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The Guardian on the Threshold
GA 14

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Drittes Bild.

Im Reiche des Lucifer. Ein Raum, der nicht durch künstliche Wände begrenzt ist, sondern durch pflanzen- und tierähnliche und sonstige Phantasieformen. Links der Thron des Lucifer. Zuerst sind anwesend: Die Seele des Capesius und Maria. Nach einiger Zeit erscheint Lucifer. Später treten auf Benedictus, Thomasius mit seinem ätherischen Ebenbilde (Doppelgänger), dann Theodora.

Maria:
Du, welcher mir im Reich des Sinnenseins
bekannt ist als Capesius, weshalb
begegne dir ich als dem ersten Wesen
in Lucifers Bereich? Gefährlich ist’s
umweht zu sein vom Geiste dieses Ortes.

Capesius:
O rede mir nicht von Capesius!
Der hat im Reich des Erdenseins dereinst
ein Leben durchgekämpft, das er als Traum
nun längst erkannt. Er lenkte dort den Sinn
auf solche Dinge, die im Zeitenstrom
geschehen sind. Die Kräfte so zu finden,
vermeinte er, durch welche sich vollzieht
der Menschheit Geistesleben und ihr Wirken.
Was er von diesen Kräften wissen konnte,
versuchte seine Seele festzuhalten.
Man kann von diesem Reiche aus
das Wissen schauen, das er damals pflegte.
Er glaubte, wahre Bilder zu besitzen,
die Wirklichkeiten offenbaren können;
Erblickt man sie von hier, erweist sich klar,
daß sie nur leichte Träume sind, durch Geister
in schwache Erdenmenschen eingewoben.
Die können Wirklichkeiten nicht ertragen.
In Furcht und in Betäubung fielen sie,
wenn sie erfahren könnten, wie die Geister
den Lauf des Seins nach ihrem Sinne lenken.

Maria:
Du sprichst, wie ich nur Wesen sprechen hörte,
die nie im Erdenreich verkörpert waren.
Sie sagen, dieses Reich sei nicht bedeutend
und seine Wirkung nur gering im All.
Doch wer dem Erdenreiche zugehört
und seine besten Kräfte ihm verdankt,
der muß fürwahr ganz andrer Meinung sein.
Er findet wichtig viele Schicksalsfäden,
die Erdensein mit Weltensein verbinden.
Auch Lucifer, der hier gewaltig wirkt,
er hält den Blick zur Erde hin gerichtet
und sucht der Menschen Taten so zu lenken
daß deren Früchte seinem Geiste reifen.
Er weiß, daß er der Finsternis verfiele,
wenn er auf Erden keine Beute fände.
So hängt sein Schicksal auch von dieser ab.
Und so ist’s auch für andre Weltenwesen.
Und wenn die Menschenseele Weltenziele
im Bilde schaut, die Lucifer erstrebt,
und sie vergleicht mit dem, was Mächte wollen,
die ihn zum Gegner ihrer Ziele haben,
so kann sie wissen, daß sie ihn verdirbt
durch Siege, die sie über sich erringt.

Capesius:
Der Mensch, der hier mit dir sich unterredet,
ihm sind die Zeiten schrecklich, die ihn zwingen,
den Leib um sich zu schliessen, der noch lebt
und seine Erdenform bewahrt sich hat,
obgleich der Geist ihn nicht mehr meistern kann.
In solchen Zeiten fühlt dann dieser Geist
zusammenstürzen Welten, die er schätzt.
Ihm scheint, als ob ein enger Kerker nur,
begrenzt vom Nichts, ihn grauenvoll umschliesse.
Erinnerung an alles, was er lebt,
ist diesem Geiste dann wie ausgelöscht.
Und oft auch kann er Menschenwesen fühlen;
doch was sie sprechen, kann er nicht verstehn.
besondre Worte nur sind ihm begreiflich,
die aus den Reden dann heraus sich heben.
Und sie erinnern ihn an alles Schöne,
das er in Geistgebieten schauen darf.
Er ist im Leibe dann, und ist es nicht.
Er lebt in ihm ein Leben, das er fürchtet,
wenn er von diesem Orte es erblickt.
Und lechzen muß er nach dem Augenblick,
der ihn von diesem Leibe ganz befreit.

Maria:
Der Leib, der Erdenseelen eigen ist,
er trägt in sich die Mittel, göttlich Schönes
in hehren Bildern wirksam nachzuschaffen.
Und diese sind, wenn auch ihr Dasein nur
sich schattenhaft in Menschenseelen zeigt,
die Keime doch, die einst im Weltenwerden
zu Blüten und zu Früchten werden müssen.
So dient durch seinen Leib der Mensch den Göttern.
und seines Seelenlebens wahrer Sinn
erscheint ihm nur, wenn sich in seinem Leibe
die Kraft zum wesenhaften »Ich« erfühlt.

Capesius:
O sprich dies Wort doch nicht vor jenem Wesen,
das dir im Geistgebiete jetzt erschienen
und als Capesius auf Erden lebt.
Es möchte fliehen, wenn das Wort erklingt,
das hier es furchtbar brennt.

Maria:
So hassest du,
was Menschen erst zu wahren Wesen macht?
Wie kannst du hier in diesem Reiche leben,
wenn dir dies Wort so furchtbar kann erscheinen?
Denn niemand kann ja doch hierher gelangen.
der dieses Wortes Wesen nicht erlebt.

Capesius:
Der jetzt vor dir sich zeigt, er stand recht oft
vor Lucifer, der dieses Reich beherrscht.
Und dieser hat ihm offenbaren können,
daß dem Gebiet, das seinem Willen folgt,
nur Schaden jene Menschenseelen bringen,
die sich bewußt der Kraft bedienen können,
die ihnen aus dem Erdenleibe kommt.
Doch jene Seelen , die in Ohnmacht nur
in diesem Leibe noch ihr Dasein leben
und doch die Seherkräfte schon besitzen,
die lernen nur in Lucifers Gebieten
und können diesen keinen Schaden bringen.

Maria:
Ich weiß, daß man in diesen Geistesreichen
durch Worte nicht, daß man durch Schauen lernt.
Was ich in diesem Augenblick erschaut
dadurch, daß du vor mir erschienen bist,
es wird in meiner Seele sich erweisen
als Fortschritt meiner Geistesschülerschaft.

Capesius:
Doch Lehren nicht allein empfängt man hier;
auch Pflichten zeigen sich an diesem Ort.
Du hast das Seelen-Wesen hier gesprochen,
das sich Capesius im Leibe nennt.
Die Geistesblicke in vergangnes Leben,
die dir geworden sind, sie zeigen dir,
daß du ihm durch dein Karma vieles schuldest;
deshalb sollst du von Lucifer erbitten,
daß er, der hohe Lichtesträger, dich
Capesius auf Erden schützen lasse.
Du wirst durch deine Weisheit gut erkennen,
was du ihm leisten kannst, daß er dir auch
im spätern Erdenleben zugeführt,
und dann die Schuld durch dich getilgt kann werden.

Maria:
So soll ich diese Pflicht, die mir so heilig,
durch Lucifers Gewalt erfüllen lassen?

Capesius:
Die Pflicht, du wirst sie ja erfüllen wollen.
Das kannst du nur, wenn Lucifer dir hilft.
Doch schon erscheint er selbst, der Geist des Lichts.

Es tritt Lucifer auf und im Verlauf seiner Rede Benedictus.

Lucifer:
Maria, du begehrst vor meinem Throne
die Selbsterkenntnis für die Menschenseele,
der du im Erdenleben nahe stehst.
Sie soll durch Schauen meines Wesens sich
in ihrer Wahrheit erst erkennen lernen!
Sie wird dazu auch ohne dich gelangen.
Wie kannst du glauben, daß ich dir gewähre,
was du für deinen Freund erreichen willst?
Du nennst doch Benedictus deinen Lehrer.
Er ist im Erdgebiet mein starker Gegner,
der meinen Feinden seine Kräfte weiht.
Er hat mir vieles schon entreißen können.
Johannes hat von ihm sich losgesagt.
Er hat sich meiner Führung anvertraut.
er kann noch nicht mein wahres Wesen schauen,
weil ihm die volle Seherkraft noch fehlt;
er wird sie später durch mich selbst erlangen,
dann wird er völlig mir zu eigen sein.
Doch dir gebiete ich, kein Wort zu sprechen,
das auf Johannes sich beziehen könnte,
solange du vor meinem Throne stehst.
Ein solches Wort, es müsste hier mich brennen.
An diesem Orte sind die Worte Taten,
und weitre Taten müssen ihnen folgen.
Doch was aus deinem Worte folgen soll,
es darf nicht sein.

Benedictus:
Du mußt sie hören.
Denn wo das Wort die Kraft der Tat besitzt,
ergibt es auch aus frühern Taten sich.
Getan ist schon, was Lucifer bezwingt.
Maria ist mein wahrer Geistesschüler;
ich konnte sie zu jener Stufe führen,
auf der sie höchste Geistespflicht erkannte,
und sie auch sicher wird erfüllen können.
Erfüllung dieser Pflicht, sie wird gewiß
die Heileskräfte in Johannes bilden,
die ihn aus deinem Reiche lösen werden.
Ein heilig ernst Gelöbnis trägt Maria
in ihrer Seele, das im Weltenwerden
Erreger solcher Heileskräfte ist.
Du wirst es bald wohl auch in Worten hören;
doch wenn du deine Lichtes-Strahlenhülle,
die dir die Zaubermacht zum Widerstreben
und zum Erobern aller Selbstheit gibt,
gedankenkräftig dämpfen willst, so wird
dir wohl vernehmlich sein die Heil-Erstrahlung.
Sie wird in Zukunft sich so kräftig geben,
daß ihre Liebekraft Johannes mächtig
in ihr Bereich hin ziehen wird.

Maria:
Johannes
wird hier erscheinen; doch zu der Gestalt,
die Erdenseelen als die ihre wissen,
wird noch das Wesen treten, das der Mensch
als stärk’res Ebenbild verborgen trägt.
Wenn dich Johannes nur erkennen würde,
wie du vor seiner Erdgestalt dich zeigst,
es würde ihm nicht alles geben können,
was er zu seinem Seelenfortschritt braucht.
Dem Ebenbild gewähren sollst du jetzt,
was er gebraucht auf jenen Geisteswegen,
auf welchen künftig ich ihn führen soll.

Lucifer:
So muß Johannes denn vor mir erscheinen.
Ich fühle wohl die Kraft, die ihr erzeugt;
sie ist mir feindlich seit dem Erdbeginn.

Es erscheinen von verschiedenen Seiten kommend, doch gleichzeitig,
Johannes Thomasius und sein ätherisches Ebenbild.

Thomasius:
O du mein Ebenbild, du zeigtest dich
bisher mir nur, daß ich erschrecken sollte
vor meinem eignen Wesen. Ich verstehe
von dir noch wenig, doch erkenne ich,
daß du es bist, der meine Seele lenkt.
So bist du meines freien Daseins Hemmnis;
bist auch der Grund, warum ich nicht begreife,
wie ich in Wahrheit bin. Vor Lucifer
muß ich dich sprechen hören, daß ich sehe,
was ich in Zukunft noch vollbringen werde.
Der Doppelgänger des Thomasius:
Ich konnte zwar Johannes öfter schon
erscheinen und ihm Selbsterkenntnis bringen.
Doch wirkt’ ich nur in seinen Seelengründen,
die seinem Wissen noch verborgen sind.
Es hat mein Leben sich in seinem Innern
bedeutsam schon seit lange umgewandelt.
Vor Jahren stand Maria ihm zur Seite,
er glaubte ihr im Geiste sich verbunden;
ich zeigte ihm, daß Leidenschaft und Trieb
die wahren Lenker seiner Seele waren.
Er konnte dies als Vorwurf nur verstehn.
Doch du, erhabner Lichtesträger, wiesest
der Sinnlichkeit den Weg, auf dem sie dienstbar
dem Geiste wurde. Von Maria mußte
Johannes sich getrennt im Leben halten.
Seither ergab er sich dem strengen Denken;
und dies hat Kräfte, welche Seelen läutern.
Was aus der Reinheit seines Denkens strömte,
ergoss sich auch in mich. Ich ward verwandelt;
ich fühle seine Reinheit auch in mir.
Er hat mich nicht zu fürchten, wenn er jetzt
sich zu Maria hingezogen fühlt.
Doch noch gehört er deinen Reichen an.
Ich fordre ihn zurück in dieser Stunde.
Er wird mein Wesen jetzt erleben können,
wenn du auch nicht den Sinn davon bestimmst.
Er braucht mich jetzt, daß ihm zu seinem Denken
auch Seelenwärme und die Herzenskräfte
aus meinem Wesen kräftig sich erzeugen.
Er soll sich wieder selbst als Mensch gewinnen.

Lucifer:
Es ist dein Streben gut. Doch kann ich nicht,
wie du es wünschest, dich gewähren lassen.
Denn gäbe ich dich an Johannes wieder
in gleichem Wesen, wie vor Jahren schon
du dich gezeigt vor seinem Seelensinn,
er würde gegenwärtig seine Liebe
dem Denken nur und kaltem Wissen schenken:
und alles warme Eigensein in ihm
unfühlend, wesensleer, wie tot erscheinen.
Ich kann ihn so durch meine Kraft nicht bilden.
Persönlichkeit und eignes Wesen soll
in ihm durch mich erlebend sich erfinden.
Ich muß dich jetzt verwandeln, soll das Rechte
zu seinem Heil und seinem Fortschritt werden.
Ich habe schon seit lange vorbereitet,
was jetzt in dir sich deutlich weisen soll.
Du wirst als andrer dich in Zukunft zeigen.
Johannes wird Maria nicht mehr lieben,
wie er in alten Zeiten sie geliebt,
doch lieben wird er, mit der Leidenschaft,
mit all der Kraft, mit der er sie einst liebte.

Benedictus:
Das schöne Werk, das uns gelungen ist,
du willst es dir zum Nutzen jetzt verwandeln.
Du hast Johannes durch die Herzensmacht
dereinst an dich gebunden; doch du siehst,
daß du die Fesseln bald verstärken mußt,
soll seine Wesenheit sich dir erhalten.
Es will das Herz in ihm dem Geist sich fügen.
Gelingt ihm dies, so wird die Wissenstat,
die er auf Erden leisten konnte, künftig
den Mächten sich zu eigen geben müssen,
die du schon seit dem Erdbeginn bekämpfst.
Gelingt es dir, die Liebe, die Johannes
bis jetzt Maria zugewendet hat,
durch List in jene Leidenschaft zu wandeln,
die du für deine Ziele jetzt gebrauchst,
so wird er Gutes, das er leisten konnte,
von Geisteswelten aus in Böses wenden.

Maria:
So ist noch Rettung möglich? Und Johannes
ist nicht bestimmt, den Mächten zu verfallen,
die seine Tat sich jetzt erobern wollen?

Benedictus:
Es müsste so geschehn, wenn alle Kräfte blieben,
wie sie bis jetzt sich haben bilden können;
wenn du in rechter Stunde dein Gelöbnis
in deiner Seele aber wirken lässt,
so müssen sie die Richtung künftig ändern.

Lucifer:
So wirket Zwangsgewalten,
erfühlet Elementengeister,
die Kräfte eures Meisters
und ebnet den Weg,
daß aus dem Erdgebiet
sich wenden kann
in Lucifers Bereich,
was mein Wunsch ersehnt,
was meinem Willen folgt.

Theodora erscheint:
Wer ruft in Reiche mich, die mir so fremd?
Ich liebe nur, wenn Götterwelten liebend
sich meiner Seele offenbaren wollen,
und Wärme, mir im Herzen selig webend,
die Geistesworte aus dem Innern lockt.

Der Doppelgänger des Thomasius:
O wie verwandelst du mein ganzes Sein.
Du bist erschienen, und ich bin ein Wesen,
das nur von dir erfüllt jetzt wirken kann.
Johannes soll durch mich nun dir gehören.
er wird an dich die Liebe ferner wenden,
die seinem Herzen für Maria einst
so furchtsam und so glühend sich entrang.
Er sah vor Jahren dich, doch fühlt’ er nicht,
was damals schon in seinen Seelengründen
an Liebeswärme sich geheim belebte.
Es wird empor jetzt steigen und ihn ganz
in seinem Wesen mit der Kraft erfüllen,
die all sein Denken nur nach dir muß lenken.

Benedictus:
Es nahet uns der rechte Augenblick.
Die stärkste Kraft hat Lucifer entfaltet;
Maria, deine Seelenschülerschaft,
sie muß sich machtvoll ihm entgegenstellen.

Maria:
Du Träger jenes Lichtes, welches Liebe
im Dienst der Eigenheit nur halten will,
du hast im Erdbeginn den schwachen Menschen
Erkenntnis schon verliehn, als sie von Göttern
bestimmt erst waren, ohne Eigenwille,
dem Geisteswillen unbewußt zu folgen.
Seit jener Zeit sind alle Menschenseelen
der Ort, auf welchem du mit Göttern kämpfst.
Doch nahen schon die Zeiten, welche dir
und deinem Reich Verderben bringen müssen.
Ein kühner Denker konnte deinen Gaben
die Wissenschaft in solcher Art entbinden,
daß sie den Menschengöttern sich ergibt.
Doch du versuchest noch einmal, die Kräfte,
die Göttern vorbestimmt, für dich zu holen.
Weil jene Wissensfrucht, durch welche du
die Menschen einst verführtest, Johannes
durch seine Tat von dir nun losgelöst,
so möchtest du durch Liebe ihn verführen,
die er nach seinem Schicksalsplane doch
für Theodora niemals fühlen sollte.
Durch Liebe willst du Weisheit jetzt bekämpfen,
wie du durch Weisheit gegen Liebe kämpftest.
Doch wisse, in dem Herzen, das Maria
in dieser Stunde dir entgegenstellt,
hat Geistesschülerschaft die Kraft belebt,
von allem Wissen stets die Eigenliebe
entfernt zu halten. Niemals will ich künftig
von jener Seligkeit mich finden lassen,
die Menschen fühlen, wenn Gedanken reifen.
Zum Opferdienst will ich das Herz mir rüsten,
daß stets mein Geist nur denken kann, um denkend
des Wissens Früchte Göttern hinzuopfern.
Erkenntnis wird mir dann zum Weihedienst.
Und was ich so in meinem Innern wirke,
es strömt dann auf Johannes kraftvoll über.
Und wenn in seinem Herzen künftig oft
die Worte tönen, die von dir ihm kommen:
»Sein Menschenwesen soll in Liebe finden,
was seiner Eigenart die Stärke gibt«,
so wird dies Herz dir machtvoll Antwort geben:
du wurdest einst im Erdenurbeginn
erhört, als du der Weisheit Früchte zeigtest,
der Liebe Früchte sollen Menschen nur
aus Götterreichen sich gewähren lassen.

Lucifer:
Ich werde kämpfen.

Benedictus:
Und kämpfend Göttern dienen.

Scene Three

In the realm of Lucifer. A space that is not bounded by artificial walls, but by plant- and animal-like and other fantastical forms. On the left is Lucifer's throne. Initially present are: the soul of Capesius and Maria. After some time, Lucifer appears. Later, Benedictus, Thomasius with his ethereal double (doppelganger), and then Theodora enter.

Maria:
You, who are known to me in the realm of sensory existence
as Capesius, why
do I encounter you as the first being
in Lucifer's domain? It is dangerous
to be surrounded by the spirit of this place.

Capesius:
Oh, do not speak to me of Capesius!
He once fought his way through life in the realm of earthly existence,
which he now recognizes as a dream.
There he directed his mind
to such things that have happened in the stream of time.
He believed he could find the forces through which
the spiritual life and work of humanity is accomplished.
He tried to hold on to what he could know
What he could know of these forces,
his soul tried to hold on to.
From this realm, one can see
the knowledge he cultivated at that time.
He believed he possessed true images
that could reveal realities;
When viewed from here, it becomes clear
that they are only light dreams, woven by spirits
into weak earthly humans.
They cannot bear realities.
They fell into fear and stupor
when they could learn how the spirits
direct the course of being according to their meaning.

Maria:
You speak as I have only heard beings speak
who were never incarnated in the earthly realm.
They say that this realm is insignificant
and its effect in the universe is only slight.
But those who belong to the earthly realm
and owe their best powers to it,
must indeed be of a completely different opinion.
They find many threads of fate important,
which connect earthly existence with worldly existence.
Even Lucifer, who has a powerful influence here,
keeps his gaze fixed on the earth
and seeks to guide human actions
so that their fruits ripen for his spirit.
He knows that he would fall into darkness
if he found no prey on Earth.
Thus his destiny also depends on this.
And so it is for other world beings.
And when the human soul sees world goals
in the image that Lucifer strives for,
and compares them with what powers want,
which have him as an opponent of their goals,
it can know that it corrupts him
through victories it wins over itself.

Capesius:
The man who is conversing with you here
finds terrible the times that compel him
to enclose himself in a body that still lives
and has retained its earthly form,
even though the spirit can no longer master it.
In such times, this spirit feels
the worlds he cherishes collapsing.
It seems to him as if only a narrow dungeon,
bound by nothingness, surrounds him horribly.
The memory of everything he lives is then as if erased from this spirit.
And often he can feel human beings;
but he cannot understand what they say.
Only certain words are comprehensible to him,
which then stand out from the speech.
And they remind him of all the beautiful things
he is allowed to see in spiritual realms.
He is then in his body, and yet he is not.
He lives in it a life that he fears,
when he sees it from this place.
And he must long for the moment
that frees him completely from this body.

Maria:
The body, which is peculiar to earthly souls,
carries within itself the means to effectively recreate divine beauty
in sublime images.
And these, even if their existence only
shows itself as shadows in human souls,
are nevertheless the seeds that must one day, in the becoming of the world,
become blossoms and fruits.
Thus, through his body, man serves the gods.
and the true meaning of his soul life
appears to him only when, in his body,
the power to feel the essential “I” is felt.

Capesius:
O do not speak this word before that being,
which has now appeared to you in the realm of the spirit
and lives on earth as Capesius.
It would flee if the word were spoken,
which burns terribly here.

Maria:
So you hate
what makes humans true beings?
How can you live here in this realm
if this word seems so terrible to you?
For no one can come here
who has not experienced the essence of this word.

Capesius:
The one who now stands before you often stood
before Lucifer, who rules this realm.
And he was able to reveal to him
that the only damage to the realm that follows his will
is done by those human souls
who can consciously use the power
that comes to them from their earthly bodies.
But those souls who live their existence in this body only in powerlessness
and yet already possess the powers of clairvoyance,
learn only in Lucifer's domains
and cannot bring any harm to them.

Maria:
I know that in these spiritual realms
one learns not through words, but through seeing.
What I have seen at this moment
through your appearing before me
will prove in my soul
to be progress in my spiritual discipleship.

Capesius:
But one does not receive only teachings here;
duties also reveal themselves in this place.
You have spoken here of the soul being
that calls itself Capesius in the body.
The spiritual glimpses into past lives
that have become yours show you
that you owe him much through your karma;
therefore you should ask Lucifer
that he, the high bearer of light, may protect you
Capesius on earth.
Through your wisdom you will recognize well
what you can do for him, that he may also be guided to you
in your later earthly life,
and then the debt can be repaid through you.

Maria:
So I am to fulfill this duty, which is so sacred to me,
through Lucifer's power?

Capesius:
You will want to fulfill this duty.
You can only do so if Lucifer helps you.
But now he himself appears, the spirit of light.

Lucifer enters and, in the course of his speech, Benedictus.

Lucifer:
Mary, you desire before my throne
self-knowledge for the human soul,
which you are close to in earthly life.
By beholding my being, they shall first learn to recognize themselves in their truth!
They will attain this even without you.
How can you believe that I will grant you
what you want to achieve for your friend?
You call Benedictus your teacher.
He is my strong opponent in the earthly realm,
who devotes his powers to my enemies.
He has already been able to snatch many things from me.
John has renounced him.
He has entrusted himself to my guidance.
He cannot yet see my true nature,
because he still lacks full clairvoyance;
he will attain it later through me myself,
then he will be completely mine.
But I command you not to speak a word
that could refer to John
as long as you stand before my throne.
Such a word would burn me here.
In this place, words are deeds,
and further deeds must follow them.
But what should follow from your words,
it must not be.

Benedictus:
You must hear them.
For where the word has the power of action,
it also results from earlier actions.
What conquers Lucifer has already been done.
Mary is my true spiritual disciple;
I was able to lead her to that level
where she recognized her highest spiritual duty,
and she will also be able to fulfill it safely.
The fulfillment of this duty will certainly
form the healing powers in John,
which will release him from your kingdom.
Mary carries a sacred, serious vow
in her soul, which in the becoming of the world
is the stimulus for such healing powers.
You will soon hear it in words as well;
but if you want to dampen your shell of rays of light,
which gives you the magical power to resist
and conquer all selfhood,
with the power of your thoughts, then
you will clearly perceive the healing radiance.
In the future, it will be so powerful
that its loving power will draw John powerfully
into its sphere.

Maria:
John will appear here; but to the form
that earthly souls know as theirs,
will be added the being that man
carries hidden within himself as a stronger image.
If only Johannes would recognize you,
as you show yourself before his earthly form,
it would not be able to give him everything
he needs for his soul's progress.
You must now grant the image
what he needs on those spiritual paths
on which I am to lead him in the future.

Lucifer:
So Johannes must appear before me.
I feel well the power you generate;
it has been hostile to me since the beginning of the earth.

Appearing from different sides, but at the same time,
Johannes Thomasius and his ethereal image.

Thomasius:
O my double, you have shown yourself to me
only so far that I should be afraid
of my own being. I understand
little about you yet, but I recognize
that it is you who guides my soul.
Thus you are the obstacle to my free existence;
you are also the reason why I do not understand
how I truly am. Before Lucifer
I must hear you speak, that I may see
what I will yet accomplish in the future.

The doppelganger of Thomasius:
I was able to appear to Johannes often
and bring him self-knowledge.
But I only worked in the depths of his soul,
which are still hidden from his knowledge.
My life has been significantly transformed within him
for a long time now.
Years ago, Mary stood by his side,
he believed himself connected to her in spirit;
I showed him that passion and desire
were the true guides of his soul.
He could only understand this as a reproach.
But you, sublime bearer of light, showed
sensuality the path on which it could serve
the spirit. John had to keep himself separate from Mary in life.
Since then, he has surrendered himself to rigorous thinking;
and this has powers that purify souls.
What flowed from the purity of his thinking
also poured into me. I was transformed;
I feel his purity within me too.
He need not fear me if he now
feels drawn to Mary.
But he still belongs to your realms.
I demand him back at this hour.
He will now be able to experience my being,
even if you do not determine the meaning of it.
He needs me now, so that his thinking
may also be strongly generated by the warmth of the soul
and the powers of the heart from my being.
He shall regain himself as a human being.

Lucifer:
Your aspiration is good. But I cannot,
as you wish, grant your request.
For if I gave you back to John
in the same form as years ago
you showed yourself to his soul's sense,
he would now give his love
only to thinking and cold knowledge:
and all the warm individuality in him
would appear insensitive, empty of essence, as if dead.
I cannot shape him thus through my power.
Personality and individual essence shall
be invented in him through my experience.
I must now transform you, if what is right
is to become his salvation and his progress.
I have long since prepared
what shall now be clearly revealed in you.
You will show yourself as a different person in the future.
John will no longer love Mary
as he loved her in the old days,
but he will love with the passion,
with all the strength with which he once loved her.

Benedictus:
The beautiful work that we have accomplished,
you now want to transform for your own benefit.
You bound Johannes to yourself through the power of your heart
in days of old; but you see
that you must soon strengthen the bonds
if his essence is to remain yours.
The heart within him wants to submit to the spirit.
If he succeeds in this, the knowledge
he was able to acquire on earth will in future
have to be given over to the powers
you have been fighting since the beginning of time.
If you succeed in transforming the love
If you succeed in transforming the love that John
has shown Mary until now
into the passion
that you now need for your goals,
he will turn the good he was able to accomplish
into evil from the spiritual worlds.

Maria:
So salvation is still possible? And John
is not destined to fall prey to the powers
that now want to conquer his deed?

Benedictus:
It would have to happen that way if all forces remained
as they have been able to form themselves until now;
if you let your vow
work in your soul at the right hour,
then they must change direction in the future.

Lucifer:
So exert coercive forces,
feel the spirits of the elements,
the powers of your master,
and pave the way
so that from the earthly realm
may turn
into Lucifer's realm,
what my desire longs for,
what follows my will.

Theodora appears:
Who calls me into realms so foreign to me?
I love only when worlds of gods lovingly
want to reveal themselves to my soul,
and warmth, blissfully weaving in my heart,
draws forth the words of the spirit from within.

The doppelganger of Thomasius:
O how you transform my whole being.
You have appeared, and I am a being
that can now only act when filled with you.
Johannes shall now belong to you through me.
He will turn to you the love that once sprang from his heart for Maria,
so fearful and so ardent.
He saw you years ago, but did not feel
what was already secretly stirring in the depths of his soul
with the warmth of love.
It will now rise up and fill him completely
with the power
that must direct all his thoughts only toward you.

Benedictus:
The right moment is approaching.
Lucifer has unleashed his strongest power;
Mary, your soul discipleship,
must stand powerfully against him.

Maria:
You who carry that light which love
wants to keep only in the service of individuality,
you have already granted weak humans
knowledge at the beginning of the earth, when they were determined by gods,
without free will,
unconsciously following the will of the spirit.
Since that time, all human souls
have been the place where you fight with gods.
But the times are already approaching which must bring ruin to you
and your kingdom.
A bold thinker could deliver your gifts
of science in such a way
that they surrender to the human gods.
But you try once more to obtain the powers
predestined for the gods.
Because that fruit of knowledge, through which you
once seduced humans, John
has now detached himself from you through his deed,
you want to seduce him through love,
which, according to his plan of destiny,
he should never feel for Theodora.
Through love you now want to fight wisdom,
just as you fought against love through wisdom.
But know that in the heart that Mary
opposes you at this hour,
the discipleship of the spirit has enlivened the power
to keep self-love away from all knowledge
at all times. Never again will I allow myself
to be found in that bliss
that people feel when thoughts mature.
I will prepare my heart for the service of sacrifice,
so that my spirit may always think only in order to think
and offer the fruits of knowledge to the gods.
Knowledge will then become a sacred service for me.
And what I thus accomplish within myself
will then flow powerfully to John.
And when in his heart, in the future,
the words that come from you:
“His human nature shall find in love
what gives strength to his individuality,”
then this heart will give you a powerful answer:
you were once heard at the beginning of the earth
when you showed the fruits of wisdom,
the fruits of love shall only be granted to humans
be granted from the realms of the gods.

Lucifer:
I will fight.

Benedictus:
And in fighting, serve the gods.

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Der Hüter der Schwelle, 5th ed.
  1. The Guardian on the Threshold 1925, tr. Henry Collison

Drittes Bild.

Im Reiche des Lucifer. Ein Raum, der nicht durch künstliche Wände begrenzt ist, sondern durch pflanzen- und tierähnliche und sonstige Phantasieformen. Links der Thron des Lucifer. Zuerst sind anwesend: Die Seele des Capesius und Maria. Nach einiger Zeit erscheint Lucifer. Später treten auf Benedictus, Thomasius mit seinem ätherischen Ebenbilde (Doppelgänger), dann Theodora.

Maria:
Du, welcher mir im Reich des Sinnenseins
bekannt ist als Capesius, weshalb
begegne dir ich als dem ersten Wesen
in Lucifers Bereich? Gefährlich ist’s
umweht zu sein vom Geiste dieses Ortes.

Capesius:
O rede mir nicht von Capesius!
Der hat im Reich des Erdenseins dereinst
ein Leben durchgekämpft, das er als Traum
nun längst erkannt. Er lenkte dort den Sinn
auf solche Dinge, die im Zeitenstrom
geschehen sind. Die Kräfte so zu finden,
vermeinte er, durch welche sich vollzieht
der Menschheit Geistesleben und ihr Wirken.
Was er von diesen Kräften wissen konnte,
versuchte seine Seele festzuhalten.
Man kann von diesem Reiche aus
das Wissen schauen, das er damals pflegte.
Er glaubte, wahre Bilder zu besitzen,
die Wirklichkeiten offenbaren können;
Erblickt man sie von hier, erweist sich klar,
daß sie nur leichte Träume sind, durch Geister
in schwache Erdenmenschen eingewoben.
Die können Wirklichkeiten nicht ertragen.
In Furcht und in Betäubung fielen sie,
wenn sie erfahren könnten, wie die Geister
den Lauf des Seins nach ihrem Sinne lenken.

Maria:
Du sprichst, wie ich nur Wesen sprechen hörte,
die nie im Erdenreich verkörpert waren.
Sie sagen, dieses Reich sei nicht bedeutend
und seine Wirkung nur gering im All.
Doch wer dem Erdenreiche zugehört
und seine besten Kräfte ihm verdankt,
der muß fürwahr ganz andrer Meinung sein.
Er findet wichtig viele Schicksalsfäden,
die Erdensein mit Weltensein verbinden.
Auch Lucifer, der hier gewaltig wirkt,
er hält den Blick zur Erde hin gerichtet
und sucht der Menschen Taten so zu lenken
daß deren Früchte seinem Geiste reifen.
Er weiß, daß er der Finsternis verfiele,
wenn er auf Erden keine Beute fände.
So hängt sein Schicksal auch von dieser ab.
Und so ist’s auch für andre Weltenwesen.
Und wenn die Menschenseele Weltenziele
im Bilde schaut, die Lucifer erstrebt,
und sie vergleicht mit dem, was Mächte wollen,
die ihn zum Gegner ihrer Ziele haben,
so kann sie wissen, daß sie ihn verdirbt
durch Siege, die sie über sich erringt.

Capesius:
Der Mensch, der hier mit dir sich unterredet,
ihm sind die Zeiten schrecklich, die ihn zwingen,
den Leib um sich zu schliessen, der noch lebt
und seine Erdenform bewahrt sich hat,
obgleich der Geist ihn nicht mehr meistern kann.
In solchen Zeiten fühlt dann dieser Geist
zusammenstürzen Welten, die er schätzt.
Ihm scheint, als ob ein enger Kerker nur,
begrenzt vom Nichts, ihn grauenvoll umschliesse.
Erinnerung an alles, was er lebt,
ist diesem Geiste dann wie ausgelöscht.
Und oft auch kann er Menschenwesen fühlen;
doch was sie sprechen, kann er nicht verstehn.
besondre Worte nur sind ihm begreiflich,
die aus den Reden dann heraus sich heben.
Und sie erinnern ihn an alles Schöne,
das er in Geistgebieten schauen darf.
Er ist im Leibe dann, und ist es nicht.
Er lebt in ihm ein Leben, das er fürchtet,
wenn er von diesem Orte es erblickt.
Und lechzen muß er nach dem Augenblick,
der ihn von diesem Leibe ganz befreit.

Maria:
Der Leib, der Erdenseelen eigen ist,
er trägt in sich die Mittel, göttlich Schönes
in hehren Bildern wirksam nachzuschaffen.
Und diese sind, wenn auch ihr Dasein nur
sich schattenhaft in Menschenseelen zeigt,
die Keime doch, die einst im Weltenwerden
zu Blüten und zu Früchten werden müssen.
So dient durch seinen Leib der Mensch den Göttern.
und seines Seelenlebens wahrer Sinn
erscheint ihm nur, wenn sich in seinem Leibe
die Kraft zum wesenhaften »Ich« erfühlt.

Capesius:
O sprich dies Wort doch nicht vor jenem Wesen,
das dir im Geistgebiete jetzt erschienen
und als Capesius auf Erden lebt.
Es möchte fliehen, wenn das Wort erklingt,
das hier es furchtbar brennt.

Maria:
So hassest du,
was Menschen erst zu wahren Wesen macht?
Wie kannst du hier in diesem Reiche leben,
wenn dir dies Wort so furchtbar kann erscheinen?
Denn niemand kann ja doch hierher gelangen.
der dieses Wortes Wesen nicht erlebt.

Capesius:
Der jetzt vor dir sich zeigt, er stand recht oft
vor Lucifer, der dieses Reich beherrscht.
Und dieser hat ihm offenbaren können,
daß dem Gebiet, das seinem Willen folgt,
nur Schaden jene Menschenseelen bringen,
die sich bewußt der Kraft bedienen können,
die ihnen aus dem Erdenleibe kommt.
Doch jene Seelen , die in Ohnmacht nur
in diesem Leibe noch ihr Dasein leben
und doch die Seherkräfte schon besitzen,
die lernen nur in Lucifers Gebieten
und können diesen keinen Schaden bringen.

Maria:
Ich weiß, daß man in diesen Geistesreichen
durch Worte nicht, daß man durch Schauen lernt.
Was ich in diesem Augenblick erschaut
dadurch, daß du vor mir erschienen bist,
es wird in meiner Seele sich erweisen
als Fortschritt meiner Geistesschülerschaft.

Capesius:
Doch Lehren nicht allein empfängt man hier;
auch Pflichten zeigen sich an diesem Ort.
Du hast das Seelen-Wesen hier gesprochen,
das sich Capesius im Leibe nennt.
Die Geistesblicke in vergangnes Leben,
die dir geworden sind, sie zeigen dir,
daß du ihm durch dein Karma vieles schuldest;
deshalb sollst du von Lucifer erbitten,
daß er, der hohe Lichtesträger, dich
Capesius auf Erden schützen lasse.
Du wirst durch deine Weisheit gut erkennen,
was du ihm leisten kannst, daß er dir auch
im spätern Erdenleben zugeführt,
und dann die Schuld durch dich getilgt kann werden.

Maria:
So soll ich diese Pflicht, die mir so heilig,
durch Lucifers Gewalt erfüllen lassen?

Capesius:
Die Pflicht, du wirst sie ja erfüllen wollen.
Das kannst du nur, wenn Lucifer dir hilft.
Doch schon erscheint er selbst, der Geist des Lichts.

Es tritt Lucifer auf und im Verlauf seiner Rede Benedictus.

Lucifer:
Maria, du begehrst vor meinem Throne
die Selbsterkenntnis für die Menschenseele,
der du im Erdenleben nahe stehst.
Sie soll durch Schauen meines Wesens sich
in ihrer Wahrheit erst erkennen lernen!
Sie wird dazu auch ohne dich gelangen.
Wie kannst du glauben, daß ich dir gewähre,
was du für deinen Freund erreichen willst?
Du nennst doch Benedictus deinen Lehrer.
Er ist im Erdgebiet mein starker Gegner,
der meinen Feinden seine Kräfte weiht.
Er hat mir vieles schon entreißen können.
Johannes hat von ihm sich losgesagt.
Er hat sich meiner Führung anvertraut.
er kann noch nicht mein wahres Wesen schauen,
weil ihm die volle Seherkraft noch fehlt;
er wird sie später durch mich selbst erlangen,
dann wird er völlig mir zu eigen sein.
Doch dir gebiete ich, kein Wort zu sprechen,
das auf Johannes sich beziehen könnte,
solange du vor meinem Throne stehst.
Ein solches Wort, es müsste hier mich brennen.
An diesem Orte sind die Worte Taten,
und weitre Taten müssen ihnen folgen.
Doch was aus deinem Worte folgen soll,
es darf nicht sein.

Benedictus:
Du mußt sie hören.
Denn wo das Wort die Kraft der Tat besitzt,
ergibt es auch aus frühern Taten sich.
Getan ist schon, was Lucifer bezwingt.
Maria ist mein wahrer Geistesschüler;
ich konnte sie zu jener Stufe führen,
auf der sie höchste Geistespflicht erkannte,
und sie auch sicher wird erfüllen können.
Erfüllung dieser Pflicht, sie wird gewiß
die Heileskräfte in Johannes bilden,
die ihn aus deinem Reiche lösen werden.
Ein heilig ernst Gelöbnis trägt Maria
in ihrer Seele, das im Weltenwerden
Erreger solcher Heileskräfte ist.
Du wirst es bald wohl auch in Worten hören;
doch wenn du deine Lichtes-Strahlenhülle,
die dir die Zaubermacht zum Widerstreben
und zum Erobern aller Selbstheit gibt,
gedankenkräftig dämpfen willst, so wird
dir wohl vernehmlich sein die Heil-Erstrahlung.
Sie wird in Zukunft sich so kräftig geben,
daß ihre Liebekraft Johannes mächtig
in ihr Bereich hin ziehen wird.

Maria:
Johannes
wird hier erscheinen; doch zu der Gestalt,
die Erdenseelen als die ihre wissen,
wird noch das Wesen treten, das der Mensch
als stärk’res Ebenbild verborgen trägt.
Wenn dich Johannes nur erkennen würde,
wie du vor seiner Erdgestalt dich zeigst,
es würde ihm nicht alles geben können,
was er zu seinem Seelenfortschritt braucht.
Dem Ebenbild gewähren sollst du jetzt,
was er gebraucht auf jenen Geisteswegen,
auf welchen künftig ich ihn führen soll.

Lucifer:
So muß Johannes denn vor mir erscheinen.
Ich fühle wohl die Kraft, die ihr erzeugt;
sie ist mir feindlich seit dem Erdbeginn.

Es erscheinen von verschiedenen Seiten kommend, doch gleichzeitig,
Johannes Thomasius und sein ätherisches Ebenbild.

Thomasius:
O du mein Ebenbild, du zeigtest dich
bisher mir nur, daß ich erschrecken sollte
vor meinem eignen Wesen. Ich verstehe
von dir noch wenig, doch erkenne ich,
daß du es bist, der meine Seele lenkt.
So bist du meines freien Daseins Hemmnis;
bist auch der Grund, warum ich nicht begreife,
wie ich in Wahrheit bin. Vor Lucifer
muß ich dich sprechen hören, daß ich sehe,
was ich in Zukunft noch vollbringen werde.
Der Doppelgänger des Thomasius:
Ich konnte zwar Johannes öfter schon
erscheinen und ihm Selbsterkenntnis bringen.
Doch wirkt’ ich nur in seinen Seelengründen,
die seinem Wissen noch verborgen sind.
Es hat mein Leben sich in seinem Innern
bedeutsam schon seit lange umgewandelt.
Vor Jahren stand Maria ihm zur Seite,
er glaubte ihr im Geiste sich verbunden;
ich zeigte ihm, daß Leidenschaft und Trieb
die wahren Lenker seiner Seele waren.
Er konnte dies als Vorwurf nur verstehn.
Doch du, erhabner Lichtesträger, wiesest
der Sinnlichkeit den Weg, auf dem sie dienstbar
dem Geiste wurde. Von Maria mußte
Johannes sich getrennt im Leben halten.
Seither ergab er sich dem strengen Denken;
und dies hat Kräfte, welche Seelen läutern.
Was aus der Reinheit seines Denkens strömte,
ergoss sich auch in mich. Ich ward verwandelt;
ich fühle seine Reinheit auch in mir.
Er hat mich nicht zu fürchten, wenn er jetzt
sich zu Maria hingezogen fühlt.
Doch noch gehört er deinen Reichen an.
Ich fordre ihn zurück in dieser Stunde.
Er wird mein Wesen jetzt erleben können,
wenn du auch nicht den Sinn davon bestimmst.
Er braucht mich jetzt, daß ihm zu seinem Denken
auch Seelenwärme und die Herzenskräfte
aus meinem Wesen kräftig sich erzeugen.
Er soll sich wieder selbst als Mensch gewinnen.

Lucifer:
Es ist dein Streben gut. Doch kann ich nicht,
wie du es wünschest, dich gewähren lassen.
Denn gäbe ich dich an Johannes wieder
in gleichem Wesen, wie vor Jahren schon
du dich gezeigt vor seinem Seelensinn,
er würde gegenwärtig seine Liebe
dem Denken nur und kaltem Wissen schenken:
und alles warme Eigensein in ihm
unfühlend, wesensleer, wie tot erscheinen.
Ich kann ihn so durch meine Kraft nicht bilden.
Persönlichkeit und eignes Wesen soll
in ihm durch mich erlebend sich erfinden.
Ich muß dich jetzt verwandeln, soll das Rechte
zu seinem Heil und seinem Fortschritt werden.
Ich habe schon seit lange vorbereitet,
was jetzt in dir sich deutlich weisen soll.
Du wirst als andrer dich in Zukunft zeigen.
Johannes wird Maria nicht mehr lieben,
wie er in alten Zeiten sie geliebt,
doch lieben wird er, mit der Leidenschaft,
mit all der Kraft, mit der er sie einst liebte.

Benedictus:
Das schöne Werk, das uns gelungen ist,
du willst es dir zum Nutzen jetzt verwandeln.
Du hast Johannes durch die Herzensmacht
dereinst an dich gebunden; doch du siehst,
daß du die Fesseln bald verstärken mußt,
soll seine Wesenheit sich dir erhalten.
Es will das Herz in ihm dem Geist sich fügen.
Gelingt ihm dies, so wird die Wissenstat,
die er auf Erden leisten konnte, künftig
den Mächten sich zu eigen geben müssen,
die du schon seit dem Erdbeginn bekämpfst.
Gelingt es dir, die Liebe, die Johannes
bis jetzt Maria zugewendet hat,
durch List in jene Leidenschaft zu wandeln,
die du für deine Ziele jetzt gebrauchst,
so wird er Gutes, das er leisten konnte,
von Geisteswelten aus in Böses wenden.

Maria:
So ist noch Rettung möglich? Und Johannes
ist nicht bestimmt, den Mächten zu verfallen,
die seine Tat sich jetzt erobern wollen?

Benedictus:
Es müsste so geschehn, wenn alle Kräfte blieben,
wie sie bis jetzt sich haben bilden können;
wenn du in rechter Stunde dein Gelöbnis
in deiner Seele aber wirken lässt,
so müssen sie die Richtung künftig ändern.

Lucifer:
So wirket Zwangsgewalten,
erfühlet Elementengeister,
die Kräfte eures Meisters
und ebnet den Weg,
daß aus dem Erdgebiet
sich wenden kann
in Lucifers Bereich,
was mein Wunsch ersehnt,
was meinem Willen folgt.

Theodora erscheint:
Wer ruft in Reiche mich, die mir so fremd?
Ich liebe nur, wenn Götterwelten liebend
sich meiner Seele offenbaren wollen,
und Wärme, mir im Herzen selig webend,
die Geistesworte aus dem Innern lockt.

Der Doppelgänger des Thomasius:
O wie verwandelst du mein ganzes Sein.
Du bist erschienen, und ich bin ein Wesen,
das nur von dir erfüllt jetzt wirken kann.
Johannes soll durch mich nun dir gehören.
er wird an dich die Liebe ferner wenden,
die seinem Herzen für Maria einst
so furchtsam und so glühend sich entrang.
Er sah vor Jahren dich, doch fühlt’ er nicht,
was damals schon in seinen Seelengründen
an Liebeswärme sich geheim belebte.
Es wird empor jetzt steigen und ihn ganz
in seinem Wesen mit der Kraft erfüllen,
die all sein Denken nur nach dir muß lenken.

Benedictus:
Es nahet uns der rechte Augenblick.
Die stärkste Kraft hat Lucifer entfaltet;
Maria, deine Seelenschülerschaft,
sie muß sich machtvoll ihm entgegenstellen.

Maria:
Du Träger jenes Lichtes, welches Liebe
im Dienst der Eigenheit nur halten will,
du hast im Erdbeginn den schwachen Menschen
Erkenntnis schon verliehn, als sie von Göttern
bestimmt erst waren, ohne Eigenwille,
dem Geisteswillen unbewußt zu folgen.
Seit jener Zeit sind alle Menschenseelen
der Ort, auf welchem du mit Göttern kämpfst.
Doch nahen schon die Zeiten, welche dir
und deinem Reich Verderben bringen müssen.
Ein kühner Denker konnte deinen Gaben
die Wissenschaft in solcher Art entbinden,
daß sie den Menschengöttern sich ergibt.
Doch du versuchest noch einmal, die Kräfte,
die Göttern vorbestimmt, für dich zu holen.
Weil jene Wissensfrucht, durch welche du
die Menschen einst verführtest, Johannes
durch seine Tat von dir nun losgelöst,
so möchtest du durch Liebe ihn verführen,
die er nach seinem Schicksalsplane doch
für Theodora niemals fühlen sollte.
Durch Liebe willst du Weisheit jetzt bekämpfen,
wie du durch Weisheit gegen Liebe kämpftest.
Doch wisse, in dem Herzen, das Maria
in dieser Stunde dir entgegenstellt,
hat Geistesschülerschaft die Kraft belebt,
von allem Wissen stets die Eigenliebe
entfernt zu halten. Niemals will ich künftig
von jener Seligkeit mich finden lassen,
die Menschen fühlen, wenn Gedanken reifen.
Zum Opferdienst will ich das Herz mir rüsten,
daß stets mein Geist nur denken kann, um denkend
des Wissens Früchte Göttern hinzuopfern.
Erkenntnis wird mir dann zum Weihedienst.
Und was ich so in meinem Innern wirke,
es strömt dann auf Johannes kraftvoll über.
Und wenn in seinem Herzen künftig oft
die Worte tönen, die von dir ihm kommen:
»Sein Menschenwesen soll in Liebe finden,
was seiner Eigenart die Stärke gibt«,
so wird dies Herz dir machtvoll Antwort geben:
du wurdest einst im Erdenurbeginn
erhört, als du der Weisheit Früchte zeigtest,
der Liebe Früchte sollen Menschen nur
aus Götterreichen sich gewähren lassen.

Lucifer:
Ich werde kämpfen.

Benedictus:
Und kämpfend Göttern dienen.

Scene Three

In the realm of Lucifer. A space that is not bounded by artificial walls, but by plant- and animal-like and other fantastical forms. On the left is Lucifer's throne. Initially present are: the soul of Capesius and Maria. After some time, Lucifer appears. Later, Benedictus, Thomasius with his ethereal double (doppelganger), and then Theodora enter.

Maria:
You, who are known to me in the realm of sensory existence
as Capesius, why
do I encounter you as the first being
in Lucifer's domain? It is dangerous
to be surrounded by the spirit of this place.

Capesius:
Oh, do not speak to me of Capesius!
He once fought his way through life in the realm of earthly existence,
which he now recognizes as a dream.
There he directed his mind
to such things that have happened in the stream of time.
He believed he could find the forces through which
the spiritual life and work of humanity is accomplished.
He tried to hold on to what he could know
What he could know of these forces,
his soul tried to hold on to.
From this realm, one can see
the knowledge he cultivated at that time.
He believed he possessed true images
that could reveal realities;
When viewed from here, it becomes clear
that they are only light dreams, woven by spirits
into weak earthly humans.
They cannot bear realities.
They fell into fear and stupor
when they could learn how the spirits
direct the course of being according to their meaning.

Maria:
You speak as I have only heard beings speak
who were never incarnated in the earthly realm.
They say that this realm is insignificant
and its effect in the universe is only slight.
But those who belong to the earthly realm
and owe their best powers to it,
must indeed be of a completely different opinion.
They find many threads of fate important,
which connect earthly existence with worldly existence.
Even Lucifer, who has a powerful influence here,
keeps his gaze fixed on the earth
and seeks to guide human actions
so that their fruits ripen for his spirit.
He knows that he would fall into darkness
if he found no prey on Earth.
Thus his destiny also depends on this.
And so it is for other world beings.
And when the human soul sees world goals
in the image that Lucifer strives for,
and compares them with what powers want,
which have him as an opponent of their goals,
it can know that it corrupts him
through victories it wins over itself.

Capesius:
The man who is conversing with you here
finds terrible the times that compel him
to enclose himself in a body that still lives
and has retained its earthly form,
even though the spirit can no longer master it.
In such times, this spirit feels
the worlds he cherishes collapsing.
It seems to him as if only a narrow dungeon,
bound by nothingness, surrounds him horribly.
The memory of everything he lives is then as if erased from this spirit.
And often he can feel human beings;
but he cannot understand what they say.
Only certain words are comprehensible to him,
which then stand out from the speech.
And they remind him of all the beautiful things
he is allowed to see in spiritual realms.
He is then in his body, and yet he is not.
He lives in it a life that he fears,
when he sees it from this place.
And he must long for the moment
that frees him completely from this body.

Maria:
The body, which is peculiar to earthly souls,
carries within itself the means to effectively recreate divine beauty
in sublime images.
And these, even if their existence only
shows itself as shadows in human souls,
are nevertheless the seeds that must one day, in the becoming of the world,
become blossoms and fruits.
Thus, through his body, man serves the gods.
and the true meaning of his soul life
appears to him only when, in his body,
the power to feel the essential “I” is felt.

Capesius:
O do not speak this word before that being,
which has now appeared to you in the realm of the spirit
and lives on earth as Capesius.
It would flee if the word were spoken,
which burns terribly here.

Maria:
So you hate
what makes humans true beings?
How can you live here in this realm
if this word seems so terrible to you?
For no one can come here
who has not experienced the essence of this word.

Capesius:
The one who now stands before you often stood
before Lucifer, who rules this realm.
And he was able to reveal to him
that the only damage to the realm that follows his will
is done by those human souls
who can consciously use the power
that comes to them from their earthly bodies.
But those souls who live their existence in this body only in powerlessness
and yet already possess the powers of clairvoyance,
learn only in Lucifer's domains
and cannot bring any harm to them.

Maria:
I know that in these spiritual realms
one learns not through words, but through seeing.
What I have seen at this moment
through your appearing before me
will prove in my soul
to be progress in my spiritual discipleship.

Capesius:
But one does not receive only teachings here;
duties also reveal themselves in this place.
You have spoken here of the soul being
that calls itself Capesius in the body.
The spiritual glimpses into past lives
that have become yours show you
that you owe him much through your karma;
therefore you should ask Lucifer
that he, the high bearer of light, may protect you
Capesius on earth.
Through your wisdom you will recognize well
what you can do for him, that he may also be guided to you
in your later earthly life,
and then the debt can be repaid through you.

Maria:
So I am to fulfill this duty, which is so sacred to me,
through Lucifer's power?

Capesius:
You will want to fulfill this duty.
You can only do so if Lucifer helps you.
But now he himself appears, the spirit of light.

Lucifer enters and, in the course of his speech, Benedictus.

Lucifer:
Mary, you desire before my throne
self-knowledge for the human soul,
which you are close to in earthly life.
By beholding my being, they shall first learn to recognize themselves in their truth!
They will attain this even without you.
How can you believe that I will grant you
what you want to achieve for your friend?
You call Benedictus your teacher.
He is my strong opponent in the earthly realm,
who devotes his powers to my enemies.
He has already been able to snatch many things from me.
John has renounced him.
He has entrusted himself to my guidance.
He cannot yet see my true nature,
because he still lacks full clairvoyance;
he will attain it later through me myself,
then he will be completely mine.
But I command you not to speak a word
that could refer to John
as long as you stand before my throne.
Such a word would burn me here.
In this place, words are deeds,
and further deeds must follow them.
But what should follow from your words,
it must not be.

Benedictus:
You must hear them.
For where the word has the power of action,
it also results from earlier actions.
What conquers Lucifer has already been done.
Mary is my true spiritual disciple;
I was able to lead her to that level
where she recognized her highest spiritual duty,
and she will also be able to fulfill it safely.
The fulfillment of this duty will certainly
form the healing powers in John,
which will release him from your kingdom.
Mary carries a sacred, serious vow
in her soul, which in the becoming of the world
is the stimulus for such healing powers.
You will soon hear it in words as well;
but if you want to dampen your shell of rays of light,
which gives you the magical power to resist
and conquer all selfhood,
with the power of your thoughts, then
you will clearly perceive the healing radiance.
In the future, it will be so powerful
that its loving power will draw John powerfully
into its sphere.

Maria:
John will appear here; but to the form
that earthly souls know as theirs,
will be added the being that man
carries hidden within himself as a stronger image.
If only Johannes would recognize you,
as you show yourself before his earthly form,
it would not be able to give him everything
he needs for his soul's progress.
You must now grant the image
what he needs on those spiritual paths
on which I am to lead him in the future.

Lucifer:
So Johannes must appear before me.
I feel well the power you generate;
it has been hostile to me since the beginning of the earth.

Appearing from different sides, but at the same time,
Johannes Thomasius and his ethereal image.

Thomasius:
O my double, you have shown yourself to me
only so far that I should be afraid
of my own being. I understand
little about you yet, but I recognize
that it is you who guides my soul.
Thus you are the obstacle to my free existence;
you are also the reason why I do not understand
how I truly am. Before Lucifer
I must hear you speak, that I may see
what I will yet accomplish in the future.

The doppelganger of Thomasius:
I was able to appear to Johannes often
and bring him self-knowledge.
But I only worked in the depths of his soul,
which are still hidden from his knowledge.
My life has been significantly transformed within him
for a long time now.
Years ago, Mary stood by his side,
he believed himself connected to her in spirit;
I showed him that passion and desire
were the true guides of his soul.
He could only understand this as a reproach.
But you, sublime bearer of light, showed
sensuality the path on which it could serve
the spirit. John had to keep himself separate from Mary in life.
Since then, he has surrendered himself to rigorous thinking;
and this has powers that purify souls.
What flowed from the purity of his thinking
also poured into me. I was transformed;
I feel his purity within me too.
He need not fear me if he now
feels drawn to Mary.
But he still belongs to your realms.
I demand him back at this hour.
He will now be able to experience my being,
even if you do not determine the meaning of it.
He needs me now, so that his thinking
may also be strongly generated by the warmth of the soul
and the powers of the heart from my being.
He shall regain himself as a human being.

Lucifer:
Your aspiration is good. But I cannot,
as you wish, grant your request.
For if I gave you back to John
in the same form as years ago
you showed yourself to his soul's sense,
he would now give his love
only to thinking and cold knowledge:
and all the warm individuality in him
would appear insensitive, empty of essence, as if dead.
I cannot shape him thus through my power.
Personality and individual essence shall
be invented in him through my experience.
I must now transform you, if what is right
is to become his salvation and his progress.
I have long since prepared
what shall now be clearly revealed in you.
You will show yourself as a different person in the future.
John will no longer love Mary
as he loved her in the old days,
but he will love with the passion,
with all the strength with which he once loved her.

Benedictus:
The beautiful work that we have accomplished,
you now want to transform for your own benefit.
You bound Johannes to yourself through the power of your heart
in days of old; but you see
that you must soon strengthen the bonds
if his essence is to remain yours.
The heart within him wants to submit to the spirit.
If he succeeds in this, the knowledge
he was able to acquire on earth will in future
have to be given over to the powers
you have been fighting since the beginning of time.
If you succeed in transforming the love
If you succeed in transforming the love that John
has shown Mary until now
into the passion
that you now need for your goals,
he will turn the good he was able to accomplish
into evil from the spiritual worlds.

Maria:
So salvation is still possible? And John
is not destined to fall prey to the powers
that now want to conquer his deed?

Benedictus:
It would have to happen that way if all forces remained
as they have been able to form themselves until now;
if you let your vow
work in your soul at the right hour,
then they must change direction in the future.

Lucifer:
So exert coercive forces,
feel the spirits of the elements,
the powers of your master,
and pave the way
so that from the earthly realm
may turn
into Lucifer's realm,
what my desire longs for,
what follows my will.

Theodora appears:
Who calls me into realms so foreign to me?
I love only when worlds of gods lovingly
want to reveal themselves to my soul,
and warmth, blissfully weaving in my heart,
draws forth the words of the spirit from within.

The doppelganger of Thomasius:
O how you transform my whole being.
You have appeared, and I am a being
that can now only act when filled with you.
Johannes shall now belong to you through me.
He will turn to you the love that once sprang from his heart for Maria,
so fearful and so ardent.
He saw you years ago, but did not feel
what was already secretly stirring in the depths of his soul
with the warmth of love.
It will now rise up and fill him completely
with the power
that must direct all his thoughts only toward you.

Benedictus:
The right moment is approaching.
Lucifer has unleashed his strongest power;
Mary, your soul discipleship,
must stand powerfully against him.

Maria:
You who carry that light which love
wants to keep only in the service of individuality,
you have already granted weak humans
knowledge at the beginning of the earth, when they were determined by gods,
without free will,
unconsciously following the will of the spirit.
Since that time, all human souls
have been the place where you fight with gods.
But the times are already approaching which must bring ruin to you
and your kingdom.
A bold thinker could deliver your gifts
of science in such a way
that they surrender to the human gods.
But you try once more to obtain the powers
predestined for the gods.
Because that fruit of knowledge, through which you
once seduced humans, John
has now detached himself from you through his deed,
you want to seduce him through love,
which, according to his plan of destiny,
he should never feel for Theodora.
Through love you now want to fight wisdom,
just as you fought against love through wisdom.
But know that in the heart that Mary
opposes you at this hour,
the discipleship of the spirit has enlivened the power
to keep self-love away from all knowledge
at all times. Never again will I allow myself
to be found in that bliss
that people feel when thoughts mature.
I will prepare my heart for the service of sacrifice,
so that my spirit may always think only in order to think
and offer the fruits of knowledge to the gods.
Knowledge will then become a sacred service for me.
And what I thus accomplish within myself
will then flow powerfully to John.
And when in his heart, in the future,
the words that come from you:
“His human nature shall find in love
what gives strength to his individuality,”
then this heart will give you a powerful answer:
you were once heard at the beginning of the earth
when you showed the fruits of wisdom,
the fruits of love shall only be granted to humans
be granted from the realms of the gods.

Lucifer:
I will fight.

Benedictus:
And in fighting, serve the gods.