The Occult Truths of Old Myths and Legends
GA 92
14 October 1904, Berlin
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The Occult Truths of Old Myths and Legends, tr. SOL
8. Die Argonauten-Sage und die Odyssee
8. The Legend of the Argonauts and the Odyssey
[ 1 ] Durch die Betrachtung der verschiedenen Mythen möchte ich eine Grundlage schaffen für eine gewisse Art esoterischer Lehren, die ich in den nächsten Stunden behandeln werde. Heute möchte ich von einer sehr wichtigen Mythe sprechen, die wir auch in Griechenland finden und die, ebenso wie jede andere Mythe, stufenweise und mannigfaltig gedeutet werden kann. Wir wollen uns heute einmal ihren realen Kern klarlegen. Bevor ich aber dazu übergehe, möchte ich noch einiges Theoretisches vorausschicken.
[ 1 ] By examining various myths, I would like to lay the foundation for a certain type of esoteric teaching that I will discuss in the next few hours. Today I would like to speak about a very important myth that we also find in Greece and which, like every other myth, can be interpreted in stages and in many different ways. Today we want to clarify its real core. But before I do so, I would like to preface this with some theoretical remarks.
[ 2 ] Im letzten Heft von «Lucifer-Gnosis» habe ich darauf aufmerksam gemacht, daß innerhalb der drei letzten atlantischen Kulturen ein bestimmter Einfluß auf unser Menschengeschlecht begonnen hat, der heute noch in einer gewissen Beziehung andauert. Dieser Einfluß hängt damit zusammen, daß damals die Menschen reif wurden, in dem zu leben, was wir unseren Intellekt, unseren Verstand nennen. Vorher war der Mensch mehr ein Gedächtniswesen. Bis zur vierten atlantischen Kultur wurde ganz besonders sein Gedächtnis ausgebildet. Der kombinierende Verstand, die rechnerische Tätigkeit, kurz dasjenige, worauf unsere ganze heutige Kultur beruht, begann mit der fünften atlantischen Kultur, mit den Ursemiten. Und deshalb wurden diese Ursemiten auch befähigt, die Stammrasse der ganzen fünften nachatlantischen Wurzelrasse zu werden. Diese Wurzelrasse hat im Laufe der Evolution vorzugsweise den Verstand, der mit dem physischen Plane beschäftigt ist, auszubilden. Wenn nun eine solche neue Entwicklungsphase in der Menschheit auftritt wie die des Verstandes, dann ist es möglich, daß neue Wesenheiten, die vorher nur im Verborgenen ihr Wesen trieben, auf die Evolution Einfluß gewinnen. Und in der Tat, seit jenem Zeitpunkt, seit der fünften atlantischen Kultur, konnte sich auf dem Gebiete der menschlichen Evolution eine gewisse Schar von Wesenheiten betätigen, deren Tätigkeit vorher nicht bemerkbar war. Diese Wesenheiten müssen Sie sich hochentwickelt vorstellen, viel höher entwickelt als der Mensch auf seiner damaligen Stufe der Evolution. Aber sie waren in gewisser Weise zurückgeblieben hinter denjenigen Wesenheiten, die in der Mitte der lemurischen Zeitepoche in das Menschengeschlecht eingegriffen haben. Es war ein neuer Nachschub, der da stattfand. Diese Wesenheiten, von denen ich jetzt spreche, gehörten ihrer ganzen Natur nach zu dem, was wir die lunarische Entwicklung nennen. In der Mondepoche hatten sie ihre Entwicklung durchgemacht, aber sie waren nicht so weit gekommen wie diejenigen, welche in der Mitte der lemurischen Zeit eingreifen konnten. Sie waren zurückgeblieben hinter der normalen Entwicklung auf dem Monde. Sie waren gerade so weit gekommen, daß sie die Fähigkeiten, die die Menschen damals erlangt hatten, als ihnen gleichartig erkannten, und das hatte zur Folge, daß sie sich ihrer bemächtigen konnten. Vorher waren die Menschen keine intelligenten Wesenheiten; jetzt bekamen sie den Intellekt. Und diese neue Fähigkeit benützten die Wesenheiten zu ihrer weiteren Entwicklung. So geschah es, daß dazumal jene Entwicklungsphase einsetzte, die wir die Vorbereitung zu der objektiven Wissenschaftlichkeit nennen. Die gab es früher nicht und wird es auch später nicht mehr geben. Alle Weisheit, die in der Menschheitsevolution errungen wurde, war im Grunde verknüpft mit dem, was wir Liebe nennen. Jene kalte, rein berechnende Wissenschaftlichkeit ist beeinflußt von diesen einen «Nachschub» darstellenden Wesenheiten.
[ 2 ] In the last issue of “Lucifer-Gnosis,” I pointed out that within the last three Atlantean cultures, a certain influence on our human race began that still continues today in a certain way. This influence is connected with the fact that at that time, people became ready to live in what we call our intellect, our mind. Before that, humans were more memory-based beings. Until the fourth Atlantean culture, their memory was particularly well developed. The combining mind, the ability to calculate, in short, everything on which our entire culture is based today, began with the fifth Atlantean culture, with the Proto-Semites. And that is why these Proto-Semites were also able to become the root race of the entire fifth post-Atlantean root race. In the course of evolution, this root race has to develop primarily the intellect that is concerned with the physical plane. When a new phase of development such as that of the intellect occurs in humanity, it is possible that new beings, which previously existed only in a hidden form, gain influence on evolution. And indeed, since that time, since the fifth Atlantean culture, a certain group of beings whose activity was previously unnoticeable has been able to work in the field of human evolution. You must imagine these beings as highly developed, much more highly developed than humans at their stage of evolution at that time. But in a certain sense they were lagging behind those beings who intervened in the human race in the middle of the Lemurian epoch. It was a new reinforcement that took place. These beings of whom I am now speaking belonged by their whole nature to what we call the lunar evolution. They had undergone their development during the lunar epoch, but they had not progressed as far as those who were able to intervene in the middle of the Lemurian epoch. They had lagged behind the normal development on the moon. They had just reached the point where they recognized the abilities that humans had acquired at that time as being similar to their own, and as a result, they were able to take control of them. Before that, humans were not intelligent beings; now they acquired intellect. And the beings used this new ability for their further development. Thus it came about that the phase of development began which we call the preparation for objective science. It did not exist before and will not exist again in the future. All the wisdom acquired in the evolution of humanity was fundamentally linked to what we call love. That cold, purely calculating scientific method is influenced by these beings, who represent a kind of “supply.”
[ 3 ] Der Einfluß dieser Wesenheiten also, die heute noch immer in einer gewissen Weise wirksam sind, wird erst dann beendet sein, wenn auch unsere ganze intellektuelle Tätigkeit, alles, was wir wissen können, alles, was wir Verstandestätigkeit nennen, wiederum durchdrungen sein wird von Liebe. Wenn der Verstand und die Liebe sich wieder zu der höheren Weisheit vereinigt haben werden, dann wird der Einfluß dieser Wesenheiten, die auf dem physischen Plane nicht sichtbar sind, verschwinden. Den Einfluß dieser Wesenheiten den Menschen klarzumachen, klarzumachen zunächst den Mysterienschülern, das war die Aufgabe namentlich der griechischen Mysterien.
[ 3 ] The influence of these beings, which are still active in a certain way today, will only come to an end when our entire intellectual activity, everything we can know, everything we call intellectual activity, is once again permeated by love. When the intellect and love have reunited in higher wisdom, the influence of these beings, which are not visible on the physical plane, will disappear. Making the influence of these beings clear to people, first of all to mystery students, was the task of the Greek mysteries in particular.
[ 4 ] Ungefähr im 8. Jahrhundert vor Christi Geburt bricht in bezug auf diese Wesenheiten eine ganz besonders wichtige Epoche herein. Wenn Sie die Kulturen unserer fünften Wurzelrasse betrachten, jene, welche die alte Vedenkultur, dann diejenigen, welche die uralte persische, die chaldäisch-ägyptische Kultur begründet haben, so werden Sie finden, daß selbst noch in den Epochen, die die Druidenkultur hervorgebracht haben, eine objektive, nüchterne Wissenschaft eigentlich nicht vorhanden war. Diese tauchte erst auf, als die vierte Kulturepoche immer mehr und mehr heraufdämmerte. Den Beginn der vierten Kulturepoche wird man etwa im 8. Jahrhundert vor Christi Geburt verzeichnen können. Damit dämmerte eine von allem übrigen menschlichen Gemütsinhalt abgesonderte, objektive Wissenschaft herauf. Ein chaldäischer Priester, der Astronomie getrieben hat, hat noch die Absichten der Weltregierung zu ergründen versucht. Ebenso war es bei den Priestern der Ägypter und den Druidenpriestern; sie suchten Einsichten zu erhalten in die Absichten des Weltenlenkers. Eine reine Verstandeswissenschaft dämmerte erst in Griechenland herauf. Diese Verstandeswissenschaft, die sich nach und nach vorbereitet hat und durch den Einfluß der genannten Wesenheiten heraufkam, aber mit der anderen menschlichen Tätigkeit verknüpft war, wurde vollständig entfesselt in der vierten Kulturperiode der fünften Wurzelrasse. Die Eingeweihten, die unterwiesen wurden in den Mysterien der damaligen Zeit, empfanden die Urweisheit, die dem Menschengeschlecht früher zuteil geworden war, gegenüber der äußeren Weisheit als etwas Verlorenes, das erst wieder gesucht werden mußte. Es hat einen Zeitpunkt gegeben, in dem diese erstorbene Weisheit sich abgesondert hat von der umfassenden Urweisheit. Diesen Zeitpunkt, in dem diese nüchterne, trockene Weisheit sich abgesondert hat von der umfassenden Urweisheit, hat man dadurch bezeichnet, daß man sagte: Etwa im 8. Jahrhundert vor Christus ist die Sonne durch den Frühlingspunkt im Widder durchgegangen. Dieser Durchgang der Sonne durch den Widder ist die Wiederholung eines vor Jahrtausenden stattgefundenen früheren Durchgangs durch dasselbe Zeichen. Die Sonne rückt ja bekanntlich durch den ganzen Tierkreis, durch die Tierkreisbilder Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau und so weiter, so daß sie schon viele Male durch den Widder hindurchgegangen ist. Das letzte Mal war sie durch den Widder durchgegangen, als der Mensch noch die Vereinigung von Liebe und Erkenntnis und damit die Urweisheit besaß. Diese Urweisheit war nun verlorengegangen und hatte einer äußerlichen Verstandeskultur Platz gemacht. Diesen ganzen Vorgang in seiner okkulten Bedeutung drückte der griechische Mysterienpriester aus durch den ungeheuer tiefen Mythos von der Argonauten-Sage, in welcher der Widder das Sinnbild der Vereinigung von Liebe und Erkenntnis darstellt.
[ 4 ] Around the eighth century BC, a particularly important epoch dawned in relation to these beings. If you consider the cultures of our fifth root race, those that founded the ancient Vedic culture, then those that founded the ancient Persian and Chaldean-Egyptian cultures, you will find that even in the epochs that produced the Druid culture, there was actually no objective, sober science. This only emerged as the fourth cultural epoch dawned more and more. The beginning of the fourth cultural epoch can be traced back to around the 8th century BC. With it dawned an objective science separated from all other human mental content. A Chaldean priest who studied astronomy still tried to fathom the intentions of the world government. The same was true of the priests of Egypt and the Druid priests; they sought to gain insight into the intentions of the world's ruler. A pure intellectual science only dawned in Greece. This intellectual science, which had gradually prepared itself and emerged through the influence of the aforementioned beings, but was linked to other human activities, was completely unleashed in the fourth cultural period of the fifth root race. The initiates who were instructed in the mysteries of that time felt that the primordial wisdom that had been given to the human race in earlier times was something lost in relation to external wisdom, something that had to be sought again. There was a time when this lost wisdom separated itself from the comprehensive primordial wisdom. This moment, when this sober, dry wisdom separated itself from the comprehensive primordial wisdom, was described by saying that around the 8th century BC, the sun passed through the vernal equinox in Aries. This passage of the sun through Aries is the repetition of an earlier passage through the same sign that took place thousands of years ago. As is well known, the sun moves through the entire zodiac, through the zodiacal signs of Aries, Taurus, Gemini, Cancer, Leo, Virgo, and so on, so that it has already passed through Aries many times. The last time it passed through Aries was when human beings still possessed the union of love and knowledge and thus the primordial wisdom. This primordial wisdom had now been lost and had given way to an external culture of the intellect. The Greek mystery priest expressed this entire process in its occult meaning through the immensely profound myth of the Argonauts, in which the ram symbolizes the union of love and knowledge.
[ 5 ] Halten wir uns den ganzen Mythos erst einmal vor Augen. Es wird uns erzählt, daß Phrixos und Helle viel zu leiden hatten von ihrer bösen Stiefmutter Ino. Deshalb erschien dem Phrixos seine göttliche Mutter Nephele und riet ihm, mit der Schwester zu entfliehen. Sie gab ihm auch einen großen Widder mit einem goldenen Vlies, mit dem sie über das Meer reiten sollten. Helle sei dann abgestürzt und im Meer ertrunken, das danach den Namen Hellespont erhielt; Phrixos dagegen sei mit dem Widder nach Kolchis gekommen. Dort soll er den Widder dem Zeus geopfert und das Fell dem König Aietes gegeben haben, der es an einer Eiche vor einer Höhle aufgehängt habe. Später machte sich der griechische Held Jason gemeinsam mit den bedeutendsten der damaligen griechischen Eingeweihten - Orpheus, Theseus, Herakles und anderen - auf, um das Widderfell von den barbarischen Völkern in Kolchis wieder zurückzuholen. Dadurch, daß er die jüngste Tochter des Königs Aietes, Medea, für sich gewann, wurde es ihm möglich, das Widderfell wieder nach Griechenland zurückzubringen. Er mußte zuerst zwei feuerschnaubende Stiere besiegen. Weiterhin mußte er Drachenzähne ausstreuen; aus den Drachenzähnen wuchsen geharnischte Männer hervor, welche in Streit kamen. Durch Medea wurde er befähigt, diesen Streit zu schlichten. Sie war es auch, die Jason ermöglichte, das Widderfell zu nehmen und mit ihm und ihr die Heimreise nach Griechenland anzutreten. Medea hatte, um ihren Vater zu täuschen, ihren Bruder mitgenommen, ihn getötet und zerstückelt ins Meer geworfen. Während der jammernde Vater die Glieder sammelte, konnten sie die Flucht nach Griechenland fortsetzen.
[ 5 ] Let us first consider the entire myth. We are told that Phrixos and Helle suffered greatly at the hands of their evil stepmother Ino. Therefore, Phrixos' divine mother Nephele appeared to him and advised him to flee with his sister. She also gave him a large ram with a golden fleece, on which they were to ride across the sea. Helle then fell and drowned in the sea, which was subsequently named Hellespont; Phrixos, on the other hand, arrived in Colchis with the ram. There he sacrificed the ram to Zeus and gave the fleece to King Aietes, who hung it on an oak tree in front of a cave. Later, the Greek hero Jason, together with the most important Greek initiates of the time—Orpheus, Theseus, Heracles, and others—set out to retrieve the ram's fleece from the barbarian peoples of Colchis. By winning the hand of King Aietes' youngest daughter, Medea, he was able to bring the ram's skin back to Greece. First, he had to defeat two fire-breathing bulls. He also had to scatter dragon's teeth, from which armored men sprang forth and fought each other. Medea enabled him to settle this dispute. It was also she who enabled Jason to take the ram's fleece and set off with her and Medea on the journey home to Greece. In order to deceive her father, Medea had taken her brother with her, killed him, and thrown his dismembered body into the sea. While the grieving father gathered the limbs, they were able to continue their flight to Greece.
[ 6 ] Im 8. und 9. Jahrhundert vor Christi Geburt, also am Eingang der griechischen Kulturperiode, wurde die okkulte Bedeutung dieser Sage den griechischen Geheimschülern gelehrt. Diese okkulte Bedeutung liegt in der Mitteilung, daß diejenigen Wesenheiten, welche sich der trockenen, nüchternen Intelligenz der Menschen bedienen, von diesem Zeitpunkt an eine besondere Bedeutung erlangten. Die Sehnsucht nach der Urkultur, welche einmal bestanden hatte, als die Sonne zum vorletztenmal durch den Widder gegangen war, erwachte jetzt wieder. Daß das Zwillingspaar Phrixos und Helle vom Widder nach Kolchis gebracht wurde, heißt nichts anderes, als daß eine vorhergehende Unterrasse, die persisch-iranische mit ihrer Zwillingsnatur - sie haben unter dem Zeichen des Guten und Bösen, Ormuzd und Ahriman, gestanden -, die Verbindung von Erkenntnis und Liebe wiedergewinnen will. Die vorhergehende Unterrasse hatte dieses in verborgene Gebiete getragen. Früher, in der atlantischen Zeit, war dieses Fell, diese Weisheit, Gemeingut der menschlichen Kultur gewesen, dann war es in ferne Geheimschulen getragen worden. Es muß zurückgeholt werden. So sehen wir ausgedrückt in der Argonauten-Sage die Begründung der Geheimschulen in Griechenland.
[ 6 ] In the 8th and 9th centuries BC, at the dawn of the Greek cultural period, the occult meaning of this legend was taught to Greek secret disciples. This occult meaning lies in the message that those beings who make use of the dry, sober intelligence of human beings acquired a special significance from that time onwards. The longing for the original culture that had once existed when the sun passed through Aries for the penultimate time was now reawakened. The fact that the twins Phrixos and Helle were brought from the ram to Colchis means nothing other than that a previous subrace, the Persian-Iranian with its twin nature – they stood under the sign of good and evil, Ormuzd and Ahriman – wanted to regain the connection between knowledge and love. The previous subrace had carried this into hidden realms. In earlier times, in the Atlantean era, this fleece, this wisdom, had been the common property of human culture, but then it had been carried away to distant secret schools. It must be brought back. Thus, in the legend of the Argonauts, we see expressed the founding of the secret schools in Greece.
[ 7 ] Es gab also eine Urweisheit bei der atlantischen Rasse, so wird uns erzählt. Diese Urweisheit war damals Gemeingut der Menschheit. Sie ist verlorengegangen und nur noch in den Höhlen und Krypten der Mysterienschulen zu finden. Die Griechen aber haben für ihre Eingeweihten die Mysterien neu errichtet, und Theseus, Orpheus, Herkules und andere waren die Begründer dieser Weisheitsschulen dadurch, daß sie die Urweisheit wieder zurückgeholt haben nach Griechenland. Durch Thales, Anaximenes, Sokrates und andere Philosophen ist eine nüchterne, kalte Verstandesweisheit heraufgebracht worden, die objektiv ist. Die Mysterienweisheit ist mit der Liebe verbunden. Sie ist eine Weisheit, die nicht erlangt werden kann ohne die Läuterung der Leidenschaften, der Kamakräfte. Die Verstandeswissenschaft dagegen kann ohne Läuterung von Kama erlangt werden. In der so wichtigen Argonauten-Sage ist uns also der Übergang von der dritten zur vierten Kulturperiode unserer gegenwärtigen Wurzelrasse dargestellt. Der Übergang besteht darin, daß der früher gemeinsame Strom der menschlichen Kultur sich teilte in zwei Strömungen: in Mysterienweisheit und in die äußere Verstandeswissenschaft. Der eine Strom war verborgen, aber so, daß er doch wirksam war und Einfluß bekam auf die griechische Kunst und Kultur - er ist dargestellt als das Zurückholen des Widderfelles. Nur auf die Verstandeswissenschaft sollte er fortan keinen Einfluß haben. Das ist die Sage von dem Argonautenzug.
[ 7 ] We are told that there was a primordial wisdom among the Atlantean race. This primordial wisdom was once the common property of humanity. It has been lost and can now only be found in the caves and crypts of the mystery schools. The Greeks, however, re-established the mysteries for their initiates, and Theseus, Orpheus, Hercules, and others were the founders of these schools of wisdom by bringing the primordial wisdom back to Greece. Through Thales, Anaximenes, Socrates, and other philosophers, a sober, cold intellectual wisdom was brought forth that is objective. Mystery wisdom is connected with love. It is a wisdom that cannot be attained without the purification of the passions, the Kama forces. Intellectual science, on the other hand, can be attained without purification from Kama. The important Argonaut legend thus depicts the transition from the third to the fourth cultural period of our present root race. The transition consists in the fact that the formerly common stream of human culture divided into two streams: into mystery wisdom and into external intellectual science. One stream was hidden, but in such a way that it was still effective and exerted influence on Greek art and culture—it is represented as the retrieval of the ram's skin. From then on, it was to have no influence on intellectual science. This is the legend of the Argonauts.
[ 8 ] Auch bei der Odysseus-Sage sehen wir, daß sie sich bezieht auf den Übergang von einer Rasse zur anderen. Die Odysseus-Sage hat hintereinander die mannigfaltigsten Deutungen und Auslegungen gefunden. Ich möchte heute nur das Gerüst dieser Sage angeben. In meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache» habe ich die zweite Art der Ausdeutung, die allegorische, anzuwenden versucht; heute wollen wir die dritte Art der Ausdeutung, die okkulte, betrachten.
[ 8 ] In the legend of Odysseus, too, we see that it refers to the transition from one race to another. The legend of Odysseus has found the most varied interpretations and explanations. Today I would like to indicate only the framework of this legend. In my book Christianity as Mystical Fact, I attempted to apply the second type of interpretation, the allegorical; today we will consider the third type of interpretation, the occult.
[ 9 ] Odysseus, der unter den Kämpfern von Troja war, hat den Griechen durch Schlauheit und Klugheit dazu verholfen, Troja zu erobern. Er hat große Irrfahrten durchgemacht auf dem Wasser; das bitte ich festzuhalten. Er kam zu den Zyklopen, überwand den Hauptzyklopen mit dem einen Auge, ging dann weiter zu Circe, welche, wie uns erzählt wird, seine Gefährten in Schweine verwandelte. Dann ging er in die Unterwelt und machte da mit den im Trojanischen Krieg gefallenen Helden Bekanntschaft. Dann kam er unter die Gewalt der Sirenen, die durch ihren zauberhaften Gesang die Menschen verführen. Es wird uns weiter erzählt, wie der größte Teil der Gefährten der Verführung erliegt und wie er sich dadurch rettet, daß er sich an sein Schiff festbinden läßt. Odysseus kommt dann an einen Ort, der sich zwischen Skylla und Charybdis befindet, wo die Schiffe Gefahr laufen zu scheitern. Er muß sich durch einen Meeresstrudel hindurchretten. Er kommt dann nach Ogygia, der Insel der Nymphe Kalypso, verweilt dort sieben Jahre und wird durch Zeus, der Kalypso den Auftrag gibt, ihn freizugeben, entlassen und gelangt schließlich in seine Heimat Ithaka. Durch die Göttin Pallas Athene wird er in sein Haus und zu seinem Weib Penelope geführt, das die verschiedensten Fährnisse auszustehen hatte, weil sich viele Freier um sie bemühten. So fertigte sie bei Tag ein Gewebe an, das sie bei Nacht wieder auftrennte, weil sie den Freiern ihre Hand versprochen hatte, wenn das Gewebe fertig sei.
[ 9 ] Odysseus, who was among the warriors of Troy, helped the Greeks conquer Troy through cunning and cleverness. He went through great wanderings on the water; please keep that in mind. He came to the Cyclops, defeated the chief Cyclops with one eye, then went on to Circe, who, as we are told, turned his companions into pigs. Then he went to the underworld and made the acquaintance of the heroes who had fallen in the Trojan War. Then he came under the power of the Sirens, who seduce men with their enchanting song. We are told how most of his companions succumbed to the seduction and how he saved himself by having himself tied to his ship. Odysseus then comes to a place between Scylla and Charybdis, where ships are in danger of being wrecked. He has to save himself by passing through a whirlpool. He then arrives at Ogygia, the island of the nymph Calypso, where he stays for seven years and is released by Zeus, who orders Calypso to set him free, and finally reaches his homeland of Ithaca. The goddess Pallas Athena leads him to his house and to his wife Penelope, who had to endure various perils because many suitors were vying for her hand. During the day, she wove a cloth, which she unraveled at night because she had promised her hand to the suitors when the cloth was finished.
[ 10 ] Nun bitte ich Sie, dieses Gerüst der Odysseus-Sage mit mir einmal in der Art durchzugehen, wie es uns bekannt ist aus der griechischen Mysterienweisheit. Die Einweihungsschulen, in denen sich tatsächlich abspielte, was hier erzählt wird, führten den Schüler auf dem Astralplan und dem Mentalplan so, daß er eine bestimmte Strecke der menschlichen Entwicklung durchlaufen konnte, und zwar die Strecke von der Mitte der lemurischen Zeit bis zu dem Zeitpunkt, wo in Griechenland der Mensch in den Einweihungsschulen, die durch Jason zusammen mit Orpheus, Theseus, Herakles und anderen begründet worden waren, wiederum die Urweisheit finden konnte. Es wurde also der Schüler auf den Astralund Mentalplan geführt, und es wurden ihm die Vorgänge gezeigt, die die Menschheit durchlaufen hatte von der Mitte der lemurischen Zeit bis zu dem Punkte, wo der Trojanische Krieg sich abspielte. Durch das Mythische im Argonautenzug wird uns ein Stück der Urweisheit dargestellt. Es zeigt sich uns, daß sie dazumal neben der Wissenschaft einherging. Was wurde den Menschen, den Einweihungsschülern, nun in der Odysseus-Sage gezeigt? Das wird uns in Odysseus repräsentativ dargestellt.
[ 10 ] Now I ask you to go through this framework of the Odyssey with me in the way we know it from Greek mystery wisdom. The initiation schools, where what is recounted here actually took place, guided the student on the astral and mental planes so that he could pass through a certain stage of human development, namely the stage from the middle of the Lemurian period to the time when, in Greece, human beings could once again find the primordial wisdom in the initiation schools founded by Jason together with Orpheus, Theseus, Heracles, and others. The student was thus led to the astral and mental planes and shown the events that humanity had undergone from the middle of the Lemurian period to the point where the Trojan War took place. The mythical elements in the Argonauts' journey reveal a piece of the original wisdom to us. We see that it existed alongside science at that time. What was shown to the people, the initiation students, in the Odyssey saga? This is represented to us in Odysseus.
[ 11 ] Versetzen wir uns einmal zurück in die Mitte der lemurischen Zeit. Der Mensch war da auf dem Übergang von dem hermaphroditischen Zustand in den Zustand der Geschlechtlichkeit, auf dem Übergang vom Zustande des Sehens ohne äußeres physisches Sinnesorgan zum Sehen mit dem äußeren physischen Auge. Tatsächlich hatte der Mensch bis zur Mitte der lemurischen Zeit jenes «eine Auge», das dann ersetzt wurde durch die zwei äußeren, physischen Augen. In diese Entwicklungsphase wurde der Schüler damals zurückversetzt. Er sollte den Übergang erleben von der vorlemurischen Zeit in die nachlemurische Zeit, in die Zeit nach der Mitte der lemurischen Rasse bis zum Auftauchen des äußeren Auges. Die Zyklopen waren die Menschen der vorlemurischen Zeit. Mit diesen machte Odysseus auf dem Astralplan Bekanntschaft. Nun war des Menschen Astralkörper nach dieser Zeit in die dichter und fester werdende Materie hineingesenkt worden. Das wurde den Einzuweihenden vorgestellt. Wir kommen dann heran an die ersten atlantischen Zeiten. Immer mehr und mehr gewinnt der Atlantier die Fähigkeit, die Lebenskräfte zu verwenden, sich ihrer zu seinen Verrichtungen zu bedienen. Es waren ausgebildete, hohe astrale Fähigkeiten, die die Atlantier entwickelten und zu denen sich ein Grieche nur auf dem astralischen Plane zurückversetzen konnte. Das war die Zeit, von der so viel in alten okkulten Schriften die Rede ist, wo die atlantischen Geschlechter in die wildesten Künste der schwarzen Magie verfielen. Diese Epoche wurde dem griechischen Mysterienschüler dramatisch vorgeführt in Verwandlungsbildern. Es war die Epoche, wo des Menschen Leidenschaften unter dem Einfluß der schwarzmagischen Kräfte so entstellt wurden, daß die Astralkörper den niedersten Tieren glichen. Das war auch das Bild, das sich darbot, als dann später die Turanier in diese wilden magischen Künste verfielen. Der Astralkörper wurde so verwandelt unter dem Einflusse dieser schwarzen Künste, daß es symbolisch ausgedrückt hieß: Circe verwandelte die Gefährten des Odysseus in Schweine. - Diesen Zeitpunkt der menschlichen Entwicklung machte der griechische Eingeweihte durch.
[ 11 ] Let us transport ourselves back to the middle of the Lemurian epoch. Human beings were then in transition from the hermaphroditic state to the state of sexuality, from the state of seeing without external physical sense organs to seeing with the external physical eye. In fact, until the middle of the Lemurian epoch, human beings had that “one eye,” which was then replaced by the two external physical eyes. The students were then transported back to this stage of development. They were to experience the transition from the pre-Lemurian period to the post-Lemurian period, from the middle of the Lemurian race to the emergence of the external eye. The Cyclops were the people of the pre-Lemurian period. Odysseus made their acquaintance on the astral plane. After this period, the human astral body had been sunk into increasingly dense and solid matter. This was presented to the initiates. We then come to the first Atlantean times. More and more, the Atlanteans gained the ability to use their life forces for their tasks. These were highly developed astral abilities, which the Atlanteans developed and to which a Greek could only return on the astral plane. This was the time so often mentioned in ancient occult writings, when the Atlantean races fell into the wildest arts of black magic. This epoch was dramatically presented to Greek mystery students in images of transformation. It was the epoch when human passions were so distorted under the influence of black magical forces that the astral bodies resembled the lowest animals. This was also the picture that presented itself when, later on, the Turanians fell into these wild magical arts. The astral body was so transformed under the influence of these black arts that, symbolically speaking, Circe transformed Odysseus' companions into pigs. The Greek initiate went through this stage of human development.
[ 12 ] Dann stieg Odysseus in die Unterwelt hinab. Das Hinabsteigen in die Unterwelt bedeutet nun überall, wo es uns in der griechischen Sagenwelt entgegentritt, daß eine Einweihung stattfindet. Wenn von einem Helden gesagt wird, daß er in die Unterwelt hinunterstieg, will der Erzähler damit nichts anderes ausdrücken, als daß der Betreffende eingeweiht wurde, daß er bekannt wurde mit den Dingen, die jenseits des Todes liegen. Odysseus war ein Eingeweihter, und die Odysseus-Sage selbst ist die Darstellung seiner Einweihung. Wir schreiten nun weiter bis zu dem Zeitpunkte, wo nach der atlantischen Flut die Menschen bekannt wurden mit den ersten Wirkungen jener Wesenheiten, von denen ich gesprochen habe, die sich in der äußeren Kultur, in der damaligen Wissenschaft und in den damaligen Künsten offenbaren mit denjenigen Wirkungen, die auf das Intellektuelle Einfluß hatten nach der atlantischen Flut. Die ersten Anfänge rein äußerer physischer Kultur wurden dem Eingeweihten vorgeführt als die Verlockungen der rein weltlichen Künste, der rein weltlichen Kultur. Es sind die Sirenenklänge der jungen fünften Wurzelrasse. Diese Sirenenklänge der jungen fünften Wurzelrasse waren es, von denen so viel gesprochen wird in den okkulten Schriften. Denn wir haben auf der einen Seite die große Weisheitslehre des Manu, welcher die Menschen der fünften Wurzelrasse darauf aufmerksam macht, daß ihr Intellekt sich zu erheben hat zu dem Göttlichen. Das hat seinen Ausdruck gefunden in den Veden und in dem, was der persische Zarathustra als Religion begründet und seinen Religionsgenossen hinterlassen hat. Daneben haben wir die rein verstandesmäßige Kultur, die den Menschen abbringt von dem, was unter dem Einfluß des Manu sich entwickelt. Sie finden in allen okkulten Schriften die Vorgänge dargestellt, die da stattfanden. Der Manu wählte das kleine Häuflein aus und ging in die Wüste Gobi oder Schamo. Da war es nur eine kleine Schar, die ihm treu blieb, während die anderen untreu wurden und sich nach allen Seiten zerstreuten. Dieser wichtige Vorgang, daß der Manu zuerst einen Teil der Ursemiten auswählte, daß von diesen Ausgewählten aber wieder nur ein kleiner Teil ihm folgte, während der andere Teil zugrundeging, weil er den Sirenenklängen der äußeren Kultur folgte, dieser wichtige Vorgang wurde den Einzuweihenden dargestellt.
[ 12 ] Then Odysseus descended into the underworld. Wherever we encounter the descent into the underworld in Greek mythology, it signifies that an initiation is taking place. When it is said of a hero that he descended into the underworld, the narrator means nothing other than that the person in question was initiated, that he became acquainted with the things that lie beyond death. Odysseus was an initiate, and the Odyssey itself is the story of his initiation. We now proceed to the point in time when, after the Atlantean flood, human beings became acquainted with the first effects of those beings of which I have spoken, who reveal themselves in the outer culture, in the science and arts of that time, with those effects that had an influence on the intellectual after the Atlantean flood. The first beginnings of purely external physical culture were presented to the initiate as the temptations of purely worldly arts, of purely worldly culture. These are the siren songs of the young fifth root race. It was these siren songs of the young fifth root race that are spoken of so much in the occult writings. For on the one hand we have the great wisdom teaching of Manu, who draws the attention of the people of the fifth root race to the fact that their intellect must rise to the divine. This found expression in the Vedas and in what the Persian Zarathustra founded as a religion and left to his fellow believers. Alongside this, we have the purely intellectual culture that leads people away from what develops under the influence of Manu. You will find the events that took place described in all occult writings. Manu chose the small group and went into the Gobi or Shamo desert. There was only a small group that remained loyal to him, while the others became unfaithful and scattered in all directions. This important process, in which Manu first selected a part of the original Semites, but only a small part of these chosen ones followed him, while the other part perished because they followed the siren songs of the outer culture, this important process was presented to those who were to be initiated.
[ 13 ] Dann wird noch ein wichtiger Punkt der Menschheitsentwicklung in der Odysseus-Sage dargestellt, der Durchgang zwischen Skylla und Charybdis. Was beginnt denn jetzt eigentlich in der Menschheit? Jetzt erst beginnt, wie wir gesehen haben, die eigentliche Kama-Manas-Kultur. Nach und nach ist sie bis hierher vorbereitet worden. Jetzt beginnt sie. Unsere fünfte Wurzelrasse hat vorzugsweise diese Kama-Manas-Kultur. Kama ist im Astralen und auch heute noch im Astralkörper tätig. Manas aber ist das, was im physischen Gehirn tätig ist. Der Mensch der fünften Wurzelrasse denkt mit seinem physischen Gehirn. Erst in einer künftigen Entwicklungsphase wird auch das Kama, der Astralkörper so weit sein, daß er zu denken vermag. Heute hat Manas erst im physischen Gehirn Platz gegriffen. Zwischen den zwei nach beiden Seiten uns schleudernden Strudeln Skylla und Charybdis müssen wir hindurch. Das wird repräsentiert durch den Durchgang des Odysseus zwischen Skylla-Manas und Charybdis-Kama. Da ist auf der einen Seite der astrale Strudel, die Triebe, Begierden und Leidenschaften, in denen der Mensch untergehen kann, und auf der anderen der an den Felsen geschmiedete physische Verstand. Der Fels ist uns ja bereits begegnet in der Prometheus-Sage. Hier tritt uns der Fels wieder entgegen. Der menschliche Verstand ist allen Gefahren der Physis, des Felsens, ausgesetzt. Zwischen den Klippen des physischen Verstandes und dem Strudel des astralen Lebens muß der Mensch hindurchsegeln. Hat er sich da durchgebracht, hat er erkannt, welche Gefahren ihm drohen und hat sich dennoch aufrecht halten können, dann kommt er zu der Insel der Kalypso, zur verborgenen Weisheit. Da kann er den Ausblick tun in die Zukunft der Menschheit, die Probezeit durchmachen, die sieben Jahre andauert. Deshalb bleibt Odysseus auch sieben Jahre bei der Kalypso. Jeder, der zur Einweihung kommen will, muß eine siebenjährige Probezeit durchmachen, und die ist angedeutet durch den Aufenthalt bei der Kalypso, wo hinter der Täuschung verborgene Weisheit lebt. Dann erst kann er dahin kommen, wo die Seele hingelangt, wenn sie dem Strudel der astralen Leidenschaften entronnen ist. Lesen Sie Homers «Odyssee»; er deutet an, daß der Mensch die eigene Seele sucht. Die Zurückkunft der eigenen Seele, das ist das Streben nach der Heimat. Wer die Odyssee wirklich verstehen will, darf nicht der Ansicht eines neueren Forschers sein, der da meint, daß mit dem Polyphem und den Zyklopen nichts anderes gemeint sei, als daß der Ätna Feuer gespieen hätte und die Brandstelle dem Odysseus erschienen wäre als das Auge des Riesen.
[ 13 ] Then another important point in the development of humanity is presented in the Odyssey, the passage between Scylla and Charybdis. What is actually beginning now in humanity? As we have seen, the actual Kama-Manas culture is only now beginning. It has been prepared little by little up to this point. Now it begins. Our fifth root race has this Kama-Manas culture as its primary culture. Kama is active in the astral and still is in the astral body today. Manas, however, is what is active in the physical brain. The human being of the fifth root race thinks with his physical brain. Only in a future phase of development will Kama, the astral body, be ready to think. Today, manas has only taken hold in the physical brain. We must pass between the two whirlpools, Scylla and Charybdis, which hurl us in opposite directions. This is represented by Odysseus' passage between Scylla-manas and Charybdis-kama. On one side is the astral whirlpool, the instincts, desires, and passions in which human beings can perish, and on the other side is the physical mind chained to the rock. We have already encountered the rock in the legend of Prometheus. Here the rock confronts us again. The human mind is exposed to all the dangers of the physical world, of the rock. Humans must navigate between the cliffs of the physical mind and the vortex of astral life. Once they have made it through, recognized the dangers that threaten them, and nevertheless managed to remain upright, they arrive at the island of Calypso, the hidden wisdom. There they can look into the future of humanity and undergo a trial period lasting seven years. That is why Odysseus stays with Calypso for seven years. Everyone who wants to be initiated must undergo a seven-year trial period, which is symbolized by the stay with Calypso, where wisdom hidden behind deception lives. Only then can he reach the place where the soul arrives when it has escaped the whirlpool of astral passions. Read Homer's “Odyssey”; it suggests that man is searching for his own soul. The return of one's own soul is the striving for home. Anyone who really wants to understand the Odyssey must not subscribe to the view of a recent scholar who believes that Polyphemus and the Cyclops are nothing more than Etna spewing fire, the site of the conflagration appearing to Odysseus as the giant's eye.
[ 14 ] Odysseus kommt zuletzt als Bettler nach Hause, ohne alles äußere Gut. Damit ist angedeutet, daß der Mensch, der das Unwichtige der äußeren Welt und der weltlichen Güter durchschaut hat, nicht in der Maya, sondern hinter der Maya die Heimat der Seele sucht, daß er also im mystischen Sinn als Bettler in die Heimat kommt. Daß er in Wahrheit ein Weiser ist, das wird dadurch angedeutet, daß Pallas Athene Odysseus nach Hause geleitet. Die eigene Seele wird in aller Esoterik dargestellt durch ein weibliches Wesen; immer werden als Symbole für das Streben der eigenen Seele weibliche Wesen gewählt. Goethe nennt es das Ewig-Weibliche. Wie in der Medea in der Sage vom Argonautenzug, so haben wir hier in der Penelope die eigene Seele zu sehen, zu der Odysseus wieder den Weg sucht. In der christlichen Religion ist die Jungfrau Maria die nach Erlösung strebende menschliche Seele, nur ist die Bedeutung hier eine unendlich viel tiefere. Diese Penelope ist, um es genau zu sagen, die Seele des Menschen in der fünften Wurzelrasse. Die fünfte Wurzelrasse hat den menschlichen Verstand zu kultivieren. Er ist das Unfruchtbarste, das es an sich gibt; nur wenn er angewendet wird auf einen Inhalt, dann kann der Verstand fruchtbar werden. Der Verstand ist ein Netz, das gesponnen wird um die Dinge, die wir anderswoher haben. Wenn Sie die äußere Erfahrung etwas lehrt, können Sie es mit dem Verstande umspinnen. Wenn Sie die höhere okkulte Weisheit etwas lehrt, dann können Sie es wiederum mit dem Verstande umspinnen. Die Menschen sagen oft, die okkulten Weisheiten widersprächen dem Verstand. Nichts widerspricht dem Verstande. Die Menschen haben immer, wenn etwas Neues in ihren Horizont eingetreten ist, gesagt, es widerspreche dem Verstande. Der Verstand ist aber nur zum Kombinieren, zum Verbinden da. Aus sich selbst kann er nichts gewinnen, vom Verstande aus können Sie nichts beweisen. Dieses Unfruchtbare des Verstandes, der doch die eigentliche Seele der fünften Wurzelrasse ist, wird ausgedrückt in dem fortwährenden Spinnen und Wiederaufziehen des Gewebes der Penelope. Odysseus wird durch die Weisheit geleitet. Der Eingeweihte muß den Weg finden zu der Seele der fünften Wurzelrasse, zu dem unfruchtbaren Verstande. Aber er wird nur dann sich in der richtigen Weise mit der Seele der fünften Wurzelrasse verbinden, wenn er eben mit der Weisheit selbst erfüllt ist, wenn er von Pallas Athene geleitet wird. Pallas Athene wiederum ist eine höhere weibliche Gottheit, eine andere Kraft in der Seele; die Weisheit, die eigentliche Führerin. Der Mensch muß nach mancherlei Irrfahrten, die er durchgemacht hat, sofern sie wirklich Entwicklungsfahrten sind, zum Verstande kommen. Dabei muß Pallas Athene, die Weisheit, seine Führerin sein. Das wurde dem Mysterienschüler in Griechenland vorgeführt, und das wollte Homer in der tiefsinnigen Odysseus-Sage erzählen.
[ 14 ] Odysseus finally returns home as a beggar, without any external possessions. This suggests that man, who has seen through the insignificance of the external world and worldly goods, seeks the home of the soul not in Maya, but behind Maya, and that he therefore returns home as a beggar in the mystical sense. That he is in truth a wise man is indicated by the fact that Pallas Athena guides Odysseus home. In all esotericism, the soul is represented by a female being; female beings are always chosen as symbols for the striving of the soul. Goethe calls it the eternal feminine. As in Medea in the legend of the Argonauts, we see here in Penelope the soul itself, to which Odysseus is seeking to return. In the Christian religion, the Virgin Mary is the human soul striving for redemption, only here the meaning is infinitely deeper. This Penelope is, to be precise, the soul of the human being in the fifth root race. The fifth root race has to cultivate the human intellect. It is the most barren thing there is; only when it is applied to content can the intellect become fruitful. The intellect is a net that is woven around the things we have from elsewhere. When external experience teaches you something, you can spin it around with your mind. When higher occult wisdom teaches you something, you can spin it around with your mind again. People often say that occult wisdom contradicts the mind. Nothing contradicts the mind. Whenever something new has entered their horizon, people have always said that it contradicts the mind. But the mind is only there to combine and connect. It cannot gain anything from itself; you cannot prove anything from the mind. This barrenness of the intellect, which is nevertheless the actual soul of the fifth root race, is expressed in the constant spinning and unraveling of Penelope's web. Odysseus is guided by wisdom. The initiate must find the way to the soul of the fifth root race, to the barren intellect. But he will only connect with the soul of the fifth root race in the right way if he is filled with wisdom itself, if he is guided by Pallas Athena. Pallas Athena, in turn, is a higher female deity, another force in the soul; wisdom, the true guide. After many wanderings, which are really journeys of development, man must come to the intellect. Pallas Athena, wisdom, must be his guide. This was demonstrated to the mystery student in Greece, and this is what Homer wanted to tell us in the profound legend of Ulysses.
[ 15 ] Eine Einweihung also, wie sie damals in Griechenland gepflegt wurde, ist uns in der Odysseus-Sage dargestellt, eine Einweihung, die nichts anderes war als eine im Astral-Mentalen erfolgte Wiederholung der Erlebnisse der Menschen in der lemurischen Zeit bis in die Zeit der Mysterien selbst. Odysseus ist der Schlaue, Kluge, und durch seine Fähigkeiten wurde Troja überwunden. Der kluge Verstandesmensch ist der Mensch der fünften Wurzelrasse. Aber diese seine Heimat, seine Penelope, muß er wieder auf dem Umwege suchen, um in der fünften Wurzelrasse seinen Weg richtig gehen zu können. Derjenige, welcher bloß schlau und klug ist, würde innerhalb der fünften Wurzelrasse nicht den richtigen Weg finden. Er muß erst aus sich herauskommen und seinen Blick erweitern, indem er zurückblickt auf den langen Weg der Entwicklung des Menschengeschlechts. Odysseus ist der Repräsentant des schlauen Kama-Manas-Menschen, der mancherlei Irrfahrten durchmachen muß, um in der fünften Wurzelrasse wieder zur Seele geführt zu werden.
[ 15 ] An initiation as it was practiced in Greece at that time is thus presented to us in the legend of Odysseus, an initiation that was nothing other than a repetition in the astral-mental realm of the experiences of human beings in the Lemurian epoch up to the time of the mysteries themselves. Odysseus is the clever one, the wise one, and through his abilities Troy was conquered. The clever intellectual is the human being of the fifth root race. But he must search for his home, his Penelope, by a roundabout route in order to be able to follow the right path in the fifth root race. Those who are merely clever and intelligent would not find the right path within the fifth root race. He must first come out of himself and broaden his view by looking back on the long path of human development. Odysseus is the representative of the clever Kama-Manas human being, who must undergo many wanderings in order to be led back to the soul in the fifth root race.
