At the Gates of Theosophy
GA 95
28 August 1906, Stuttgart
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Siebenter Vortrag
Siebenter Vortrag
[ 1 ] Heute möchte ich sprechen über die Wirkungen des Karmagesetzes durch die einzelnen Menschenleben hindurch. Zuvor aber lassen Sie mich bemerken, daß natürlich eine jede solche Auseinandersetzung lückenhaft sein muß, da keine Spekulationen, keine ausgedachten Fälle vorgebracht werden, sondern, wie es im Okkultismus eigentlich immer sein soll, nur Tatsachen, nur Dinge, über die Erfahrungen vorliegen. Es wird also nur gesagt, dieses oder jenes tritt ein, wenn man wirklich einen Menschen beobachtet hat, der in einem solchen Falle war. Einzig und allein aus der Erfahrung heraus wird über die karmischen Zusammenhänge gesprochen werden.
[ 1 ] Heute möchte ich sprechen über die Wirkungen des Karmagesetzes durch die einzelnen Menschenleben hindurch. Zuvor aber lassen Sie mich bemerken, daß natürlich eine jede solche Auseinandersetzung lückenhaft sein muß, da keine Spekulationen, keine ausgedachten Fälle vorgebracht werden, sondern, wie es im Okkultismus eigentlich immer sein soll, nur Tatsachen, nur Dinge, über die Erfahrungen vorliegen. Es wird also nur gesagt, dieses oder jenes tritt ein, wenn man wirklich einen Menschen beobachtet hat, der in einem solchen Falle war. Einzig und allein aus der Erfahrung heraus wird über die karmischen Zusammenhänge gesprochen werden.
[ 2 ] Wir haben schon gestern die Tatsache berührt, wie am meisten für den Menschen die brennende Lebensfrage wichtig ist: Wodurch kommt überhaupt unser Schicksal zustande, wodurch die verschiedenen Verhältnisse und Anlagen bei der Geburt?
[ 2 ] Wir haben schon gestern die Tatsache berührt, wie am meisten für den Menschen die brennende Lebensfrage wichtig ist: Wodurch kommt überhaupt unser Schicksal zustande, wodurch die verschiedenen Verhältnisse und Anlagen bei der Geburt?
[ 3 ] Wenn wir diese karmischen Zusammenhänge verstehen wollen, dann müssen wir wiederum Rücksicht nehmen auf das, was wir sagten über die Zusammensetzung des Menschen aus seinen verschiedenen Leibern: dem physischen Leib, dem Ätherleib und dem Astralleib, und darinnen der Ich-Leib, in dem ja der übrige, der höhere Teil des Menschen eingeschlossen ist. Bei den karmischen Zusammenhängen wird uns vorzugsweise die Frage beschäftigen, wie die Ursachen mit Wirkungen in diesen verschiedenen Leibern zusammenhängen.
[ 3 ] Wenn wir diese karmischen Zusammenhänge verstehen wollen, dann müssen wir wiederum Rücksicht nehmen auf das, was wir sagten über die Zusammensetzung des Menschen aus seinen verschiedenen Leibern: dem physischen Leib, dem Ätherleib und dem Astralleib, und darinnen der Ich-Leib, in dem ja der übrige, der höhere Teil des Menschen eingeschlossen ist. Bei den karmischen Zusammenhängen wird uns vorzugsweise die Frage beschäftigen, wie die Ursachen mit Wirkungen in diesen verschiedenen Leibern zusammenhängen.
[ 4 ] Betrachten wir zunächst einmal den physischen Leib, soweit er für das Karmagesetz in Betracht kommt. Alle unsere Tätigkeiten geschehen in der physischen Welt; wir müssen am selben Orte mit einem Menschen sein — natürlich nicht wörtlich genommen -, um ihm Freude oder Schmerz zufügen zu können. Unser Tun hängt ab von den Bewegungen unseres physischen Körpers und allem, was überhaupt von ihm bedingt wird. Mit unseren Taten in diesem physischen Leben hängt unser äußeres Schicksal im späteren Leben zusammen. Das äußere Schicksal ist gleichsam die Umgebung, die Verhältnisse, in die wir hineingeboren werden. Wer schlechte Taten verrichtet hat, bereitet sich eine schlechte Umgebung, und umgekehrt. Das ist das erste wichtige karmische Gesetz: Die Taten in einem vorhergehenden Leben bedingen das äußere Schicksal.
[ 4 ] Betrachten wir zunächst einmal den physischen Leib, soweit er für das Karmagesetz in Betracht kommt. Alle unsere Tätigkeiten geschehen in der physischen Welt; wir müssen am selben Orte mit einem Menschen sein — natürlich nicht wörtlich genommen -, um ihm Freude oder Schmerz zufügen zu können. Unser Tun hängt ab von den Bewegungen unseres physischen Körpers und allem, was überhaupt von ihm bedingt wird. Mit unseren Taten in diesem physischen Leben hängt unser äußeres Schicksal im späteren Leben zusammen. Das äußere Schicksal ist gleichsam die Umgebung, die Verhältnisse, in die wir hineingeboren werden. Wer schlechte Taten verrichtet hat, bereitet sich eine schlechte Umgebung, und umgekehrt. Das ist das erste wichtige karmische Gesetz: Die Taten in einem vorhergehenden Leben bedingen das äußere Schicksal.
[ 5 ] Ein zweites Grundgesetz ergibt sich aus folgendem. Wir wollen einmal einen Blick auf die Entwickelung eines Menschen werfen. Im Laufe des Lebens nimmt der Mensch sehr viele Vorstellungen, Begriffe, Empfindungen und Erfahrungen auf; er lernt außerordentlich viel. Dadurch gehen große Veränderungen im Menschen vor sich. Denken Sie nur einmal ein paar Jahre zurück, ehe Sie von Theosophie wußten; wie viele neue Vorstellungen haben Sie seitdem gewonnen, wie hat sich das Leben danach verändert! All dieses hat den Astralleib verändert, denn der Astralleib, weil er der dünnste und feinste ist, macht am schnellsten die Veränderungen durch.
[ 5 ] Ein zweites Grundgesetz ergibt sich aus folgendem. Wir wollen einmal einen Blick auf die Entwickelung eines Menschen werfen. Im Laufe des Lebens nimmt der Mensch sehr viele Vorstellungen, Begriffe, Empfindungen und Erfahrungen auf; er lernt außerordentlich viel. Dadurch gehen große Veränderungen im Menschen vor sich. Denken Sie nur einmal ein paar Jahre zurück, ehe Sie von Theosophie wußten; wie viele neue Vorstellungen haben Sie seitdem gewonnen, wie hat sich das Leben danach verändert! All dieses hat den Astralleib verändert, denn der Astralleib, weil er der dünnste und feinste ist, macht am schnellsten die Veränderungen durch.
[ 6 ] Viel weniger verändert sich der Mensch nach Temperament, Charakter und Neigungen. Ein jähzorniges Kind zum Beispiel ändert sich nur sehr langsam. Temperament, Charakter und Neigungen erhalten sich oft das ganze Leben hindurch. Rasch geht im Leben die Veränderung der Erfahrungen und Vorstellungen vor sich, langsam die Veränderung von Temperament, Charakter und Neigungen. Sie sind sehr zäh, sie ändern sich wohl auch etwas, aber nur außerordentlich langsam. Sie stehen zu dem, was man lernt, im selben Verhältnis etwa wie der kleine Zeiger der Uhr zum großen. Das kommt daher, daß alles dies am Ätherleibe hängt, und der verändert sich nur langsam, weil er aus einer viel weniger verwandlungsfähigen Materie besteht als der Astralleib. Am langsamsten aber verändert sich der physische Leib. Er ist etwas, was sozusagen einmal veranlagt ist und so ziemlich mit denselben Dispositionen das ganze Leben hindurch bleibt. Wir werden später sehen, wie der Einzuweihende auch seinen physischen Leib ändern und wie er auf seinen Ätherleib wirken kann. Jetzt müssen wir erst einmal betrachten, wie sich diese Dinge über das Leben hinaus erstrecken.
[ 6 ] Viel weniger verändert sich der Mensch nach Temperament, Charakter und Neigungen. Ein jähzorniges Kind zum Beispiel ändert sich nur sehr langsam. Temperament, Charakter und Neigungen erhalten sich oft das ganze Leben hindurch. Rasch geht im Leben die Veränderung der Erfahrungen und Vorstellungen vor sich, langsam die Veränderung von Temperament, Charakter und Neigungen. Sie sind sehr zäh, sie ändern sich wohl auch etwas, aber nur außerordentlich langsam. Sie stehen zu dem, was man lernt, im selben Verhältnis etwa wie der kleine Zeiger der Uhr zum großen. Das kommt daher, daß alles dies am Ätherleibe hängt, und der verändert sich nur langsam, weil er aus einer viel weniger verwandlungsfähigen Materie besteht als der Astralleib. Am langsamsten aber verändert sich der physische Leib. Er ist etwas, was sozusagen einmal veranlagt ist und so ziemlich mit denselben Dispositionen das ganze Leben hindurch bleibt. Wir werden später sehen, wie der Einzuweihende auch seinen physischen Leib ändern und wie er auf seinen Ätherleib wirken kann. Jetzt müssen wir erst einmal betrachten, wie sich diese Dinge über das Leben hinaus erstrecken.
[ 7 ] Die Vorstellungen, Empfindungen und so weiter eines langen Lebens, die den Astralleib umändern, werden erst im nächsten Leben eine eingreifende Veränderung im Ätherleib hervorrufen. Will man daher dafür sorgen, daß man im nächsten Leben mit guten Neigungen und Gewohnheiten geboren wird, so muß man versuchen, in seinem jetzigen Leben dies möglichst in seinem Astralleib vorzubereiten. Wenn sich also jemand bemüht, viele gute Taten zu tun, so wird er mit Neigungen zu guten Taten geboren. Das wird eine Eigenschaft des Ätherleibes. Wenn jemand zum Beispiel mit gutem Gedächtnis geboren werden will, so muß er hier möglichst viel Erinnerungsübungen machen, muß öfters Rückblicke nehmen auf die einzelnen Jahre seines Lebens und auf das Gesamtleben. Dadurch bildet er im Astralleib etwas aus, was im nächsten Leben eine Eigenschaft des Ätherleibes wird: eine gute Gedächtnisanlage. Ein Mensch, der in seinem Leben nur so durch die Welt rast, der wird im nächsten Leben so geboren, daß er wenig haften kann an einzelnen Dingen der Umgebung. Wer dagegen viel intim zusammenlebt mit einer bestimmten Umgebung, wird mit einer besonderen Vorliebe für alles, was eine solche Umgebung gebildet hat, geboren werden.
[ 7 ] Die Vorstellungen, Empfindungen und so weiter eines langen Lebens, die den Astralleib umändern, werden erst im nächsten Leben eine eingreifende Veränderung im Ätherleib hervorrufen. Will man daher dafür sorgen, daß man im nächsten Leben mit guten Neigungen und Gewohnheiten geboren wird, so muß man versuchen, in seinem jetzigen Leben dies möglichst in seinem Astralleib vorzubereiten. Wenn sich also jemand bemüht, viele gute Taten zu tun, so wird er mit Neigungen zu guten Taten geboren. Das wird eine Eigenschaft des Ätherleibes. Wenn jemand zum Beispiel mit gutem Gedächtnis geboren werden will, so muß er hier möglichst viel Erinnerungsübungen machen, muß öfters Rückblicke nehmen auf die einzelnen Jahre seines Lebens und auf das Gesamtleben. Dadurch bildet er im Astralleib etwas aus, was im nächsten Leben eine Eigenschaft des Ätherleibes wird: eine gute Gedächtnisanlage. Ein Mensch, der in seinem Leben nur so durch die Welt rast, der wird im nächsten Leben so geboren, daß er wenig haften kann an einzelnen Dingen der Umgebung. Wer dagegen viel intim zusammenlebt mit einer bestimmten Umgebung, wird mit einer besonderen Vorliebe für alles, was eine solche Umgebung gebildet hat, geboren werden.
[ 8 ] Nun kann man auch die verschiedenen Temperamente so richtig auf das Vorleben zurückführen, denn die Temperamente sind ja Eigenschaften des Ätherleibes.
[ 8 ] Nun kann man auch die verschiedenen Temperamente so richtig auf das Vorleben zurückführen, denn die Temperamente sind ja Eigenschaften des Ätherleibes.
[ 9 ] Der Choleriker hat einen starken Willen, er ist mutig, kühn, tatendurstig und hat den Drang, viel zu tun. Von weltgeschichtlichen Persönlichkeiten waren es zum Beispiel Alexander der Große, Hannibal, Cäsar, Napoleon; das waren Choleriker. Es zeigt sich diese Charakteranlage schon beim Kinde. Ein solches Kind will eine führende Rolle spielen bei seinen Spielkameraden.
[ 9 ] Der Choleriker hat einen starken Willen, er ist mutig, kühn, tatendurstig und hat den Drang, viel zu tun. Von weltgeschichtlichen Persönlichkeiten waren es zum Beispiel Alexander der Große, Hannibal, Cäsar, Napoleon; das waren Choleriker. Es zeigt sich diese Charakteranlage schon beim Kinde. Ein solches Kind will eine führende Rolle spielen bei seinen Spielkameraden.
[ 10 ] Der Melancholiker beschäftigt sich viel mit sich selbst; dadurch kommt er leicht dazu, sich abzusondern. Er denkt viel nach, hauptsächlich darüber, wie die Umgebung auf ihn wirkt. Er zieht sich gern zurück, ist leicht mißtrauisch. Das zeigt sich wiederum schon beim Kinde: Es zeigt nicht gern seine Spielsachen, hat Angst, es würde ihm etwas genommen und möchte zu allem gern ein Schlüsselchen haben.
[ 10 ] Der Melancholiker beschäftigt sich viel mit sich selbst; dadurch kommt er leicht dazu, sich abzusondern. Er denkt viel nach, hauptsächlich darüber, wie die Umgebung auf ihn wirkt. Er zieht sich gern zurück, ist leicht mißtrauisch. Das zeigt sich wiederum schon beim Kinde: Es zeigt nicht gern seine Spielsachen, hat Angst, es würde ihm etwas genommen und möchte zu allem gern ein Schlüsselchen haben.
[ 11 ] Der Phlegmatiker hat für nichts recht Interesse, er verträumt viel, ist untätig, faul und sucht den Sinnengenuß.
[ 11 ] Der Phlegmatiker hat für nichts recht Interesse, er verträumt viel, ist untätig, faul und sucht den Sinnengenuß.
[ 12 ] Der Sanguiniker dagegen hat leicht erregbares Interesse für alles, es hält aber nicht an, es verfliegt leicht und rasch, er wechselt viel und oft seine Liebhabereien.
[ 12 ] Der Sanguiniker dagegen hat leicht erregbares Interesse für alles, es hält aber nicht an, es verfliegt leicht und rasch, er wechselt viel und oft seine Liebhabereien.
[ 13 ] Das sind die vier Grundcharakterzüge, die ein Mensch haben kann. Gewöhnlich hat der Mensch eine Mischung von allen vier Temperamenten; man kann aber immer mehr oder weniger einen Grundton finden. Diese vier Temperamente drücken sich im Ätherleib aus. Es gibt also vier verschiedene Hauptarten von Ätherleibern. Diese haben wiederum verschiedene Strömungen und Bewegungen, die sich in einer bestimmten Grundfarbe im Astralleib ausdrücken. Das ist nicht etwa vom Astralleib abhängig, es zeigt sich nur darin.
[ 13 ] Das sind die vier Grundcharakterzüge, die ein Mensch haben kann. Gewöhnlich hat der Mensch eine Mischung von allen vier Temperamenten; man kann aber immer mehr oder weniger einen Grundton finden. Diese vier Temperamente drücken sich im Ätherleib aus. Es gibt also vier verschiedene Hauptarten von Ätherleibern. Diese haben wiederum verschiedene Strömungen und Bewegungen, die sich in einer bestimmten Grundfarbe im Astralleib ausdrücken. Das ist nicht etwa vom Astralleib abhängig, es zeigt sich nur darin.
[ 14 ] Das melancholische Temperament wird karmisch besonders dann hervorgerufen, wenn ein Mensch im vorhergehenden Leben gezwungen war, im kleinsten, engsten Kreise zu leben, viel für sich allein zu sein, immer nur sich mit sich selbst zu beschäftigen, so daß er kein Interesse für anderes in sich wecken konnte. Wer dagegen viel kennengelernt hat, wer mit vielen Dingen zusammengekommen ist und sie nicht bloß angeschaut hat, mit dem das vorige Leben hart umgegangen ist, der wird ein Choleriker. Wenn man ein angenehmes Leben ohne viele Kämpfe und Mühsale hatte oder auch wenn man viel gesehen hat, an vielem vorbeigekommen ist, es aber nur angesehen hat, so wird man ein Phlegmatiker oder Sanguiniker. Alles, was im Astralleib in diesem Leben geschieht, geht karmisch im nächsten Leben im Grundwesen auf den nächstdichteren Leib, den Ätherleib über.
[ 14 ] Das melancholische Temperament wird karmisch besonders dann hervorgerufen, wenn ein Mensch im vorhergehenden Leben gezwungen war, im kleinsten, engsten Kreise zu leben, viel für sich allein zu sein, immer nur sich mit sich selbst zu beschäftigen, so daß er kein Interesse für anderes in sich wecken konnte. Wer dagegen viel kennengelernt hat, wer mit vielen Dingen zusammengekommen ist und sie nicht bloß angeschaut hat, mit dem das vorige Leben hart umgegangen ist, der wird ein Choleriker. Wenn man ein angenehmes Leben ohne viele Kämpfe und Mühsale hatte oder auch wenn man viel gesehen hat, an vielem vorbeigekommen ist, es aber nur angesehen hat, so wird man ein Phlegmatiker oder Sanguiniker. Alles, was im Astralleib in diesem Leben geschieht, geht karmisch im nächsten Leben im Grundwesen auf den nächstdichteren Leib, den Ätherleib über.
[ 15 ] Daraus kann man ersehen, wie man arbeiten kann für sein nächstes Leben, und in den okkulten Schulen wird bewußt in dieser Richtung an dem Menschen gearbeitet. Zwar war das früher noch mehr der Fall als heute. Das hängt mit den zyklischen Veränderungen der Entwickelung zusammen. Vor etwa fünftausend Jahren hatte der Geheimlehrer eine ganz andere Aufgabe. Damals hatte er für die Menschen mehr als Gruppen zu sorgen; die Menschen waren noch nicht so weit, daß jeder für sich zu sorgen hatte. Man arbeitete bewußt daran, daß ganze Kategorien und Gruppen von Menschen im nächsten Leben harmonisch zusammenstimmten. Die Menschen werden aber immer individueller, immer selbständiger, so daß der Geheimlehrer heute nicht mehr einen Menschen als Mittel zum Zweck benutzen kann, sondern jeden einzelnen als Zweck behandeln muß, jeden einzelnen so weit bringen muß, als es für diesen möglich ist. In den ältesten Kulturen, zum Beispiel in Indien, wurde die ganze Bevölkerung in vier Kasten geteilt und so an ihnen gearbeitet, daß die Menschen im nächsten Leben in eine bestimmte Kaste hineinpaßten. Die Ausbildung der Menschen war systematisch darauf eingerichtet, für Jahrtausende hinaus zu sorgen, für Jahrtausende das Weltbild umzumodeln, und gerade das gab den okkulten Führern die große Macht.
[ 15 ] Daraus kann man ersehen, wie man arbeiten kann für sein nächstes Leben, und in den okkulten Schulen wird bewußt in dieser Richtung an dem Menschen gearbeitet. Zwar war das früher noch mehr der Fall als heute. Das hängt mit den zyklischen Veränderungen der Entwickelung zusammen. Vor etwa fünftausend Jahren hatte der Geheimlehrer eine ganz andere Aufgabe. Damals hatte er für die Menschen mehr als Gruppen zu sorgen; die Menschen waren noch nicht so weit, daß jeder für sich zu sorgen hatte. Man arbeitete bewußt daran, daß ganze Kategorien und Gruppen von Menschen im nächsten Leben harmonisch zusammenstimmten. Die Menschen werden aber immer individueller, immer selbständiger, so daß der Geheimlehrer heute nicht mehr einen Menschen als Mittel zum Zweck benutzen kann, sondern jeden einzelnen als Zweck behandeln muß, jeden einzelnen so weit bringen muß, als es für diesen möglich ist. In den ältesten Kulturen, zum Beispiel in Indien, wurde die ganze Bevölkerung in vier Kasten geteilt und so an ihnen gearbeitet, daß die Menschen im nächsten Leben in eine bestimmte Kaste hineinpaßten. Die Ausbildung der Menschen war systematisch darauf eingerichtet, für Jahrtausende hinaus zu sorgen, für Jahrtausende das Weltbild umzumodeln, und gerade das gab den okkulten Führern die große Macht.
[ 16 ] Wie wirkt der Mensch nun auf seinen Ätherleib ein im Hinblick auf das nächste Leben? Alles, was der Mensch an seinem Ätherleib ausbildet, entwickelt sich, wenn auch sehr langsam, und die Erziehung kann dafür sorgen, ganz bestimmte Gewohnheiten heranzuziehen. Das, was im Ätherleib im einen Leben vorgeht, kommt im nächsten Leben im physischen Leibe zum Dasein. Alle Neigungen und Gewohnheiten des jetzigen Ätherleibes geben im nächsten Leben die Disposition zu Gesundheit oder Krankheit. Gute Neigungen, gute Gewohnheiten geben die Disposition zur Gesundheit; üble Neigungen, üble Gewohnheiten erscheinen im nächsten Leben als Disposition zu bestimmten Krankheiten. Der Vorsatz, der feste Wille, sich eine schlechte Gewohnheit abzugewöhnen, wirkt schon in den tiefergelegenen Leib hinunter und gibt so die Disposition zur Gesundheit. Besonders gut ist beobachtet worden, wie die Disposition zu Infektionskrankheiten im physischen Leibe auftritt. Nicht, ob man eine Krankheit bekommt - das hängt ja von den Taten ab -, sondern ob man dazu disponiert ist, ob man ihr mehr oder weniger ausgesetzt ist, hängt von den Neigungen des vorhergehenden Lebens ab. Infektionskrankheiten führen merkwürdigerweise zurück auf einen besonders ausgebildeten egoistischen Erwerbssinn im vorigen Leben.
[ 16 ] Wie wirkt der Mensch nun auf seinen Ätherleib ein im Hinblick auf das nächste Leben? Alles, was der Mensch an seinem Ätherleib ausbildet, entwickelt sich, wenn auch sehr langsam, und die Erziehung kann dafür sorgen, ganz bestimmte Gewohnheiten heranzuziehen. Das, was im Ätherleib im einen Leben vorgeht, kommt im nächsten Leben im physischen Leibe zum Dasein. Alle Neigungen und Gewohnheiten des jetzigen Ätherleibes geben im nächsten Leben die Disposition zu Gesundheit oder Krankheit. Gute Neigungen, gute Gewohnheiten geben die Disposition zur Gesundheit; üble Neigungen, üble Gewohnheiten erscheinen im nächsten Leben als Disposition zu bestimmten Krankheiten. Der Vorsatz, der feste Wille, sich eine schlechte Gewohnheit abzugewöhnen, wirkt schon in den tiefergelegenen Leib hinunter und gibt so die Disposition zur Gesundheit. Besonders gut ist beobachtet worden, wie die Disposition zu Infektionskrankheiten im physischen Leibe auftritt. Nicht, ob man eine Krankheit bekommt - das hängt ja von den Taten ab -, sondern ob man dazu disponiert ist, ob man ihr mehr oder weniger ausgesetzt ist, hängt von den Neigungen des vorhergehenden Lebens ab. Infektionskrankheiten führen merkwürdigerweise zurück auf einen besonders ausgebildeten egoistischen Erwerbssinn im vorigen Leben.
[ 17 ] Wenn man sich informieren will über Gesundheit und Krankheit, so muß man bedenken, wie viele Dinge da zusammenwirken. Krankheiten brauchen nicht bloß ein Einzelkarma zu sein, es gibt auch ein Volkskarma in bezug auf Krankheiten.
[ 17 ] Wenn man sich informieren will über Gesundheit und Krankheit, so muß man bedenken, wie viele Dinge da zusammenwirken. Krankheiten brauchen nicht bloß ein Einzelkarma zu sein, es gibt auch ein Volkskarma in bezug auf Krankheiten.
[ 18 ] Ein interessanter Fall, wie eigentümlich die Dinge im geistigen Leben zusammenhängen, ist die Einwanderung der Hunnen und der Mongolenstämme, die sich von Asien her nach dem Westen ergossen. Diese Völkerschaften, die Mongolen, waren Nachzügler der Atlantier. Während die Inder und Germanen und andere sich weiter aufwärtsentwickelten, waren die Mongolen die auf einer gewissen Stufe stehengebliebenen Brüder. Geradeso wie sich auf der Entwickelungsbahn des Menschen die Tiere abgegliedert haben, so gliedern sich auch niedrigere Völker und Rassen ab. Diese Völkerschaften, die Mongolen, waren zurückgebliebene Atlantier, die sich physisch hinunterentwickelten. Im Astralleib solcher zurückgebliebener Menschen sieht man reichliche astralische Verwesungsstoffe. Die Mongolen stießen auf die Germanen und auf die andern mitteleuropäischen Völker, die von Furcht und Schrecken ergriffen wurden. Furcht und Schrecken sind aber Eigenschaften des Astralleibes; in ihnen gedeihen vorzüglich solche astrale Verwesungsstoffe. So wurden die europäischen Astralleiber infiziert, und diese Infektion kam dann in den späteren Generationen im physischen Leibe heraus, aber nicht für das Individuum, sondern für ganze Völkerschaften. Das war der Aussatz, die Miselsucht, die schreckliche Krankheit, die im Mittelalter solche Verheerungen anrichtete. Diese Krankheit war die physische Folge des Einflusses auf den Astralleib.
[ 18 ] Ein interessanter Fall, wie eigentümlich die Dinge im geistigen Leben zusammenhängen, ist die Einwanderung der Hunnen und der Mongolenstämme, die sich von Asien her nach dem Westen ergossen. Diese Völkerschaften, die Mongolen, waren Nachzügler der Atlantier. Während die Inder und Germanen und andere sich weiter aufwärtsentwickelten, waren die Mongolen die auf einer gewissen Stufe stehengebliebenen Brüder. Geradeso wie sich auf der Entwickelungsbahn des Menschen die Tiere abgegliedert haben, so gliedern sich auch niedrigere Völker und Rassen ab. Diese Völkerschaften, die Mongolen, waren zurückgebliebene Atlantier, die sich physisch hinunterentwickelten. Im Astralleib solcher zurückgebliebener Menschen sieht man reichliche astralische Verwesungsstoffe. Die Mongolen stießen auf die Germanen und auf die andern mitteleuropäischen Völker, die von Furcht und Schrecken ergriffen wurden. Furcht und Schrecken sind aber Eigenschaften des Astralleibes; in ihnen gedeihen vorzüglich solche astrale Verwesungsstoffe. So wurden die europäischen Astralleiber infiziert, und diese Infektion kam dann in den späteren Generationen im physischen Leibe heraus, aber nicht für das Individuum, sondern für ganze Völkerschaften. Das war der Aussatz, die Miselsucht, die schreckliche Krankheit, die im Mittelalter solche Verheerungen anrichtete. Diese Krankheit war die physische Folge des Einflusses auf den Astralleib.
[ 19 ] Die philologische Forschung können Sie hier nicht zu Rate ziehen, weil sie von diesen astralischen Einflüssen nichts weiß. Aber schon in den Namen können Sie Hinweise finden für die Abstammung von der alten atlantischen Rasse: Attila, der Hunnenführer, heißt in der nordischen Sprache Attila, das heißt einer, der von den Atlantiern abstammt.
[ 19 ] Die philologische Forschung können Sie hier nicht zu Rate ziehen, weil sie von diesen astralischen Einflüssen nichts weiß. Aber schon in den Namen können Sie Hinweise finden für die Abstammung von der alten atlantischen Rasse: Attila, der Hunnenführer, heißt in der nordischen Sprache Attila, das heißt einer, der von den Atlantiern abstammt.
[ 20 ] So haben Volkskrankheiten ihre Begründungen. Im Altertum wußte man noch um solche Dinge, und die Bibel drückte sie durch eine Wahrheit aus, die eben oft mißverstanden wird: «Der da heimsuchet der Väter Missetat bis in das dritte und vierte Glied»; denn damit sind nicht die aufeinanderfolgenden individuellen Inkarnationen gemeint, sondern die Generationen, diese Art von Volkskarma. Das ist wörtlich zu nehmen, wie überhaupt viele solcher Aussprüche wörtlicher zu nehmen sind, als man glaubt.
[ 20 ] So haben Volkskrankheiten ihre Begründungen. Im Altertum wußte man noch um solche Dinge, und die Bibel drückte sie durch eine Wahrheit aus, die eben oft mißverstanden wird: «Der da heimsuchet der Väter Missetat bis in das dritte und vierte Glied»; denn damit sind nicht die aufeinanderfolgenden individuellen Inkarnationen gemeint, sondern die Generationen, diese Art von Volkskarma. Das ist wörtlich zu nehmen, wie überhaupt viele solcher Aussprüche wörtlicher zu nehmen sind, als man glaubt.
[ 21 ] Man muß erst die religiösen Urkunden zu lesen verstehen lernen. Da gibt es vier Stufen. Der naive Mensch in alten Zeiten trat ihnen so gegenüber, daß er sie wörtlich nahm. Das war dann, als die Menschen gescheit wurden, immer weniger und weniger der Fall. Die klug gewordenen Liberalen, die Freigeister, legten die Urkunden jeder nach seiner Art aus, und so kam es, daß vieles nicht ausgelegt, sondern untergelegt wurde. Dann gibt es noch eine Stufe, die Symboliker. Das sind diejenigen, die alles symbolisch auslegen, sowohl die alten Mythen und Sagen wie auch das Leben des Christus Jesus. Natürlich hängt das alles von der Klugheit des einzelnen ab, denn man kann kluge und weniger kluge Bilder formen. Aber es gibt noch eine vierte Stufe, das ist der Geheimwissende, der nun wieder alles wörtlich verstehen kann, weil er durch seine geistige Erkenntnis die Zusammenhänge durchschaut.
[ 21 ] Man muß erst die religiösen Urkunden zu lesen verstehen lernen. Da gibt es vier Stufen. Der naive Mensch in alten Zeiten trat ihnen so gegenüber, daß er sie wörtlich nahm. Das war dann, als die Menschen gescheit wurden, immer weniger und weniger der Fall. Die klug gewordenen Liberalen, die Freigeister, legten die Urkunden jeder nach seiner Art aus, und so kam es, daß vieles nicht ausgelegt, sondern untergelegt wurde. Dann gibt es noch eine Stufe, die Symboliker. Das sind diejenigen, die alles symbolisch auslegen, sowohl die alten Mythen und Sagen wie auch das Leben des Christus Jesus. Natürlich hängt das alles von der Klugheit des einzelnen ab, denn man kann kluge und weniger kluge Bilder formen. Aber es gibt noch eine vierte Stufe, das ist der Geheimwissende, der nun wieder alles wörtlich verstehen kann, weil er durch seine geistige Erkenntnis die Zusammenhänge durchschaut.
[ 22 ] Aus dem Gesagten ersehen Sie, wie im physischen Leben das herauskommt, was im geistigen Leben, in Gefühlen und Gewohnheiten früher vorhanden war. Man kann daraus einen wichtigen praktischen Grundsatz ableiten: Sorgt man in günstiger Weise für die Gewohnheiten der Menschen, so verbessert man nicht nur in den nächsten Generationen das sittliche, sondern auch das gesundheitliche Leben eines Volkes, und umgekehrt. Das ist dann Volkskarma.
[ 22 ] Aus dem Gesagten ersehen Sie, wie im physischen Leben das herauskommt, was im geistigen Leben, in Gefühlen und Gewohnheiten früher vorhanden war. Man kann daraus einen wichtigen praktischen Grundsatz ableiten: Sorgt man in günstiger Weise für die Gewohnheiten der Menschen, so verbessert man nicht nur in den nächsten Generationen das sittliche, sondern auch das gesundheitliche Leben eines Volkes, und umgekehrt. Das ist dann Volkskarma.
[ 23 ] Heutzutage ist eine Krankheit viel verbreitet, die man vor hundert Jahren kaum gekannt hat; nicht als ob man sie nicht erkannt hätte, aber sie war wirklich nicht verbreitet: Das ist die Nervosität. Diese eigentümliche Krankheitsform ist die Folge der materialistischen Weltanschauung des 18. Jahrhunderts. Ohne das Vorausgehen dieser materiellen Denkgewohnheiten wäre sie nie zustande gekommen. Der Geheimlehrer weiß, daß, wenn der Materialismus noch Jahrzehnte fortdauern würde, er eine verheerende Wirkung auf die Volksgesundheit haben würde. Würde diesen materiellen Denkgewohnheiten nicht gesteuert, so würden später die Menschen nicht nur gewöhnlich nervös sein, sondern die Kinder würden zitternd geboren werden und nicht nur die Umgebung empfinden, sondern an jeder Umgebung eine Schmerzempfindung haben. Vor allem würden die Geisteskrankheiten sich ungeheuer rasch verbreiten: Irrsinnsepidemien würden in den nächsten Jahrzehnten auftreten. Das war auch die Gefahr, welcher die Menschheit zusteuerte: epidemische Geisteskrankheiten. Und dieses Weltbild der Zukunft war die wahre Ursache, weshalb sich die okkulten Führer der Menschheit, die Meister der Weisheit, in die Notwendigkeit versetzt sahen, etwas von der spirituellen Weisheit in die allgemeine Menschheit einfließen zu lassen. Nur eine solche spirituelle Weltanschauung kann den kommenden Generationen wieder eine gute Gesundheitsanlage geben. Sie sehen, die Theosophie ist eine tiefe, aus dem Bedürfnis der Menschheit heraus geschöpfte Bewegung.
[ 23 ] Heutzutage ist eine Krankheit viel verbreitet, die man vor hundert Jahren kaum gekannt hat; nicht als ob man sie nicht erkannt hätte, aber sie war wirklich nicht verbreitet: Das ist die Nervosität. Diese eigentümliche Krankheitsform ist die Folge der materialistischen Weltanschauung des 18. Jahrhunderts. Ohne das Vorausgehen dieser materiellen Denkgewohnheiten wäre sie nie zustande gekommen. Der Geheimlehrer weiß, daß, wenn der Materialismus noch Jahrzehnte fortdauern würde, er eine verheerende Wirkung auf die Volksgesundheit haben würde. Würde diesen materiellen Denkgewohnheiten nicht gesteuert, so würden später die Menschen nicht nur gewöhnlich nervös sein, sondern die Kinder würden zitternd geboren werden und nicht nur die Umgebung empfinden, sondern an jeder Umgebung eine Schmerzempfindung haben. Vor allem würden die Geisteskrankheiten sich ungeheuer rasch verbreiten: Irrsinnsepidemien würden in den nächsten Jahrzehnten auftreten. Das war auch die Gefahr, welcher die Menschheit zusteuerte: epidemische Geisteskrankheiten. Und dieses Weltbild der Zukunft war die wahre Ursache, weshalb sich die okkulten Führer der Menschheit, die Meister der Weisheit, in die Notwendigkeit versetzt sahen, etwas von der spirituellen Weisheit in die allgemeine Menschheit einfließen zu lassen. Nur eine solche spirituelle Weltanschauung kann den kommenden Generationen wieder eine gute Gesundheitsanlage geben. Sie sehen, die Theosophie ist eine tiefe, aus dem Bedürfnis der Menschheit heraus geschöpfte Bewegung.
[ 24 ] Vor einem Jahrhundert noch war ein «nervöser» Mensch einer, der starke Nerven hatte, Nerven wie Stricke. Schon aus der Umwandlung des Wortsinns kann man ersehen, wie da etwas ganz Neues in die Welt gekommen ist.
[ 24 ] Vor einem Jahrhundert noch war ein «nervöser» Mensch einer, der starke Nerven hatte, Nerven wie Stricke. Schon aus der Umwandlung des Wortsinns kann man ersehen, wie da etwas ganz Neues in die Welt gekommen ist.
[ 25 ] Wie steht nun das Karmagesetz zur physischen Vererbung? Die physische Vererbung spielt eine große Rolle. Wir wissen, daß sich im Sohn gewisse Eigenschaften des Vaters und der Voreltern wiederfinden; zum Beispiel gab es in der Familie Bach innerhalb zweihundertfünfzig Jahren achtundzwanzig bedeutende Musiker. Bernoulli war ein bedeutender Mathematiker, und acht bedeutende Mathematiker folgten in seiner Familie. Das ist alles Vererbung — sagt man; aber das ist nur zum Teil wahr. Um zum Beispiel ein bedeutender Musiker zu werden, dazu gehört nicht bloß, daß man in der Seele die musikalischen Anlagen ausgebildet hat, sondern man muß auch physisch ein entsprechend gutes Ohr haben. Was nun rein physisch ist in der Musikerfamilie, die feinen Gehörorgane, das vererbt sich von den Eltern auf das Kind.
[ 25 ] Wie steht nun das Karmagesetz zur physischen Vererbung? Die physische Vererbung spielt eine große Rolle. Wir wissen, daß sich im Sohn gewisse Eigenschaften des Vaters und der Voreltern wiederfinden; zum Beispiel gab es in der Familie Bach innerhalb zweihundertfünfzig Jahren achtundzwanzig bedeutende Musiker. Bernoulli war ein bedeutender Mathematiker, und acht bedeutende Mathematiker folgten in seiner Familie. Das ist alles Vererbung — sagt man; aber das ist nur zum Teil wahr. Um zum Beispiel ein bedeutender Musiker zu werden, dazu gehört nicht bloß, daß man in der Seele die musikalischen Anlagen ausgebildet hat, sondern man muß auch physisch ein entsprechend gutes Ohr haben. Was nun rein physisch ist in der Musikerfamilie, die feinen Gehörorgane, das vererbt sich von den Eltern auf das Kind.
[ 26 ] In einer Familie, in der viel Musik gepflegt wird, gibt es also gute, für die Musik ausgebildete Ohren. Wenn sich nun eine Seele mit stark ausgebildeten Anlagen für Musik verkörpert, da ist es verständlich, daß sie nicht in eine Familie hineingeboren wird, wo gar keine Musik getrieben wird - da müßte sie ja verkümmern -, sondern da hinein, wo geeignete physische Organe vorhanden sind. Es stimmt das ausgezeichnet mit dem Karmagesetz zusammen.
[ 26 ] In einer Familie, in der viel Musik gepflegt wird, gibt es also gute, für die Musik ausgebildete Ohren. Wenn sich nun eine Seele mit stark ausgebildeten Anlagen für Musik verkörpert, da ist es verständlich, daß sie nicht in eine Familie hineingeboren wird, wo gar keine Musik getrieben wird - da müßte sie ja verkümmern -, sondern da hinein, wo geeignete physische Organe vorhanden sind. Es stimmt das ausgezeichnet mit dem Karmagesetz zusammen.
[ 27 ] Ebenso kann es mit dem moralischen Mut sein. Findet eine Anlage dazu nicht das geeignete Blut, so verkommt sie, Sie sehen, man muß also vorsichtig sein in der Wahl seiner Eltern! Nicht das Kind sieht den Eltern ähnlich, sondern es wird da geboren, wo ihm die Eltern am meisten ähnlich sind.
[ 27 ] Ebenso kann es mit dem moralischen Mut sein. Findet eine Anlage dazu nicht das geeignete Blut, so verkommt sie, Sie sehen, man muß also vorsichtig sein in der Wahl seiner Eltern! Nicht das Kind sieht den Eltern ähnlich, sondern es wird da geboren, wo ihm die Eltern am meisten ähnlich sind.
[ 28 ] Nun wird gefragt: Wird dadurch nicht die Mutterliebe beeinträchtigt? — Das ist durchaus nicht der Fall. Gerade weil die tiefste Sympathie schon vor der Geburt besteht, geht dieses Kind zu der Mutter hin, so daß die Liebe ihrem Ursprung nach eigentlich noch weiter zurückverlegt wird; sie setzt sich nach der Geburt nur fort. Das Kind hat die Mutter schon geliebt vor der Geburt; kein Wunder, daß nachher die Mutter diese Liebe erwidert. So wird die Mutterliebe nicht etwa hinweggeleugnet, sondern erst ihren richtigen Ursachen nach erklärt.
[ 28 ] Nun wird gefragt: Wird dadurch nicht die Mutterliebe beeinträchtigt? — Das ist durchaus nicht der Fall. Gerade weil die tiefste Sympathie schon vor der Geburt besteht, geht dieses Kind zu der Mutter hin, so daß die Liebe ihrem Ursprung nach eigentlich noch weiter zurückverlegt wird; sie setzt sich nach der Geburt nur fort. Das Kind hat die Mutter schon geliebt vor der Geburt; kein Wunder, daß nachher die Mutter diese Liebe erwidert. So wird die Mutterliebe nicht etwa hinweggeleugnet, sondern erst ihren richtigen Ursachen nach erklärt.
[ 29 ] Davon dann morgen mehr.
[ 29 ] Davon dann morgen mehr.
