The Origin and Purpose of Humanity
Basic Concepts of Spiritual Science
GA 53
30 March 1905, Berlin
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The Origin and Purpose of Humanity, tr. SOL
14. Die Zukunft des Menschen
14. The Future of Humanity
[ 1 ] In dem Vortrage über «Die großen Eingeweihten» vor vierzehn Tagen gestattete ich mir, darauf hinzuweisen, daß die großen Eingeweihten im wesentlichen die Träger der Zukunftsideale der Menschheit seien und daß ihre Kraft, ihre Wirkungsweise darin besteht, daß sie dasjenige, was für die ganze übrige Menschheit erst in der Zukunft offenbar wird, als ihr Geheimnis in sich bergen, als ihr Mysterium in sich aufgenommen haben und in der ihnen geeignet erscheinenden Weise in die Ideale der Menschheit hineinlegen. So daß wir in dem, was wir den Idealismus der Menschheit, die Zukunftsideale unseres Geschlechtes nennen, zumeist Ausprägungen dessen haben, was bei den großen Eingeweihten aus der Tiefe der Erkenntnis der großen geistigen Weltgesetze hervorgeht. Und ich sprach es dazumal aus, daß die theosophischen Ideale, die aus den Meistern hervorgehen, sich unterscheiden von dem, was man selbst im Leben Ideale nennt, daß sie aus einer wirklichen Erkenntnis der Naturgesetze hervorgehen und nicht etwa aus Empfindungen wie: so sollte es sein, so ist es richtig und so weiter. Ich habe damals darauf hingewiesen, daß das nicht Prophetie im schlechten Sinne des Wortes ist. Es ist eine Art von Hinweisung auf die Zukunft, wie wir sie auch in den Naturwissenschaften haben. So wie wir aus der Erkenntnis der stofflichen Gesetze von Wasserstoff und Sauerstoff genau wissen, daß sie sich unter gewissen Bedingungen verbinden und dann Wasser geben, so ist es auch mit den geistigen Gesetzen, so daß wir sagen können, welches die Ideale der menschlichen Zukunft sein werden. Das Entwickelungsgesetz führt den Menschen hinein in die Zukunft. In bewußter Weise muß der Eingeweihte das, was er für die Zukunft will, aus der Erkenntnis der großen Weltgesetze herausholen. Das war der eine schon vor vierzehn Tagen gegebene Hinweis auf unseren heutigen Vortrag. Der andere Hinweis war der, den ich vor acht Tagen in dem Vortrage über «Ibsens Geistesart» gemacht habe, wo gezeigt wurde, wie Ibsen in so scharfer und großartiger Weise auf die Ausgestaltung der Persönlichkeit in unserer Zeit hinweist und wie er gerade dadurch, daß er das, was in unserer Zeit sich so ausgeprägt hat, bedeutungsvoll charakterisiert, hinweist auf etwas Höheres, das über die Persönlichkeit hinausgeht, was wir in der theosophischen Weltanschauung Individualität nennen.
[ 1 ] In the lecture on “The Great Initiates” two weeks ago, I took the liberty of point out that the great Initiates are essentially the bearers of humanity’s future ideals, and that their power and mode of action consist in the fact that they hold within themselves as their secret—and have taken into themselves as their mystery—that which will only become apparent to the rest of humanity in the future, and they incorporate it into humanity’s ideals in the manner they deem appropriate. So that in what we call the idealism of humanity, the future ideals of our race, we mostly find expressions of what emerges in the great Initiates from the depths of their knowledge of the great spiritual laws of the world. And I stated at the time that the theosophical ideals that emerge from the Masters differ from what one calls ideals in life, in that they arise from a genuine knowledge of the laws of nature and not from feelings such as: this is how it should be, this is right, and so on. I pointed out then that this is not prophecy in the negative sense of the word. It is a kind of indication of the future, as we also have in the natural sciences. Just as we know from our knowledge of the material laws of hydrogen and oxygen that they combine under certain conditions to form water, so it is with the spiritual laws, so that we can say what the ideals of the human future will be. The law of evolution leads humanity into the future. Consciously, the initiate must draw what he desires for the future from an understanding of the great laws of the universe. That was the first hint given two weeks ago regarding today’s lecture. The other hint was the one I gave eight days ago in the lecture on “Ibsen’s Spirit,” where it was shown how Ibsen points so sharply and magnificently to the shaping of the personality in our time, and how, precisely by meaningfully characterizing what has become so pronounced in our time, he points to something higher that transcends the personality—what we call individuality in the theosophical worldview.
[ 2 ] Wir stehen wirklich heute an einem Wendepunkte. Die großen Erfolge der Naturforschung haben uns gezeigt, wie auf der einen Seite die materialistische Anschauung die höchsten Früchte gebracht hat, wie der Darwinismus und der Materialismus in unsere Zeit hineinragen und wir ihnen einen großen Kulturfortschritt zu verdanken haben; daß sich aber andererseits auch Ströme geltend machen, die die Zukunft vorbereiten. Neue Ideale tauchen auf gerade in den hervorragendsten Geistern. Diese Geister, die auf eine ferne Zukunft hindeuten, sind zwar nicht die sogenannten praktischen Geister, aber die Weltgeschichte geht auch anders, als die Praktiker sich es vorstellen. Auf eine Säule des Idealismus, auf Tolstoi, habe ich schon früher hingewiesen. Heute möchte ich aber noch auf einen westlichen Geist hinweisen, auf Keely, den großen Mechaniker, der uns, wenn er auch heute mit seiner mechanischen Idee noch keine praktische bringen konnte, aber doch weiterführen wird. Damit sind Fragen verbunden, die dem Materialisten phantastisch vorkommen. Aber wir wollen doch zu gleicher Zeit einen Idealismus kennenlernen, der anderer Art ist als der, den man gewöhnlich im Alltagsleben kennt. Es ist derselbe, der früher in den Mysterien gelebt hat. Bis zur Begründung der Theosophischen Gesellschaft im Jahre 1875 lebte das, was wir heute in populären Vorträgen verbreiten, in den sogenannten Geheimschulen. Ich habe schon öfter auf die Rosenkreuzer hingewiesen; auch darauf, daß man über die eigentlichen Geheimnisse der Rosenkreuzer auf gelehrtem Wege nichts finden kann. Goethe stand selbst mit den Rosenkreuzern in Verbindung; in dem Gedicht «Die Geheimnisse» hat er dies klar zum Ausdruck gebracht. Das alles haben wir den verflossenen Vorträgen entnommen.
[ 2 ] We truly stand at a turning point today. The great achievements of natural science have shown us, on the one hand, how the materialist worldview has borne the highest fruits, how Darwinism and materialism extend into our time, and how we owe them a great deal of cultural progress; but on the other hand, that currents are also making themselves felt that are preparing the future. New ideals are emerging precisely among the most outstanding minds. These minds, which point toward a distant future, are certainly not the so-called practical minds, but world history also unfolds differently than the practical minds imagine. I have previously pointed to one pillar of idealism, Tolstoy. Today, however, I would like to point to another Western mind, Keely, the great mechanic, who, even if he has not yet been able to bring us a practical application of his mechanical ideas, will nevertheless lead us forward. This raises questions that seem fantastical to the materialist. But let us at the same time become acquainted with an idealism that is of a different kind than that which is commonly known in everyday life. It is the same idealism that once lived in the mysteries. Until the founding of the Theosophical Society in 1875, what we now disseminate in popular lectures lived in the so-called secret schools. I have often referred to the Rosicrucians; I have also pointed out that one cannot discover the true secrets of the Rosicrucians through scholarly means. Goethe himself was connected to the Rosicrucians; he clearly expressed this in the poem “The Secrets.” We have gleaned all of this from the previous lectures.
[ 3 ] Heute wollen wir uns mit denjenigen großen Weltgesetzen beschäftigen, die in den Mysterien als die Weltgesetze der Zukunft verkündigt worden sind, als diejenigen Weltgesetze, nach denen sich der Mensch zu richten hat, wenn er nicht im Dunkel hineintappen will in die Zukunft, sondern daß er — so wie der Naturforscher, der ins Laboratorium geht, weiß, daß wenn er gewisse Stoffe mischt und verbindet, er gewisse Resultate erhalten wird — sich bewußt ist, diesen oder jenen Ereignissen in der Zukunft entgegenzugehen. Das, in populärer Weise auseinandergesetzt, kann erst seit dem Jahre 1875, seit der Begründung der Theosophischen Gesellschaft, gehört werden. Daher kann es uns nicht erstaunen, daß das, was heute wissenschaftliche Literatur ist, noch nichts birgt von diesen Idealen der Zukunft.
[ 3 ] Today we want to examine those great laws of the world that have been proclaimed in the Mysteries as the laws of the future—the laws by which humanity must guide itself if it does not wish to grope blindly into the future, but rather—just as the natural scientist who enters the laboratory knows that by mixing and combining certain substances he will obtain certain results—is conscious of moving toward this or that event in the future. This, explained in popular terms, has only been available since 1875, since the founding of the Theosophical Society. Therefore, it should not surprise us that what constitutes scientific literature today contains nothing yet of these ideals of the future.
[ 4 ] Nun könnte die Frage entstehen, und es ist oftmals diese Frage gestellt worden: Sind es überhaupt die weltabgewandten Idealisten, welche scheinbar von aller Praxis entfernt sind, die zunächst in ihren Köpfen die Gedanken der Zukunft ausspinnen, welche das Leben tragen? Können es diese sein? Muß das Leben nicht aus der Praxis herausgeboren werden? Sie spinnen doch nur Gedanken aus, sie sind Phantasten, und wollen die Zukunft gebären? Nur derjenige, der weiß, wie man die Dinge des Alltags handhabt, kann eingreifen, und dem kommt es zu, einzugreifen in das praktische Leben. Lassen Sie mich als kleines Intermezzo Beispiele über den Praktiker und den Idealisten herausgreifen und zeigen, daß es bei den großen und wahren Fortschritten nicht die Praktiker sind, sondern daß es die Theoretiker waren, die aus der Fülle der Ideen heraus schafften, und die auch im alltäglichen Leben die Zukunft herbeigeführt haben.
[ 4 ] Now the question might arise—and it has often been asked: Is it really the otherworldly idealists, who seem so removed from all practical matters, who first spin out in their minds the ideas of the future that sustain life? Could it be them? Mustn’t life be born out of practical experience? They are merely spinning out thoughts; they are dreamers—and yet they want to give birth to the future? Only those who know how to handle the affairs of daily life can intervene, and it falls to them to intervene in practical life. Let me, as a brief interlude, highlight examples of the practitioner and the idealist and show that it is not the practitioners who have brought about the great and true advances, but rather the theorists who, drawing from a wealth of ideas, have also brought the future into everyday life.
[ 5 ] Nehmen Sie die Entdeckungen des 19. Jahrhunderts. Nichts können wir heute finden, was uns nicht auf Schritt und Tritt erinnert an die Dampfkraft, an den Telegraphen, an das Telephon, an das Postwesen, an die Eisenbahn und so weiter. Aber schon die Eisenbahn hat kein Praktiker erfunden. Und wie haben sich die Praktiker dazu gestellt? Ein Beispiel dafür: Als in Deutschland die ersten Eisenbahnen gebaut werden sollten, als die Eisenbahn von Berlin nach Potsdam geführt werden sollte, da machte dies dem preußischen Generalpostmeister von Nagler sehr viel Kopfzerbrechen. Er sagte: Ich lasse jetzt schon täglich sechs bis sieben Postwagen nach Potsdam gehen, die nicht einmal vollständig besetzt sind. Statt daß sie da eine Eisenbahn bauen, sollten sie lieber das Geld zum Fenster hinauswerfen. — Und das Votum des bayrischen Ärztekollegiums, das über die sanitäre Wirkung der Eisenbahn gefragt wurde, war ungefähr so: Man sollte keine Eisenbahnen bauen, denn die Menschen könnten sich dadurch schwere Schädigungen zufügen. Wenn man sie aber trotzdem baute, so sollte man wenigstens zu beiden Seiten Bretterwände aufrichten, damit die, welche vorbeigehen, durch den Anblick der schnellen Züge nicht schwindlig werden. Das war im Jahre 1830. Nehmen Sie ferner das Pfennigporto. Rowland Hill, ein Privatmann in England, hat zuerst diese Idee gehabt, nicht ein Praktiker des Postwesens. Als im Parlament in London dieser Vorschlag verhandelt werden sollte, da wandte der oberste Postbeamte ein, daß die Postgebäude bei der zunehmenden Briefabfertigung zu klein werden würden, und man mußte dem Praktiker antworten, daß die Postgebäude sich nach dem Verkehr zu richten haben, und nicht umgekehrt der Verkehr nach den Postgebäuden. Das Telephon ist auch keine Erfindung eines Praktikers. Es wurde erfunden von dem Lehrer Philipp Reis in Frankfurt am Main. Dann ist es weiter ausgestaltet worden von dem Taubstummenlehrer Graham Bell. Es wurde ausgesprochen von Theoretikern erfunden. So war es auch mit dem Telegraphen. Erfunden wurde er von zwei Gelehrten, von Gauß und Weber in Göttingen.
[ 5 ] Take the discoveries of the 19th century. There is nothing we can find today that does not remind us at every turn of steam power, the telegraph, the telephone, the postal system, the railroad, and so on. But even the railroad was not invented by a practical engineer. And how did the practical engineers react to it? Here’s an example: When the first railroads were to be built in Germany, when the railroad was to run from Berlin to Potsdam, this caused the Prussian Postmaster General von Nagler a great deal of headache. He said: “I already send six to seven mail coaches to Potsdam every day, and they aren’t even fully occupied. Instead of building a railroad there, they should just throw the money out the window.” — And the opinion of the Bavarian Medical Association, which was consulted on the health effects of the railroad, went something like this: “One should not build railroads, for people could suffer serious harm as a result.” But if they were built anyway, one should at least erect wooden walls on both sides so that those passing by do not become dizzy at the sight of the fast trains. That was in the year 1830. Take, furthermore, the penny postage. Rowland Hill, a private citizen in England, was the first to have this idea—not a postal official. When this proposal was to be debated in Parliament in London, the chief postal official objected that the post offices would become too small with the increasing volume of mail, and one had to reply to the practitioner that the post offices must adapt to the volume of traffic, and not the other way around. The telephone is also not the invention of a practitioner. It was invented by the teacher Philipp Reis in Frankfurt am Main. It was then further developed by the teacher of the deaf and mute, Graham Bell. It was, so to speak, invented by theorists. The same was true of the telegraph. It was invented by two scholars, Gauss and Weber, in Göttingen.
[ 6 ] An einigen großen Beispielen habe ich zeigen wollen, daß es niemals die Praktiker sind, welche den wirklichen Fortschritt der Menschheit bringen. Die Praktiker haben kein Urteil über das, was der Zukunft gehört. Sie sind die eigentlichen Konservativen, die jedem Gedanken, der in die Zukunft geht, alle möglichen Hemmnisse entgegensetzen. Es ist eine gewisse Betonung ihres ausschließlichen Könnens und ihres Autoritätsgefühls so leicht bei den Praktikern herauszufühlen.
[ 6 ] Using a few major examples, I have sought to show that it is never the practical people who bring about true progress for humanity. Practitioners have no judgment regarding what belongs to the future. They are the true conservatives, who oppose every thought that looks to the future with every possible obstacle. It is so easy to sense a certain emphasis on their exclusive expertise and their sense of authority among practitioners.
[ 7 ] Das ist vorausgeschickt worden, um zu zeigen, daß die Ideale nicht aus dem Praktischen hervorgehen, sondern getragen sind von denen, welche erfüllt sind von einer höheren geistigen Wirklichkeit. Doch, dies war nur ein Intermezzo.
[ 7 ] This has been stated in advance to show that ideals do not arise from practical considerations, but are upheld by those who are imbued with a higher spiritual reality. However, this was merely an interlude.
[ 8 ] Nun erinnern Sie sich an den Vortrag über den «Ursprung des Menschen», wo wir als Theosophen der Menschheit einen sehr frühen Ursprung zugeschrieben haben. Wir suchen diesen Ursprung viel weiter zurück, als uns selbst die naturwissenschaftlichen Dokumente führen können. Mag es phantastisch erscheinen, daß diese Abstammung bis zur Spaltung der Erde von der Sonne und dem Mond zurückverfolgt wurde: der, welcher sich vertieft in die Methode, welche die Theosophie an die Hand gibt, wird finden, daß das keine phantastischen Ideen sind, sondern greifbare Wirklichkeiten wie die Tische und Stühle in diesem Raum. Wer sich so hineinvertieft in die Gesetze der Vergangenheit und zugleich den Blick schärft an der geistigen Entwickelung, der kann aus der Erkenntnis der Vergangenheit die Gesetze kennenlernen, die weder der Vergangenheit, noch der Gegenwart, noch der Zukunft, sondern der Allzeit angehören. Hat man es so weit gebracht, daß man die Einweihung bis zu dem Grade, den ich in dem Vortrage über die großen Eingeweihten charakterisiert habe, erlangt hat, dann liegen vor dem geistigen Blick die Weltgesetze offen da, Weltgesetze, nach denen sich die Entwickelung vollzieht, welche allerdings des Menschen bedürfen, um realisiert zu werden. Genauso wie der Chemiker die Stoffe erst mischen muß, um die Naturgesetze spielen zu lassen, so muß auch der Mensch die Stoffe mischen, um die großen Weltgesetze zum Durchbruch zu bringen. Fußend auf der Grundlage solcher Weltgesetze, soll uns heute zweierlei beschäftigen: Die ferne Zukunft, auf die wir hinblicken, so daß wir nicht haften bleiben an den paar Jahrtausenden, die wir geschichtlich überblicken können — und eine kurze Spanne Zeit, wenn wir mit dem Alltagsblick in die Zukunft hineinschauen.
[ 8 ] Now recall the lecture on the “Origin of Man,” in which we, as Theosophists, attributed a very early origin to humanity. We trace this origin much further back than the scientific records can take us. It may seem fantastical that this lineage has been traced back to the separation of the Earth from the Sun and the Moon: but whoever delves deeply into the method provided by Theosophy will find that these are not fantastical ideas, but tangible realities like the tables and chairs in this room. Whoever delves so deeply into the laws of the past and at the same time sharpens their gaze on spiritual development can, through the knowledge of the past, come to know the laws that belong neither to the past, nor to the present, nor to the future, but to all time. Once one has reached the point of attaining initiation to the degree I described in the lecture on the great initiates, the laws of the world lie open before the spiritual gaze—laws of the world according to which evolution unfolds, though they do require human beings to be realized. Just as the chemist must first mix the substances to allow the laws of nature to take effect, so too must humanity mix the elements to bring the great laws of the universe to fruition. Building upon the foundation of such world laws, two things should occupy us today: the distant future toward which we look, so that we do not remain stuck in the few millennia that we can historically survey—and a brief span of time, when we look into the future with our everyday gaze.
[ 9 ] Wir wollen in die fernere Zukunft hineinschauen, wie wir in die ferne Vergangenheit hineingeschaut haben. Wir wollen auch unsere Aufgabe in der Zukunft vom theosophischen Gesichtspunkte aus begreifen. Wir haben gesehen, daß unserer Gegenwartsmenschheit eine andere vorangegangen ist. Wir sind zurückgegangen auf die älteren Rassen, welche gelebt haben unter anderen Lebensverhältnissen und mit anderen Fähigkeiten. Die Aufgabe unserer Rasse ist es, den kombinierenden Verstand auszubilden. Während wir das logische Denken haben, das Rechnen und Zählen, das, was uns befähigt, die Gesetze der äußeren physischen Natur kennenzulernen und es im Dienste der Technik und Industrie zu verwenden, war es bei der atlantischen Rasse wesentlich anders. Die Grundkraft dieser Rasse war das Gedächtnis. Der Mensch von heute kann sich kaum mehr eine Vorstellung davon machen, welche Ausdehnung das Gedächtnis bei den Atlantiern gehabt hat. Rechnen konnten sie nur wenig. Alles beruhte auf dem Zusammenhang, den sie sich aus dem Gedächtnis heraus bildeten. Zum Beispiel drei mal sieben wußten sie aus dem Gedächtnis, nicht aber konnten sie es errechnen. Sie kannten kein Einmaleins. Eine andere Kraft, welche bei ihnen ausgebildet war, die aber noch schwieriger zu verstehen ist, war die, daß sie auf die Lebenskraft selbst einen gewissen Einfluß hatten. Durch eine besondere Ausbildung der Willenskraft konnten sie auf das Lebendige einen unmittelbaren Einfluß gewinnen, so zum Beispiel auf das Wachstum einer Pflanze. — Wenn wir noch weiter zurückgehen, dann kommen wir zu einem Kontinente, den wir Lemurien nennen. Die Naturwissenschaft gibt diesen Kontinent, der etwa an der Stelle des heutigen Indischen Ozeans lag, zu, obwohl sie als Bevölkerung auf demselben nicht Menschen annimmt, sondern niedere Säugetiere.
[ 9 ] Let us look into the distant future, just as we have looked into the distant past. Let us also understand our task in the future from a theosophical perspective. We have seen that our present humanity was preceded by another. We have looked back at the older races, who lived under different conditions and possessed different abilities. The task of our race is to develop the combining intellect. While we possess logical thinking, calculation, and counting—the faculties that enable us to understand the laws of external physical nature and apply them in the service of technology and industry—the situation was fundamentally different for the Atlantean race. The fundamental power of that race was memory. People today can hardly imagine the extent to which memory was developed among the Atlanteans. They could do very little arithmetic. Everything was based on the connections they formed from memory. For example, they knew three times seven by heart, but they could not calculate it. They knew no multiplication tables. Another power they had developed, though even more difficult to understand, was their ability to exert a certain influence on the life force itself. Through a special training of the will, they could exert a direct influence on living things, such as the growth of a plant. — If we go back even further, we come to a continent we call Lemuria. Natural science acknowledges this continent, which lay roughly where the Indian Ocean is today, although it assumes that its population consisted not of humans but of lower mammals.
[ 10 ] Wir kommen jetzt zu ganz anderen Entwickelungsstufen. Wer vor einigen Wochen den Vortrag über die Erdenentwickelung mitverfolgt hat, wird wissen, daß wir zu einer Periode kommen, wo der Mensch noch zweigeschlechtlich war, wo das einzelne Wesen männlich und weiblich zugleich war. In Mythen und Sagen ist diese ursprüngliche Zweigeschlechtlichkeit dem Bewußtsein der Völker noch erhalten geblieben. Die Griechen haben dem Zeus ursprünglich eine Zweigeschlechtlichkeit zugeschrieben. Man sagte, er sei ein schöner Mann und zugleich eine schöne Maid. In den Mysterien der Griechen spielte der zweigeschlechtliche Mensch noch eine große Rolle; er wurde als eine Einheit des Menschen hingestellt. Aus diesem ist erst, durch den Prozeß, den ich damals geschildert habe, der eingeschlechtliche Mensch entstanden. Nun verfolgen wir den Prozeß weiter, wie er sich dem Seher in den Welten, die einen Einblick gewähren in diese Dinge, darstellt; also dem, der durch die angedeuteten, ein anderes Mal weiter auszuführenden Mittel der praktischen Mystik sich ergibt.
[ 10 ] We are now coming to entirely different stages of development. Anyone who followed the lecture on the evolution of the Earth a few weeks ago will know that we are approaching a period when human beings were still hermaphroditic, when the individual being was both male and female at the same time. In myths and legends, this original hermaphroditism has been preserved in the consciousness of peoples. The Greeks originally attributed hermaphroditism to Zeus. It was said that he was a handsome man and at the same time a beautiful maiden. In the Greek mysteries, the hermaphroditic human still played a major role; it was presented as a unity of the human being. It was only from this, through the process I described at that time, that the unisex human being arose. Now let us follow the process further, as it presents itself to the seer in the worlds that grant insight into these things; that is, to the one who surrenders to the means of practical mysticism indicated here, which will be elaborated upon at another time.
[ 11 ] Wenn wir den Menschen so weiter verfolgen, dann sehen wir, daß er jetzt nur bewußt das wieder durchmacht, was er unbewußt in früheren Zeiträumen bereits absolviert hat. Wir treffen den damaligen Menschen so, daß seine äußere materielle Hülle dünn ist. Die Erde war damals noch in einem hohen Temperaturzustande, Der Mensch hatte noch eine dünne Hülle. Die Stoffe gingen nur so aus und ein, es war wie eine Art Ein- und Ausatmen. So lebte der Mensch, ohne daß die Wahrnehmungen durch die Sinne zogen; als eine Art auf und ab wogender Bilder, wie beim Träumer, zogen die Sinneseindrücke an ihm vorüber. Wenn ein solcher Mensch, der im wesentlichen ein Seelenmensch war, träumerisch, hellsehend einem Gegenstand oder Wesen sich näherte, so konnte er nicht mit den Augen diesen Gegenstand oder dieses Wesen wahrnehmen, er konnte sie nicht mit dem Geruche riechen, sondern er näherte sich dem Wesen, und es war durch eine Kraft, die ich heute nicht weiter beschreiben kann, daß in ihm ein Traumbild aufgestiegen ist. Eine Welt in seiner Seele antwortete auf das, was draußen vorging. Es war ungefähr so, wie wenn Sie eine Uhr vor sich liegen haben, und Sie nehmen nicht die Uhr wahr, aber Sie vernehmen das Tick-Tack der Uhr. Oder Sie werfen im Schlafe einen Stuhl um und träumen von einem Duell. Heute ist das ja chaotisch, so daß es keine Bedeutung für uns hat. Das muß aber wiederum zum Hellsehen umgewandelt werden, dann hat es wieder Bedeutung. Wenn Sie sich dazumal einem Menschen näherten, der ein böses Gefühl in sich hatte, so stieg ein Bild in Ihrer Seele auf, das in dunklen Farbennuancen gehalten war und das eine Widerspiegelung und nicht eine Wahrnehmung der äußeren Wirklichkeit war. Das sympathische Verhältnis wurde durch helle Nuancen gespiegelt, So lebte der Mensch. Erst dadurch, daß er die Tore der Sinne erhalten hat, verwandelten sich die Seelenbilder in Wahrnehmungen. Er verband seine Fähigkeit, Farbenbilder auszugestalten, mit der äußeren Wirklichkeit. Der Physiker sagt heute, daß nichts anderes vorhanden sei als die Vibration der Materie, und was Farbe ist, ist die Antwort des Seelischen auf die Vibrationen. Als das menschliche Auge ausgebildet war, verlegte der Mensch das, was als Bilder in der Seele auf und ab wogte, auf die äußeren Gegenstände. Im Grunde genommen war das Ganze, was er in der Umwelt wahrnahm, nichts anderes als eine Ausbreitung der Seelenbilder über die äußere Welt.
[ 11 ] If we continue to observe human beings in this way, we see that they are now consciously going through again what they had already experienced unconsciously in earlier periods. We encounter the human beings of that time with a thin outer material shell. The Earth was still in a state of high temperature at that time; human beings still had a thin shell. Substances simply flowed in and out; it was like a kind of inhaling and exhaling. This is how human beings lived, without perceptions passing through the senses; the sensory impressions passed before them like a kind of undulating images, as in a dreamer. When such a person—who was essentially a soul-being—approached an object or being in a dreamlike, clairvoyant state, they could not perceive that object or being with their eyes, nor could they smell it with their sense of smell; rather, they approached the being, and it was through a force that I cannot describe further today that a dream-image arose within them. A world within his soul responded to what was happening outside. It was roughly like having a clock in front of you and not perceiving the clock itself, but hearing its ticking. Or like knocking over a chair in your sleep and dreaming of a duel. Today, of course, this is chaotic, so it has no meaning for us. But this must in turn be transformed into clairvoyance; then it regains its meaning. If, back then, you approached a person who harbored a malevolent feeling, an image would arise in your soul, rendered in dark shades of color, which was a reflection and not a perception of external reality. A sympathetic relationship was reflected through light shades. That is how people lived. It was only through the development of the senses that these soul-images were transformed into perceptions. They linked their ability to form color images with external reality. The physicist today says that nothing exists other than the vibration of matter, and that color is the soul’s response to these vibrations. Once the human eye had developed, human beings projected what had been surging up and down as images in the soul onto external objects. In essence, the entirety of what they perceived in their environment was nothing other than an extension of the soul-images into the external world.
[ 12 ] Die weitere Entwickelung des Menschen besteht nun darin, daß er wiederum, und zwar in bewußter Weise, nicht in Dämmerungszuständen, hinaufdringt in die höheren Welten, wo er die Seelenwelt um sich gewahrt. Nichts anderes ist die Einweihung, als ein Hinaufentwickeln auf diese Stufe. Was der Mystiker heute schon durch gewisse Methoden in sich ausbilden kann, das wird in Zukunft bei allen Menschen entwickelt werden. Das ist das Wesen des Eingeweihten, daß er das, was bei allen Menschen in der Zukunft offenbar werden wird, heute schon entwickelt, und daß er die Zukunftsideale der Menschheit in ihrer Richtung wenigstens schon angeben kann. Dadurch haben die Ideale der Eingeweihten einen Wert, den die unbewußten Ideale niemals haben können. Der Mensch wird sich dann zwischen den Seelendingen bewegen, wie er sich heute zwischen Tischen und Stühlen bewegt. Immer und immer wieder möchte ich betonen, daß es notwendig ist für denjenigen, der sich heute schon auf diese Stufe emporarbeiten will, daß er völlig fest ist in bezug auf die Entwickelungsstufe der Menschheit, auf der sie jetzt steht: Er muß ein Mensch sein, der Phantastik von Wirklichkeit unterscheiden kann. Nicht der kann in die höhere Welt geführt werden, der sich jeder Phantasterei hingibt, sondern nur der, welcher fest steht auf dem Standpunkte der Entwickelung, auf dem die Menschheit angekommen ist.
[ 12 ] The further development of the human being consists in his once again—and this time consciously, not in twilight states—ascending into the higher worlds, where he perceives the world of souls around him. Initiation is nothing other than an ascent to this level. What the mystic can already cultivate within himself today through certain methods will be developed in all people in the future. This is the essence of the initiate: that he has already developed today what will become apparent in all people in the future, and that he can at least already indicate the direction of humanity’s future ideals. Through this, the ideals of the initiates possess a value that unconscious ideals can never have. Humanity will then move among spiritual realities just as it moves today among tables and chairs. Again and again I wish to emphasize that it is necessary for anyone who wishes to work their way up to this level today to be completely firm regarding the stage of development at which humanity now stands: they must be a person who can distinguish fantasy from reality. It is not the one who indulges in every fantasy who can be led into the higher world, but only the one who stands firmly on the stage of development that humanity has reached.
[ 13 ] Ein weiterer Zustand ist der, in dem der Mensch anfängt, geistig zu sehen, oder vielmehr geistig zu hören dasjenige, was die Tiefe, das Wesen der Dinge ausmacht. Das ist das sogenannte innere Wort, wodurch uns die Dinge selbst sagen, was sie sind. So wie uns heute nur die Menschen selbst sagen können, was sie sind, so gibt es eine innere Wesenheit aller Dinge. Wir können diese innere Wesenheit der Dinge nicht mit dem Verstande erkennen, wir müssen in die Dinge hineinkriechen, mit den Dingen eins werden. Das können wir nur mit dem Geist. Wir müssen uns also im Geist mit den Dingen verbinden. Dadurch wird die Welt zu jener tönenden Welt, von der Goethe spricht und die ich Öfter angeführt habe, so daß sich der Mensch hinaufhebt in die höheren Regionen, gleichsam in die geistige Welt oder in das Devachan; in die Welt, in der der Mensch verweilt in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Das sind die Welten, deren der Mensch teilhaftig wird zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.
[ 13 ] Another state is that in which a person begins to see spiritually—or rather, to hear spiritually—that which constitutes the depth, the essence of things. This is the so-called inner word, through which things themselves tell us what they are. Just as today only human beings themselves can tell us what they are, so there is an inner essence to all things. We cannot perceive this inner essence of things with the intellect; we must crawl into things, become one with them. We can do this only with the spirit. We must therefore connect with things in the spirit. Through this, the world becomes that resounding world of which Goethe speaks and which I have often cited, so that the human being is lifted up into the higher regions, as it were into the spiritual world or into the Devachan; into the world in which the human being dwells in the time between death and a new birth. These are the worlds in which the human being participates between death and a new birth.
[ 14 ] Unsere Erde ist gegenwärtig in ihrem vierten Zyklus oder in der vierten Runde, Drei Runden hat sie hinter sich. Die drei Runden, welche noch folgen, werden höhere Fähigkeiten beim Menschen zur Entwickelung bringen. Das, was ich eben beschrieben habe, bildet sich nun bald; und die Wurzelrasse, die der unsrigen folgen wird, wird wesentlich andere Eigenschaften haben. In der Mitte derselben wird sie ein Menschengeschlecht hervorbringen, welches nicht so tief in die physische Welt hineinsteigen wird wie das unsrige und welches die Eingeschlechtlichkeit abgestreift haben und zweigeschlechtlich geworden sein wird. Dann wird es sich höher entwickeln, bis dahin, wo die Entwickelung ihren Abschluß findet. Das wird im Astralen sein. Dann wird es noch einmal einen Zyklus durchmachen und noch einmal. Drei solche Zyklen muß also die Menschheit noch absolvieren. Aber nur den nächsten und den zweitnächsten können wir heute berühren.
[ 14 ] Our Earth is currently in its fourth cycle, or fourth round; it has already completed three rounds. The three rounds that are yet to come will bring about the development of higher abilities in human beings. What I have just described is now taking shape; and the root race that will follow ours will possess significantly different characteristics. In the middle of this cycle, it will give rise to a human race that will not descend as deeply into the physical world as ours, and which will have shed unisexuality and become bisexual. Then it will develop further, until it reaches the point where evolution comes to a close. This will be in the astral realm. Then it will go through another cycle, and yet another. Humanity must therefore still complete three such cycles. But today we can only touch upon the next one and the one after that.
[ 15 ] Da müssen wir uns zunächst klarmachen, welches die Aufgabe des gegenwärtigen Menschheitszyklus ist. Dabei kommen wir am besten weiter, wenn wir uns die Frage stellen: Was für eine Aufgabe hat der Mensch auf der Erde mit seinem kombinierenden Verstand? Hellsehen und Hellhören sind Zustände, welche früheren und wieder späteren Entwickelungszuständen angehören. Jetzt hat der Mensch die Aufgabe, im physischen Leben festzustehen, und im Grunde genommen ist das nur deshalb, um der Menschheit ihr Ziel anzuweisen. Nicht abführen soll die Theosophie von der physischen Grundlage; nur deshalb erhebt sich die Theosophie von der physischen Erde, weil diese auch der Ausdruck von der seelischen und geistigen Welt ist. Wir wollen nicht in irgendein Unbestimmtes, Unklares hineinführen, wir wollen nicht abführen von der physischen Wirklichkeit, sondern wir wollen diese physische Wirklichkeit zum richtigen Verständnis, zum richtigen Begreifen bringen. Dann wird das, was hinter der physischen Wirklichkeit steht, hinweisen darauf, welche Aufgabe der Mensch im gegenwärtigen Entwickelungszyklus hat.
[ 15 ] First, we must clarify what the task of the current human cycle is. The best way to proceed is to ask ourselves: What is humanity’s task on Earth with its combinative intellect? Clairvoyance and clairaudience are states that belong to earlier and later stages of development. Now humanity’s task is to be firmly grounded in physical life, and fundamentally, this is solely to guide humanity toward its goal. Theosophy is not meant to lead us away from the physical foundation; theosophy rises from the physical earth only because the physical world is also an expression of the soul and spiritual worlds. We do not wish to lead people into some vague, unclear realm; we do not wish to lead them away from physical reality, but rather we wish to bring this physical reality to a correct understanding, to a correct grasp. Then what lies behind physical reality will point to the task humanity has in the present cycle of development.
[ 16 ] Betrachten Sie das, was jetzt geschieht. Wir nennen den gegenwärtigen Zyklus den mineralischen, weil der Mensch es darin mit der mineralischen Welt zu tun hat. Der Naturforscher sagt: Die Pflanzenwelt können wir noch nicht begreifen — denn er betrachtet die Pflanze als eine Summe von mineralischen Prozessen —, und ebenso macht er es auch mit dem Tier. Wenn dies auch eine Karikatur einer Weltanschauung ist, so liegt doch der Sache etwas zugrunde. Er kombiniert mit dem Verstande das, was nebeneinander im Raume und hintereinander in der Zeit ist. Überall ist es der Verstand, der am Toten, am Unlebendigen arbeitet, der die Teile zusammensetzt. Fangen Sie an mit der Maschine und führen Sie es bis zum Kunstwerk: diese Aufgabe hat der Mensch in dem gegenwärtigen Entwickelungszyklus, und er wird sie so weit zu Ende führen, daß er die ganze Erde in sein Kunstwerk verwandelt. Das ist die Aufgabe, die der Mensch für die Zukunft hat. So lange noch ein Atom da ist, das der Mensch nicht durchgearbeitet hat mit seinen Kräften, so lange ist die menschliche Aufgabe auf der Erde noch nicht vollendet. Wer die neuesten Fortschritte der Elektrizität verfolgt, der weiß, wie der Naturforscher seinen Blick bis in die kleinsten Teile der mineralischen Welt werfen kann, weil er die vor fünfzig Jahren noch fast unbekannte elektrische Kraft beherrscht. Seine Aufgabe besteht darin, das Unlebendige in ein großes Kunstwerk zu verwandeln. Daher hat es weit vor den historischen Zeiten, lange vor den Ägyptern, Kunstwerke gegeben. Verfolgen Sie das, und Sie werden begreifen, daß der gegenwärtige Zyklus die Durchgeistigung der ganzen mineralischen Natur bedeutet. Schon der verständige Naturforscher sagt uns, daß es nicht undenkbar ist, nach dem, was wir heute wissen, daß eine Zeit kommen wird, wo die Menschen imstande sein werden, noch tiefer hineinzugehen in das Wesen des Materiellen. Das ist eine gewisse Zukunftsperspektive.
[ 16 ] Consider what is happening now. We call the current cycle the mineral cycle because, within it, human beings are dealing with the mineral world. The natural scientist says: We cannot yet comprehend the plant world—for he regards the plant as a sum of mineral processes—and he does the same with the animal. Even if this is a caricature of a worldview, there is nevertheless some truth to it. He combines with the intellect that which exists side by side in space and one after another in time. Everywhere it is the intellect that works on the dead, on the inanimate, that puts the parts together. Start with the machine and carry it through to the work of art: this is the task humanity has in the present cycle of development, and it will carry it through to the point where it transforms the entire Earth into its work of art. That is the task humanity has for the future. As long as there remains a single atom that humanity has not worked through with its powers, the human task on Earth is not yet complete. Anyone who follows the latest advances in electricity knows how the natural scientist can peer into the smallest parts of the mineral world, because he has mastered the electrical force that was still almost unknown fifty years ago. His task is to transform the inanimate into a great work of art. That is why there were works of art long before historical times, long before the Egyptians. Follow this line of thought, and you will understand that the present cycle signifies the spiritualization of the entire mineral world. Even the discerning natural scientist tells us that, based on what we know today, it is not inconceivable that a time will come when human beings will be able to delve even deeper into the essence of the material world. This is a certain perspective on the future.
[ 17 ] Denen, die sich mit Physik beschäftigt haben, wird ein Satz erinnerlich sein: eine Zukunftsperspektive wird dadurch gewonnen, daß ein großer Teil unserer technischen Arbeit durch Aufwendung von Wärme, durch Verwandlung von Wärme in Arbeit, geleistet wird. Der Wärmetheoretiker zeigt uns, daß immer nur ein gewisser Teil der Wärme verwandelt werden kann in Arbeit oder in dasjenige, was technisch brauchbar ist. Wenn Sie eine Dampfmaschine heizen, so können Sie nicht alle Wärme dazu verwenden, um Fortbewegungskräfte zu schaffen. Nun denken Sie sich, daß immer Wärme für die Arbeit verbraucht wird, ein Teil der Wärme aber nicht in Arbeit umgewandelt werden kann und zurückbleibt. Dies ist der Wärmezustand, den der Wärmetechniker, der Wärmetheoretiker als eine Art Todeszustand unserer physischen Erde hinstellen kann. Da wendet der ein, der sich mit den Erscheinungen des Lebens beschäftigt, daß dann möglicherweise der Zeitpunkt gekommen sein kann, daß das Leben selbst eingreift: jene lebendige Maschinerie, welche die Moleküle und Atome in ganz anderer Weise beherrscht, durch die wir unseren Arm bewegen, das Gehirn in Bewegung versetzen. Diese Kraft könnte dann, wenn unsere Umgestaltungskräfte nicht mehr ausreichen, tiefer hineinarbeiten in die materielle Natur, als selbst die Kräfte hineinarbeiten können, von denen wir uns heute eine Vorstellung machen können.
[ 17 ] Those who have studied physics will recall a statement: a perspective on the future is gained from the fact that a large part of our technical work is accomplished through the application of heat, through the conversion of heat into work. The thermodynamicist shows us that only a certain portion of heat can ever be converted into work or into something technically useful. When you heat a steam engine, you cannot use all of the heat to generate propulsive force. Now imagine that heat is always consumed for work, but a portion of the heat cannot be converted into work and remains. This is the thermal state that the thermal engineer and the thermal theorist can portray as a kind of death state of our physical Earth. Then the one who deals with the phenomena of life objects that the time may have come when life itself intervenes: that living machinery which governs molecules and atoms in a completely different way, through which we move our arm and set the brain in motion. This force could then, when our transformative powers are no longer sufficient, work deeper into material nature than even the forces we can conceive of today are capable of doing.
[ 18 ] Dies zeigt Ihnen eine Perspektive, die aber für den Hellseher, der den Geist der Entwickelung zu verfolgen in der Lage ist, nicht nur ein Bild, sondern ein Konkretes und Wirkliches ist: Er sieht, wie sich die ganze Erde umgestaltet haben wird zu einem Kunstwerk. Ist das erreicht, dann hat der Mensch aber nichts mehr zu tun in der mineralischen Welt, dann wird er frei von allen Seiten, dann kann er sich frei bewegen, seine Seele stößt sich nicht mehr an den Gegenständen. Das ist die Zeit, in welcher die Erde eintreten wird in den sogenannten astralischen Zustand. Wie heute schon der Mechaniker Herr wird über die Außenwelt, wenn er die Maschine herstellt, die von seinem Geist durchdrungen ist, so ist es auch mit dem Menschen. Alles was da ist, wird das unmittelbare Produkt seiner Taten sein. Was unsere Tat ist, was wir selbst gestaltet haben, das brauchen wir nicht wahrzunehmen. Die Sinne haben sich dann umgewandelt, und der astralische Zustand tritt ein. Das ist die Perspektive: die mineralische Welt hört mit unserem Erdenzyklus auf. Wir nennen daher den nächsten Zyklus, den der Mensch absolvieren wird, den Zyklus des Pflanzendaseins. Die ganze Erde wird ihre mineralische Natur abgestreift haben, und der Mensch wird — wie jetzt mit dem Verstande in Mineralisches — mit seiner Seelenkraft in Lebendiges eingreifen. Er wird dann auf einer höheren Stufe Herr sein der Pflanzenwelt, wie er jetzt Herr der mineralischen Welt ist. Dann kommen wir auf die Stufe, wo der Mensch auf einer ganz lebendigen Erde leben wird. Doch wollen wir dieses Bild nur als ein annäherndes hinstellen; wir wollen uns damit begnügen, einen Ausblick in den nächsten Zyklus gewonnen zu haben.
[ 18 ] This presents you with a vision that, for the clairvoyant capable of following the spirit of evolution, is not merely an image but something concrete and real: he sees how the entire Earth will have been transformed into a work of art. Once this is achieved, however, humanity will have no further business in the mineral world; then it will be free on all sides, able to move freely, its soul no longer bumping against objects. This is the time when the Earth will enter the so-called astral state. Just as the mechanic today becomes master of the external world when he builds the machine imbued with his spirit, so it is with humanity. Everything that exists there will be the direct product of his deeds. What our deed is, what we ourselves have shaped, we need not perceive. The senses will then have transformed, and the astral state will set in. This is the perspective: the mineral world will come to an end with our Earth cycle. We therefore call the next cycle that humanity will undergo the cycle of plant existence. The entire Earth will have shed its mineral nature, and humanity will—just as it now intervenes in the mineral world with the intellect—intervene in the living world with the power of the soul. Humanity will then, on a higher level, be master of the plant world, just as it is now master of the mineral world. Then we will reach the stage where humanity will live on a fully living Earth. Yet let us regard this image only as an approximation; let us be content with having gained a glimpse into the next cycle.
[ 19 ] Damit haben Sie gesehen, daß der Mensch auf einer Bahn ist, die in einen ganz anderen, von dem unseren total verschiedenen Zustand hineinführt, daß in ihm Kräfte liegen von einer solchen Art, daß sie ganz andere Formen in der Zukunft annehmen können. Damit aber verbindet sich für den, der das durchschauen kann, zu gleicher Zeit ein Gefühl, eine Empfindung, die grundlegend für unser ganzes Leben ist: Was wird der Mensch, wenn wir ihn so als einen Quellbrunn solcher Zukunftskräfte betrachten? Ganz anders treten wir dem Menschen gegenüber, von dem wir wissen, daß der Keim zu diesem Zukunftsmenschen in ihm schlummert. Da verwandelt sich unsere Seelenhaltung ihm gegenüber in das Gefühl, daß wir in einem jeglichen Menschen etwas wie ein ungelöstes Rätsel vor uns haben. Tiefer und immer tiefer möchten wir hinuntersteigen in die Schichten der Menschennatur, weil wir wissen, daß sie so Tiefes bergen. Nicht die Theorien sind das Wichtige und auch nicht das, sich in Gedanken auszumalen, wie es in der Pflanzenrunde einmal aussehen wird, sondern daß wir die große Ehrfurcht bekommen vor jeder menschlichen Individualität. Wenn wir so dem Menschen gegenübertreten, daß wir vor ihm stehen wie vor einem Gott, der herauswill aus seiner Hülle, dann haben wir etwas von dem theosophischen Leben begriffen; und auf das theosophische Leben, nicht auf die Theorien, kommt es an. Wenn wir bestimmte Ideen haben, die uns zeigen, was der Mensch werden kann, und was er in sich trägt, dann erfüllt sich unser Herz mit jener echten Liebe zu dem göttlichen Menschen, den die theosophische Weltanschauung heraufbringen will. Und wenn wir so denken, dann verstehen wir erst den ersten Grundsatz der Theosophischen Gesellschaft: den Kern einer allgemeinen Menschenbrüderschaft zu bilden, ohne Unterschied von Geschlecht, Farbe und Bekenntnis. Denn was sind hier diese Unrterschiede?
[ 19 ] You have thus seen that humanity is on a path leading into a state entirely different from our own, one that is totally distinct; that there are forces within it of such a nature that they can take on entirely different forms in the future. But for those who can see through this, it is simultaneously linked to a feeling, a sensation that is fundamental to our entire life: What will humanity become if we view it as a wellspring of such future forces? We approach humanity quite differently when we know that the seed of this future humanity lies dormant within it. There our inner attitude toward them transforms into the feeling that in every human being we have before us something like an unsolved riddle. We wish to descend deeper and ever deeper into the layers of human nature, because we know that they hold such depths. It is not the theories that are important, nor is it imagining in our thoughts what the plant kingdom will one day look like, but rather that we develop a profound reverence for every human individuality. When we approach a human being in such a way that we stand before them as before a god seeking to emerge from his shell, then we have grasped something of theosophical life; and it is theosophical life, not theories, that matters. When we have certain ideas that show us what a human being can become and what they carry within themselves, then our hearts are filled with that genuine love for the divine human being that the theosophical worldview seeks to bring forth. And when we think this way, only then do we understand the first principle of the Theosophical Society: to form the core of a universal brotherhood of humanity, without distinction of sex, color, or creed. For what are these differences here?
[ 20 ] Nun fragen Sie sich weiter: Was haben diese Menschenbilder für eine Bedeutung für die Zukunft? Wie stellt sich das große Ideal zu dem, was uns obliegt? Ist es nicht etwas, was schließlich doch einem Wolkenkuckucksheim angehört, weil es einer Zukunft angehört, in die wir uns praktisch nicht zu finden haben? Was der Mensch in sich entwickelt, muß er in sich verwerten. Es ist nicht einerlei, ob er mit den Gefühlen, die ich eben entwickelt habe, fortlebt, oder ob er nur dunkel tastend in die Zukunft hineinlebt. Genau wie die Pflanze bereits den Keim zu dem, was sie im nächsten Jahr sein wird, in sich trägt, so muß der Mensch die Zukunft als seinen Keim in sich tragen, und er kann diesen Keim nicht inhaltsvoll, nicht groß genug machen. Und das hat auch in der unmittelbaren Gegenwart seine Anwendung. Da Sie sich zum großen Teil mit dem beschäftigt haben, was man als soziale Ideale, als Zukunftspläne für die nächste Zeit des Menschen ausdenkt, so wissen Sie, daß fast jeder, der darüber nachdenkt, sein eigenes soziales Ideal hat. Nun frägt man sich, wenn man tiefer in diese Dinge hineinsieht: Warum haben diese Ideale so wenig Überzeugungswert? Die Sachen klappen alle nicht und gehen alle nicht zusammen. Sowohl diejenigen, welche in utopistischer Weise, als auch diejenigen, welche mit praktischem Geist Zukunftsideale aufzustellen versuchen, können unmöglich zu wirklich großen und einschneidenden Gesichtspunkten kommen. Alles das —- das darf man behaupten von tieferen Gesichtspunkten aus —, was an sozialen Ideen, selbst der Glaube umfassender großer Weltparteien, bloß aus dem Bewußtsein der sinnlichen Welt heraus gepredigt wird, kann nie irgendeinen praktischen Wert haben. Nach fünfzig Jahren werden die Leute erstaunt sein über diese Hirngespinste. Das soziale Ideal kann nicht ausgedacht werden. Nicht unsere Gedanken, nicht dasjenige, was wir aus unseren Meinungen, aus unserem Verstande gewinnen, kann zu irgendeinem sozialen Ideale die Grundlage bilden; es muß geradezu gesagt werden: Keine soziale Theorie, und sei sie was auch immer, ist geeignet, zum Heile der Menschheit zu dienen.
[ 20 ] Now ask yourself: What significance do these conceptions of humanity hold for the future? How does this grand ideal relate to what is incumbent upon us? Is it not, after all, something that belongs to a pipe dream, because it pertains to a future in which we will practically never find ourselves? What a person develops within themselves, they must make use of within themselves. It is not a matter of indifference whether they carry on with the feelings I have just described, or whether they merely grope their way into the future in the dark. Just as a plant already carries within itself the seed of what it will become next year, so must human beings carry the future as their seed within themselves, and they cannot make this seed rich enough or great enough. And this also applies to the immediate present. Since you have largely occupied yourselves with what are conceived as social ideals, as plans for the future of humanity in the near term, you know that almost everyone who thinks about these matters has their own social ideal. Now, when one looks more deeply into these things, one asks: Why do these ideals have so little persuasive power? None of these things work out, and none of them fit together. Neither those who attempt to formulate future ideals in a utopian manner nor those who do so with a practical spirit can possibly arrive at truly grand and far-reaching perspectives. All of this—and one can assert this from a deeper perspective—any social ideas, even the beliefs of large, global parties, that are preached solely from an awareness of the sensory world can never have any practical value. Fifty years from now, people will be astonished at these fantasies. The social ideal cannot be devised. Neither our thoughts nor what we derive from our opinions and our intellect can form the basis for any social ideal; it must be stated plainly: No social theory, whatever it may be, is capable of serving the welfare of humanity.
[ 21 ] Das ist allerdings schwer zu beweisen. Betrachten Sie aber den Zeitpunkt, in dem wir stehen: Die Gegenwart hat die Persönlichkeit herausgebildet. Das Persönliche ist das Charakteristische, das Bedeutungsvolle am Menschen. Alle sonstigen Differenzierungen, selbst die Differenzierungen zwischen Mann und Frau, werden da überwunden. Heute gibt es nur noch Persönlichkeit, ohne jegliche andere Differenzierung. Halten wir uns da vor, daß durch diesen Durchgangspunkt die Menschheit durchgehen mußte; und halten wir uns vor, daß das, was wir hier Persönlichkeit nennen, in der theosophischen Weltanschauung niederes Manas genannt wird: das ist die Denkkraft, welche auf die unmittelbare Welt sich bezieht. Der Mensch ist also eine Persönlichkeit, soweit er der Sinnenwelt angehört, und dieser Sinnenwelt gehört auch der kombinierende Verstand an. Alles was der Mensch aus dem Verstande heraus denken kann, was seine Persönlichkeit erhöht, das müssen wir hinaufheben auf eine höhere Stufe, wenn wir es in seiner wahren Wesenheit begreifen wollen. Deshalb unterscheiden wir auch zwischen Persönlichkeit und Individualität, zwischen niederem und höherem Manas. Was ist eigentlich dieses niedere Manas?
[ 21 ] That is, however, difficult to prove. But consider the stage we are at: the present has brought personality to the fore. The personal is what is characteristic and significant about human beings. All other distinctions, even those between men and women, are overcome here. Today there is only personality, without any other differentiation. Let us bear in mind that humanity had to pass through this stage; and let us bear in mind that what we here call personality is called lower manas in the theosophical worldview: this is the power of thought that relates to the immediate world. Man is thus a personality insofar as he belongs to the sensory world, and the combining intellect also belongs to this sensory world. Everything that man can think out of the intellect, everything that elevates his personality, we must raise to a higher level if we wish to comprehend it in its true essence. That is why we also distinguish between personality and individuality, between lower and higher Manas. What, in fact, is this lower Manas?
[ 22 ] Nehmen Sie den Unterschied, der besteht zwischen uns und einem einfachen Barbaren, welcher die Getreidekörner zwischen zwei Steinen zerreibt, um sich Mehl zu bereiten, dann ein Brot daraus zusammenbäckt und so weiter, mit einem modernen Menschen. Mit einem ganz geringen Aufwand von Denkkraft bringt der Barbar das zustande, was seinen leiblichen Bedürfnissen entspricht. Nun geht aber die Kultur weiter, und was tun wir im Grunde genommen in unserer Zeit? Wir telegraphieren nach Amerika und lassen uns dieselben Produkte kommen, die sich der Barbar zerrieben hat. — Alle technische Verständigkeit, was ist sie anderes als ein Umweg, die tierischen Bedürfnisse zu befriedigen? Denken Sie sich doch, ob der Verstand viel anderes leistet, als die gewöhnlichen leiblichen Bedürfnisse zu befriedigen? Wird der Verstand deshalb zu etwas Höherem, indem er Schiffe, Eisenbahnen, Telephone und so weiter baut, wenn er doch nichts hervorbringt, als die gewöhnlichen Bedürfnisse des Menschen zu befriedigen?
[ 22 ] Consider the difference between us and a simple barbarian—who grinds grains between two stones to make flour, then bakes bread from it, and so on—and a modern person. With very little mental effort, the barbarian accomplishes what satisfies his physical needs. But civilization goes further, and what do we essentially do in our time? We send a telegram to America and have the same products sent to us that the barbarian ground himself. — All technical knowledge—what is it other than a roundabout way of satisfying animal needs? Just consider: does the intellect accomplish much more than satisfying ordinary physical needs? Does the intellect therefore rise to something higher by building ships, railroads, telephones, and so on, when it produces nothing other than the satisfaction of man’s ordinary needs?
[ 23 ] Der Verstand ist also nur ein Umweg und führt nicht aus der Sinnenwelt heraus. Wo aber die geistige Welt hineinJeuchtet in diese Welt: in den großen Kunstwerken, in den originellen Ideen, welche über die Alltagsbedürfnisse hinausgehen, oder wo hineinleuchtet etwas von dem, was wir die theosophische Weltanschauung nennen, da leuchtet etwas Höheres hinein; dann wird der Menschengeist nicht bloß zu einem Verarbeiter dessen, was rings um ihn ist, sondern dann ist er ein Kanal, durch den der Geist in die Welt hineinfließt. Er bringt etwas Produktives in diese Welt. Jeder einzelne Mensch ist ein Kanal, durch den sich eine Geistwelt ergießt. Solange der Mensch nur die Befriedigung seiner Bedürfnisse sucht, ist er Persönlichkeit. Wenn er tut, was darüber hinausführt, ist er Individualität. Diesen Quell können wir nur im einzelnen Individuum finden; der Mensch ist der Vermittler zwischen der geistigen und sinnlichen Welt, der Mensch vermittelt zwischen den beiden. Das ist die zweifache Art, wie wir dem Menschen gegenübertreten können.
[ 23 ] The intellect, then, is merely a detour and does not lead out of the sensory world. But wherever the spiritual world shines into this world—in great works of art, in original ideas that transcend everyday needs, or wherever something of what we call the theosophical worldview shines through—there something higher shines in; then the human spirit does not merely become a processor of what surrounds it, but rather a channel through which the spirit flows into the world. It brings something productive into this world. Every single human being is a channel through which a spiritual world pours forth. As long as a person seeks only the satisfaction of their needs, they are a personality. When they do what goes beyond that, they are an individuality. We can find this source only in the individual; the human being is the mediator between the spiritual and the sensory world; the human being mediates between the two. This is the twofold way in which we can approach the human being.
[ 24 ] Als Persönlichkeit sind wir im Grunde genommen alle gleich: der Verstand ist bei dem einen vielleicht etwas mehr, bei dem anderen etwas weniger ausgebildet. Aber nicht so ist es mit der Individualität. Da wird der Mensch zu einem besonderen Charakter, da bringt jeder etwas Besonderes in seine Sendung hinein. Will ich wissen, was er als Persönlichkeit in der Welt soll, will ich wissen, was er durch seine Originalität als Individualität sein kann, dann muß ich warten, bis durch diesen Kanal etwas aus der geistigen Welt in diese Welt einströmt. Wenn dieser Einfluß stattfinden soll, müssen wir jeden Menschen als ungelöstes Rätsel betrachten. Durch jede einzelne Individualität fließt uns die originelle Geistkraft zu. Solange wir den Menschen als Persönlichkeit betrachten, können wir ihn regeln: Sprechen wir von allgemeinen Pflichten und Rechten, so sprechen wir von der Persönlichkeit. Sprechen wir aber von der Individualität, so können wir den Menschen nicht in eine Form zwängen, er muß der Träger seiner Originalität sein. Was in zehn Jahren über die Menschheit kommen wird, das werden die Menschen wissen, die sich als Individualität ausleben. Das Kind, das ich erziehe, darf ich nicht von mir aus bestimmen, sondern aus seinem rätselhaften Inneren habe ich herauszuholen, was mir selbst ganz unbekannt ist. Wollen wir eine soziale Ordnung, dann müssen die einzelnen Individualitäten zusammenwirken, dann muß jeder in seiner Freiheit sich entwickeln können. Stellen wir ein soziales Ideal auf, so schnüren wir diese Persönlichkeit an diesen, jene Persönlichkeit an jenen Platz. Die Summe dessen, was vorhanden ist, wird einfach zusammengeworfen: Nichts Neues kommt aber dabei in die Welt. Deshalb müssen Individualitäten hinein, die großen Individualitäten müssen ihren Einschlag hineinwerfen. Nicht Gesetze, soziale Programme aus Verstandesidealen muß es geben, sondern soziale brüderliche Gesinnung soll entstehen. Nur eine soziale Gesinnung kann uns helfen, die Gesinnung, daß wir jedem Wesen als Individualität: gegenübertreten. Seien wir uns immer dessen bewußt, daß jeder Mensch uns etwas zu sagen hat. Jeder Mensch hat uns etwas zu sagen. Eine soziale Gesinnung, nicht soziale Programme brauchen wir. Das ist durchaus real und praktisch. Es ist etwas, das man in der heutigen Stunde zum Ausdruck bringen kann, und es ist das, was die Theosophie hinstellt als großes Zukunftsideal. Damit gewinnt die Theosophie eine unmittelbare praktische Bedeutung. Wenn die Theosophie einfließt in das Leben, werden wir uns abgewöhnen, alles einzuschnüren in Regeln und Reglemente, wir werden uns abgewöhnen, nach Normen zu urteilen, wir werden den Menschen als Menschen frei und individuell gelten lassen. Wir werden uns dann klar sein darüber, daß wir unsere Aufgabe erfüllen, wenn wir den richtigen Menschen an den richtigen Platz hinstellen. Wir werden nicht mehr fragen, ist der der beste Lehrer, der am besten den Unterrichtsstoff beherrscht, sondern wir werden fragen, was ist das für ein Mensch? Man muß ein feines Gefühl, vielleicht eine hellseherische Gabe dafür haben, ob der betreffende Mensch mit seinem Wesen an seiner richtigen Stelle steht, ob er als Mensch an seinem Platze steht. Man kann seine Lehrgegenstände vollständig innehaben, man kann eine lebendig wandelnde Wissenschaft sein, und doch ungeeignet sein zu lehren, weil man dasjenige, was vom Menschen ausströmt, was die Individualität aus dem anderen Menschen herauslockt, nicht kennt. Erst wenn wir absehen von Regeln und Reglements und fragen, was ist das für ein Mensch, und den besten Menschen an den Platz stellen, wo er gebraucht wird, dann erfüllen wir in uns die Ideale, welche die Theosophie gebracht hat. Man kann auch als Arzt sehr viel wissen, aber es kommt doch schließlich darauf an, wie man dem Kranken gegenübersteht, was für ein Mensch der Arzt ist. Wenn die Theosophie eingreift unmittelbar in das Leben, dann ist sie das, was sie sein soll.
[ 24 ] As personalities, we are essentially all the same: one person’s intellect may be somewhat more developed, another’s somewhat less. But this is not the case with individuality. Here, a person becomes a unique character; here, each person brings something special to their mission. If I want to know what their purpose is in the world as a personality, if I want to know what they can be as an individual through their originality, then I must wait until something flows into this world from the spiritual world through this channel. If this influence is to take place, we must regard every human being as an unsolved mystery. The original spiritual power flows to us through every single individuality. As long as we regard the human being as a personality, we can regulate them: when we speak of general duties and rights, we are speaking of the personality. But when we speak of individuality, we cannot force the human being into a mold; they must be the bearer of their own originality. What will come upon humanity in ten years’ time will be known to those who live out their individuality. I must not determine the child I am raising on my own initiative; rather, I must draw out from his mysterious inner being what is entirely unknown to me. If we want a social order, then the individual personalities must work together; then everyone must be able to develop in their freedom. If we establish a social ideal, we tie this personality to this place, that personality to that place. The sum of what already exists is simply thrown together: but nothing new comes into the world as a result. That is why individualities must be brought in; the great individualities must make their mark. It is not laws or social programs based on intellectual ideals that must exist, but a social, brotherly spirit must arise. Only a social spirit can help us—the spirit of approaching every being as an individuality. Let us always be aware that every person has something to say to us. Every person has something to say to us. We need a social spirit, not social programs. This is entirely real and practical. It is something that can be expressed in the present moment, and it is what Theosophy presents as a great ideal for the future. In this way, Theosophy gains immediate practical significance. When theosophy flows into life, we will break the habit of constraining everything with rules and regulations; we will break the habit of judging by standards; we will regard people as human beings, free and individual. We will then be clear that we are fulfilling our task when we place the right person in the right place. We will no longer ask, “Is the best teacher the one who masters the subject matter best?” but rather, “What kind of person is this?” One must have a keen sense—perhaps a clairvoyant gift—to discern whether the person in question is in the right place in terms of their nature, whether they are in their rightful place as a human being. One can have a complete grasp of one’s subject matter, one can be a living, evolving scholar, and yet be unsuited to teach, because one does not know that which radiates from a person, that which draws out the individuality in another human being. Only when we set aside rules and regulations and ask, “What kind of person is this?” and place the best person where they are needed, do we fulfill within ourselves the ideals that Theosophy has brought. One can know a great deal as a doctor, but ultimately it comes down to how one relates to the patient, what kind of person the doctor is. When theosophy intervenes directly in life, then it is what it is meant to be.
Fragenbeantwortung
Questions and Answers
Frage: Was halten Sie von Dr. Eugen Heinrich Schmitt?
Question: What do you think of Dr. Eugen Heinrich Schmitt?
[ 25 ] Er steht der Theosophie sympathisch gegenüber, hat selbst, nachdem er die Schrift über das Geheimnis der Hegelschen Dialektik herausgegeben hat, manches über Theosophie geschrieben. Seine Denkweise ist aber eine zu mathematische, sie ist zu konstruktiv-mathematisch, und beruht auf zu wenig Anschauung. Seine Denkweise ist auch zu wenig tolerant gegen andere Anschauungen.
[ 25 ] He is sympathetic to theosophy and, after publishing his work on the mystery of Hegelian dialectics, has himself written quite a bit about theosophy. However, his way of thinking is too mathematical; it is too constructively mathematical and relies on too little intuition. His way of thinking is also not tolerant enough of other viewpoints.
Frage: Woher wissen wir etwas von den Atlantiern und Lemuriern?
Question: How do we know anything about the Atlanteans and Lemurians?
[ 26 ] Aus der Akasha-Chronik. Das sind Spuren, die jede Tat zurückläßt und die man lange Zeiten zurück lesen kann. Diese Akasha-Chronik ist durchaus eine Wirklichkeit für den, der sie lesen kann. Sie ist aber schwer zu lesen, und man ist dabei leicht Irrtümern ausgesetzt. Um eine grobe Vorstellung davon zu geben, sei das Folgende gesagt. Wenn ich hier spreche, erfüllt das Wort den Luftraum. Die Schwingungen entsprechen den Worten. Wer meine Worte nicht hören könnte, aber die Schwingungen der Luft zu studieren vermöchte, der würde aus den Schwingungen meine Worte konstruieren können. In der Luft bleiben diese Schwingungen nur kurze Zeit. Im astralen Stoff aber halten sie sich länger. Wenn der Mensch als Träumender so lebt, wie der Mensch in der äußeren Wirklichkeit, dann kann er auch das Seelische in der äußeren Wirklichkeit sehen, dann kann er auch die Erdentstehung verfolgen bis zur astralen Entstehung der Erde, Wenn der Mensch aber die Kontinuität des Bewußtseins erreicht hat, und wenn er dieses kontinuierende Bewußtsein während der Nacht im Traume hat, so kann er die Weltenketten, ihre Entstehung und ihr Vergehen sehen.
[ 26 ] From the Akashic Records. These are traces left behind by every action, which can be read back over long periods of time. The Akashic Records are very much a reality for those who can read them. However, they are difficult to read, and one is easily prone to error in the process. To give a rough idea of this, let the following be said. When I speak here, the words fill the air. The vibrations correspond to the words. Anyone who could not hear my words but were able to study the vibrations of the air would be able to reconstruct my words from those vibrations. These vibrations remain in the air only for a short time. In the astral substance, however, they persist longer. If a person lives as a dreamer in the same way as a person does in outer reality, then they can also see the spiritual in outer reality; then they can also trace the origin of the Earth back to the astral formation of the Earth, But when a person has attained the continuity of consciousness, and when they possess this continuous consciousness during the night in their dreams, they can see the chains of worlds, their formation, and their passing.
Frage: Was halten Sie von Karl Marx und seinem Werk?
Question: What do you think of Karl Marx and his work?
[ 27 ] Was Karl Marx geleistet hat, gilt für die Zeit vom 16. Jahrhundert bis heute. Es umfaßt die Zeit des heraufkommenden modernen Wirtschaftslebens und des sich entwickelnden Industrialismus. Soweit Produktion, Konsumtion und was damit zusammenhängt, in Betracht kommt, kann die Theosophie mit Marx zusammengehen. Der Fehler, den der Marxist macht, ist aber der, daß er alles auf Klassenkampf zurückführt. Es ist eine Verkennung der Tatsachen. Der Mensch gestaltet, nicht die Umgebung, nicht die Produktionsverhältnisse. Kann vielleicht jemand behaupten, daß die Erfindung der Differentialrechnung von den Produktionsverhältnissen abhing? Sicher nicht. Was aber ist mit Hilfe der Differentialrechnung geleistet worden?
[ 27 ] Karl Marx’s achievements apply to the period from the 16th century to the present day. They encompass the era of the emergence of modern economic life and the development of industrialism. Insofar as production, consumption, and related matters are concerned, Theosophy can align with Marx. The mistake the Marxist makes, however, is that he reduces everything to class struggle. This is a misinterpretation of the facts. It is the human being who shapes things, not the environment, nor the relations of production. Can anyone perhaps claim that the invention of differential calculus depended on the relations of production? Certainly not. But what has been achieved with the help of differential calculus?
Frage: Kann ein Theosoph Sozialdemokrat sein?
Question: Can a Theosophist be a Social Democrat?
[ 28 ] Ja, wenn er bei jedem Schritte auch Theosoph ist. Ob die Sozialdemokratische Partei das ist, was das Wünschenswerte ist für die nächste Zeit, das hat jeder mit sich selbst abzumachen.
[ 28 ] Yes, provided he remains a theosophist at every turn. Whether the Social Democratic Party is what is desirable for the foreseeable future is something each person must decide for themselves.
Frage: Welche Aufgabe hat die Kunst in bezug auf die geistige Entwickelung der Menschheit?
Question: What role does art play in the intellectual development of humanity?
[ 29 ] Dieselbe, wie andere Betätigungen. Sie hilft die ganze Welt umgestalten in ein Kunstwerk, wenngleich auch das einzelne Kunstwerk vergeht. Wir können aber fragen, ob diese einzelnen Kunstwerke keine Bedeutung haben, und wir müssen dann vom theosophischen Gesichtspunkt aus sagen, daß bei einem solchen Kunstwerk zweierlei in Betracht kommt: Erstens das Kunstwerk im Raum und zweitens die Kraft des Menschen, die gewirkt hat. Die Kraft des Menschen ist das Bleibende. Die Kunst bedeutet etwas, was eine noch viel höhere Bedeutung hat.
[ 29 ] It is the same as other activities. It helps transform the entire world into a work of art, even though the individual work of art itself is transient. We may ask, however, whether these individual works of art have no significance, and from a theosophical point of view we must then say that two things come into consideration with such a work of art: first, the work of art in space, and second, the human power that created it. Human power is what endures. Art signifies something that has an even higher significance.
Frage: Wie stellt sich die Theosophie zu dem Jüngsten Gericht und den ewigen Höllenstrafen?
Question: What is the Theosophical view on the Last Judgment and eternal punishment in hell?
[ 30 ] Ewige Höllenstrafen gibt es in der theosophischen Anschauung nicht. Es gibt nur Entwickelungsetappen, Auswirkung des Karma. Das Jüngste Gericht hat aber eine ganz andere Bedeutung. Es bedeutet einen gewissen Zeitpunkt in jener Runde, von der ich im Vortrage gesprochen habe. In dieser Runde wird der Mensch eine gewisse Stufe erreichen, wo er keinen äußeren Anstoß mehr hat, wo er das Sinnliche vollständig überwunden haben wird, wo er das MineralischPhysische durchgeistigt hat. Dasjenige, was er im geistigen Leben erobert hat, wird auftreten, wie seine Gemütsstimmung in dem Geiste auftritt. Daher wird seine Stimmung in der äußeren Gestalt zum Ausdruck kommen. Der Mensch wird diejenige äußere Gestalt tragen, die er sich durch sein Karma ausgestaltet hat. Das Jüngste Gericht bedeutet nichts anderes, als daß jedem das aufgeprägt wird, was er in seiner Seele veranlagt hat. Heute kann der Mensch verbergen, was in seiner Seele lebt, das wird dann aber nicht mehr der Fall sein.
[ 30 ] In the Theosophical view, there are no eternal punishments in hell. There are only stages of development, the effects of karma. The Last Judgment, however, has a completely different meaning. It refers to a specific point in time within that cycle I spoke of in my lecture. In this cycle, human beings will reach a certain stage where they no longer have any external impulses, where they will have completely overcome the sensory realm, and where they will have spiritualized the mineral-physical realm. What they have achieved in the spiritual life will manifest itself just as their inner mood manifests in the spirit. Therefore, their inner mood will be expressed in their outer form. Human beings will bear the outer form they have shaped through their karma. The Last Judgment means nothing other than that what each person has imprinted in their soul will be imprinted upon them. Today, human beings can conceal what lives in their souls, but that will no longer be the case.
Frage: Wie verträgt sich der Patriotismus mit der allgemeinen Brüderschaft?
Question: How does patriotism fit in with universal brotherhood?
[ 31 ] Der Patriotismus ist auf einer gewissen Stufe der Entwikkelung berechtigt. Was wir aber als das Ideal der Menschenverbrüderung hinstellen, ist erwas Überspannendes. Beide sind miteinander vereinbar. Die Verstandestätigkeit kann ja auch individuelle Momente haben, und dadurch, daß wir über die Individualität nachdenken, kommt da ein gewisses Moment hinein. Nicht jeder Mensch hat seine eigene Logik, denn die Logik ist etwas Allgemeines, nichts Individuelles, Diese Verstandestätigkeiten bekommen aber eine individuelle Färbung. Der Verstand aber ist nicht das Individuelle.
[ 31 ] Patriotism is justified at a certain stage of development. But what we hold up as the ideal of human brotherhood is something that transcends it. The two are compatible with one another. Intellectual activity can indeed have individual aspects, and by reflecting on individuality, a certain element is introduced. Not every person has their own logic, for logic is something universal, not individual; yet these intellectual activities take on an individual character. The intellect, however, is not the individual.
Frage: Weshalb kann sich ein Irrsinniger nicht beherrschen?
Question: Why can't a madman control himself?
[ 32 ] Der Irrsinnige ist zunächst physisch krank. Das Gegenteil von Irrsinnigsein heißt Klugsein, das heißt, sein Leben im Inneren mit der Umgebung in Einklang bringen zu können. Wer diese Harmonie nicht fertig bringt, der erscheint irrsinnig. Wenn Sie sich auf dem Mars so benehmen wollten wie auf der Erde, so würden Sie ein Mars-Irrsinniger sein.
[ 32 ] The madman is, first and foremost, physically ill. The opposite of madness is sanity, which means being able to bring one’s inner life into harmony with one’s surroundings. Anyone who cannot achieve this harmony appears insane. If you wanted to behave on Mars the same way you do on Earth, you would be a Martian madman.
Frage: Was ist von den amerikanischen Büchern über Hypnotismus, Magnetismus zu halten?
Question: What should one make of the American books on hypnotism and magnetism?
[ 33 ] Was eine wirkliche Bedeutung hat, ist nicht in diesen Büchern zu finden. Im übrigen sind diese Dinge oft nachteilig hinsichtlich der Gesundheit und auch sonst. Vom Standpunkte der theosophischen Weltanschauung kann ich von solchen Dingen nur in der schärfsten Weise abraten.
[ 33 ] What is truly meaningful cannot be found in these books. Moreover, these things are often harmful to one’s health and in other respects as well. From the standpoint of the theosophical worldview, I can only strongly advise against such things.
Frage: Hat Christus wirklich hundert Jahre vor dem Jahre eins gelebt?
Question: Did Christ really live a hundred years before the year one?
[ 34 ] Ich stehe hier auf dem Standpunkte der Orthodoxie. Andere haben da meiner Meinung nach einen Fehler gemacht.
[ 34 ] I take the orthodox position on this matter. In my opinion, others have erred in this regard.
