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Der Hüter der Schwelle
GA 14


Achtes Bild

Das Reich Ahrimans. Dunkler schluchtartiger Raum, begrenzt von Gebirgen, die aus schwarzen Gesteinsmassen in phantastischen Formen aufgetürmt sind und überall Gerippe zeigen, die wie aus der Gebirgsmasse, aber weiß, herauskristallisieren. Ahriman an einem Abhang. Hilarius, Friedrich Trautmann; dann die zwölf im ersten Vorgang versammelten Personen, dann Strader, später Thomasius und Maria; zuletzt der Doppelgänger des Thomasius.

Friedrich Trautmann:
Wie oft schon hab’ ich dieses Reich betreten. ‒
Und doch, wie grauenvoll erscheint es mir,
daß wir auch hier so oft uns Weisung holen
für manche Leistung, die als Bund uns wichtig
und die bedeutend ist für unsre Ziele.

Hilarius:
Es muß das Samenkorn dem Tode erst
Verfallen, ehe Leben wiederkehrt.
An diesem Orte soll sich alles finden,
was sich im Erdenleben abgebraucht;
es wird zu neuem Sein hier umgewandelt. ‒
Wenn unser Bund die Keime pflanzen will
für Menschentaten, die in Zukunft reifen,
so muß er Samen aus dem Toten holen.

Friedrich Trautmann:
Unheimlich ist der Herr, der hier gebietet;
und wahrlich, ständ es nicht in unsren Schriften,
die doch des Tempels beste Schätze sind,
daß gut das Wesen, dem wir hier begegnen,
man könnt’ es oft für böse wahrlich halten.

Hilarius:
Nicht Schriften nur, auch meine Geistesschau,
Sie sagt mir, daß es gutes offenbart.

Ahriman mit verstellter Stimme:
Ich weiß, warum ihr hier nun wieder seid.
Ihr wollt die rechte Art bei mir ergründen,
wie ihr die Menschenseele führen sollt,
die öfter schon an eurer Schwelle stand.
Da ihr Thomasius verloren glaubt,
so scheint euch Strader nun der rechte Mensch,
der für den Mystenbund euch dienen soll.
Was er aus Kräften, die natürlich wirken,
dem Menschenfortschritt hat erobern dürfen,
er dankt es mir; denn ich gebiete da,
wo Kräfte, die mechanisch brauchbar sind,
aus Schöpferquellen Stärke sich erwerben.
So muß sich auch zu meinem Reiche wenden,
was er der Menschheit wird noch schaffen können.
Doch will ich dieses Mal mir selbst besorgen,
was künftig für den Mann geschehen soll,
da ihr mir bei Thomasius Verlust
aus eurem Wirken doch nur bringen könnt. ‒
Wenn ihr den Geistesmächten dienen wollt,
so werdet ihr erst noch erwerben müssen,
was ihr in diesem Falle missen liesset.

Ahriman wird unsichtbar.

Friedrich Trautmann nach einer Pause, in welcher er sich in sich versenkt:
Mein hoher Meister, mich bedrückt ein Kummer,
seit lange schon versuch ich, ihn zu bannen,
weil dies die strengen Regeln mir gebieten,
die unser Bund uns vorgezeichnet hat.
Doch vieles, was das Bundesleben zeigt,
es macht den Seelenkampf mir wahrlich schwierig.
Ich wollte meine Finsternis doch stets
dem Geisteslichte dankbar unterordnen,
das Ihr durch eure Kräfte geben könnt.
Doch wenn ich deutlich oft erleben mußte,
wie Ihr der Täuschung unterworfen seid,
und eure Worte durch den Lauf der Dinge
sich als ein schwerer Irrtum zeigen können,
dann fühlte ich, als ob sich mir ein Alp
recht schmerzlich auf die Seele legen wollte.
Auch dieses Mal ist Euer Wort ein Irrtum.
ihr konntet glauben, daß wir hier gewiß
von diesem Geiste Gutes hören würden.

Hilarius:
Der Welten Wege sind nur schwer ergründlich;
mein lieber Bruder, uns geziemt zu warten,
bis uns der Geist die Richtung zeigen will,
die unsrem Schaffen angemessen ist.

Hilarius und Trautmann gehen ab.

Ahriman der wieder erschienen ist:
Sie sehen mich und kennen mich doch nicht;
denn wüssten sie, wer hier Gebieter ist,
sie wären, Weisung suchend, wahrlich nicht
hierher gekommen; und die Menschenseele,
von der sie hörten, sie besuche mich,
verdammten sie zur langen Höllenpein.

Es treten auf: die Personen, welche zu Anfang des ganzen Vorganges im Vorsaal des Mystenbundes versammelt waren, doch wird angedeutet, daß sie das Reich des Ahriman nur blind betreten. Was sie sprechen, sind Worte, die zwar in ihrer Seele leben, von denen sie aber doch nichts wissen. Sie erleben unbewußte Träume im Schlafe, die in Ahrimans Reich hörbar werden. Strader jedoch, der ebenfalls kommt, ist halbbewußt in bezug auf alles, was er erlebt, so daß er sich später wird daran erinnern können.

Strader:
Die Winke, welche Benedictus gab,
daß ich gedankenkräftig mich erlebe,
sie führen mich in dieses Totenreich?
Ich hoffte doch, zum Geist erhoben, Wahrheit
In lichten Weisheitshöhen zu empfangen!

Ahriman:
Es wird für lange Zeit dir reichen können,
was du an Weisheit dir an diesem Ort
erwerben kannst, wenn du dich recht verhältst.

Strader:
Vor welchem Geiste steht denn meine Seele?

Ahriman:
Erkenne ihn, wenn dir Erinnerung später
zurück kann rufen, was du hier erlebst.

Strader:
Und diese Menschen, warum find’ ich sie
in deinem finstern Reich?

Ahriman:
Sie sind als Seelen
an diesem Orte nur, und wissen nichts
von sich in dieser Zeit, da sie zu Hause,
in tiefen Schlaf versenkt, zu finden sind.
Doch hier wird sich ganz deutlich offenbaren,
Was in den Seelen lebt und was sie selber
sich wachend kaum zum eignen Wissen bringen.
Sie können auch nicht hören, was wir sprechen.

Luise Fürchtegott:
Die Seele soll nicht, blind ergeben, glauben,
daß sie in stolzer Kraft zum Licht sich heben
und eignes Wesen voll entfalten könne.
Ich will nur anerkennen, was ich weiß.

Ahriman nur Strader hörbar:
Und weißt doch nicht, wie blind du selber dich
mit deiner stolzen Kraft ins Dunkel führst.
Sie wird dir dienen, Strader, an dem Werk,
das du aus meinen Kräften kühn errungen.
Sie braucht dazu nicht Glauben an den Geist,
der ihrem Hochmut nicht geziemend scheint.

Friedrich Geist:
Die Mystenwege sind fürwahr verlockend;
es soll mir künftig nicht am Fleisse fehlen,
mich gründlich aller Weisheit hinzugeben,
die mir aus Tempelworten werden kann.

Michael Edelmann:
Der Seele Wahrheitstriebe lenken mich
zum Geisteslicht; es wird die edle Lehre,
die jetzt so hell ins Menschenleben leuchtet,
An mir gewiß den besten Schüler finden.

Georg Wahrmund:
Ich war von allem tief ergriffen stets,
was mir von edler Mystik Geistesschätzen
aus mancher Quelle sich erschlossen hat;
aus vollem Herzen will ich weiter streben.

Ahriman nur Strader hörbar:
Sie meinen’s gut; doch sitzt ihr Streben nur
in obern Schichten ihres Seelenlebens.
So werde ich, was sie in Geistesgründen
an großen Schätzen unbewußt noch bergen,
für lange Zeiten kräftig nutzen können.
Auch sie erscheinen brauchbar meinem Ziel,
das Straders Werk im Menschen-Erdenleben
in glänzend stolzer Art entfalten will.

Maria Treufels:
Gesunder Lebenssinn wird aus sich selbst
der Seele auch die Geistesfrüchte bringen.
Wenn Menschen Ehrfurcht vor dem Weltenall
mit klarem Blick in Wirklichkeiten einen.

Ahriman nur Strader hörbar:
Die spricht im Traume von der Wirklichkeit;
sie träumt wohl um so besser, wenn sie wacht.
So wird sie mir jetzt schlechte Dienste leisten;
vielleicht in ihrem nächsten Leben bess’re,
doch wird sie dann als Okkultist erscheinen
und nach Bedarf den Menschen ihre Leben
bis zu den Erdenurbeginnen sagen.
Doch wird sie kaum die Treue richtig schätzen;
im frühern Leben schalt sie Strader böse,
und jetzt belobt sie ihn; das ändert sich.
An ihr wird Lucifer sich mehr erfreuen.

Franziska Demut:
Der Mystik ernstes Reich, es wird dereinst
des Menschen Wesen als ein Ganzes bilden,
wenn sich Gedanken durch Gefühle pflegen,
Gefühle von Gedanken führen lassen.

Katharina Ratsam:
Die Menschen streben doch, das Licht zu sehen.
Sie tun es oft in ganz besondrer Art;
erst löschen sie es aus, und wundern sich,
daß sie es dann im Finstern nirgends finden.

Ahriman nur Strader hörbar:
So sind die Seelen, die wohl gut zu reden
als rechtes Wohlgefühl empfinden mögen;
doch fehlt’s an Festigkeit im Untergrunde.
Sie selber bleiben mir wohl unzugänglich,
doch werden sie noch manches künftig leisten,
was mir recht gute Früchte bringen kann.
Sie sind noch lange nicht, was sie sich gelten.

Bernhard Redlich:
Wenn Vorsicht fehlt im Streben nach Erkenntnis,
wird Phantasie wohl nichts als Luftgebäude
zur Lösung aller Weltenrätsel bringen,
die doch nur strenges Denken meistern kann.

Hermine Hauser:
Die Weltendinge müssen sich stets wandeln,
wenn alles Sein sich ganz entfalten soll;
wer wünschen kann, daß alles sich erhalte,
dem fehlt die Kraft, das Leben zu verstehn.

Caspar Stürmer:
In Phantasien leben, heisst doch nur,
der Menschenseele jene Kräfte rauben,
durch die sie stark sich macht, im Dasein sich
und andern Menschen rechten Dienst zu tun.

Marie Kühne:
Die Seele, die sich selbst verkümmern will,
sie mag nach äußern Kräften sich gestalten;
der rechte Mensch wird nur Persönlichkeit
entwickeln wollen, die sein Wesen birgt.

Ahriman nur Strader hörbar:
Was deren Seelen bergen, ist nur menschlich;
Man kann nicht wissen, was sie noch erreichen.
an ihnen mag sich Lucifer versuchen;
er kann sie glauben machen, daß sie stark
die eigne Kraft der Seele nur entfalten,
so sind sie ihm vielleicht noch unverloren.

Ferdinand Reineke:
Wer Weltenrätsel recht begreifen will,
der warte, bis Verstand und rechter Sinn
sich seinem Leben durch sich selbst erschliessen.
Und wer im Dasein sich zurecht will finden,
ergreife, was ihm nutzt und Freude macht.
Erst über alles Weisheitslehren suchen
und hohe Ziele schwachen Menschen geben,
das führt auf dieser Erde doch zu nichts.

Ahriman nur Strader hörbar:
Der ist zum Philosophen auserkoren,
er wird es auch im nächsten Leben sein ‒,
mit diesem gleich ich nur die Rechnung aus.
Von zwölfen brauch ich sieben stets für mich
und gebe fünf dem Bruder Lucifer.
Von Zeit zu Zeit betrachte ich die Menschen
und forsche, wie sie sind und was sie können.
Und hab’ ich mir erst zwölfe ausgewählt,
dann brauche ich nicht länger noch zu suchen.
Denn komme ich im Zählen an den dreizehnten,
so gleicht er doch dem ersten ganz ersichtlich.
Wenn ich die zwölfe dann in mein Gebiet
durch ihre Seelenart mir holen kann,
so müssen ihnen doch auch andre folgen.

Für sich; daß Strader es nicht hört, hält er ihm die Ohren zu:

Bis jetzt ist mir ja nichts davon gelungen,
die Erde wollte sich mir nicht ergeben.
Doch will ich streben durch die Ewigkeiten,
bis mir der Sieg ‒ vielleicht gelingen wird.
Was nicht verloren ist, das soll man nutzen.

Das folgende wieder, daß es Strader hörbar ist:

Du siehst, ich mache schöne Worte nicht,
gefallen will ich Menschen wahrlich nicht.
Wer sich durch wohlgesetzte Reden will
Begeisterung für seine Ziele holen,
der muß zu andren Welten sich begeben.
Wer aber mit Vernunft und Wahrheitssinn
die Dinge sieht, die hier durch mich geschehn,
der kann erkennen, daß bei mir sich finden
die Kräfte, ohne welche Menschenkinder
sich doch im Erdensein verlieren müssen.
Es brauchen selbst die Götterwelten mich;
denn sie entführen mir die Seelen erst,
wenn ich in deren Gründen mich betätigt.
Gelingt es meinen Gegnern dann, die Menschen
zum Glauben zu verführen, daß mein Sein
im Weltenall entbehrlich sich erweise,
dann träumen Seelen wohl von hohen Welten,
doch starke Kraft versiegt im Erdenwerden.

Strader:
Du siehst in mir die Seele, die dir folgen
und ihre Kräfte dir gewähren könnte.
Und was ich hier gesehn, es scheint zu zeigen,
daß Mangel an Vernunft und starkem Sinn
allein die Menschen dir zu Gegnern macht.
Du brauchtest wahrlich schöne Worte nicht;
fast spottend über diese armen Menschen
gefiel es dir, ihr Schicksal vorzuzeichnen.
‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒
Gestehen muß ich mir, daß gut mich dünkt,
was du den Menschenseelen geben willst.
Sie können ja durch dich an Stärke nur
im Guten sich bereichern und an Schlechtem
gewinnen nur, wenn sie schon früher schlecht.
Es müssten deinen Spott die Menschen selber
aus tiefstem Herzen über sich verhängen,
wenn sie nur besser sich erkennen könnten.
‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒
Doch was entringt sich meiner Seele hier;
ich spreche Worte, welche mich vernichten
sobald ich sie auf Erden richtig finde.
‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒
Du mußt so denken, ich vermag nicht anders
als wahr zu finden, was du eben sprachst;
doch Wahrheit ist es nur an diesem Ort;
und Irrtum wird es für die Erdenwelt,
bezeugt es dort sich, wie es hier erscheint.
Ich darf mit meinem Menschendenken hier
nicht weiter ... das ist jetzt an seinem Ende. ‒
‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒
In deinen rauhen Worten klinget Schmerz
aus dir; und Schmerz sind sie in mir auch selber.
‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒
Ich kann, ‒ betracht’ ich dich ‒ nur ‒ klagen, weinen.

Geht schnell ab.

Es treten Maria und Thomasius auf, beide vollbewußt, so daß sie alles,
was vorgeht, hören und bewußt sprechen können.

Thomasius:
Maria, Schrecken sprüht von allen Seiten,
er dichtet sich und presst sich in mein Wesen; ‒
wo find’ ich Kraft zu innerm Widerstand.

Maria:
Mein heilig ernst Gelöbnis strahlet Kraft;
und deine Seele kann den Druck ertragen,
wenn du die Heileswirkung fühlen willst.

Ahriman für sich:
Sie sind von Benedictus mir gesandt;
er führte sie, so daß sie mich erkennen,
wenn sie in meinem Reiche mich erfühlen.

Das Weitere so sprechend, daß es Thomasius und Maria hören können.

Thomasius, der Hüter mußte dir
in mein Bereich die ersten Schritte lenken,
die du zu jenem Lichte machen sollst,
das du in deinen Wesensgründen suchst.
Ich kann dir Wahrheit geben, doch in Schmerzen,
die ich seit manchen tausend Jahren leide,
weil mich die Wahrheit hier wohl finden kann,
sich aber erst von Freude trennen muß,
bevor sie sich durch meine Tore wagt.

Thomasius:
So soll ich freudelos die Seele schauen,
die ich zu schauen heiss begehren muß.

Ahriman:
Der Wunsch beglückt nur, wenn die Seelenwärme
ihn pflegen kann; doch hier erfrieren Wünsche
und müssen so sich noch in Kälte leben.

Maria:
Und in die ewig leeren Eisgefilde
darf ich den Freund geleiten, wo sich ihm
das Licht entringt, das Geister schaffen müssen,
wenn Finsternisse Lebenskräfte lähmen.
Thomasius, erfühle deine Seelenmacht.

Es erscheint der Hüter an der Schwelle.

Ahriman:
Der Hüter selbst, er muß das Licht dir bringen,
das du in dieser Zeit dir heiss ersehnst.

Thomasius:
Ich werde Theodora schauen können!

Der Hüter:
Die Seele, die an meiner Schwelle dir
in jener Hülle sich vor dich gestellt,
die sie vor vielen Jahren irdisch trug,
sie hat in deines Lebens ernster Stunde
entflammt in deinen tiefsten Seelengründen
die stärkste Liebe, die in dir verborgen. ‒
Da du noch ausser diesem Reiche standest
und mich erst um den Einlass bitten wolltest,
erschien sie bildhaft dir, und Wahn ist nur
im Bilde möglich, das der Wunsch gebiert;
Doch jetzt sollst du in Wahrheit schauen können
Die Seele, die in langvergangnem Leben
In jenem Greise wohnte, den du sahst.

Thomasius:
Ich seh’ ihn wieder, in dem langen Kleide,
den würdevollen Greis mit ernstem Antlitz;
O Seele, die in dieser Hülle lebte,
warum verbirgst du dich so lange mir?
Es muß, es darf nur Theodora sein.
O schon erschaffet sich die Wirklichkeit
aus erst verhülltem Bildesleben - Theo ... ich selbst.

Bei den Silben Theo erscheint der Doppelgänger.

Der Doppelgänger tritt ganz nahe an Thomasius heran:
Erkenne mich ‒ und schaue dich in mir.

Maria:
Und folgen darf ich dir in Weltengründe,
in denen Seelen sich das Götterfühlen
erkämpfen, durch die Siege, die vernichten
und von Vernichtung kühn das Sein ertrotzen.

Donnerrollen und eintretende Finsternis.



Scene Eight

The realm of Ahriman. A dark, ravine-like space, bordered by mountains that are piled up from black rock masses in fantastic shapes and everywhere reveal skeletons that crystallize out of the mountain mass, but are white. Ahriman on a slope. Hilarius, Friedrich Trautmann; then the twelve people gathered in the first act, then Strader, later Thomasius and Maria; finally, Thomasius' double.

Friedrich Trautmann:
How often have I entered this realm. ‒
And yet, how horrible it seems to me
that we so often come here to seek guidance
for certain tasks that are important to us as a covenant
and that are significant for our goals.

Hilarius:
The seed must first fall into death
before life returns.
In this place, everything that has been used up
in earthly life should be found;
it is transformed here into a new existence. ‒
If our covenant wants to plant the seeds
for human deeds that will mature in the future,
it must take seeds from the dead.

Friedrich Trautmann:
Eerie is the Lord who commands here;
and truly, were it not written in our scriptures,
which are the temple's greatest treasures,
that the being we encounter here is good,
one could often truly consider it evil.

Hilarius:
Not only the scriptures, but also my spiritual vision,
tells me that it reveals goodness.

Ahriman in a disguised voice:
I know why you are here again.
You want to find out from me the right way
to guide the human soul,
which has often stood at your threshold.
Since you believe Thomasius is lost,
Strader now seems to you to be the right person
to serve you in the Mystic Brotherhood.
What he has been able to conquer for human progress
through forces that work naturally,
he thanks me for; for I command there,
where forces that are mechanically useful
acquire strength from creative sources.
So too must turn to my kingdom
what he will yet be able to create for humanity.
But this time I will take care myself
of what is to be done for man in the future,
since, with Thomasius's loss,
you can only bring me the fruits of your labor. ‒
If you want to serve the spiritual powers,
you will first have to acquire
what you have missed in this case.

Ahriman becomes invisible.

Friedrich Trautmann after a pause, during which he is lost in thought:
My high master, I am weighed down by sorrow,
I have been trying to banish it for a long time,
because the strict rules command me to do so,
which our covenant has laid down for us.
But much of what covenant life shows
makes the soul struggle truly difficult for me.
I always wanted to gratefully submit my darkness
to the light of the spirit
that you can give through your powers.
But when I often had to experience clearly how you are subject to deception,
and your words, through the course of events,
can prove to be a grave error,
then I felt as if a nightmare
wanted to weigh down on my soul in a very painful way.
This time, too, your words are a mistake.
You could believe that we would certainly
hear good things from this spirit here.

Hilarius:
The ways of the world are difficult to fathom;
my dear brother, it behooves us to wait
until the spirit shows us the direction
that is appropriate for our work.

Hilarius and Trautmann exit.

Ahriman who has reappeared:
They see me and yet do not know me;
for if they knew who is master here,
they would certainly not have come here seeking guidance;
and the human soul
they heard was visiting me,
they condemned to long torment in hell.

Enter: the characters who were gathered in the antechamber of the Mystic Brotherhood at the beginning of the whole process, but it is implied that they are only blindly entering the realm of Ahriman. What they speak are words that live in their souls, but of which they know nothing. They experience unconscious dreams in their sleep, which become audible in Ahriman's realm. Strader, however, who also comes, is semi-conscious of everything he experiences, so that he will be able to remember it later.

Strader:
The signs that Benedictus gave,
that I experience myself as powerful in thought,
lead me into this realm of the dead?
I had hoped, raised to the spirit, to receive truth
in the bright heights of wisdom!

Ahriman:
It will suffice for you for a long time,
what you can acquire in wisdom in this place
if you behave correctly.

Strader:
Before what spirit does my soul stand?

Ahriman:
Recognize him when memory later
can recall what you experience here.

Strader:
And these people, why do I find them
in your dark realm?

Ahriman:
They are only souls
in this place, and know nothing
of themselves at this time, since they are at home,
plunged into deep sleep.
But here it will become very clear
what lives in their souls and what they themselves
can hardly bring themselves to know while awake.
They cannot hear what we are saying either.

Luise Fürchtegott:
The soul should not, blindly devoted, believe
that it can lift itself up to the light in proud strength
and fully unfold its own being.
I only want to acknowledge what I know.

Ahriman only audible to Strader:
And yet you do not know how blindly you yourself
lead yourself into darkness with your proud power.
It will serve you, Strader, in the work
that you have boldly achieved with my powers.
It does not need faith in the spirit for this,
which does not seem fitting for its arrogance.

Friedrich Geist:
The mystical paths are truly enticing;
in future, I shall not lack diligence
in thoroughly devoting myself to all wisdom
that can become temple words for me.

Michael Edelmann:
The soul's truth drives guide me
to the light of the spirit; it will be the noble teaching,
which now shines so brightly in human life,
that will certainly find its best student in me.

Georg Wahrmund:
I was always deeply moved by everything,
what has been revealed to me from noble mysticism, spiritual treasures
from many sources;
with all my heart I will continue to strive.

Ahriman only Strader audible:
You mean well; but your striving resides only
in the upper layers of your soul life.
So I will be able to make powerful use
of the great treasures they still unconsciously harbor in the depths of their minds
for a long time to come.
They, too, seem useful to my goal,
which is to unfold Strader's work in human life on earth
in a brilliant and proud manner.

Maria Treufels:
A healthy sense of purpose in life will, of its own accord,
also bring spiritual fruits to the soul.
When people have reverence for the universe
and a clear view of reality.

Ahriman only audible to Strader:
She speaks in her dreams of reality;
she dreams all the better when she is awake.
So she will now serve me poorly;
perhaps better in her next life,
but then she will appear as an occultist
and, as needed, tell people their lives
back to the beginning of the earth.
But she will hardly appreciate loyalty properly;
in her former life she scolded Strader angrily,
and now she praises him; that will change.
Lucifer will take more pleasure in her.

Franziska Demut:
The serious realm of mysticism will one day
form the whole of human nature,
when thoughts are cultivated by feelings,
and feelings are guided by thoughts.

Katharina Ratsam:
People strive to see the light.
They often do so in a very special way;
first they extinguish it, and then they wonder
why they cannot find it anywhere in the darkness.

Ahriman only Strader audible:
Such are the souls who may well speak well
and feel a sense of well-being;
but they lack solidity in their foundations.
They themselves remain inaccessible to me,
but they will still achieve many things in the future
that can bring me good fruit.
They are still far from what they consider themselves to be.

Bernhard Redlich:
If caution is lacking in the pursuit of knowledge,
imagination will bring nothing but castles in the air
to solve all the mysteries of the world,
which only rigorous thinking can master.

Hermine Hauser:
The things of this world must always change,
if all that exists is to unfold completely;
those who wish for everything to remain the same
lack the strength to understand life.


Caspar Stürmer:
To live in fantasies means only
to rob the human soul of those powers
through which it makes itself strong, in existence
and in doing right service to other people.

Marie Kühne:
The soul that wants to wither away,
may shape itself according to external forces;
the right person will only want to develop a personality
that reveals their true nature.

Ahriman only Strader audible:
What their souls reveal is only human;
One cannot know what they will yet achieve.
Lucifer may try his hand at them;
he can make them believe that they are strong
only by developing the soul's own power,
so they may not yet be lost to him.

Ferdinand Reineke:
Whoever wants to truly understand the mysteries of the world,
wait until reason and true meaning
reveal themselves to you through your own life.
And if you want to find your way in life,
seize what is useful and brings you joy.
Seeking wisdom above all else
and setting lofty goals for weak human beings
will lead nowhere on this earth.

Ahriman only Strader audible:
He is chosen to be a philosopher,
he will be one in the next life too ‒,
with this one I am just settling the score.
Of twelve, I always need seven for myself
and give five to my brother Lucifer.
From time to time I observe people
and investigate what they are like and what they can do.
And once I have chosen twelve,
I no longer need to search.
For when I come to the thirteenth in my count,
he is clearly very similar to the first.
If I can then bring the twelve into my domain
through their souls,
then others must surely follow them.

To himself; so that Strader cannot hear, he covers his ears:

So far, I have not succeeded in any of this,
the earth did not want to surrender to me.
But I will strive through eternity,
until victory—perhaps—will be mine.
What is not lost should be used.

The following again, audible to Strader:

You see, I do not use fine words,
I truly do not want to please people.
Those who want to use well-crafted speeches
to generate enthusiasm for their goals
must go to other worlds.
But those who see things with reason and a sense of truth
that happen here through me,
can recognize that I possess
the powers without which human children
must lose themselves in their earthly existence.
Even the worlds of the gods need me;
for they first take my souls away,
when I am active in their realms.
If my opponents then succeed in seducing people
into believing that my existence
in the universe is dispensable,
then souls may well dream of higher worlds,
but strong power will dry up in earthly existence.

Strader:
You see in me the soul that could follow you
and grant you its powers.
And what I have seen here seems to show
that a lack of reason and strong sense
alone makes people your opponents.
You truly did not need beautiful words;
almost mocking these poor humans,
you took pleasure in foretelling their fate.
‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒
I must admit that I think it good
what you want to give to human souls.
Through you, they can only enrich themselves
with goodness and gain from evil
only if they were already evil before.
People themselves would have to impose your mockery
upon themselves from the bottom of their hearts,
if only they could recognize themselves better.
‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒
But what is escaping my soul here;
I speak words that destroy me
as soon as I find them true on earth.
‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒
You must think this way, I cannot help
but find what you just said to be true;
but it is only true in this place;
and it becomes error for the earthly world,
if it manifests there as it appears here.
I cannot continue here with my human thinking
...
it has now reached its end. ‒
‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒
In your harsh words, pain resounds
from you; and pain they are in me too.
‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒
I can, ‒ looking at you ‒ only ‒ lament, weep.

Exit quickly.

Maria and Thomasius enter, both fully conscious, so that they can hear everything that is going on and speak consciously.

Thomasius:
Maria, terror sprays from all sides,
it composes itself and presses into my being; ‒
where do I find the strength for inner resistance?

Maria:
My holy, solemn vow radiates strength;
and your soul can bear the pressure,
if you want to feel the healing effect.

Ahriman to himself:
They were sent to me by Benedictus;
he guided them so that they would recognize me
when they sense me in my kingdom.

Speaking further so that Thomasius and Mary can hear.

Thomasius, the guardian, had to guide you
into my realm,
where you shall take your first steps
towards the light you seek in the depths of your being.
I can give you truth, but in pain,
which I have suffered for many thousands of years,
because truth can find me here,
but must first separate itself from joy
before it dares to pass through my gates.

Thomasius:
So I must joylessly behold the soul,
which I must ardently desire to behold.

Ahriman:
Desire brings happiness only when the warmth of the soul
can nurture it; but here desires freeze
and must thus continue to live in coldness.

Maria:
And into the eternally empty ice fields
may I lead my friend, where he finds
the light that spirits must create
when darkness paralyzes the forces of life.
Thomasius, feel the power of your soul.

The guardian appears at the threshold.

Ahriman:
The guardian himself must bring you the light
that you so ardently desire at this time.

Thomasius:
I will be able to see Theodora!

The Guardian:
The soul that stood before you at my threshold
in that shell,
which it wore on earth many years ago,
has, in the solemn hour of your life,
ignited in the deepest depths of your soul
the strongest love hidden within you. ‒
Since you were still outside this realm
and first wanted to ask me for admission,
she appeared to you in image, and illusion is only
possible in the image that desire gives birth to;
But now you shall be able to see in truth
the soul that in a long-past life
In that old man whom you saw.

Thomasius:
I see him again, in the long robe,
the dignified old man with a serious face;
O soul that lived in this shell,
why have you hidden yourself from me for so long?
It must, it can only be Theodora.
O, already reality is created
from a previously veiled image of life—Theo... myself.

At the syllables “Theo,” the doppelgänger appears.

The doppelganger approaches Thomasius very closely:
Recognize me—and see yourself in me.

Maria:
And may I follow you into the depths of the world,
where souls fight for the feeling of the gods
through victories that destroy
and boldly defy existence through destruction.

Thunder rolls and darkness descends.