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Truth and Sciences
GA 3

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X. Freiheitphilosophie und Monismus

[ 1 ] Der naive Mensch, der nur als wirklich gelten läßt, was er mit Augen sehen und mit Händen greifen kann, fordert auch für sein sittliches Leben Beweggründe, die mit den Sinnen wahrnehmbar sind. Er fordert ein Wesen, das ihm diese Beweggründe auf eine seinen Sinnen verständliche Weise mitteilt. Er wird von einem Menschen, den er für weiser und mächtiger hält als sich selbst, oder den er aus einem andern Grunde als eine über ihm stehende Macht anerkennt, diese Beweggründe als Gebote sich diktieren lassen. Es ergeben sich auf diese Weise als sittliche Prinzipien die schon früher genannten der Familien, staatlichen, gesellschaftlichen, kirchlichen und göttlichen Autorität. Der befangenste Mensch glaubt noch einem einzelnen andern Menschen; der etwas fortgeschrittenere läßt sich sein sittliches Verhalten von einer Mehrheit (Staat, Gesellschaft) diktieren. Immer sind es wahrnehmbare Mächte, auf die er baut. Wem endlich die Überzeugung aufdämmert, daß dies doch im Grunde ebenso schwache Menschen sind wie er, der sucht bei einer höheren Macht Auskunft, bei einem göttlichen Wesen, das er sich aber mit sinnlich wahrnehmbaren Eigenschaften ausstattet. Er läßt sich von diesem Wesen den begrifflichen Inhalt seines sittlichen Lebens wieder auf wahrnehmbare Weise vermitteln, sei es, daß der Gott im brennenden Dornbusche erscheint, sei es, daß er in leibhaftig-menschlicher Gestalt unter den Menschen wandelt und ihren Ohren vernehmbar sagt, was sie tun und nicht tun sollen.

[ 2 ] Die höchste Entwickelungsstufe des naiven Realismus auf dem Gebiete der Sittlichkeit ist die, wo das Sittengebot (sittliche Idee) von jeder fremden Wesenheit abgetrennt und hypothetisch als absolute Kraft im eigenen Innern gedacht wird. Was der Mensch zuerst als äußere Stimme Gottes vernahm, das vernimmt er jetzt als selbständige Macht in seinem Innern und spricht von dieser innern Stimme so, daß er sie dem Gewissen gleichsetzt.

[ 3 ] Damit ist aber die Stufe des naiven Bewußtseins bereits verlassen, und wir sind eingetreten in die Region, wo die Sittengesetze als Normen verselbständigt werden. Sie haben dann keinen Träger mehr, sondern werden zu metaphysischen Wesenheiten, die durch sich selbst existieren. Sie sind analog den unsichtbar-sichtbaren Kräften des metaphysischen Realismus, der die Wirklichkeit nicht durch den Anteil sucht, den die menschliche Wesenheit im Denken an dieser Wirklichkeit hat, sondern der sie hypothetisch zu dem Erlebten hinzudenkt. Die außermenschlichen Sittennormen treten auch immer als Begleiterscheinung dieses metaphysischen Realismus auf. Dieser metaphysische Realismus muß auch den Ursprung der Sittlichkeit im Felde des außermenschlichen Wirklichen suchen. Es gibt da verschiedene Möglichkeiten. Ist das vorausgesetzte Wesen als ein an sich gedankenloses, nach rein mechanischen Gesetzen wirkendes gedacht, wie es das des Materialismus sein soll, dann wird es auch das menschliche Individuum durch rein mechanische Notwendigkeit aus sich hervorbringen samt allem, was an diesem ist. Das Bewußtsein der Freiheit kann dann nur eine Illusion sein. Denn während ich mich für den Schöpfer meiner Handlung halte, wirkt in mir die mich zusammensetzende Materie und ihre Bewegungsvorgänge. Ich glaube mich frei; alle meine Handlungen sind aber tatsächlich nur Ergebnisse der meinem leiblichen und geistigen Organismus zugrunde liegenden materiellen Vorgänge. Nur weil wir die uns zwingenden Motive nicht kennen, haben wir das Gefühl der Freiheit, meint diese Ansicht. «Wir müssen hier wieder hervorheben, daß dieses Gefühl der Freiheit auf der Abwesenheit äußerer zwingender Motive... beruht.» «Unser Handeln ist necessitiert wie unser Denken.» (Ziehen, Leitfaden der physiologischen Psychologie Seite 207 f.) 1Über die Art, wie hier von «Materialismus» gesprochen wird, und die Berechtigung, von ihm so zu sprechen, vgl. «Zusatz» zu diesem Kapitel am Schluß desselben.

[ 4 ] Eine andere Möglichkeit ist die, daß jemand in einem geistigen Wesen das hinter den Erscheinungen steckende außermenschlicheAbsolute sieht. Dann wird er auch den Antrieb zum Handeln in einer solchen geistigen Kraft suchen. Er wird die in seiner Vernunft auffindbaren Sittenprinzipien für einen Ausfluß dieses Wesens an sich ansehen, das mit dem Menschen seine besonderen Absichten hat. Die Sittengesetze erscheinen dem Dualisten dieser Richtung als von dem Absoluten diktiert, und der Mensch hat durch seine Vernunft einfach diese Ratschlüsse des absoluten Wesens zu erforschen und auszuführen. Die sittliche Weltordnung erscheint dem Dualisten als wahrnehmbarer Abglanz einer hinter derselben stehenden höheren Ordnung. Die irdische Sittlichkeit ist die Erscheinung der außermenschlichen Weltordnung. Nicht der Mensch ist es, auf den es in dieser sittlichen Ordnung ankommt, sondern auf das Wesen an sich, auf das außermenschliche Wesen. Der Mensch soll das, was dieses Wesen will. Eduard von Hartmann, der das Wesen an sich als Gottheit vorstellt, für die das eigene Dasein Leiden ist, glaubt, dieses göttliche Wesen habe die Welt erschaffen, damit es durch dieselbe von seinem unendlich großen Leiden erlöst werde. Dieser Philosoph sieht daher die sittliche Entwickelung der Menschheit als einen Prozeß an, der dazu da ist, die Gottheit zu erlösen. «Nur durch den Aufbau einer sittlichen Weltordnung von seiten vernünftiger selbstbewußter Individuen kann der Weltprozeß seinem Ziel entgegengeführt... werden.» «Das reale Dasein ist die Inkarnation der Gottheit, der Weltprozeß die Passionsgeschichte des fleischgewordenen Gottes, und zugleich der Weg zur Erlösung des im Fleische Gekreuzigten; die Sittlichkeit aber ist die Mitarbeit an der Abkürzung dieses Leidens, und Erlösungsweges.» (Hartmann, Phänomenologie des sittlichen Bewußtseins 5. 871). Hier handelt der Mensch nicht, weil er will, sondern er soll handeln, weil Gott erlöst sein will. Wie der materialistische Dualist den Menschen zum Automaten macht, dessen Handeln nur das Ergebnis rein mechanischer Gesetzmäßigkeit ist, so macht ihn der spiritualistische Dualist (das ist derjenige, der das Absolute, das Wesen an sich, in einem Geistigen sieht, an dem der Mensch mit seinem bewußten Erleben keinen Anteil hat) zum Sklaven des Willens jenes Absoluten. Freiheit ist innerhalb des Materialismus sowie des einseitigen Spiritualismus, überhaupt innerhalb des auf Außermenschliches als wahre Wirklichkeit schließenden, diese nicht erlebenden metaphysischen Realismus, ausgeschlossen.

[ 5 ] Der naive wie dieser metaphysische Realismus müssen konsequenterweise aus einem und demselben Grunde die Freiheit leugnen, weil sie in dem Menschen nur den Vollstrecker oder Vollzieher von notwendig ihm aufgedrängten Prinzipien sehen. Der naive Realismus tötet die Freiheit durch Unterwerfung unter die Autorität eines wahrnehmbaren oder nach Analogie der Wahrnehmungen gedachten Wesens oder endlich unter die abstrakte innere Stimme, die er als «Gewissen» deutet; der bloß das Außermenschliche erschließende Metaphysiker kann die Freiheit nicht anerkennen, weil er den Menschen von einem «Wesen an sich» mechanisch oder moralisch bestimmt sein läßt.

[ 6 ] Der Monismus wird die teilweise Berechtigung des naiven Realismus anerkennen müssen, weil er die Berechtigung der Wahrnehmungswelt anerkennt. Wer unfähig ist, die sittlichen Ideen durch Intuition hervorzubringen, der muß sie von andern empfangen. Insoweit der Mensch seine sittlichen Prinzipien von außen empfängt, ist er tatsächlich unfrei. Aber der Monismus schreibt der Idee neben der Wahrnehmung eine gleiche Bedeutung zu. Die Idee kann aber im menschlichen Individuum zur Erscheinung kommen. Insofern der Mensch den Antrieben von dieser Seite folgt, empfindet er sich als frei. Der Monismus spricht aber der bloß schlußfolgernden Metaphysik alle Berechtigung ab, folglich auch den von sogenannten «Wesen an sich» herrührenden Antrieben des Handelns. Der Mensch kann nach monistischer Auffassung unfrei handeln, wenn er einem wahrnehmbaren äußeren Zwange folgt; er kann frei handeln, wenn er nur sich selbst gehorcht. Einen unbewußten, hinter Wahrnehmung und Begriff steckenden Zwang kann der Monismus nicht anerkennen. Wenn jemand von einer Handlung seines Mitmenschen behauptet: sie sei unfrei vollbracht, so muß er innerhalb der wahrnehmbaren Welt das Ding, oder den Menschen, oder die Einrichtung nachweisen, die jemand zu seiner Handlung veranlaßt haben; wenn der Behauptende sich auf Ursachen des Handelns außerhalb der sinnlich und geistig wirklichen Welt beruft, dann kann sich der Monismus auf eine solche Behauptung nicht einlassen.

[ 7 ] Nach monistischer Auffassung handelt der Mensch teils unfrei, teils frei. Er findet sich als unfrei in der Welt der Wahrnehmungen vor und verwirklicht in sich den freien Geist.

[ 8 ] Die sittlichen Gebote, die der bloß schlußfolgernde Metaphysiker als Ausflüsse einer höheren Macht ansehen muß, sind dem Bekenner des Monismus Gedanken der Menschen; die sittliche Weltordnung ist ihm weder der Abklatsch einer rein mechanischen Naturordnung, noch einer außermenschlichen Weltordnung, sondern durchaus freies Menschenwerk. Der Mensch hat nicht den Willen eines außer ihm liegenden Wesens in der Welt, sondern seinen eigenen durchzusetzen; er verwirklicht nicht die Ratschlüsse und Intentionen eines andern Wesens, sondern seine eigenen. Hinter den handelnden Menschen sieht der Monismus nicht die Zwecke einer ihm fremden Weltenlenkung, die die Menschen nach ihrem Willen bestimmt, sondern die Menschen verfolgen, insofern sie intuitive Ideen verwirklichen, nur ihre eigenen, menschlichen Zwecke. Und zwar verfolgt jedes Individuum seine besonderen Zwecke. Denn die Ideenwelt lebt sich nicht in einer Gemeinschaft von Menschen, sondern nur in menschlichen Individuen aus. Was als gemeinsames Ziel einer menschlichen Gesamtheit sich ergibt, das ist nur die Folge der einzelnen Willenstaten der Individuen, und zwar meist einiger weniger Auserlesener, denen die anderen, als ihren Autoritäten, folgen. Jeder von uns ist berufen zum freien Geiste, wie jeder Rosenkeim berufen ist, Rose zu werden.

[ 9 ] Der Monismus ist also im Gebiete des wahrhaft sittlichen Handelns Freiheitsphilosophie. Weil er Wirklichkeitsphilosophie ist, so weist er ebenso gut die metaphysischen, unwirklichen Einschränkungen des freien Geistes zurück, wie er die physischen und historischen (naiv-wirklichen) des naiven Menschen anerkennt. Weil er den Menschen nicht als abgeschlossenes Produkt, das in jedem Augenblicke seines Lebens sein volles Wesen entfaltet, betrachtet, so scheint ihm der Streit, ob der Mensch als solcher frei ist oder nicht, nichtig. Er sieht in dem Menschen ein sich entwickelndes Wesen und fragt, ob auf dieser Entwickelungsbahn auch die Stufe des freien Geistes erreicht werden kann.

[ 10 ] Der Monismus weiß, daß die Natur den Menschen nicht als freien Geist fix und fertig aus ihren Armen entläßt, sondern daß sie ihn bis zu einer gewissen Stufe führt, von der aus er noch immer als unfreies Wesen sich weiter entwickelt, bis er an den Punkt kommt, wo er sich selbst findet.

[ 11 ] Der Monismus ist sich klar darüber, daß ein Wesen, das unter einem physischen oder moralischen Zwange handelt, nicht wahrhaftig sittlich sein kann. Er betrachtet den Durchgang durch das automatische Handeln (nach natürlichen Trieben und Instinkten) und denjenigen durch das gehorsame Handeln (nach sittlichen Normen) als notwendige Vorstufen der Sittlichkeit, aber er sieht die Möglichkeit ein, beide Durchgangsstadien durch den freien Geist zu überwinden. Der Monismus befreit die wahrhaft sittliche Weltanschauung im allgemeinen von den innerweltlichen Fesseln der naiven Sittlichkeitsmaximen und von den außerweltlichen Sittlichkeitsmaximen der spekulierenden Metaphysiker. Jene kann er nicht aus der Welt schaffen, wie er die Wahrnehmung nicht aus der Welt schaffen kann, diese lehnt er ab, weil er alle Erklärungsprinzipien zur Aufhellung der Welterscheinungen innerhalb der Welt sucht und keine außerhalb derselben. Ebenso wie der Monismus es ablehnt, an andere Erkenntnisprinzipien als solche für Menschen auch nur zu denken (vergleiche S.124f.), so weist er auch den Gedanken an andere Sittlichkeitsmaximen als solche für Menschen entschieden zurück. Die menschliche Sittlichkeit ist wie die menschliche Erkenntnis bedingt durch die menschliche Natur. Und so wie andere Wesen unter Erkenntnis etwas ganz anderes verstehen werden als wir, so werden andere Wesen auch eine andere Sittlichkeit haben. Sittlichkeit ist dem Anhänger des Monismus eine spezifisch menschliche Eigenschaft, und Freiheit die menschliche Form, sittlich zu sein.

Zusatz zur Neuausgabe (1918)

[ 12 ] 1. Eine Schwierigkeit in der Beurteilung des in beiden vorangehenden Abschnitten Dargestellten kann dadurch entstehen, daß man sich einem Widerspruch gegenübergestellt glaubt. Auf der einen Seite wird von dem Erleben des Denkens gesprochen, das von allgemeiner, für jedes menschliche Bewußtsein gleich geltender Bedeutung empfunden wird; auf der andern Seite wird hier darauf hingewiesen, daß die Ideen, welche im sittlichen Leben verwirklicht werden und die mit den im Denken erarbeiteten Ideen von gleicher Art sind, auf individuelle Art sich in jedem menschlichen Bewußtsein ausleben. Wer sich gedrängt fühlt, bei dieser Gegenüberstellung als bei einem «Widerspruch» stehen zu bleiben, und wer nicht erkennt, daß eben in der lebendigen Anschauung dieses tatsächlich vorhandenen Gegensatzes ein Stück vom Wesen des Menschen sich enthüllt, dem wird weder die Idee der Erkenntnis, noch die der Freiheit im rechten Lichte erscheinen können. Für diejenige Ansicht, welche ihre Begriffe bloß als von der Sinneswelt abgezogen (abstrahiert) denkt und welche die Intuition nicht zu ihrem Rechte kommen läßt, bleibt der hier für eine Wirklichkeit in Anspruch genommene Gedanke als ein «bloßer Widerspruch» bestehen. Für eine Einsicht, die durchschaut, wie Ideen intuitiv erlebt werden als ein auf sich selbst beruhendes Wesenhaftes, wird klar, daß der Mensch im Umkreis der Ideenwelt beim Erkennen sich in ein für alle Menschen Einheitliches hineinlebt, daß er aber, wenn er aus dieser Ideenwelt die Intuitionen für seine Willensakte entlehnt, ein Glied dieser Ideenwelt durch dieselbe Tätigkeit individualisiert, die er im geistig-ideellen Vorgang beim Erkennen als eine allgemein-menschliche entfaltet. Was als logischer Widerspruch erscheint, die allgemeine Artung der Erkenntnis-Ideen und die individuelle der Sitten-Ideen: das wird, indem es in seiner Wirklichkeit angeschaut wird, gerade zum lebendigen Begriff. Darin liegt ein Kennzeichen der menschlichen Wesenheit, daß das intuitiv zu Erfassende im Menschen wie im lebendigen Pendelschlag sich hin, und herbewegt zwischen der allgemein geltenden Erkenntnis und dem individuellen Erleben dieses Allgemeinen. Wer den einen Pendelausschlag in seiner Wirklichkeit nicht schauen kann, für den bleibt das Denken nur eine subjektive menschliche Betätigung; wer den andern nicht erfassen kann, für den scheint mit der Betätigung des Menschen im Denken alles individuelle Leben verloren. Für einen Denker der erstem Art ist das Erkennen, für den andern das sittliche Leben eine undurchschaubare Tatsache. Beide werden für die Erklärung des einen oder des andern allerlei Vorstellungen beibringen, die alle unzutreffend sind, weil von beiden eigentlich die Erlebbarkeit des Denkens entweder gar nicht erfaßt, oder als bloß abstrahierende Betätigung verkannt wird.

[ 13 ] 2. Auf S. 175f. wird von Materialismus gesprochen. Es ist mir wohl bewußt, daß es Denker gibt — wie der eben angeführte Th. Ziehen — , die sich selbst durchaus nicht als Materialisten bezeichnen, die aber doch von dem in diesem Buche geltend gemachten Gesichtspunkte mit diesem Begriffe bezeichnet werden müssen. Es kommt nicht darauf an, ob jemand sagt, für ihn sei die Welt nicht im bloß materiellen Sein beschlossen; er sei deshalb kein Materialist. Sondern es kommt darauf an, ob er Begriffe entwickelt, die nur auf ein materielles Sein anwendbar sind. Wer ausspricht: «Unser Handeln ist necessitiert wie unser Denken», der hat einen Begriff hingestellt, der bloß auf materielle Vorgänge, aber weder auf das Handeln, noch auf das Sein anwendbar ist; und er müßte, wenn er seinen Begriff zu Ende dächte, eben materialistisch denken. Daß er es nicht tut, ergibt sich nur aus derjenigen Inkonsequenz, die so oft die Folge des nicht zu Ende geführten Denkens ist. — Man hört jetzt oft, der Materialismus des 19. Jahrhunderts sei wissenschaftlich abgetan. In Wahrheit ist er es aber durchaus nicht. Man bemerkt in der Gegenwart oft nur nicht, daß man keine anderen Ideen als solche hat, mit denen man nur an Materielles heran kann. Dadurch verhüllt sich jetzt der Materialismus, während er in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sich offen zur Schau gestellt hat. Gegen eine geistig die Welt erfassende Anschauung ist der verhüllte Materialismus der Gegenwart nicht weniger intolerant als der eingestandene des vorigen Jahrhunderts. Er täuscht nur viele, die da glauben, eine auf Geistiges gehende Weltauffassung ablehnen zu dürfen, weil ja die naturwissenschaftliche den «Materialismus längst verlassen hat».

Versions Available:

The Philosophy of Freedom 1916, tr. Prof. and Mrs. R. F. Alfred Hoernlé
  1. The Philosophy of Spiritual Activity 1949, tr. Hermann Poppelbaum
  2. The Philosophy of Spiritual Activity 1963, tr. Rita Stebbing
  3. The Philosophy of Freedom 1964, tr. Michael Wilson
  4. The Philosophy of Spiritual Activity 1986, tr. William Lindeman
  5. The Philosophy of Spiritual Activity, Steiner Online Library
  6. Die Philosophie der Freiheit, Rudolf Steiner Verlag, 16th ed.

XI. Monism and the Philosophy of Freedom

The naïve man who acknowledges nothing as real except what he can see with his eyes and grasp with his hands, demands for his moral life, too, grounds of action which are perceptible to his senses. He wants some one who will impart to him these grounds of action in a manner that his senses can apprehend. He is ready to allow these grounds of action to be dictated to him as commands by anyone whom he considers wiser or more powerful than himself, or whom he acknowledges, for whatever reason, to be a power superior to himself. This accounts for the moral principles enumerated above, viz., the principles which rest on the authority of family, state, society, church, and God. The most narrow-minded man still submits to the authority of some single fellow-man. He who is a little more progressive allows his moral conduct to be dictated by a majority (state, society). In every case he relies on some power which is present to his senses. When, at last, the conviction dawns on some one that his authorities are, at bottom, human beings just as weak as himself, then he seeks refuge with a higher power, with a Divine Being whom, in turn, he endows with qualities perceptible to the senses. He conceives this Being as communicating to him the ideal content of his moral life by way of his senses—believing, for example, that God appears in the flaming bush, or that He moves about among men in manifest human shape, and that their ears can hear His voice telling them what they are to do and what not to do.

The highest stage of development which Naïve Realism attains in the sphere of morality is that at which the moral law (the moral idea) is conceived as having no connection with any external being, but, hypothetically, as being an absolute power in one's own consciousness. What man first listened to as the voice of God, to that he now listens as an independent power in his own mind which he calls conscience.

This conception, however, takes us already beyond the level of the naïve consciousness into the sphere where moral laws are treated as independent norms. They are there no longer made dependent on a human mind, but are turned into self-existent metaphysical entities. They are analogous to the visible-invisible forces of Metaphysical Realism. Hence also they appear always as a corollary of Metaphysical Realism. Metaphysical Realism, as we have seen, refers the world of percepts which is given to us, and the world of concepts which we think, to an external thing-in-itself. In this, its duplicate world, it must look also for the origin of morality. There are different possible views of its origin. If the thing-in-itself is unthinking and acts according to purely mechanical laws, as modern Materialism conceives that it does, then it must also produce out of itself, by purely mechanical necessity, the human individual and all that belongs to him. On that view the consciousness of freedom can be nothing more than an illusion. For whilst I consider myself the author of my action, it is the matter of which I am composed and the movements which are going on in it that determine me. I imagine myself free, but actually all my actions are nothing but the effects of the metabolism which is the basis of my physical and mental organization. It is only because we do not know the motives which compel us that we have the feeling of freedom. “We must emphasize that the feeling of freedom depends on the absence of external compelling motives.” “Our actions are as much subject to necessity as our thoughts” (Ziehen, Leitfaden den Physiologischen Psychologie, pp. 207, ff.).

Another possibility is that some one will find in a spiritual being the Absolute lying behind all phenomena. If so, he will look for the spring of action in some kind of spiritual power. He will regard the moral principles which his reason contains as the manifestation of this spiritual being, which pursues in men its own special purposes. Moral laws appear to the Dualist, who holds this view, as dictated by the Absolute, and man's only task is discovering, by means of his reason, the decisions of the Absolute and carrying them out. For the Dualist the moral order of the world is the visible symbol of the higher order that lies behind it. Our human morality is a revelation of the divine world-order. It is not man who matters in this moral order but reality in itself, that is, God. Man ought to do what God wills. Edouard van Hartmann, who identifies reality, as such, with God, and who treats God's existence as a life of suffering, believes that the Divine Being has created the world in order to gain, by means of the world, release from his infinite suffering. Hence this philosopher regards the moral evolution of humanity as a process, the function of which is the redemption of God. “Only through the building up of a moral world-order on the part of rational, self-conscious individuals is it possible for the world-process to approximate to its goal.” “Real existence is the incarnation of God. The world-process is the passion of God who has become flesh, and at the same time the way of redemption for Him who was crucified in the flesh; and morality is our co-operation in the shortening of this process of suffering and redemption” (Hartmann, Phanomenologie des sittlichen Bewusstseins, § 871). On this view, man does not act because he wills, but he must act because it is God's will to be redeemed. Whereas the Materialistic Dualist turns man into an automaton, the action of which is nothing but the effect of causality according to purely mechanical laws, the Spiritualistic Dualist (i.e., he who treats the Absolute, the thing-in-itself, as spiritual) makes man the slave of the will of the Absolute. Neither Materialism nor Spiritualism nor generally any form of Metaphysical Realism has any room for freedom.

Naïve and Metaphysical Realism, if they are to be consistent, have to deny freedom for one and the same reason, viz., because for them man does nothing but carry out, or execute, principles necessarily imposed upon him. Naïve Realism destroys freedom by subjecting man to authority, whether it be that of a perceptible being, or that of a being conceived on the analogy of perceptible beings, or, lastly, that of the abstract voice of conscience. The Metaphysician is unable to acknowledge freedom because, for him, man is determined, mechanically or morally, by a “thing-in-itself.”

Monism will have to admit the partial justification of Naïve Realism, with which it agrees in admitting the part played by the world of percepts. He who is incapable of, producing moral ideas through intuition must receive them from others. In so far as a man receives his moral principles from without he is actually unfree. But Monism ascribes to the idea the same importance as to the percept. The idea can manifest itself only in human individuals. In so far as man obeys the impulses coming from this side he is free. But Monism denies all justification to Metaphysics, and consequently also to the impulses of action which are derived from so-called “things-in-themselves.” According to the Monistic view, man's action is unfree when he obeys some perceptible external compulsion, it is free when he obeys none but himself. There is no room in Monism for any kind of unconscious compulsion hidden behind percept and concept. If anybody maintains of the action of a fellow-man that it has not been freely done, he is bound to produce within the visible world the thing or the person or the institution which has caused the agent to act. And if he supports his contention by an appeal to causes of action lying outside the real world of our percepts and thoughts, then Monism must decline to take account of such an assertion.

According to the Monistic theory, then, man's action is partly free, partly unfree. He is conscious of himself as unfree in the world of percepts, and he realizes in himself the spirit which is free.

The moral laws which the Metaphysician is bound to regard as issuing from a higher power have, according to the upholder of Monism, been conceived by men themselves. To him the moral order is neither a mere image of a purely mechanical order of nature nor of the divine government of the world, but through and through the free creation of men. It is not man's business to realize God's will in the world, but his own. He carries out his own decisions and intentions, not those of another being. Monism does not find behind human agents a ruler of the world, determining them to act according to his will. Men pursue only their own human ends. Moreover, each individual pursues his own private ends. For the world of ideas realizes itself, not in a community, but only in individual men. What appears as the common goal of a community is nothing but the result of the separate volitions of its individual members, and most commonly of a few outstanding men whom the rest follow as their leaders. Each one of us has it in him to be a free spirit, just as every rosebud is potentially a rose.

Monism, then, is in the sphere of genuinely moral action the true philosophy of freedom. Being also a philosophy of reality, it rejects the metaphysical (unreal) restriction of the free spirit as emphatically as it acknowledges the physical and historical (naïvely real) restrictions of the naïve man. Inasmuch as it does not look upon man as a finished product, exhibiting in every moment of his life his full nature, it considers idle the dispute whether man, as such, is free or not. It looks upon man as a developing being, and asks whether, in the course of this development, he can reach the stage of the free spirit.

Monism knows that Nature does not send forth man ready-made as a free spirit, but that she leads him up to a certain stage, from which he continues to develop still as an unfree being, until he reaches the point where he finds his own self.

Monism is not a denial of morality; it is the clear realization that a being acting under physical or moral compulsion cannot be truly moral. It regards the stages of automatic action (in accordance with natural impulses and instincts) and of obedient action (in accordance with moral norms) as a necessary propaedeutic for morality, but it understands that it is possible for the free spirit to transcend both these transitory stages. Monism emancipates man in general from all the self-imposed fetters of the maxims of naïve morality, and from all the externally imposed maxims of speculative Metaphysicians. The former Monism can as little eliminate from the world as it can eliminate percepts. The latter it rejects, because it looks for all principles of explanation of the phenomena of the world within that world and not outside it. Just as Monism refuses even to entertain the thought of cognitive principles other than those applicable to men (p. 81), so it rejects also the concept of moral maxims other than those originated by men. Human morality, like human knowledge, is conditioned by human nature, and just as beings of a higher order would probably mean by knowledge something very different from what we mean by it, so we may assume that other beings would have a very different morality. Possibly, even, the standpoint of morality would not apply to their actions at all. In short, to talk about such matters is from the point of view of Monism absurd. For Monists, morality is a specifically human quality, and freedom the human way of being moral.