Der Hüter der Schwelle
GA 14
Siebentes Bild
Eine Landschaft aus Phantasieformen. Majestätisch in ihrer Zusammensetzung aus wirbelnden Wassermassen, die sich zu Gestalten formen auf der einen Seite, aus lodernden Feuerwirbeln auf der andern Seite. In der Mitte ein Erdschlund, aus dem Feuer sprüht, das sich wie zu einem Tore auftürmt, welches sich vor einem aus Feuer und Wasser sich gestaltenden gebirgsartigen Gebilde befindet. Der Hüter, Thomasius, Maria, später Lucifer, dann die andre Philia.
Der Hüter:
Welch ungestümes Wünschen tönt hierher;
so stürmen Menschenseelen, die mir nahen,
bevor sie noch Gelassenheit sich voll errungen.
Es treibt jedoch Begierde solche Wesen,
und nicht die Kraft, die schaffend sprechen darf,
weil sie sich schweigend selber schaffen konnte.
Die Seelen, welche hier sich so bezeugen,
ich muß zur Erde sie zurück verweisen.
Sie können doch in Geistesreichen nur
Verwirrung stiften und die Taten stören,
die Weltenmächte weise vorbereiten.
Und auch dem eignen Wesen schaden sie.
sich selbst erzeugen sie Zerstörungstriebe,
die sie für Schöpferkräfte halten können,
weil sie den Wahn für Wahrheit nehmen müssen,
wenn Erdenfinsternis sie nicht mehr schützt.
Es erscheinen Thomasius und Maria.
Thomasius:
Du siehst vor deiner Schwelle nicht die Seele,
die aus Thomasius, dem Geistesschüler
des Benedictus, sich dir öfter nahte,
obgleich sie doch Thomasius’ Gestalt
auf Erden noch die ihre nennen muß.
Der kam zu dir mit Wissensdurst erfüllt.
Er konnte deine Nähe nicht ertragen.
Er hüllte sich in seine Eigenheit,
wenn er dich fühlte; und so sah er oft
in Welten, die ihm alles Daseins Ursprung
und alles Seins Bedeutung scheinbar zeigten.
Er fand in ihnen Wissensseligkeit
und fand auch Kräfte, die dem Künstler gaben,
was ihm Gemüt und Hand in Schöpfungs-Spuren
so lenkte, daß er wahrhaft glauben konnte,
in ihm erlebten Weltenkräfte sich
und hielten ihre Wirkung bildhaft fest.
Er wußte nicht, daß nichts vor ihm erstand
in allem, was er schaffend denken konnte,
als nur der eignen Seele Wesens-Inhalt.
Der Spinne gleich, die sich ins Netz verspinnt,
so formte er sich selbst, als Welt sich fühlend.
Er glaubte einst Maria geistig wirklich
sich gegenüberstehend; doch er schaute
das Bild, das sie in seine Seele erst
geprägt, und das als Geist sich offenbarte.
Und als er dann für wenig Augenblicke
das eigne Wesen wirklich sehen durfte,
da hätte er sich selbst entfliehen mögen;
er glaubte sich im Geist und fand sich nur
als Wesenheit im eignen Blute vor.
Er lernte kennen dieses Blutes Macht;
es war in Wahrheit, und nur Bild das andre.
Und echtes Schauen gab ihm nur sein Blut.
es ward ihm wahrer Lehrer; es zeigte,
wer Vater ihm und wer ihm teure Schwester
in lang vergangnen Erdenzeiten war.
Zu Blutsverwandten führte ihn sein Blut.
Da wußte er, wie stark die Menschenseele
sich täuschen muß, wenn sie vom Stoff zum Geiste
in Eitelkeit empor sich heben will.
Solch Streben kann die Seele wahrlich fester
dem Stoff verbinden als das Tagessein,
das menschlich dumpf den Daseinstraum erlebt.
Und als Thomasius als seine Lage
dies vor die Seele sich so stellen konnte:
da warf er jener Macht sich kräftig hin,
die ihn nicht trügen konnte, wenn sie auch
im Scheine nur sich zeigte; wußt’ er doch,
daß Lucifer selbst dann noch wirklich ist,
wenn er sich nur im Bilde zeigen kann.
Die Götter wollen in der Wahrheit nur
dem Menschen nahn; doch Lucifer - der bleibt
er selbst, ob wahr, ob falsch der Mensch ihn schaut.
Deshalb erkenn’ ich auch, daß ich fürwahr
die Wirklichkeit erfühle, wenn ich glaube,
daß ich die Seele finden muß, die er
in seinem eignen Reiche mir verband.
Mit all der Kraft, die Lucifer verleiht,
gerüstet, will ich mich an dir vorbei
zu Theodora drängen, welche ich
im Lande jenseits dieser Schwelle weiß.
Der Hüter:
Thomasius, bedenke, was du weißt.
Was jenseits dieser Schwelle sich erlebt,
ist dir wohl unbekannt: vertraut jedoch
bist du mit allem, was ich fordern muß,
bevor du dieses Reich betreten kannst.
Du mußt dich trennen erst von vielen Kräften,
die du im Erdenleibe dir erworben.
Behalten kannst du doch von ihnen nur,
was sich in geistig reinem Streben dir
erschlossen und auch rein verblieben ist.
Doch dieses hast du selbst von dir geworfen
und Ahriman als Eigentum gegeben.
Was dir jetzt noch erhalten, das hat dir
für Geisteswelten Lucifer verdorben.
Ich muß es an der Schwelle dir benehmen,
wenn du gerecht sie überschreiten willst.
So bleibt dir nichts; ‒ ein wesenloses Wesen
das wirst du sein, wenn du dich geistig findest.
Thomasius:
Doch werd’ ich sein und Theodora finden.
Sie muß mir Quelle vollen Lichtes sein,
das ihrer Seele ohne Erdenwissen
so reichlich stets sich offenbaren kann.
Das ist genug. Und du wirst dich vergebens
mir widersetzen, auch dann, wenn die Kraft,
die ich auf Erden mir erworben habe,
der Meinung nicht entspricht, die sich in dir
vom guten Geiste einst gebildet hat.
Maria:
Bekannt ist dir, der dieses Reiches Schwelle
behüten muß seit Erdenurbeginn,
was, um es zu betreten, Wesen brauchen,
die deiner Art und deiner Zeit gehören;
und auch die Menschen, welche dir begegnen,
sie müssen, wenn sie nur sich selber bringen
und rechtes Geistesgut nicht zeigen können,
von hier zurück ins Erdenleben gehen.
Doch dieser hat die andre Seele dir
mit sich an deine Schwelle bringen dürfen,
die ihm das Schicksal eng verbunden hat.
Du bist bestellt von hohen Geistesmächten,
um viele Menschen hier zurückzuhalten,
die sich der Pforte dieses Reiches nahen,
und die Zerstörung nur sich selber brächten,
wenn sie die Schwelle überschreiten würden.
Doch du vermagst sie jenen doch zu öffnen,
die sich durch ihres Wesens Eigenart
im Geistesreiche solcher Liebe neigen
und sich mit ihr auch ganz durchdringen können,
die deine Götter ihnen vorbestimmt,
bevor noch Lucifer zum Kampfe schritt.
Vor seinem Throne stehend hat mein Herz
sich streng geloben dürfen, dieser Liebe
in künftgen Erdenzeiten so zu dienen,
daß ihr Erkenntnis, die von Lucifer
in Menschenseelen strömt, nicht schaden kann.
Und Menschen werden stets sich finden müssen,
die auf der Götter Liebeoffenbarung
mit starkem Sinne hören, wie sie einst
auf Lucifers Erkenntnisworte hörten.
Johannes hat im Erdenleibe jetzt
Gehör für meine Stimme nicht wie früher,
als ich in langvergangnen Erdenleben
ihm offenbaren durfte, was mir selbst
vertraut Hybernias Weihestätten hatten,
von jenem Gotte, der im Menschen wohnt,
und der einst über Todesmächte siegte,
weil er der Liebe Wesen leben konnte.
Der Freund, er wird im Geistesreiche wieder
das Wort aus meiner Seele hören können,
für welches Lucifer sein Erdgehör
ihm trüben konnte durch die Wahneskraft.
Thomasius wie ein Wesen geistig schauend:
Maria, siehst du dort im langen Kleid
den würdevollen Greis, das Antlitz ernst,
die Stirne edel, leuchtend seine Blicke.
Er schreitet durch die Gassen, die von Menschen
gefüllt; doch alle weichen ehrerbietig
zur Seite, daß in Ruhe jener Greis
des Weges gehen könne und ihm nicht
des Denkens Lauf unsanft zerrissen werde.
Denn sehen kann man, wie er ganz in sich
gedankenkräftig Wesenhaftes sinnt.
Maria, siehst du ihn?
Maria:
Ich sehe ihn,
Wenn ich mit deinem Seelenauge blicke.
nur dir allein will er in dieser Zeit
bedeutungsvoll im Bild sich offenbaren.
Ich kann ihm jetzt in seine Seele sehn;
Bedeutungsvolles lebt in ihren Tiefen,
Erinnerung an kurz vorher Gehörtes.
Es steht ein weiser Lehrer ihm vor Augen.
Er lässt durch seine Seele Worte ziehn,
die er von ihm gehört; er kommt von ihm.
An alles Daseins Quellen rührt sein Denken;
wie einst die Menschen alter Erdenzeit
der Geistesschau noch nahestehen durften,
doch traumhaft nur das Seelenleben war;
Des Greises Seele folgt Gedankengängen,
die vom erhabnen Lehrer er vernommen.
Und jetzt verliert er sich dem Seelenauge;
O könnt’ ich doch noch weiter ihn erblicken!
‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒
Ich sehe aus der Volkesmasse Männer
besprechend sich; ich höre ihre Worte.
Von jenem Greise sprechen sie mit Achtung.
‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒
Er war in jungen Jahren tapfrer Krieger,
es brannte Ruhmbegierde und der Ehrgeiz
in seiner Seele; als der erste Kämpfer
In seinen Reihen gelten, seine Lust.
Er hat im Waffendienste Grausamkeiten
verrichtet ohne Zahl; er wollte glänzen.
Es gab in seinem Leben solche Zeiten,
in welchen er viel Blut vergossen hat.
Es kam dann auch die Zeit, in welcher schnell
das Glück des Krieges sich von ihm gewandt.
Er zog vom Kampfe schimpflich, schmachbeladen
in seine Heimat; Hohn und Spott erfuhr
der Mann, und wilder Hass erfüllte ihm
seit dieser Zeit die Seele, die an Stolz,
an Ehrbegierde nicht verloren hatte.
Er sah in seinen Volksgenossen jetzt
nur Feinde, welche er vernichten wollte,
sobald Gelegenheit sich ihm ergebe.
Doch weil des Mannes stolze Seele sich
gar bald gestehen mußte, daß ihm Rache
an seinen Feinden während seines Lebens
nicht möglich sei, bezwang er sich nun selbst.
Er kämpfte nieder Stolz und Ruhmbegierde.
Im Greisenalter noch entschloss er sich,
dem kleinen Schülerkreise beizutreten,
der damals sich in seiner Stadt gebildet.
Der Mann, der Lehrer dieses Kreises war,
besaß in seiner Seele alle Weisheit,
die von den Meistern alter Menschheitszeiten
den Eingeweihten überliefert ward.
Das höre ich von Männern aus dem Volke.
‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒
Ich fühle warme Liebe, wenn ich so
das Seelenauge wende zu dem Greise,
der nach den Siegen, die ihm Ruhmbegierde
errungen, den grössten noch erkämpfen durfte,
der Menschen möglich, jenen über sich. ‒
Weshalb erblicke ich an diesem Orte
den Menschen, welchem ich mich ganz ergebe,
auch wenn er nur im Bilde vor mir steht?
Gefühle, wie sie sich aus mir erzwingen,
sie bildet nicht der Augenblick; verbunden
durch langvergangne Leben muß ich sein
der Seele, die ich lieben muß wie diese.
Ich habe nicht in diesem Augenblicke
in mir erregt, was so gewaltig ist,
wie solche Liebe, die ich jetzt erfühle.
Erinnerung an alte Zeiten ist’s;
Gedanken fassen sie noch nicht, doch ruft
Gedächtnis mir Gefühle jetzt herbei.
Ich war wohl dieses Mannes Schüler einst,
und blickte voll Bewundrung auf zu ihm.
O wie ersehne ich, der Erdenseele,
die vormals diesen Leib den ihren nannte,
in dieser Stunde wieder zu begegnen,
ob sie auf Erden, ob sie anderswo.
Ihr soll mein starkes Lieben sich bezeugen;
Sie kann nur gute Kräfte mir erneuern,
die würdig ernste Menschheitsbande schufen.
Maria:
Und bist du auch gewiß, Johannes,
daß diese Seele, wenn sie jetzt dir naht,
sich auf der gleichen lichten Höhe zeigt,
auf der sie stand in jener alten Zeit,
die eben sich vor deine Seele malte?
Vielleicht ist sie gefesselt von Gefühlen,
nicht würdig dessen, was sie einst gewesen.
Es wandelt wahrlich mancher Mensch auf Erden,
der nur mit Schamgefühl erblicken würde,
wie wenig er in seiner Gegenwart
entspricht dem Leben, das er einst geführt.
Vielleicht ist dieser Mann von Leidenschaft,
von Trieben aufgewühlt, und du erblicktest
ihn jetzt mit tiefer Trauer und Bestürzung.
Thomasius:
Maria, warum sprichst du diese Worte?
Ich kann nicht sehen, was dazu dich führt;
bewegen hier Gedanken anders sich
als an den Orten, die der Mensch gewohnt?
Der Hüter:
Johannes, was sich hier an diesem Orte
jetzt offenbart, ist Prüfung deiner Seele.
In deines Wesens Untergründen schaue,
was du nicht wissend willst und doch vermagst.
Was dir in deinen Tiefen sich verbarg,
so lange du mit blinder Seele lebtest:
Lucifer erscheint
Es wird vor dich nun treten und dir rauben
die Finsternis, in deren Schutz du warst.
Erkenne, wer die Menschenseele ist,
zu der du dich in heisser Liebe neigst,
und die den Leib bewohnte, den du schaust.
Erkenne, wem du stärkste Liebe geben kannst.
Lucifer:
Versenke dich in deines Wesens Gründe;
erkenne deiner Seele starke Kräfte.
Und lerne wissen, wie dich starke Liebe
im Weltenwerden aufrecht halten kann.
Thomasius:
Ja, jetzt erfühle ich das Seelenwesen,
das sich mir zeigen wollte ‒ ‒ Theodora ‒
sie selbst, sie wollte sich mir offenbaren.
Sie stand vor mir, weil ich sie sehen werde,
wenn diese Pforte sich mir öffnen wird.
Ich darf sie lieben, ihre Seele stand
vor mir in jener andren Leibesform,
die mir gezeigt, daß ich sie lieben muß.
In dir nur will ich jetzt mich wieder finden
in deiner Kraft die Zukunft mir erkämpfen.
Der Hüter:
Ich kann dir nicht verwehren, was du mußt.
Im Bilde sahst du schon das Seelenwesen,
das du am meisten liebst; du sollst es schauen,
wenn du die Schwelle überschritten hast.
Erkenn’ es und erlebe, ob es dir
so heilsam bleiben darf, wie du erträumst.
Die andre Philia:
O höre nicht den strengen Hüter,
er führet dich in Lebensöden
und raubet dir die Seelenwärme;
er kann nur Geisteswesen schauen,
und kennt nicht Menschenleiden,
die Seelen nur ertragen,
wenn Erdenliebe sie bewahrt
vor kalten Weltenweiten.
Die Strenge eignet ihm,
die Milde fliehet ihn,
und Wunscheskräfte,
die hasset er
seit Erdenurbeginn.
Scene Seven
A landscape of fantastical forms. Majestic in its composition of swirling masses of water forming shapes on one side and blazing whirls of fire on the other. In the middle, a chasm from which fire sprays, towering like a gate in front of a mountainous formation made of fire and water. The guardian, Thomasius, Mary, later Lucifer, then the other Philia.
The Guardian:
What impetuous desires resound here;
so storm the souls of men who approach me,
before they have fully attained serenity.
However, it is desire that drives such beings,
and not the power that may speak creatively,
because it could create itself in silence.
The souls that testify to themselves here,
I must send them back to earth.
For in the realms of the spirit, they can only
cause confusion and disrupt the deeds
that the powers of the world wisely prepare.
And they also harm their own beings.
They generate destructive impulses within themselves,
which they may consider to be creative powers,
because they must take delusion for truth
when earthly darkness no longer protects them.
Thomasius and Maria appear.
Thomasius:
You do not see the soul before your threshold,
which often approached you from Thomasius, the spiritual disciple
of Benedictus,
although it must still call Thomasius' form
on earth its own.
He came to you filled with a thirst for knowledge.
He could not bear your closeness.
He wrapped himself in his own peculiarity
when he felt you; and so he often saw
worlds that seemed to show him the origin of all existence
and the meaning of all being.
He found blissful knowledge in them
and also found powers that gave the artist
guided his mind and hand in traces of creation
so that he could truly believe
that the forces of the world experienced themselves in him
and captured their effect pictorially.
He did not know that nothing arose before him
in everything he could think creatively,
except the essence of his own soul.
Like a spider spinning its web,
he shaped himself, feeling himself to be the world.
He once believed that Mary was really standing before him in spirit;
but he saw
the image that she had first imprinted on his soul
and that revealed itself as spirit.
And when he was then allowed to see his own being for a few moments,
he would have liked to flee from himself;
he believed himself to be in the spirit and found himself only
as a being in his own blood.
He learned to know the power of this blood;
it was in truth, and only the other was an image.
And only his blood gave him true vision.
It became his true teacher; it showed him
who his father was and who his dear sister
had been in times long past on earth.
His blood led him to his blood relatives.
Then he knew how strongly the human soul
must deceive itself when it wants to rise from matter to spirit
in vanity.
Such striving can truly bind the soul more firmly
to matter than daily existence,
which experiences the dream of existence in a dull human way.
And when Thomasius could present his situation
to his soul in this way:
he threw himself vigorously into that power,
which could not deceive him, even if it
only showed itself in appearance; for he knew
that Lucifer himself is still real,
even if he can only show himself in image.
The gods truly only want to
draw near to man; but Lucifer—he remains
himself, whether man sees him as true or false.
Therefore, I also recognize that I truly
feel reality when I believe
that I must find the soul that he
he bound to me in his own realm.
Armed with all the power that Lucifer bestows,
I want to push past you
to Theodora, whom I know
in the land beyond this threshold.
The Guardian:
Thomasius, consider what you know.
What lies beyond this threshold is unknown to you,
but you are familiar with everything I must demand before you can enter this realm.
You must first separate yourself from many powers
that you have acquired in your earthly body.
You can only retain from them what has been revealed to you in pure spiritual striving
and has remained pure.
You can only keep those that
have been opened to you in spiritually pure striving
and have remained pure.
But you yourself have cast these away
and given them to Ahriman as his property.
What you still have left
has been corrupted for you by Lucifer in the spiritual worlds.
I must take it away from you at the threshold,
if you want to cross it justly.
So you will have nothing left; you will be an insubstantial being
when you find yourself spiritually.
Thomasius:
But I will be and find Theodora.
She must be my source of full light,
which can always reveal itself so abundantly to her soul without earthly knowledge.
That is enough. And you will oppose me in vain,
even if the power
I have acquired on earth
does not correspond to the opinion that was once formed in you
formed in you by the good spirit.
Maria:
You know that since the beginning of time on earth,
you must guard the threshold of this realm,
which beings belonging to your kind and your time need in order to enter;
and also the people you meet
must return from here to earthly life
if they can only bring themselves
and cannot show true spiritual wealth.
if they can only bring themselves
and cannot show the right spiritual qualities,
must return from here to earthly life.
But this one has been allowed to bring the other soul
with him to your threshold,
to whom fate has closely bound him.
You have been appointed by high spiritual powers
to hold back many people here
who are approaching the gate of this realm
and who would only bring destruction upon themselves
if they were to cross the threshold.
But you are able to open it for those
who, through the peculiarity of their nature,
in the spiritual realm of such love
and can also be completely imbued with it,
whom your gods predestined for them
before Lucifer went into battle.
Standing before his throne, my heart
was allowed to make a solemn vow to serve this love
in future earthly times,
that the knowledge flowing from Lucifer
into human souls cannot harm it.
And there will always be people
who listen with strong senses to the gods' revelation of love, just as they once listened
to Lucifer's words of knowledge.
John now has no hearing for my voice in his earthly body,
as he did in past earthly lives when he was allowed to reveal to him what was familiar to him from Hybernia's sacred places.
hearing for my voice as he once did,
when in long-past earthly lives
I was allowed to reveal to him what I myself
knew from Hybernia's sacred places,
about that God who dwells in man,
and who once triumphed over the powers of death,
because he was able to live the essence of love.
The friend will be able to hear again in the spiritual realm
the word from my soul,
for which Lucifer was able to cloud his earthly hearing
through the power of delusion.
Thomasius seeing as a spiritual being:
Mary, do you see there in the long robe
the dignified old man, his face serious,
his forehead noble, his gaze shining.
He walks through the alleys filled with people
; but all deferentially step aside
so that the old man may walk in peace
and his train of thought is not
rudely interrupted.
For one can see how he is completely absorbed
in powerful, essential contemplation.
Mary, do you see him?
Maria:
I see him,
when I look with the eye of your soul.
He wants to reveal himself meaningfully in this image only to you alone at this time.
Thomasius:
I can now see into his soul;
something meaningful lives in its depths,
the memory of something heard shortly before.
A wise teacher stands before his eyes.
He lets words flow through his soul,
words he heard from him; he comes from him.
His thoughts touch on all sources of existence;
as once the people of ancient times
were still close to spiritual vision,
but the life of the soul was only dreamlike;
The old man's soul follows trains of thought
he has heard from the sublime teacher.
And now he loses himself to the eye of the soul;
Oh, if only I could see him further!
‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒
I see men from the volcanic mass
discussing; I hear their words.
They speak of that old man with respect.
‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒
In his youth he was a brave warrior,
his soul burned with a thirst for glory and ambition
; he considered it his pleasure to be regarded as the foremost fighter
in his ranks.
He committed countless atrocities
in the service of arms; he wanted to shine.
There were times in his life
when he shed much blood.
Then came the time when quickly
the fortune of war turned away from him.
He withdrew from battle in disgrace, laden with shame,
to his homeland; scorn and ridicule were heaped upon
and wild hatred filled his soul
from that time on, a soul that had lost none of its pride
or thirst for honor.
He now saw his fellow countrymen
only as enemies whom he wanted to destroy
as soon as the opportunity arose.
But because the man's proud soul soon
had to admit that revenge
on his enemies would not be possible
during his lifetime, he now conquered himself.
He fought down his pride and thirst for glory.
In his old age, he decided to
join the small circle of students
that had formed in his city at that time.
The man who was the teacher of this circle
possessed in his soul all the wisdom
that had been handed down by the masters of ancient times
to the initiated.
This I hear from men of the people.
‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒ ‒
I feel warm love when I thus
turn the eye of my soul to the old man,
who, after the victories that brought him fame,
was allowed to fight for the greatest one yet,
the one above himself, which is possible for humans. ‒
Why do I see in this place
the man to whom I surrender myself completely, even if he only stands before me in a picture?
Feelings, as they force themselves out of me,
are not formed by the moment; connected
by long-past lives, I must be
to the soul that I must love like this one.
I have not, in this moment,
stirred within me what is so powerful,
like the love I now feel.
It is a memory of old times;
Thoughts do not yet grasp it, but memory
now evokes feelings in me.
I was once this man's student,
and looked up to him with admiration.
Oh, how I long, as an earthly soul,
who once called this body their own,
to meet again at this hour,
whether on earth or elsewhere.
My strong love shall testify to them;
They can only renew good powers in me,
which created worthy, serious bonds of humanity.
Maria:
And are you also certain, John,
that this soul, when it now approaches you,
will show itself at the same lofty height
at which it stood in those ancient times
that just painted themselves before your soul?
Perhaps it is bound by feelings
unworthy of what it once was.
Truly, there are many people on earth
who would only look upon you with shame,
seeing how little they live up to the life they once led.
Perhaps this man is stirred by passion,
by urges, and you would now see him
with deep sorrow and dismay.
Thomasius:
Mary, why do you speak these words?
I cannot see what leads you to do so;
do thoughts move differently here
than in the places where humans live?
The Guardian:
John, what is now revealed here in this place
is a test of your soul.
Look into the depths of your being,
what you do not want to know and yet are capable of.
What was hidden in your depths
as long as you lived with a blind soul:
Lucifer appears
It will now step before you and rob you
of the darkness that protected you.
Recognize who the human soul is
to whom you incline yourself in ardent love,
and who inhabited the body you see.
Recognize to whom you can give your strongest love.
Lucifer:
Immerse yourself in the depths of your being;
recognize the powerful forces of your soul.
And learn how strong love
can keep you upright in the becoming of the world.
Thomasius:
Yes, now I feel the soul being
that wanted to show itself to me—Theodora—
she herself, she wanted to reveal herself to me.
She stood before me because I will see her
when this gate opens for me.
I am allowed to love her, her soul stood
before me in that other form of body,
which showed me that I must love her.
Only in you do I now want to find myself again
and fight for my future in your strength.
The Guardian:
I cannot deny you what you must do.
In the image you have already seen the soul being
whom you love most; you shall see it
when you have crossed the threshold.
Recognize it and experience whether it
may remain as healing to you
as you dream.
The other Philia:
O do not listen to the strict guardian,
he leads you into the desolation of life
and robs you of the warmth of your soul;
he can only see spiritual beings,
and knows nothing of human suffering,
which souls can only endure
when earthly love protects them
from cold, vast worlds.
Severity is his nature,
mildness flees from him,
and the power of desire,
he has hated it
since the beginning of time.
