Writings on the History of the
Anthroposophical Movement and Society
1902–1925
GA 37
27 April 1924
Translated by SteinerOnline Library
The School of Spiritual Science XI
A members' lecture and a class lesson of the general pedagogical section of the Free University were held during the pedagogical event in Bern. And during the anthroposophical course at the Goetheanum during Easter week, the members of the first class were also brought together for two such class lessons. Following this course, the medical section organized two lecture series, one for younger doctors and medical students and the other for practicing doctors. We will report further on the progress of these events, which are still ongoing. However, we can already express our deep satisfaction at how strongly the participants feel the need to enrich their professional training with a spiritual view of the human being as a whole and their art of healing with a spiritual healing will that is permeated by a true understanding of the human being.
In a eurythmy performance for the members of the Anthroposophical Society, we wanted to show how the impulses that were present at the Christmas Conference at the Goetheanum can develop with a certain inevitability. The new impulse that entered anthroposophical work at this conference must also assert itself by not only bringing what has arisen in the moment to life in our events, but also by allowing what has been worked on earlier to develop further in subsequent events. The verses with which the spiritual foundation stone was laid in the hearts of the members of the Anthroposophical Society at the Christmas Conference were presented again at this Easter Conference in a eurythmic art performance. In connection with them, Albert Steffen's spirit-filled, soul-warm poems were eurythmized, which cast a consecratory mood over this conference. Further events, taking into account the Austrian mood, entwined themselves around this content of the eurythmy performance. We had such an Austrian celebration, into which our Christmas conference, which is so meaningful for society, resonated fully.
Despite the difficulties that arise for many members due to the current situation, our Easter conference was well attended. The somewhat uncomfortable way in which the audience has to participate in the events in our inadequate rooms may well trigger the wish that fate will soon grant us the opportunity to have a Goetheanum again at the site of the one that has been taken from us.
(continued in the next issue).
Die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft XI
Es konnten innerhalb der pädagogischen Veranstaltung in Bern sowohl ein Mitgliedervortrag wie auch eine Klassenstunde der allgemein pädagogischen Sektion der Freien Hochschule abgehalten werden. Und auch während des anthroposophischen Kurses, der in der Osterwoche am Goetheanum stattfand, wurden die Mitglieder der ersten Klasse zu zwei solchen Klassenstunden vereinigt. Von der medizinischen Sektion wurden anschließend an diesen Kurs zwei Vortragsreihen veranstaltet, die eine für jüngere Mediziner und Medizin-Studierende, die andere für praktizierende Ärzte. Über deren Verlauf - wir stehen noch mitten in diesen Veranstaltungen darinnen - wird noch weiter zu berichten sein. Schon jetzt aber darf eine tiefe Befriedigung darüber ausgesprochen werden, wie stark sich bei den Teilnehmern das Bedürfnis zeigt, die Fachbildung mit einer geistgemäßen Anschauung von dem ganzen Menschenwesen und die Heilkunst mit einem geistgetragenen, von wahrem Menschenverständnis durchzogenen Heilwillen zu befruchten.
In einer Eurythmie-Aufführung für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft wollten wir zeigen, wie die Impulse, die in der Weihnachtstagung am Goetheanum gelegen haben, sich mit einer gewissen Notwendigkeit weiterentwickeln können. Der neue Zug, der mit dieser Tagung in die anthroposophische Arbeit hat einziehen wollen, muss sich ja auch dadurch zur Geltung bringen, dass in unseren Veranstaltungen nicht bloß lebt, was dem Augenblicke entsprungen sein kann, sondern dass früher Erarbeitetes sich in folgenden Veranstaltungen weiter entfaltet. Die Spruchworte, mit denen bei der Weihnachtstagung der geistige Grundstein in die Herzen der Mitgliederschaft der Anthroposophischen Gesellschaft gelegt worden ist, erstanden in eurythmischer Kunstdarstellung bei dieser Ostertagung wieder. In Verbindung mit ihnen wurden geistgetragene, gemütinnige, seelenwarme Dichtungen Albert Steffens eurythmisiert, die eine Weihestimmung über diese Tagung ausgossen. Weiteres rankte sich, der Österstimmung Rechnung tragend, um diesen Inhalt der eurythmischen Vorführung. Wir hatten so eine Österfeier, in die unsere für die Gesellschaft bedeutungsvolle Weihnachtstagung voll hineintönte.
Trotz der Schwierigkeiten, die sich durch die Zeitverhältnisse für viele Mitglieder ergeben, war unsere Ostertagung stark besucht. Die nicht gerade bequeme Art, in der die Zuhörer an den Veranstaltungen durch unsere so mangelhaften Räume teilnehmen müssen, löst wohl den Wunsch aus, dass uns das Schicksal bald gönnen möge, wieder ein Goetheanum an der Stätte desjenigen, das uns genommen worden ist, zu haben.
(Fortsetzung in nächster Nummer.)