Self-Knowledge and God-Knowledge I
GA 90a
undated August(?) 1904, Berlin
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Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis I, 1st ed.
55. Die Gestaltung des Menschen I
55. Die Gestaltung des Menschen I
[ 1 ] Wir wollen zunächst in Kürze wiederholen, was sich aus der Betrachtung der sieben Grundteile des Menschen ergeben hat. Der Mensch ist Bürger dreier Welten, der physischen, der seelischen und der geistigen. Die physische Welt ist ein Abglanz der geistigen, gleichsam ihr Gegenpol. Wie wir in einem Wasserspiegel eine Berglandschaft sich so abspiegeln sehen, dass der Fuß des Berges zunächst im Wasser sichtbar wird, der Gipfel aber am tiefsten unten, so ist es auch mit der Geisteswelt. Sie erlebt ihre Umkehrung in der physischen Welt - das tiefste Physische entspricht dem höchsten Geistigen. Atma entspricht dem Mineral, Budhi der Lebenswelt, Manas der Tierwelt, deren äußerer Ausdruck das Tierreich ist.
[ 1 ] Wir wollen zunächst in Kürze wiederholen, was sich aus der Betrachtung der sieben Grundteile des Menschen ergeben hat. Der Mensch ist Bürger dreier Welten, der physischen, der seelischen und der geistigen. Die physische Welt ist ein Abglanz der geistigen, gleichsam ihr Gegenpol. Wie wir in einem Wasserspiegel eine Berglandschaft sich so abspiegeln sehen, dass der Fuß des Berges zunächst im Wasser sichtbar wird, der Gipfel aber am tiefsten unten, so ist es auch mit der Geisteswelt. Sie erlebt ihre Umkehrung in der physischen Welt - das tiefste Physische entspricht dem höchsten Geistigen. Atma entspricht dem Mineral, Budhi der Lebenswelt, Manas der Tierwelt, deren äußerer Ausdruck das Tierreich ist.
[ 2 ] Das Seelische ist das, was beide Welten verbindet. Der Mensch ist eine Zusammenfassung alles dessen, was uns in den andern Welten begegnet - der Mikrokosmos im Makrokosmos. Abgekürzt und zusammengedrängt finden wir in ihm alles wieder, was sich im Kosmos abspielt. Wir können verfolgen, wie sich die drei Welten in ihm einen Ausdruck schaffen, um sich selbst gleichsam durch ihn anzuschauen. Der Mensch ist das über dem Kosmos geöffnete Auge, von ihm selbst erbaut.
[ 2 ] Das Seelische ist das, was beide Welten verbindet. Der Mensch ist eine Zusammenfassung alles dessen, was uns in den andern Welten begegnet - der Mikrokosmos im Makrokosmos. Abgekürzt und zusammengedrängt finden wir in ihm alles wieder, was sich im Kosmos abspielt. Wir können verfolgen, wie sich die drei Welten in ihm einen Ausdruck schaffen, um sich selbst gleichsam durch ihn anzuschauen. Der Mensch ist das über dem Kosmos geöffnete Auge, von ihm selbst erbaut.
[ 3 ] Sehen wir zunächst, wie die mineralischen Kräfte auf ihn wirken: Sie ballen den Stoff zusammen - durch Anziehung und Abstoßung, durch Zahl und Maß. Dadurch entsteht die physische Grundlage des Menschen. Sie wäre an sich starr und leblos, gleich dem Bergkristall, der nach denselben Gesetzen der Stoffverbindung entsteht.
[ 3 ] Sehen wir zunächst, wie die mineralischen Kräfte auf ihn wirken: Sie ballen den Stoff zusammen - durch Anziehung und Abstoßung, durch Zahl und Maß. Dadurch entsteht die physische Grundlage des Menschen. Sie wäre an sich starr und leblos, gleich dem Bergkristall, der nach denselben Gesetzen der Stoffverbindung entsteht.
[ 4 ] Da setzt die Lebenskraft ein, das, was Wachstum und Fortpflanzung bedingt, Dehnbarkeit und über sich Hinausgehen, was die Arten schafft. Diese artbildende Kraft ist konzentriert im Keim enthalten, hat in der Vererbung ihren markantesten Ausdruck und beherrscht den Stoff, der an sich der Auflösung unterworfen ist, durch das Gesetz der Form. Die ererbte Gestalt ist das, was sich erhält. Wir nennen diesen Lebensleib auch Ätherdoppelleib, weil er den ganzen physischen Leib ausfüllt. Er ist für denjenigen, der das betreffende Organ zum Schauen hat, deutlich sichtbar.
[ 4 ] Da setzt die Lebenskraft ein, das, was Wachstum und Fortpflanzung bedingt, Dehnbarkeit und über sich Hinausgehen, was die Arten schafft. Diese artbildende Kraft ist konzentriert im Keim enthalten, hat in der Vererbung ihren markantesten Ausdruck und beherrscht den Stoff, der an sich der Auflösung unterworfen ist, durch das Gesetz der Form. Die ererbte Gestalt ist das, was sich erhält. Wir nennen diesen Lebensleib auch Ätherdoppelleib, weil er den ganzen physischen Leib ausfüllt. Er ist für denjenigen, der das betreffende Organ zum Schauen hat, deutlich sichtbar.
[ 5 ] Diese beiden Körper werden durch die Kräfte der Außenwelt aufgebaut, die in ihnen Organe baut, durch die sie sich selbst wahrnehmbar macht. Die physische Welt webt die Haut des Menschen und stülpt ihr die Sinnesorgane ein. Das Auge ist eine Einstülpung in der Haut. Durch die Sinneswahrnehmungen entstehen die Sinnesempfindungen. Diese bewirken schon etwas Neues. Etwas reagiert im Innern des Menschen. Ein Tätigkeitsquell öffnet sich, der mit Eindrücken auf die Sinnesempfindungen antwortet. Damit beginnt das Eigenleben des Menschen.
[ 5 ] Diese beiden Körper werden durch die Kräfte der Außenwelt aufgebaut, die in ihnen Organe baut, durch die sie sich selbst wahrnehmbar macht. Die physische Welt webt die Haut des Menschen und stülpt ihr die Sinnesorgane ein. Das Auge ist eine Einstülpung in der Haut. Durch die Sinneswahrnehmungen entstehen die Sinnesempfindungen. Diese bewirken schon etwas Neues. Etwas reagiert im Innern des Menschen. Ein Tätigkeitsquell öffnet sich, der mit Eindrücken auf die Sinnesempfindungen antwortet. Damit beginnt das Eigenleben des Menschen.
[ 6 ] Hier haben wir den Übergang zum Seelischen. Das Seelische im Menschen ist sein Eigenstes, das, was durch die Eindrücke und Erfahrungen in ihm entsteht, was in jedem anders ist oder sein kann, denn keiner kann wissen, ob der andere «ro» genau ebenso empfindet wie er selbst. Dieses Neue nennen wir «Empfindungsseele; sie ragt über den physischen Leib hinaus, sichtbar für denjenigen, dem die seelischen Organe geöffnet. Sie ist aber von dem physischen und von dem Lebensleib abhängig, da sie durch diese zu ihren Eindrücken gelangt und in ihren Grenzen durch deren Kraft bestimmt wird. Diese Grenze nennen wir Seelenleib. Wir haben es also zu tun mit einem empfindenden Seelenleib, das heißt einer Einheit mit Hinblick auf den ganzen Menschen. Betrachten wir den Leib als solchen, so ist dieser Seelenleib sein drittes Glied; die Empfindungsseele dagegen das erste Glied der seelischen Wesenheit des Menschen; in ihr entstehen die Gefühle der Lust und Unlust, die Triebe und Leidenschaften der Menschen. Durch diese ist sie der Leiblichkeit unterworfen.
[ 6 ] Hier haben wir den Übergang zum Seelischen. Das Seelische im Menschen ist sein Eigenstes, das, was durch die Eindrücke und Erfahrungen in ihm entsteht, was in jedem anders ist oder sein kann, denn keiner kann wissen, ob der andere «ro» genau ebenso empfindet wie er selbst. Dieses Neue nennen wir «Empfindungsseele; sie ragt über den physischen Leib hinaus, sichtbar für denjenigen, dem die seelischen Organe geöffnet. Sie ist aber von dem physischen und von dem Lebensleib abhängig, da sie durch diese zu ihren Eindrücken gelangt und in ihren Grenzen durch deren Kraft bestimmt wird. Diese Grenze nennen wir Seelenleib. Wir haben es also zu tun mit einem empfindenden Seelenleib, das heißt einer Einheit mit Hinblick auf den ganzen Menschen. Betrachten wir den Leib als solchen, so ist dieser Seelenleib sein drittes Glied; die Empfindungsseele dagegen das erste Glied der seelischen Wesenheit des Menschen; in ihr entstehen die Gefühle der Lust und Unlust, die Triebe und Leidenschaften der Menschen. Durch diese ist sie der Leiblichkeit unterworfen.
[ 7 ] Nun aber kommt sie mit dem Geiste in Berührung, der sich im Denkorgan, im Gehirn, ein leibliches Werkzeug geschaffen hat. Das Denken dient ihr zunächst; der Mensch denkt über seine Empfindungen und Leidenschaften nach. Um diese zu befriedigen, führt er Gelegenheiten herbei, handelt - dadurch stellt die Denkkraft die Seele in eine höhere Gesetzmäßigkeit hinein, der sie als bloße Empfindungsseele nicht angehört; sie wächst hinaus über das, was sie beim Tiere oder bei ganz unentwickelten Menschen ist. Sie wird zur Verstandesseele. Diese wird vom Hellseher als besondere Wesenheit innerhalb des Seelenleibes geschaut, als zweites Glied. Durch die Verstandesseele wird der Mensch über das Eigenleben hinausgeführt. Er erschließt sich immer mehr dem Geist. Insofern er sich der Erkenntnis des Wahren und Guten erschließt, nimmt er das Ewige in sich auf, das, was in sich selbst besteht und nicht von Eindrücken abhängt. Das, was als Ewiges in der Seele aufleuchtet, sei «Bewusstseinsseele genannt. Die Leiblichkeit wirkt auf sie begrenzend, die Geistigkeit erweiternd.
[ 7 ] Nun aber kommt sie mit dem Geiste in Berührung, der sich im Denkorgan, im Gehirn, ein leibliches Werkzeug geschaffen hat. Das Denken dient ihr zunächst; der Mensch denkt über seine Empfindungen und Leidenschaften nach. Um diese zu befriedigen, führt er Gelegenheiten herbei, handelt - dadurch stellt die Denkkraft die Seele in eine höhere Gesetzmäßigkeit hinein, der sie als bloße Empfindungsseele nicht angehört; sie wächst hinaus über das, was sie beim Tiere oder bei ganz unentwickelten Menschen ist. Sie wird zur Verstandesseele. Diese wird vom Hellseher als besondere Wesenheit innerhalb des Seelenleibes geschaut, als zweites Glied. Durch die Verstandesseele wird der Mensch über das Eigenleben hinausgeführt. Er erschließt sich immer mehr dem Geist. Insofern er sich der Erkenntnis des Wahren und Guten erschließt, nimmt er das Ewige in sich auf, das, was in sich selbst besteht und nicht von Eindrücken abhängt. Das, was als Ewiges in der Seele aufleuchtet, sei «Bewusstseinsseele genannt. Die Leiblichkeit wirkt auf sie begrenzend, die Geistigkeit erweiternd.
