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The Rudolf Steiner Archive

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On the Astral World and Devachan
GA 88

21 December 1903, Berlin

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On the Astral World and Devachan, tr. SOL
  1. Über die astrale Welt und das Devachan, 1st ed.

22. Weltengesetz und Menschenschicksal

22. The Law of the Universe and Human Destiny

Weihnachtsvortrag

Christmas Lecture

[ 1 ] Folgen Sie mir einige Augenblicke in Gedanken in die uralten ägyptischen Tempelstätten zu einer Zeremonie, welche um die Mitternachtsstunde desjenigen Tages gefeiert wurde, der unserem Weihnachtstag entspricht. An diesem Tage - oder vielmehr um Mitternacht — wurde eines derjenigen Bildnisse, welche nur viermal des Jahres gezeigt werden, in dem Tempel enthüllt und vor eine kleine Menge getragen, die zu diesem Tempeldienst vorbereitet war. Dieses Bild war im innersten Heiligtum des Tempels das ganze Jahr hindurch eingeschlossen und wurde streng, geheimgehalten. An diesem Tage wurde es von dem ältesten der Opferpriester herausgetragen, und es wurde vor ihm eine Zeremonie verrichtet, die ich Ihnen ganz kurz beschreiben will.

[ 1 ] Join me for a moment in my thoughts as we travel to the ancient Egyptian temples for a ceremony that was celebrated at midnight on the day corresponding to our Christmas Day. On this day—or rather, at midnight—one of the images, which are displayed only four times a year, was unveiled in the temple and carried before a small group who had been prepared for this temple service. This image had been kept locked away in the innermost sanctuary of the temple throughout the entire year and was kept strictly secret. On this day, it was carried out by the eldest of the sacrificial priests, and a ceremony was performed before it, which I shall describe to you very briefly.

[ 2 ] Nachdem der älteste der Opferpriester das strahlende Bildnis des Horus, des Sohnes der Isis und des Osiris, herausgetragen hatte, traten vier Priesterweise in weißen Gewändern vor dieses Bild. Der erste der Priesterweisen sprach vor dem Bilde das folgende: «Horus, der du die Sonne im geistigen Reiche bist und der du uns das Licht deiner Weisheit schenkst, wie uns die Sonne das Licht der Welt schenkt, führe uns, auf daß wir am Ende nicht mehr das sein werden, was wir heute sind.» Dieser Tempelpriester war von Osten hereingetreten. Der zweite der Tempelpriester trat von Norden herein und sprach etwa die folgenden Worte: «Horus, du Sonne im geistigen Reiche, der du uns der Spender der Liebe bist, wie die Sonne der Spender der wärmenden Kraft ist, die die Kräfte der Pflanzen und Früchte das ganze Jahr hindurch herauslockt, führe uns zu einem Ziele, damit wir sein werden, was wir heute noch nicht sind.» Und der dritte der Tempelpriester kam von Süden und sprach: «Horus, du Sonne im geistigen Reiche, spende uns deine Kraft, wie die Sonne der physischen Welt ihre Kraft spendet, durch die sie die dunkelste Wolke zerteilen und überall Licht verbreiten wird.» Nachdem dieser dritte Opferpriester gesprochen hatte, trat ein vierter hervor und sagte etwa folgendes: «Die drei Weisesten von uns haben gesprochen. Sie sind meine Brüder, aber sie sind hinaus über die Sphäre, in der ich selbst noch bin. Ich bin der Vertreter von euch» — und er meinte: der Vertreter der Menge. Und er sagte: «Ich will eure Stimme führen. Ich will sprechen für euch, die ihr noch als Unmündige dasteht. Ich will meinen älteren Brüdern sagen, daß ihr das große Ziel der Welt ersehnt, wo Menschenschicksal und urewiges Weltengesetz versöhnt sein werden.» Das sollte in dieser Stunde begriffen werden von denen, die genügend dazu vorbereitet waren, wie einst unwandelbares Weltengesetz und Menschenschicksal eins waren.

[ 2 ] After the eldest of the sacrificial priests had carried out the radiant image of Horus, the son of Isis and Osiris, four priest-sages in white robes stepped before this image. The first of the priest-sages spoke before the image as follows: “Horus, you who are the sun in the spiritual realm and who bestow upon us the light of your wisdom, just as the sun bestows the light of the world upon us, guide us, so that in the end we may no longer be what we are today.” This temple priest had entered from the east. The second of the temple priests entered from the north and spoke roughly the following words: “Horus, you who are the sun in the spiritual realm, you who are the giver of love to us, just as the sun is the giver of the warming power that draws out the life-giving forces of plants and fruits throughout the year, lead us to a destination so that we may become what we are not yet today.” And the third of the temple priests came from the south and spoke: “Horus, you Sun in the spiritual realm, bestow your power upon us, just as the Sun of the physical world bestows its power, through which it will disperse the darkest cloud and spread light everywhere.” After this third sacrificial priest had spoken, a fourth stepped forward and said something to this effect: “The three wisest among us have spoken. They are my brothers, but they are beyond the sphere in which I myself still dwell. I am the representative of you”—and he meant: the representative of the multitude. And he said: “I will guide your voice. I will speak for you, who still stand here as the immature. I will tell my elder brothers that you long for the great goal of the world, where human destiny and the eternal law of the universe will be reconciled.” This was to be understood at that hour by those who were sufficiently prepared for it, just as once the immutable law of the universe and human destiny were one.

[ 3 ] Wenn wir die Zeremonien verstehen, die sich am Weihnachtsfest in Asien, Indien und selbst in China abgespielt haben, dann verstehen wir, was uns eigentlich in den Weihnachtsglocken erklingt. Einen Makrokosmos hat man von jeher die Welt genannt und einen Mikrokosmos den Menschen. Andeuten wollte man damit, daß der Mensch die Kräfte in sich enthält, welche draußen im Großen vorhanden sind. Aber nicht nur der berechnende Verstand hat den Menschen die Welt im Kleinen genannt, sondern auch das Gemüt, das uns sagt, daß man aufblicken muß zu den Gestirnen. Hier trifft ein Wort des Philosophen Kant zu: «Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht ... : der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.»

[ 3 ] If we understand the ceremonies that took place at Christmas in Asia, India, and even in China, then we understand what is actually resonating in the Christmas bells. The world has always been called a macrocosm, and human beings a microcosm. The intention was to suggest that human beings contain within themselves the forces that exist out there in the greater world. But it is not only the calculating mind that has called the world “in miniature” for humanity; it is also the soul that tells us we must look up to the stars. Here, a saying by the philosopher Kant applies: “Two things fill the mind with ever new and increasing admiration and awe...: the starry heavens above me and the moral law within me.”

[ 4 ] Wie verschieden sind Makrokosmos und Mikrokosmos, wenn wir sie von einem anderen Gesichtspunkte aus betrachten. Gerade gegenüber dem Makrokosmos mit seinen unwandelbaren ewigen Gesetzen sind diejenigen von tiefster Bewunderung und Ehrfurcht erfüllt, welche zu den tiefsten Wissenden gehören. Es hat keine Wissenden gegeben, welche die Weltenweisheit durchschaut und nicht zugleich voll Bewunderung vor dem schaffenden Weltengeist gestanden haben. Und einer derjenigen Menschen [der Neuzeit], die zum ersten Mal in vertraulichem Umgang mit diesem unwandelbaren Gesetzesschaffen gestanden haben, Kepler, hat die Worte gesprochen: Wer sollte hineinschauen in den wunderbaren Bau des Weltenganzen und nicht den Schöpfer bewundern, der diese Gesetze der Welt eingepflanzt hat. -— Die Wissenden bewundern die urewigen Gesetze des Sternenhimmels am allermeisten.

[ 4 ] How different the macrocosm and the microcosm appear when viewed from a different perspective. It is precisely the macrocosm, with its immutable, eternal laws, that fills those who are among the most profound scholars with the deepest admiration and awe. There has never been a scholar who has penetrated the wisdom of the world without simultaneously standing in awe before the creative spirit of the universe. And one of those men [of modern times] who first stood in intimate communion with this immutable order of laws, Kepler, spoke these words: Who could look into the wondrous structure of the universe as a whole and not admire the Creator who has implanted these laws of the world? — The wise admire the eternal laws of the starry heavens above all else.

[ 5 ] Anders scheint es gegenüber dem Menschenschicksal zu sein. Goethe sagt, daß er sich gerne von der Wandelbarkeit des Menschen zu den festen Regeln der ewigen Natur flüchte, und das moralische Gesetz [Kants] mit seinem kategorischen Imperativ schien ihm in Irrgängen befangen zu sein. Noch in einer anderen Weise empfinden wir den Unterschied zwischen dem menschlichen Herzen und dem Weltengeist, dem Makrokosmos; wir empfinden diesen Unterschied, wenn wir auf den Zusammenhang des Menschenschicksals mit dem Charakter des Menschen sehen. Wer würde einem Vulkan eine Verantwortung auflasten? Wohl niemand. Dem Menschen aber, der Unheil anrichtet, müssen wir sehr wohl eine Verantwortung auflasten. Wer würde der Natur gegenüber von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit sprechen? Und woher kommt es denn, daß der Gute leidet und der Böse glücklich sein kann?

[ 5 ] The situation seems to be different when it comes to human destiny. Goethe says that he likes to take refuge from human changeability in the fixed laws of eternal nature, and [Kant’s] moral law, with its categorical imperative, seemed to him to be caught up in errors. We perceive the difference between the human heart and the spirit of the world, the macrocosm, in yet another way; we perceive this difference when we consider the connection between human fate and human character. Who would attribute responsibility to a volcano? Probably no one. But we must certainly attribute responsibility to a human being who causes harm. Who would speak of justice and injustice in relation to nature? And why is it that the good suffer while the wicked can be happy?

[ 6 ] Wir sehen eine Harmonie innerhalb des Makrokosmos. Welche Stellung haben wir ihr gegenüber einzunehmen? Klar und deutlich ist in jener Zeremonie, die ich beschrieben habe, das vorgezeichnet, was in dem Fest, das heute so wenig verstanden wird, in einigen Tagen an uns vorüberzieht. Der Sternenhimmel mit seinen unwandelbaren Gesetzen, er war nicht immer der Kosmos, der uns jetzt erscheint. Dieser Kosmos ist aus dem Chaos hervorgegangen. Aus ineinanderwogenden Kräften hat sich das erst entwickelt, was wir heute haben. Nicht immer galten die Kopernikanisch-Keplerschen Gesetze, die uns die Weisheit des Weltengeistes bewundern lassen. Sie scheint heute ausgegossen, erhaben über Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit; nicht nach Gut und Böse können wir da fragen. Dem Menschen gegenüber aber können wir das wohl fragen. Wir legen uns heute die tiefere Frage vor: Warum fragen wir dem Menschen gegenüber nach Gut und Böse, nach Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit? Warum dürfen wir dem Makrokosmos gegenüber diese Frage nicht aufwerfen? Damals, als die Welt noch ein wogendes Meer darstellte, gab es mitten zwischen dem, was die Augen sehen, die Ohren hören, die Sinne wahrnehmen, zwischen dem, was uns heute in den Gesetzen der Harmonie erscheint, noch ein wogendes Meer von raumdurchwogenden Gefühlen, von Wünschen und Leidenschaften draußen im Weltenall. Diese Weltenleidenschaften, welche mitten darinnen waren zwischen den Gesetzen und dem Chaos, mußten erst überwunden werden. Wer heute sich diese Welt der Weltenwünsche und Weltenleidenschaften einer Urvergangenheit vor Augen zu führen versucht, der kann den Körper der Leidenschaften kaum mehr wahrnehmen. Glänzend und durchsichtig, sternenhell, kaum wahrnehmbar mit den feinsten Werkzeugen des Sehers, leuchtet es in jedem Atom, nachdem das Chaos überwunden ist.

[ 6 ] We see a harmony within the macrocosm. What stance should we take toward it? The ceremony I have described clearly foreshadows what will unfold before us in a few days during the festival that is so little understood today. The starry sky, with its immutable laws, was not always the cosmos that appears to us now. This cosmos emerged from chaos. What we have today developed from forces in constant interplay. The Copernican-Keplerian laws, which allow us to admire the wisdom of the world spirit, did not always apply. Today it seems to be poured out, transcending justice and injustice; we cannot ask there about good and evil. But we can certainly ask this of human beings. Today we pose the deeper question: Why do we ask human beings about good and evil, about justice and injustice? Why are we not allowed to raise this question regarding the macrocosm? Back then, when the world was still a surging sea, there existed—in the midst of what the eyes see, the ears hear, the senses perceive, in the midst of what appears to us today in the laws of harmony—a surging sea of feelings, desires, and passions that rippled through space, out in the universe. These cosmic passions, which lay right there between the laws and chaos, had to be overcome first. Anyone today who attempts to visualize this world of cosmic desires and passions from a primeval past can scarcely perceive the body of these passions anymore. Shining and transparent, star-bright, barely perceptible even with the seer’s finest tools, it glows within every atom now that chaos has been overcome.

[ 7 ] Was den Astralkörper des Kosmos zur Ruhe gebracht hat, das ist in dem Menschen noch nicht zu demselben Ziele gelangt. Im Menschen ist der Astralleib noch wogend. Was sich im Laufe der Jahrmillionen im Kosmos bereits vollzogen hat, was am Ziele angelangt ist, das ist in dem Menschen noch im Werden. Und wenn wir den Menschen von Wiederkunft zu Wiederkunft, von Wiederverkörperung zu Wiederverkörperung verfolgen, wenn wir ihn in seinen verschiedenen Leibern sehen und ihn dann in seinen Astralkörpern verfolgen, dann sehen wir, daß von Verkörperung zu Verkörperung der Astralkörper heller und reiner wird. Im Anfange sehen wir ihn durchzogen von dumpfen Leidenschaften. Diese erinnern an die Leidenschaften jener Zeit, als die Welt noch ein Chaos war. Aber nach und nach entwickelte sich jene Helle und Klarheit, wie sie der Astralkörper des großen Weltenalls jetzt hat.

[ 7 ] What has brought the astral body of the cosmos to rest has not yet reached the same goal in human beings. In human beings, the astral body is still in a state of flux. What has already been accomplished in the cosmos over the course of millions of years—what has reached its goal—is still in the process of becoming in human beings. And when we trace the human being from one return to the next, from one incarnation to the next, when we see him in his various bodies and then trace him through his astral bodies, we see that from one incarnation to the next the astral body becomes brighter and purer. In the beginning, we see it permeated by dull passions. These are reminiscent of the passions of that time when the world was still a chaos. But little by little, that brightness and clarity developed, as the astral body of the great universe now possesses.

[ 8 ] Weil die Weisen der uralten Zeiten den Zusammenhang zwischen dem Werden des Menschen und dem Sein der Welt gekannt haben, deshalb haben sie die Welt Makrokosmos und den Menschen Mikrokosmos genannt. Hinblicken muß der Mensch auf das Ziel, das er sich vorsetzen kann: zu werden wie der Makrokosmos, sich zu durchdringen mit derselben Seligkeit und Ruhe, die als Weltengesetz heute den Kosmos durchflutet. So wenig, wie wir heute den Gesetzen des Kosmos gegenüber fragen können nach Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, so wenig wird einst der Mensch fragen können, ob sein Schicksal übereinstimmt mit seinem Gesetz. Reines Gesetz ist das Kosmosgesetz, und reines Menschengesetz, reiner Menschengeist soll einst des Menschen Schicksal werden. Das ist der Weg des Schicksals, welches der Menschengeist in seinen verschiedenen Verkörperungen durchmacht. Immer sternenglänzender und immer ähnlicher dem Schicksal des Kosmos werden wir.

[ 8 ] Because the sages of ancient times understood the connection between the becoming of humanity and the being of the world, they called the world the macrocosm and humanity the microcosm. Humanity must look toward the goal it can set for itself: to become like the macrocosm, to imbue itself with the same bliss and tranquility that today, as a universal law, permeates the cosmos. Just as we cannot today question the laws of the cosmos regarding justice and injustice, so too will humanity one day be unable to ask whether its destiny aligns with its law. The law of the cosmos is pure law, and pure human law, the pure human spirit, shall one day become the destiny of humankind. This is the path of destiny that the human spirit traverses in its various incarnations. We shall become ever more radiant as the stars and ever more akin to the destiny of the cosmos.

[ 9 ] Karma ist ein Gesetz, unter dem wir alle leiden. Was wir in einer Verkörperung vollbracht haben, trägt uns seine Früchte in den späteren Verkörperungen. Was uns heute zuteil wird, haben wir verursacht in den früheren Verkörperungen. Aber Karma ist ein Gesetz, das nicht nur Schuld und Sühne, Disharmonie und Harmonie in richtiger Weise verteilt, sondern ein Gesetz, das uns hinaufleitet zum höchsten Gipfel des Menschengeistes. Das große Weltenbuch von Karma wird auf der linken und auf der rechten Seite seinen Ausgleich gefunden haben. Alles, was wir dem Leben schuldig geworden sind, werden wir wieder verwandelt haben in die helle Lichtglut des Astralkörpers. Alles, was wir als Mängel empfunden haben, wird ausgeglichen sein. Karma ist verbrannt. Wenn die Schuldpunkte des Daseins nicht mehr vorhanden sein werden, wenn wir selbst unseren Weg gehen wie die Sonne, die nicht vermag, auch nur ein wenig aus der Bahn herauszutreten, dann werden wir auch den uns eingepflanzten Gesetzen folgen wie die Sonne am Sternenhimmel. Das ist unser Weg, das ist unser Ziel. Das wird einstmals die Harmonie sein zwischen dem Menschenschicksal und den Weltengesetzen.

[ 9 ] Karma is a law under which we all suffer. What we have done in one incarnation bears fruit in later incarnations. What befalls us today is the result of our actions in past incarnations. But karma is a law that not only distributes guilt and atonement, disharmony and harmony in the right way, but a law that leads us up to the highest summit of the human spirit. The great world book of karma will have found its balance on both the left and the right. Everything we have owed to life, we will have transformed back into the bright, glowing light of the astral body. Everything we have perceived as shortcomings will be balanced out. Karma is burned away. When the points of guilt in existence are no longer present, when we ourselves walk our path like the sun, which cannot stray even slightly from its course, then we too will follow the laws implanted within us like the sun in the starry sky. That is our path; that is our goal. That will one day be the harmony between human destiny and the laws of the universe.

[ 10 ] Nicht bei allen Menschen verläuft dieser Gang durch die Lebenspilgerschaft in der gleichen Weise. Genau ebenso wie in der äußeren Natur das Vollkommene neben dem Unvollkommenen ist, wie neben dem Wurm das höhere Tier heute schon vorhanden ist, so ist auch in der geistigen Welt der unvollkommene Menschengeist neben demjenigen, der schon eine höhere Stufe erreicht hat.

[ 10 ] Not everyone’s journey through life’s pilgrimage unfolds in the same way. Just as in the external world the perfect exists alongside the imperfect—just as the higher animal already exists alongside the worm—so too in the spiritual world the imperfect human spirit exists alongside that which has already attained a higher level.

[ 11 ] Wer ehrlich und aufrecht an die Entwicklung glaubt, muß auch den Glauben an die Geisteswissenschaft und deren Lehren von den Menschen-Erstlingen haben. Das sind solche, welche auf der Bahn, die wir alle zu durchlaufen haben, schon ein weiteres Stück zurückgelegt haben als wir heute. Einzelne sind vorausgeeilt. Sie haben uns von den Zeiten ab, von denen uns die Geschichte berichtet, überholt, sie haben eine höhere Stufe der Menschheitsentwicklung erreicht. Dadurch sind sie Führer, Leiter der Menschheit geworden. So wie das höherentwickelte Tier über den Wurm emporragt, so ragen die Rishis, die Meister, über die Menschheit empor. Sie haben dies in den früheren Zeiten erreicht, weil sie einen anderen Weg der Erkenntnis eingeschlagen haben, einen steileren, einen gefährlicheren Weg, der mit unendlicher Gefahr verbunden ist. Niemand darf ihn um seiner selbst willen betreten. Wer dies tut, kann straucheln und in tiefe Abgründe fallen oder sein Dasein für eine Zeit verlieren oder zum Quälgeist der Menschen werden. Kurz, niemand darf aus Selbstsucht, aus Egoismus diesen Pfad der schnelleren Erkenntnis aufsuchen. Nur derjenige, der das gelobt, den Mächten gelobt, von denen der gewöhnliche Mensch keine Ahnung hat mit einem Schwur, der niemals gebrochen werden darf -, nur derjenige, der dieses Gelübde abgelegt hat, kann den Pfad betreten, um ein Führer der Menschheit, ein Erstling der Menschheit, zu sein. Solche Führer der Menschen haben ihre Erkenntnis niemals für sich selber gebraucht.

[ 11 ] Anyone who believes honestly and sincerely in human evolution must also have faith in spiritual science and its teachings about the “first humans.” These are individuals who, on the path we must all traverse, have already traveled further than we have today. Some have rushed ahead. They have surpassed us from the times of which history tells us; they have reached a higher stage of human development. Through this, they have become leaders, guides of humanity. Just as the more highly developed animal towers above the worm, so do the Rishis, the Masters, tower above humanity. They achieved this in earlier times because they took a different path of knowledge—a steeper, more dangerous path fraught with infinite peril. No one must tread it for its own sake. Whoever does so may stumble and fall into deep abysses, or lose their existence for a time, or become a tormentor of humanity. In short, no one must seek this path of swifter realization out of self-interest or selfishness. Only the one who has vowed—vowed to powers of which the ordinary person has no inkling, with an oath that must never be broken—only the one who has taken this vow may tread the path to become a leader of humanity, a pioneer of humanity. Such leaders of humanity have never used their knowledge for themselves.

[ 12 ] Dasjenige, was man im Abendlande so hoch schätzt, das Wissen um des Wissens willen, ist nicht dasjenige, was die Adepten, die großen Meister des Wissens, anstreben. Sie streben das Wissen an, um der Menschheit zu helfen, um sie hinaufzuziehen dahin, wo Menschenschicksal und Weltenharmonie in Einklang miteinander stehen. Diese Menschen-Erstlinge sind es, die in unserer Mitte leben und schon zu allen Zeiten gelebt haben, die sich einen von Begierden und Leidenschaften gereinigten Astralleib erworben haben. So hat ihn schon Buddha gehabt, den sternenglänzenden Astralleib. Als er mit seinem Schüler Ananda einmal hinausging, löste sich Buddha in eine lichte Wolke auf, in eine Lichtwolke, in strahlendes Licht. Das war der zur Ruhe gekommene Astralkörper.

[ 12 ] What is so highly valued in the West—knowledge for knowledge’s sake—is not what the adepts, the great masters of knowledge, strive for. They seek knowledge in order to help humanity, to lift it up to a place where human destiny and world harmony are in harmony with one another. It is these first fruits of humanity who live among us and have lived throughout all ages, who have acquired an astral body purified of desires and passions. Buddha, too, possessed such a body—the astral body shining like the stars. Once, when he went out with his disciple Ananda, Buddha dissolved into a cloud of light, into a radiant light. That was the astral body at rest.

[ 13 ] Die Strahlenkrone ist nichts anderes als das Symbol des strahlenden Astralkörpers des Gründers des Christentums. Die Menschen-Erstlinge sind als wandelnde Menschenbrüder ein unmittelbares Abbild des Makrokosmos. Es sollte gezeigt werden, daß sie ihr Karma verbrannt hatten, daß nichts mehr zu tilgen ist, daß die urewige Weisheit nicht mehr abirren kann, daß sie sicher die Menschheit leiten, so sicher, wie die Sonne ihre Bahn geht über das Himmelsgewölbe und nicht abirren kann von dieser am Firmament vorgezeichneten Bahn. Das ist das Symbol für die Menschen-Erstlinge. Es bringt zum Ausdruck, daß sie nicht abirren können von der Bahn, die den Menschen vorgezeichnet ist. Sicher, wie die Sonne über das Himmelsgewölbe wandelt, wandeln sie ihren Weg. Und so wie die Sonne ihr Licht und ihre Wärme über die Erde hin sendet, so senden sie die Liebe ihres Herzens in die Herzen der Menschen, Liebe erweckend in den Herzen ihrer Mitbrüder. Diese Erstlinge sind aus ihren Kräften heraus fest gegenüber allen Versuchungen. Man kann ihnen zeigen, man kann ihnen anbieten alle Reiche der Herrlichkeit dieser Welt - sie nehmen sie nicht hin, sie wollen einzig und allein eins sein mit dem Urgeist, von dem sie ausgegangen sind. So wollen diese Menschen in diesem Leben ein Makrokosmos selbst sein. Das war ihr Bewußtsein. Es ist dies auch in allen Religionen vorhanden. Diejenigen, welche die Quellen der Religionen kennen, wissen, daß es in all diesen Religionen liegt, zu den Stiftern der Religionen aufzuschauen wie zu den Sternen des Makrokosmos, wie zu dem urewigen Weltengesetz, das den Sternenhimmel beherrscht. Sonnen waren diese Erstlinge der Menschheit für die Eingeweihten und die weiter Vorgeschrittenen.

[ 13 ] The Crown of Rays is nothing other than the symbol of the radiant astral body of the founder of Christianity. The First Men, as walking human brothers, are a direct reflection of the macrocosm. It was to be shown that they had burned away their karma, that there is nothing left to atone for, that the eternal wisdom can no longer stray, that they guide humanity with certainty, as surely as the sun follows its course across the vault of heaven and cannot stray from this path marked out in the firmament. This is the symbol of the First Men. It expresses that they cannot stray from the path that is laid out for humanity. As surely as the sun traverses the vault of heaven, so they walk their path. And just as the sun sends its light and warmth over the earth, so they send the love of their hearts into the hearts of people, awakening love in the hearts of their fellow human beings. These first fruits are, by virtue of their own strength, steadfast against all temptations. One may show them, one may offer them all the realms of glory in this world—they do not accept them; they desire only to be one with the Primordial Spirit from which they originated. Thus, these people wish to be a macrocosm themselves in this life. That was their consciousness. This is also present in all religions. Those who know the sources of religions know that it is inherent in all these religions to look up to the founders of religions as to the stars of the macrocosm, as to the eternal law of the universe that governs the starry sky. To the initiates and the more advanced, these first fruits of humanity were like suns.

[ 14 ] Wenn der Menschheit gezeigt werden sollte, wie das Karma verläuft, dann wurde ihnen das Abbild der Sonne im Tempel gezeigt. Dieselbe bedeutet dem Menschen das Schicksal, wie der Gang der Sonne im Weltenlauf. [A-mi-t’o] war dasselbe für die Chinesen, als sie den Buddha als den «Sohn» unter ihren Himmelsgöttern verehrten. Und es war dasselbe für die Hindus, wenn sie den Krishna ruhend in den Armen der Deva-Mutter zeigten. Das Weihnachtsfest geht durch alle Religionen hindurch. Es ist das Fest, das dem Menschen zum Bewußisein bringen sollte, daß sein Schicksal einst ein Abbild des Schicksals des Makrokosmos sein soll.

[ 14 ] When humanity was to be shown how karma works, they were shown the image of the sun in the temple. To humans, this symbolizes destiny, just as the sun’s course symbolizes the cycle of the world. [A-mi-t’o] was the same for the Chinese when they worshipped the Buddha as the “Son” among their heavenly gods. And it was the same for the Hindus when they depicted Krishna resting in the arms of the Deva Mother. The Christmas festival runs through all religions. It is the festival that was meant to make people aware that their destiny is to one day be a reflection of the destiny of the macrocosm.

[ 15 ] Im Christentum lebt ebenso die Geistessonne wie in den alten Religionen. Auch im Leben des Christus sollte sich unmittelbar ein Abbild der über das Firmament hineilenden Sonne darleben. Sein Geburtsfest wurde daher in das Weihnachtsfest verlegt. Fragen wir uns, warum. Was geschieht mit der Sonne zur Zeit der Wintersonnenwende, zur Zeit des Weihnachtsfestes? Da werden die Tage wieder länger, nachdem der kürzeste Tag vorüber ist. Das Licht ringt sich wieder heraus aus dem Dunkel. Die Sonne, welche den größten Teil des Tages in Dunkelheit gewesen ist, wird neu geboren, und als solche neu geborene Sonne sendet sie jetzt ihr Licht. Die Geburt des Lichtes wurde um Mitternacht gefeiert, weil aus der Dunkelheit heraus das Licht geboren wurde. So soll symbolisch das Licht der Weisheit geboren werden, das dargestellt wird durch die Menschen-Erstlinge. Die Sonne erscheint wieder von neuem - sie, die hinzieht über das Firmament. Mit ihrer Geburt ist sie ein Symbol für den geborenwerdenden Menschen-Erstling, der ebenso sicher auf seiner Bahn hinwandelt, wie das Weltenall die Harmonie in sich trägt.

[ 15 ] The spiritual sun lives on in Christianity just as it did in the ancient religions. In the life of Christ, too, a direct image of the sun breaking through the firmament was to be revealed. His feast of birth was therefore moved to Christmas. Let us ask ourselves why. What happens to the sun at the time of the winter solstice, at the time of Christmas? The days grow longer again after the shortest day has passed. Light struggles its way out of the darkness once more. The sun, which has been in darkness for most of the day, is reborn, and as this newly born sun, it now sends forth its light. The birth of the light was celebrated at midnight because the light was born out of darkness. Thus, symbolically, the light of wisdom is to be born, represented by the firstborn of humanity. The sun appears anew—she who traverses the firmament. With her birth, she is a symbol of the firstborn human being, who walks his path just as surely as the universe carries harmony within itself.

[ 16 ] Verschiedene christliche Sekten hat es anfangs gegeben, und von ihnen wurde das Fest des Heilandes zu verschiedenen Zeiten gefeiert. 135 solcher Tage gab es in den ersten christlichen Zeiten. Erst im Anfang des 5. Jahrhunderts setzte man ein einheitliches Datum fest, nämlich unser heutiges Weihnachtsfest. Man hat es mit Bewußtsein auf diesen Tag gelegt, um dieselbe Symbolik, welche die ganze alte Welt durchtönt hat, auch für dieses christliche Fest festzulegen. Ein Kirchenvater selbst, der von der Kirche heilig gesprochen worden ist, hat es als berechtigt und im Sinne des Christentums betrachtet. Er erzählt uns, daß die Christen recht getan haben, daß sie in der Zeit, in der die Römer die Geburt des Mithras, die Griechen die Geburt des Dionysos feierten, das Christfest, also die Geburt des Christus, begehen. Es sollte dem Feste der gleiche Sinn unterlegt werden wie für das Mithras-Fest und das Dionysos-Fest, denn auch in ihnen wurde die Geburt der Erstlinge gefeiert. So hat das Christentum in dem Weihnachtsfest ein Symbol aufgerichtet, welches den Menschen immer wieder zum Bewußtsein bringen soll, daß das Karma verbrannt werden muß, damit Harmonie zwischen dem Makrokosmos und dem Mikrokosmos, die heute noch nicht vorhanden ist, einst vorhanden sein wird, damit auch der Mensch einst den unwandelbaren Gesetzen folgt, von denen er nicht abirren darf.

[ 16 ] Various Christian sects existed in the early days, and each celebrated the feast of the Savior on different dates. There were 135 such days in the early Christian era. It was not until the beginning of the 5th century that a single date was established, namely what we now call Christmas. It was deliberately set on this day in order to establish for this Christian festival the same symbolism that permeated the entire ancient world. A Church Father himself, who was canonized by the Church, considered it justified and in keeping with the spirit of Christianity. He tells us that the Christians did right to celebrate the Christian festival—that is, the birth of Christ—at a time when the Romans celebrated the birth of Mithras and the Greeks the birth of Dionysus. The festival was to be imbued with the same meaning as the Mithras festival and the Dionysus festival, for in them, too, the birth of the firstborn was celebrated. Thus, Christianity has established in the Christmas festival a symbol intended to repeatedly remind people that karma must be burned away so that harmony between the macrocosm and the microcosm—which does not yet exist today—may one day exist, and so that humanity may one day follow the immutable laws from which it must not stray.

[ 17 ] So, wie Horus, der Sohn der Isis und des Osiris, das Symbol des Menschendaseins und des Menschenzieles, in der Mitternacht der versammelten Menge gezeigt wurde, und so, wie hingewiesen wurde von den Priestern, daß er die Sonne im geistigen Reiche sei, daß er gleich sei der Kraft der Wärme und des Lichtes der Sonne, so, wie sich die drei weisen Opferpriester freudig geneigt haben, so stellt uns auch die christliche Legende dar, wie sich die drei Weisen neigen vor dem Christuskinde. Dem Stern, dem Lichte folgen sie. Ein tiefer Sinn liegt in dem Besuche der drei Weisen aus dem Morgenlande. Es sind dieselben drei Weisen, die beim Horusdienste tätig gewesen sind und die nun sagen: Uns ist einer geboren, der so unwandelbar seinen Weg gehen wird wie der Stern, der uns jetzt führt. Weit ist noch der Stern von uns. Wenn aber einst dieses Gesetz unser eigen sein wird, dann werden wir gleich dem sein, der das unwandelbare Gesetz in sich trägt. Wie der Stern unser Ideal ist, so ist der, welcher darin geboren ist, unser Vorbild. - Was die Ägypter da gefeiert hatten, das wurde zur Weltentatsache, zum Weltereignis. Deshalb durfte der, welcher das Christentum gegründet hat, seine Jünger zusammenrufen zu der Bergpredigt. Es heißt deshalb: Er führte sie hinweg von dem Volke, auf den Berg. «Berg» bedeutet die Geheimstätte, wo die engeren Vertrauten belehrt wurden. Die deutsche Bibelübersetzung enthält an dieser Stelle einen ungeheuren Irrtum: [«Selig sind, die da geistig arm sind»). In Wahrheit heißt es: «Selig sind, die da Bettler sind um Geist, denn sie finden in sich selbst die Reiche der Himmel.» Zu was wollte sie Jesus machen? Er wollte sie selig machen, die Bettler um Geist. Nur diejenigen, welche hineingeführt wurden in die Tempelgeheimnisse, waren der Weisheit teilhaftig geworden. Hinaustragen wollte der Stifter des Christentums diese Weisheit in alle Welt; nicht nur die Reichen des Geistes sollten die Gnade der Weisheit empfangen -, nein, alle, die da draußen stehen und auch Bettler sind um Geist, sie sollen in sich finden die Reiche der Himmel. Die Menschen haben das früher in den Tempelgeheimnissen gefunden. Nicht nur drinnen in den Tempelstätten sollten sie jetzt die Seligkeit finden, sondern sie sollten die Reiche der Himmel, die ihnen als das harmonische Vorbild des Menschenschicksals hingestellt wurden, in sich selbst finden, sie sollten hinaufschreiten zu dem Gipfel, wo ein Ausgleich zwischen dem wandelbaren, irrenden Menschenherzen und dem unwandelbaren Gesetze des Makrokosmos stattfinden kann. Das sollen die Weihnachtsglocken, nach dem ursprünglichen Willen der Eingeweihten, den Menschen zum Bewußtsein bringen; sie sind ein Hinweis auf das, was uns zeigt, wie Karma zum Ziele führt, wie Weltengesetz und Menschenschicksal zusammenhängen.

[ 17 ] Just as Horus, the son of Isis and Osiris, the symbol of human existence and the human goal, was shown to the assembled crowd at midnight, and just as the priests pointed out that he was the sun in the spiritual realm, that he was equal to the power of the sun’s warmth and light, just as the three wise sacrificial priests joyfully bowed down, so too does Christian legend depict the three wise men bowing before the Christ Child. They follow the star, the light. There is a deeper meaning in the visit of the three wise men from the East. These are the same three wise men who served in the Horus cult and who now say: One has been born to us who will follow his path as unwaveringly as the star that now guides us. The star is still far from us. But when this law becomes our own, then we will be like the one who carries the unchanging law within himself. Just as the star is our ideal, so is the one born of it our model. — What the Egyptians had celebrated there became a world fact, a world event. That is why the one who founded Christianity was able to summon his disciples to the Sermon on the Mount. That is why it is said: He led them away from the people, up the mountain. “Mountain” signifies the secret place where the inner circle was taught. The German Bible translation contains a tremendous error at this point: [“Blessed are those who are spiritually poor”]. In truth, it says: “Blessed are those who are beggars for the Spirit, for they find within themselves the kingdoms of heaven.” What did Jesus want to make of them? He wanted to make them blessed, those beggars for the Spirit. Only those who were initiated into the temple mysteries had become partakers of wisdom. The founder of Christianity wanted to carry this wisdom out into the whole world; not only the rich in spirit were to receive the grace of wisdom—no, all who stand outside and are also beggars for the spirit are to find within themselves the kingdoms of heaven. People used to find this in the temple mysteries. They were now to find bliss not only within the temple precincts, but they were to find within themselves the realms of heaven, which were presented to them as the harmonious model of human destiny; they were to ascend to the summit where a balance can be achieved between the changeable, erring human heart and the unchanging laws of the macrocosm. This is what the Christmas bells, according to the original intention of the initiates, are meant to bring to people’s consciousness; they are a pointer to what shows us how karma leads to the goal, how the laws of the universe and human destiny are connected.

[ 18 ] Und das auch wieder zu hören, das soll uns durch die theosophische Vertiefung gebracht werden. Manche Feste, die wir heute gedankenlos feiern, deren tiefere Bedeutung wir nicht kennen, haben einer tieferen Weisheit ihren Ursprung zu danken. Weil der alte Mensch verbunden war mit der makrokosmischen Welt, deshalb waren ihm die Festesereignisse Zeichen. Das Mysterium des Herzens und des unwandelbaren Gesetzes ertönt uns aus den Klängen der Weihnachtsglocken. Die Theosophie wird in das unmittelbarste Leben die tiefere Weisheit, den Kern der Religionsbekenntnisse wieder bringen; sie wird zeigen, inwiefern diese Wahrheit enthalten. Und wenn wir diese Wahrheit wiedererkennen, dann wird im höchsten Sinne das allmählich in Erfüllung gehen, was ausgedrückt ist an Harmonie zwischen Weltengesetz und Menschenschicksal durch das schöne Wort: Friede sei mit allen Wesen!

[ 18 ] And to hear this once again—that is what theosophical study is meant to bring us. Some festivals that we celebrate thoughtlessly today, whose deeper meaning we do not know, owe their origin to a deeper wisdom. Because the ancient human being was connected to the macrocosmic world, the festival events were signs to him. The mystery of the heart and of the immutable law resounds to us from the sounds of Christmas bells. Theosophy will restore the deeper wisdom, the core of religious creeds, to our immediate lives; it will show to what extent these creeds contain this truth. And when we recognize this truth, then, in the highest sense, what is expressed as harmony between the law of the worlds and human destiny through the beautiful words: “Peace be with all beings!” will gradually come to fulfillment.