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The Rudolf Steiner Archive

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What Significance does
Occult Development have for Man's Sheaths
The physical, etheric, and astral bodies, and the Self?
GA 145

21 March 1913, The Hague

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2. Das innere Erleben der Genußmittel

Lecture Two

[ 1 ] Es stehen natürlich dem Anthroposophen viel näher die Einwirkungen der Esoterik oder auch der Anthroposophie auf die ätherische und die astralische Hülle und das Selbst als gerade die Einwirkungen auf die physische Hülle. Dennoch werden wir für die nächsten Tage, wo wir die geistigeren Glieder der menschlichen Natur von diesem Gesichtspunkt aus zu betrachten haben, eine Grundlage gewinnen, wenn wir auch das ins Auge fassen, was über die Veränderung der physischen Hüllen angeführt werden kann. Ausdrücklich aber soll bemerkt werden, daß die Veränderungen, die ich hier angebe, sich nicht beziehen auf die höchsten Stufen etwa der Initiation, sondern daß sie sich beziehen mehr auf das anfängliche esoterische Leben und daß sie daher von einer gewissen allgemeinen Wichtigkeit schon sind.

[ 1 ] To a theosophist the effects of Esotericism or Theosophy on the etheric and astral bodies and the Self are naturally much more important than the effects produced on the physical body. Nevertheless, we shall gain a foundation for the next lectures, when we have to consider the more spiritual principles of the nature of man from this point of view, if we also bear in mind what may be said about the changes in the physical body. It should, however, be expressly noticed that the changes dealt with here do not refer to the highest stages of initiation, but rather to the early stages of the esoteric or theosophical life, and are therefore of a certain general importance.

[ 2 ] Sie werden gesehen haben aus dem Gestrigen, daß unter den charakterisierten Einflüssen der physische Leib des Menschen gewissermaßen lebendiger, in sich beweglicher wird; daß er daher in einer gewissen Weise auch unbehaglicher werden kann. Man erlebt ihn in einer gewissen Weise mehr mit, als man ihn bei dem äußeren, exoterischen, sogenannten normalen Leben des Menschen miterlebt. Wir werden auch noch bei den anderen Hüllen von dem Unterschied der vegetabilischen von der tierischen Nahrung zu sprechen haben; aber für die Gestaltung und Organisation des physischen Leibes ist denn doch der Unterschied zwischen vegetabilischer und tierischer Nahrung ein außerordentlich großer. Immer muß natürlich betont werden, daß es nicht unsere Aufgabe sein kann, für die eine oder andere Ernährungsweise Propaganda zu machen, sondern nur das zu sagen, was richtig, was wahr ist auf diesem Gebiete; und die Tatsachen, die in Betracht kommen, sie werden durch die Entwicklung der Seele Erfahrungstatsache.

[ 2 ] You will have gathered from the last lecture that under the influence of Esotericism, or the serious study of Theosophy, the physical body of man becomes more alive, in a certain way, more filled with movement inwardly; and it may on that account become more uncomfortable. It is more felt than in the external, exoteric, so-called normal life of man. We shall have to speak later of the difference between vegetable and animal food in connection with the other sheaths; but in the construction and organisation of the physical body, the difference between vegetable and animal food is greater to an amazing degree. Emphasis must always be laid upon the fact that it cannot be our mission to make propaganda for any particular system of diet, but only to state what is right and true on this subject; and as the soul develops, the matters now under consideration become matters of personal experience.

[ 3 ] Eine Erfahrungstatsache wird vor allen Dingen diejenige, daß unsere physische Hülle an der tierischen Ernährung mehr zu tragen, mehr gleichsam mitzuschleppen hat als an der vegetabilischen Ernährung. Wir haben ja gestern betont, daß der physische Leib gleichsam schrumpft, sich herauslöst aus den höheren geistigen Gliedern durch die Entwicklung.

[ 3 ] Above all, it becomes a matter of experience that when meat is eaten our physical body has more to bear, more to drag about, as it were, than when we eat vegetable food. We emphasised in the last lecture the fact that in the course of development the physical body seems to shrink; it separates from the higher, spiritual principles.

[ 4 ] Wenn ihm nun tierische Nahrung zugeführt wird, so zeigt sich diese tierische Nahrung, wie gestern charakterisiert worden ist, auch noch dadurch, daß sie erlebt wird wie etwas, was sich als ein starker Fremdstoff in den menschlichen Organismus eingliedert, was man fühlen lernt, wenn ein radikaler Ausdruck gebraucht werden darf, wie einen Pfahl, den man sich ins Fleisch hineingefügt hat.

[ 4 ] Now, when animal food is taken, this is felt—as was described in the last lecture—in the human organism as something like a foreign substance, as a thorn in the flesh—if we may use a common expression.

[ 5 ] In dieser Beziehung erlebt man bei einer esoterischen Entwicklung sozusagen die Erdenschwere der tierischen Nahrung mehr, als man sie sonst erlebt, und man erlebt vor allen Dingen die Tatsache, daß die tierische Nahrung das instinktive Willensleben anfeuert. Das Willensleben, das mehr unbewußt verläuft, das mehr in Affekten und Leidenschaften verläuft, das feuert die tierische Nahrung an. Es ist daher eine durchaus richtige äußere Beobachtung, wenn gesagt wird, daß kriegerische Völkerschaften mehr der tierischen Nahrung zuneigen als friedfertige Völkerschaften. Das aber braucht durchaus nicht etwa zu dem Glauben zu verleiten, als ob die vegetabilische Nahrung allen Mut und alle Tatkraft aus dem Menschen heraustreiben müsse. Wir werden ja sehen, wie das, was der Mensch in einer gewissen Weise durch Entziehung der tierischen Nahrung an Instinkten, an aggressiven Leidenschaften und Affekten verliert — es wird sich ja das alles erst besprechen lassen bei der Darstellung des astralischen Leibes —, daß alles das ersetzt wird von innen heraus von dem Seelischen. Aber alle diese Dinge hängen zusammen mit der ganzen Stellung des Menschen und unserer übrigen Naturreiche zum Kosmos, und man erlangt nach und nach, wenn man das auch noch nicht durch höheres Hellsehen erreicht, eine Art Beweis, eine Art Bestätigung dessen, was der Okkultist konstatiert über Zusammenhänge des menschlichen Lebens mit dem Kosmos. Man erlangt eine Art Beweis dafür, wenn man durch dieses Miterleben der beweglicher, lebendiger gewordenen Vorgänge des physischen Leibes gewissermaßen am eigenen Leibe die Natur und Eigentümlichkeit der als Nahrungsmittel verwendeten Substanzen der Erde kennenlernt.

[ 5 ] In an esoteric or theosophical development we feel the weight of the earth in animal food more than we usually do, and above all, we experience the fact that animal food inflames the instinctive life of the will. This more unconscious life of the will, which flows more in emotions and passions, is inflamed by animal food. Hence the observation is an absolutely correct one which declares that warlike peoples are more inclined to animal food than peaceful peoples. But this need by no means lead to the belief that vegetable food must take away all courage and energy. Indeed, we shall see that all that a man loses in the way of instincts, aggressive passions and feelings through refraining from animal food—all of which will be dealt with when we speak of the astral body—all this is compensated for from within the soul. These things are all connected with the whole position of man and the other kingdoms of nature towards the Cosmos, and we gradually gain—though perhaps not yet through higher clairvoyance—a sort of proof, a sort of confirmation of what the Occultist affirms regarding the relation of human life to the Cosmos. We gain a sort of proof of this when, through experiencing the more mobile and living processes of the physical body, we ourselves learn to a certain extent the nature and properties of those substances of the earth which are used for food.

[ 6 ] Sehen Sie, es ist zum Beispiel interessant, zu vergleichen dreierlei Arten von Nahrungsmitteln in bezug auf ihre kosmische Bedeutung: das ist die Milch und alles, was mit ihr zusammenhängt, das ist die Pflanzenwelt und alles, was mit ihr zusammenhängt, nämlich aus ihr bereitet wird, und das ist die tierische Nahrung. Milch, Pflanzen, Tier als Nahrungsmittel, man kann sie in einer gewissen Weise vergleichen lernen, wenn man empfänglicher gemacht worden ist durch die esoterische Entwicklung für das, was man an diesen Nahrungsmitteln erlebt; und dann wird man auch leichter überschauen lernen die Bestätigungen, die sich durch eine vernünftige Betrachtung der Außenwelt ergeben. Wenn Sie okkultistisch die Welt durchforschen würden, würden Sie das, was Milchsubstanz ist, auf der Erde, aber auf keinem anderen Planeten unseres Sonnensystems finden. Was produziert wird innerhalb der Lebewesen in ähnlicher Weise auf anderen Planeten unseres Sonnensystems, würde sich Ihnen als etwas ganz anderes, als die irdische Milch ist, darstellen. Die Milch ist etwas spezifisch Irdisches. Und wenn man das generalisieren wollte, was Milch ist, so müßte man sagen: Die Lebewesen eines jeden Planetensystems haben ihre eigene Milch.

[ 6 ] It is interesting to compare three kinds of food with respect to their cosmic significance. These are: milk and all connected with it; the plant world and all connected with that, and the foods prepared from it; and animal food. We may learn to compare milk, plants and animals as nourishment when, through theosophical or esoteric development, we become more sensitive to the effects of these foods; and it will then also be easier for us to observe the verification obtainable from a rational observation of the outer world. If you were to investigate the cosmos as an occultist, you would find milk-substance on our earth, but on no other planet in our solar system. That which is produced in a similar manner within the living beings on other planets in our solar system would appear as something quite different from earthly milk. Milk is specifically earthly; and if you wished to speak about milk you would have to say that the living beings on each planet have their own special milk.

[ 7 ] Wenn man das Pflanzensystem unserer Erde untersucht und es okkultistisch vergleicht mit den Pflanzensystemen anderer Planeten, mit dem, was damit verglichen werden kann, so muß man sagen: Zwar sind die Formen verschieden der Pflanzenwesenheit auf der Erde und der Pflanzenwesenheit auf anderen Planeten unseres Sonnensystems, aber das innere Wesen der Pflanze auf der Erde ist doch nicht bloß ein irdisches, sondern ein zu, Sonnensystem gehöriges; das heißt, die Pflanzenwesenheit unserer Erde ist verwandt mit der Pflanzenwesenheit der anderen Planeten unseres Sonnensystems, so daß wir in den Pflanzen gleichsam hereinragen haben etwas, was sich finden ließe auch auf anderen Planeten unseres Systems. Was die Tierwelt betrifft, so folgt es ja schon aus dem, was über die Milch gesagt worden und außerdem sonst okkultistisch sehr leicht zu konstatieren ist, daß sie radikal verschieden ist als irdische Tierwelt von all dem, was Ähnliches auf anderen Planeten gefunden werden könnte. Wenn man nun das Erlebnis sozusagen der Milchnahrung nimmt, so zeigt sich die Milchnahrung vor dem Blick, vor dem Erlebnis des Okkultisten so, daß sie für den Menschenleib — wir wollen bei dem Menschen bleiben — dasjenige bedeutet, was ihn sozusagen an die Erde, an unseren Planeten fesselt, was ihn zusammenbringt mit dem Menschengeschlecht auf der Erde als zu einer gemeinsamen Gattung mit diesem Menschengeschlecht gehörig. Daß die Menschen ein Ganzes ausmachen auch in bezug auf das physische Hüllensystem, das wird mit befördert dadurch, daß Lebendiges Nahrung für Lebendiges im tierischen Sinn bereitet. Und man kann sagen: Alles das, was durch die Milchnahrung dem menschlichen Organismus zugeführt wird, das bereitet ihn dazu, ein menschliches Erdengeschöpf zu sein, bringt ihn zusammen mit den Verhältnissen der Erde, aber es fesselt ihn nicht eigentlich an die Erde. Es macht ihn zum Erdenbürger und hindert ihn nicht, ein Bürger des ganzen Sonnensystems zu sein.

[ 7 ] If the plant system belonging to our earth be investigated by the occultist, and compared with that of other planets, with what there can be compared with it, we must admit that the forms of the plant nature on our earth do indeed distinguish them from the plant nature on other planets in our solar system, but yet the inner being of the plants on the earth is not merely earthly, but belongs to the solar system; this means that the plant nature on our earth is related to that of the other planets of our solar system. Thus there is in our plants something that can also be found on other planets of our system. As far as the animal kingdom is concerned it follows, indeed, from what has been said about milk, and, apart from that, it can easily be proved by the occultist, that the animal kingdom of our earth is radically different from any corresponding kingdom to be found on other planets. Now let us consider the experience of milk-food. To the vision and experience of the occultist this milk-food appears in such a way that to the human body—we will only consider man—it signifies that which binds him, as it were, to the earth, to our planet; it connects him with the human race on the earth as a member of it belonging to a common family. Owing to the production of nourishment by the living for the living in the animal nature, mankind, as regards the physical system of sheaths, forms one whole. And we may say that all that is carried into the human organism through milk prepares man to be an earthly human creature, it unites him with earthly conditions, but it does not really chain him to the earth. It makes him a citizen of earth, but does not hinder him from being a citizen of the whole solar system.

[ 8 ] Anders ist es bei der Fleischnahrung. Die Fleischnahrung, die entnommen ist dem Reich, das spezifisch irdisch ist, und die entnommen ist nicht so wie die Milch dem unmittelbaren Lebensprozeß des menschlichen oder tierischen Lebewesens, sondern die entnommen ist demjenigen Teil der tierischen Substanz, die schon zubereitet ist für das Tier, diese Fleischnahrung fesselt den Menschen speziell an die Erde, macht ihn zum Erdengeschöpf so, daß man sagen muß: So viel der Mensch seinen eigenen Organismus durchdringt mit den Wirkungen der Fleischnahrung, so viel entzieht er sich an Kräften, um überhaupt von der Erde loszukommen. Er verbindet sich durch die Fleischnahrung im eminentesten Sinn mit dem Erdenplaneten. Während ihn die Milchnahrung fähig macht, sozusagen der Erde anzugehören wie einem Durchgangsorte seiner Entwicklung, verurteilt den Menschen die Fleischnahrung dazu, wenn er nicht durch anderes erhoben wird, den Erdenaufenthalt wie zu einem dauernden zu gestalten, zu einem solchen, an den er sich völlig anpaßt. Und der Entschluß, Milchnahrung zu sich zu nehmen, bedeutet gleichsam: Ich will mich auf der Erde aufhalten, auf der Erde meine Mission erfüllen können, aber nicht ausschließlich für die Erde da sein. Der Wille zur Fleischnahrung bedeutet: Mir sagt das Erdendasein so zu, daß ich auf alle Himmel verzichte und am liebsten ganz und gar aufgehen würde in den Verhältnissen des Erdendaseins.

[ 8 ] It is different with animal-food. Animal-food which is taken from the kingdom that is specifically earthly, and which is obtained not, like milk, directly from the life-processes of the human or animal living being, but from that part of the animal substance which is already prepared for the animal—this animal-food chains man specially to the earth. It makes him into a being of earth, so that we have to say: To the extent that a human being fills his own organism with the effects of animal-food, he deprives himself of power to become free from the earth at all. Through animal-food he binds himself in the highest degree to the planet earth. Whereas milk renders him capable of belonging to the earth as the temporary scene of his development, animal-food condemns him—unless he is uplifted by something else—to make his sojourn on earth permanent, a residence to which he adapts himself exactly. The resolve to live on milk diet means: ‘Though I will stay on the earth, and fulfil my mission there, I will not be attached exclusively to the earth.’ The will to eat meat means: ‘I so pledge myself to the earth-existence that I renounce all heaven, and prefer to be wholly and solely engrossed in the conditions of earthly existence.’

[ 9 ] Die Pflanzennahrung ist eine solche, daß sie in dem Organismus jene Kräfte rege macht, welche den Menschen in eine Art kosmische Verbindung bringen mit dem ganzen planetarischen System. Das, was der Mensch zu vollbringen hat, wenn er die Pflanzennahrung in seinem eigenen Organismus weiterverarbeitet, das regt Kräfte an, die im ganzen Sonnensystem enthalten sind, so daß der Mensch in seiner physischen Hülle ein Anteilnehmer an den Kräften des ganzen Sonnensystems wird, also sich ihnen nicht fremd macht, sich aus ihnen nicht herausreißt. Das ist etwas, was in gewisser Beziehung wirklich nach und nach die Seele, die sich anthroposophisch oder esoterisch entwickelt, an sich erleben kann, daß sie in gewisser Beziehung mit der Pflanzennahrung etwas nicht Erdenschweres, sondern etwas der Sonne, das heißt dem Zentralkörper des ganzen Planetensystems Eigenes in sich aufnimmt. Die Leichtigkeit des Organismus, die er erhält durch die Pflanzennahrung, die hebt über die Erdenschwere hinweg, die macht eine gewisse innere — man möchte sagen — nach und nach wie zur Geschmacksempfindung sich ausbildende Erlebnisfähigkeit im menschlichen Organismus möglich: daß es ihm ist, diesem Organismus, wie wenn er mit den Pflanzen in der Tat in einer gewissen Weise das Sonnenlicht, das in den Pflanzen ja so viel Arbeit leistet, wirklich mitgenießen würde.

[ 9 ] Plant diet is of such a nature as to bring into action in the organism those forces which bring man to a certain cosmic union with the whole of the planetary system. That which a human being has to accomplish when he continues the assimilation of plant nourishment in his own organism is to call forth forces contained in the whole solar system, so that in his physical sheath he becomes a partaker of these solar forces; so that he does not become alienated from them, he does not tear himself away from them. This is something which the soul developing theosophically or esoterically is really able gradually to experience within; with the vegetable food it takes into itself something not pertaining to the heaviness of the earth, but in a certain sense the peculiar property of the sun, that is, of the central body of the entire planetary system. The lightness in his organism which he obtains through a plant diet lifts a man above the heaviness of earth, and gradually develops a certain inner perception of taste in the human organism, so that it is as though the latter really in a way shared with the plant the enjoyment of the sunlight, which accomplishes so much work in the plant.

[ 10 ] Aus dem, was gesagt worden ist, können Sie entnehmen, daß es gerade bei der okkultistischen, bei der esoterischen Entwicklung eine ungeheure Bedeutung hat, nicht sich sozusagen an die Erde zu fesseln, mit aller Erdenschwere sich auszustatten durch den Fleischgenuß, wenn er entbehrt werden kann nach den individuellen und Vererbungsverhältnissen; die eigentliche Entscheidung kann ja immer nur nach den persönlichen Verhältnissen des einzelnen Menschen ausfallen. Eine wirkliche Erleichterung also der ganzen Entwicklung des Menschenlebens wird es bedeuten, wenn der Mensch sich von dem Fleischgenuß enthalten kann. Dagegen beginnen schon gewisse Bedenklichkeiten, wenn der Mensch fanatischer Vegetarier in dem Sinn sein wollte, daß er alle Milch und alle Milchprodukte meiden wollte. Gerade bei der Entwicklung der Seele nach dem Geistigen hin kann das gewisse Gefahren einschließen, und zwar aus dem Grunde, weil der Mensch sehr leicht dadurch, daß er allen Milchgenuß und allen Genuß dessen, was damit zusammenhängt, meidet, leicht zu einem gewissen bloßen Lieben des von der Erde Wegstrebenden kommt und die Fäden leicht verliert, die ihn mit dem verbinden, was auf der Erde an Menschlichem getrieben wird.

[ 10 ] From what has been said you will gather that in the case of occult, esoteric, or theosophical development, it is extremely important not to chain oneself to the earth, as it were, not to make the heaviness of earth a part of our nature through the enjoyment of an animal diet, if, according to individual conditions and conditions of heredity, it can be dispensed with; the actual decision can, of course, only be made according to the personal conditions of the individual. It would facilitate the whole evolution of a man's life if he could refrain from eating meat. On the other hand, serious consequences might ensue if a person were to become such a fanatical vegetarian that he avoided milk and all milk-products. In the development of the soul towards the spiritual, certain dangers may easily step in, because in avoiding milk and all milk-products, a person may very easily acquire a love of striving to get away from the earth and lose the threads uniting him to his human tasks upon the earth.

[ 11 ] Es ist daher wohl zu beachten, daß es in einem gewissen Sinn gut ist, wenn gerade der anthroposophisch Strebende sich nicht zum fanatischen spirituellen Schwärmer dadurch macht, daß er sich die Schwierigkeit in der physischen Hülle schafft, die schon diese physische Hülle wegbringen will von aller Verwandtschaft mit dem Irdisch-Menschlichen. Damit wir nicht gar zu sehr seelische Entwicklung anstrebende Sonderlinge werden, damit wir nicht entfremdet werden menschlichem Fühlen, menschlichem Treiben auf der Erde, ist es gut, wenn wir uns als Wanderer auf der Erde in einer gewissen Weise beschweren lassen durch den Milchgenuß und durch den Genuß von Milchprodukten. Und es kann sogar eine ganz systematische Trainierung sein für einen Menschen, nicht nur immer sozusagen in den spirituellen Welten zu leben und dadurch erdenfremd zu werden, sondern daneben Aufgaben auf der Erde zu erfüllen, es kann eine systematische Trainierung sein, nicht bloßer Vegetarier zu sein, sondern Milch und Milchprodukte daneben zu genießen. Dadurch wird er seinen Organismus, seine physische Hülle erdenverwandt, menschheitsverwandt machen, aber nicht so an die Erde fesseln, mit Erdensein beschweren, wie das der Fall ist durch den Fleischgenuß.

[ 11 ] Therefore it should be carefully noticed that in a certain sense it is well if the earnestly striving theosophist does not allow himself to become a fanatical spiritual dreamer by creating the difficulty in his physical sheath, which will separate this physical sheath from all that relates it to what is earthly and human. In order that we may not become too eccentric when striving for psychic development, in order that we may not become estranged from human feeling and human effort on the earth, it is well for us to load ourselves in a certain way like travellers upon the earth, by the use of milk and milk-products. And it may even be a really systematic training for a person who is not in the position to be always living only in the spiritual world, as it were, and thereby becoming estranged from the earth, but who, besides this, has to fulfil his duties upon the earth, it may be part of his training not to be a strict vegetarian, but to take milk and milk-products as well. He will thereby relate his organism, his physical sheath, to the earth and to humanity, but not chain it to the earth, and weight it with earthly existence, as he would were he to enjoy meat.

[ 12 ] Es ist also in jeder Weise interessant, zu sehen, wie diese Dinge mit kosmischen Geheimnissen zusammenhängen und wie man durch die Kenntnis dieser kosmischen Geheimnisse die eigentliche Wirkung der Nahrungsstoffe im menschlichen Organismus verfolgen kann. Sie müssen ja durchaus als Menschen, die sich interessieren für okkulte Wahrheiten, meine lieben Freunde, immer mehr und mehr sich durchdringen davon, daß dasjenige, was auf unserer Erde auftritt — und zu unserem Erdensein gehört ja zunächst auch unser physischer Leib —, nicht etwa bloß von irdischen Kräften und Verhältnissen abhängig ist, sondern auch abhängig ist von den Kräften und Verhältnissen außerirdischer Wesenhaftigkeit, kosmischer Wesenhaftigkeit.

[ 12 ] Thus it is interesting in every way to see how these things are connected with cosmic secrets, and how through the knowledge of these cosmic secrets we can trace the actual effect of food substances in the human organism. As people interested in occult truths, you must gradually realise more and more that that which appears on our earth—and our physical body belongs above all to our earthly existence—is not merely dependent on the forces and conditions of the earth but is also absolutely dependent on the forces and conditions of supra-mundane life, of cosmic life.

[ 13 ] Das ist aber in ganz verschiedener Weise der Fall. So zum Beispiel müssen wir, wenn wir tierisches Eiweiß ins Augen fassen, wie es, sagen wir, im Hühnerei vorhanden ist, uns klar sein darüber, daß solches tierisches Eiweiß nicht etwa bloß das ist, was der Chemiker in seiner Analyse findet, sondern daß es in seinem Aufbau ein Ergebnis kosmischer Kräfte ist, und zwar wirken auf dieses Eiweiß die kosmischen Kräfte im wesentlichen nur, nachdem sie zuerst gewirkt haben auf die Erde selber und höchstens noch auf den die Erde begleitenden Mond. Es ist also der kosmische Einfluß auf das tierische Eiweiß ein indirekter. Nicht direkt wirken die Kräfte des Kosmos auf das Eiweiß, sondern indirekt; sie wirken zuerst auf die Erde und die Erde wirkt wiederum mit ihren Kräften, die sie aus dem Kosmos empfängt, zurück auf die Zusammensetzung des tierischen Eiweißes. Höchstens ist der Mond daran beteiligt, aber nur so, daß er zuerst die Kräfte von dem Kosmos empfängt und dann erst mit diesen Kräften, die er von sich ausstrahlt, zurückwirkt auf das tierische Eiweiß. In der kleinsten Zelle des Tierischen, also auch im Eiweiß, kann derjenige, der mit okkultem Blick die Dinge zu durchschauen in der Lage ist, sehen, wie etwa nicht bloß die auf der Erde vorhandenen physikalischen und chemischen Kräfte vorhanden sind, sondern wie die kleinste Zelle, sagen wir des Hühnereis, aufgebaut ist aus den Kräften, die die Erde erst bekommt aus dem Kosmos.

[ 13 ] This comes about in various ways. Thus, for example, if we consider the animal albumen contained, let us say, in hens' eggs, we must clearly understand that such animal albumen is not merely what the chemist finds by analysis, but that it is in its structure the result of cosmic forces. When we speak of albumen, this in its construction is the product of cosmic forces. Essentially, the cosmic forces really only work upon this albumen after they have first worked upon the earth itself, and, moreover, chiefly upon the moon which accompanies the earth. Thus the cosmic influence upon animal albumen is an indirect one. The cosmic forces do not work directly upon albumen, but indirectly; they work first upon the earth, and the earth reacts upon the construction of animal albumen with the forces it receives from the cosmos. Chiefly the moon takes a share in it, but only in such a way that it first receives the forces from the cosmos, and only then, with these forces that it rays forth from itself, reacts upon the animal albumen. In the tiniest cells of animals, and thus also in albumen, one who is able to look into these things with occult vision can see that not merely the physical and chemical forces belonging to the earth are to be found there, but that the smallest cell in a hen's egg, let us say, is built up of the forces which the earth first obtains from the Cosmos.

[ 14 ] Indirekt hängt also das, was wir Eiweiß nennen, mit dem Kosmos zusammen, aber es würde diese tierische Eiweißsubstanz so, wie sie auf der Erde ist, niemals entstehen, wenn die Erde nicht da wäre. Direkt aus dem Kosmos könnte sie nicht entstehen; sie ist durchaus ein Produkt desjenigen, was die Erde erst aus dem Kosmos empfangen muß.

[ 14 ] Thus the substance we call albumen is indirectly connected with the cosmos, but this animal albumenous substance as we know it on the earth would never come into being if the earth were not there. It could not originate directly out of the cosmos; it is absolutely a product of what the earth has first to receive from the cosmos.

[ 15 ] Anders zum Beispiel ist es wiederum mit dem, was wir als Fettsubstanz kennen, was wir als irdische Fettsubstanz der Lebewesen kennen, die ja auch einen Teil der Nahrung bildet, namentlich bei denjenigen Menschen, welche tierische Nahrung genießen. Es sei also die Rede von diesen tierischen Fetten. Dasjenige, was wir Fettsubstanz nennen, gleichgültig ob es der Mensch von außen genießt oder in seinem eigenen Organismus selber bildet, ist nach ganz anderen kosmischen Gesetzen aufgebaut als die Eiweißsubstanz. Während an dieser beteiligt sind jene kosmischen Kräfte, welche ausgehen von Wesenheiten der Hierarchien der Form, sind beteiligt an dem Aufbau der Fettsubstanz vorzugsweise jene Wesenheiten, die wir nennen die Geister der Bewegung. Sehen Sie, es ist wichtig, solche Dinge zu erwähnen, weil man dadurch erst den Begriff bekommt, wie kompliziert eigentlich so etwas ist, was sich die äußere Wissenschaft so unendlich einfach vorstellt. Kein Lebewesen könnte auf der einen Seite mit Eiweißsubstanz, auf der anderen mit Fettsubstanz durchdrungen sein, wenn nicht zusammenwirkten aus dem Kosmos herein — wenn auch indirekt — der Geist der Form und der Geist der Bewegung. Also wir können die geistigen Wirkungen, die wir kennen als ausgehend von den Wesen der verschiedenen Hierarchien, verfolgen bis in die Substanz herein, die unsere physische Hülle zusammensetzt. Daher wird beim Erleben, das dann eintritt, wenn die Seele eine anthroposophische Entwicklung durchgemacht hat, auch dieses Erleben in sich differenzierter, in sich beweglicher, das man hat gegenüber dem, was man als Eiweiß in sich trägt, und dem, was man als Fett in sich trägt in der physischen Hülle. Es ist das ein zweifaches Empfinden. Was bei dem im äußeren normalen Dasein lebenden Menschen in ein einziges Empfinden zusammenrinnt, das empfindet man durcheinander: das, was im Organismus die Fette machen und was die Eiweißsubstanzen machen. Indem der ganze physische Organismus beweglicher wird, lernt die sich entwickelnde Seele unterscheiden zweierlei Empfindungen am eigenen Leib. Eine Empfindung, welche gleichsam uns innerlich so durchdringt, daß wir fühlen: das setzt uns zusammen, gibt uns die Statur, — da empfinden wir die Eiweißsubstanzen in uns. Wenn wir empfinden: das macht uns gleichgültig gegen unsere innere Abgeschlossenheit, das hebt uns gleichsam hinaus über unsere Form, das macht uns gegenüber unserem inneren menschlichen Fühlen phlegmatischer, wenn sich also zu der eigenen Empfindung etwas Phlegma zusetzt gegenüber dieser eigenen Empfindung — diese Empfindungen differenzieren sich sehr stark bei einer anthroposophischen Entwicklung —, so rührt diese letzte Empfindung her von dem Erleben der Fettsubstanz in der physischen Hülle. Es wird also das innere Erleben auch in bezug auf die physische Hülle komplizierter.

[ 15 ] Again, it is different, for example, with what we know as fatty substance of earthly living beings, which also forms part of the foods of those who eat meat. We are speaking of animal fat. What we call fatty substance, whether a person eats it or whether it forms part of his own organism, is formed according to entirely different cosmic laws from those forming albumen. While the cosmic forces proceeding from the beings of the Hierarchy of Form are concerned with the latter, pre-eminently those beings whom we call the Spirits of Motion are concerned with the building-up of fatty substance. Now, it is important to relate these things, because only in this way does one really gain an idea how complicated is such a matter, which external science may conceive of as infinitely simple. No living being could have either albumen substance on the one hand or fatty substance on the other if the Spirits of Form and the Spirits of Motion did not work from the cosmos—even though indirectly. Thus we can trace the effects proceeding from the beings of the various Hierarchies even into the substance of which our physical sheath consists. Therefore, in the experience which comes when the student undergoes a theosophical development, the experience which he has in respect of the albumen and the fat which he bears in his physical sheath becomes more differentiated, more mobile in itself. This is one perception. The forces which in a man living the ordinary life are combined in a single sensation, namely, that which in his organism makes the fat and that which makes the albumenous substance, are now felt separately. As the whole physical organism becomes more mobile, the evolving soul learns to distinguish two different sensations in his own body, one which so pervades him inwardly that he feels: ‘This constructs me, and gives me stature’ ... he is then perceiving the albumenous substances within him. When he feels: ‘This makes me callous to my inner limitations, this uplifts me in some sense, above my form, this makes me more sluggish with respect to my inner human feelings,’ when he disdains those perceptions of his feelings (in theosophical development these perceptions differ very greatly)—this last sensation is aroused by his experiencing the fatty substance in his physical sheath.

[ 16 ] Das wird ja insbesondere stark dann wahrgenommen, wenn es sich handelt um das Erleben der Stärkesubstanz oder der Zuckersubstanz. Zucker ist besonders charakteristisch. Zucker differenziert sich ja zunächst im Geschmacksurteil sehr stark von anderen Substanzen. Diese Differenzierung kann man im gewöhnlichen Leben sehr gut bemerken, nicht nur an den Kindern, sondern auch manchmal an älteren Leuten an der Vorliebe, die da für Zuckersubstanz vorhanden ist; aber es geht gewöhnlich die Differenzierung nicht weiter als eben bis zu dem Geschmack. Wenn die Seele eine Entwicklung durchmacht, dann erlebt sie alles das, was sie an Zuckersubstanz aufnimmt oder in sich hat wie etwas, was ihr innerliche Festigkeit gibt, was sie innerlich Stützt, was sie gewissermaßen mit einer Art natürlicher Egoität durchzieht. Und in dieser Beziehung darf sogar dem Zucker in einer gewissen Beziehung eine Art Lobrede gehalten werden. Gerade derjenige, der eine Seelenentwicklung durchmacht, kann oftmals bemerken, daß er es sogar oft nötig hat, etwas Zucker aufzunehmen, weil ja die seelische Entwicklung dahin gehen muß, immer selbstloser und selbstloser zu werden. Die Seele wird von selber selbstloser durch eine ordentliche anthroposophische Entwicklung. Damit nun der Mensch, der ja vermöge seiner physischen Hülle schon einmal eine Erdenmission hat, nicht sozusagen den Zusammenhang seines Ich-Organismus mit der Erde verliere, ist es geradezu gut, ein Gegengewicht im Physischen zu schaffen, wo ja die Egoität nicht eine so große Bedeutung hat wie im Moralischen. Durch den Zuckergenuß wird — man möchte sagen — eine Art unschuldiger Egoität geschaffen, die ein Gegengewicht bilden kann gegen die notwendige Selbstlosigkeit auf moralisch-geistigem Gebiete. Es würde sonst doch zu leicht die Versuchung da sein, daß der Mensch nicht nur selbstlos würde, sondern daß er auch träumerisch würde, phantastisch würde, den Zusammenhang verlieren würde mit einer gesunden Beurteilungsfähigkeit der irdischen Verhältnisse. Dazu trägt ein gewisser Zusatz von Zucker zu der Nahrung bei, einem die Möglichkeit zu geben, trotz allen Hinaufsteigens in die geistigen Welten mit beiden Beinen auf der Erde stehenzubleiben, eine gewisse gesunde Erdenansicht sich mit heranzukultivieren.

[ 16 ] Thus his inner experience, even as regards his physical body, becomes more complex. This is perceived very strongly when the experience of starch or sugar is in question. Sugar has especially distinct characteristics. In a classification of tastes, sugar stands out very strongly amongst other substances. This appreciation of difference can easily be observed in ordinary life, not only in children, but also very often in older people, in their preference for sweet substances; but usually this does not go beyond the taste. When the soul undergoes development, it then experiences all the sugar it takes into its body, or already has within it, as something giving it inner firmness, supporting it inwardly, permeating it to a certain extent with a sort of natural sense of selfhood. And in this respect a sort of eulogy might even be pronounced on sugar. In passing through a soul development a person may even often notice that he needs to take sugar, because the psychic development inevitably tends to make him become more and more selfless. Through an orderly theosophical development the soul of itself becomes more selfless. Now, in order that a man—by virtue of his physical sheath, having an earthly mission—may not lose, as it were, the connection of his Ego-organism with the earth, it is well to create an counterpoise in the physical, where, indeed, realisation of the Ego is not of such great importance as in the realm of morals. It might be said that, through eating sugar, a sort of blameless ego-sense is produced, forming a counterpoise to the necessary selflessness in the spiritual realm of morals. Otherwise there might all too easily be the temptation not only to become selfless, but also dreamy and fantastic, to lose the healthy capacity for judging earthly conditions. An addition of sugar to the food gives the power, in spite of the ascent into the spiritual world, to stand firmly on the earth with both feet, and to cultivate a healthy estimate of earthly things.

[ 17 ] Sie sehen, die Dinge sind kompliziert; aber es wird alles kompliziert, wenn man in die wirklichen Geheimnisse des Lebens eindringen will. So fühlt zuweilen gerade der, welcher anthroposophisch in seiner Seele weiterkommt, daß ihm, damit er nicht einer falschen Selbstlosigkeit, nämlich einem Verlieren seiner Persönlichkeit ausgesetzt ist, ein Zuckergenuß zuweilen nottut. Und er erlebt dann den Zuckergenuß so, daß er sagt: Nun, so füge ich mir etwas bei, was mir, ohne daß ich mich moralisch herabstimme, wie unwillkürlich, wie in einem höheren Instinkte eine gewisse Festigkeit, eine gewisse Egoität gibt. Im ganzen kann man sagen, daß der Zuckergenuß physisch den Persönlichkeitscharakter des Menschen erhöht. Man kann das so stark behaupten, daß man wird sagen können, daß die Menschen — selbstverständlich darf das alles nur in gesunden Grenzen gehalten werden —, daß die Menschen, welche in einer gewissen Weise dem Zuckergenuß huldigen, es leichter haben, schon in ihrem physischen Leib ihren Persönlichkeitscharakter auszuprägen, als diejenigen, die es nicht tun. Diese Dinge können sogar zum Verständnis dessen führen, was man auch äußerlich beobachten kann. In Ländern, wo nach der Statistik wenig Zucker genossen wird, sind die Menschen weniger mit Persönlichkeitscharakter ausgestattet als in Ländern, wo mehr Zucker genossen wird. Gehen Sie in die Länder, wo die Menschen mehr persönlich auftreten, wo jeder sozusagen sich in sich fühlt, und dann von da in Länder, wo die Menschen, man möchte sagen, mehr den allgemeinen Volkstypus haben, unpersönlicher sind schon in der äußeren physischen Natur, so werden Sie finden, daß in ersteren Ländern viel und in den letzteren wenig Zucker konsumiert wird.

[ 17 ] You see that these matters are complex; but everything grows complex when one begins to penetrate the actual secrets of life. Thus to the student as his soul progresses in theosophy it becomes evident now and then that in order not to acquire a false selflessness—namely, a loss of his personality—it is necessary at times to eat sugar; and then his experience when eating sugar is such that he says: ‘Now I am adding to myself something that, without lowering myself morally, gives me, as though automatically, as though by higher instinct, a certain firmness, a certain sense of my Ego.’ On the whole, we may say the consumption of sugar intensifies physically the character of the human personality. We may be so certain of this that we may even say that it is easier for those who take sugar to imprint the character of their personality upon their physical body than for those who do not; but it stands to reason that this must be kept within healthy limits. These things may even lead to the understanding of something that can be observed externally. In countries where, according to statistics, little sugar is eaten, the people have less character as personalities than where more sugar is eaten. If you go to countries where the people have more personality, where each one is conscious in himself, as it were, and then from there go into countries where the people have more of the common race-type and have less personality as external physical beings, you will find that in the former a great deal of sugar is consumed, and in the latter very little.

[ 18 ] Wenn wir von diesem Erleben sozusagen der Nahrungssubstanzen noch mehr in die Augen springende Begriffe haben wollen, so können wir es an den sogenannten Genußmitteln haben. Diese Genußmittel, die werden ja besonders lebhaft schon erlebt auch im äußeren Leben — Kaffee, Tee in einem erhöhten Maße; aber das, was schon der normale Mensch erlebt an Kaffee und Tee, das erlebt derjenige, der eine anthroposophische Entwicklung durchmacht, in einem viel höheren Maße. Wie gesagt, das alles ist weder ein agitatives Für oder Gegen den Kaffee, sondern eine Darstellung der Dinge, wie sie sind, und ich bitte, das auch nur in diesem Sinne hinzunehmen. Der Kaffee wirkt ja schon im ganz normalen menschlichen Leben erregend auf die menschliche Natur, ebenso der Tee; nur daß diese Erregungen, die ausgeübt werden durch Kaffee und Tee auf den Organismus, von der Seele, die eine anthroposophische Entwicklung durchmacht, lebendiger empfunden werden. Vom Kaffee kann zum Beispiel gesagt werden, daß er so auf den menschlichen Organismus wirkt, daß dieser menschliche Organismus dadurch in einer gewissen Weise seinen Ätherleib von dem physischen Leib heraushebt, aber so, daß der physische Leib gefühlt wird wie eine solide Grundlage des Ätherleibes. Das ist die spezifische Wirkung des Kaffees. Also, es wird etwas differenziert physischer Leib und Ätherleib beim Kaffeegenuß, aber so, daß der physische Leib namentlich in seinen Formeigenschaften gerade unter dem Einfluß des Kaffees wie hineinstrahlend in den Ätherleib gefühlt wird, wie eine Art solider Grundlage für das, was dann durch den Ätherleib erlebt wird. Das soll wahrhaftig nicht eine Agitation für den Kaffeegenuß sein; denn das bewegt sich ja alles auf physischer Grundlage, und der Mensch würde sich zu einem ganz unselbständigen Wesen machen, wenn er sich herrichten wollte durch den Genuß dieser Nahrungs- oder Genußmittel; es soll nur der Einfluß dieser Nahrungs- und Genußmittel charakterisiert werden. Aber weil namentlich das logische, das folgerichtige Denken sehr abhängt von der Struktur, von der Form des physischen Leibes, so wird durch die eigentümliche Wirkung des Kaffees, der gleichsam schärfer herausschattiert die physische Struktur des physischen Leibes, physisch die logische Folgerichtigkeit gefördert, — es wird durch den Kaffeegenuß der Mensch sozusagen auf physischem Wege in seiner logischen Folgerichtigkeit gefördert, in einem folgerichtig den Tatsachen sich anschließenden Denken. Und man kann sagen, wenn es auch gesundheitliche Bedenken haben mag, viel Kaffee zu trinken, daß es gerade für Menschen, welche in höhere Regionen des geistigen Lebens hinaufsteigen wollen, gar nicht so uneben ist, daß es ganz gut sein kann, die logische Folgerichtigkeit aus der Anregung durch den Kaffee zuweilen zu ziehen. Man möchte sagen, es erschiene einem ganz natürlich, daß der, der berufsmäßig zum Beispiel zu schreiben hat und nicht recht die logische Folge von einem Satz zum anderen findet und so alles aus der Feder herauskauen möchte, daß der sich anregt durch den Kaffeegenuß. Das scheint demjenigen ganz begreiflich, der diese Dinge bis zu ihrer okkulten geheimnisvollen Grundlage zu beobachten versteht. Wenn schon solcher Genuß, da wir einmal Erdenbürger sind, zuweilen notwendig ist nach den persönlichen individuellen Verhältnissen, so muß eben betont werden, daß der Kaffeegenuß bei allen seinen Schäden viel dazu beitragen kann, die Solidität zu heben. Nicht als ob er anempfohlen werden sollte als Mittel zur Solidität, aber es muß gesagt werden, daß er es vermag, die Solidität zu heben, und daß man zum Beispiel bei demjenigen, der sich anthroposophisch entwickelt, wenn er die Neigung hat, etwas ins Unrichtige zu schweifen mit seinen Gedanken, daß man es da nicht gerade übel zu vermerken braucht, wenn er sich etwas solider macht durch Kaffee.

[ 18 ] If we wish to have still more obvious ideas of this experience of various substances we can do so by considering the so-called luxuries, such as coffee and tea, of the effects of which we have already become vividly aware in external life. The experience of a normal person is greatly heightened in a theosophical student. As said already, all this is not an agitation either for or against coffee, but simply a statement of things as they are, and I beg you to take it only in this sense. Even in an entirely normal human life, coffee and tea act as stimulants, but these excitations are felt more vividly by the soul that is undergoing a theosophical development. Of coffee, for example, it may be said that it so works as to cause the human organism to lift its etheric body out of the physical body, but in such a manner as to feel the latter as a solid foundation for the former. That is the specific action of coffee. When coffee is taken, the physical body and the etheric body are felt as differentiated, but in such a way that the physical body—especially in its qualities of form—seems under the influence of coffee to radiate into the etheric body, like a sort of solid basis for what is then experienced through the latter. Truly this ought not to be considered as an agitation for the use of coffee, for it rests upon a physical basis; a person relying too much on the use of this substance would become a completely dependent being; we are only concerned with describing the influence of this food or stimulant. But as logical, consecutive thinking depends very much upon the structure and form of the physical body, so through the peculiar action of coffee, which, as it were, gives a sharper emphasis to the physical structure, logical accuracy is assisted physically. By drinking coffee logical accuracy, the arrangement of facts in logical sequence is promoted by physical means. And it can be said that even though there may be healthy doubts about drinking much coffee, yet for those who wish to ascend to the higher regions of spiritual life, it is not amiss; it may be very good, occasionally, to obtain logical accuracy by means of coffee. We might say that it seems quite natural for one whose profession necessitates a good deal of writing, and who cannot readily find the logical sequence from one sentence to another, and has to get it all out of his pen, to make use of the stimulus of coffee. This seems quite comprehensible to one who understands how to observe these things in their secret occult foundations. Though such a drink may be necessary for us for a time as citizens of the earth, according to personal and individual conditions, it must also be emphasised that the use of coffee, with all its faults, can contribute a great deal towards the acquisition of stability. Not that it is to be commended as a means of developing stability, but it must be said that it has the power of so doing, and that if, for example, a student's thoughts have a tendency to stray in the wrong direction, we need not take it amiss if he makes himself somewhat more stable by drinking coffee.

[ 19 ] Anders stehen die Dinge beim Tee. Der Tee bringt eine ähnliche Wirkung hervor, eine Art Differenzierung physischer Natur und ätherischer Natur. Aber es wird in einer gewissen Weise ausgeschaltet die Struktur des physischen Leibes. Der Ätherleib tritt mehr in seine fluktuierenden Rechte. Daher werden die Gedanken durch den Teegenuß auseinanderflatternd gemacht, werden in einer gewissen Weise weniger dazu geeignet gemacht, sich an die Tatsachen anzuschließen. Es wird zwar die Phantasie, manchmal nicht in sehr sympathischem Sinn, durch den Teegenuß angeregt, nicht aber die Anpassung an die Wahrheit und die Anpassung an die Solidität der Verhältnisse. Daher kann man sagen, daß es begreiflich ist, wenn in Gesellschaften, wo viel darauf ankommt, daß man Gedankenblitze losläßt, daß man sprühende Geistigkeit entwickelt, wenn da die Anregung gerne gegeben wird durch Tee; und es ist auch auf der anderen Seite begreiflich, daß, wenn der Teegenuß überhand nimmt, er in einer gewissen Weise eine Gleichgültigkeit erzeugt gegen die Anforderungen, die in den Menschen durch die gesunde Struktur seines physischen Erdenleibes kommen können. So daß träumerische Phantastik und ein gewisses unbekümmertes nonchalantes Wesen, ein Wesen, das gerne hinwegsieht über die Anforderungen des äußeren soliden Lebens, leicht gefördert werden durch den Teegenuß. Und bei einer Seele, die sich in anthroposophischem Sinn entwickelt, sieht man es nicht so gerne, wenn sie Tee genießt, weil Teegenuß leichter zur Scharlatanerie führt als der Kaffeegenuß. Letzterer macht solider, ersterer scharlatanhafter, wenn auch das Wort für diese Dinge viel zu scharf gebraucht wird. Dies alles sind Dinge, die sich — wie gesagt — erleben lassen durch die Beweglichkeit, in die die physische Hülle kommt, wenn der Mensch eine anthroposophische Entwicklung durchmacht.

[ 19 ] It is different in the case of tea. Tea produces a similar effect—viz., a sort of consciousness of difference between the physical nature and the etheric nature; but the structure of the physical body is disconnected in a certain way. The etheric body appears more in its own fluctuating nature. Thought becomes volatile when tea is taken, less fitted to keep to the facts; indeed, fancy is stimulated by it, very often in a way neither sympathetic to nor in conformity with truth or with sound proportion. Hence one may say that it is comprehensible that in gatherings where flashes of thought and the development of sparkling mentality are in question, the stimulus of tea might be preferred; on the other side, it is also comprehensible that when tea-drinking gets the upper hand, it gives rise to a certain indifference to the demands arising through the healthy structure of the physical earthly body. So that dreamy fancy and a certain careless, nonchalant nature, a nature that likes to overlook the demands of the sound external life, is awakened by tea-drinking. And in the case of a soul undergoing a theosophical development we feel tea less suitable, as a beverage, than coffee, since it leads more easily to shallowness. The latter tends to soundness, the former more to charlatanry, although this word applied to these things is much too severe. All these are things which—as we have said—are experienced through the mobility acquired by the physical sheath of the student undergoing a theosophical development.

[ 20 ] Ich möchte nur hinzufügen, daß — Sie können ja darüber weiter nachmeditieren oder versuchen, solche Dinge wirklich zu erleben —, daß wenn der Kaffeegenuß etwas wie Solidität befördert in der physischen Hülle, der Teegenuß mehr die Scharlatanerie begünstigt, so zum Beispiel die Schokolade am meisten fördert die Philistrosität. Schokolade ist als das eigentliche Philistergetränk zu verspüren im unmittelbaren Erlebnis, wenn die physische Hülle in sich beweglicher wird. Die Schokolade kann daher gut empfohlen werden gerade bei Philisterfestlichkeiten, und man kann es dann — verzeihen Sie diese Einlage —, man kann es ganz gut begreifen, daß man bei Familienfesten, bei Geburtsfesten, Namensfesten, namentlich in gewissen Kreisen, zu gewissen Festlichkeiten eben Schokolade trinkt. Dann, wenn wir diese Dinge, die also Genußmittel sind, ins Auge fassen, tritt uns das noch in einer bedeutungsvolleren Weise entgegen, weil da dasjenige, was sonst gegenüber den Nahrungsmitteln erlebt wird, schon seine Strahlen hereinwirft in das gewöhnliche sogenannte äußere normale Leben, aber nicht nur so, daß man sozusagen das Substantielle nur bemerkt, aus dem der Körper zusammengefügt ist und sich immer wieder erneuert, sondern daß man auch bemerkt, wie schon gestern erwähnt worden ist, das innerliche Auseinanderfallen, das Sichsondern der Organe. Das ist wichtig, das ist bedeutungsvoll.

[ 20 ] Only I might add—you may meditate further upon this afterwards or try really to experience such things—that while coffee-drinking promotes something like stability in the physical sheath, and tea-drinking favours shallowness, chocolate promotes prosaic thought. Chocolate can be felt by direct experience as the true beverage of the commonplace merry-maker, when the physical sheath becomes more mobile in itself. Therefore, chocolate may well be recommended for commonplace festivities, and thus we can now understand very well—excuse this aside—that at family festivals, birthday festivals, christenings, especially in certain circles, on certain festive occasions, chocolate is the beverage. Then when we bear in mind these things which are means of enjoyment, the case appears to us still more significant, because that which usually is experienced concerning the means of nourishment throws its rays upon the ordinary so-called normal life; moreover, not only in such a way as to bring to notice the material substance from which the body is constructed and continually renewed, but also—as was mentioned in the last lecture—the inner disconnection, the separation of the organs from each other. That is important; that is significant.

[ 21 ] Und da muß insbesondere hervorgehoben werden, daß für eine okkulte Betrachtung begreiflich wird das Erlebnis in bezug auf die physische Hülle mit dem physischen Herzen. Das physische Herz des Menschen ist ja für den Okkultisten ein außerordentlich interessantes, ein außerordentlich bedeutungsvolles Organ; denn dieses physische Menschenherz kann nur verstanden werden, wenn man das ganze gegenseitige Verhältnis, auch das geistige Verhältnis, in dem die Sonne zur Erde steht, ins Auge faßt. Schon als die alte Sonne nach der Saturnzeit eine Art planetarischer Vorgänger der Erde war, schon da begann sozusagen sich vorzubereiten jenes Verhältnis, das heute da ist zwischen diesen beiden Himmelskörpern, zwischen der Sonne und der Erde. Und zwar muß das Verhältnis zwischen Sonne und Erde so ins Auge gefaßt werden, daß man dabei die Erde, wie sie heute ist, ganz und gar so auffaßt, wie sie gleichsam zuerst selber sich von den Sonnenwirkungen nährt, wie sie diese Sonnenwirkungen in sich aufnimmt und verarbeitet. Was die Erde in ihrer festen Grundsubstanz an Sonnenkräften in sich aufnimmt, was sie in ihrer Luft- und Wasserhülle, in den wechselnden Wärmeverhältnissen aufnimmt, was sie in dem die Erde umflutenden Licht aufnimmt, was sie selbst aufnimmt in demjenigen, was nun nicht mehr physisch irgendwie wahrnehmbar ist als Anteil der Erde an der Sphärenharmonie, was die Erde aufnimmt an Lebenskräften, die sie direkt von der Sonne empfängt, alles das steht in Verbindung mit den inneren Kräften, die auf das menschliche Herz vom Blutkreislauf aus wirken. Im Grunde genommen wirken alle diese Kräfte auf den Blutkreislauf und von diesem auf das Herz. Alles, was äußere Theorie in dieser Beziehung ist, ist grundfalsch. Diese äußere Theorie macht heute das Herz zu einer Pumpe, welche das Blut durch den Körper pumpt, so daß man im Herzen zu sehen hätte das Organ, das den Blutkreislauf reguliert. Das Umgekehrte ist wahr. Der Blutkreislauf ist das, was das Ursprüngliche ist, und das Herz gibt in seinen Bewegungen einen Widerklang dessen, was in der Blutzirkulation vor sich geht. Das Blut treibt das Herz, nicht umgekehrt das Herz das Blut. Aber dieser ganze Organismus, der da beschrieben ist und der sich in der Herztätigkeit konzentriert, der ist nichts anderes als das menschliche mikrokosmische Spiegelbild jener makrokosmischen Wirkungen, die die Erde erst von der Sonne empfängt. Was die Erde von der Sonne hat, spiegelt sich wider in dem, was das Blut mit dem Herzen zu tun hat.

[ 21 ] And here we must bring specially into prominence the fact that occult observation makes clear the experience of the relation between the physical sheath and the physical heart. The physical human heart is to the occultist an extremely interesting, an extremely important organ; for it can only be understood when we bear in mind the entire mutual relationship, including the spiritual relationship, of the sun and the earth. Even at the time when, after the Saturn period, the ancient Sun was a sort of planetary predecessor of the earth, even then began the preparation, as it were, of the relation which now exists between these two heavenly bodies, the Sun and the Earth. And we must so bear in mind this relation between Sun and Earth that we thereby really comprehend how the earth of to-day, being nourished, as it were, by the solar activities, takes in these solar activities and transmutes them. What the solid substance of the earth takes in as solar forces, what the earth takes up in its envelopes of air and water, in its changing conditions of heat, what it takes up in the light that encompasses the earth, what it takes up in that part of the earth which is now no longer physically perceptible in any way—the Earth-part of the harmony of the spheres—what the earth receives as life-forces directly from the sun—all this is in connection with the inner forces that work upon the human heart through the circulation of the blood. In reality all these act upon the circulation of the blood, and through this upon the heart. All external theory with respect to this process is radically wrong. External theory calls the heart a pump that pumps the blood through the body, so that one has to look upon the heart as the organ regulating the circulation of the blood. The reverse is the truth. The heart-circulation responds to the impulse given by the circulation of the blood, which is the original source of action. The blood drives the heart; not the reverse, the heart the blood. And the whole of this organism just described, which is concentrated in the activity of the heart, is none other than the human microcosmic reflection of the macrocosmic activities first received by the earth from the sun. The impulse received by the earth from the sun is reflected in that which the heart receives from the blood.

[ 22 ] Anders steht das zum Beispiel mit dem Gehirn. Einzelne von den Gehirnentsprechungen sind schon gestern erwähnt worden. Das Gehirn des Menschen hat unmittelbar sehr wenig zu tun mit dem, was Sonnenwirkungen auf der Erde sind. Unmittelbar, sage ich. Mittelbar als Wahrnehmungsorgan sehr wohl, indem es zum Beispiel das äußere Licht, die Farben wahrnimmt; aber das ist eben Wahrnehmung. Aber unmittelbar in seinem Bau, in seiner inneren Beweglichkeit, in seinem ganzen Innenleben hat das Gehirn wenig, kaum irgend etwas mit den Sonnenwirkungen auf die Erde zu tun; es hat zu tun viel mehr mit all dem, was auf unsere Erde einstrahlt von dem, was außerhalb unseres Sonnensystems ist; dieses Gehirn hat zu tun mit den kosmischen Verhältnissen des ganzen Sternenhimmels, aber nicht mit den engeren Verhältnissen unseres Sonnensystems. In einer engeren Beziehung steht allerdings das, was wir als Gehirnsubstanz zu bezeichnen haben, mit dem Mond, aber nur insoweit der Mond nicht von der Sonne abhängig ist, insofern er seine Unabhängigkeit von der Sonne bewahrt hat. So daß also das, was in unserem Gehirn vorgeht, Wirkungen entspricht, die außerhalb derjenigen Kräfte liegen, die in unserem Herzen ihr menschliches mikrokosmisches Abbild finden. Sonne lebt im menschlichen Herzen; was außerhalb der Sonne im Kosmos vorhanden ist, lebt im menschlichen Gehirn.

[ 22 ] It is different with the brain. Some details of the correspondence of the brain were given in the last lecture. The human brain has very, very little to do directly with the solar activities on the earth. Directly, I say. Indirectly, as an organ of perception it is concerned with them; it perceives the external light and colour, for instance; that, however, is only perception. But directly, in its construction, in its inner mobility, in the whole of its inward life, the brain has little, scarcely anything, to do with the effects of the sun upon the earth; it is much more concerned with all that streams to the earth from outside our solar system; it is concerned with the cosmic relationship of the whole starry heavens, but not with the narrower relationships of our solar system. However, in a more limited sense, what we have to describe as the brain-substance is connected with the Moon, though only in so far as the Moon does not depend upon the Sun, but has preserved independence of it. So that what goes on in our brain corresponds to activities lying outside the forces which are imaged microcosmically in our heart. Sun dwells in the human heart; all else besides the sun in the cosmos dwells in the human brain.

[ 23 ] So ist der Mensch in bezug auf beide Organe ein Mikrokosmos, indem er mit seinem Herzen der auf die Erde ausgeübten Sonnenwirkung hingegeben ist und diese gleichsam widerspiegelt, mit seinem Gehirn aber inneres Leben hat, das unmittelbar mit dem außer der Sonne sich befindenden Kosmos zusammenhängt. Das ist ein außerordentlich interessanter und bedeutungsvoller Zusammenhang. Das Gehirn hängt mit dem, was die Sonne auf der Erde bewirkt, nur durch die äußere Wahrnehmung zusammen. Die wird aber gerade in der anthroposophischen Entwicklung überwunden. Die anthroposophische Entwicklung überwindet die äußere Sinneswelt. Daher wird das Gehirn zu einem Innenleben entfesselt, das so kosmisch ist, daß selbst die Sonne etwas viel zu Spezielles ist, is daß sich da drinnen etwas von Sonnenwirkung abspielen würde. Wenn der Mensch in der Meditation hingegeben ist irgendwelchen Imaginationen, so spielen sich in seinem Gehirn Prozesse ab, die gar nichts zu tun haben mit dem Sonnensystem, sondern die Prozessen außerhalb unseres Sonnensystems entsprechen. Daher besteht in der Tat ein gewisses Verhältnis zwischen dem Herzen und dem Hirn wie zwischen der Sonne und dem Sternenhimmel, und in einer gewissen Beziehung zeigt sich dieses im Erleben der anthroposophisch sich entwickelnden Seele dadurch, daß, indem diese Seele innerlich ernst und abgezogen hingegeben ist rein anthroposophischen Gedanken, das Herz wirklich etwas wie eine Art von Gegenpol bildet, in eine Art Opposition tritt zu dem — man möchte sagen — Sternenhirn. Diese Opposition drückt sich dadurch aus, daß der Mensch fühlen lernt, wie Herz und Hirn beginnen, verschiedene Wege zu gehen, und wie er, während er vorher nicht nötig hatte, auf beide gesondert achtzugeben, sondern sich alles zusammenmischte, er nun beginnen muß, wenn er sich anthroposophisch entwickelt, auf beide gesondert zu achten.

[ 23 ] Thus man, as regards these two organs, is a microcosm, because through his heart he is given up to the influences exercised by the sun on the earth, and reflects these, as it were; but through his brain he has an inner life directly connected with the cosmos outside the sun. That is a connection of extreme interest and significance. The brain is only connected with the effect of the sun on the earth through external perception. But just this very thing is overcome in theosophical development. Theosophical development surmounts the external sense world. Hence the brain is set free for an inward life so cosmic that it is unsuitable for the specialised influence of the sun itself. When the student surrenders himself in meditation to some imagination, processes take place in his brain which have nothing at all to do with our solar system, but correspond to the processes outside it. Hence, in fact, the relationship between the heart and the brain is like that between the sun and the starry heavens, and this manifests, in a certain respect, in the experience of the soul developing through theosophy through the fact that while this soul is devoted seriously and deeply to purely theosophical thought, the heart forms, as it were, an opposite pole, and comes in opposition to what one might call the starry-brain. This opposition is expressed in the fact that the student learns to feel that his heart and brain begin to go different ways; while previously he had no need to give attention to both separately, because they were indistinguishable, he must now begin so to do—if he is developing through Theosophy.

[ 24 ] Es gibt einen eigentümlichen Begriff von der ganzen kosmischen Stellung des Menschen, wenn wir so die physische Hülle betrachten, und ins Auge fassen, wie der Mensch hier auf der Erde steht. Da lebt in ihm durch sein Blutsystem und Herz alles das, was die Sonne mit der Erde auszumachen hat. Und wenn er lediglich innerlich hingegeben ist an das, wozu er auf der Erde als Instrument sein physisches Gehirn braucht, dann leben da drinnen Weltenprozesse, die sich abspielen außerhalb unseres Sonnensystems. Wir werden begreiflich machen müssen, daß der Mensch ein ganz neues Erleben hat gegenüber Herz und Hirn. Es differenzieren sich wirklich seine Empfindungen, so daß er fühlen lernt alles das, was Gehirnprozesse sind, man möchte sagen, in jenem ruhigen Gang, den der Nachthimmel zeigt mit seinen Sternen, und daß er fühlt die Beweglichkeit des Sonnensystems in seinem Herzen. Sie schen daraus zugleich einen Weg, der bei einer höheren Initiationsstufe ein wichtiger Weg wird, denn Sie sehen gleichsam die Tore, die sich öffnen vom Menschen aus in den Kosmos. Der Mensch, der aus sich heraustritt durch eine höhere Entwicklung — wie es selbst in den exoterischen Vorträgen geschildert worden ist —, der zurückblickt auf seinen eigenen Leib, der die Prozesse seines physischen Leibes vollständig erkennen lernt, der lernt in der Tat in der Blutzirkulation mit der Herztätigkeit ein Spiegelbild der geheimnisvollen Kräfte des Sonnensystems kennen, und er lernt in den Vorgängen des Gehirns, die er dann geistig von außen anschaut, den Kosmos in seinen Geheimnissen kennen.

[ 24 ] It gives us an accurate idea of man's place with regard to the whole Cosmos when we thus consider the physical sheath, and bear in mind the position of man here upon the earth. Through his blood-system and heart there is within him the whole relationship between the sun and the earth, and when his inner powers are devoted solely to that for which on earth he needs the brain as his instrument, then in that brain there are cosmic processes at work extending beyond our solar system. It will be evident that the pupil has an entirely new experience with respect to his heart and brain. His sensations really classify themselves, so that in the serene course of the stars displayed in the heavens at night he learns to feel the processes of his brain, and he feels the movements of the solar system in his heart. In this you see at the same time a path which becomes more important at a higher stage of initiation; you see the doors, as it were, which open from man to the cosmos. The student who, through higher development, steps out of himself—as has been described even in exoteric lectures—and looks back at his own body, learns to recognise all the processes in his physical body; in the circulation of the blood and the activity of the heart a reflection of the hidden forces of the solar system, and in the processes of his brain, which he then sees spiritually from the outside, the secrets of the cosmos.

[ 25 ] Die Dinge, die ich hier ausspreche mit dem letzten Satze, hängen ja zusammen mit einer Bemerkung, die ich einmal in Kopenhagen gemacht habe und die dann eingegangen ist in mein Buch «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit». Sie können daraus entnehmen, daß in einer gewissen Beziehung sogar die Struktur des Gehirns eine Art Spiegelbild der Stellung der Himmelskörper ist, die bei der menschlichen Geburt vorhanden ist für denjenigen Punkt auf der Erde, an dem der Mensch geboren wird. Es ist nützlich, manchmal von einem anderen Gesichtspunkt wiederum auf solche Dinge zu kommen; denn daraus können Sie ein Gefühl bekommen von der Weite der okkulten Wissenschaft und von der Engherzigkeit mancher Kritik, die ausgeübt wird, wenn von dem einen oder anderen Gesichtspunkte her eine solche Bemerkung gemacht wird. Gewiß, man kann so wichtige Tatsachen wie diese von der Widerspiegelung der Sternenwelt im menschlichen Gehirn von einem bestimmten Gesichtspunkt her erklären, und es kann das wie willkürlich erscheinen. Wenn dann andere Gesichtspunkte dazukommen, dann stützen sich diese alle gegenseitig. Und Sie werden noch manche — ich möchte sagen — Ströme der okkulten Wissenschaft gewahr werden, die zusammenfließen, und aus dem Zusammenfließen wird Ihnen dann immer mehr und mehr auch das sich ergeben, was Sie als einen vollen Beweis empfinden werden, auch einen äußerlichen Vernunftbeweis für die Dinge, die nur von dem einen Gesichtspunkt auszusprechen manchmal gewagt erscheinen könnte. Daraus ersehen Sie aber auch die Feinheit der ganzen menschlichen Struktur. Und wenn Sie nun bedenken, daß der Mensch dadurch, daß er Nahrung aufnimmt, in der Nahrungsaufnahme gewissermaßen sich ganz an die Erde bindet, nur in manchen Substanzen sich wiederum frei macht von der Erde, namentlich bei der Pflanzennahrung, wenn Sie also bedenken, daß der Mensch sich gerade durch die Nahrungsaufnahme zum Erdenbürger machen muß, so werden Sie die dreifache Gliederung des Menschen in bezug auf seine physische Hülle nun begreifen. Er ist durch sein Hirn gleichsam ein Angehöriger des ganzen Sternenhimmels, durch sein Herz mit all dem, was dazugehört, ein Angehöriger der Sonne, durch sein Verdauungssystem und alles, was dazugehört, im anderen Sinn, ein Erdenwesen.

[ 25 ] The matters expressed in this last sentence are connected with an observation which I once made in Copenhagen, and which then appeared in my book, The Spiritual Guidance of Man. From this you may gather that, in a certain respect, even the structure of the brain is a sort of reflection of the position of the heavenly bodies at the time of a man's birth as seen from that part of the earth where he is born. It is profitable to approach such things from time to time from a different aspect, for in this way you may appreciate the method of occult science and the narrow-mindedness that many critics show when such an observation is made from one aspect or another. Of course, one may explain important facts like this of the mirroring of the world of stars in the human brain from a definite point of view, and it may appear arbitrary. But when other points of view are added, these all support one another. Later you will become aware of what I might call other streams of occult science which combine and flow together, and their meeting will show you more and more clearly what you feel to be a complete proof, even to external reason, of things which, if they were expressed from one aspect only, might often seem open to question. From this also you may gain an idea of the delicacy of the whole human structure. And if now you reflect that man, in the taking in of food, binds himself completely to earth, and only through some substances, such, for instance, as vegetarian food, releases himself again, if you reflect that precisely through taking in food does man make himself a citizen of the earth, you will then comprehend the threefold division of man with respect to his physical sheath. Through his brain he belongs to the whole of the starry heavens, through his heart and all connected with it to the sun; through all his digestive system and all appertaining to that, he is, in another sense, an earthly being.

[ 26 ] Auch das kann erlebt werden und wird erlebt, wenn in sich beweglicher wird die äußere physische, Hülle des Menschen. Der Mensch kann nämlich gar sehr durch das, was in ihn nur von der Erde her hineinkommt, sündigen gegen das, was in ihm durch die reinen Kräfte des Kosmos sich widerspiegelt. Der Mensch kann zum Beispiel dadurch, daß er Störungen durch die äußere Ernährung herbeiruft, die rein irdischen Gesetze, die ja wirken innerhalb der Verdauung, die wirken wie die Sonnengesetze in der Herztätigkeit und wie die kosmischen Gesetze außer dem Sonnensystem in der Gehirntätigkeit wirken — der Mensch kann gewissermaßen sehr stark sündigen durch seine Ernährung gegen die kosmischen Tätigkeiten in seinem Gehirn, und das kann erlebt werden von der anthroposophisch sich entwickelnden Seele, namentlich im Momente des Aufwachens. Innerhalb des Schlafes tritt ja auch das ein, daß sich die Verdauungstätigkeit bis in das Gehirn hineinerstreckt, hineinsprüht in das Gehirn. Beim Wachen bearbeiten die Denkkräfte das Gehirn; da tritt die Verdauungstätigkeit des Gehirns zurück. Wenn das Denken stillsteht beim Schlaf, da wirkt die Verdauungs. tätigkeit in das Bewußtsein hinein, und wenn der Mensch aufwacht und einen Nachklang davon verspürt, dann kann das Erleben sehr leicht ein richtiges Barometer sein gerade bei der sich entwickelnden Seele für das Gesunde oder Ungesunde der Ernährung. Oh, der Mensch verspürt dieses gleichsam aus seinem Organismus in das Gehirn Hineinziehen in dumpfmachenden, stechenden Gefühlen, Gefühlen, die sich manchmal so ausnehmen können, wenn er irgend etwas Unrechtes genossen hat, wie — sagen wir — kleine Betäubungszentren im Gehirn. Das alles wird in der feinsten Weise erlebt gerade von der anthroposophisch sich entwickelnden Seele. Und der Moment des Aufwachens ist von einer ungeheuren Wichtigkeit, ich meine in bezug auf die Wahrnehmung der von der Verdauung herrührenden Gesundheitsverhältnisse der physischen Hülle. In immer feiner und feiner werdenden Empfindungen, die sich lokalisieren innerhalb des Kopfes, nimmt der Mensch wahr, ob er sich oppositionell benimmt in seiner Verdauung gegen die kosmischen Gesetze außerhalb unseres Sonnensystems oder ob er mit ihnen im Einklang steht. Hier sehen Sie in der Tat diese physische Hülle in einem wunderbaren Verhältnis zum ganzen Kosmos und den Moment des Aufwachens wie ein Barometer für den sich gegen die kosmischen Verhältnisse durch seine Verdauung widersetzenden Menschen oder mit diesen kosmischen Verhältnissen sich in Einklang versetzenden Menschen.

[ 26 ] This also may be experienced, and is experienced, when the external physical sheath of man becomes more mobile within. Through what comes into him from the earth alone, a man may very greatly sin against what is reflected in him through the pure forces of the cosmos. By producing disturbances through his bodily food, by the purely earthly laws which act in the digestion and which work further as sun-laws in the activity of the heart, and as the cosmic laws outside the solar system in the activity of the brain—a man can, because through external nourishment he causes disturbances, sin very deeply against the cosmic activities in his brain; and this can be experienced by the theosophically developing soul, particularly at the moment of waking. During sleep it also comes about that the digestive activity extends to the brain, flashes into the brain. On waking, the power of thought works upon the brain; and the digestive activity in the brain then withdraws. When thinking is at a standstill during sleep, the digestive activity then works into the consciousness; and when a man awakes and notices an after-effect of it, his experience may then very well be a true barometer for the suitability or unsuitability of his food. He feels this extension of his organism, as it were, into his brain as deadening, stabbing sensations, sensations which—if he has eaten something unsuitable—may often seem like little benumbed centres in his brain. All this is experienced in the most delicate manner, particularly by the theosophically developing soul. And the moment of waking is tremendously important, I mean as regards the perception of the conditions of health in the physical sheath depending upon the digestion. In perceptions which gradually become finer and finer, localising themselves in the head, the student perceives whether in his digestion he is placing himself in opposition to the cosmic laws outside our solar system or in harmony with them. Here you see the wonderful relationship of this physical sheath to the whole cosmos, the moment of waking as a barometer showing the student whether through his digestion, he is setting himself against the cosmic conditions or placing himself in harmony with them.

[ 27 ] Diese Betrachtungen werden uns allmählich hinüberleiten in die Veränderungen, die vorgehen durch esoterische oder anthroposophische Entwicklung im menschlichen Äther- oder astralischen Leibe.

[ 27 ] These observations will gradually lead us to the changes which take place in the etheric body and astral body through esoteric or theosophical development.