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On the Astral World and Devachan
GA 88

28 October 1903, Berlin

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Über die astrale Welt und das Devachan, 1st ed.
  1. On the Astral World and Devachan, tr. SOL

1. Das Mysterium von Geburt und Tod

1. Das Mysterium von Geburt und Tod

[ 1 ] Wenn eine Schnecke durch einen Saal kriechen würde, in dem Beethovens Neunte Symphonie gespielt wird, so vernähme die Schnecke wohl nichts von alle dem, wovon die Menschen, die in demselben Saale sich befinden, in die schönsten Empfindungen versetzt werden. Die Töne der Symphonie drücken sich in den Luftwellen des Saales aus, diese Luftwellen verbreiten sich nach allen Seiten; sie sind der äußere Ausdruck des herrlichen Tonzusammenzuhanges. Dieser Tonzusammenhang geht durch den Organismus der Schnecke ebenso wie durch den Organismus des Menschen. In den Menschen ruft er Empfindungen der höchsten Art hervor, die Schnecke bleibt davon unberührt. Sie ist in demselben Medium, in demselben schwingenden Tongewoge darin wie der Mensch, sie weiß aber nichts von dem, was um sie her vorgeht. Eine Welt ist um sie herum, und sie ist in dieser Welt, sie hat aber keine Ahnung von dieser Welt. Und dennoch, diese Welt des Tongewoges ist nicht an einem anderen Ort, an dem sich die Schnecke nicht befindet, sondern an demselben Ort, an dem auch alles dasjenige ist, was die Schnecke braucht. Der Raum, in dem die Schnekke sich befindet, ist also ausgefüllt von den Tatsachen, die die Schnecke wahrnehmen kann, er ist aber auch ausgefüllt von einer Summe von Tatsachen, die die Schnecke nicht wahrnehmen kann.

[ 1 ] Wenn eine Schnecke durch einen Saal kriechen würde, in dem Beethovens Neunte Symphonie gespielt wird, so vernähme die Schnecke wohl nichts von alle dem, wovon die Menschen, die in demselben Saale sich befinden, in die schönsten Empfindungen versetzt werden. Die Töne der Symphonie drücken sich in den Luftwellen des Saales aus, diese Luftwellen verbreiten sich nach allen Seiten; sie sind der äußere Ausdruck des herrlichen Tonzusammenzuhanges. Dieser Tonzusammenhang geht durch den Organismus der Schnecke ebenso wie durch den Organismus des Menschen. In den Menschen ruft er Empfindungen der höchsten Art hervor, die Schnecke bleibt davon unberührt. Sie ist in demselben Medium, in demselben schwingenden Tongewoge darin wie der Mensch, sie weiß aber nichts von dem, was um sie her vorgeht. Eine Welt ist um sie herum, und sie ist in dieser Welt, sie hat aber keine Ahnung von dieser Welt. Und dennoch, diese Welt des Tongewoges ist nicht an einem anderen Ort, an dem sich die Schnecke nicht befindet, sondern an demselben Ort, an dem auch alles dasjenige ist, was die Schnecke braucht. Der Raum, in dem die Schnekke sich befindet, ist also ausgefüllt von den Tatsachen, die die Schnecke wahrnehmen kann, er ist aber auch ausgefüllt von einer Summe von Tatsachen, die die Schnecke nicht wahrnehmen kann.

[ 2 ] Wir haben damit festgestellt, daß um ein Wesen herum Erscheinungen leben können, ohne daß das Wesen eine Ahnung davon hat, und wir können die Frage aufwerfen, ob wir Menschen nicht vielleicht auch in einer Welt leben, die angefüllt ist von Tatsachen und Erscheinungen, von denen wir zunächst nichts wahrnehmen, von solchen Tatsachen und Erscheinungen, die sich zu unserer Welt so verhalten wie das Tongewoge der Neunten Symphonie zu dem, was eine Schnecke wahrzunehmen vermag. Die Frage muß uns also berühren, ob dasjenige, was wir in einem Raume, in dem wir sind, empfinden und wahrnehmen, alles ist, was in unserer Umgebung vorkommt. Es könnten ja Tatsachen in unserer Umgebung sein, die für uns einfach deshalb nicht da sind, weil wir die Organe für die Wahrnehmung dieser Tatsachen nicht ausgebildet haben. Es könnten ja Wesen in unserer Welt sich befinden oder wir Menschen selbst könnten durch Entwicklung uns zu Wesen ausbilden, die imstande sind, noch weitaus anderes wahrzunehmen als das, was in unserer Welt um uns ist. Es könnte vergleichsweise ein ähnliches Verhältnis bestehen zwischen mehr oder minder entwikkelten Menschen, wie zwischen der Schnecke und den Menschen.

[ 2 ] Wir haben damit festgestellt, daß um ein Wesen herum Erscheinungen leben können, ohne daß das Wesen eine Ahnung davon hat, und wir können die Frage aufwerfen, ob wir Menschen nicht vielleicht auch in einer Welt leben, die angefüllt ist von Tatsachen und Erscheinungen, von denen wir zunächst nichts wahrnehmen, von solchen Tatsachen und Erscheinungen, die sich zu unserer Welt so verhalten wie das Tongewoge der Neunten Symphonie zu dem, was eine Schnecke wahrzunehmen vermag. Die Frage muß uns also berühren, ob dasjenige, was wir in einem Raume, in dem wir sind, empfinden und wahrnehmen, alles ist, was in unserer Umgebung vorkommt. Es könnten ja Tatsachen in unserer Umgebung sein, die für uns einfach deshalb nicht da sind, weil wir die Organe für die Wahrnehmung dieser Tatsachen nicht ausgebildet haben. Es könnten ja Wesen in unserer Welt sich befinden oder wir Menschen selbst könnten durch Entwicklung uns zu Wesen ausbilden, die imstande sind, noch weitaus anderes wahrzunehmen als das, was in unserer Welt um uns ist. Es könnte vergleichsweise ein ähnliches Verhältnis bestehen zwischen mehr oder minder entwikkelten Menschen, wie zwischen der Schnecke und den Menschen.

[ 3 ] Das ist die Frage, welche in uns Vermutung über Vermutung erwecken muß über die uns umgebenden unbekannten Welten, und das ist auch die Frage, welche durch die theosophische Bewegung beantwortet werden soll. Es ist im wesentlichen die Aufgabe der theosophischen Bewegung, uns bekanntzumachen mit Welten, die uns täglich und stündlich umgeben, mit Welten, innerhalb derer wir leben, von denen wir aber unter gewöhnlichen Verhältnissen nichts wissen. Nicht mit Welten, die jenseits der unsrigen liegen, will uns die Theosophie bekanntmachen, nicht mit Welten, die an uns unzugänglichen Orten zu finden sind, sondern mit denjenigen Welten, die in unsere Welt fortwährend hereinragen, die uns immer umgeben, die uns aber unbekannt bleiben, weil unsere Organe dafür nicht aufgeschlossen sind. Zunächst können wir von diesen Welten nur sprechen. Wir können auf sie nur hindeuten und dazu auffordern, teilzunehmen an denjenigen Arbeiten, durch welche sich dem Menschen die Sinne erschließen zu diesen höheren Welten, so daß er diese höheren Welten wahrzunehmen vermag, so wie er heute nur die gewöhnliche Welt wahrzunehmen imstande ist. Von solchen Welten möchte ich Ihnen in den nächsten Vorträgen sprechen.

[ 3 ] Das ist die Frage, welche in uns Vermutung über Vermutung erwecken muß über die uns umgebenden unbekannten Welten, und das ist auch die Frage, welche durch die theosophische Bewegung beantwortet werden soll. Es ist im wesentlichen die Aufgabe der theosophischen Bewegung, uns bekanntzumachen mit Welten, die uns täglich und stündlich umgeben, mit Welten, innerhalb derer wir leben, von denen wir aber unter gewöhnlichen Verhältnissen nichts wissen. Nicht mit Welten, die jenseits der unsrigen liegen, will uns die Theosophie bekanntmachen, nicht mit Welten, die an uns unzugänglichen Orten zu finden sind, sondern mit denjenigen Welten, die in unsere Welt fortwährend hereinragen, die uns immer umgeben, die uns aber unbekannt bleiben, weil unsere Organe dafür nicht aufgeschlossen sind. Zunächst können wir von diesen Welten nur sprechen. Wir können auf sie nur hindeuten und dazu auffordern, teilzunehmen an denjenigen Arbeiten, durch welche sich dem Menschen die Sinne erschließen zu diesen höheren Welten, so daß er diese höheren Welten wahrzunehmen vermag, so wie er heute nur die gewöhnliche Welt wahrzunehmen imstande ist. Von solchen Welten möchte ich Ihnen in den nächsten Vorträgen sprechen.

[ 4 ] Zunächst möchte ich von der Welt sprechen, welche wir in der Theosophie die astrale Welt nennen. Sie wird sich uns zeigen als eine Welt, die nicht fern von uns ist, die überall ist, wo wir uns befinden. In dem Raume, in dem wir uns gegenwärtig befinden, ist sie geradeso wirklich wie die Welt, die Sie sehen. Die astrale Welt ist eine höhere Welt, welche mit ihren Erscheinungen die Welt, in der Sie sich befinden, genauso durchwogt und durchwellt, wie das Symphonie-Tongewoge die Welt der Schnecke durchwogt, von ihr aber nicht wahrgenommen wird. Also wir sprechen nicht von etwas, was außerhalb unserer Welt zu finden ist, sondern wir sprechen von etwas, was unsere Welt in jedem Punkte ihres Daseins durchsetzt. Die theosophische Anschauung lehrt uns verschiedene solcher Welten erkennen; sie lehrt uns zunächst diejenige Welt erkennen, welche uns aus dem alltäglichen Leben bekannt ist: die physische Welt — diejenige Welt also, welche jeder Mensch mit seinen Sinnesorganen zu empfinden imstande ist, die Welt, die wir sehen, hören, riechen, schmecken, greifen, die Welt, in der wir die Naturgegenstände, die Mineralien, die Pflanzen und die Tiere finden. Diese Welt wird durchsetzt, durchgeistigt, wenn ich mich so ausdrücken darf, von einer höheren Welt, von der sogenannten Astralwelt, die wir nun kennenlernen wollen. Genauso, wie sich eine Flüssigkeit mit einer anderen, feineren Flüssigkeit mischt, so daß die eine Flüssigkeit die andere in allen Teilen durchsetzt, so durchsetzt die astrale Welt unsere Welt des Physischen; und diese astrale Welt ist wiederum durchsetzt von einer noch höheren Welt, welche wir die mentale Welt nennen, das ist die eigentliche geistige Welt. So sind drei Welten ineinandergefügt, die eine immer die andere durchsetzend, von denen der Mensch mit seinen gegenwärtigen Organen aber nur die physische Welt wahrnimmt. Allmählich den Sinn aufzuschließen für die unsichtbaren und unter gewöhnlichen Umständen unhörbaren Welten, das ist die Aufgabe der Theosophie.

[ 4 ] Zunächst möchte ich von der Welt sprechen, welche wir in der Theosophie die astrale Welt nennen. Sie wird sich uns zeigen als eine Welt, die nicht fern von uns ist, die überall ist, wo wir uns befinden. In dem Raume, in dem wir uns gegenwärtig befinden, ist sie geradeso wirklich wie die Welt, die Sie sehen. Die astrale Welt ist eine höhere Welt, welche mit ihren Erscheinungen die Welt, in der Sie sich befinden, genauso durchwogt und durchwellt, wie das Symphonie-Tongewoge die Welt der Schnecke durchwogt, von ihr aber nicht wahrgenommen wird. Also wir sprechen nicht von etwas, was außerhalb unserer Welt zu finden ist, sondern wir sprechen von etwas, was unsere Welt in jedem Punkte ihres Daseins durchsetzt. Die theosophische Anschauung lehrt uns verschiedene solcher Welten erkennen; sie lehrt uns zunächst diejenige Welt erkennen, welche uns aus dem alltäglichen Leben bekannt ist: die physische Welt — diejenige Welt also, welche jeder Mensch mit seinen Sinnesorganen zu empfinden imstande ist, die Welt, die wir sehen, hören, riechen, schmecken, greifen, die Welt, in der wir die Naturgegenstände, die Mineralien, die Pflanzen und die Tiere finden. Diese Welt wird durchsetzt, durchgeistigt, wenn ich mich so ausdrücken darf, von einer höheren Welt, von der sogenannten Astralwelt, die wir nun kennenlernen wollen. Genauso, wie sich eine Flüssigkeit mit einer anderen, feineren Flüssigkeit mischt, so daß die eine Flüssigkeit die andere in allen Teilen durchsetzt, so durchsetzt die astrale Welt unsere Welt des Physischen; und diese astrale Welt ist wiederum durchsetzt von einer noch höheren Welt, welche wir die mentale Welt nennen, das ist die eigentliche geistige Welt. So sind drei Welten ineinandergefügt, die eine immer die andere durchsetzend, von denen der Mensch mit seinen gegenwärtigen Organen aber nur die physische Welt wahrnimmt. Allmählich den Sinn aufzuschließen für die unsichtbaren und unter gewöhnlichen Umständen unhörbaren Welten, das ist die Aufgabe der Theosophie.

[ 5 ] Was ist die astrale Welt? Wenn wir von der astralen Welt sprechen, so kommen wir am schnellsten dadurch zum Verständnis, wenn wir innerhalb all der Weltanschauungen, die außer dem Physischen noch ein Geistiges erkannt haben, diejenigen aufsuchen, in welchen von der Astralwelt und ihrer Beziehung zum Menschen gesprochen wurde. Auch die christliche Weltanschauung kennt diese Astralwelt. In den ersten Jahrhunderten des Christentums hat man bei dem Menschen nicht bloß zwei Naturen unterschieden, wie später und oberflächerlicher: Körper und Seele, sondern man unterschied drei: Körper, Seele und Geist. Seele und Geist hat man in allen tieferen Weltanschauungen seit Urzeiten immer als die Bestandteile des Menschen angesehen. Gehen Sie zurück zu jenen Völkerschaften, welche in unseren Gegenden lange vor den Germanen gelebt haben. Sehen Sie sich die Tempel jener uralten keltischen Völker an, so werden Sie finden, daß sie in der Mitte einen Altar hatten, der umgeben war von drei Säulenkreisen. Diese drei Säulenkreise bedeuteten nichts anderes als die dreifache Natur des Menschen: Körper, Seele, Geist. Die körperliche Natur ist bekannt. Unter der seelischen Natur verstand man in allen tieferen Religionen und Weltanschauungen das, was wir in der theosophischen Weltanschauung das Astrale nennen. Unter dem Ausdruck «Geist» verstand man das eigentlich Ewige der Natur des Menschen. Körper, Seele und Geist machen die dreifache Natur des Menschen aus. Den Körper hat die moderne Naturwissenschaft ziemlich genau studiert. Durch ihn stehen wir mit allem, was um uns herum ist, in Verbindung. Wir sind nicht einzelne, abgeschlossene Wesen. Wir könnten nicht körperlich leben, wenn unsere Umgebung eine andere wäre. Denken Sie sich die Temperatur der physischen Welt um zehn bis zwanzig Grad höher, als die Temperatur unseres Luftkreises ist, so könnte der Mensch darin nicht leben. Nicht allein davon hängt unser Leben ab, was innerhalb unserer Hautbegrenzung vorgeht, sondern auch von dem Leben der Erscheinungen in der Natur um uns herum. In gewisser Beziehung sind wir nur ein Ergebnis dessen, was rings um uns herum vorgeht. Wären keine Pflanzen in der Welt, wir könnten uns nicht ernähren. Nur dadurch, daß wir den physischen Stoffwechsel unterhalten können, sind wir imstande, körperlich zu leben. Ganz abhängig ist der Mensch von seiner physischen Umgebung, das heißt, er ist ein physisches Wesen innerhalb der ganzen physischen Natur, er gehört zu dieser physischen Natur. Die Materialisten des 19. Jahrhunderts haben das mit Recht so gesehen. Unser Körper ist die Wirkung der physischen Umgebung. Wir leben in der physischen Welt mit der physischen Welt.

[ 5 ] Was ist die astrale Welt? Wenn wir von der astralen Welt sprechen, so kommen wir am schnellsten dadurch zum Verständnis, wenn wir innerhalb all der Weltanschauungen, die außer dem Physischen noch ein Geistiges erkannt haben, diejenigen aufsuchen, in welchen von der Astralwelt und ihrer Beziehung zum Menschen gesprochen wurde. Auch die christliche Weltanschauung kennt diese Astralwelt. In den ersten Jahrhunderten des Christentums hat man bei dem Menschen nicht bloß zwei Naturen unterschieden, wie später und oberflächerlicher: Körper und Seele, sondern man unterschied drei: Körper, Seele und Geist. Seele und Geist hat man in allen tieferen Weltanschauungen seit Urzeiten immer als die Bestandteile des Menschen angesehen. Gehen Sie zurück zu jenen Völkerschaften, welche in unseren Gegenden lange vor den Germanen gelebt haben. Sehen Sie sich die Tempel jener uralten keltischen Völker an, so werden Sie finden, daß sie in der Mitte einen Altar hatten, der umgeben war von drei Säulenkreisen. Diese drei Säulenkreise bedeuteten nichts anderes als die dreifache Natur des Menschen: Körper, Seele, Geist. Die körperliche Natur ist bekannt. Unter der seelischen Natur verstand man in allen tieferen Religionen und Weltanschauungen das, was wir in der theosophischen Weltanschauung das Astrale nennen. Unter dem Ausdruck «Geist» verstand man das eigentlich Ewige der Natur des Menschen. Körper, Seele und Geist machen die dreifache Natur des Menschen aus. Den Körper hat die moderne Naturwissenschaft ziemlich genau studiert. Durch ihn stehen wir mit allem, was um uns herum ist, in Verbindung. Wir sind nicht einzelne, abgeschlossene Wesen. Wir könnten nicht körperlich leben, wenn unsere Umgebung eine andere wäre. Denken Sie sich die Temperatur der physischen Welt um zehn bis zwanzig Grad höher, als die Temperatur unseres Luftkreises ist, so könnte der Mensch darin nicht leben. Nicht allein davon hängt unser Leben ab, was innerhalb unserer Hautbegrenzung vorgeht, sondern auch von dem Leben der Erscheinungen in der Natur um uns herum. In gewisser Beziehung sind wir nur ein Ergebnis dessen, was rings um uns herum vorgeht. Wären keine Pflanzen in der Welt, wir könnten uns nicht ernähren. Nur dadurch, daß wir den physischen Stoffwechsel unterhalten können, sind wir imstande, körperlich zu leben. Ganz abhängig ist der Mensch von seiner physischen Umgebung, das heißt, er ist ein physisches Wesen innerhalb der ganzen physischen Natur, er gehört zu dieser physischen Natur. Die Materialisten des 19. Jahrhunderts haben das mit Recht so gesehen. Unser Körper ist die Wirkung der physischen Umgebung. Wir leben in der physischen Welt mit der physischen Welt.

[ 6 ] Nun wissen Sie, daß für diesen Körper ein ganz bestimmter Augenblick eintritt, in dem er denjenigen Gesetzen nicht mehr gehorcht, denen er unter den gewöhnlichen Lebensverhältnissen gehorcht hat, das ist der Moment des Todes. Im Augenblick des Todes gehorcht der Körper, der uns angehört, nicht mehr den-selben Gesetzen, denen er das ganze Leben hindurch gehorcht hat; und dennoch sind es Naturgesetze, denen er gehorcht. Wenn wir gestorben sind, kehrt unser körperlicher Organismus zu den Naturstoffen zurück, die während unseres Lebens in diesem Körper wirkten. Chemische und physikalische Kräfte wirken während unseres Lebens in unserem physischen Körper. Unsere Verdauung ist ein physischer Prozeß, unsere Atmung ist ein physischer Prozeß. Auch was beim Sehen in unserem Auge vorgeht, ist ein physischer Prozeß; es ist etwas ganz Ähnliches wie der Prozeß auf der photographischen Platte, wenn Sie sich photographieren lassen. Wir sind körperlich ein Zusammenfluß von physikalischen und chemischen Kräften, aber wir hören auf, ein Zusammenfluß von chemischen und physikalischen Kräften zu sein, wenn wir dem Tode anheimfallen. Dieser Körper hält dann nicht mehr zusammen; er fließt über in den Strom der allgemeinen physischen Erscheinungen. Der menschliche Körper als solcher ist aber unmöglich nur eine chemische und physikalische Zusammensetzung, denn in demselben Augenblick, in dem die chemischen und physikalischen Kräfte sich selbst überlassen sind, gehen sie ganz andere Bahnen, sie fügen sich in den Strom der allgemeinen chemischen und physikalischen Prozesse ein. Sie erzeugen nicht mehr die Seh-, Hör- und Denkprozesse, sondern sie gehen ganz andere Prozesse ein. Es muß also etwas dagewesen sein, was sie dazu aufgerufen hat, während unseres Lebens einen Organismus aufzustellen. Dieser Organismus ist eine Stunde vor dem Tode von keinen anderen Stoffen zusammengesetzt als eine Stunde nach dem Tode. Die physische Zusammensetzung ist genau dieselbe; es ist aber das Lebenselement nicht mehr da. Es ist das nicht mehr da, was diese physischen Stoffe aufruft zu einem mächtigen Wirken, wie sie niemals wirken würden, wenn sie sich selbst überlassen blieben.

[ 6 ] Nun wissen Sie, daß für diesen Körper ein ganz bestimmter Augenblick eintritt, in dem er denjenigen Gesetzen nicht mehr gehorcht, denen er unter den gewöhnlichen Lebensverhältnissen gehorcht hat, das ist der Moment des Todes. Im Augenblick des Todes gehorcht der Körper, der uns angehört, nicht mehr den-selben Gesetzen, denen er das ganze Leben hindurch gehorcht hat; und dennoch sind es Naturgesetze, denen er gehorcht. Wenn wir gestorben sind, kehrt unser körperlicher Organismus zu den Naturstoffen zurück, die während unseres Lebens in diesem Körper wirkten. Chemische und physikalische Kräfte wirken während unseres Lebens in unserem physischen Körper. Unsere Verdauung ist ein physischer Prozeß, unsere Atmung ist ein physischer Prozeß. Auch was beim Sehen in unserem Auge vorgeht, ist ein physischer Prozeß; es ist etwas ganz Ähnliches wie der Prozeß auf der photographischen Platte, wenn Sie sich photographieren lassen. Wir sind körperlich ein Zusammenfluß von physikalischen und chemischen Kräften, aber wir hören auf, ein Zusammenfluß von chemischen und physikalischen Kräften zu sein, wenn wir dem Tode anheimfallen. Dieser Körper hält dann nicht mehr zusammen; er fließt über in den Strom der allgemeinen physischen Erscheinungen. Der menschliche Körper als solcher ist aber unmöglich nur eine chemische und physikalische Zusammensetzung, denn in demselben Augenblick, in dem die chemischen und physikalischen Kräfte sich selbst überlassen sind, gehen sie ganz andere Bahnen, sie fügen sich in den Strom der allgemeinen chemischen und physikalischen Prozesse ein. Sie erzeugen nicht mehr die Seh-, Hör- und Denkprozesse, sondern sie gehen ganz andere Prozesse ein. Es muß also etwas dagewesen sein, was sie dazu aufgerufen hat, während unseres Lebens einen Organismus aufzustellen. Dieser Organismus ist eine Stunde vor dem Tode von keinen anderen Stoffen zusammengesetzt als eine Stunde nach dem Tode. Die physische Zusammensetzung ist genau dieselbe; es ist aber das Lebenselement nicht mehr da. Es ist das nicht mehr da, was diese physischen Stoffe aufruft zu einem mächtigen Wirken, wie sie niemals wirken würden, wenn sie sich selbst überlassen blieben.

[ 7 ] Das führt uns dahin einzusehen, daß dieser physikalisch und chemisch aufgebaute Körper, weil er in nur physikalischer und chemischer Beziehung eine Unmöglichkeit ist, durchlebt und durchströmt sein muß von einem höheren Prinzip, welches das niedere durchorganisiert, durchseelt und durchlebt. Das nächste Prinzip, das unseren Körper durchseelt und durchlebt, ist das, was bewirkt, daß seine Teile nicht schon bei Lebzeiten auseinanderfallen; und das, was das bewirkt, nennen wir das astrale Element im Menschen.

[ 7 ] Das führt uns dahin einzusehen, daß dieser physikalisch und chemisch aufgebaute Körper, weil er in nur physikalischer und chemischer Beziehung eine Unmöglichkeit ist, durchlebt und durchströmt sein muß von einem höheren Prinzip, welches das niedere durchorganisiert, durchseelt und durchlebt. Das nächste Prinzip, das unseren Körper durchseelt und durchlebt, ist das, was bewirkt, daß seine Teile nicht schon bei Lebzeiten auseinanderfallen; und das, was das bewirkt, nennen wir das astrale Element im Menschen.

[ 8 ] Wir können ganz genau sagen, was das astrale Element im Menschen ist. Es ist das, was alle Menschen, die ein solches Element in sich haben, dazu veranlaßt, in sich etwas geschehen zu lassen, was wir im weitesten Sinne mit Lust und Unlust bezeichnen. Lust und Unlust ist etwas, was in unserem Körper und in den Körpern, welche in astraler Beziehung uns ähnlich sind, auftritt und was nicht bewirkt werden kann durch die chemischen und physikalischen Stoffe. Nehmen Sie einen Kristall oder irgendeine andere aus chemischen Stoffen zusammengesetzte physische Substanz. Alles kann mit ihm vorgehen, was sonst im Physischen vorgeht, nicht aber Lust und Unlust. Das ist nur im Menschen selbst zu finden und in denjenigen Wesen, die so wie der Mensch organisiert sind. Diese Wesen sind durchsetzt von einem Elemente, welches Lust und Unlust empfinden kann. Wenn Sie einen Stein stoßen, so wird er weiterfliegen oder irgendwo auffallen und einen Eindruck machen. Wenn Sie ein solches Naturobjekt in dieser oder in einer anderen Weise beeindrucken, so können Sie das von außen sehen; sie können es sogar einem Vorgang unterwerfen, der es zerstört, aber es wird nie Lust oder Unlust empfinden. Lust und Unlust reichen so weit, wie die astrale Welt reicht. Und genauso, wie ich durch die in mir sich vollziehenden Prozesse chemischer und physikalischer Art der äußeren Welt angehöre, so habe ich wirklich und real alle die verschiedenen Nuancen von Lust und Unlust in mir, und durch diese verschiedenen Nuancen und Erscheinungen von Lust und Unlust gehöre ich einer Welt an, die unsere körperliche Welt durchsetzt und durchseelt und die ebenso außer mir ist wie in mir. Im Raume ist nicht nur Luft, die das körperliche physische Leben unterhält, sondern der Raum ist auch durchsetzt von einer astralen Welt, an der wir Menschen ebenso teilnehmen, wie wir an der äußeren physischen Welt teilnehmen. Und so, wie wir nicht leben könnten als physische Wesen, ohne daß wir die physische Kraft durch unseren Organismus fließen lassen, ebensowenig könnten wir als Lust- und Unlustwesen, als astrale Wesen leben, ohne daß wir an dem teilnehmen, was in der astralen Welt vorgeht, was in ihr lebt und webt und was uns fortwährend durchzieht und durchgeistigt. So, wie wir in der physischen Welt durch unsere Haut abgegrenzt und dadurch individualisiert sind, so sind wir auch in der allgemeinen astralen Welt abgeschlossen. Wir sind innerhalb derselben als einzelne astrale Wesenheiten individualisiert und nehmen teil an dieser astralen Welt um uns herum.

[ 8 ] Wir können ganz genau sagen, was das astrale Element im Menschen ist. Es ist das, was alle Menschen, die ein solches Element in sich haben, dazu veranlaßt, in sich etwas geschehen zu lassen, was wir im weitesten Sinne mit Lust und Unlust bezeichnen. Lust und Unlust ist etwas, was in unserem Körper und in den Körpern, welche in astraler Beziehung uns ähnlich sind, auftritt und was nicht bewirkt werden kann durch die chemischen und physikalischen Stoffe. Nehmen Sie einen Kristall oder irgendeine andere aus chemischen Stoffen zusammengesetzte physische Substanz. Alles kann mit ihm vorgehen, was sonst im Physischen vorgeht, nicht aber Lust und Unlust. Das ist nur im Menschen selbst zu finden und in denjenigen Wesen, die so wie der Mensch organisiert sind. Diese Wesen sind durchsetzt von einem Elemente, welches Lust und Unlust empfinden kann. Wenn Sie einen Stein stoßen, so wird er weiterfliegen oder irgendwo auffallen und einen Eindruck machen. Wenn Sie ein solches Naturobjekt in dieser oder in einer anderen Weise beeindrucken, so können Sie das von außen sehen; sie können es sogar einem Vorgang unterwerfen, der es zerstört, aber es wird nie Lust oder Unlust empfinden. Lust und Unlust reichen so weit, wie die astrale Welt reicht. Und genauso, wie ich durch die in mir sich vollziehenden Prozesse chemischer und physikalischer Art der äußeren Welt angehöre, so habe ich wirklich und real alle die verschiedenen Nuancen von Lust und Unlust in mir, und durch diese verschiedenen Nuancen und Erscheinungen von Lust und Unlust gehöre ich einer Welt an, die unsere körperliche Welt durchsetzt und durchseelt und die ebenso außer mir ist wie in mir. Im Raume ist nicht nur Luft, die das körperliche physische Leben unterhält, sondern der Raum ist auch durchsetzt von einer astralen Welt, an der wir Menschen ebenso teilnehmen, wie wir an der äußeren physischen Welt teilnehmen. Und so, wie wir nicht leben könnten als physische Wesen, ohne daß wir die physische Kraft durch unseren Organismus fließen lassen, ebensowenig könnten wir als Lust- und Unlustwesen, als astrale Wesen leben, ohne daß wir an dem teilnehmen, was in der astralen Welt vorgeht, was in ihr lebt und webt und was uns fortwährend durchzieht und durchgeistigt. So, wie wir in der physischen Welt durch unsere Haut abgegrenzt und dadurch individualisiert sind, so sind wir auch in der allgemeinen astralen Welt abgeschlossen. Wir sind innerhalb derselben als einzelne astrale Wesenheiten individualisiert und nehmen teil an dieser astralen Welt um uns herum.

[ 9 ] Wir haben nun auf eine Welt hingedeutet, welche unsere physische Welt durchsetzt und durchzieht und durchwogt, wie die Tonwelt der Neunten Symphonie die Welt durchwogt, in welcher auch die Schnecke lebt. Im gewöhnlichen Leben nimmt der Mensch die Welt durch seine Sinne wahr, aber er ist nicht imstande, jene Welt wahrzunehmen, die ihn selbst durchgeistigt und durchwebt und seinen eigenen Astralorganismus ausmacht. Der Umstand, daß wir eine Welt nicht wahrnehmen, ist nun aber kein Grund zu sagen, daß diese Welt nicht da ist. Warum nehmen Sie jeden anderen hier sitzenden Menschen als physisches Wesen wahr? Weil Ihre Augen darauf eingerichtet sind, die physischen Lichtstrahlen durch Ihre Augen wahrzunehmen. Ihre Augen können die physischen Körper der anderen Menschen um Sie herum wahrnehmen. Diese physischen Körper sind für Sie wirklich. Sie wären für Sie nicht da, wenn Ihre Augen nicht da wären, sie zu sehen. Ebenso ist in jedem dieser anderen Menschen Lust und Unlust in unzähligen Nuancen vorhanden. Eine ebenso reiche Welt wie die, welche Sie mit Augen sehen, ist in jedem von Ihnen; es ist eine reiche Welt von Lust und Unlust. Und ebenso wirklich wie Ihr physischer Körper, ist ein zweiter Körper, der den physischen Körper durchsetzt, von dem dieser physische Körper ganz durchdrungen ist. Sie dürfen nicht

[ 9 ] Wir haben nun auf eine Welt hingedeutet, welche unsere physische Welt durchsetzt und durchzieht und durchwogt, wie die Tonwelt der Neunten Symphonie die Welt durchwogt, in welcher auch die Schnecke lebt. Im gewöhnlichen Leben nimmt der Mensch die Welt durch seine Sinne wahr, aber er ist nicht imstande, jene Welt wahrzunehmen, die ihn selbst durchgeistigt und durchwebt und seinen eigenen Astralorganismus ausmacht. Der Umstand, daß wir eine Welt nicht wahrnehmen, ist nun aber kein Grund zu sagen, daß diese Welt nicht da ist. Warum nehmen Sie jeden anderen hier sitzenden Menschen als physisches Wesen wahr? Weil Ihre Augen darauf eingerichtet sind, die physischen Lichtstrahlen durch Ihre Augen wahrzunehmen. Ihre Augen können die physischen Körper der anderen Menschen um Sie herum wahrnehmen. Diese physischen Körper sind für Sie wirklich. Sie wären für Sie nicht da, wenn Ihre Augen nicht da wären, sie zu sehen. Ebenso ist in jedem dieser anderen Menschen Lust und Unlust in unzähligen Nuancen vorhanden. Eine ebenso reiche Welt wie die, welche Sie mit Augen sehen, ist in jedem von Ihnen; es ist eine reiche Welt von Lust und Unlust. Und ebenso wirklich wie Ihr physischer Körper, ist ein zweiter Körper, der den physischen Körper durchsetzt, von dem dieser physische Körper ganz durchdrungen ist. Sie dürfen nicht

[ 10 ] sagen, daß nur das wirklich ist, was Sie sehen, was Sie physisch wahrnehmen können, denn jeder von Ihnen weiß, daß eine Welt von Lust und Unlust in ihm ebenso wirklich lebt, wie Muskelfleisch und Nervenfasern in ihm leben. Nur weil die geistigen Augen nicht aufgeschlossen sind, deshalb sehen Sie diese Wirklichkeiten nicht. Wären Ihre Augen dafür aufgeschlossen, dann würden Sie bei jedem anderen Menschen, ebenso wie Sie seine Hautfarbe und seine Kleider wahrnehmen, ihn auch wahrnehmen können durchströmt von Kräften und Substantialitäten, von Wesenheiten, die wirklich sind, die wir als Lust- und Unlustwesen bezeichnen können. Für denjenigen, dessen Sinn aufgeschlossen ist für diese Wirklichkeiten, ist diese Welt ebenso wirklich wie die körperliche Welt.

[ 10 ] sagen, daß nur das wirklich ist, was Sie sehen, was Sie physisch wahrnehmen können, denn jeder von Ihnen weiß, daß eine Welt von Lust und Unlust in ihm ebenso wirklich lebt, wie Muskelfleisch und Nervenfasern in ihm leben. Nur weil die geistigen Augen nicht aufgeschlossen sind, deshalb sehen Sie diese Wirklichkeiten nicht. Wären Ihre Augen dafür aufgeschlossen, dann würden Sie bei jedem anderen Menschen, ebenso wie Sie seine Hautfarbe und seine Kleider wahrnehmen, ihn auch wahrnehmen können durchströmt von Kräften und Substantialitäten, von Wesenheiten, die wirklich sind, die wir als Lust- und Unlustwesen bezeichnen können. Für denjenigen, dessen Sinn aufgeschlossen ist für diese Wirklichkeiten, ist diese Welt ebenso wirklich wie die körperliche Welt.

[ 11 ] In jedem Menschen ist so außer dem physischen Körper noch der astrale Körper, der so genannt wird, weil er für den Seher in einem hellen Lichte erglänzt, das ein Ausdruck ist für sein ganzes Lust- und Unlustleben, für alles, was als Gefühl in ihm lebt. So wie nicht nur Sie selbst wissen, daß Sie aus Fleisch und Blut bestehen, sondern die anderen Menschen dies auch wahrnehmen können, so sind die Lust- und Unlustgefühle nur solange für Sie allein da, als nicht ein anderer sie wahrnimmt. Etwas größer als Ihr physischer Körper ist Ihr astraler Organismus, etwas herausragend über denselben. Denken Sie sich einen Saal, in dem eine Versammlung abgehalten wird und in dem die verschiedenen Redner sprechen. Wenn ein Hellseher mit seinen Seheraugen den Saal durchschaut, nimmt er nicht nur die Worte wahr, die gesprochen werden, nicht nur die funkelnden Augen und die sprechenden Physiognomien, er sieht noch etwas anderes: er sieht, wie von dem Redner zu den anderen Menschen die Leidenschaften herüberspielen, er sieht, wie die Empfindungen und Gefühle in dem Redner aufleuchten, er sieht, ob ein Redner zum Beispiel aus Rache oder aus Enthusiasmus spricht. Bei dem Enthusiasten sieht er das Feuer des Astralkörpers ausströmen, und bei der großen Menge der Menschen sieht er eine Fülle von Strahlen; diese rufen wiederum in dem Redner Lust oder Unlust hervor. Da ist eine Wechselwirkung der Tempe ramente, die offen und klar vor dem Seher sich abspielt. Das ist eine ebenso wirkliche Welt, von der wir ein Teil sind, wie die äußere Welt, in der wir leben.

[ 11 ] In jedem Menschen ist so außer dem physischen Körper noch der astrale Körper, der so genannt wird, weil er für den Seher in einem hellen Lichte erglänzt, das ein Ausdruck ist für sein ganzes Lust- und Unlustleben, für alles, was als Gefühl in ihm lebt. So wie nicht nur Sie selbst wissen, daß Sie aus Fleisch und Blut bestehen, sondern die anderen Menschen dies auch wahrnehmen können, so sind die Lust- und Unlustgefühle nur solange für Sie allein da, als nicht ein anderer sie wahrnimmt. Etwas größer als Ihr physischer Körper ist Ihr astraler Organismus, etwas herausragend über denselben. Denken Sie sich einen Saal, in dem eine Versammlung abgehalten wird und in dem die verschiedenen Redner sprechen. Wenn ein Hellseher mit seinen Seheraugen den Saal durchschaut, nimmt er nicht nur die Worte wahr, die gesprochen werden, nicht nur die funkelnden Augen und die sprechenden Physiognomien, er sieht noch etwas anderes: er sieht, wie von dem Redner zu den anderen Menschen die Leidenschaften herüberspielen, er sieht, wie die Empfindungen und Gefühle in dem Redner aufleuchten, er sieht, ob ein Redner zum Beispiel aus Rache oder aus Enthusiasmus spricht. Bei dem Enthusiasten sieht er das Feuer des Astralkörpers ausströmen, und bei der großen Menge der Menschen sieht er eine Fülle von Strahlen; diese rufen wiederum in dem Redner Lust oder Unlust hervor. Da ist eine Wechselwirkung der Tempe ramente, die offen und klar vor dem Seher sich abspielt. Das ist eine ebenso wirkliche Welt, von der wir ein Teil sind, wie die äußere Welt, in der wir leben.

[ 12 ] Nicht umsonst, nicht zwecklos hat die theosophische Bewegung den Menschen hingewiesen auf diese unsichtbaren Welten, von denen die Menschen ein Teil sind, in die wir fortwährend unsere Wirkungen hineinsenden. Sie können kein Wort sprechen, keinen Gedanken fassen, ohne daß Gefühle in den Raum hinauswirken. Wie unsere Handlungen in den Raum hinauswirken, so wirken auch die Gefühle; sie durchsetzen den Raum und beeinflussen die Menschen und die ganze astrale Welt. Der Mensch ist unter gewöhnlichen Verhältnissen sich nicht bewußt, daß ein Strom von Wirkungen von ihm ausgeht, daß er eine Ursache ist, deren Wirkungen überall in der Welt wahrzunehmen sind. Er ist sich nicht bewußt, daß er dadurch auch Unheil anrichten kann, daß er Ströme von Lust und Unlust, von Leidenschaften und Trieben in die Welt hinaussendet, die auf andere Menschen auf die schädlichste Weise wirken können. Er ist sich nicht bewußt, was er mit seinem Gefühlsleben bewirkt.

[ 12 ] Nicht umsonst, nicht zwecklos hat die theosophische Bewegung den Menschen hingewiesen auf diese unsichtbaren Welten, von denen die Menschen ein Teil sind, in die wir fortwährend unsere Wirkungen hineinsenden. Sie können kein Wort sprechen, keinen Gedanken fassen, ohne daß Gefühle in den Raum hinauswirken. Wie unsere Handlungen in den Raum hinauswirken, so wirken auch die Gefühle; sie durchsetzen den Raum und beeinflussen die Menschen und die ganze astrale Welt. Der Mensch ist unter gewöhnlichen Verhältnissen sich nicht bewußt, daß ein Strom von Wirkungen von ihm ausgeht, daß er eine Ursache ist, deren Wirkungen überall in der Welt wahrzunehmen sind. Er ist sich nicht bewußt, daß er dadurch auch Unheil anrichten kann, daß er Ströme von Lust und Unlust, von Leidenschaften und Trieben in die Welt hinaussendet, die auf andere Menschen auf die schädlichste Weise wirken können. Er ist sich nicht bewußt, was er mit seinem Gefühlsleben bewirkt.

[ 13 ] Unser Wissen ist nicht zu einem zwecklosen Dasein bestimmt; es ist nicht dazu da, um bloß zu erkennen, nicht um seiner selbst willen ist es da. Es ist eine schöne Phrase der abendländischen Gelehrsamkeit geworden, das Wissen sei um seiner selbst willen da. Wer sich in die morgenländische Weisheit vertieft, der findet noch etwas anderes als das Wissen um seiner selbst willen. Er weiß, daß es sich beim Wissen darum handelt, sich im Sinne dieses Wissens in der Welt zu betätigen. Wir lernen die physische Welt kennen, um in der physischen Natur nicht wie in einem Chaos zu wirtschaften. Und wir lernen die höhere Natur kennen, um in dieser höheren Natur in bewußter Weise zu wirken. Wer diese höhere Natur er-kennt und beherrscht, lernt, in ihr bewußt zu wirken; er lernt, seine Gedanken zu beherrschen und sie nicht zufällig wirken zu lassen, sie auch nicht zufällig loszulassen, sondern sie im Zaume zu halten; er lernt, sein Innenleben zu beherrschen, sein Innenleben zu regeln, so daß es im idealsten Sinne auf die Umwelt veredelnd wirkt. Dadurch erlangen die höheren Welten, die — lassen Sie mich das betonen — ebenso wirklich sind wie unsere physische Welt, ja noch wirklicher, eine immense Bedeutung für die physische Welt. Wer weiß, daß das, was in der astralen Weh vorgeht, viel wichtiger ist für den Weltprozeß als das, was Sie in der physischen Welt zu sehen und zu tun vermögen, der wird diese Welt auch richtig in ihrer Bedeutung einschätzen.

[ 13 ] Unser Wissen ist nicht zu einem zwecklosen Dasein bestimmt; es ist nicht dazu da, um bloß zu erkennen, nicht um seiner selbst willen ist es da. Es ist eine schöne Phrase der abendländischen Gelehrsamkeit geworden, das Wissen sei um seiner selbst willen da. Wer sich in die morgenländische Weisheit vertieft, der findet noch etwas anderes als das Wissen um seiner selbst willen. Er weiß, daß es sich beim Wissen darum handelt, sich im Sinne dieses Wissens in der Welt zu betätigen. Wir lernen die physische Welt kennen, um in der physischen Natur nicht wie in einem Chaos zu wirtschaften. Und wir lernen die höhere Natur kennen, um in dieser höheren Natur in bewußter Weise zu wirken. Wer diese höhere Natur er-kennt und beherrscht, lernt, in ihr bewußt zu wirken; er lernt, seine Gedanken zu beherrschen und sie nicht zufällig wirken zu lassen, sie auch nicht zufällig loszulassen, sondern sie im Zaume zu halten; er lernt, sein Innenleben zu beherrschen, sein Innenleben zu regeln, so daß es im idealsten Sinne auf die Umwelt veredelnd wirkt. Dadurch erlangen die höheren Welten, die — lassen Sie mich das betonen — ebenso wirklich sind wie unsere physische Welt, ja noch wirklicher, eine immense Bedeutung für die physische Welt. Wer weiß, daß das, was in der astralen Weh vorgeht, viel wichtiger ist für den Weltprozeß als das, was Sie in der physischen Welt zu sehen und zu tun vermögen, der wird diese Welt auch richtig in ihrer Bedeutung einschätzen.

[ 14 ] Wenn Sie noch weiter hinaufsteigen, würden Sie Welten finden, die noch wichtiger sind als die astrale Welt. Davon spricht auch die christliche Religion. Was diese als «Seele» bezeichnet, ist die astrale Welt, was sie als «Geist» bezeichnet, ist das, was Sie in der Theosophie als «Mentalebene» kennen. Warum ist die höhere, die astrale Welt so unendlich viel wichtiger als die physische Welt? Weil die physische Welt nichts anderes ist als der Ausdruck dieser astralen Welt, als die Wirkung der astralen Welt. Ich möchte Ihnen als Erläuterung eine Erscheinung anführen, die Ihnen zeigen wird, wie unendlich viel bedeutsamer das ist, was in der astralen Welt vorgeht, als das, was in der physischen Welt sich abspielt. Was ich zu sagen habe, bezeichnet man in der Lehre der Mystik und in der Theosophie als das Mysterium von Geburt und Tod. Es ist das eines der größten Mysterien oder Weltengeheimnisse. Wir sprechen von sieben Weltengeheimnissen.

[ 14 ] Wenn Sie noch weiter hinaufsteigen, würden Sie Welten finden, die noch wichtiger sind als die astrale Welt. Davon spricht auch die christliche Religion. Was diese als «Seele» bezeichnet, ist die astrale Welt, was sie als «Geist» bezeichnet, ist das, was Sie in der Theosophie als «Mentalebene» kennen. Warum ist die höhere, die astrale Welt so unendlich viel wichtiger als die physische Welt? Weil die physische Welt nichts anderes ist als der Ausdruck dieser astralen Welt, als die Wirkung der astralen Welt. Ich möchte Ihnen als Erläuterung eine Erscheinung anführen, die Ihnen zeigen wird, wie unendlich viel bedeutsamer das ist, was in der astralen Welt vorgeht, als das, was in der physischen Welt sich abspielt. Was ich zu sagen habe, bezeichnet man in der Lehre der Mystik und in der Theosophie als das Mysterium von Geburt und Tod. Es ist das eines der größten Mysterien oder Weltengeheimnisse. Wir sprechen von sieben Weltengeheimnissen.

[ 15 ] Wer trivial denkt — und die heutige Welt ist nur allzu geneigt, trivial zu denken —, der wird uns leicht der Schwärmerei und Unklarheit bezichtigen. Aber wir Theosophen wissen, was die drei Worte bedeuten, die in den ersten Jahrhunderten des Christentums, in welchen das Christentum noch zu den tiefsten Religionen der Welt gehörte, häufig genannt wurden: Wahrnehmen, Denken, Vermuten. — Diese drei Worte wurden nebeneinander genannt. Daß das Vermuten neben dem Wahrnehmen und Denken genannt wurde, das zeigt uns, daß die Menschen in bezug auf die Erkenntnis nicht so unbescheiden waren wie heute. Ja, unbescheiden sind heute die Menschen in bezug auf die Erkenntnis, unbescheiden deshalb, weil sie ablehnend sind gegenüber allem, was ihre Sinne und ihr Verstand nicht begreifen. Denken Sie sich, wenn die Schnecke sich unterfinge zu sagen, hier im Saal sei nichts anderes als das, was sie wahrnehme —, müßten wir nicht von dieser Schnecke sagen, sie habe in bezug auf die Erkenntnis eine große Unbescheidenheit? Täuschen Sie sich nicht. Im schlimmsten Sinne des Wortes ist es ebenso mit dem Menschen, wenn er sagt: Was mein Verstand nicht wahrnehmen und nicht begreifen kann, das gibt es nicht in dieser Welt. — Zwei Dinge, Wahrnehmen und Denken, sind es, die uns in der Welt Schönheit, Größe und Zahl vermitteln. Aber es gibt noch ein drittes, das uns immer bescheiden sein läßt, das uns strebend sein läßt, das uns immer tiefer hineinführt in die Welt: das ist das Vermuten, das Vermuten, daß es noch etwas anderes geben könnte als das, was wir wissen.

[ 15 ] Wer trivial denkt — und die heutige Welt ist nur allzu geneigt, trivial zu denken —, der wird uns leicht der Schwärmerei und Unklarheit bezichtigen. Aber wir Theosophen wissen, was die drei Worte bedeuten, die in den ersten Jahrhunderten des Christentums, in welchen das Christentum noch zu den tiefsten Religionen der Welt gehörte, häufig genannt wurden: Wahrnehmen, Denken, Vermuten. — Diese drei Worte wurden nebeneinander genannt. Daß das Vermuten neben dem Wahrnehmen und Denken genannt wurde, das zeigt uns, daß die Menschen in bezug auf die Erkenntnis nicht so unbescheiden waren wie heute. Ja, unbescheiden sind heute die Menschen in bezug auf die Erkenntnis, unbescheiden deshalb, weil sie ablehnend sind gegenüber allem, was ihre Sinne und ihr Verstand nicht begreifen. Denken Sie sich, wenn die Schnecke sich unterfinge zu sagen, hier im Saal sei nichts anderes als das, was sie wahrnehme —, müßten wir nicht von dieser Schnecke sagen, sie habe in bezug auf die Erkenntnis eine große Unbescheidenheit? Täuschen Sie sich nicht. Im schlimmsten Sinne des Wortes ist es ebenso mit dem Menschen, wenn er sagt: Was mein Verstand nicht wahrnehmen und nicht begreifen kann, das gibt es nicht in dieser Welt. — Zwei Dinge, Wahrnehmen und Denken, sind es, die uns in der Welt Schönheit, Größe und Zahl vermitteln. Aber es gibt noch ein drittes, das uns immer bescheiden sein läßt, das uns strebend sein läßt, das uns immer tiefer hineinführt in die Welt: das ist das Vermuten, das Vermuten, daß es noch etwas anderes geben könnte als das, was wir wissen.

[ 16 ] Die theosophische Bewegung unterscheidet sich darin von allen übrigen Erkenntnisbewegungen. Was will der gewöhnliche Wissenschaftler, der stolz ist auf seine Kultur und unbescheiden ist in bezug auf sein gewöhnliches Erkennen? Er will alles das, was er wahrnehmen und erkennen kann, weiter verfolgen, und er will seine Erkenntnisse auf unzählige Sachen verbreiten. Das ist so, wie wenn die Schnecke nach allen Seiten herumkriecht und wahr-nimmt, was sie wahrnehmen kann — sie würde nichts wahrnehmen als das, was ihre Schneckenorgane wahrnehmen können. So ist es auch bei den Menschen. Deshalb hat man dem Wahrnehmen und dem Denken das Vermuten hinzugefügt, das Vermuten, daß — wenn wir uns weiterentwickeln — uns höhere Sinnesorgane aufgehen werden, die uns das aufschließen, was uns für gewöhnlich verschlossen ist in der Welt. So unterscheidet sich die Gesinnung des Theosophen von der des gewöhnlichen Wissenschaftlers dadurch, daß er sich entwickeln will, daß er ehrlich und rechtschaffen an die Entwicklung seiner Fähigkeiten glaubt und sich bemüht, an sich selbst zu arbeiten. Das, verehrte Anwesende, ist theosophische Gesinnung: an sich zu arbeiten, damit uns höhere Organe aufgehen, damit wir in die Lage kommen, in dem, was uns umgibt, Bedeutungsvolles, Wichtiges wahrzunehmen. Das muß immer mehr und mehr abendländische Gesinnung werden, wenn die abendländische Menschheit nicht ganz in der materialistischen Strömung aufgehen will. Wenn diese theosophische Gesinnung sich immer mehr und mehr verbreitet, dann wird man einsehen, daß alles dasjenige, was äußere physische Tatsachen und Erscheinungen sind, die Folgen, die Wirkungen tieferliegender Ursachen sind, die in der astralen Welt oder in noch höheren Welten liegen. Gewöhnlich ist die abendländische Wissenschaft damit zufrieden, den Körper in allen seinen Bestandteilen zu erforschen. Aber die theosophische Gesinnung fragt: Hat dieser Körper sich selbst zusammengefügt? Wo könnte der Grund dafür sein? Können wir glauben, daß die Kräfte draußen in der Natur das Bedürfnis fühlen, sich zum Menschen zusammenzufügen? Nein. Wer in der höheren Welt zu sehen vermag, der weiß, daß der Mensch, bevor er im physischen Organismus lebt, vor seiner Geburt in einem astralen Dasein lebte. So wahr wir vor unserem physischen Dasein, vor der Geburt, ein astrales Dasein hatten, so wahr haben wir ein astrales Dasein auch nach unserer Geburt, und dieses reicht weiter als unser physischer Körper. Alles das ist eingeschlossen in dem, was wir das Mysterium von Geburt und Tod nennen.

[ 16 ] Die theosophische Bewegung unterscheidet sich darin von allen übrigen Erkenntnisbewegungen. Was will der gewöhnliche Wissenschaftler, der stolz ist auf seine Kultur und unbescheiden ist in bezug auf sein gewöhnliches Erkennen? Er will alles das, was er wahrnehmen und erkennen kann, weiter verfolgen, und er will seine Erkenntnisse auf unzählige Sachen verbreiten. Das ist so, wie wenn die Schnecke nach allen Seiten herumkriecht und wahr-nimmt, was sie wahrnehmen kann — sie würde nichts wahrnehmen als das, was ihre Schneckenorgane wahrnehmen können. So ist es auch bei den Menschen. Deshalb hat man dem Wahrnehmen und dem Denken das Vermuten hinzugefügt, das Vermuten, daß — wenn wir uns weiterentwickeln — uns höhere Sinnesorgane aufgehen werden, die uns das aufschließen, was uns für gewöhnlich verschlossen ist in der Welt. So unterscheidet sich die Gesinnung des Theosophen von der des gewöhnlichen Wissenschaftlers dadurch, daß er sich entwickeln will, daß er ehrlich und rechtschaffen an die Entwicklung seiner Fähigkeiten glaubt und sich bemüht, an sich selbst zu arbeiten. Das, verehrte Anwesende, ist theosophische Gesinnung: an sich zu arbeiten, damit uns höhere Organe aufgehen, damit wir in die Lage kommen, in dem, was uns umgibt, Bedeutungsvolles, Wichtiges wahrzunehmen. Das muß immer mehr und mehr abendländische Gesinnung werden, wenn die abendländische Menschheit nicht ganz in der materialistischen Strömung aufgehen will. Wenn diese theosophische Gesinnung sich immer mehr und mehr verbreitet, dann wird man einsehen, daß alles dasjenige, was äußere physische Tatsachen und Erscheinungen sind, die Folgen, die Wirkungen tieferliegender Ursachen sind, die in der astralen Welt oder in noch höheren Welten liegen. Gewöhnlich ist die abendländische Wissenschaft damit zufrieden, den Körper in allen seinen Bestandteilen zu erforschen. Aber die theosophische Gesinnung fragt: Hat dieser Körper sich selbst zusammengefügt? Wo könnte der Grund dafür sein? Können wir glauben, daß die Kräfte draußen in der Natur das Bedürfnis fühlen, sich zum Menschen zusammenzufügen? Nein. Wer in der höheren Welt zu sehen vermag, der weiß, daß der Mensch, bevor er im physischen Organismus lebt, vor seiner Geburt in einem astralen Dasein lebte. So wahr wir vor unserem physischen Dasein, vor der Geburt, ein astrales Dasein hatten, so wahr haben wir ein astrales Dasein auch nach unserer Geburt, und dieses reicht weiter als unser physischer Körper. Alles das ist eingeschlossen in dem, was wir das Mysterium von Geburt und Tod nennen.

[ 17 ] Die Theosophie versteht die Wichtigkeit des dritten Wortes: das Vermuten. Was ich heute vermute, wird vielleicht morgen schon zu Erkenntnis, und was ich gestern noch vermutet habe, wurde mir heute zur Gewißheit. Wer auf das Tiefere dieses Vermutens vertraut, der glaubt nicht an Erkenntnisgrenzen; er sagt sich: Ich glaube nicht daran, daß dasjenige, was ich zu irgendeiner Zeit erkenne, das Tiefste ist. — Und so sind wir uns klar darüber, daß auch bei den wichtigsten Erscheinungen der Natur ihre Gesetze, ihre Wesenheiten tief verhüllt sind. «Geheimnisvoll am lichten Tag, läßt sich Natur des Schleiers nicht berauben.». Geheimnisvoll, mysteriös, ist die Natur, ist das ganze Leben, und darin einzudringen ist die Aufgabe des Menschen. Denn mit den Mysterien zu arbeiten, ist des Menschen Aufgabe.

[ 17 ] Die Theosophie versteht die Wichtigkeit des dritten Wortes: das Vermuten. Was ich heute vermute, wird vielleicht morgen schon zu Erkenntnis, und was ich gestern noch vermutet habe, wurde mir heute zur Gewißheit. Wer auf das Tiefere dieses Vermutens vertraut, der glaubt nicht an Erkenntnisgrenzen; er sagt sich: Ich glaube nicht daran, daß dasjenige, was ich zu irgendeiner Zeit erkenne, das Tiefste ist. — Und so sind wir uns klar darüber, daß auch bei den wichtigsten Erscheinungen der Natur ihre Gesetze, ihre Wesenheiten tief verhüllt sind. «Geheimnisvoll am lichten Tag, läßt sich Natur des Schleiers nicht berauben.». Geheimnisvoll, mysteriös, ist die Natur, ist das ganze Leben, und darin einzudringen ist die Aufgabe des Menschen. Denn mit den Mysterien zu arbeiten, ist des Menschen Aufgabe.

[ 18 ] Wir sprechen von sieben großen Geheimnissen des Lebens. Sieben große Geheimnisse gibt es, die uns die sieben großen Phasen des Lebens enthüllen. Die «unaussprechlichen» werden sie genannt. Das vierte dieser großen Geheimnisse, in die wir nach und nach durch diese Vorträge eingeführt werden sollen, ist das Geheimnis von Geburt und Tod. Es ist nicht so, daß wir nötig haben, einen Schleier zu lüften, um das Geheimnis von Geburt und Tod zu verstehen. Der Körper, der zwischen Geburt und Tod lebt, wird aufgesucht von einem anderen Körper, der nur in der astralen Welt lebt. Unser Astralkörper ist vor unserem physischen Körper vorhanden. Er ist die Grundnote unseres Empfindungslebens, die Grundnote unseres Temperamentes und unserer Leidenschaften. Das sieht der Seher in der astralen Welt. Bevor der Mensch geboren wird, baut sich diese Grundnote, die jeder von uns in sich trägt, den physischen Körper auf. Unsere physischen Körper erbauen nicht unsere Leidenschaften, Begierden und Temperamente, sondern diese kommen aus einer anderen Welt und suchen sich die entsprechenden Körper aus. Daher ist jeder Mensch ausgestattet mit einer ganz bestimmten seelischen Wesenheit. Wer imstande ist, den Menschen wirklich zu studieren, der weiß, daß sich die Menschen voneinander unterscheiden, daß es nicht zwei Menschen gibt, die einander in bezug auf Leidenschaften, Begierden und physische Körpernatur gleich sind. In bezug auf die physische Körpernatur sind sie vielleicht nur wenig voneinander verschieden, aber ungeheuer verschieden sind die Menschen hinsichtlich ihrer astralen Wesenheit.

[ 18 ] Wir sprechen von sieben großen Geheimnissen des Lebens. Sieben große Geheimnisse gibt es, die uns die sieben großen Phasen des Lebens enthüllen. Die «unaussprechlichen» werden sie genannt. Das vierte dieser großen Geheimnisse, in die wir nach und nach durch diese Vorträge eingeführt werden sollen, ist das Geheimnis von Geburt und Tod. Es ist nicht so, daß wir nötig haben, einen Schleier zu lüften, um das Geheimnis von Geburt und Tod zu verstehen. Der Körper, der zwischen Geburt und Tod lebt, wird aufgesucht von einem anderen Körper, der nur in der astralen Welt lebt. Unser Astralkörper ist vor unserem physischen Körper vorhanden. Er ist die Grundnote unseres Empfindungslebens, die Grundnote unseres Temperamentes und unserer Leidenschaften. Das sieht der Seher in der astralen Welt. Bevor der Mensch geboren wird, baut sich diese Grundnote, die jeder von uns in sich trägt, den physischen Körper auf. Unsere physischen Körper erbauen nicht unsere Leidenschaften, Begierden und Temperamente, sondern diese kommen aus einer anderen Welt und suchen sich die entsprechenden Körper aus. Daher ist jeder Mensch ausgestattet mit einer ganz bestimmten seelischen Wesenheit. Wer imstande ist, den Menschen wirklich zu studieren, der weiß, daß sich die Menschen voneinander unterscheiden, daß es nicht zwei Menschen gibt, die einander in bezug auf Leidenschaften, Begierden und physische Körpernatur gleich sind. In bezug auf die physische Körpernatur sind sie vielleicht nur wenig voneinander verschieden, aber ungeheuer verschieden sind die Menschen hinsichtlich ihrer astralen Wesenheit.

[ 19 ] Bevor ein Mensch geboren wird, sieht der Seher der Stätte der Geburt zuströmen den Astralkörper des Menschen, die Summe seiner Begierden, Triebe und Leidenschaften, die sich später in dem physischen Körper entwickeln und sich mit der äußeren Welt in Wechselwirkung setzen. Und innerhalb dieses Astralkörpers, als das innerste Wesen des sich verkörpernden Menschen, ist das eigentliche höhere Geistwesen des Menschen. Aus einer noch höheren Welt herab steigt dieses höhere Geistwesen des Menschen, und innerhalb der astralen Welt umgibt sich dieses höhere Geistwesen des Menschen mit dem, was wir Begierdenstoff, Astralstoff nennen. So durcheilt er die astrale Welt mit Windeseile. Der Seher sieht es in der Astralwelt lange vor seiner Geburt. Es ist in einer leuchtenden glockenförmigen Gestalt vorhanden und senkt sich nieder auf den menschlichen Körper, um diesen zu durchgeistigen. Das, was wir über einen solchen Astralstoff heute sagen, zieht uns leicht den Vorwurf der Schwärmerei zu, und es ist natürlich, daß, wenn wir in der heutigen Welt so sprechen, wir diesen Vorwurf erhalten können. Wir müssen daher umso vorsichtiger sein. Wir dürfen uns nicht erlauben, so davon zu sprechen, und wir sollten auch nicht davon sprechen, wenn wir nicht ebenso fest und sicher in dieser Welt zu Hause sind wie in der physischen Welt.

[ 19 ] Bevor ein Mensch geboren wird, sieht der Seher der Stätte der Geburt zuströmen den Astralkörper des Menschen, die Summe seiner Begierden, Triebe und Leidenschaften, die sich später in dem physischen Körper entwickeln und sich mit der äußeren Welt in Wechselwirkung setzen. Und innerhalb dieses Astralkörpers, als das innerste Wesen des sich verkörpernden Menschen, ist das eigentliche höhere Geistwesen des Menschen. Aus einer noch höheren Welt herab steigt dieses höhere Geistwesen des Menschen, und innerhalb der astralen Welt umgibt sich dieses höhere Geistwesen des Menschen mit dem, was wir Begierdenstoff, Astralstoff nennen. So durcheilt er die astrale Welt mit Windeseile. Der Seher sieht es in der Astralwelt lange vor seiner Geburt. Es ist in einer leuchtenden glockenförmigen Gestalt vorhanden und senkt sich nieder auf den menschlichen Körper, um diesen zu durchgeistigen. Das, was wir über einen solchen Astralstoff heute sagen, zieht uns leicht den Vorwurf der Schwärmerei zu, und es ist natürlich, daß, wenn wir in der heutigen Welt so sprechen, wir diesen Vorwurf erhalten können. Wir müssen daher umso vorsichtiger sein. Wir dürfen uns nicht erlauben, so davon zu sprechen, und wir sollten auch nicht davon sprechen, wenn wir nicht ebenso fest und sicher in dieser Welt zu Hause sind wie in der physischen Welt.

[ 20 ] Ich betrachte es als eine Anforderung an einen Lehrer der Theosophie, daß er nur soviel von der Lehre vertritt, wie er nach seinem besten Gewissen verantworten kann, das heißt, ich verlange von jedem theosophischen Lehrer, daß er nur das sagt, wovon er selbst eine unmittelbare Kenntnis, ein unmittelbares Wissen hat. Nicht ein Wort sollte der theosophische Lehrer über diese höheren Welten sprechen, wenn er nicht imstande ist, selbst zu forschen; genau mit demselben Recht, wie auch niemand über Chemie sprechen kann, der sie nicht studiert hat. Deshalb werde ich in den Vorträgen nur das sagen, was ich mit absoluter Sicherheit zu sagen in der Lage bin. Niemand ist in der Lage, die astrale Welt in ihrer Ganzheit zu schildern; sie ist reichhaltiger und umfangreicher als unsere physische Welt. Ich gebe zu, daß auch der Geistesforscher im einzelnen sich irren kann, so wie man sich in der physischen Welt irren kann, wenn man zum Beispiel die Höhe eines Berges bestimmen will. Aber ebensowenig wie ein solcher Irrtum im einzelnen ein Anlaß sein kann, die physische Welt abzuleugnen, ebensowenig kann ein Mensch versucht sein, wegen eines Irrtums im einzelnen die Wirklichkeit der astralen Welt zu leugnen.

[ 20 ] Ich betrachte es als eine Anforderung an einen Lehrer der Theosophie, daß er nur soviel von der Lehre vertritt, wie er nach seinem besten Gewissen verantworten kann, das heißt, ich verlange von jedem theosophischen Lehrer, daß er nur das sagt, wovon er selbst eine unmittelbare Kenntnis, ein unmittelbares Wissen hat. Nicht ein Wort sollte der theosophische Lehrer über diese höheren Welten sprechen, wenn er nicht imstande ist, selbst zu forschen; genau mit demselben Recht, wie auch niemand über Chemie sprechen kann, der sie nicht studiert hat. Deshalb werde ich in den Vorträgen nur das sagen, was ich mit absoluter Sicherheit zu sagen in der Lage bin. Niemand ist in der Lage, die astrale Welt in ihrer Ganzheit zu schildern; sie ist reichhaltiger und umfangreicher als unsere physische Welt. Ich gebe zu, daß auch der Geistesforscher im einzelnen sich irren kann, so wie man sich in der physischen Welt irren kann, wenn man zum Beispiel die Höhe eines Berges bestimmen will. Aber ebensowenig wie ein solcher Irrtum im einzelnen ein Anlaß sein kann, die physische Welt abzuleugnen, ebensowenig kann ein Mensch versucht sein, wegen eines Irrtums im einzelnen die Wirklichkeit der astralen Welt zu leugnen.

[ 21 ] Bevor der Mensch für die physische Welt geboren wird, lebt er als Triebwesen mit seinem «Körper des Verlangens» in der astralen Welt. In der astralen Welt gibt es nicht Geburt und Tod in demselben Sinne wie in der physischen Welt. In der astralen Welt gilt das Mysterium von der sogenannten Wahlanziehung. Es geht dabei so zu wie in dieser physischen Welt mit unseren Begierden und Wünschen. Wie eine Begierde sich aus der anderen entwickelt, so geht es in der astralen Welt zu. Ein Wesen entwickelt sich aus dem anderen durch eine ewige Fortpflanzung, ohne daß wir Geburt und Tod zu verzeichnen hätten. Die Wesen unterliegen nur der Wahlanziehung, nicht der Geburt und dem Tode. Woher kommt es, daß die physischen Wesen der Geburt und dem Tode unterliegen? Auf diese Frage wollte ich heute besonders hinweisen. Woher kommen Geburt und Tod in die physische Natur? ich habe gesagt, bevor der Mensch auf der physischen Welt lebt, lebt er in der astralen Welt und unterliegt da der Wahlanziehung; Geburt und Tod würde es da nicht geben. Nun gibt es aber Geburt und Tod, weil das Astrale den mittleren Punkt bildet zwischen zwei anderen Welten.

[ 21 ] Bevor der Mensch für die physische Welt geboren wird, lebt er als Triebwesen mit seinem «Körper des Verlangens» in der astralen Welt. In der astralen Welt gibt es nicht Geburt und Tod in demselben Sinne wie in der physischen Welt. In der astralen Welt gilt das Mysterium von der sogenannten Wahlanziehung. Es geht dabei so zu wie in dieser physischen Welt mit unseren Begierden und Wünschen. Wie eine Begierde sich aus der anderen entwickelt, so geht es in der astralen Welt zu. Ein Wesen entwickelt sich aus dem anderen durch eine ewige Fortpflanzung, ohne daß wir Geburt und Tod zu verzeichnen hätten. Die Wesen unterliegen nur der Wahlanziehung, nicht der Geburt und dem Tode. Woher kommt es, daß die physischen Wesen der Geburt und dem Tode unterliegen? Auf diese Frage wollte ich heute besonders hinweisen. Woher kommen Geburt und Tod in die physische Natur? ich habe gesagt, bevor der Mensch auf der physischen Welt lebt, lebt er in der astralen Welt und unterliegt da der Wahlanziehung; Geburt und Tod würde es da nicht geben. Nun gibt es aber Geburt und Tod, weil das Astrale den mittleren Punkt bildet zwischen zwei anderen Welten.

[ 22 ] Der Mensch ist ein Bürger zweier Welten. Er deutet hinunter nach der physischen Welt und hinauf nach der höchsten, der geistigen Welt. Durch seine astrale Natur verbindet der Mensch die geistige Welt in ihrer Ewigkeit mit der physischen Welt. Der Mensch war lange, lange Zeit, durch mehrere kosmische Epochen hindurch, ein bloß astrales Wesen. Wir stehen heute in der fünften «Wurzelrasse», der nachatlantischen Zeit, ihr gingen die vierte und die dritte voran. Erst in der dritten «Wurzelrasse», in der lemurischen Zeit, ist der Mensch ein physisches Wesen geworden; vorher war er der Astralwelt näher. Damals aber, als der Mensch noch Astralwesen war, hatte er noch nicht die Kraft des Geistes. Die höhere, die geistige Seele hat sich erst mit dem Astralwesen vereinigt in dem Augenblicke, in dem das Geistige mit dem Physischen sich vereinigt hat. Und dieses vereinigte Geistig-Physische fordert für das Physische Geburt und Tod. Deshalb, weil der Mensch der Schauplatz des höchsten Geistigen ist, muß er innerhalb des Physischen geboren werden und sterben. Das astrale Wesen wird weder geboren noch stirbt es. Das geistige Wesen wird dadurch seine Ewigkeit bewahren, daß es das physische Wesen von Zeit zu Zeit immer wieder zerstört, um wieder aufzusteigen in das Geistige und dann wieder herunterzusteigen in die physische Welt. Das hat Goethe angedeutet in seinem Prosahymnus «Die Natur»: Leben ist ihre schönste Erfindung, und der Tod ist ihr Kunstgriff, viel Leben zu haben.

[ 22 ] Der Mensch ist ein Bürger zweier Welten. Er deutet hinunter nach der physischen Welt und hinauf nach der höchsten, der geistigen Welt. Durch seine astrale Natur verbindet der Mensch die geistige Welt in ihrer Ewigkeit mit der physischen Welt. Der Mensch war lange, lange Zeit, durch mehrere kosmische Epochen hindurch, ein bloß astrales Wesen. Wir stehen heute in der fünften «Wurzelrasse», der nachatlantischen Zeit, ihr gingen die vierte und die dritte voran. Erst in der dritten «Wurzelrasse», in der lemurischen Zeit, ist der Mensch ein physisches Wesen geworden; vorher war er der Astralwelt näher. Damals aber, als der Mensch noch Astralwesen war, hatte er noch nicht die Kraft des Geistes. Die höhere, die geistige Seele hat sich erst mit dem Astralwesen vereinigt in dem Augenblicke, in dem das Geistige mit dem Physischen sich vereinigt hat. Und dieses vereinigte Geistig-Physische fordert für das Physische Geburt und Tod. Deshalb, weil der Mensch der Schauplatz des höchsten Geistigen ist, muß er innerhalb des Physischen geboren werden und sterben. Das astrale Wesen wird weder geboren noch stirbt es. Das geistige Wesen wird dadurch seine Ewigkeit bewahren, daß es das physische Wesen von Zeit zu Zeit immer wieder zerstört, um wieder aufzusteigen in das Geistige und dann wieder herunterzusteigen in die physische Welt. Das hat Goethe angedeutet in seinem Prosahymnus «Die Natur»: Leben ist ihre schönste Erfindung, und der Tod ist ihr Kunstgriff, viel Leben zu haben.

[ 23 ] Dieses Zusammenwirken von Geburt und Tod, das Mysterium des ganzen Lebens, soll uns weiter in diesen Vorträgen beschäftigen, und auch die Wesen der astralen Welt, von denen wir bisher wenig erwähnt haben, werden wir kennenlernen, um so einzusehen, daß es mehr Wesen gibt, als der Mensch in seiner heutigen materialistischen Gesinnung sich träumen läßt.

[ 23 ] Dieses Zusammenwirken von Geburt und Tod, das Mysterium des ganzen Lebens, soll uns weiter in diesen Vorträgen beschäftigen, und auch die Wesen der astralen Welt, von denen wir bisher wenig erwähnt haben, werden wir kennenlernen, um so einzusehen, daß es mehr Wesen gibt, als der Mensch in seiner heutigen materialistischen Gesinnung sich träumen läßt.