Cosmogony
GA 94
9 June 1906, Paris
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An Esoteric Cosmology, tr. Querido
Dreizehnter Vortrag
XIII. The Logos and the Word
[ 1 ] Versuchen wir heute, uns in der Betrachtung der menschlichen Entwickelung bis zum Logos zurückzuversetzen, der unsere Welt geschaffen hat, und gehen wir zu diesem Zweck die Schritte dieser Evolution bis zu einem bestimmten Punkt zurück.
[ ] We will endeavour in contemplation to retrace the stages of man's evolution to the Logos by Whom this world was created.
[ 2 ] Die gegenwärtige esoterische Wissenschaft reicht geschichtlich zurück bis zum Steinzeitalter, während dessen der Mensch in Höhlen lebte und keine andere Waffe kannte als behauene Steine. Sein Leben war einfach, sein Horizont beschränkt, seine Gedankenwelt auf die Verteidigung seines Lebens und auf die Nahrungssuche begrenzt.
[ ] Modern exoteric science goes back to the Stone Age—an epoch when man lived in caves, using shaped stones as his only instruments. His existence was primitive in the extreme, his horizon narrow, his thought limited to the search for food and means for defending his life.
[ 3 ] Die Geheimwissenschaft gelangt jenseits dieses Steinzeitalters zu einer anderen Menschheitsepoche: zu derjenigen der Menschen, die den Erdteil Atlantis bewohnten. Diese unterschieden sich von der nachfolgenden Menschheit schon durch ihr physisches Aussehen. Der prähistorische Mensch - die Tatsache ist bekannt - zeigt noch eine unentwickelte vordere Stirnpartie. Denn die Entwickelung der vorderen Stirnpartie geht parallel derjenigen des Gehirns und des Gedankens. Das physische Gehirn war einstmals wesentlich kleiner als die Ätherpartie, die es von allen Seiten überragte. Im Laufe der Entwickelung haben sich die Größenverhältnisse des physischen und des ätherischen Kopfes einander angenähert. Ein bestimmter Punkt des Äthergehirns, der sich heute innerhalb des Schädels befindet, war damals noch außerhalb. Es gab einen Zeitpunkt in der Entwickelung der Atlantier - sie dauerte mehrere Millionen Jahre -, wo dieser Punkt sich ins Innere des Schädels zurückzog. Dieser Moment ist von grundlegender Wichtigkeit, denn von dem Zeitpunkt an, wo der Mensch anfing zu denken, Kenntnis von sich selbst zu nehmen, «Ich» zu sich zu sagen, begann er auch zu kombinieren, zu rechnen, wozu er vorher nicht fähig gewesen war. Dafür besaßen die ersten Atlantier ein getreueres, weniger dem Irrtum unterworfenes Gedächtnis. Ihr ganzes Wissen beruhte nicht auf der Kenntnis der Beziehungen der Tatsachen untereinander, sondern auf der Erinnerung an die Tatsachen. Sie wußten durch das Gedächtnis, daß ein bestimmtes Ereignis immer eine Reihe anderer nach sich zog, aber sie kannten nicht die Ursache dieser Ereignisse und konnten nicht darüber nachdenken. Der Begriff der Kausalität existierte bei ihnen erst in einem embryonalen Stadium.
[ ] Occult science leads us back beyond this Stone Age to the epoch of Atlantis. In those times, man's physical appearance was not at all the same as it is today. It is known that the brow of prehistoric man was not developed, for, in effect, the development of the brow and forehead runs parallel with the development of the brain and of thinking. In days of yore, the physical brain was much smaller than the corresponding ether-form which extended beyond it on all sides. In the course of evolution, the etheric and physical brains have become more or less equal in size. A certain centre in the etheric brain which is now inside the skull, was in the evolution of Atlantean man, this centre moved to the interior of the skull. It was a moment of cardinal importance, for as soon as man began to think, to be conscious of his own being and to say ‘I,’ he began to associate ideas and to calculate—which he could not do before. On the other hand, the earliest Atlanteans possessed a far stronger and truer memory. Their knowledge was based, not upon the relations between facts but on their memory of these facts. They knew, by their memory, that a certain event would invariably give rise to a series of others; but they did not grasp the causes of these facts, nor could they think about them.
[ 4 ] Mit dieser mächtigen Kraft des Gedächtnisses verbanden sie eine andere, nicht weniger kostbare: die Kraft des Willens. Der heutige Mensch kann nicht mehr unmittelbar durch seinen Willen auf die Lebenskräfte wirken. Er kann beispielsweise nicht mehr durch seinen Willen das Wachstum der Pflanzen beschleunigen. Der Atlantier konnte es, ja er zog aus den Pflanzen eine Ätherkraft, die er zu gebrauchen wußte. Er tat das aus Instinkt, ohne die Hilfe der Kenntnisse und der exakten Methoden, die wir heutzutage als den Geist der Wissenschaft ansprechen. In dem Maße, als sich beim Atlantier die Verstandeskraft im Verein mit der Überlegung, Berechnung und dem Denken einstellte, nahmen seine instinktiven und hellseherischen Fähigkeiten ab.
[ ] In addition to this powerful memory, they possessed another faculty—a mighty power of will. Today, man can no longer work directly with his will upon the life forces. He cannot, for example, hasten the growth of plants by an act of will. The Atlantean had this power and was, moreover, able to draw from the plants ether forces which he knew how to use. He did this instinctively, without the help of intellect and the faculties of logical reasoning which are associated today with what we call the ‘scientific mind.’ To the measure in which intellectuality, the faculty of reflective thought and calculation unfolded in the men of Atlantis, to that measure their powers of instinctive clairvoyance declined.
[ 5 ] Wenn wir noch weiter in der Geschichte der Atlantier zurückgehen, kommen wir zu einer sehr weit zurückliegenden Epoche, wo sie fähig wurden, sich durch die Sprache, das heißt durch artikuliierte Laute auszudrücken. Dieser Zeitpunkt entspricht demjenigen, wo der Mensch lernte, aufrecht zu gehen. Denn die Sprache kann nur bei Wesen mit aufrechter Haltung erscheinen. Man muß sich aufrechthalten können, um artikulierte Laute auszusprechen.
[ ] If we go still further back in the history of Atlantis, we come to a very remote period when expression through speech, that is to say, expression in articulate sounds, first became possible. This was the age when man began to walk upright, for speech and the expression of articulate sounds can only be a faculty of beings who stand upright.
[ 6 ] Vor dem atlantischen Kontinent und der großen Rasse der Atlantier, aus der alle Rassen Europas und Asiens hervorgegangen sind, gab es einen anderen Kontinent und eine andere, noch mehr in die Tierheit versunkene menschliche Rasse: diejenige der Lemurier. Die Wissenschaft läßt sie nur als eine Hypothese gelten. Gewisse Inseln südlich von Asien und nördlich von Australien sind gleichwohl Zeugnisse für sie, denn sie sind die metamorphosierten Überbleibsel des alten lemurischen Kontinents.
[ ] Before the great Atlantean race, of which all European and Asiatic races were the offshoots, there existed another continent and other peoples, still nearer to the animal nature—the Lemurian race. Science only admits its existence as a hypothesis. Certain islands to the South of Asia and the North of Australia are, nevertheless, evidences of this continent; they are the metamorphosed remains of old Lemuria.
[ 7 ] Die Temperatur war in dieser Zeitepoche wesentlich höher als in unseren Tagen. Die Atmosphäre war von Dampf erfüllt, ein Gemisch aus Luft und Wasser, durchzogen von unzähligen Strömungen. Wir begegnen da rudimentären menschlichen Wesen, die nicht durch den Mund, sondern durch Kiemen atmen.
[ ] The temperature of the Earth in those times was much higher than it is today. The atmosphere was vaporous, full of currents. In Lemuria, we find rudimentary human forms, breathing not through the nasal organs but through organs more like gills.
[ 8 ] In der menschlichen Evolution bilden sich die Organe ständig um und verändern ihre Natur und Tätigkeit. So ging der primitive Mensch auf allen vieren und hatte weder artikulierte Laute zum Sprechen noch Ohren zum Hören. Er hatte Jedoch, um sich in dem halb flüssigen, halb luftförmigen Element, das ihn umgab, bewegen zu können, ein Organ, das ihm als Apparat diente, um sich auf dem Wasser treiben zu lassen und schwimmen zu können. Als die Elemente sich trennten und der Mensch sich auf der festen Erde aufrecht hielt, bildete dieses Organ sich um in Lungenflügel, seine Kiemen in Ohren, die Vordergliedmaßen in Arme und Hände, in freie Arbeitswerkzeuge. Außerdem erwarb er sich das artikulierte Sprechen.
[ ] In the course of human evolution, organs are perpetually being transformed both as to character and appearance. Thus primitive man walked on four feet; he could not utter articulate sounds; he had no ears with which to hear. Movement in the semi-liquid, semi-gaseous element surrounding him was made possible by an organ which enabled him to float and swim. When the elements differentiated and man found himself on solid earth, this organ changed into the lungs, the gills into ears and the frontal parts of his structure into arms and hands—free instruments for action. Besides this, he began to utter articulate sounds—the words of speech.
[ 9 ] Diese Umbildung war für die Menschheit von entscheidender Bedeutung. Wir lesen in der Genesis: «Gott der Herr blies dem Menschen den lebendigen Odem in seine Nase. Und also ward der Mensch eine lebendige Seele.» Diese Stelle beschreibt den Entwickelungsmoment, wo die Kiemen des Menschen sich in Lungenflügel verwandelten und wo er anfing, die äußere Luft zu atmen. Mit der Fähigkeit des Atmens empfing er eine innere Seele und durch sie die Möglichkeit, sich in sich selbst zu erfühlen, die Möglichkeit, allmählich zu erfühlen, wie das Ich in der Seele lebte.
[ ] This great transformation was of cardinal importance to man. In Genesis (II.7), we read: “And the Lord God ... breathed into his nostrils the breath of life; and man became a living soul.” This passage describes the period when the gills once possessed by man changed into lungs and he began to breathe the outer air. Simultaneously with the power to breathe, he acquired an inner soul and with this soul, the possibility of inner consciousness, of becoming aware of the self living within the soul.
[ 10 ] Der durch seine Lunge atmende Mensch sah, wie sein Blut an Stärke gewann. Jetzt konnten Seelen, die durch das Ich-Prinzip individualisiert waren und höher standen als die Gruppenseele der Tiere, sich in ihm inkarnieren und so die ganze Entwickelung in ihre vollmenschlichen, später göttlichen Phasen hinüberleiten. Diese Seelen hätten sich nicht inkarnieren können, bevor die Körper Luft atmeten. Denn die Luft ist ein seelisches Element. Der Mensch hat also zu dieser Zeit buchstäblich die göttliche Seele, die ihm vom Himmel zukam, eingeatmet. Die Worte der Genesis, im Sinne der Evolution des Menschengeschlechts verstanden, sind also wörtlich zu nehmen. Atmen heißt, sich vergeistigen. Daher sind die Übungen des alten Yoga gekommen. Sie gründen sich auf dem Atmungsrhythmus und haben zum Zweck, den Körper durchlässig zu machen für den ihm innewohnenden Geist. In der Tat verbinden wir uns durch die Atmung mit der Weltseele. Die Luft, die wir atmen, ist das körperliche Kleid dieser höheren Seele, so wie das Fleisch unseres Körpers das Kleid für unser niederes Wesen ist.
[ ] When man began to breathe air through the lungs, his blood was invigorated and it was then that a soul higher than the group-soul of the animals, a soul individualised by the Ego-principle, could incarnate in him to carry evolution forward to its fully human and then divine phases. Before the body breathed air, the soul of man could not descend to incarnation, for air is an element enfilled with soul. At that time, therefore, man actually inbreathed the divine soul which came from the heavens. The words of Genesis, in their evolutionary sense, are to be taken quite literally. To breathe is to be permeated with Spirit. This truth was the basis of the exercises given in ancient systems of yoga. These exercises were founded upon the rhythm of breathing, their purpose being to render the body fit to receive the inpouring Spirit. When we breathe, we commune with the world-soul. The inbreathed air is the bodily vesture of this higher soul, just as the flesh is the vesture of man's lower being.
[ 11 ] Diese Änderungen im Atmungssystem bezeichnen den Übergang vom alten Bewußtsein, das nur Bilder widerspiegelte, zum gegenwärtigen Bewußtsein, das vom Körper her seine Sinneswahrnehmungen empfängt und daher seinen objektiven Charakter erhält. Das imaginative Bilderbewußtsein konnte von sich aus nicht ein Objekt abbilden, sondern es gab sich einen inneren Gehalt durch eine in ihm liegende plastische Kraft. Je weiter wir in die Vergangenheit der Menschheit zurückgehen, desto mehr sehen wir die Seele des Menschen nicht in ihm, sondern um ihn. Wir kommen zu einem Punkt, wo die Empfindungswerkzeuge nur erst keimhaft existieren und wo der Mensch die äußeren Gegenstände nur durch Anziehung oder Abstoßung, durch Sympathie oder Antipathie wahrnimmt. Dieses Wesen, das noch nicht ein Mensch ist in dem Sinne, wie wir ihn verstehen, sondern erst ein Menschenkeim, dirigiert seine Bewegungen nach diesen Anziehungen oder Abstoßungen. Es hat noch keine Vernunft, und die Zirbeldrüse, die einstmals ein wichtiges Organ war, bildet für sich allein sein Gehirn.
[ ] These changes in the breathing-process mark the transition from ancient consciousness which was merely a play of pictures, to consciousness as it is in our time. Sense perceptions are received from the body; consciousness has a purely objective character. Consciousness in pictures (imaginative) created its own inner content by means of an inherent, plastic force. The further we go into the past, the more we find the soul of man living, not within him, but around him. We reach a point when the sense-organs existed only in germ and when man merely received from external objects impressions which gave rise to attraction or repulsion, sympathy or antipathy. The movements of this being—whom we cannot really call ‘man’ in our sense of the word—were governed by these feelings of attraction or repulsion. He had no reasoning faculty and the pineal gland—an organ of cardinal importance in those times—was his only ‘brain’.
[ 12 ] In der Tatsache dieses Bilderbewußtseins findet sich die Antwort auf alle die philosophischen Diskussionen über die Objektivität und Realität der Welt und die Widerlegung der rein subjektivistischen Philosophien wie derjenigen von Berkeley. Das Universum und der Mensch sind zugleich subjektiv und objektiv. Diese beiden Pole von Sein und Leben sind notwendig für die Evolution. Das universale Subjekt wird zum objektiven Universum, und der Mensch schreitet zuerst vor vom Subjektiven zum Objektiven durch die gradweise fortschreitende Beschaffenheit seines physischen Körpers. Alsdann kehrt er vom Objektiven zum Subjektiven zurück durch die Höherentwickelung seiner Seele (Manas), seines Lebensgeistes (Budhi), seines Geistesmenschen (Atma).
[ ] The existence of this imaginative consciousness is the answer to endless philosophical discussions on the objective nature and reality of the world and it is the refutation of all purely subjectivist philosophies, such, for instance, as that of Berkeley. Two poles of being and of life are essential to evolution. The ‘subjective universal’ becomes the objective universe; man proceeds, first, from the subjective to the objective and he will finally be led from the objective to the subjective by the development of Spirit-Self (Manas), Life-Spirit (Budhi), Spirit-Man (Atma).
[ 13 ] Das Bewußtsein, das wir im Traumzustand haben, ist ein atavistisches Überbleibsel des einstmaligen Bilderbewußtseins.
[ ] Dream-consciousness is an atavistic survival of the picture consciousness of olden times.
[ 14 ] Eine Besonderheit dieses Bilderbewußtseins ist, daß es schöpferisch ist. Es erschafft in seiner eigenen Wesenheit Formen und Farben, die in physischer Wirklichkeit nicht existieren.
[ ] One quality of this picture consciousness is that it is creative. It creates forms and colours which do not exist in physical reality.
[ 15 ] Das Gegenstandsbewußtsein ist analytisch. Das subjektive Bewußtsein ist plastisch, es hat eine magische Gewalt.
[ ] Objective consciousness is by nature analytic; subjective consciousness is by nature plastic and has magical power. (This is indicated by the etymology of the word ‘image’).
[ 16 ] Wir haben also gesehen, wie das objektive und analytische Bewußtsein des Menschen dem subjektiven und plastischen Bewußtsein nachfolgte. Der Vorgang, durch welchen die Seele, die zuerst den Menschen wie eine Wolke umgab und in der Folgezeit den physischen Leib durchdrang, läßt sich vergleichen mit dem Entwickelungsgang der Schnecke, die zuerst aus ihrer eigenen Körpersubstanz ihr eigenes Schneckenhaus absondert und dann sich in dasselbe zurückzieht. In gleicher Weise durchdrang die Seele den Körper, den sie zuvor modelliert hatte und für den sie von außen her die Sinneswerkzeuge präpariert hatte. Die Sehkraft, mit der unser Auge heute begabt ist, ist dieselbe Kraft, die einstmals von außen auf das Auge einwirkte, um es aufzubauen. Die Umkehrung. der Wirkenskraft der Seele, die, einstmals von außen wirkend, zu einer innerlich wirkenden wird, ist immer durch eine Hieroglyphe bezeichnet worden, nämlich durch zwei Wirbel von entgegengesetzter Richtung. Die erste Bewegung, nach innen, drückt sich in der einen, die zweite, von innen nach außen, drückt sich in der anderen Richtung aus.
[ ] The subjective, plastic consciousness of man was thus superseded by objective, analytic consciousness. The procedure by which the soul (which, to begin with, enveloped man like a cloud) subsequently penetrated into the physical body, may be compared with that of a snail secreting its own shell and then shrinking back inside it. The soul first gave form to the body and then penetrated within this body, having prepared the organs of perception from outside. The power of sight with which the human eye is endowed today is the same power which once was exercised upon the eye from without, in order that it might take shape. The change from outer to inner activity of soul is expressed by a hieroglyph.
[ 17 ] Dieses Zeichen - es ist dasjenige des Krebses im Tierkreis bezeichnet immer das Ende einer Zielrichtung und den Beginn einer neuen im entgegengesetzten Sinn.
[ ] This is the sign of Cancer in the Zodiac, expressing a dual action or movement—one from without inwards, the other from within outwards.
[ 18 ] In der Mitte der dritten Erdperiode, der lemurischen, finden wir den Punkt, wo die Seele einzieht in das Haus, das sie sich selbst erbaut hat und wo sie beginnt, den Leib von innen her zu beseelen. Gehen wir hinter diesen Punkt zurück, haben wir es lediglich mit einer astralen Menschheit zu tun, die ebenfalls auf einer astralen Erde lebt. In einer noch weiter zurückliegenden Phase sehen wir den Menschen und die Erde nur noch im rein devachanischen Zustand. Der Mensch hat da kein Bilderbewußtsein mehr, sondern es sind kosmische Gedanken, die ihn durchziehen.
[ ] The middle of the third (Lemurian) epoch was the time when the soul passed into its self-created dwelling place and began to ‘animate’ the body from within. Before this point of time we find an astral humanity indwelling a purely astral Earth. Before that again, man and Earth existed merely in a devachanic condition. There was as yet no picture consciousness. Cosmic thoughts poured into and through the being of man. His higher soul was still part and parcel of the whole Cosmos, participating in cosmic thought.
[ 19 ] Je weiter wir in der parallellaufenden Entwickelung von Erde und Menschheit zurückgehen, desto mehr finden wir beide im flüssigen und embryonalen Zustand, desto näher sind sie auch dem geistigen Zustand. Heute, wo wir den tiefsten Punkt der abwärtsgehenden Entwickelung erreicht haben, haben Erde und Mensch den äußersten Grad von Verfestigung erreicht und sind im Begriff, durch Betätigung des individuellen Willens, zum geistigen Zustand wieder aufzusteigen.
[ ] The further we retrace the parallel development of man and Earth, the more do we find them existing in a fluid, embryonic condition and the nearer to Spirit. Today, we have reached the lowest point on the curve of descent; man and Earth have reached the greatest degree of solidification and are about to re-ascend, through the action of individual will, towards the Spiritual.
[ 20 ] Was ist nun der Sinn dieser ganzen Entwickelung? Wo befanden sich die Wesen, als sie im Anfangszustand nichts als Keime waren? Von wo ist das Menschengeschlecht ausgegangen? Wer hat es erschaffen?
[ ] What underlies this great process of evolution? Where was the home of human beings when, at the beginning, they existed merely in germ? Whence has man proceeded? Who created him?
[ 21 ] Hier gilt es nun, die Schwelle zu überschreiten, die uns einen Lebensgrad und eine Macht der Offenbarung enthüllt, die dem menschlichen und planetarischen Leben übergeordnet ist. Diese Macht ist der Logos.
[ ] It is here that we must try to envisage a life and power of manifestation infinitely more sublime than all human, nay, than all planetary life. This power is the Logos.
[ 22 ] Worin unterscheidet sich das gesamte menschliche und planetarische Leben vom Leben des Logos?
[ ] In what does human and planetary life differ from the life of the Logos?
[ 23 ] Diese Frage scheint von uns zunächst einen Sprung ins Unbekannte, in ein Universum anderer Ordnung zu erfordern. Und dennoch gibt es in unserer Welt analoge Phänomene, die uns die Schöpfermacht des Logos begreifen oder wenigstens erfühlen lassen können.
[ ] This question would seem to demand a flight into the unknown, into a universe of another order. And yet there are analogies which help us to understand or at least to divine something of the creative power of the Logos.
[ 24 ] Nehmen wir an, eine menschliche Intelligenz könnte die Summe alles dessen umfassen, was ihr zugänglich ist; sie habe ein geordnetes Wissen von allen irdischen und planetarischen Phänomenen. Sie könnte wieder aufleben lassen alle Entwickelungsformen. Aber sie könnte nicht mit dieser Fähigkeit allein zurückgehen zu der Stufe vor der Erscheinung des Menschen und des Planetensystems im Universum. Sie würde im Bereich dessen bleiben, was wissenschaftlich festgestellt worden ist durch den Menschen; unsere Verstandeskraft überschreitet diese Grenze nicht.
[ ] Let us try to envisage an all-embracing mind, a mind to which all earthly and planetary experiences are known. Such a mind could live through all and every form of evolution. But with this power alone, it could not rise beyond the point of the creation of man and of the planetary system. It would remain in the sphere of what can be and has been proved by man. Human intelligence cannot pass beyond this limit.
[ 25 ] Aber wir können uns zu einer anderen Bewußtseinsstufe erheben als diejenige ist, die nur die Verstandeserfahrungen reproduziert. Es gibt gewisse Zustände einer schöpferischen Aktivität, wo der menschliche Geist zum Schöpfer wird und Neues, noch niemals Gesehenes schaffen kann. Solcherart ist zum Beispiel der Seelenzustand des Bildhauers im Moment der Konzeption, wo er blitzartig vor seinem Geist die Form einer Statue sieht, deren Vorbild er niemals gesehen hat, sondern die er erschafft. Solcherart ist auch der Seelenzustand des Dichters, der in einem Entwurf, in einer schöpferischen Vision seines Geistes ein Werk konzipiert.
[ ] But we can rise to a consciousness other than that wherein our experiences are merely realised in the mind. There are certain states of creative activity in which the spirit of man can give birth to something new, something never seen before. Such, for instance, is the consciousness of a sculptor at the moment he conceives or sees in a flash the form of a statue before his inner eye. He has never seen a model, he creates his statue. Such too, is the consciousness of a poet who conceives a poem in one flash of inspiration, in creative, spiritual vision.
[ 26 ] Diese Schaffenskraft empfängt ihre Inspiration nicht von einer verstandesmäßigen Vorstellung, Idee, sondern von einem spirituell inspirierten Gefühl. Betrachten wir die Henne, die ihr Ei bebrütet. Sie ist ganz von ihrem Brutgeschäft absorbiert und empfindet dabei ein Wohlgefühl, wo sie, wie im Traum, das Ausschlüpfen des kleinen geflügelten Küchleins erlebt. Dieses Wohlgefühl des Schaffens findet sich auf allen Stufen der kosmischen Entwickelung, und überall entbindet es eine entsprechende Wärme. Wenn man sich die kosmische Intelligenz vorstellt als die Welt der Gedanken, die dem höheren Ich (Manas) zugänglich sind, bemerkt man sofort diese Kraft der Wärme, die das Universum durchdringt, gleichsam hervorgehend aus der schöpferischen Quelle allen Lebens (Lebensgeist: Budhi). Und durch sie kann man vorfühlen diese Welt der Schöpferkraft, die vor der unsrigen war und sie einhüllt. Man erhebt sich alsdann von Manas zu Budhi und von Budhi zu Atma.
[ ] This creative power is not generated by any intellectual idea but rather by a spiritual sense,—Think of a hen sitting on its eggs. It is wholly given up to this brooding activity and is filled with a kind of warm, almost voluptuous pleasure in which there arises a dreamy pre-vision of the hatching of the little winged chicken. This bliss in the work of creation exists at every stage of cosmic life, and warmth pours from it. In the sphere of Cosmic Intelligence—which may be conceived as the world of thoughts accessible to the higher Self (Manas)—this warmth seems to pervade the whole universe, emanating from the creative life of soul (Budhi). We can divine the presence of a creative sphere in existence before our Earth and ‘brooding’ over it. This is to ascend from Spirit-Self to Life-Spirit, and from Life-Spirit to Spirit-Man.
[ 27 ] Das Wort, welches das Ich im Menschen, dem Mikrokosmos, entzündet, ist der dritte Logos.
[ ] The Ego or ‘I’ Principle of man is created by the third Logos.
[ 28 ] Man stelle sich in der Folge die Kraft des höheren Ich im Menschen, des Manas vor, ausgedehnt auf das ganze Universum wie eine Wärmequelle, die das Leben entzündet, und man gelangt zum zweiten Logos, der das makrokosmische Leben entzündet und von dem die menschliche Seele einen Widerschein empfängt in ihren schöpferischen Aktivitäten (Budhi).
[ ] We should try to conceive the power of the higher Ego as being suffused through the whole universe as a life-begetting warmth and then we reach the conception of the second Logos by Whom macrocosmic life is quickened and Who is reflected in the creative activities of the human soul.
[ 29 ] Ihre gemeinsame Quelle ist der erste Logos, die unergründliche Gottheit, das Zentrum jeder Manifestation.
[ ] The one primal source and centre of manifestation is the first Logos—the unfathomable Godhead.
[ 30 ] Zu allen Zeiten hat der Okkultismus diese drei Logoi durch folgende Zeichen abgebildet:
[ ] In every age these three Divine principles have been represented in occultism by these three signs:—


[ 31 ] Man hat sie zusammengefaßt in der Zahl: 7-7-7, der esoterischen Ziffer der drei Logoi. Die exoterische Zahl ist die Multiplikation dieser drei im Entwickelungsplan liegenden Siebenheiten, nämlich 343.
[ ] Not translated
