Cosmogony
GA 94
8 June 1906, Paris
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Kosmogonie, 2nd ed.
Zwölfter Vortrag
Zwölfter Vortrag
[ 1 ] Das Devachan - oder der Sitz der Götter - entspricht dem christlichen Himmel und der Geisteswelt der Okkultisten. Es versteht sich von selbst, daß man diese Regionen — die nur scheinbar außerirdisch sind, da sie in lebendiger Beziehung zu unserer Welt stehen, die aber außerhalb der Reichweite unserer physischen Sinne sind nur in Symbolen und Gleichnissen beschreiben kann, denn unsere Sprache taugt nur für die Welt der Sinne.
[ 1 ] Das Devachan - oder der Sitz der Götter - entspricht dem christlichen Himmel und der Geisteswelt der Okkultisten. Es versteht sich von selbst, daß man diese Regionen — die nur scheinbar außerirdisch sind, da sie in lebendiger Beziehung zu unserer Welt stehen, die aber außerhalb der Reichweite unserer physischen Sinne sind nur in Symbolen und Gleichnissen beschreiben kann, denn unsere Sprache taugt nur für die Welt der Sinne.
[ 2 ] Das Devachan umfaßt sieben Grade oder sieben verschiedene Regionen, die sich in aufsteigender Ordnung staffeln. Es handelt sich nicht um Stockwerke oder genaue Orte, sondern um Zustände der Seele und des Geistes. Das Devachan ist überall. Es umgibt uns wie die Astralwelt, nur sehen wir es nicht. Der Eingeweihte erwirbt durch Übungen aufeinander folgend die nötigen Fähigkeiten, um es zu sehen. Betrachten wir, wie es sich nach und nach demjenigen öffnet, der sich neue Wahrnehmungsfähigkeiten erwirbt.
[ 2 ] Das Devachan umfaßt sieben Grade oder sieben verschiedene Regionen, die sich in aufsteigender Ordnung staffeln. Es handelt sich nicht um Stockwerke oder genaue Orte, sondern um Zustände der Seele und des Geistes. Das Devachan ist überall. Es umgibt uns wie die Astralwelt, nur sehen wir es nicht. Der Eingeweihte erwirbt durch Übungen aufeinander folgend die nötigen Fähigkeiten, um es zu sehen. Betrachten wir, wie es sich nach und nach demjenigen öffnet, der sich neue Wahrnehmungsfähigkeiten erwirbt.
[ 3 ] Auf der ersten Stufe der Hellsichtigkeit werden die Träume regelmäßiger, sie lassen bestimmte Gestalten erscheinen, sinnvolle Worte hören; sie erhalten mehr und mehr einen Sinn, den man entziffern kann und der sich auf das wirkliche Leben bezieht. Man träumt beispielsweise, daß das Haus eines Freundes brennt, und man erfährt nachher, daß er eben krank geworden ist. Diese ersten Einblikke in das Devachan lassen es einem Himmel ähnlich erscheinen, der von Wolken durchzogen ist, die sich gruppieren und nach und nach lebende Formen annehmen.
[ 3 ] Auf der ersten Stufe der Hellsichtigkeit werden die Träume regelmäßiger, sie lassen bestimmte Gestalten erscheinen, sinnvolle Worte hören; sie erhalten mehr und mehr einen Sinn, den man entziffern kann und der sich auf das wirkliche Leben bezieht. Man träumt beispielsweise, daß das Haus eines Freundes brennt, und man erfährt nachher, daß er eben krank geworden ist. Diese ersten Einblikke in das Devachan lassen es einem Himmel ähnlich erscheinen, der von Wolken durchzogen ist, die sich gruppieren und nach und nach lebende Formen annehmen.
[ 4 ] Mit der zweiten Stufe der Hellsichtigkeit nehmen die Träume sehr bestimmte Konturen an. Das sind die geometrischen und symbolischen Formen der großen Religionen, die heiligen Zeichen aller Zeiten, die sozusagen die Sprache des schöpterischen Wortes sind, die heiligen Hieroglyphen der kosmischen Sprache: das Kreuz, Zeichen des Lebens; das Pentagramm oder der Fünfstern, Zeichen des Wortes; das Hexagramm oder der Sechsstern, zwei ineinandergekehrte Dreiecke, Zeichen des Makrokosmos, gespiegelt im Mikrokosmos und so weiter. Aber diese Zeichen, die wir in abstrakten Linien darstellen, erscheinen hier farbig, lebendig und blitzartig auf einem Grund von Licht. Sie sind gleichwohl nicht das Kleid lebendiger Wesen, sondern bezeichnen sozusagen die Normen und Gesetze der Schöpfung. Von ihnen sind die Tiergestalten geformt, die die ersten Eingeweihten gewählt haben, um die Sonnenumschwünge in den Konstellationen des Tierkreises darzustellen. Die Eingeweihten haben ihre Schauungen in diesen Zeichen überliefert, zum Beispiel in dem des Krebses, das einen Wirbel aus zwei entgegengesetzten Linienzügen darstellt. Die ältesten Schriftzeichen im Sanskrit, in Ägyptisch, Griechisch, Runenzeichen, von denen jedes stets eine eigene Bedeutung hat, gehen alle ursprünglich auf geistige Formen zurück.
[ 4 ] Mit der zweiten Stufe der Hellsichtigkeit nehmen die Träume sehr bestimmte Konturen an. Das sind die geometrischen und symbolischen Formen der großen Religionen, die heiligen Zeichen aller Zeiten, die sozusagen die Sprache des schöpterischen Wortes sind, die heiligen Hieroglyphen der kosmischen Sprache: das Kreuz, Zeichen des Lebens; das Pentagramm oder der Fünfstern, Zeichen des Wortes; das Hexagramm oder der Sechsstern, zwei ineinandergekehrte Dreiecke, Zeichen des Makrokosmos, gespiegelt im Mikrokosmos und so weiter. Aber diese Zeichen, die wir in abstrakten Linien darstellen, erscheinen hier farbig, lebendig und blitzartig auf einem Grund von Licht. Sie sind gleichwohl nicht das Kleid lebendiger Wesen, sondern bezeichnen sozusagen die Normen und Gesetze der Schöpfung. Von ihnen sind die Tiergestalten geformt, die die ersten Eingeweihten gewählt haben, um die Sonnenumschwünge in den Konstellationen des Tierkreises darzustellen. Die Eingeweihten haben ihre Schauungen in diesen Zeichen überliefert, zum Beispiel in dem des Krebses, das einen Wirbel aus zwei entgegengesetzten Linienzügen darstellt. Die ältesten Schriftzeichen im Sanskrit, in Ägyptisch, Griechisch, Runenzeichen, von denen jedes stets eine eigene Bedeutung hat, gehen alle ursprünglich auf geistige Formen zurück.
[ 5 ] Auf dieser Stufe seiner Hellsichtigkeit ist der Schüler jedoch immer noch auf der Schwelle zum Devachan. Es handelt sich darum, über sie hinauszudringen und den Durchgang zu finden, der von der Astralwelt zur ersten Stufe der devachanischen Welt führt. Alle Geheimschulen haben diesen Weg gekannt, und sogar das Christentum der ersten Jahrhunderte hat, obwohl es nicht auf die alten Arten der Einweihung zurückging, gleichwohl eine esoterische Zeichensprache besessen, deren Spuren wir wiederfinden.
[ 5 ] Auf dieser Stufe seiner Hellsichtigkeit ist der Schüler jedoch immer noch auf der Schwelle zum Devachan. Es handelt sich darum, über sie hinauszudringen und den Durchgang zu finden, der von der Astralwelt zur ersten Stufe der devachanischen Welt führt. Alle Geheimschulen haben diesen Weg gekannt, und sogar das Christentum der ersten Jahrhunderte hat, obwohl es nicht auf die alten Arten der Einweihung zurückging, gleichwohl eine esoterische Zeichensprache besessen, deren Spuren wir wiederfinden.
[ 6 ] So erwähnt die Apostelgeschichte den Dionysius, der ein eingeweihter Schüler des Paulus war und ein esoterisches Christentum lehrte. Später hat Johannes Scotus Eriugena am Hofe Karls des Kahlen noch im 9. Jahrhundert ein esoterisches Christentum begründet. Dieses ist dann nach und nach durch das Dogma verdeckt worden. Dringt man aber in das Devachan ein, so sieht man die Beschreibung, die Dionysius davon gegeben hat, bestätigt.
[ 6 ] So erwähnt die Apostelgeschichte den Dionysius, der ein eingeweihter Schüler des Paulus war und ein esoterisches Christentum lehrte. Später hat Johannes Scotus Eriugena am Hofe Karls des Kahlen noch im 9. Jahrhundert ein esoterisches Christentum begründet. Dieses ist dann nach und nach durch das Dogma verdeckt worden. Dringt man aber in das Devachan ein, so sieht man die Beschreibung, die Dionysius davon gegeben hat, bestätigt.
[ 7 ] Die rhythmische Atmung nach dem Yogasystem ist eines der Mittel, das angewendet wird, um in die Welt des Devachan einzutreten. Das sichere Zeichen, daß dieser Eintritt stattgefunden hat, ist, daß das Bewußtsein durch eine Erfahrung geht, die in der Vedantaphilosophie bezeichnet wird durch die Worte: tat tvam asi = das bist du.
[ 7 ] Die rhythmische Atmung nach dem Yogasystem ist eines der Mittel, das angewendet wird, um in die Welt des Devachan einzutreten. Das sichere Zeichen, daß dieser Eintritt stattgefunden hat, ist, daß das Bewußtsein durch eine Erfahrung geht, die in der Vedantaphilosophie bezeichnet wird durch die Worte: tat tvam asi = das bist du.
[ 8 ] Der Mensch sieht im Traum seine eigene Körpergestalt von außen. Er sieht seinen Körper ausgestreckt auf seinem Bett, aber wie eine leere Hülle. Rings um diese hohle Form leuchtet der Astralleib wie ein eiförmiger Lichtschein; er erscheint wie eine Aura, von der man den Körper zurückgezogen haben würde, während der Körper wie eine leere Hohlform erscheint. Es ist eine Schauung, bei der die Verhältnisse umgekehrt sind wie bei einem photographischen Negativ. Man gewöhnt sich an diesen Anblick hinsichtlich aller Dinge. Man sieht gewissermaßen die Seele der Kristalle, der Pflanzen, der Tiere in Form eines Strahlenkranzes, während ihre physische Substanz wie eine Hohlform, ein Leerraum erscheint. Aber nur die Naturgegenstände können so erscheinen, nichts von dem, was durch Menschenhand geschaffen ist.
[ 8 ] Der Mensch sieht im Traum seine eigene Körpergestalt von außen. Er sieht seinen Körper ausgestreckt auf seinem Bett, aber wie eine leere Hülle. Rings um diese hohle Form leuchtet der Astralleib wie ein eiförmiger Lichtschein; er erscheint wie eine Aura, von der man den Körper zurückgezogen haben würde, während der Körper wie eine leere Hohlform erscheint. Es ist eine Schauung, bei der die Verhältnisse umgekehrt sind wie bei einem photographischen Negativ. Man gewöhnt sich an diesen Anblick hinsichtlich aller Dinge. Man sieht gewissermaßen die Seele der Kristalle, der Pflanzen, der Tiere in Form eines Strahlenkranzes, während ihre physische Substanz wie eine Hohlform, ein Leerraum erscheint. Aber nur die Naturgegenstände können so erscheinen, nichts von dem, was durch Menschenhand geschaffen ist.
[ 9 ] Auf dieser ersten Stufe des Devachan sieht man also das Astralbild der physischen Welt; es ist das, was man das Festland des Devachan nennt, die Negativform der Täler, der Gebirge, der physischen Kontinente.
[ 9 ] Auf dieser ersten Stufe des Devachan sieht man also das Astralbild der physischen Welt; es ist das, was man das Festland des Devachan nennt, die Negativform der Täler, der Gebirge, der physischen Kontinente.
[ 10 ] Indem man sich im Meditieren mit angehaltenem Atem übt, gelangt man zur zweiten Stufe des Devachan. Die Hohlräume, welche die physische Substanz bildet, füllen sich mit einem System von geistigen Strömungen. Es sind die Strömungen des universellen Lebens, welche alles durchziehen, es ist der Ozean des Devachan. Hier taucht der Initiierte in die sprudelnde Quelle allen Lebens ein. Er sieht dieses Leben wie ein ungeheures Flußnetz, dessen Kanäle alles durchziehen. Zugleich durchdringt ihn eine fremdartige und ganz neue Empfindung. Er fühlt, wie er anfängt in den Metallen zu leben. Reichenbach, der Autor des Buches über das Od, hatte dieses Phänomen bei den sensitiven Personen entdeckt, von denen er in Papierstücke eingewickelte Metalle erraten ließ.
[ 10 ] Indem man sich im Meditieren mit angehaltenem Atem übt, gelangt man zur zweiten Stufe des Devachan. Die Hohlräume, welche die physische Substanz bildet, füllen sich mit einem System von geistigen Strömungen. Es sind die Strömungen des universellen Lebens, welche alles durchziehen, es ist der Ozean des Devachan. Hier taucht der Initiierte in die sprudelnde Quelle allen Lebens ein. Er sieht dieses Leben wie ein ungeheures Flußnetz, dessen Kanäle alles durchziehen. Zugleich durchdringt ihn eine fremdartige und ganz neue Empfindung. Er fühlt, wie er anfängt in den Metallen zu leben. Reichenbach, der Autor des Buches über das Od, hatte dieses Phänomen bei den sensitiven Personen entdeckt, von denen er in Papierstücke eingewickelte Metalle erraten ließ.
[ 11 ] Die Wesenheiten, denen man in dieser Region begegnet, sind diejenigen, die Dionysius Areopagita die Erzengel oder Beleber der Metalle nennt”; sie entsprechen dem zweiten Grad der Hellsichtigkeit.
[ 11 ] Die Wesenheiten, denen man in dieser Region begegnet, sind diejenigen, die Dionysius Areopagita die Erzengel oder Beleber der Metalle nennt”; sie entsprechen dem zweiten Grad der Hellsichtigkeit.
[ 12 ] Man gelangt zur dritten Stufe des Devachan, wenn man sein Gedankenleben von jeder Verbindung mit der physischen Welt löst, wenn man sich im Gedankenleben erfühlen kann ohne Gedankeninhalt. Der Meister sagt zu seinem Schüler: Lebe so, daß du dein Verstandesdenken ohne Gegenstand in Tätigkeit setzest! - Dann öffnet sich eine neue Welt. Nachdem man die Kontinente und die Flüsse des Devachan gesehen hat, das heißt die Astralseele der Dinge und dieLebensströmungen, nimmt man die Luft, die devachanische Atmosphäre wahr. Diese Atmosphäre ist ganz verschieden von der unsrigen. Ihre Substanz ist lebendig, tönend, voller Empfindung, als ob sie fühlte. Sie antwortet auf Jede unserer Gesten, unserer Handlungen, unserer Gedanken durch Schwingungen, Lichterscheinungen, Töne. Alles was auf der Erde geschieht, wirkt sich hier aus in Form von Farbe, Licht und Ton. Sei es, daß man hier während des Schlafes lebt, sei es nach dem Tode- immer kann man dort das Echo von dem, was auf der Erde geschieht, verfolgen. Man kann zum Beispiel eineSchlacht beobachten: man sieht nicht die Schlacht selbst, noch ihr Hinundherschwanken, man hört weder die Schreie der Kämpfer, noch die Kanonenschüsse. Vielmehr äußern sich Kämpfe und Leidenschaften als Blitz und Donner. So trennt uns das Devachan nicht von der Erde, aber er zeigt sie uns wie von außen. Man empfindet nicht mehr den Schmerz und die Freude als etwas, was sich in uns abspielt. Man betrachtet sie objektiv wie ein Schauspiel. Es ist eine neue Lehrzeit für Mitgefühl und Erbarmen. Das Devachan ist eine Schule, wo man lernt, die Leiden und Freuden dieser Welt von einem höheren Gesichtspunkt aus zu betrachten, wo man alle Kräfte aufbietet, um die Leiden in Freude, die Stürze in neue Aufschwünge, den Tod in Auferstehung zu verwandeln.
[ 12 ] Man gelangt zur dritten Stufe des Devachan, wenn man sein Gedankenleben von jeder Verbindung mit der physischen Welt löst, wenn man sich im Gedankenleben erfühlen kann ohne Gedankeninhalt. Der Meister sagt zu seinem Schüler: Lebe so, daß du dein Verstandesdenken ohne Gegenstand in Tätigkeit setzest! - Dann öffnet sich eine neue Welt. Nachdem man die Kontinente und die Flüsse des Devachan gesehen hat, das heißt die Astralseele der Dinge und dieLebensströmungen, nimmt man die Luft, die devachanische Atmosphäre wahr. Diese Atmosphäre ist ganz verschieden von der unsrigen. Ihre Substanz ist lebendig, tönend, voller Empfindung, als ob sie fühlte. Sie antwortet auf Jede unserer Gesten, unserer Handlungen, unserer Gedanken durch Schwingungen, Lichterscheinungen, Töne. Alles was auf der Erde geschieht, wirkt sich hier aus in Form von Farbe, Licht und Ton. Sei es, daß man hier während des Schlafes lebt, sei es nach dem Tode- immer kann man dort das Echo von dem, was auf der Erde geschieht, verfolgen. Man kann zum Beispiel eineSchlacht beobachten: man sieht nicht die Schlacht selbst, noch ihr Hinundherschwanken, man hört weder die Schreie der Kämpfer, noch die Kanonenschüsse. Vielmehr äußern sich Kämpfe und Leidenschaften als Blitz und Donner. So trennt uns das Devachan nicht von der Erde, aber er zeigt sie uns wie von außen. Man empfindet nicht mehr den Schmerz und die Freude als etwas, was sich in uns abspielt. Man betrachtet sie objektiv wie ein Schauspiel. Es ist eine neue Lehrzeit für Mitgefühl und Erbarmen. Das Devachan ist eine Schule, wo man lernt, die Leiden und Freuden dieser Welt von einem höheren Gesichtspunkt aus zu betrachten, wo man alle Kräfte aufbietet, um die Leiden in Freude, die Stürze in neue Aufschwünge, den Tod in Auferstehung zu verwandeln.
[ 13 ] Das hat nichts zu tun mit passiver Kontemplation und einem mehr oder weniger egoistischen Himmelsglück, wie es gewisse religiöse Autoren ausgemalt haben, die meinen, daß die Leiden der Verdammten zum Glück der Auserwählten gehören. Es handelt sich um einen lebendigen Himmel, wo der unbegrenzte Wunsch nach Sympathie und Tätigkeit, der in der menschlichen Seele veranlagt ist, nach unbegrenzten Wirkungsfeldern und unendlichen Ausblicken drängt.
[ 13 ] Das hat nichts zu tun mit passiver Kontemplation und einem mehr oder weniger egoistischen Himmelsglück, wie es gewisse religiöse Autoren ausgemalt haben, die meinen, daß die Leiden der Verdammten zum Glück der Auserwählten gehören. Es handelt sich um einen lebendigen Himmel, wo der unbegrenzte Wunsch nach Sympathie und Tätigkeit, der in der menschlichen Seele veranlagt ist, nach unbegrenzten Wirkungsfeldern und unendlichen Ausblicken drängt.
[ 14 ] Auf der vierten Stufe des Eindringens in das Devachan erscheinen die Dinge in der Gestalt ihrer Urformen. Das ist nicht mehr der negative Aspekt, sondern der ursprüngliche Typus, der sich da enthüllt. Das ist die Werkstatt der Welt, die alle Formen in sich einschließt, aus denen die Schöpfung entsprungen ist. Das ist die Ideenwelt Platos, das Reich der Mütter, von dem Goethe spricht und aus dem er das Phantom der Helena aufsteigen läßt. Was auf dieser Stufe des Devachan erscheint, ist dasjenige, was der Inder die Akasha-Chronik nennt. In unserer neuzeitlichen Sprache würden wir es das Astralbild aller Weltereignisse nennen. Alles, was durch den Astralleib der Menschen hindurchgegangen ist, ist hier in einer unendlich subtilen Substanz, die eigentlich eine negative Materie ist, festgehalten.
[ 14 ] Auf der vierten Stufe des Eindringens in das Devachan erscheinen die Dinge in der Gestalt ihrer Urformen. Das ist nicht mehr der negative Aspekt, sondern der ursprüngliche Typus, der sich da enthüllt. Das ist die Werkstatt der Welt, die alle Formen in sich einschließt, aus denen die Schöpfung entsprungen ist. Das ist die Ideenwelt Platos, das Reich der Mütter, von dem Goethe spricht und aus dem er das Phantom der Helena aufsteigen läßt. Was auf dieser Stufe des Devachan erscheint, ist dasjenige, was der Inder die Akasha-Chronik nennt. In unserer neuzeitlichen Sprache würden wir es das Astralbild aller Weltereignisse nennen. Alles, was durch den Astralleib der Menschen hindurchgegangen ist, ist hier in einer unendlich subtilen Substanz, die eigentlich eine negative Materie ist, festgehalten.
[ 15 ] Um die Berechtigung dieser Bilder, die im Astrallicht der Erde schwimmen, zu begreifen, muß man sich vergleichender Analogien bedienen. Die menschliche Stimme spricht Worte aus und formt dadurch Tonwellen, die durch andere Ohren in andere Gehirne dringen, um dort Bilder und Gedanken hervorzurufen. Jedes dieser Worte ist eine Tonwelle von ganz eigenartiger Form, die, wenn wir sie sehen könnten, sich von jeder anderen unterscheiden würde. Denken wir uns nun, diese Worte könnten erstarren und gefrieren wie eine Wasserwoge durch eine plötzliche ungeheure Kälte. In diesem Falle würden diese Wortgebilde in Form gefrorener Luft zur Erde fallen, und man könnte jedes von ihnen an seiner Form erkennen. Das wären dann kristallisierte Worte.
[ 15 ] Um die Berechtigung dieser Bilder, die im Astrallicht der Erde schwimmen, zu begreifen, muß man sich vergleichender Analogien bedienen. Die menschliche Stimme spricht Worte aus und formt dadurch Tonwellen, die durch andere Ohren in andere Gehirne dringen, um dort Bilder und Gedanken hervorzurufen. Jedes dieser Worte ist eine Tonwelle von ganz eigenartiger Form, die, wenn wir sie sehen könnten, sich von jeder anderen unterscheiden würde. Denken wir uns nun, diese Worte könnten erstarren und gefrieren wie eine Wasserwoge durch eine plötzliche ungeheure Kälte. In diesem Falle würden diese Wortgebilde in Form gefrorener Luft zur Erde fallen, und man könnte jedes von ihnen an seiner Form erkennen. Das wären dann kristallisierte Worte.
[ 16 ] Und nun denken wir uns anstelle eines Verdichtungsprozesses das Umgekehrte. Wir wissen, daß jeder Körper aus einem mehr festen in einen mehr immateriellen Zustand übergehen kann: vom festen zum flüssigen und zum gasförmigen Zustand. Die Verfeinerung des materiellen Zustandes kann einen Grad erreichen, der, wenn man ihn überschreitet, bei einer negativen Materie endet; man nennt ihn Akasha. In ihr drücken sich alle Ereignisse in einer endgültigen Weise ab,.und man kann sie alle wiederfinden, selbst diejenigen aus der tiefsten Vergangenheit.
[ 16 ] Und nun denken wir uns anstelle eines Verdichtungsprozesses das Umgekehrte. Wir wissen, daß jeder Körper aus einem mehr festen in einen mehr immateriellen Zustand übergehen kann: vom festen zum flüssigen und zum gasförmigen Zustand. Die Verfeinerung des materiellen Zustandes kann einen Grad erreichen, der, wenn man ihn überschreitet, bei einer negativen Materie endet; man nennt ihn Akasha. In ihr drücken sich alle Ereignisse in einer endgültigen Weise ab,.und man kann sie alle wiederfinden, selbst diejenigen aus der tiefsten Vergangenheit.
[ 17 ] Die Bilder der Akasha-Chronik sind nicht unbeweglich. Sie entfalten sich beständig wie lebende Bilder, wo die Dinge und Personen sich bewegen und manchmal sogar sprechen. Würde man die Astralgestalt Dantes aufrufen, so spräche sie in seinem Stil, wie aus seiner einstigen Lebenssphäre heraus. Das sind die Bilder, die fast immer in spiritistischen Sitzungen erscheinen und für den Geist des Verstorbenen gehalten werden. Das ist irreführend.
[ 17 ] Die Bilder der Akasha-Chronik sind nicht unbeweglich. Sie entfalten sich beständig wie lebende Bilder, wo die Dinge und Personen sich bewegen und manchmal sogar sprechen. Würde man die Astralgestalt Dantes aufrufen, so spräche sie in seinem Stil, wie aus seiner einstigen Lebenssphäre heraus. Das sind die Bilder, die fast immer in spiritistischen Sitzungen erscheinen und für den Geist des Verstorbenen gehalten werden. Das ist irreführend.
[ 18 ] Man muß lernen, die Blätter dieses Buches mit lebenden Bildern zu entziffern und die unzähligen Rollen dieser Chronik des Weltalls zu entfalten. Man gelangt dazu nur, indem man die äußere Erscheinungsform von der Wirklichkeit, den Abdruck des Menschen von der lebendigen Seele unterscheidet. Das erfordert tägliche Übung und eine lange Schulung, um Irrtümer in der Auslegung zu vermeiden. Denn es könnte beispielsweise geschehen, daß man angesichts des Erscheinungsbildes Dantes exakte Antworten erhält, aber sie stammen nicht von der Individualität Dantes, die sich fortschreitend weiter entwickelt, sondern vom alten Dante, wie er der Äthersphäre seines Zeitalters verhaftet ist.
[ 18 ] Man muß lernen, die Blätter dieses Buches mit lebenden Bildern zu entziffern und die unzähligen Rollen dieser Chronik des Weltalls zu entfalten. Man gelangt dazu nur, indem man die äußere Erscheinungsform von der Wirklichkeit, den Abdruck des Menschen von der lebendigen Seele unterscheidet. Das erfordert tägliche Übung und eine lange Schulung, um Irrtümer in der Auslegung zu vermeiden. Denn es könnte beispielsweise geschehen, daß man angesichts des Erscheinungsbildes Dantes exakte Antworten erhält, aber sie stammen nicht von der Individualität Dantes, die sich fortschreitend weiter entwickelt, sondern vom alten Dante, wie er der Äthersphäre seines Zeitalters verhaftet ist.
[ 19 ] Die fünfte Stufe ist die der himmlischen Sphärenharmonie. Die oberen Regionen des Devachan zeichnen sich dadurch aus, daß alle Töne dort klarer, leuchtender, volltönender sind. Man vernimmt dort in einer grandiosen Harmonie die Stimme aller Wesen, und das ist dasjenige, was Pythagoras die Sphärenmusik nennt. Es ist das innere Sprechen, das lebendige Wort des Weltalls. Jedes Wesen nimmt nun für den hellhörig gewordenen Hellseher eine besondere Klangfarbe an, gewissermaßen eine tönende Aura. Da nennt jedes Wesen dem Okkultisten seinen Namen. In der Genesis nimmt Jehova den Adam bei der Hand, und Adam benennt alle Wesen mit Namen. Auf der Erde ist das Individuum verloren unter der Menge der anderen Wesen. Dort hat jedes seine eigene Klangfarbe, und trotzdem taucht der Mensch zugleich in alle Wesen unter, wird eins mit seiner Umgebung.
[ 19 ] Die fünfte Stufe ist die der himmlischen Sphärenharmonie. Die oberen Regionen des Devachan zeichnen sich dadurch aus, daß alle Töne dort klarer, leuchtender, volltönender sind. Man vernimmt dort in einer grandiosen Harmonie die Stimme aller Wesen, und das ist dasjenige, was Pythagoras die Sphärenmusik nennt. Es ist das innere Sprechen, das lebendige Wort des Weltalls. Jedes Wesen nimmt nun für den hellhörig gewordenen Hellseher eine besondere Klangfarbe an, gewissermaßen eine tönende Aura. Da nennt jedes Wesen dem Okkultisten seinen Namen. In der Genesis nimmt Jehova den Adam bei der Hand, und Adam benennt alle Wesen mit Namen. Auf der Erde ist das Individuum verloren unter der Menge der anderen Wesen. Dort hat jedes seine eigene Klangfarbe, und trotzdem taucht der Mensch zugleich in alle Wesen unter, wird eins mit seiner Umgebung.
[ 20 ] Auf dieser Stufe wird der Schüler der Schwan genannt. Er hört die Töne, durch welche der Meister zu ihm spricht, und übermittelt sie der Welt. Der singende Schwan des Apollo läßt die Klänge vom Jenseits hören. Man sagt, daß er vom Land der Hyperboräer kommt, das heißt von jener Welt, in der sich die Sonne bei ihrem Untergang vom Himmel birgt.
[ 20 ] Auf dieser Stufe wird der Schüler der Schwan genannt. Er hört die Töne, durch welche der Meister zu ihm spricht, und übermittelt sie der Welt. Der singende Schwan des Apollo läßt die Klänge vom Jenseits hören. Man sagt, daß er vom Land der Hyperboräer kommt, das heißt von jener Welt, in der sich die Sonne bei ihrem Untergang vom Himmel birgt.
[ 21 ] Wir sind an dem Punkt angekommen, wo man von der anderen Seite her von der Sternenwelt Abschied nimmt. Man liest die Akasha-Chronik nicht mehr von der Erdenseite, sondern von der Hiimmelsseite her; sie wird zur okkulten Sternenschrift. Man sieht in das Innere der Sternensphäre hinein, und man empfindet die Ursprungsquelle des Universums, des Logos.
[ 21 ] Wir sind an dem Punkt angekommen, wo man von der anderen Seite her von der Sternenwelt Abschied nimmt. Man liest die Akasha-Chronik nicht mehr von der Erdenseite, sondern von der Hiimmelsseite her; sie wird zur okkulten Sternenschrift. Man sieht in das Innere der Sternensphäre hinein, und man empfindet die Ursprungsquelle des Universums, des Logos.
[ 22 ] Wir finden in den Mythen Erinnerungen an diesen Grad des Schwans, ganz besonders im Mittelalter durch die Sagen vom Gral, die der Widerhall von Erfahrungen in der devachanischen Welt sind. Alle Heldentaten, die dort berichtet werden, werden verrichtet durch die Gralsritter, welche die großen Impulse verkörpern, die auf Anordnung der Meister die Menschheit durchziehen.
[ 22 ] Wir finden in den Mythen Erinnerungen an diesen Grad des Schwans, ganz besonders im Mittelalter durch die Sagen vom Gral, die der Widerhall von Erfahrungen in der devachanischen Welt sind. Alle Heldentaten, die dort berichtet werden, werden verrichtet durch die Gralsritter, welche die großen Impulse verkörpern, die auf Anordnung der Meister die Menschheit durchziehen.
[ 23 ] Der Zeitpunkt, zu welchem die Gralslegende unter dem Einfluß der großen Eingeweihten entstand, ist derjenige, wo die Herrschaft des Bürgertums beginnt und wo von Schottland aus in England und von dort aus in Frankreich und Deutschland die Gründung der großen freien Städte sich ausbreitet. Der frei gewordene Mensch sehnt sich unbewußt nach der Wahrheit und nach dem göttlichen Leben. In der Sage von Lohengrin repräsentiert Elsa die menschliche Seele, die Seele des Mittelalters, die nach Entfaltung strebt und die im Okkultismus immer durch eine weibliche Gestalt dargestellt wird. Der Ritter Lohengrin, der zu ihrer Befreiung aus einer unbekannten Welt, von der Burg des Heiligen Gral, kommt, stellt den Meister dar, der die Wahrheit bringt. Er ist der Bote des Eingeweihten, symbolisch herangetragen durch den Schwan. Der Bote der großen Eingeweihten heißt «Schwan». Man darf weder nach seinem Ursprung noch nach seinem wahren Namen fragen. Man darf nicht an den Zeichen seiner Hoheit zweifeln. Man muß ihm aufs Wort glauben und an seinem Antlitz den Strahl der Wahrheit erkennen. Wer diesen Glauben nicht hat, ist nicht fähig, ihn zu begreifen, und nicht würdig, ihn zu hören. Daher das Verbot Lohengrins an Elsa, seinen Ursprung und seinen Namen zu erfragen. Der Schwan ist der Chela, der den Meister herbeiführt.
[ 23 ] Der Zeitpunkt, zu welchem die Gralslegende unter dem Einfluß der großen Eingeweihten entstand, ist derjenige, wo die Herrschaft des Bürgertums beginnt und wo von Schottland aus in England und von dort aus in Frankreich und Deutschland die Gründung der großen freien Städte sich ausbreitet. Der frei gewordene Mensch sehnt sich unbewußt nach der Wahrheit und nach dem göttlichen Leben. In der Sage von Lohengrin repräsentiert Elsa die menschliche Seele, die Seele des Mittelalters, die nach Entfaltung strebt und die im Okkultismus immer durch eine weibliche Gestalt dargestellt wird. Der Ritter Lohengrin, der zu ihrer Befreiung aus einer unbekannten Welt, von der Burg des Heiligen Gral, kommt, stellt den Meister dar, der die Wahrheit bringt. Er ist der Bote des Eingeweihten, symbolisch herangetragen durch den Schwan. Der Bote der großen Eingeweihten heißt «Schwan». Man darf weder nach seinem Ursprung noch nach seinem wahren Namen fragen. Man darf nicht an den Zeichen seiner Hoheit zweifeln. Man muß ihm aufs Wort glauben und an seinem Antlitz den Strahl der Wahrheit erkennen. Wer diesen Glauben nicht hat, ist nicht fähig, ihn zu begreifen, und nicht würdig, ihn zu hören. Daher das Verbot Lohengrins an Elsa, seinen Ursprung und seinen Namen zu erfragen. Der Schwan ist der Chela, der den Meister herbeiführt.
[ 24 ] Der Bote des Meisters auf dem physischen Plan ist der eingeweihte Schüler, der zum fünften Grad aufgestiegen ist und den der Meister in die Welt sendet. So drückt diese Legende aus, was sich in den höheren Welten ereignet. In die Mythen und Legenden läßt der Logos, das Sonnen- und Planetenwort, sein Licht hineinscheinen.
[ 24 ] Der Bote des Meisters auf dem physischen Plan ist der eingeweihte Schüler, der zum fünften Grad aufgestiegen ist und den der Meister in die Welt sendet. So drückt diese Legende aus, was sich in den höheren Welten ereignet. In die Mythen und Legenden läßt der Logos, das Sonnen- und Planetenwort, sein Licht hineinscheinen.
