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Self-Knowledge and God-Knowledge I
GA 90a

29 December 1904, Berlin

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Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis I, 1st ed.
  1. Self-Knowledge and God-Knowledge I, tr. SOL

78. Bild von der Entwicklung auf dem Mond und auf der Erde

78. Bild von der Entwicklung auf dem Mond und auf der Erde

[ 1 ] Damals war schon ein Mineralreich entwickelt, ein Pflanzenreich, ein Tierreich. Das Tierreich ragte hinauf bis zum Menschen. Dieses ist ja ein Produkt der Erde. Ganz anders waren die Reiche als gegenwärtig.

[ 1 ] Damals war schon ein Mineralreich entwickelt, ein Pflanzenreich, ein Tierreich. Das Tierreich ragte hinauf bis zum Menschen. Dieses ist ja ein Produkt der Erde. Ganz anders waren die Reiche als gegenwärtig.

[ 2 ] Das Mineralreich hatte noch ein unmittelbares Leben in sich. Der Mond war sozusagen wie eine Frucht im physischen Zustand, eine vollsaftige Frucht. Die feste Schale innen, und außen die Fruchtteile, die gehen in die geistige Atmosphäre über. Die feste Schale war die physische Materie. Die Frucht, das Mineralreich des Mondes, wuchs mächtig von außen; saftende strotzende Fruchtbarkeit der Kristalle und so weiter. Die Ägypter sprachen hierauf anspielend von der fruchtbaren und üppigen Isis.

[ 2 ] Das Mineralreich hatte noch ein unmittelbares Leben in sich. Der Mond war sozusagen wie eine Frucht im physischen Zustand, eine vollsaftige Frucht. Die feste Schale innen, und außen die Fruchtteile, die gehen in die geistige Atmosphäre über. Die feste Schale war die physische Materie. Die Frucht, das Mineralreich des Mondes, wuchs mächtig von außen; saftende strotzende Fruchtbarkeit der Kristalle und so weiter. Die Ägypter sprachen hierauf anspielend von der fruchtbaren und üppigen Isis.

[ 3 ] Das zweite war das Pflanzenreich, das wuchs wie üppige Vegetation und unterschied sich nur gradweise von den wachsenden Kristallen. Die Pflanzen streckten ihre Luftwurzeln heraus in diese weiche Wassermasse der Umgebung, geleeartig mit aufgelöstem Kama in sich. In den Wurzeln, die die Pflanzenwelt hinausstreckte, nahm sie damals nicht nur Luft und Licht, sondern auch Kama auf, das aufgelöst war in der dichten Luft; sie hatten also Empfindung, aber nicht Sonderempfindung, sondern die des allgemeinen Lebens. Unsere Venusfliegenfalle ist noch so etwas wie eine Erinnerung. Die Erde hatte ein allgemeines Empfindungsleben, und die Pflanzen waren ihre Organe.

[ 3 ] Das zweite war das Pflanzenreich, das wuchs wie üppige Vegetation und unterschied sich nur gradweise von den wachsenden Kristallen. Die Pflanzen streckten ihre Luftwurzeln heraus in diese weiche Wassermasse der Umgebung, geleeartig mit aufgelöstem Kama in sich. In den Wurzeln, die die Pflanzenwelt hinausstreckte, nahm sie damals nicht nur Luft und Licht, sondern auch Kama auf, das aufgelöst war in der dichten Luft; sie hatten also Empfindung, aber nicht Sonderempfindung, sondern die des allgemeinen Lebens. Unsere Venusfliegenfalle ist noch so etwas wie eine Erinnerung. Die Erde hatte ein allgemeines Empfindungsleben, und die Pflanzen waren ihre Organe.

[ 4 ] Die Tierwelt war noch nicht niedrig wie unsere gegenwärtige Tierwelt, sondern im Wesentlichen verwandt mit dem umliegenden Kama-Element, schwebend und nur hin und wieder tastend, wie Wassermenschen ganz verwandt mit der Umgebung; deshalb dieses dumpfe traumartige Bewusstsein, welches es nicht dazu bringt, schon «Ich» zu sich zu sagen. Wahrnehmung für das Astrale hatte der träumerische Mensch des Mondes in ganz ausgezeichnetem Maße. Unser jetziges Meerwasser ist eine Verdünnung des damaligen GeleeWassers. Aber da das Wasser noch verwandt ist mit dem Astralen, wenn auch nicht unmittelbar vermischt wie damals, haben Seeleute berechtigte visionäre Anschauungen; die Ablehnung davon ist eher Aberglaube als die Anerkennung.

[ 4 ] Die Tierwelt war noch nicht niedrig wie unsere gegenwärtige Tierwelt, sondern im Wesentlichen verwandt mit dem umliegenden Kama-Element, schwebend und nur hin und wieder tastend, wie Wassermenschen ganz verwandt mit der Umgebung; deshalb dieses dumpfe traumartige Bewusstsein, welches es nicht dazu bringt, schon «Ich» zu sich zu sagen. Wahrnehmung für das Astrale hatte der träumerische Mensch des Mondes in ganz ausgezeichnetem Maße. Unser jetziges Meerwasser ist eine Verdünnung des damaligen GeleeWassers. Aber da das Wasser noch verwandt ist mit dem Astralen, wenn auch nicht unmittelbar vermischt wie damals, haben Seeleute berechtigte visionäre Anschauungen; die Ablehnung davon ist eher Aberglaube als die Anerkennung.

[ 5 ] Noch nicht konnten diese Wesen «Ich» zu sich sagen; die Iche schwebten als bloße Gedanken in dem umliegenden Weisheitsmeer.

[ 5 ] Noch nicht konnten diese Wesen «Ich» zu sich sagen; die Iche schwebten als bloße Gedanken in dem umliegenden Weisheitsmeer.

[ 6 ] Wir haben also: Im Innern eine feste Kruste von vegetativem Metall und Stein; dann Vegetation mit Empfindung begabt; eine noch nicht bis zur Luft verdichtete Weisheitsschicht, in der die Iche lebten. Diese sollten noch Verkörperung annehmen auf der Erde selbst. Deshalb nennt man den Mond auch den Kosmos der Weisheit. Diese Weisheitsschicht ist eher eine Kugel, die alles durchdringt, durchzogen mit Fäden, und an den Kreuzungspunkten entsteht so etwas wie ein Knoten, das ist ein Ich.

[ 6 ] Wir haben also: Im Innern eine feste Kruste von vegetativem Metall und Stein; dann Vegetation mit Empfindung begabt; eine noch nicht bis zur Luft verdichtete Weisheitsschicht, in der die Iche lebten. Diese sollten noch Verkörperung annehmen auf der Erde selbst. Deshalb nennt man den Mond auch den Kosmos der Weisheit. Diese Weisheitsschicht ist eher eine Kugel, die alles durchdringt, durchzogen mit Fäden, und an den Kreuzungspunkten entsteht so etwas wie ein Knoten, das ist ein Ich.

[ 7 ] Die Gedanken durchlaufen die ganze Kugel, wie ein gemeinschaftliches Nervensystem, ein manasisches Geflecht. Das war der weisheitsvolle Vorgang, durch den alle verstandesmäßigen Verrichtungen auf dem Monde vor sich gingen. Wie elektrische Fäden ohne das Drahtgeflecht; dies ist ‹Fohat› — Verwandtschaft unseres Gedankens mit Elektrizität, [unleserlich]

[ 7 ] Die Gedanken durchlaufen die ganze Kugel, wie ein gemeinschaftliches Nervensystem, ein manasisches Geflecht. Das war der weisheitsvolle Vorgang, durch den alle verstandesmäßigen Verrichtungen auf dem Monde vor sich gingen. Wie elektrische Fäden ohne das Drahtgeflecht; dies ist ‹Fohat› — Verwandtschaft unseres Gedankens mit Elektrizität, [unleserlich]

[ 8 ] Sie haben im Grunde genommen die ganze Vierheit des Menschen als die drei unteren Reiche, aber das unterste ist noch nicht bis zur harten Mineralität gerückt. Damit die Fäden zerrissen, war es nötig, dass die Gelee-Masse bis zu ihrer äußersten Grenze rückte. Der Mensch ist nichts, als das durch die Verhärtung herausgerissene Stück Nervensystem.

[ 8 ] Sie haben im Grunde genommen die ganze Vierheit des Menschen als die drei unteren Reiche, aber das unterste ist noch nicht bis zur harten Mineralität gerückt. Damit die Fäden zerrissen, war es nötig, dass die Gelee-Masse bis zu ihrer äußersten Grenze rückte. Der Mensch ist nichts, als das durch die Verhärtung herausgerissene Stück Nervensystem.

[ 9 ] Viel herrlicher für das äußere Anschauen ist diese Mondvegetation und Mondtierheit. Denn diese Tierheit ist ganz keusch, alles ist durch den gemeinsamen Manas geregelt, und sie treten nur zueinander in Beziehung durch Weisheit.

[ 9 ] Viel herrlicher für das äußere Anschauen ist diese Mondvegetation und Mondtierheit. Denn diese Tierheit ist ganz keusch, alles ist durch den gemeinsamen Manas geregelt, und sie treten nur zueinander in Beziehung durch Weisheit.

[ 10 ] Bei der Erdentstehung müssen wir uns denken, dass jedes Reich um eine Stufe hinunterstieg:

[ 10 ] Bei der Erdentstehung müssen wir uns denken, dass jedes Reich um eine Stufe hinunterstieg:

- Das Mineral verliert Leben.
- Die Pflanze verliert das Empfinden.
- Das Tier verliert den Manas.

- Das Mineral verliert Leben.
- Die Pflanze verliert das Empfinden.
- Das Tier verliert den Manas.

[ 11 ] Die Iche aber rücken vor und umschließen sich mit der jetzt physisch gewordenen Erdenmaterie. Sodass die Iche wirklich durchlaufen alle drei Zustände, die sie von außen beherrscht haben. Jetzt hat der Mensch einen mineralischen Körper, in der nächsten Runde einen pflanzlichen Körper, in der sechsten Runde einen tierischen Körper.

[ 11 ] Die Iche aber rücken vor und umschließen sich mit der jetzt physisch gewordenen Erdenmaterie. Sodass die Iche wirklich durchlaufen alle drei Zustände, die sie von außen beherrscht haben. Jetzt hat der Mensch einen mineralischen Körper, in der nächsten Runde einen pflanzlichen Körper, in der sechsten Runde einen tierischen Körper.

[ 12 ] Was wir beschrieben haben als Mondform, war so in der dritten Runde des Mondes, denn das war der eigentliche Zustand, auf den es beim Mond ankam - so wie bei der Erde die vierte Runde. Später flutete er ab und saugte die Reiche auf, die er gebildet. Sodass sie in der Anlage waren, aber wie in den Keim geschossen. Und auf der Erde saugt der Mensch das Leben aus dem Mineral heraus und lässt es als totes Gestein zurück. Daraus bildet er in der vierten Runde sein Knochensystem; das konnte er herauskristallisieren als Grundlage seines eigenen Lebens, indem er leblos das des Mineralreich zurücklässt - Adam und Eva, die Persermythe, Deukalion und Pyrrah.

[ 12 ] Was wir beschrieben haben als Mondform, war so in der dritten Runde des Mondes, denn das war der eigentliche Zustand, auf den es beim Mond ankam - so wie bei der Erde die vierte Runde. Später flutete er ab und saugte die Reiche auf, die er gebildet. Sodass sie in der Anlage waren, aber wie in den Keim geschossen. Und auf der Erde saugt der Mensch das Leben aus dem Mineral heraus und lässt es als totes Gestein zurück. Daraus bildet er in der vierten Runde sein Knochensystem; das konnte er herauskristallisieren als Grundlage seines eigenen Lebens, indem er leblos das des Mineralreich zurücklässt - Adam und Eva, die Persermythe, Deukalion und Pyrrah.

[ 13 ] Dadurch, dass in der zweiten Runde der Pflanze die Empfindung entzogen ist, bildete der Mensch sein empfindendes Muskelsystem. Und dadurch, dass den Tieren die allgemeine Weisheit entzogen ist, bildete er sein besonderes Manas - und ließ die Tierheit weisheitslos zurück.

[ 13 ] Dadurch, dass in der zweiten Runde der Pflanze die Empfindung entzogen ist, bildete der Mensch sein empfindendes Muskelsystem. Und dadurch, dass den Tieren die allgemeine Weisheit entzogen ist, bildete er sein besonderes Manas - und ließ die Tierheit weisheitslos zurück.

[ 14 ] Während der Abflutung der Mondrunde beginnen sich vorzubereiten die Verhärtungen nach außen. Das ganze weiche Steinmaterial bildet Häute um sich herum, die Pflanzen eine Epidermis, die Tiere sogar Häute mit Borsten. Alles hat also die Tendenz, Hüllen zu bilden, eine hüllenbildende Entwicklung ist es.

[ 14 ] Während der Abflutung der Mondrunde beginnen sich vorzubereiten die Verhärtungen nach außen. Das ganze weiche Steinmaterial bildet Häute um sich herum, die Pflanzen eine Epidermis, die Tiere sogar Häute mit Borsten. Alles hat also die Tendenz, Hüllen zu bilden, eine hüllenbildende Entwicklung ist es.

[ 15 ] Wenn wir uns vorstellen, dass die Wesen, die wir als Luzifere kennengelernt haben, dort auf dem Monde das Schaffen abgrenzen, das Sondersein, Hüllen bilden, so sehen wir, dass sie so die Schaffer des Sonderseins und der Freiheit sind; und sie haben natürlich die Tendenz, Hüllen zu bilden, behalten, sodass, wenn sie auf der Erde herauskommen, sie die Bildner der Tiere sind, die mit dem äußeren Skelett begabt sind, und im Pflanzenreich solcher, die nicht in der Erde wurzeln, sondern im Lebenselement selbst, wie die Mistel, die Schmarotzerpflanzen.

[ 15 ] Wenn wir uns vorstellen, dass die Wesen, die wir als Luzifere kennengelernt haben, dort auf dem Monde das Schaffen abgrenzen, das Sondersein, Hüllen bilden, so sehen wir, dass sie so die Schaffer des Sonderseins und der Freiheit sind; und sie haben natürlich die Tendenz, Hüllen zu bilden, behalten, sodass, wenn sie auf der Erde herauskommen, sie die Bildner der Tiere sind, die mit dem äußeren Skelett begabt sind, und im Pflanzenreich solcher, die nicht in der Erde wurzeln, sondern im Lebenselement selbst, wie die Mistel, die Schmarotzerpflanzen.

[ 16 ] Weich waren bei der ersten Rassenentwicklung der Erde alle unsere Tiere, aber sie haben die Tendenz, Festes im Innern zu schaffen, während auf dem Monde außen Festes geschaffen wurde.

[ 16 ] Weich waren bei der ersten Rassenentwicklung der Erde alle unsere Tiere, aber sie haben die Tendenz, Festes im Innern zu schaffen, während auf dem Monde außen Festes geschaffen wurde.

[ 17 ] Wenn die Mondgeister weiter geschaffen hätten, würden sie eine Erde geschaffen haben, die alles, was an Weisheit und Liebe und Kraft existiert, nach außen bringt in einem wunderbaren Kunstwerk. Ein herrliches Marmorwerk wäre entstanden. Dass nun Kunst auf Erden existiert, dass abgerungen werden konnte ein Teil von den Menschen, verdanken wir dem luziferischen Prinzip.

[ 17 ] Wenn die Mondgeister weiter geschaffen hätten, würden sie eine Erde geschaffen haben, die alles, was an Weisheit und Liebe und Kraft existiert, nach außen bringt in einem wunderbaren Kunstwerk. Ein herrliches Marmorwerk wäre entstanden. Dass nun Kunst auf Erden existiert, dass abgerungen werden konnte ein Teil von den Menschen, verdanken wir dem luziferischen Prinzip.

[ 18 ] Umdrehung des Wirbels, als die Erde so weit gekommen war, dass sie ans Verhärten kam. Luzifer ist der Gott des äußeren Heroentums, der Schönheit, der äußeren Weisheit; er hat es noch abgerungen für die Menschheit. Daher auch der Gegensatz zwischen mystischer Verinnerlichung und äußerem Schönheitssinn. Dieser Gegensatz kann nur auf einer sehr hohen Stufe überwunden werden. Dann liebt der Mystiker das Leben in der Schönheit. Die theosophische Gesellschaft muss immer lebensfreundlicher werden, weil sie das Leben durchgeistigen soll, nicht dem Leben entfremden.

[ 18 ] Umdrehung des Wirbels, als die Erde so weit gekommen war, dass sie ans Verhärten kam. Luzifer ist der Gott des äußeren Heroentums, der Schönheit, der äußeren Weisheit; er hat es noch abgerungen für die Menschheit. Daher auch der Gegensatz zwischen mystischer Verinnerlichung und äußerem Schönheitssinn. Dieser Gegensatz kann nur auf einer sehr hohen Stufe überwunden werden. Dann liebt der Mystiker das Leben in der Schönheit. Die theosophische Gesellschaft muss immer lebensfreundlicher werden, weil sie das Leben durchgeistigen soll, nicht dem Leben entfremden.