserer Zeit, wo sie das durchlebt, was auf dem Mars als Buddha-Impuls erlebt werden kann, was hier auf der Erde sich so sonderbar ausnimmt, sich aber auf dem Mars nicht mehr sonderbar ausnimmt — der Impuls, der durch das Wort «Nirwana» bezeichnet wird, das heißt das Loskommen von allem, was auf der Erde seine Bedeutung erhält, also das Sich-Nähern der großen kosmischen Bedeutung des Weltenraumes: das alles durchlebt die Seele so, daß sie sich frei macht von dem, was die Persönlichkeit ist. In der Marsregion, der untersten Region des Geisterlandes, wo die Seele dahin gelangt, das «Das bist du» zu verstehen, oder in unserer Zeit den Buddha-Impuls aufzunehmen, da macht sie sich frei von den Zusammenhängen mit allem Irdisch-Natürlichen. Nachdem sie sich seelisch davon frei gemacht hat — wozu der Christus-Impuls ihr verhelfen muß —, macht sie sich geistig davon frei, indem sie alles, was Blutsbande sind, was auf der Erde gebunden werden kann, in seiner irdischen Bestimmtheit erkennt, aber dann übergeht zu neuen Verhältnissen.

[ 22 ] Therefore the soul passes into the starry firmament, that is to say into distances more and more remote both from the Earth and also from the Sun. These distant realms are described in the account of the three highest regions of Spiritland traversed by the soul before it begins to draw together again and to pass, in the reverse order, through all the preceding conditions. On this journey the soul acquires the forces by means of which it can build up a new life on Earth. In general it can be said that when the soul has passed through the Sun region it has finished with every element of ‘personality’. What is experienced beyond the Sun region, beyond the region of Soul-Life in the true sense, is spiritual; it transcends everything that is personal. What the soul then experiences as ‘Thou art that’—and especially in our time as the Buddha-impulse in the Mars region—is something that seems strange here on Earth, though it is not so on Mars; it is the impulse denoted by the word ‘Nirvana’. This means liberation from everything that is significant on the Earth, for the soul begins to realise the great cosmic significance of universal space. In living through all this the soul emancipates itself entirely from the element of personality. In the Mars region, the lowest region of Spiritland, where the soul acquires understanding of the ‘Thou art that’, or, as we should put it today, receives the Buddha-impulse, it frees itself from everything that is earthly. After the soul has become inwardly free of this—and the Christ Impulse is needed here—it also liberates itself spiritually by recognising that all ties of blood are forged on Earth and therefore belong by nature to the Earth. But the soul then passes on to new conditions.

[ 23 ] In der Jupiterregion werden dann die Verhältnisse gelöst, welche die Seele hineinzwingen in ein bestimmtes engeres religiöses Bekenntnis. Wir wissen, daß die Seele dutch die Venusregion nur dadurch gesellig gehen kann; einsam würde sie da werden, wenn sie ein religiöses Bekenntnis überhaupt nicht hätte. Und wir haben gesagt, daß sie durch die Sonnenregion nur richtig gehen kann, wenn sie Verständnis hat für alle Bekenntnisse. In der Jupiterregion aber macht sich die Seele erst frei von dem Bekenntnis, dem sie während der letzten Inkarnation angehört hat. Das ist nicht etwas, dem sie persönlich angehört hat, sondern etwas, in das sie hineingeboren war, das sie mit anderen Seelen gemeinschaftlich hatte. Während sie also durch die Venus-Sphäre nur gehen kann, wenn sie überhaupt religiöse Vorstellungen sich im Erdenleben angeeignet hat, während sie durch die Sonnenregion nur gehen kann, wenn sie Verständnis hat für alle irdischen religiösen Bekenntnisse, kann sie durch die Jupiterregion nur gehen, wenn sie in der Lage ist, sich loszulösen von dem Bekenntnis, das sie während des Lebens gehabt hat; nicht genügt es, daß sie nur die anderen verstehen kann. Denn da wird es dann entschieden, wenn sie durch die Jupiterregion geht, ob sie das nächste Mal noch durch dasselbe Bekenntnis gehen muß, oder ob sie alles durcherlebt hat, was in einem bestimmten religiösen Bekenntnis erlebt werden kann. Die Frucht eines religiösen Bekenntnisses heimst die Seele auf der Venus ein, die Frucht des Verständnisses alles religiösen Lebens erfährt sie auf der Sonne; wenn aber dann die Seele in die Jupiterregion gelangt, dann muß sie in der Lage sein, für das nächste Leben, das sie auf der Erde durchzumachen hat, sich ein neues religiöses Verhältnis zu begründen. Das sind drei Stadien, welche die Seele zwischen Tod und neuer Geburt erlebt: erst die Frucht des Bekenntnisses seelisch durchleben, welchem die Seele im letzten Leben angehörte; dann die Frucht dessen entgegennehmen, was sie an Schätzung auch aller anderen religiösen Bekenntnisse entwickelt hat; dann sich so weit von dem letzten Bekenntnis losmachen, daß sie in ein anderes Bekenntnis wirklich übergehen kann. Denn dadurch, daß man alle Bekenntnisse zugleich schätzt, kann man noch nicht in ein anderes übergehen; und wir wissen, daß die Seele bei ihrem Zurückgehen durch diese Regionen noch einmal in die Jupiterregion kommt; da bereitet sie sich dann diejenigen Anlagen zu, welche sie braucht, um im nächsten Leben in einem andern Bekenntnisse zu leben. So werden langsam die Kräfte in die Seele hineingeprägt, welche der Seele notwendig sind, damit sie sich ein neues Leben zimmern kann.

[ 23 ] In the Jupiter region, conditions which force the soul into some particular creed are dissolved. We have heard that the soul can pass through the Venus region with companionship only if it had adopted a creed; without religion in some form it would be lonely and isolated. We have also heard that the soul can pass through the Sun region only when it has learnt to understand the creeds of all religions on the Earth. In the Jupiter region, however, the soul must liberate itself entirely from the particular creed to which it belonged during life on Earth. This was not an essentially personal attachment but something into which it was born and was shared in company with other souls. Thus the soul can pass through the Venus region only if it has acquired religious ideas in earthly life; it can pass through the Sun region only if it has developed some measure of understanding of all such beliefs. The soul can pass through the Jupiter region only if it is able to liberate itself from the particular confession to which it belonged on Earth; merely to understand the others is not enough. For during the passage through the Jupiter region it will be decided whether in the next life the soul will have to be connected with the same creed as before, or whether it has experienced everything that can be offered by one particular creed. In the Venus sphere the soul garners the fruits of a particular faith; in the Sun sphere the fruits of an understanding of all forms of religious life; but when it reaches the Jupiter region the soul must be able to lay the foundation for a new relationship to religion during the next life on Earth. These are three stages experienced by the soul between death and the new birth: first it experiences inwardly the fruits of the faith to which it belonged in the last life; then the fruits of having developed the capacity to appreciate the value of all other religious beliefs; and then it must free itself so completely from the beliefs held in the last life that it can wholeheartedly adopt a different religion. This cannot be achieved by attaching equal value to all creeds; and we know that on its return journey through these regions the soul comes once again into the Jupiter region and there prepares the traits enabling it to live in the fullest sense in a different religion in the next life. In this way the forces which the soul needs in order to shape a new life are gradually impressed into it.

[ 24 ] Lesen Sie nun, was in der «Theosophie » über die dritte Region des Geisterlandes, das Luftgebiet, gesagt ist, so werden Sie diejenigen Dinge wiederfinden, die hier gesagt worden sind bei der Schilderung der Saturnregion. In dieser Region werden nur diejenigen Seelen sozusagen geselliger Natur sein können, nicht eine grauenhafte Einsamkeit durchleben müssen, welche fähig sind, wirklich schon eine gewisse Stufe der Selbsterkenntnis, der vorurteilsfreien Selbsterkenntnis zu üben. Nur dadurch, daß man Selbsterkenntnis üben kann, vermag man jene Regionen zu betreten, welche dann über die Saturnregion, damit also auch über unser Sonnensystem in das kosmische Weltenleben hinausgehen, aus dem die Seelen immerdar das bringen müssen, was den Erdenfortschritt wirklich bewirkt. Denn wenn niemals Seelen als gesellige Naturen sich über das Saturnleben hinausleben würden, so würde die Erde nie einen Fortschritt-erleben können. Nehmen Sie zum Beispiel die Seelen, welche heute hier sitzen: wenn die Seelen, die heute auf der Welt verkörpert leben, niemals zwischen Tod und neuer Geburt über die Saturnregion hinausgegangen wären, dann würde die Kultur der Erde noch dieselbe sein wie zum Beispiel in der alten indischen Zeit. Nur dadurch hat die uraltindische Kultur ihren Fortschritt zu der urpersischen Kultur haben können, daß in der Zwischenzeit Seelen über die Saturnregion hinausgegangen sind; und wiederum wurde der Fortschritt von der urpersischen zur ägyptischchaldäischen Kultur dadurch bewirkt, daß die Impulse zum Fortschritt aus den Regionen jenseits der Saturn-Sphäre hereingeholt sind. Was Menschen zum Fortschritt der Erdenkultur beigetragen haben, das ist von den Seelen hereingeholt worden aus der Region außerhalb der Saturnregion.

[ 24 ] If you now read what is said in the book Theosophy about the third region of the Spiritland, the ‘airy’ or ‘atmospheric’ region, you will find again what has been said here in connection with the Saturn region. In this region, companionship and the avoidance of terrible loneliness is possible only for souls already able to exercise a certain degree of genuine self-knowledge, of completely unbiased self-knowledge. Only by being able to put self-knowledge into practice can the soul find entrance to the regions beyond Saturn, therefore even beyond our solar system and leading into that cosmic life from which souls must bring the qualities that ensure progress on the Earth. If souls were never able to live in companionship in realms beyond the Saturn region progress on Earth would not be possible. Think, for example, of the individuals sitting here today. If the souls incarnated in the world at the present time had never passed beyond the Saturn region between death and rebirth, culture on Earth would still be at the stage reached, for example, in the epoch of Ancient India. The Ancient Indian culture was able to progress to that of ancient Persia only because in the intervening periods souls had passed beyond the Saturn region; and again, the progress from Ancient Persian culture to Egypto-Chaldean culture was made possible by impulses for progress brought into the Earth from the realms beyond the Saturn region. What human beings have contributed to the progress of culture on Earth has been gathered by their souls from realms beyond the Saturn region.

[ 25 ] Dies alles, was von außerhalb der Saturnregion hergeholt worden ist, bewirkte den äußeren Menschheitsfortschritt; das bewirkte, daß sich die einzelnen Kulturepochen von Zeit zu Zeit wandeln, daß neue Kulturimpulse auftreten. Daneben haben wir dann jenen Strom inneren Erlebens, der von dem äußeren Kulturfortschritt unterschieden ist, der seinen irdischen Schwerpunkt im Mysterium von Golgatha hat. Wenn wir nun wissen, daß der Strom inneren Erlebens im irdischen Seelenleben der Menschen seinen Schwerpunkt im Mysterium von Golgatha hat, und wenn wir auf der anderen Seite dieses Mysterium von Golgatha in Beziehung bringen mit der Sonnenregion, dann entsteht eine Frage; eine Frage, die uns nun lange in diesen Betrachtungen würde beschäftigen können, die wir aber wenigstens heute vor unsere Seele hinstellen wollen. Denn das ist ja gerade das Gute, daß sich unsere Seelen über solche Fragen selber, in sich, auf Grundlage dessen, was wir nun schon in Vorträgen und Zyklen finden können, eigene Gedanken machen können, die dann nur nach den Forschungen, die hier vorgebracht werden, rektifiziert werden.

[ 25 ] The external progress of mankind originates in the new impulses brought from beyond the Saturn region; in this way the various culture-epochs progress and new impulses take effect. But as well as this there is the stream of inner experiences which is to be distinguished from the progress of external culture and has its ‘centre of gravity’ in the Mystery of Golgotha. When we know that the stream of experiences in man's inner life of soul on Earth has its centre of gravity in the Mystery of Golgotha, while on the other hand this Mystery of Golgotha is connected with the Sun region, a question arises; it is a question that might well occupy our minds for a very long time but we will at least consider it today. It is good that on the basis of what can already be found in lectures and lecture-courses, we should be able to form our own thoughts about such questions—thoughts which can then be rectified by reports of investigations given here.

[ 26 ] Wir haben auf der einen Seite die Tatsache stehen, daß der Christus der Sonnengeist ist, der sich durch das Mysterium von Golgatha mit dem Erdenleben vereinigt hat. Sie können am genauesten diese Tatsache nachlesen in dem Zyklus «Das Johannes-Evangelium im Verhältnis zu den drei anderen Evangelien, besonders zu dem LukasEvangelium», der in Kassel gehalten ist, und in dem Zyklus «Von Jesus zu Christus». Jetzt haben wir nun die andere Tatsache, daß aller äußerer Erdenfortschritt, der Fortschritt der einzelnen Kulturepochen, außerhalb der Saturnregion zu suchen ist, daß er also von außerhalb der Saturnregion hergeholt werden muß. Es entsteht daher eine Frage. Was den eigentlichen Erdenfortschritt von Kulturepoche zu Kulturepoche bewirkt, das hängt also zusammen mit einer ganz andern Welt — außerhalb der Saturn-Sphäre — als dasjenige, was den Fortschritt bewirkt, der charakterisiert werden kann als jene geistig-spirituelle Strömung, die durch die Menschheitsentwickelung geht, in den alten Zeiten an die Menschheit herankommt, ihren Schwerpunkt hat im Mysterium von Golgatha und dann ja so verläuft, wie es öfter geschildert worden ist. Wie stimmen diese beiden Dinge zusammen? In der Tat muß man sagen: Diese beiden Dinge stimmen vollständig zusammen.

[ 26 ] On the one hand we have the fact that Christ is the Sun Spirit who united Himself with the life of the Earth through the Mystery of Golgotha. You will find the most detailed account of this in the lecture-courses entitled The Gospel of St. John—in its Relation to the Other Three Gospels, particularly to the Gospel of St. Luke, given in Kassel, and From Jesus to Christ. And now we have heard of the other fact, namely that all external progress on Earth from one culture-epoch to the next is dependent upon influences from beyond the Saturn region. A question arises here: Progress on Earth from one culture-epoch to another is dependent upon influences connected with a world beyond the Saturn sphere—a world altogether different from the one where progress is brought about by the stream of spirituality that flows through the evolution of humanity, that approached humanity in ancient times, has its centre of gravity in the Mystery of Golgotha and thereafter took its course in the way often described. How do these two facts harmonise? The truth is that they harmonise completely.

[ 27 ] Sie müssen sich nur vorstellen, daß unserer ganzen Erdentwickelung, wie wir sie heute haben, die frühere Verkörperung der Erde, die alte Mondenzeit, vorangegangen ist. Und nun stellen Sie sich einmal hintereinander vor die alte Mondenzeit, wie wir sie öfter beschrieben haben, und die jetzige Erdenzeit. Von der alten Mondenzeit bis in die jetzige Erdenwelt verfließt die ganze Entwickelung in der Weise, daß wir in der Mitte etwas wie eine Art von Weltenschlaf haben. Wie in eine Art von Keimzustand ist beim Übergang vom alten Mond zur Erde alles hineingegangen, was auf dem alten Mond existiert hat, und daraus ist dann später das hervorgegangen, was auf der Erde vorhanden ist. Aber mit diesem Hervorgehen aus dem Weltenschlaf sind alle einzelnen planetarischen Sphären auch erst hervorgegangen. So waren die Planeten-Sphären zur alten Mondenzeit nicht, wie sie heute sind. Wir haben die alte Mondenzeit; dann geht diese in den Weltenschlaf. Dann entwickeln sich heraus die Welten-Sphären, die PlanetenSphären; die gehören dazu, wie sie jetzt sind. Daher können wir bis in die Saturn-Sphäre hinausgehen, und wir haben darin das, was sich erst zwischen der alten Monden- und Erdenzeit im Kosmos herausgebildet hat. Wenn wir aber den Christus-Impuls nehmen, so gehört er nicht zu dem, was sich während dieser Zeit im Kosmos herausgebildet hat, sondern zu dem, was schon der alten Sonne angehört hat, was von der alten Sonne sich herüberentwickelt hat, aber in der Sonne geblieben ist, als sich der alte Mond von ihr abtrennte, was sich zur Erde herüberentwickelte, aber mit der Sonne vereinigt geblieben ist, nachdem alle die Sphären von der Sonne sich abgewickelt haben, die im Saturn, Jupiter und so weiter drinnen sind. Daher hat die Seele außer dem, was sie vor dem Mysterium von Golgatha war, nun dasjenige in sich, das mehr ist als alles, was in den planetarischen Sphären enthalten ist, was tief im Weltenall begründet ist, was also zwar zunächst von der Sonne zur Erde heruntersteigt, aber im Geistigen viel tieferen Regionen angehört als die sind, welche wir in den planetarischen Sphären vor uns haben. Denn die planetarischen Sphären sind ein Ergebnis desjenigen, was aus der Entwickelung vom alten Mond zur Erde herüber geworden ist. Was uns aber aus dem Christus-Impuls zukommt, das kommt von der alten Sonne herüber, die dem alten Mond vorangegangen ist.

[ 27 ] You need only picture to yourself that our Earth evolution as it is today was preceded by the earlier incarnation of the Earth, namely Old Moon. Now think of Old Moon as we have often described it, followed by the present Earth. Midway in the process of evolution between Old Moon and Earth something like a condition of cosmic sleep took place. During the transition from Old Moon to Earth, everything that had existed on Old Moon passed into a kind of germinal state from which, at a later stage, everything in existence on Earth came forth. But all the planetary spheres also came forth from that cosmic sleep. During the epoch of Old Moon, therefore, the planetary spheres were not in the state in which they exist today. Old Moon passes into the cosmic sleep and out of this condition the planetary spheres develop into what they now are. Everything that evolved in the Cosmos between the era of Old Moon and that of the Earth is contained within the range of the Saturn sphere. The Christ Impulse, however, does not belong to what evolved in the Cosmos during the period of transition from Old Moon to Earth, but it already belonged to the Old Sun and remained in the Sun sphere when Old Moon eventually separated from it. The Christ Impulse continued to evolve onwards towards the Earth but remained united with the Sun sphere after the Saturn sphere, the Jupiter sphere and so forth, had separated from it. And so, in addition to what the human soul was, before the Mystery of Golgotha, it now has within it something that is more than all that is contained in the planetary spheres, something that is founded in the depths of the Cosmos, that does indeed come over from Sun to Earth but belongs to far deeper regions of the spiritual world than do the planetary spheres. For these planetary spheres are a product of what took place when Old Moon evolved to become Earth. What streams to us from the Christ Impulse, however, comes from Old Sun which preceded Old Moon.

[ 28 ] Daraus sehen wir, daß der äußere Kulturverlauf der Erde, indem er sich als Fortschritt darstellt, allerdings mit dem Kosmos zusammenhängt, daß aber das innere Leben in einem viel tieferen Sinne noch als das äußere Kulturleben mit dem Sonnenleben zusammenhängt. So haben wir auch geistig in diesen ganzen Verhältnissen etwas vor uns, wovon wir sagen können: Ja, wenn wir in die Stetnenwelten hinausschauen, so erscheint uns in diesen Sternenwelten zunächst wie im Raume ausgebreitet eine Welt, welche durch die Menschenseelen, die zwischen Tod und neuer Geburt in diese Sternenwelten hinausgehen, wieder auflebt in der menschlichen Kultur; aber indem wir zur Sonne schauen, erblicken wir in der Sonne etwas, was so geworden ist, wie es heute ist, indem es selber eine lange, lange Zeitentwickelung durchgemacht hat. Und als noch nicht von einer Beziehung der Erdenkultur mit den Sternenwelten geredet werden konnte, wie es heute getan werden kann, da war schon das Sonnenleben mit dem Christus-Impuls verbunden, in einem Verhältnis zu ihm stehend, in Ürzeiten, in welchen von einem Zusammenhange der Erde mit den Sternenwelten noch nicht gesprochen werden konnte. So ist gleichsam alles, was aus den Sternenwelten für die Kultur der Erde heruntergeholt wird, wie eine Art Erdenleib anzusehen, der beseelt werden sollte — und der beseelt wurde — mit dem, was sich mit der Entwickelung der Sonne an die Erde herangelebt hat, mit dem Christus-Impuls. Die Erde ist beseelt worden, indem das Mysterium von Golgatha geschehen ist; damals hat die Erdenkultur ihre «Seele » bekommen. Was der «Tod auf Golgatha » ist, das ist scheinbarer Tod; in Wahrheit ist es die Geburt der Erdenseele. Und alles, was aus den Weltenräumen hergeholt werden kann, auch von außerhalb der Saturn-Sphäre her, das nimmt sich zur Erden-Sphäre wie der Erdenleib zur Erdenseele aus.

[ 28 ] From this we realise that external culture on Earth is connected with the Cosmos, whereas the inner life of soul is connected in a much deeper sense with the Sun. Thus in all these connections—in their spiritual aspect too—there is something of which the following can be said: When we look out into the stellar spheres there is revealed to us, as it were outspread in space, a world that is embodied in culture on Earth because souls of men have entered into these stellar spheres between death and rebirth; but when we gaze at the Sun we behold something that has become what it is today because behind it there is an infinitely long period of evolution. In an age when it was not yet possible to speak of a connection between culture on Earth and the stellar worlds as can be done today, even then the Sun was already united with the Christ Impulse. Thus everything brought from the stellar worlds for the promotion of culture on the Earth is to be regarded as a kind of Earth-body which needed to be—and actually was—ensouled by what came to the Earth from the Sun, namely by the Christ Impulse. The Earth was ensouled when the Mystery of Golgotha took place; it was then that culture on Earth received its ‘soul’. The death on Golgotha was only seemingly a death; in reality it was the birth of the Earth-Soul. And everything that can be brought to the Earth from cosmic expanses, also from beyond the Saturn sphere, is related to the Earth-Sphere as the Earth-Body is related to the Earth-Soul.

[ 29 ] Das sind Betrachtungen, die uns zeigen können, wie innerhalb der Darstellung in dem Buche «Theosophie », nur mit etwas andern Worten und von anderm Gesichtspunkte aus, schon das enthalten ist, was in diesem Winter gleichsam vom kosmischen Standpunkte aus, kosmographisch, geschildert worden ist. Sie brauchen sich nur vorstellen, daß einmal von der Seele aus geschildert ist, das andere Mal von den großen kosmischen Verhältnissen aus, und Sie können die beiden Schilderungen zum vollkommenen Übereinstimmen, zum vollständigen Parallelismus bringen.

[ 29 ] These reflections can show us that the presentation given in the book Theosophy—in rather different words and from a different point of view—contains what has been described as the cosmic aspect in the lectures given this Winter. You need only be reminded that in the one case the account is given from the point of view of the soul, and in the other from that of the great cosmic conditions, and you will find that the two descriptions are in complete harmony.

[ 30 ] Was ich als einen Schluß daraus ziehen möchte, das ist, daß Sie sehen können, wie ausgebreitet die geistige Wissenschaft ist, und daß ihre Methode so sein muß, daß man von den verschiedensten Seiten her zusammenträgt, was Aufklärung über die geistige Welt bringen kann. Wenn auch erst nach Jahren etwas hinzugebracht wird zu dem, was vor Jahren gesagt worden ist, so brauchen sich die Dinge darum nicht zu widersprechen; denn sie sind nicht philosophischen Systemen oder menschlichem Nachdenken, sondern der okkulten Forschung entsprungen. Was heute gelb ist, das wird nach zehn Jahren noch gelb sein, wenn auch erst nach zehn Jahren das Wesentliche dessen, was das Gelb ist, begriffen werden wird. So gilt das, was hier in früheren Jahren vorgebracht worden ist, nach Jahren noch, auch wenn es nun durch das, was wir jetzt hinzubringen können, von neuen Gesichtspunkten aus neu beleuchtet werden kann.

[ 30 ] The conclusion which I should like to be able to draw from these lectures is that you realise how vast is the range of Spiritual Science and that its method must be to gather from every possible side whatever can throw light on the nature of the spiritual world. Even when additions are made to what had been said years ago, there need be no contradiction, for what is said is not the outcome of any philosophical argument or reflective thinking, but of occult investigation. Yellow today will still be yellow ten years hence, even though the essential quality of yellow as a colour is grasped for the first time ten years later. What was said years ago still holds good, although light is shed upon it from the new points of view which it has been possible to contribute during last Winter.