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Inner and Outer Evolution
GA 91

3 September 1904, Graal

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Kosmologie und menschliche Evolution, 1st ed.
  1. Inner and Outer Evolution, tr. SOL

10. Manas als Licht und Liebe

10. Manas als Licht und Liebe

[ 1 ] Vergegenwärtigen wir uns noch einmal die Stufenfolge der drei Naturreiche. Das mineralische Reich nimmt bloß die Form in Anspruch für die Sonderheit. Die Pflanze nimmt das Leben aus der allgemeinen Natur und überträgt es auf ein einziges Wesen. Sie sucht also in der universellen Natur einen fortwährenden Lebensquell. Das ist der Unterschied zwischen Pflanze und Tier, wo das Leben vom Vorfahren abhängt. Daher dieses innige Verwoben-Sein der Pflanze mit der allgemeinen Natur, keuscheres Leben.

[ 1 ] Vergegenwärtigen wir uns noch einmal die Stufenfolge der drei Naturreiche. Das mineralische Reich nimmt bloß die Form in Anspruch für die Sonderheit. Die Pflanze nimmt das Leben aus der allgemeinen Natur und überträgt es auf ein einziges Wesen. Sie sucht also in der universellen Natur einen fortwährenden Lebensquell. Das ist der Unterschied zwischen Pflanze und Tier, wo das Leben vom Vorfahren abhängt. Daher dieses innige Verwoben-Sein der Pflanze mit der allgemeinen Natur, keuscheres Leben.

[ 2 ] Diese drei Reiche hat der Mensch auf drei vorhergehenden Kugeln schon durchgemacht. Er war im Mineral-, Pflanzen- und Tierreich verwirklicht. Die Gestalt war freilich anders. Sie glich im Mineralischen einem Automaten; Menschenpflanzen sahen strahlenförmig aus; menschliche Tiergestalten waren eiförmig. Der Mensch erreicht auf den drei ersten Plänen gewissermaßen eine Art von Abschluss. In der Reihenfolge der Reiche hätte er sich nicht weiter vervollkommnen können — nur als Tier. Vervollkommnung der Tierheit kann es viel größere geben.

[ 2 ] Diese drei Reiche hat der Mensch auf drei vorhergehenden Kugeln schon durchgemacht. Er war im Mineral-, Pflanzen- und Tierreich verwirklicht. Die Gestalt war freilich anders. Sie glich im Mineralischen einem Automaten; Menschenpflanzen sahen strahlenförmig aus; menschliche Tiergestalten waren eiförmig. Der Mensch erreicht auf den drei ersten Plänen gewissermaßen eine Art von Abschluss. In der Reihenfolge der Reiche hätte er sich nicht weiter vervollkommnen können — nur als Tier. Vervollkommnung der Tierheit kann es viel größere geben.

[ 3 ] Wir müssen uns nur klar sein, dass, solange ein Tier Tier bleibt, Manas in der Tierheit nicht auf dem physischen Plan wirkt, sondern auf einem höheren. Denken Sie sich ein Tier: Es wird sich unter der Bedingung vom Menschen dadurch unterscheiden, dass sein Manas nicht im Tier bleibt, sondern auf einem höheren Plan, sodass, wenn man es sich sinnlich vorstellen wollte, man sich das Tier wie auf Fäden gezogen denken müsste.

[ 3 ] Wir müssen uns nur klar sein, dass, solange ein Tier Tier bleibt, Manas in der Tierheit nicht auf dem physischen Plan wirkt, sondern auf einem höheren. Denken Sie sich ein Tier: Es wird sich unter der Bedingung vom Menschen dadurch unterscheiden, dass sein Manas nicht im Tier bleibt, sondern auf einem höheren Plan, sodass, wenn man es sich sinnlich vorstellen wollte, man sich das Tier wie auf Fäden gezogen denken müsste.

[ 4 ] Der Verstand liegt auf dem höheren Plan und wirkt auf den niederen hinein. So bei niederen Organen des Menschen. Ein Oberschenkel zum Beispiel ist so kunstvoll gebaut, dass man mit schärfster Ingenieurskunst nicht die Sache genialer gestalten könnte.

[ 4 ] Der Verstand liegt auf dem höheren Plan und wirkt auf den niederen hinein. So bei niederen Organen des Menschen. Ein Oberschenkel zum Beispiel ist so kunstvoll gebaut, dass man mit schärfster Ingenieurskunst nicht die Sache genialer gestalten könnte.

[ 5 ] Das Tier dressieren heißt: Manas kann nichts machen, wenn das Tier kein Organ dazu hat; wenn das Gehirn nicht benutzt werden kann zum Zählen, kann Manas nicht zählen. Wenn Sie das Gehirn des Tieres zubereiten, geben Sie Manas Gelegenheit, vom höheren Plan hinunter auf ein Tier zu wirken. Daher sollten nur Okkultisten und Mystiker das vornehmen. Sonst kann man etwas tun, was im Weltenall schädlich ist.

[ 5 ] Das Tier dressieren heißt: Manas kann nichts machen, wenn das Tier kein Organ dazu hat; wenn das Gehirn nicht benutzt werden kann zum Zählen, kann Manas nicht zählen. Wenn Sie das Gehirn des Tieres zubereiten, geben Sie Manas Gelegenheit, vom höheren Plan hinunter auf ein Tier zu wirken. Daher sollten nur Okkultisten und Mystiker das vornehmen. Sonst kann man etwas tun, was im Weltenall schädlich ist.

[ 6 ] In der atlantischen Rasse wurden die Tiere künstlich durch Kreuzung in neue Arten gebildet und dressiert; dem verdanken jetzt unsere Tiere ihre höheren Eigenschaften. So darf man sich nicht wundern, dass gewisse Tiere in der Fertigkeit ihres Könnens mit dem Menschen rivalisieren. Ein Knochen kann noch mehr als der Mensch. Der Moeris-See wurde mit vollendeter Kunst angelegt. Die alten Ägypter verstanden es noch, die Nilwasser abzuleiten in einen künstlichen See, der durch Kanäle das Land bewässerte. Es war noch eine Art höheren Instinkts, Manas wirkte vom höheren Plan hinein.

[ 6 ] In der atlantischen Rasse wurden die Tiere künstlich durch Kreuzung in neue Arten gebildet und dressiert; dem verdanken jetzt unsere Tiere ihre höheren Eigenschaften. So darf man sich nicht wundern, dass gewisse Tiere in der Fertigkeit ihres Könnens mit dem Menschen rivalisieren. Ein Knochen kann noch mehr als der Mensch. Der Moeris-See wurde mit vollendeter Kunst angelegt. Die alten Ägypter verstanden es noch, die Nilwasser abzuleiten in einen künstlichen See, der durch Kanäle das Land bewässerte. Es war noch eine Art höheren Instinkts, Manas wirkte vom höheren Plan hinein.

[ 7 ] Der Mensch unterscheidet sich vom Tier dadurch, dass Manas in ihm selbst wirkt, nicht von oben. Manas ist bis zum physischen Plan hinuntergestiegen. Deswegen kann ein Tier weiterkommen als ein Mensch, dennoch ist es qualitativ unter dem Menschen. — Was mir die Zeit anzeigt, ist Geist des Uhr-Erfinders; er wirkt von einer andern Sphäre aus. So Manas im höheren Sinne. Das kann auch zu gleicher Zeit als Höchstes bezeichnet werden, was der Mensch erreicht in den drei früheren Kugeln: Wesen, in das Manas von außen wirkt. Aufgabe der irdischen Entwicklung ist, den Körper so umzugestalten, dass Manas von innen wirken kann. Und nun werden Sie sich auch klar werden über den Unterschied des auf der vierten Stufe der Entwicklung stehenden Menschen von dem auf der dritten stehenden: dass dasjenige, was früher von außen auf ihn gewirkt hat, von innen hervorbricht.

[ 7 ] Der Mensch unterscheidet sich vom Tier dadurch, dass Manas in ihm selbst wirkt, nicht von oben. Manas ist bis zum physischen Plan hinuntergestiegen. Deswegen kann ein Tier weiterkommen als ein Mensch, dennoch ist es qualitativ unter dem Menschen. — Was mir die Zeit anzeigt, ist Geist des Uhr-Erfinders; er wirkt von einer andern Sphäre aus. So Manas im höheren Sinne. Das kann auch zu gleicher Zeit als Höchstes bezeichnet werden, was der Mensch erreicht in den drei früheren Kugeln: Wesen, in das Manas von außen wirkt. Aufgabe der irdischen Entwicklung ist, den Körper so umzugestalten, dass Manas von innen wirken kann. Und nun werden Sie sich auch klar werden über den Unterschied des auf der vierten Stufe der Entwicklung stehenden Menschen von dem auf der dritten stehenden: dass dasjenige, was früher von außen auf ihn gewirkt hat, von innen hervorbricht.

[ 8 ] Nun muss alles richtig vorbereitet werden. Denken wir die lunarische Periode abgeschlossen. Nun musste alles kurz wiederholt werden, und dazu waren vorhergehende Stadien nötig. Erst die lemurische Zeit war so weit, dass Manas die Umgestaltungen vornehmen konnte. Auch die lemurische Rasse hat sieben Unterstadien. In der vierten bricht Manas aus dem Innern des Menschen hervor. Stellen wir uns den großen Gegensatz vor: die Sicherheit, mit der Manas von außen im Tier wirkt; Fehlbarkeit ist undenkbar. Daher ist auch freier Wille undenkbar. Erst wenn Manas ins Innere einzieht, ist Fehlbarkeit denkbar.

[ 8 ] Nun muss alles richtig vorbereitet werden. Denken wir die lunarische Periode abgeschlossen. Nun musste alles kurz wiederholt werden, und dazu waren vorhergehende Stadien nötig. Erst die lemurische Zeit war so weit, dass Manas die Umgestaltungen vornehmen konnte. Auch die lemurische Rasse hat sieben Unterstadien. In der vierten bricht Manas aus dem Innern des Menschen hervor. Stellen wir uns den großen Gegensatz vor: die Sicherheit, mit der Manas von außen im Tier wirkt; Fehlbarkeit ist undenkbar. Daher ist auch freier Wille undenkbar. Erst wenn Manas ins Innere einzieht, ist Fehlbarkeit denkbar.

[ 9 ] Jetzt, da die Kugeln geschlossen sind und Manas im Innern, ist er gleichsam eingeschlossen im Gefängnis und angewiesen darauf, seinen Mitmanasen zu begegnen. Fehlbarkeit tritt erst auf, als Manas aus dem Innern hervorleuchtet. In der ganzen Menschheitsentwicklung trat die Möglichkeit der Freiheit ein, die Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu wählen. In der ganzen frühen makrokosmischen Natur kann von Freiheit nicht die Rede sein. Bis zu diesem Zeitpunkt lebten Tiere, die mit absoluter Sicherheit behaftet waren. Alle Tiere mit warmem Blut und Kampfinstinkten entstanden erst nach der Mitte der lemurischen Zeit, mit der Geschlechtlichkeit zugleich.

[ 9 ] Jetzt, da die Kugeln geschlossen sind und Manas im Innern, ist er gleichsam eingeschlossen im Gefängnis und angewiesen darauf, seinen Mitmanasen zu begegnen. Fehlbarkeit tritt erst auf, als Manas aus dem Innern hervorleuchtet. In der ganzen Menschheitsentwicklung trat die Möglichkeit der Freiheit ein, die Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu wählen. In der ganzen frühen makrokosmischen Natur kann von Freiheit nicht die Rede sein. Bis zu diesem Zeitpunkt lebten Tiere, die mit absoluter Sicherheit behaftet waren. Alle Tiere mit warmem Blut und Kampfinstinkten entstanden erst nach der Mitte der lemurischen Zeit, mit der Geschlechtlichkeit zugleich.

[ 10 ] Vorher waren einzelne Wesen da, dirigiert von Manas; jetzt entstanden einzelne Wesen mit Wahlfreiheit. Nun muss etwas Neues entstehen, was die Wesen harmonisiert. Der Antrieb kann nun nicht von Manas kommen, denn er hat seine Sicherheit verloren. Ein neues Element tritt auf. Dies ist das Element der Liebe. Liebe ist vorher nicht nötig gewesen, denn vorher hat die Sicherheit des Instinkts gewirkt. Vom Untersten bis zum Obersten ist das, was man Liebe nennt, jetzt entstanden. Selbst die untergeordnetste Form, die geschlechtliche Liebe, trat erst jetzt auf, bis zu den Formen der geistigsten Liebe. Wie in eine Atmosphäre wurde unser ganzer irdischer Makrokosmos dazumal eingehüllt in Liebe. Diese Liebe im Organischen war verbunden mit der Entwicklung des warmen Blutes. Es ist das physische Vehikel für die Liebe.

[ 10 ] Vorher waren einzelne Wesen da, dirigiert von Manas; jetzt entstanden einzelne Wesen mit Wahlfreiheit. Nun muss etwas Neues entstehen, was die Wesen harmonisiert. Der Antrieb kann nun nicht von Manas kommen, denn er hat seine Sicherheit verloren. Ein neues Element tritt auf. Dies ist das Element der Liebe. Liebe ist vorher nicht nötig gewesen, denn vorher hat die Sicherheit des Instinkts gewirkt. Vom Untersten bis zum Obersten ist das, was man Liebe nennt, jetzt entstanden. Selbst die untergeordnetste Form, die geschlechtliche Liebe, trat erst jetzt auf, bis zu den Formen der geistigsten Liebe. Wie in eine Atmosphäre wurde unser ganzer irdischer Makrokosmos dazumal eingehüllt in Liebe. Diese Liebe im Organischen war verbunden mit der Entwicklung des warmen Blutes. Es ist das physische Vehikel für die Liebe.

[ 11 ] Diejenigen Wesenheiten, die vorher mächtige, große Wesenheiten waren, konnten nicht bleiben; das waren die Fische, sie verkümmerten. Kaltblüter von heute sind die letzten Überreste großer, gewaltiger Fische der lemurischen Zeit. Wohl fühlen sich jetzt nur warmblütige Tiere.

[ 11 ] Diejenigen Wesenheiten, die vorher mächtige, große Wesenheiten waren, konnten nicht bleiben; das waren die Fische, sie verkümmerten. Kaltblüter von heute sind die letzten Überreste großer, gewaltiger Fische der lemurischen Zeit. Wohl fühlen sich jetzt nur warmblütige Tiere.

[ 12 ] Und nun sehen wir ein, was die irdische Entwicklung geworden ist seit jener Zeit. Das Tier breitet seine Wesenheit wie eine Hülle über etwas, was von außen herein sich offenbart: «Das Tier wird gegangen.

[ 12 ] Und nun sehen wir ein, was die irdische Entwicklung geworden ist seit jener Zeit. Das Tier breitet seine Wesenheit wie eine Hülle über etwas, was von außen herein sich offenbart: «Das Tier wird gegangen.

[ 13 ] Der Mensch offenbart sich selbst. Höhere Entwicklung ist, dass er die Sache umkehrt, dass er die Fäden seines Manas nach außen schickt. Er gibt die Fäden seines Wesens als Liebe hin. Also einerseits Offenbarung - bis zum Tier, dann Zwischenreich des Egoismus, dann Reich der Liebe.

[ 13 ] Der Mensch offenbart sich selbst. Höhere Entwicklung ist, dass er die Sache umkehrt, dass er die Fäden seines Manas nach außen schickt. Er gibt die Fäden seines Wesens als Liebe hin. Also einerseits Offenbarung - bis zum Tier, dann Zwischenreich des Egoismus, dann Reich der Liebe.

[ 14 ] Exusiai — Hereinscheinen einer höheren Wesenheit in eine niedere. Offenbarung. Das Licht ist der physische Ausdruck für dieses Hineinscheinen; diese Offenbarung. Okkultes Licht ist die Offenbarung eines höheren Elementes durch ein niedrigeres Wesen. Liebe ist die Hingabe des eigenen höheren Elementes durch ein niedriger erscheinendes Wesen. In diesem Kampf steht die Menschheit noch. Irdische Entwicklung ist der Kampf zwischen Licht und Liebe.

[ 14 ] Exusiai — Hereinscheinen einer höheren Wesenheit in eine niedere. Offenbarung. Das Licht ist der physische Ausdruck für dieses Hineinscheinen; diese Offenbarung. Okkultes Licht ist die Offenbarung eines höheren Elementes durch ein niedrigeres Wesen. Liebe ist die Hingabe des eigenen höheren Elementes durch ein niedriger erscheinendes Wesen. In diesem Kampf steht die Menschheit noch. Irdische Entwicklung ist der Kampf zwischen Licht und Liebe.

[ 15 ] Was wohnt in den Menschen selbst? Ein Tropfen des Manas, das innere Leuchten selbst. Liebe ist die Veranlassung, dass Manas sich nach außen drängt. - Zwei Prinzipien.

[ 15 ] Was wohnt in den Menschen selbst? Ein Tropfen des Manas, das innere Leuchten selbst. Liebe ist die Veranlassung, dass Manas sich nach außen drängt. - Zwei Prinzipien.

[ 16 ] Die manasische Wesenheit, die in unendlich vielen Facetten als Menschenseelen wirkt, heißt Luzifer. Okkulte Bezeichnung für das, was als Licht auf den Menschen wirkt. Die Kraft, die es ausströmen lässt, die nach außen drängt, ist Jehova. Die Liebewesenheit, welche die manasische Wesenheit nach außen drängt, ist Jehova. «Gott ist die Liebe.» Sie ist hereingekommen in die Welt in der Mitte der lemurischen Zeit.

[ 16 ] Die manasische Wesenheit, die in unendlich vielen Facetten als Menschenseelen wirkt, heißt Luzifer. Okkulte Bezeichnung für das, was als Licht auf den Menschen wirkt. Die Kraft, die es ausströmen lässt, die nach außen drängt, ist Jehova. Die Liebewesenheit, welche die manasische Wesenheit nach außen drängt, ist Jehova. «Gott ist die Liebe.» Sie ist hereingekommen in die Welt in der Mitte der lemurischen Zeit.

[ 17 ] Was als Liebe sich völlig äußern wird, wenn der menschliche Lebensweg an seinem Ziele ist, äußert sich als göttlicher Zorn, solange er noch in unvollkommenem Zustand ist.

[ 17 ] Was als Liebe sich völlig äußern wird, wenn der menschliche Lebensweg an seinem Ziele ist, äußert sich als göttlicher Zorn, solange er noch in unvollkommenem Zustand ist.