Cosmogony
GA 94
30 May 1906, Paris
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Kosmogonie, 2nd ed.
Sechster Vortrag
Sechster Vortrag
[ 1 ] Zuerst einmal muß festgehalten werden, daß der Yoga oder die Einweihung kein stürmisches Ereignis ist, sondern eine langsame Schulung, eine ganz intime Veränderung. Man stellt sich oft vor, daß sie in einer Reihe von äußeren Verrichtungen und asketischen Übungen besteht. Nichts davon trifft zu. Alles muß sich in den Tiefen der Seele abspielen.
[ 1 ] Zuerst einmal muß festgehalten werden, daß der Yoga oder die Einweihung kein stürmisches Ereignis ist, sondern eine langsame Schulung, eine ganz intime Veränderung. Man stellt sich oft vor, daß sie in einer Reihe von äußeren Verrichtungen und asketischen Übungen besteht. Nichts davon trifft zu. Alles muß sich in den Tiefen der Seele abspielen.
[ 2 ] Sprechen wir zuerst von den praktischen Regeln dieser Schulung. Man hat oft gesagt, daß der Anfang der Einweihung gefährlich sei und daß derjenige, der sie unternimmt, sich ernsten Gefahren aussetze. Daran ist etwas Wahres, und wir wollen versuchen, es wissenschaftlich auseinanderzusetzen.
[ 2 ] Sprechen wir zuerst von den praktischen Regeln dieser Schulung. Man hat oft gesagt, daß der Anfang der Einweihung gefährlich sei und daß derjenige, der sie unternimmt, sich ernsten Gefahren aussetze. Daran ist etwas Wahres, und wir wollen versuchen, es wissenschaftlich auseinanderzusetzen.
[ 3 ] Die Einweihung ist eine Art Geburt der höheren menschlichen Seele, die in jedem Menschenwesen verborgen ist. Sie birgt für die niedere Seele oder, genauer gesagt, für den Astralleib ähnliche Gefahren wie die der physischen Geburt; wobei die Ähnlichkeit darin besteht, daß die göttliche Seele sich von der Leidenschaftsseele unter Schmerzen trennt wie das Kind vom Schoß seiner Mutter, aber mit dem Unterschied, daß die geistige Geburt sehr viel länger dauert.
[ 3 ] Die Einweihung ist eine Art Geburt der höheren menschlichen Seele, die in jedem Menschenwesen verborgen ist. Sie birgt für die niedere Seele oder, genauer gesagt, für den Astralleib ähnliche Gefahren wie die der physischen Geburt; wobei die Ähnlichkeit darin besteht, daß die göttliche Seele sich von der Leidenschaftsseele unter Schmerzen trennt wie das Kind vom Schoß seiner Mutter, aber mit dem Unterschied, daß die geistige Geburt sehr viel länger dauert.
[ 4 ] Nehmen wir noch einen anderen Vergleich. Die höhere Seele ist eng gebunden an die tierische Seele. Ihre Verbindung untereinander ist es, die die Leidenschaften mäßigt, sie vergeistigt und beherrscht nach dem Grade der Vernunft und des Willens. Diese Verbindung hat einen Vorteil für den Menschen. Aber er bezahlt diesen Vorteil mit dem Verlust seiner Hellsichtigkeit. Stellen wir uns eine Flüssigkeit von grüner Farbe vor, die chemisch aus Blau und Gelb zusammengesetzt ist. Wenn es Ihnen gelingt, sie chemisch zu trennen, werden Sie zum Beispiel sehen, daß die gelbe Flüssigkeit sich auf dem Grund absetzt, während die blaue an die Oberfläche aufsteigt. Ebenso verhält es sich beim Menschen, wenn der Einweihungsweg die tierische Seele von der geistigen Seele trennt. Für die höhere Seele erfolgt daraus die Hellsichtigkeit, aber die allein gelassene tierische Seele überliefert sich nun, sofern sie noch nicht durch das Ich gereinigt ist, ohne Kontrolle dem Exzeß der Leidenschaften. Man kann diese Tatsache häufig bei Medien konstatieren. Das Wachsein gegenüber dieser Gefahr wird manchmal in der Einweihung bezeichnet durch das Wort: der Hüter der Schwelle.
[ 4 ] Nehmen wir noch einen anderen Vergleich. Die höhere Seele ist eng gebunden an die tierische Seele. Ihre Verbindung untereinander ist es, die die Leidenschaften mäßigt, sie vergeistigt und beherrscht nach dem Grade der Vernunft und des Willens. Diese Verbindung hat einen Vorteil für den Menschen. Aber er bezahlt diesen Vorteil mit dem Verlust seiner Hellsichtigkeit. Stellen wir uns eine Flüssigkeit von grüner Farbe vor, die chemisch aus Blau und Gelb zusammengesetzt ist. Wenn es Ihnen gelingt, sie chemisch zu trennen, werden Sie zum Beispiel sehen, daß die gelbe Flüssigkeit sich auf dem Grund absetzt, während die blaue an die Oberfläche aufsteigt. Ebenso verhält es sich beim Menschen, wenn der Einweihungsweg die tierische Seele von der geistigen Seele trennt. Für die höhere Seele erfolgt daraus die Hellsichtigkeit, aber die allein gelassene tierische Seele überliefert sich nun, sofern sie noch nicht durch das Ich gereinigt ist, ohne Kontrolle dem Exzeß der Leidenschaften. Man kann diese Tatsache häufig bei Medien konstatieren. Das Wachsein gegenüber dieser Gefahr wird manchmal in der Einweihung bezeichnet durch das Wort: der Hüter der Schwelle.
[ 5 ] Das ist der Grund, weshalb die erste Forderung, die man an den Schüler stellt, die ist, daß er ein fester Charakter und ein Herrscher über seine Leidenschaften sei. Den Einweihungsübungen gehen deswegen eine strenge Zucht und gewisse Bedingungen voraus, deren erste Ruhe und Zurückgezogenheit sind. Die gewöhnliche Moral genügt nicht, denn die bezieht sich nur auf das Betragen des Menschen in der äußeren Welt. Die Einweihung bezieht sich aber auf den inneren Menschen.
[ 5 ] Das ist der Grund, weshalb die erste Forderung, die man an den Schüler stellt, die ist, daß er ein fester Charakter und ein Herrscher über seine Leidenschaften sei. Den Einweihungsübungen gehen deswegen eine strenge Zucht und gewisse Bedingungen voraus, deren erste Ruhe und Zurückgezogenheit sind. Die gewöhnliche Moral genügt nicht, denn die bezieht sich nur auf das Betragen des Menschen in der äußeren Welt. Die Einweihung bezieht sich aber auf den inneren Menschen.
[ 6 ] Wollte man nun einwenden: die Frömmigkeit genügt -, so würden wir antworten: Die Frömmigkeit ist eine schöne und notwendige Sache, aber sie hat nichts mit okkulter Übung zu tun. Frömmigkeit ohne Weisheit ist unschöpferisch.
[ 6 ] Wollte man nun einwenden: die Frömmigkeit genügt -, so würden wir antworten: Die Frömmigkeit ist eine schöne und notwendige Sache, aber sie hat nichts mit okkulter Übung zu tun. Frömmigkeit ohne Weisheit ist unschöpferisch.
[ 7 ] Es handelt sich für den Okkultisten, den wirklichen Eingeweihten, darum, die Richtung seines Lebenslaufes zu ändern. Der Mensch der Gegenwart wird in seinen Handlungen durch die Sinneseindrücke, das heißt durch die äußere Welt, bestimmt und getrieben. Aber alles, was an Raum und Zeit gebunden ist, ist ohne Bedeutung. Man kann es übergehen.
[ 7 ] Es handelt sich für den Okkultisten, den wirklichen Eingeweihten, darum, die Richtung seines Lebenslaufes zu ändern. Der Mensch der Gegenwart wird in seinen Handlungen durch die Sinneseindrücke, das heißt durch die äußere Welt, bestimmt und getrieben. Aber alles, was an Raum und Zeit gebunden ist, ist ohne Bedeutung. Man kann es übergehen.
[ 8 ] Welches sind nun die Mittel zu diesem Zweck?
[ 8 ] Welches sind nun die Mittel zu diesem Zweck?
[ 9 ] Erstens: Seine Gedankenkraft auf ein einziges Objekt richten und sie darauf ruhen lassen. Das nennt man: die Gedankenkontrolle erwerben.
[ 9 ] Erstens: Seine Gedankenkraft auf ein einziges Objekt richten und sie darauf ruhen lassen. Das nennt man: die Gedankenkontrolle erwerben.
[ 10 ] Zweitens: Ebenso handeln in Hinsicht auf alle Tätigkeiten, seien sie groß oder klein, sie beherrschen, sie regeln, sie unter die Kontrolle des Willens bringen. Alle müssen hinfort von einer inneren Initiative ausgehen. Das ist die Kontrolle der Handlungen.
[ 10 ] Zweitens: Ebenso handeln in Hinsicht auf alle Tätigkeiten, seien sie groß oder klein, sie beherrschen, sie regeln, sie unter die Kontrolle des Willens bringen. Alle müssen hinfort von einer inneren Initiative ausgehen. Das ist die Kontrolle der Handlungen.
[ 11 ] Drittens: Das seelische Gleichgewicht. Man muß im Schmerz und in der Freude Mäßigung walten lassen. Goethe har gesagt, daß die Seele, die liebt, bald «himmelhoch jauchzend», bald «zum Tode betrübt» sei. Der Okkultist muß mit demselben seelischen Gleichmut die größte Freude und den größten Schmerz ertragen.
[ 11 ] Drittens: Das seelische Gleichgewicht. Man muß im Schmerz und in der Freude Mäßigung walten lassen. Goethe har gesagt, daß die Seele, die liebt, bald «himmelhoch jauchzend», bald «zum Tode betrübt» sei. Der Okkultist muß mit demselben seelischen Gleichmut die größte Freude und den größten Schmerz ertragen.
[ 12 ] Viertens: Die Positivität. Der seelische Zustand, der darin besteht, daß man das Gute in allem sucht. Eine persische Legende erzählt: Als Christus einst mit seinen Jüngern an einem übelriechenden Hundekadaver vorbeiging, wandten sich seine Jünger mit Abscheu weg. Er aber sagte, nachdem er das widerliche Schauspiel betrachtet hatte, einfach: Welche schönen Zähne hat das Tier!
[ 12 ] Viertens: Die Positivität. Der seelische Zustand, der darin besteht, daß man das Gute in allem sucht. Eine persische Legende erzählt: Als Christus einst mit seinen Jüngern an einem übelriechenden Hundekadaver vorbeiging, wandten sich seine Jünger mit Abscheu weg. Er aber sagte, nachdem er das widerliche Schauspiel betrachtet hatte, einfach: Welche schönen Zähne hat das Tier!
[ 13 ] Fünftens: Die Unbefangenheit. Die geistige Offenheit für jede neue Erscheinung; die Fähigkeit, sich niemals durch das Vergangene in seinem Urteil bestimmen zu lassen.
[ 13 ] Fünftens: Die Unbefangenheit. Die geistige Offenheit für jede neue Erscheinung; die Fähigkeit, sich niemals durch das Vergangene in seinem Urteil bestimmen zu lassen.
[ 14 ] Sechstens: Das innere Gleichgewicht, das aus allen diesen vorbereitenden Übungen entspringt. Man findet sich nunmehr reif zur inneren Schulung der Seele. Man ist bereit, sich auf den Weg zu machen.
[ 14 ] Sechstens: Das innere Gleichgewicht, das aus allen diesen vorbereitenden Übungen entspringt. Man findet sich nunmehr reif zur inneren Schulung der Seele. Man ist bereit, sich auf den Weg zu machen.
[ 15 ] Siebentens: Die Meditation. Man muß sich blind und taub machen in bezug auf die äußere Welt und die Erinnerungen an sie, bis zu dem Grad, daß ein Kanonenschuß uns nicht aus der Fassung bringen würde. Das ist die Vorbereitung zur Meditation. Hat man sich innerlich leer gemacht, so ist man fähig, das in sich zu empfangen, was von außen kommt. Es gilt alsdann, die tieferen Seelenschichten zu erwecken durch bestimmte Ideen, die geeignet sind, die Seele zur Quelle aufsteigen zu lassen.
[ 15 ] Siebentens: Die Meditation. Man muß sich blind und taub machen in bezug auf die äußere Welt und die Erinnerungen an sie, bis zu dem Grad, daß ein Kanonenschuß uns nicht aus der Fassung bringen würde. Das ist die Vorbereitung zur Meditation. Hat man sich innerlich leer gemacht, so ist man fähig, das in sich zu empfangen, was von außen kommt. Es gilt alsdann, die tieferen Seelenschichten zu erwecken durch bestimmte Ideen, die geeignet sind, die Seele zur Quelle aufsteigen zu lassen.
[ 16 ] In «Licht auf den Weg» finden sich vier Lehren, die geeignet sind, als Gegenstände der Meditation, der inneren Konzentration verwendet zu werden. Es sind sehr alte Grundsätze, die von den Eingeweihten seit Jahrhunderten angewendet werden und deren Sinn tief und mannigfach ist.
[ 16 ] In «Licht auf den Weg» finden sich vier Lehren, die geeignet sind, als Gegenstände der Meditation, der inneren Konzentration verwendet zu werden. Es sind sehr alte Grundsätze, die von den Eingeweihten seit Jahrhunderten angewendet werden und deren Sinn tief und mannigfach ist.
[ 17 ] Erste Lehre: Bevor das Auge sehen kann, Muß es der Tränen sich entwöhnen.
[ 17 ] Erste Lehre: Bevor das Auge sehen kann, Muß es der Tränen sich entwöhnen.
[ 18 ] Zweite Lehre: Bevor das Ohr vermag zu hören, Muß die Empfindlichkeit ihm schwinden.
[ 18 ] Zweite Lehre: Bevor das Ohr vermag zu hören, Muß die Empfindlichkeit ihm schwinden.
[ 19 ] Dritte Lehre: Eh’ vor den Meistern kann die Stimme sprechen, Muß das Verwunden sie verlernen.
[ 19 ] Dritte Lehre: Eh’ vor den Meistern kann die Stimme sprechen, Muß das Verwunden sie verlernen.
[ 20 ] Vierte Lehre: Und eh’ vor ihnen stehen kann die Seele, Muß ihres Herzens Blut die Füße netzen.
[ 20 ] Vierte Lehre: Und eh’ vor ihnen stehen kann die Seele, Muß ihres Herzens Blut die Füße netzen.
[ 21 ] Diese vier Lehren haben eine magische Gewalt. Aber um sie lebhaft zu empfinden, ist es nötig, sie in sich leben zu lassen und sie unermüdlich zu lieben, so wie eine Mutter ihr Kind liebt.
[ 21 ] Diese vier Lehren haben eine magische Gewalt. Aber um sie lebhaft zu empfinden, ist es nötig, sie in sich leben zu lassen und sie unermüdlich zu lieben, so wie eine Mutter ihr Kind liebt.
[ 22 ] Die erste Übung hat die Kraft, den Ätherleib zu entwickeln, insbesondere seinen oberen Teil, der dem Kopf entspricht.
[ 22 ] Die erste Übung hat die Kraft, den Ätherleib zu entwickeln, insbesondere seinen oberen Teil, der dem Kopf entspricht.
[ 23 ] Nachdem so der obere Teil des Ätherleibs behandelt worden ist, ist es notwendig, einen tieferen Wesensteil zu entwickeln: das Blut- und Atmungssystem, das Herz und die Lungenflügel. Einstmals, in verflossenen Epochen der Erdentwickelung, lebte der Mensch im Wasser und atmete durch Kiemen wie heutzutage die Fische. Die heiligen Schriften der Völker haben den Moment, wo der Mensch begonnen hat, die Himmelsluft einzuatmen, vermerkt. Die Genesis sagt: «Gott blies dem Menschen seinen Odem ein.» Der Schüler muß sein Atmungssystem verändern und reinigen. Alle Entwickelung geht vom Chaos zur Harmonie, vom Arrhythmischen zum Rhythmischen. Der Mensch muß seine Instinkte harmonisieren.
[ 23 ] Nachdem so der obere Teil des Ätherleibs behandelt worden ist, ist es notwendig, einen tieferen Wesensteil zu entwickeln: das Blut- und Atmungssystem, das Herz und die Lungenflügel. Einstmals, in verflossenen Epochen der Erdentwickelung, lebte der Mensch im Wasser und atmete durch Kiemen wie heutzutage die Fische. Die heiligen Schriften der Völker haben den Moment, wo der Mensch begonnen hat, die Himmelsluft einzuatmen, vermerkt. Die Genesis sagt: «Gott blies dem Menschen seinen Odem ein.» Der Schüler muß sein Atmungssystem verändern und reinigen. Alle Entwickelung geht vom Chaos zur Harmonie, vom Arrhythmischen zum Rhythmischen. Der Mensch muß seine Instinkte harmonisieren.
[ 24 ] In den alten Zeiten wurden die verschiedenen Grade der Eiinweihung durch besondere Namen bezeichnet:
[ 24 ] In den alten Zeiten wurden die verschiedenen Grade der Eiinweihung durch besondere Namen bezeichnet:
[ 25 ] Erster Grad: der Rabe. Er bezeichnet den, der sich an der Schwelle befindet. Der Rabe erscheint in allen Mythologien. In der Edda flüstert er in das Ohr Wotans, was er in der Ferne sieht.
[ 25 ] Erster Grad: der Rabe. Er bezeichnet den, der sich an der Schwelle befindet. Der Rabe erscheint in allen Mythologien. In der Edda flüstert er in das Ohr Wotans, was er in der Ferne sieht.
[ 26 ] Zweiter Grad: der Geheimschüler oder Okkultist.
[ 26 ] Zweiter Grad: der Geheimschüler oder Okkultist.
[ 27 ] Dritter Grad: der Krieger (Kampf, Streit).
[ 27 ] Dritter Grad: der Krieger (Kampf, Streit).
[ 28 ] Vierter Grad: der Löwe (Stärke).
[ 28 ] Vierter Grad: der Löwe (Stärke).
[ 29 ] Fünfter Grad: der Initiierte trägt den Namen des Volkes, dem er angehört: Perser oder Grieche, weil seine Seele auf sein ganzes Volk sich ausgedehnt hat.
[ 29 ] Fünfter Grad: der Initiierte trägt den Namen des Volkes, dem er angehört: Perser oder Grieche, weil seine Seele auf sein ganzes Volk sich ausgedehnt hat.
[ 30 ] Sechster Grad: Sonnenheld oder Sonnenläufer, weil sein Lauf ebenso harmonisch, ebenso rhythmisch geworden ist wie der Lauf der Sonne. Die Sonne repräsentierte die rhythmische, lebendige Bewegung des Planetensystems. Die Ikarus-Legende bezieht sich auf die Einweihung. Ikarus hat zu früh, ohne genügende Vorbereitung, versucht, die Sonne zu erreichen und ist abgestürzt.
[ 30 ] Sechster Grad: Sonnenheld oder Sonnenläufer, weil sein Lauf ebenso harmonisch, ebenso rhythmisch geworden ist wie der Lauf der Sonne. Die Sonne repräsentierte die rhythmische, lebendige Bewegung des Planetensystems. Die Ikarus-Legende bezieht sich auf die Einweihung. Ikarus hat zu früh, ohne genügende Vorbereitung, versucht, die Sonne zu erreichen und ist abgestürzt.
[ 31 ] Siebenter Grad: der Vater, weil er nun fähig geworden ist, Schüler heranzuziehen und der Beschützer aller Menschen zu sein; und weil er der Vater des neuen Menschen ist, zum zweiten Mal geboren in der erweckten Seele.
[ 31 ] Siebenter Grad: der Vater, weil er nun fähig geworden ist, Schüler heranzuziehen und der Beschützer aller Menschen zu sein; und weil er der Vater des neuen Menschen ist, zum zweiten Mal geboren in der erweckten Seele.
[ 32 ] Im Laufe der Meditation reinigt der Gedanke die Luft. Es ließe sich sogar chemisch nachweisen und demonstrieren, daß Kohlensäure in geringerer Menge ausgeatmet wird.
[ 32 ] Im Laufe der Meditation reinigt der Gedanke die Luft. Es ließe sich sogar chemisch nachweisen und demonstrieren, daß Kohlensäure in geringerer Menge ausgeatmet wird.
[ 33 ] Der neue Atmungsrhythmus verursacht eine Veränderung im Blut. Der Mensch ist bis zu dem Grade gereinigt, daf er selbst das Blut aufbauen kann ohne Hilfe der Pflanzen. Auf längere Sicht verändert die Meditation die Natur des Blutes. Der Mensch atmet alsdann weniger Kohlensäure aus, weil er Kohlensäure in sich zurückhält und sie zum Aufbau des Körpers verwendet. Er atmet nur reine Luft aus. So wird der Mensch fähig, von seinem eigenen Atem zu leben. Er vollzieht auf diese Weise eine alchimistische Verwandlung.
[ 33 ] Der neue Atmungsrhythmus verursacht eine Veränderung im Blut. Der Mensch ist bis zu dem Grade gereinigt, daf er selbst das Blut aufbauen kann ohne Hilfe der Pflanzen. Auf längere Sicht verändert die Meditation die Natur des Blutes. Der Mensch atmet alsdann weniger Kohlensäure aus, weil er Kohlensäure in sich zurückhält und sie zum Aufbau des Körpers verwendet. Er atmet nur reine Luft aus. So wird der Mensch fähig, von seinem eigenen Atem zu leben. Er vollzieht auf diese Weise eine alchimistische Verwandlung.
[ 34 ] Welches sind nun die höheren Stufen der Einweihung?
[ 34 ] Welches sind nun die höheren Stufen der Einweihung?
[ 35 ] Erste Stufe: Der Eingeweihte findet in der Seele völlige Stille. Alsdann steigt in ihm auf die astrale Vision, wo alles auf symbolische Weise Bild der Realität ist. Diese astrale Vision, wahrgenommen während des Schlafes, ist noch unvollkommen.
[ 35 ] Erste Stufe: Der Eingeweihte findet in der Seele völlige Stille. Alsdann steigt in ihm auf die astrale Vision, wo alles auf symbolische Weise Bild der Realität ist. Diese astrale Vision, wahrgenommen während des Schlafes, ist noch unvollkommen.
[ 36 ] Zweite Stufe: Die Träume hören auf, chaotisch zu sein und werden regelmäßig. Man fühlt die wahre Beziehung zwischen der Symbolik der Träume und der Realität, man wird Meister auf dem Astralplan. Nun entzündet sich das Astrallicht, das aus dem Inneren kommt, in der Seele, die lernt, die anderen Seelen gleichsam als Realitäten zu sehen.
[ 36 ] Zweite Stufe: Die Träume hören auf, chaotisch zu sein und werden regelmäßig. Man fühlt die wahre Beziehung zwischen der Symbolik der Träume und der Realität, man wird Meister auf dem Astralplan. Nun entzündet sich das Astrallicht, das aus dem Inneren kommt, in der Seele, die lernt, die anderen Seelen gleichsam als Realitäten zu sehen.
[ 37 ] Dritte Stufe: Die Kontinuität des Bewußtseins stellt sich zwischen dem Wachzustand und dem Schlafzustand ein. Während einstmals das Astralleben sich in den Träumen des leichten Schlafes spiegelte, erscheint es nun im Tiefschlaf in anderen Wahrnehmungen, die reine Hörvorgänge sind und sich in feierlicher Form manifestieren. Die Seele hört alsdann das innere Wort aller Wesen in Form einer wunderbaren Harmonie, und diese Harmonie manifestiert das wirkliche Leben.
[ 37 ] Dritte Stufe: Die Kontinuität des Bewußtseins stellt sich zwischen dem Wachzustand und dem Schlafzustand ein. Während einstmals das Astralleben sich in den Träumen des leichten Schlafes spiegelte, erscheint es nun im Tiefschlaf in anderen Wahrnehmungen, die reine Hörvorgänge sind und sich in feierlicher Form manifestieren. Die Seele hört alsdann das innere Wort aller Wesen in Form einer wunderbaren Harmonie, und diese Harmonie manifestiert das wirkliche Leben.
[ 38 ] Platon und Pythagoras haben diese Harmonie die Sphärenharmonie genannt. Das ist keine poetische Metapher, sondern eine tiefe Schwingung der innersten Seele unter den Klangwellen, die von der Weltseele ausgehen.
[ 38 ] Platon und Pythagoras haben diese Harmonie die Sphärenharmonie genannt. Das ist keine poetische Metapher, sondern eine tiefe Schwingung der innersten Seele unter den Klangwellen, die von der Weltseele ausgehen.
[ 39 ] Goethe, der schon in seiner Jugend in der Periode zwischen Leipzig und Straßburg eingeweiht wurde, kannte diese Sphärenharmonie. Er hat sie besungen am Anfang des «Faust», wo der Erzengel Raphael diese Worte spricht
[ 39 ] Goethe, der schon in seiner Jugend in der Periode zwischen Leipzig und Straßburg eingeweiht wurde, kannte diese Sphärenharmonie. Er hat sie besungen am Anfang des «Faust», wo der Erzengel Raphael diese Worte spricht
Die Sonne tönt nach alter Weise
in Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.
Die Sonne tönt nach alter Weise
in Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.
[ 40 ] Im tiefen Schlaf vernimmt der Eingeweihte diese Töne als Trompetengeschmetter und Donnerrollen.
[ 40 ] Im tiefen Schlaf vernimmt der Eingeweihte diese Töne als Trompetengeschmetter und Donnerrollen.
