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The Rudolf Steiner Archive

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Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis II
Theosophie, Christologie und Mythologie
GA 90b

2 Januar 1905, Berlin

2. Elementarische, Siderische und Himmlische Gottheiten. Menschheitsentwicklung und Tierkreis

[ ] Wenn wir verfolgen die ganze Entstehung des Menschen, werden wir uns erinnern, dass wir es anfänglich zu tun haben mit Pitris, die herüberkommen von der lunarischen Epoche, denn die Pitris sind die eigentlichen Menschen, im Samen herübergekommen, und bilden die Anlage zur Erde. Sie haben die drei Reiche schon abgestreift, und wir haben es zu tun mit Mondpitris.

[ ] Das ist der erste Faktor. Der zweite ist das, worin sich die Pitri inkarnieren sollen, was von der der Erde selbst kommt, denn die Mondformen sind ja weg. Es ist eine zweite Strömung, die sich mit der ersten verbinden muss. Und die dritte ist die, welche während der lemurischen Epoche als manasische Befruchtung kam.

[ ] Die Seele kommt vom Mond, der Leib von Erde, ballt sich von der Erde auf. Und der Geist kommt von oben als göttlicher Einschlag. Damit setzen sich die drei Glieder zusammen.

[ ] Diese drei Strömungen sind die Repräsentanten von drei Wesenheiten:

1. menschliche Wesenheit
2. übermenschliche Wesenheit
3. untermenschliche Wesenheit. Wir nennen die übermenschlichen «göttliche Wesenheiten>; «himmlische Götter nennt sie auch der Mystiker. Die zweite Strömung, aus der die Seelen kommen, nennen wir «Sternengötter> oder «planetarische oder siderische Götter.

[Lücke in der Mitschrift]

[ ] Drei Gruppen, aus denen der Leib aufgebaut ist, nennen wir elementarische Geister. So dürfen wir sagen, dass der Mensch seinem Leibe nach aufgebaut ist von elementarischen, unterirdischen Geistern. Die haben allmählich geformt Leiber von Mineral, Pflanzen, Tieren und Menschen bis zum Punkt, wo er durchglüht wird vom planetarischen [Lücke in der Mitschrift] Geist. Erst am Ende seiner Entwicklung wird er Geist oder Logos sein.

[ ] Noch andere charakteristische Merkmale müssen wir verstehen. Die elementarischen Wesenheiten können wir dadurch charakterisieren, dass wir sagen: Bei ihnen ist Wille, Gemüt und Gedanke in einem einzigen Mittelpunkt vorhanden. Wenn wir alle Elementargeister, die in unserer Evolution schaffen, studieren und fragen: «Was willst du so?», so hat dies keinen Sinn. Denn der gemeinsame Geist hat den Willen, der Elementargeist ist der Ausführende. Ebenso hat es ein gemeinsames Bewusstsein - man kann nicht fragen: «Was fühlst du?» Wie die Hand beim Menschen. Daher erscheint die Tätigkeit der Elementargeister in Form notwendiger Naturgesetze. Sie erscheinen gefühllos und willenlos als Notwendigkeiten, weil das Bewusstsein im Mittelpunkt des ganzen Makrokosmos ist.

[ ] Nun kommen wir zu den siderischen Wesenheiten. Sie haben, wenn sie auf höchster Stufe angelangt, ihr Gefühl für sich und ihre Gedanken für sich, noch nicht ihren Willen für sich. Wird der Mensch am Ende der Erdentwicklung angekommen sein als planetarischer Logos, wird er imstande sein, alles zu denken und zu fühlen, aber nicht zu wollen. Das erst, wenn er die drei nächsten Planeten durchgeistigt haben wird. Dann sind wir allfühlende und allwollende Wesen, aber noch nicht allmächtige Wesen. Allerdings nimmt der Mensch jetzt allmählich den Willen auf. Grade das Willenselement ist, was herauskommt nach und nach und seit Mitte der lemurischen Zeit Freiheit heranbildend. Ein Elementarwesen ist nicht frei, weder in Bezug auf [Lücke in der Mitschrift] plan. Der Logos ist frei in Bezug auf seine Gedanken, wenn er auf höchster Spitze angelangt auf Gefühl; und ein göttliches Geistwesen ist frei in Bezug auf Gedanke, Gefühl und Wille. Damit auch erklärlich, warum die christliche Esoterik dem Menschen keinen freien Willen beilegt, erst dem Menschen in beschränktem Maße. Engel führen den Willen Gottes aus, sind Boten. Sie sehen, dass Gedanke und Gefühl in den mittl [Lücke in der Mitschrift] siderischen Wesen in Balance sind. Die zwei werden noch nicht bemeistert durch den Willen, daher noch in Konflikt;

[ ] sie werden sie auf dem nächsten Planeten durch den Willen in volle Harmonie bringen. Sodass namentlich diese planetarischen Geister, die unsere Erde betreten, in Gedanke und Gefühl Balance halten, also noch hin und her schwanken, noch nicht stabil sind - dadurch Kama-Manas.

[ ] Der dritte Grad der göttlichen Wesen hat stabiles Gleichgewicht durch den Willen, der sie in Balance hält. Wenn Sie dies verfolgen, werden Sie sich sagen: Am Anfang des ersten Planeten haben wir auRen nur elementare Wesenheiten in ihrer Tätigkeit bemerkbar, denn die Pitris sind noch Kinder. Dann beginnt und geht in der Mitte der planetarischen Entwicklung der Einfluss der siderischen Wesenheiten, und von Mitte an bis Ende ist der Einschlag der göttlichen Wesenheiten.

[ ] Von Anfang an haben wir also nur ein Mittelpunktsbewusstsein für den planetarischen Kosmos; dann beginnt, ein siderisches Bewusstsein sich zu entwickeln, und dann ein himmlisches. Im Beginn ist einer bewusst, und am Ende nehmen alle an dem Bewusstsein des einen teil; am Anfang Einheitsbewusstsein, am Ende Vielheitsbewusstsein. Nun nennen wir am Ende ein solches Wesen, das mit dem Bewusstsein ausgestattet ist wie viele, «Atm». Und das Einheitsbewusstsein im Anfang «Ishwar», sodass wir uns die ganze Evolution vorstellen müssen als Übergang vom Einheitsbewusstsein, den Ishwara, zum Einheitsbewusstsein der <«Atwar». Immerfort gibt er ab, bis Symphonie erreicht ist.

[ ] Wenn Sie nun sich die Entwicklung vorstellen, müssen Sie sich sagen: Wir haben es anfangs zu tun mit einem ungeteilten IshwaraBewusstsein, das sich irgendwo geteilt hat, bis die dumpfen IchBewusstseine herauskommen. Diesen Punkt bezeichnet man esoterisch-astrologisch mit der Waage. Sodass Sie sagen können: Das Standbild der Waage bedeutet für den Esoteriker: das Hervorgehen von Atma aus Ishwara.

[ ] Und jetzt tritt ein wichtiger Moment in der Evolution ein: dass das Wesen, aus dem das Ich hervorging, eine Zweiheit ist; denn es ist ja ein makrokosmisches Wesen. Der Mikrokosmos ist der AtmaEmbryo und der Makrokosmos ist das, was von außen als IshwaraBewusstsein einwirkt. Sodass Sie haben jetzt nach dem Sternbild der Waage, wo es dann auseinandergeht, die Zweiheit: das Jungfräuliche der Seele, die Jungfrau, und was von außen hereinkommt, das Kraftvolle. Das kann man auch Willen nennen, der Löwe. Und nun sind wir schon bei demjenigen Punkt, wo Löwe und Jungfrau, die vorher sich nur in Naturreichen geltend gemacht haben, nach und nach im Menschen zur Vereinigung kommen, der hermaphroditische Mensch, die Zwillinge. Natürlich muss sich zwischen Löwe und Jungfrau und Zwillingen die Umkehr vollziehen; was außen war, muss nach innen kommen, das bedeutet der Krebs. Wir haben es nun im hermaphroditischen Menschen veranlagt, die Zweiheit, die nun nach der andern Seite heraustritt. Das, was früher höhere Natur war, wird niedrigere Natur: Stier. Und jetzt beginnt wieder der Aufstieg, es geht hinauf zum Widder. Was niedere Natur war, wird zum Repräsentanten der Gerechtigkeit - Jason-Sage.

[ ] Das nächste ist nun, dass die Gerechtigkeit nicht äußerlich bleibt, sondern das Innere ergreift: Kama, das Wasser. Wir haben das Sternbild der Fische. Jetziger Moment. Die theosophische Bewegung [Lücke in der Mitschrift]

[ ] Dann geht es weiter. Zukunft: Wassermann, Schütze, Skorpion, und dann kommt wiederum die Waage.

[ ] Neuer Zyklus von Gott zum Menschen. Dasjenige, was sich zwischen Waage und Widder abwickelt - Jungfrau, Löwe, Krebs, Zwillinge, Stier, Fische - ist die offen an dem Tag liegende Menschheitsentwicklung unserer Erde.

[ ] Auf der andern Seite haben wir die verborgene Entwicklung in der Gottheit. Zwischen der Waage und den Fischen liegt sie. Es ist also alles, was auf der andern Seite liegt, äußerlich sichtbare Entwicklung, kann durch G/Lücke in der Mitschrift]. Alles andere liegt auf der äußeren Seite, wenn sich innerlich entwickeln - Nacht, südliche Hälfte. Das eine, das Sichtbare, ist in umfassendem Sinne Inhalt der Wissenschaft. Die andere Hälfte ist Inhalt der Mysterien. Natürlich hellt nur die volle Wissenschaft das Ganze auf. Daher ist die theosophische Entwicklung die Enthüllung der anderen Seite, der eigentlichen Nacht, die zum Tage wird für denjenigen, der in sie eintritt. Daher tritt in der Jungfrau zu Weihnacht die Sonne auf, steigt immer höher, zu Ostern die Wiedergeburt vom Stiermenschen zum Widder, und dann geht es durch die Fische bis zur vollen Sonnenhöhe.