Self-Knowledge and God-Knowledge I
GA 90a
28 May 1904, Berlin
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis I, 1st ed.
27. Über die Bedeutung der ältesten Teile des alten Testamentes
27. Über die Bedeutung der ältesten Teile des alten Testamentes
[ 1 ] Ich wollte über die Bedeutung der ältesten Teile des Alten Testamentes noch einiges sprechen, bevor ich zu anderem übergehe. Ich habe Ihnen öfters gesagt, dass man in Bezug auf die Auslegung des Alten Testamentes zu einem Punkt kommt, wo man anfängt, es mehr oder weniger wörtlich nehmen zu können. Nun erlebten wir im neunzehnten Jahrhundert ein Zeitalter, das so wenig wie möglich geeignet war, so etwas wie die fünf Bücher Moses zu begreifen. Wer diese fünf Bücher Moses begreift, der sieht sich selbst zunehmen nicht nur an Einsicht in die Welt, sondern auch zunehmen an innerer Schätzung und Verehrung gegenüber alledem, was an Schriften zu uns spricht, wie etwas, was nicht allein menschliche Stimme, sondern - lassen wir das vorläufig in unbestimmter Art ausgesprochen sein — was zu uns herabklingt von höheren Sphären, als es die menschlichen Sphären sind.
[ 1 ] Ich wollte über die Bedeutung der ältesten Teile des Alten Testamentes noch einiges sprechen, bevor ich zu anderem übergehe. Ich habe Ihnen öfters gesagt, dass man in Bezug auf die Auslegung des Alten Testamentes zu einem Punkt kommt, wo man anfängt, es mehr oder weniger wörtlich nehmen zu können. Nun erlebten wir im neunzehnten Jahrhundert ein Zeitalter, das so wenig wie möglich geeignet war, so etwas wie die fünf Bücher Moses zu begreifen. Wer diese fünf Bücher Moses begreift, der sieht sich selbst zunehmen nicht nur an Einsicht in die Welt, sondern auch zunehmen an innerer Schätzung und Verehrung gegenüber alledem, was an Schriften zu uns spricht, wie etwas, was nicht allein menschliche Stimme, sondern - lassen wir das vorläufig in unbestimmter Art ausgesprochen sein — was zu uns herabklingt von höheren Sphären, als es die menschlichen Sphären sind.
[ 2 ] In der Tat, wir könnten und werden es vielleicht auch einmal tun können, zurückgehen auf den Ursprung, auf die eigentlichen Urtheorien solcher Schriften, auf die ersten Anreger. Aber wir wollen das heute nicht tun. Wir wollen die Frage berühren, die auf eine historische Tatsache zurückgeht, zunächst, welche sich zwar mit den äußeren Mitteln des Schrifttums heute nicht feststellen lässt, die sich aber, wenn die theosophische Bewegung einmal mehr Wurzel gefasst haben wird, als ziemlich selbstverständlich ergeben wird. Also, auf eine historische Tatsache möchte ich zunächst Rücksicht nehmen. Zur Zeit, als das Christentum seinen ersten Ausgangspunkt bekommen hat, als Jesus von Nazareth lebte, da war im berühmten Alexandrien die Schule des Philon. Unter den mannigfaltigen Lehren, welche dieser Philon gab, waren diejenigen die hervorragendsten, die er seinen Schülern über die fünf Bücher des Moses gab.
[ 2 ] In der Tat, wir könnten und werden es vielleicht auch einmal tun können, zurückgehen auf den Ursprung, auf die eigentlichen Urtheorien solcher Schriften, auf die ersten Anreger. Aber wir wollen das heute nicht tun. Wir wollen die Frage berühren, die auf eine historische Tatsache zurückgeht, zunächst, welche sich zwar mit den äußeren Mitteln des Schrifttums heute nicht feststellen lässt, die sich aber, wenn die theosophische Bewegung einmal mehr Wurzel gefasst haben wird, als ziemlich selbstverständlich ergeben wird. Also, auf eine historische Tatsache möchte ich zunächst Rücksicht nehmen. Zur Zeit, als das Christentum seinen ersten Ausgangspunkt bekommen hat, als Jesus von Nazareth lebte, da war im berühmten Alexandrien die Schule des Philon. Unter den mannigfaltigen Lehren, welche dieser Philon gab, waren diejenigen die hervorragendsten, die er seinen Schülern über die fünf Bücher des Moses gab.
[ 3 ] Ich bemerke, dass zu diesen Schülern auch der Evangelist gehörte, welcher das Evangelium des Johannes geschrieben hat. Der Geist lebt also in dem vierten Evangelium, welcher in den ägyptischen Schulen lebte. Diese Auslegung bedurfte einer ganz besonderen spirituellen Eigenart, und Philon sagte zunächst seinen Schülern, dass diese fünf Bücher Moses nicht geschrieben worden seien, um das auszudrücken, was zunächst in ihnen erzählt wird, sondern dass dieses nur ein äußeres Kleid sei, um tiefe innere menschliche Wahrheiten auszudrücken. Zeile für Zeile ist im Alten Testament sinnbildlich, symbolisch für menschliche innere Vorgänge zu verstehen, für solche Vorgänge, welche sich zu gleicher Zeit auch in der Zeit abspielten, das heißt die Vorgänge haben sich in den Besten des Volkes abgespielt durch viele hundert Jahre hindurch, in der Zeit in welcher Abraham nach dem kanaaischen Lande gewandert ist bis zu der Zeit, in der die Juden in die babylonische Gefangenschaft geführt worden sind. Da haben sich Vorgänge abgespielt, die sich nicht äußerlich, sondern in den Seelen abspielten, die allerdings zusammenhingen mit geschichtlichen Vorgängen. Allein, man versteht die geschichtlichen Vorgänge nicht, wenn man sie nicht in Zusammenhang bringt mit den inneren Geschehnissen. Vor allem gerieten die Schüler in eine Stimmung hinein, dass ihnen das ganze Testament als eine Offenbarung des inneren menschlichen Selbst erschien.
[ 3 ] Ich bemerke, dass zu diesen Schülern auch der Evangelist gehörte, welcher das Evangelium des Johannes geschrieben hat. Der Geist lebt also in dem vierten Evangelium, welcher in den ägyptischen Schulen lebte. Diese Auslegung bedurfte einer ganz besonderen spirituellen Eigenart, und Philon sagte zunächst seinen Schülern, dass diese fünf Bücher Moses nicht geschrieben worden seien, um das auszudrücken, was zunächst in ihnen erzählt wird, sondern dass dieses nur ein äußeres Kleid sei, um tiefe innere menschliche Wahrheiten auszudrücken. Zeile für Zeile ist im Alten Testament sinnbildlich, symbolisch für menschliche innere Vorgänge zu verstehen, für solche Vorgänge, welche sich zu gleicher Zeit auch in der Zeit abspielten, das heißt die Vorgänge haben sich in den Besten des Volkes abgespielt durch viele hundert Jahre hindurch, in der Zeit in welcher Abraham nach dem kanaaischen Lande gewandert ist bis zu der Zeit, in der die Juden in die babylonische Gefangenschaft geführt worden sind. Da haben sich Vorgänge abgespielt, die sich nicht äußerlich, sondern in den Seelen abspielten, die allerdings zusammenhingen mit geschichtlichen Vorgängen. Allein, man versteht die geschichtlichen Vorgänge nicht, wenn man sie nicht in Zusammenhang bringt mit den inneren Geschehnissen. Vor allem gerieten die Schüler in eine Stimmung hinein, dass ihnen das ganze Testament als eine Offenbarung des inneren menschlichen Selbst erschien.
[ 4 ] Ich will Ihnen gleich einige Proben geben. Das, was ich Ihnen erzählt habe, wurde von den Gelehrten des neunzehnten Jahrhunderts als bloße Mythe angesehen, vor allen Dingen auch die Erklärungen, die Philon gegeben hat. Er hat diese noch in eindringlicher Weise in mündlicher Auseinandersetzung gegeben. Alles das, was davon auf die Nachwelt gekommen ist, hat man als allegorische Auslegung betrachtet, dem nichts weiter beizulegen ist. Man ist im neunzehnten Jahrhundert daran gegangen, vor allen Dingen auf dem physischen Plan zu bleiben und die Tatsachen zu prüfen, die sich dem Geschichtsforscher ergeben. Wenn auch die Bibel ihrer Chronologie nach angezweifelt wurde, wenn man auch davon abgekommen war, dass die Welt 4000 Jahre vor Christi Geburt erschaffen worden ist, so nahm man doch im Anfange des neunzehnten Jahrhunderts die Bibel als eine Art historisches Dokument, als etwas, das uns Mitteilungen über geschichtliche Vorgänge machte. Man nahm die Vorgänge, die erzählt wurden — wenn sie auch ungenau erzählt wurden -, so, als wenn es auf sie ankäme. Ich rede jetzt vom Standpunkte der äußeren gelehrten Forschung. Das andere, was im okkulten Gebiete vorkam, beachtete man gar nicht.
[ 4 ] Ich will Ihnen gleich einige Proben geben. Das, was ich Ihnen erzählt habe, wurde von den Gelehrten des neunzehnten Jahrhunderts als bloße Mythe angesehen, vor allen Dingen auch die Erklärungen, die Philon gegeben hat. Er hat diese noch in eindringlicher Weise in mündlicher Auseinandersetzung gegeben. Alles das, was davon auf die Nachwelt gekommen ist, hat man als allegorische Auslegung betrachtet, dem nichts weiter beizulegen ist. Man ist im neunzehnten Jahrhundert daran gegangen, vor allen Dingen auf dem physischen Plan zu bleiben und die Tatsachen zu prüfen, die sich dem Geschichtsforscher ergeben. Wenn auch die Bibel ihrer Chronologie nach angezweifelt wurde, wenn man auch davon abgekommen war, dass die Welt 4000 Jahre vor Christi Geburt erschaffen worden ist, so nahm man doch im Anfange des neunzehnten Jahrhunderts die Bibel als eine Art historisches Dokument, als etwas, das uns Mitteilungen über geschichtliche Vorgänge machte. Man nahm die Vorgänge, die erzählt wurden — wenn sie auch ungenau erzählt wurden -, so, als wenn es auf sie ankäme. Ich rede jetzt vom Standpunkte der äußeren gelehrten Forschung. Das andere, was im okkulten Gebiete vorkam, beachtete man gar nicht.
[ 5 ] Aus der Errungenschaft der Keilschriften-Entzifferung ergab sich aber etwas. Es stellte sich heraus, dass man das, was man an Erzählungen im Alten Testament finden kann, auch in den babylonischen Sagen und Mythen findet. Namentlich schildern uns dieselben eine Weltentstehung, die ganz ähnlich ist der biblischen Weltentstehung. Auch die Geschichte vom Sündenfall wird ganz ähnlich in der babylonischen Mythe erzählt. Bezeichnend ist der Inhalt der bedeutenden Siegelabdrücke. Es ist der Abdruck, der zwei Personen unter einem Baum sitzend und eine Schlange dabei zeigt. Wir haben da auf einem Siegelabdruck, der viel älter ist als die Schriften selbst sind, den Sündenfall dargestellt. In Keilschrift also haben wir die Geschichte des Sündenfalls, die Rettung der Menschheit ähnlich wie durch Noah und so weiter, sodass man sich klar darüber wurde, dass die Auffassung, die Urkunde des Alten Testamentes beruhe auf göttlicher Offenbarung, sei unmittelbar dem Moses durch Gott gegeben worden, nicht aufrechterhalten werden konnte. Es ist selbstverständlich, dass die weltliche Gelehrsamkeit den Schluss daraus gezogen hat, dass die Juden diese Sagen nicht geoffenbart erhalten haben, sondern dass sie sie damals, als sie aus ihrer Stammesheimat heruntergekommen sind, mit hinuntergebracht haben und diese dann von außen beeinflusst worden sind.
[ 5 ] Aus der Errungenschaft der Keilschriften-Entzifferung ergab sich aber etwas. Es stellte sich heraus, dass man das, was man an Erzählungen im Alten Testament finden kann, auch in den babylonischen Sagen und Mythen findet. Namentlich schildern uns dieselben eine Weltentstehung, die ganz ähnlich ist der biblischen Weltentstehung. Auch die Geschichte vom Sündenfall wird ganz ähnlich in der babylonischen Mythe erzählt. Bezeichnend ist der Inhalt der bedeutenden Siegelabdrücke. Es ist der Abdruck, der zwei Personen unter einem Baum sitzend und eine Schlange dabei zeigt. Wir haben da auf einem Siegelabdruck, der viel älter ist als die Schriften selbst sind, den Sündenfall dargestellt. In Keilschrift also haben wir die Geschichte des Sündenfalls, die Rettung der Menschheit ähnlich wie durch Noah und so weiter, sodass man sich klar darüber wurde, dass die Auffassung, die Urkunde des Alten Testamentes beruhe auf göttlicher Offenbarung, sei unmittelbar dem Moses durch Gott gegeben worden, nicht aufrechterhalten werden konnte. Es ist selbstverständlich, dass die weltliche Gelehrsamkeit den Schluss daraus gezogen hat, dass die Juden diese Sagen nicht geoffenbart erhalten haben, sondern dass sie sie damals, als sie aus ihrer Stammesheimat heruntergekommen sind, mit hinuntergebracht haben und diese dann von außen beeinflusst worden sind.
[ 6 ] Je weiter man im Alten Testament heraufkommt, desto klarer wird es. Man muss annehmen, dass das, was uns erzählt wird von Joseph, der um die Zeit der Pharaonen gelebt hat und der den Juden zu einer angesehenen Stellung in Ägypten verholfen hat, richtig ist. Und es muss ferner angenommen werden, dass es ebenso einen solchen Moses gegeben hat.
[ 6 ] Je weiter man im Alten Testament heraufkommt, desto klarer wird es. Man muss annehmen, dass das, was uns erzählt wird von Joseph, der um die Zeit der Pharaonen gelebt hat und der den Juden zu einer angesehenen Stellung in Ägypten verholfen hat, richtig ist. Und es muss ferner angenommen werden, dass es ebenso einen solchen Moses gegeben hat.
[ 7 ] Da hat man wenigstens verspürt, dass es zusammen eine Geschichte geben würde. Die geschichtlichen Urkunden haben in späterer Zeit auch da wieder der rein historischen Forschung den Boden abgegraben. Wir haben Dokumente, die bezeugen, dass in der Zeit, in welcher die Geschichte mit Joseph gespielt hat, Völker, die wir nicht anders bezeichnen können als mit dem Wort Hebräer, gelebt haben in dem Lande Kanaan, und dass sie sich gewandt haben an den Pharao, um Unterstützung in einer Hungersnot zu erhalten. Diese Briefe sind in babylonischer Sprache geschrieben und an den ägyptischen Pharao gerichtet. Daraus ist zu entnehmen, dass die babylonische Sprache ein großes Ansehen gehabt haben muss. Die Sprache der Gebildeten war damals die babylonische Sprache, wie es in früheren Jahrhunderten bei uns die französische Sprache war.
[ 7 ] Da hat man wenigstens verspürt, dass es zusammen eine Geschichte geben würde. Die geschichtlichen Urkunden haben in späterer Zeit auch da wieder der rein historischen Forschung den Boden abgegraben. Wir haben Dokumente, die bezeugen, dass in der Zeit, in welcher die Geschichte mit Joseph gespielt hat, Völker, die wir nicht anders bezeichnen können als mit dem Wort Hebräer, gelebt haben in dem Lande Kanaan, und dass sie sich gewandt haben an den Pharao, um Unterstützung in einer Hungersnot zu erhalten. Diese Briefe sind in babylonischer Sprache geschrieben und an den ägyptischen Pharao gerichtet. Daraus ist zu entnehmen, dass die babylonische Sprache ein großes Ansehen gehabt haben muss. Die Sprache der Gebildeten war damals die babylonische Sprache, wie es in früheren Jahrhunderten bei uns die französische Sprache war.
[ 8 ] Es hat sich aber noch etwas anderes ergeben. Die Person des Joseph ist höchst zweifelhaft geworden. Die Geschichte hat diese Figur allmählich verflüchtigt. Es hat sich herausgestellt, dass eine Persönlichkeit, die Statthalter war in einem jüdischen Lande, identisch ist mit Joseph, sodass die Geschichte in der Bibel einem Statthalter entspricht, der die Geschichte nicht erlebt haben kann. Er hat am pharaonischen Hofe die Gesuche der Juden bei den Pharaonen befürwortet. Wir würden also nicht einen Joseph haben, der für sein Volk in der Weise gesprochen hat, wie es in der Bibel steht, sondern der sich als Statthalter der Juden angenommen hat, und dass sie auch damals den Ägypterzug gemacht haben. Heute erscheint es fraglicher denn je, dass der Zug der Israeliten nach Ägypten wirklich stattgefunden hat. Es ist ganz unmöglich, dass der Rückzug unter Moses sich so abgespielt haben kann, wie er erzählt wird. Es wird erzählt, dass die Juden in die Wüste gezogen sind, es wird dies so erzählt, als ob keine anderen Völker dort gewesen wären. Gerade in jener Zeit aber muss diese Gegend von anderen Völkern bewohnt gewesen sein, die sich mächtig dagegen gewehrt haben würden. Wenn wir also dies alles wörtlich verstehen, so schwebt alles in der Luft.
[ 8 ] Es hat sich aber noch etwas anderes ergeben. Die Person des Joseph ist höchst zweifelhaft geworden. Die Geschichte hat diese Figur allmählich verflüchtigt. Es hat sich herausgestellt, dass eine Persönlichkeit, die Statthalter war in einem jüdischen Lande, identisch ist mit Joseph, sodass die Geschichte in der Bibel einem Statthalter entspricht, der die Geschichte nicht erlebt haben kann. Er hat am pharaonischen Hofe die Gesuche der Juden bei den Pharaonen befürwortet. Wir würden also nicht einen Joseph haben, der für sein Volk in der Weise gesprochen hat, wie es in der Bibel steht, sondern der sich als Statthalter der Juden angenommen hat, und dass sie auch damals den Ägypterzug gemacht haben. Heute erscheint es fraglicher denn je, dass der Zug der Israeliten nach Ägypten wirklich stattgefunden hat. Es ist ganz unmöglich, dass der Rückzug unter Moses sich so abgespielt haben kann, wie er erzählt wird. Es wird erzählt, dass die Juden in die Wüste gezogen sind, es wird dies so erzählt, als ob keine anderen Völker dort gewesen wären. Gerade in jener Zeit aber muss diese Gegend von anderen Völkern bewohnt gewesen sein, die sich mächtig dagegen gewehrt haben würden. Wenn wir also dies alles wörtlich verstehen, so schwebt alles in der Luft.
[ 9 ] Die profane [Geschichtsschreibung] hat dazu beigetragen, die Bibel zu zerpflücken. Wenn der Kritiker anfängt, mit seiner Kritik einzusetzen, so sieht er sich vor dem Nichts stehen. Der Kritiker muss zuletzt damit enden: Ich kann gar nichts sagen. Es kann so sein, es kann aber auch anders sein - das ist der Schluss, auf den der profane Kritiker notwendig kommen muss.
[ 9 ] Die profane [Geschichtsschreibung] hat dazu beigetragen, die Bibel zu zerpflücken. Wenn der Kritiker anfängt, mit seiner Kritik einzusetzen, so sieht er sich vor dem Nichts stehen. Der Kritiker muss zuletzt damit enden: Ich kann gar nichts sagen. Es kann so sein, es kann aber auch anders sein - das ist der Schluss, auf den der profane Kritiker notwendig kommen muss.
[ 10 ] Ich kann diesbezüglich ja nur eine Skizze geben. Wenn Sie aber die Sache durchgehen, durchsehen würden, so würden Sie finden - was ich ja angedeutet habe -, dass nichts anderes das Resultat sein kann, als was ich angedeutet habe: Höhere Kritik und absolute Ergebnislosigkeit. Das hat wahrscheinlich die Wirkung, dass man sich fragen wird: Sind denn jene Auslegungen, die Philon von Alexandrien gegeben hat, dass es nur ein Spiel mit Worten ist, richtig, oder sind die alten Dokumente vielleicht in dem Sinne geschrieben, wie Philon von Alexandrien es noch wissen konnte, was aber später vergessen worden ist?
[ 10 ] Ich kann diesbezüglich ja nur eine Skizze geben. Wenn Sie aber die Sache durchgehen, durchsehen würden, so würden Sie finden - was ich ja angedeutet habe -, dass nichts anderes das Resultat sein kann, als was ich angedeutet habe: Höhere Kritik und absolute Ergebnislosigkeit. Das hat wahrscheinlich die Wirkung, dass man sich fragen wird: Sind denn jene Auslegungen, die Philon von Alexandrien gegeben hat, dass es nur ein Spiel mit Worten ist, richtig, oder sind die alten Dokumente vielleicht in dem Sinne geschrieben, wie Philon von Alexandrien es noch wissen konnte, was aber später vergessen worden ist?
[ 11 ] Nicht nur im ersten Buche Moses, sondern auch in den späteren Büchern ist eine Antwort zu finden, wenn man sie esoterisch prüft und wenn man sich fragt: Hat sich das wörtlich so abgespielt, wie es da scheinbar steht, oder waren die Schriftsteller solche, die Esoterik verfochten, waren es Geister, welche mit dem, was sie äußerlich darstellten, einen inneren Sinn verbanden? Die ganzen Gegenden, um die es sich handelt und von denen gesagt wird, dass Abraham sie durchzogen habe, dass Abraham darin in der Zeit gewohnt haben muss, die einer großen Invasion des Volkes vorangegangen war, die Gegenden im Norden des Euphrat; Persien, Indien, dann aber auch Ägypten, alle diese Gegenden waren übersät mit okkulten Schulen. Sie waren mehr oder weniger in Ruhe gelassen worden, namentlich bis zum Jahre Zweitausenfünfhundert vor Christi Geburt. Aber in der Mitte des dritten Jahrtausends vor Christi Geburt fanden große Völkerwanderungen statt. Das, was man als das babylonische Volk bezeichnet, hat sich auch in ungefähr dieser Zeit da niedergelassen. Früher waren es noch mehr Völker, die wussten, was Priesterherrschaft bedeutet.
[ 11 ] Nicht nur im ersten Buche Moses, sondern auch in den späteren Büchern ist eine Antwort zu finden, wenn man sie esoterisch prüft und wenn man sich fragt: Hat sich das wörtlich so abgespielt, wie es da scheinbar steht, oder waren die Schriftsteller solche, die Esoterik verfochten, waren es Geister, welche mit dem, was sie äußerlich darstellten, einen inneren Sinn verbanden? Die ganzen Gegenden, um die es sich handelt und von denen gesagt wird, dass Abraham sie durchzogen habe, dass Abraham darin in der Zeit gewohnt haben muss, die einer großen Invasion des Volkes vorangegangen war, die Gegenden im Norden des Euphrat; Persien, Indien, dann aber auch Ägypten, alle diese Gegenden waren übersät mit okkulten Schulen. Sie waren mehr oder weniger in Ruhe gelassen worden, namentlich bis zum Jahre Zweitausenfünfhundert vor Christi Geburt. Aber in der Mitte des dritten Jahrtausends vor Christi Geburt fanden große Völkerwanderungen statt. Das, was man als das babylonische Volk bezeichnet, hat sich auch in ungefähr dieser Zeit da niedergelassen. Früher waren es noch mehr Völker, die wussten, was Priesterherrschaft bedeutet.
[ 12 ] In all diesen Gegenden hatte man sieben Grade der Einweihung. Der erste Grad war der Grad der «Raben». Eingeweihte dieses Grades waren diejenigen, welche die Verbindung der Außenwelt mit den Geheimstätten besorgten. Daher sind die Raben die Kundschafter, die dem, der im Innern des Tempels ist, Nachrichten von der Außenwelt bringen, aus denen er die Möglichkeit des Wirkens finder. Wenn der alte Barbarossa von Jahrhundert zu Jahrhundert fragt, ob die Raben noch um den Berg herumfliegen, so ist das nichts als die okkulte Ausdeutung dafür, ob die Verbindung mit der Außenwelt noch besteht.
[ 12 ] In all diesen Gegenden hatte man sieben Grade der Einweihung. Der erste Grad war der Grad der «Raben». Eingeweihte dieses Grades waren diejenigen, welche die Verbindung der Außenwelt mit den Geheimstätten besorgten. Daher sind die Raben die Kundschafter, die dem, der im Innern des Tempels ist, Nachrichten von der Außenwelt bringen, aus denen er die Möglichkeit des Wirkens finder. Wenn der alte Barbarossa von Jahrhundert zu Jahrhundert fragt, ob die Raben noch um den Berg herumfliegen, so ist das nichts als die okkulte Ausdeutung dafür, ob die Verbindung mit der Außenwelt noch besteht.
[ 13 ] Im zweiten Grad der Einweihung waren diejenigen, die das Wort gebrauchen konnten, diejenigen, welche so viel gelernt hatten, dass sie inspiriert waren von dem spirituellen Leben. Man hieß sie die Streiter.
[ 13 ] Im zweiten Grad der Einweihung waren diejenigen, die das Wort gebrauchen konnten, diejenigen, welche so viel gelernt hatten, dass sie inspiriert waren von dem spirituellen Leben. Man hieß sie die Streiter.
[ 14 ] Im dritten Grad der Einweihung waren diejenigen, welche durch die Tat wirken konnten, welche fest standen durch ihre Kraft. Man nannte sie die «Löwen». Streiter ist derjenige, welcher durch das Wort wirkte, er ist das, was man auch Prophet nannte. Diejenigen aber, die Löwen geworden sind, wirken durch die Tat. Ihre Wirkung bleibt indessen manchmal mehr oder weniger unbemerkt. Sie werden oft gar nicht erkannt.
[ 14 ] Im dritten Grad der Einweihung waren diejenigen, welche durch die Tat wirken konnten, welche fest standen durch ihre Kraft. Man nannte sie die «Löwen». Streiter ist derjenige, welcher durch das Wort wirkte, er ist das, was man auch Prophet nannte. Diejenigen aber, die Löwen geworden sind, wirken durch die Tat. Ihre Wirkung bleibt indessen manchmal mehr oder weniger unbemerkt. Sie werden oft gar nicht erkannt.
[ 15 ] Die im vierten Grade Eingeweihten hießen die «Okkulten», [die im Innern des Tempels arbeiteten].
[ 15 ] Die im vierten Grade Eingeweihten hießen die «Okkulten», [die im Innern des Tempels arbeiteten].
[ 16 ] Die im fünften Grad Eingeweihten wurden in jedem Lande so genannt, wie der Name des betreffenden [Volkes] war. In Indien wurden sie genannt: «Der Mensch» - «Manas». Der war erst im wahren Sinne Mensch, dem Manas aufgegangen war. Bei den Persern hießen sie «Perser», bei den alten Chaldäern hießen sie «Chaldäer. Das ganze Volk hieß ja Chaldäer, aber ganz besonders hießen so die Initiierten im fünften Grad. Deshalb hat man es auch immer verwechselt, wann das Volk und wann die initiierten Priester bezeichnet waren. Die Eingeweihten dieses Grades waren Priester, die sich mit Astronomie und Astrologie beschäftigten.
[ 16 ] Die im fünften Grad Eingeweihten wurden in jedem Lande so genannt, wie der Name des betreffenden [Volkes] war. In Indien wurden sie genannt: «Der Mensch» - «Manas». Der war erst im wahren Sinne Mensch, dem Manas aufgegangen war. Bei den Persern hießen sie «Perser», bei den alten Chaldäern hießen sie «Chaldäer. Das ganze Volk hieß ja Chaldäer, aber ganz besonders hießen so die Initiierten im fünften Grad. Deshalb hat man es auch immer verwechselt, wann das Volk und wann die initiierten Priester bezeichnet waren. Die Eingeweihten dieses Grades waren Priester, die sich mit Astronomie und Astrologie beschäftigten.
[ 17 ] Die im sechsten Grade Eingeweihten hießen überall die «Sonnenläufer. Deren Leben war so rhythmisch geworden, dass es ablief so regelmäßig wie der Lauf der Sonne. Eine Verwirrung hätte er angerichtet, wenn er von seiner Bahn abgewichen wäre, so wie die Sonne eine Verwirrung anrichten würde, wenn sie einmal einen Schritt aus ihrer Bahn herausträte. Die Sonnenläufer waren diejenigen, welche dazu berufen wurden, die Völker zu regieren. Die Könige Vorderasiens, Südasiens und Ägyptens waren dazu vorbereitet dadurch, dass sie im sechsten Grade initiiert worden waren. In den Statthaltern von Ägypten haben wir also Sonnenläufer zu finden, die einen hohen Grad der Entwicklung erreicht hatten, die die Geheimsprache der Welt verstanden, und die es auch verstanden, die spirituellen Geheimnisse auszuleben. Von solchen Menschen wurde dann gesagt, dass sie ein Leben führten wie die Sonne und dass sich vor ihnen neigen Sonne, Mond und Sterne, so wie sich vor der Sonne neigen Mond und Sterne.
[ 17 ] Die im sechsten Grade Eingeweihten hießen überall die «Sonnenläufer. Deren Leben war so rhythmisch geworden, dass es ablief so regelmäßig wie der Lauf der Sonne. Eine Verwirrung hätte er angerichtet, wenn er von seiner Bahn abgewichen wäre, so wie die Sonne eine Verwirrung anrichten würde, wenn sie einmal einen Schritt aus ihrer Bahn herausträte. Die Sonnenläufer waren diejenigen, welche dazu berufen wurden, die Völker zu regieren. Die Könige Vorderasiens, Südasiens und Ägyptens waren dazu vorbereitet dadurch, dass sie im sechsten Grade initiiert worden waren. In den Statthaltern von Ägypten haben wir also Sonnenläufer zu finden, die einen hohen Grad der Entwicklung erreicht hatten, die die Geheimsprache der Welt verstanden, und die es auch verstanden, die spirituellen Geheimnisse auszuleben. Von solchen Menschen wurde dann gesagt, dass sie ein Leben führten wie die Sonne und dass sich vor ihnen neigen Sonne, Mond und Sterne, so wie sich vor der Sonne neigen Mond und Sterne.
[ 18 ] Von solchen Sonnenläufern oder Sonnenhelden wird in den verschiedensten Sagen und Mythen erzählt. Herkules ist nichts anderes als ein Sonnenheld. Die zwölf Arbeiten sind der Durchgang durch die zwölf Bilder des Tierkreises. Jason ist auch solch ein Sonnenläufer, der aus dem rauen Lande der Barbaren das goldene Vlies zu holen auszog. So können sie bei den verschiedenen Völkern Mythen mit Sonnenhelden finden. Die Gelehrten haben sich viel gewundert, warum die Helden der Mythen so vielfach ähnlich dargestellt werden. Man hat sich gewundert, dass das Buddha-Leben, das Leben des Herkules und des Zarathustra, das Osiris-Leben und das ChristusLeben so ähnlich sind. Wenn sie gewusst hätten, dass diese Eingeweihte waren im sechsten Grade und dass einfach erzählt worden ist das Leben eines Sonnenläufers, dann hätten sie sich nicht zu wundern brauchen. Selbst die Christus-Erzählung gehört dazu, und es geht daraus hervor, dass es wirkliche Ereignisse in ihrem Leben waren, die aber vorherbestimmt waren durch ihre Mitbrüder. Ihr Lebenslauf war Jahrtausende vorher vorgezeichnet. Man beschrieb das Leben eines Sonnenläufers vorher, denn durch Jahrtausende hindurch ist das Leben eines solchen Heros in derselben Weise abgelaufen.
[ 18 ] Von solchen Sonnenläufern oder Sonnenhelden wird in den verschiedensten Sagen und Mythen erzählt. Herkules ist nichts anderes als ein Sonnenheld. Die zwölf Arbeiten sind der Durchgang durch die zwölf Bilder des Tierkreises. Jason ist auch solch ein Sonnenläufer, der aus dem rauen Lande der Barbaren das goldene Vlies zu holen auszog. So können sie bei den verschiedenen Völkern Mythen mit Sonnenhelden finden. Die Gelehrten haben sich viel gewundert, warum die Helden der Mythen so vielfach ähnlich dargestellt werden. Man hat sich gewundert, dass das Buddha-Leben, das Leben des Herkules und des Zarathustra, das Osiris-Leben und das ChristusLeben so ähnlich sind. Wenn sie gewusst hätten, dass diese Eingeweihte waren im sechsten Grade und dass einfach erzählt worden ist das Leben eines Sonnenläufers, dann hätten sie sich nicht zu wundern brauchen. Selbst die Christus-Erzählung gehört dazu, und es geht daraus hervor, dass es wirkliche Ereignisse in ihrem Leben waren, die aber vorherbestimmt waren durch ihre Mitbrüder. Ihr Lebenslauf war Jahrtausende vorher vorgezeichnet. Man beschrieb das Leben eines Sonnenläufers vorher, denn durch Jahrtausende hindurch ist das Leben eines solchen Heros in derselben Weise abgelaufen.
[ 19 ] Ich möchte Sie auf die Erzählung von Joseph aufmerksam machen. Lesen Sie sie und hören Sie, was ich zur Anleitung gesprochen haben möchte. Israel, der Vater des Joseph, machte ihm einen bunten Rock. Bei den Persern hießen die im fünften Grade Eingeweihten «Perser, bei den Israeliten hießen sie «Israeb. Es war ein wirklicher Vorgang, dass die im fünften Grade Initiierten sich an einem bestimmten Tag vor den im sechsten Grade Initiierten verbeugten. Joseph erzählt seinen Brüdern seinen Traum mit den Garben, die sich vor der seinigen verneigten, worauf die Brüder zu ihm sagten: Solltest du unser König werden und über uns herrschen? - Sie verstanden aber nicht alles. Nun sprach er sich noch deutlicher aus, indem er seinen Brüdern noch einen anderen Traum erzählte: Siehe, die Sonne und der Mond und elf Sterne neigten sich vor mir. Hier sprach Joseph davon, dass er initiiert werden will im sechsten Grade. - Lasst uns ihn in eine Grube werfen, sagten die Brüder. Die «Grube ist die Stätte der Initiation. Ein «wildes Tier» hat Josef zerrissen. Das Zerreißen der irdischen Kleider ist das Absterben des Niedrigen. Die Erzählung zeigt uns, dass Joseph herangewachsen ist zum Sonnenläufer, zum Sonnenheros.
[ 19 ] Ich möchte Sie auf die Erzählung von Joseph aufmerksam machen. Lesen Sie sie und hören Sie, was ich zur Anleitung gesprochen haben möchte. Israel, der Vater des Joseph, machte ihm einen bunten Rock. Bei den Persern hießen die im fünften Grade Eingeweihten «Perser, bei den Israeliten hießen sie «Israeb. Es war ein wirklicher Vorgang, dass die im fünften Grade Initiierten sich an einem bestimmten Tag vor den im sechsten Grade Initiierten verbeugten. Joseph erzählt seinen Brüdern seinen Traum mit den Garben, die sich vor der seinigen verneigten, worauf die Brüder zu ihm sagten: Solltest du unser König werden und über uns herrschen? - Sie verstanden aber nicht alles. Nun sprach er sich noch deutlicher aus, indem er seinen Brüdern noch einen anderen Traum erzählte: Siehe, die Sonne und der Mond und elf Sterne neigten sich vor mir. Hier sprach Joseph davon, dass er initiiert werden will im sechsten Grade. - Lasst uns ihn in eine Grube werfen, sagten die Brüder. Die «Grube ist die Stätte der Initiation. Ein «wildes Tier» hat Josef zerrissen. Das Zerreißen der irdischen Kleider ist das Absterben des Niedrigen. Die Erzählung zeigt uns, dass Joseph herangewachsen ist zum Sonnenläufer, zum Sonnenheros.
[ 20 ] Ägypten war der Ort derjenigen Tempelstätten, wo die höchsten Initiierten waren. Der siebente Grad ist der Grad der «Väter. Abraham gehörte nur in Chaldäa zu den Vätern. Moses konnte dann auch durch Joseph in die ägyptischen Mysterien eingeweiht werden, und daraus ging dann das hervor, was Moses zu seinem Volke gesprochen hat.
[ 20 ] Ägypten war der Ort derjenigen Tempelstätten, wo die höchsten Initiierten waren. Der siebente Grad ist der Grad der «Väter. Abraham gehörte nur in Chaldäa zu den Vätern. Moses konnte dann auch durch Joseph in die ägyptischen Mysterien eingeweiht werden, und daraus ging dann das hervor, was Moses zu seinem Volke gesprochen hat.
[ 21 ] Dies ist andeutungsweise eine Probe aus dem Unterricht, wie ihn Philon seinen Schülern hat angedeihen lassen. Die Gelehrten hatten keine Ahnung davon, dass hier geistige Vorgänge vorliegen, sondern sie glaubten, dass da wirkliche geschichtliche Vorgänge geschildert worden seien. Nun begreifen wir aber auch, weshalb der Bibelkritik nichts übrig bleibt. Sie hält sich nicht an den wirklichen Inhalt, den lässt sie zwischen den Fingern hindurchrinnen.
[ 21 ] Dies ist andeutungsweise eine Probe aus dem Unterricht, wie ihn Philon seinen Schülern hat angedeihen lassen. Die Gelehrten hatten keine Ahnung davon, dass hier geistige Vorgänge vorliegen, sondern sie glaubten, dass da wirkliche geschichtliche Vorgänge geschildert worden seien. Nun begreifen wir aber auch, weshalb der Bibelkritik nichts übrig bleibt. Sie hält sich nicht an den wirklichen Inhalt, den lässt sie zwischen den Fingern hindurchrinnen.
[ 22 ] Die Juden der ersten Christen-Gemeinden erzählten die Initiation in einer ähnlichen Weise von Jesus. Der Schlüssel dazu liegt in den alten Kommentaren, die für die Bibel und die Veden vorhanden sind.
[ 22 ] Die Juden der ersten Christen-Gemeinden erzählten die Initiation in einer ähnlichen Weise von Jesus. Der Schlüssel dazu liegt in den alten Kommentaren, die für die Bibel und die Veden vorhanden sind.
[ 23 ] [Geistige Vorgänge, die esoterisch gelesen werden müssen, sind auch die Märchen, beispielsweise «Die sieben Geißlein». - Den wirklichen Inhalt lässt die äußere Kritik immer durchschlüpfen, sie nimmt die Symbole als Taten. - Die Schlüssel hat die äußere Gelehrsamkeit nicht, sie weiß nicht, wie solche Sachen zu lesen sind.)
[ 23 ] [Geistige Vorgänge, die esoterisch gelesen werden müssen, sind auch die Märchen, beispielsweise «Die sieben Geißlein». - Den wirklichen Inhalt lässt die äußere Kritik immer durchschlüpfen, sie nimmt die Symbole als Taten. - Die Schlüssel hat die äußere Gelehrsamkeit nicht, sie weiß nicht, wie solche Sachen zu lesen sind.)
[ 24 ] Das nächste Mal werde ich eine der bedeutsamsten Erzählungen durchnehmen, die Sie oftmals gehört haben, deren innere Bedeutung aber so unendlich tief ist wie kaum etwas anderes - die Geschichte von Kain und Abel. Einerseits haben wir den Totschlag Kains, und andererseits wird von Kain abgeleitet das ganze Menschengeschlecht. In dem die Tiere des Waldes opfernden Abel und dem die Früchte des Feldes opfernden Kain liegt das große Geheimnis.
[ 24 ] Das nächste Mal werde ich eine der bedeutsamsten Erzählungen durchnehmen, die Sie oftmals gehört haben, deren innere Bedeutung aber so unendlich tief ist wie kaum etwas anderes - die Geschichte von Kain und Abel. Einerseits haben wir den Totschlag Kains, und andererseits wird von Kain abgeleitet das ganze Menschengeschlecht. In dem die Tiere des Waldes opfernden Abel und dem die Früchte des Feldes opfernden Kain liegt das große Geheimnis.
