Original Impulses of Spiritual Science
GA 96
8 October 1906, Berlin
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Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft, 2nd ed.
6. Die Geistige Erkenntnis als Höchstes Befreiungswesen
6. Die Geistige Erkenntnis als Höchstes Befreiungswesen
Die Aufgabe der geisteswissenschaftlichen Bewegung
Die Aufgabe der geisteswissenschaftlichen Bewegung
[ 1 ] Vor acht Tagen betrachteten wir die geisteswissenschaftliche Weltanschauung, insofern sie dem gegenwärtigen Menschen einleuchtend sein kann. Zunächst geht dieser Mensch natürlich von seiner sinnlichen Beobachtung und vom Verstand aus, oder auch von der modernen Wissenschaft, der ebenfalls sinnliche Beobachtung und Verstand zugrunde liegen. Wir zeigten, wie die Geisteswissenschaft in der Lage ist, allen Einwänden zu begegnen, die unsere Vernunft aus dem wissenschaftlichen Gewissen der Gegenwart heraus etwa aufwerfen könnte. Ziel und Zweck dieser Betrachtung sollte nicht mißverstanden werden. Sie wurde nicht deshalb angestellt, damit wir hinausgehen und uns in Diskussionen mit denen einlassen, die sich noch nicht mit der Geisteswissenschaft befaßt haben. Darum kann es sich nicht handeln. Wer noch kein Verhältnis zur Geisteswissenschaft besitzt und auch nicht den Willen dazu hat, es zu gewinnen, wird zuerst zu lernen haben, sich damit zu beschäftigen. Also es geht nicht darum, daß wir in einer Diskussion Argumente parat haben sollen, sondern darum, daß jeder in sich selbst, in seiner eigenen Seele diejenigen Einwände machen kann, die ihm aus der populären Wissenschaft der Gegenwart und aus dem sonstigen modernen Leben aufstoßen können. Er soll vor allem eine gewisse Sicherheit in sich selbst gewinnen. Das war Ziel und Zweck unserer vorigen Betrachtungen.
[ 1 ] Vor acht Tagen betrachteten wir die geisteswissenschaftliche Weltanschauung, insofern sie dem gegenwärtigen Menschen einleuchtend sein kann. Zunächst geht dieser Mensch natürlich von seiner sinnlichen Beobachtung und vom Verstand aus, oder auch von der modernen Wissenschaft, der ebenfalls sinnliche Beobachtung und Verstand zugrunde liegen. Wir zeigten, wie die Geisteswissenschaft in der Lage ist, allen Einwänden zu begegnen, die unsere Vernunft aus dem wissenschaftlichen Gewissen der Gegenwart heraus etwa aufwerfen könnte. Ziel und Zweck dieser Betrachtung sollte nicht mißverstanden werden. Sie wurde nicht deshalb angestellt, damit wir hinausgehen und uns in Diskussionen mit denen einlassen, die sich noch nicht mit der Geisteswissenschaft befaßt haben. Darum kann es sich nicht handeln. Wer noch kein Verhältnis zur Geisteswissenschaft besitzt und auch nicht den Willen dazu hat, es zu gewinnen, wird zuerst zu lernen haben, sich damit zu beschäftigen. Also es geht nicht darum, daß wir in einer Diskussion Argumente parat haben sollen, sondern darum, daß jeder in sich selbst, in seiner eigenen Seele diejenigen Einwände machen kann, die ihm aus der populären Wissenschaft der Gegenwart und aus dem sonstigen modernen Leben aufstoßen können. Er soll vor allem eine gewisse Sicherheit in sich selbst gewinnen. Das war Ziel und Zweck unserer vorigen Betrachtungen.
[ 2 ] Es kann nie und nimmer die Aufgabe der geisteswissenschaftlichen Bewegung sein, die bloße Neugierde oder Wißbegierde zu befriedigen. Zwar trifft es zu, daß in den weitesten Kreisen des theosophischen Betriebes bis in unsere Tage herein vielfach diese Neugierde, oder sagen wir es nobler, diese Wißbegierde die Grundlage war, welche die Menschen mit den theosophischen Bestrebungen in Berührung brachte. Aber alle, die lediglich aus bloßer Neugierde kommen, werden sich nach einiger Zeit doch enttäuscht fühlen. Nicht weil die Geisteswissenschaft nicht die ausgiebigsten Mittel hätte, die menschliche Wißbegierde bis in die tiefsten Tiefen des Daseins zu befriedigen, sondern weil das Wissen, um das es sich in der theosophischen Bewegung handelt, nur dann dem Menschen frommt, wenn es ein tätiges Wissen wird, ein Wissen, durch das er handelnd eingreift, das er im täglichen Leben anwendet; wenigstens muß er den Trieb haben, dieses Wissen ins Leben hineinzustellen.
[ 2 ] Es kann nie und nimmer die Aufgabe der geisteswissenschaftlichen Bewegung sein, die bloße Neugierde oder Wißbegierde zu befriedigen. Zwar trifft es zu, daß in den weitesten Kreisen des theosophischen Betriebes bis in unsere Tage herein vielfach diese Neugierde, oder sagen wir es nobler, diese Wißbegierde die Grundlage war, welche die Menschen mit den theosophischen Bestrebungen in Berührung brachte. Aber alle, die lediglich aus bloßer Neugierde kommen, werden sich nach einiger Zeit doch enttäuscht fühlen. Nicht weil die Geisteswissenschaft nicht die ausgiebigsten Mittel hätte, die menschliche Wißbegierde bis in die tiefsten Tiefen des Daseins zu befriedigen, sondern weil das Wissen, um das es sich in der theosophischen Bewegung handelt, nur dann dem Menschen frommt, wenn es ein tätiges Wissen wird, ein Wissen, durch das er handelnd eingreift, das er im täglichen Leben anwendet; wenigstens muß er den Trieb haben, dieses Wissen ins Leben hineinzustellen.
[ 3 ] Wenn der Mensch an die Geisteswissenschaft herankommt, gerät er leicht in einen Zwiespalt. Diesen Zwiespalt müssen Sie sich klar vor die Seele stellen. Von zweierlei Art sind viele Menschen, die zur Theosophie kommen. Die einen sagen: Ich will helfen, ich will ein wertvolles Glied der Gesellschaft sein - und sie verstehen darunter, die theosophische Bewegung soll ihnen die Mittel geben, gleich morgen anzufangen. Die anderen machen sich vielleicht nur die Illusion vot, helfen zu wollen. In Wahrheit aber wollen sie nur ihre Neugierde befriedigen, etwas für sie Sensationelles erfahren. Beide Gruppen werden nicht die richtigen Mitglieder innerhalb der Theosophischen Gesellschaft werden. Denn diejenigen, die gleich morgen helfen wollen, bedenken nicht, daß man erst lernen und etwas können muß, um zu helfen. Ihnen muß gesagt werden: Ihr müßt Geduld haben, in euch selbst diejenigen Kräfte und Mittel zu entwickeln, durch die ihr zu Helfern für eure Mitmenschen heranreift. In dieser Weise müssen sich die einen bescheiden. Die anderen aber, die nur ihre Neugierde befriedigen wollen, müssen sich klarmachen, daß kein einziges der Mittel und keine einzige der Fähigkeiten, die ihnen gegeben werden, unter einem anderen Gesichtspunkte angenommen werden sollten, als in der Absicht, ein dienendes Glied der ganzen Menschheitsentwickelung zu werden. Dafür ist eine lange Zeit notwendig. Die Theosophische Gesellschaft soll zuerst das feste Bewußtsein und das Wissen von der Ewigkeit und dem geistigen Dasein erzeugen. Wer dieses Bewußtsein in sich trägt, der sagt sich: Es ist Zeit, ich kann Geduld haben, ich entwickle mich ruhig. Ich werde nicht gleich von meinem jetzigen unvollkommenen Standpunkt aus alles Mögliche unternehmen wollen, um die Menschheit zu reformieren und so weiter.
[ 3 ] Wenn der Mensch an die Geisteswissenschaft herankommt, gerät er leicht in einen Zwiespalt. Diesen Zwiespalt müssen Sie sich klar vor die Seele stellen. Von zweierlei Art sind viele Menschen, die zur Theosophie kommen. Die einen sagen: Ich will helfen, ich will ein wertvolles Glied der Gesellschaft sein - und sie verstehen darunter, die theosophische Bewegung soll ihnen die Mittel geben, gleich morgen anzufangen. Die anderen machen sich vielleicht nur die Illusion vot, helfen zu wollen. In Wahrheit aber wollen sie nur ihre Neugierde befriedigen, etwas für sie Sensationelles erfahren. Beide Gruppen werden nicht die richtigen Mitglieder innerhalb der Theosophischen Gesellschaft werden. Denn diejenigen, die gleich morgen helfen wollen, bedenken nicht, daß man erst lernen und etwas können muß, um zu helfen. Ihnen muß gesagt werden: Ihr müßt Geduld haben, in euch selbst diejenigen Kräfte und Mittel zu entwickeln, durch die ihr zu Helfern für eure Mitmenschen heranreift. In dieser Weise müssen sich die einen bescheiden. Die anderen aber, die nur ihre Neugierde befriedigen wollen, müssen sich klarmachen, daß kein einziges der Mittel und keine einzige der Fähigkeiten, die ihnen gegeben werden, unter einem anderen Gesichtspunkte angenommen werden sollten, als in der Absicht, ein dienendes Glied der ganzen Menschheitsentwickelung zu werden. Dafür ist eine lange Zeit notwendig. Die Theosophische Gesellschaft soll zuerst das feste Bewußtsein und das Wissen von der Ewigkeit und dem geistigen Dasein erzeugen. Wer dieses Bewußtsein in sich trägt, der sagt sich: Es ist Zeit, ich kann Geduld haben, ich entwickle mich ruhig. Ich werde nicht gleich von meinem jetzigen unvollkommenen Standpunkt aus alles Mögliche unternehmen wollen, um die Menschheit zu reformieren und so weiter.
[ 4 ] Geduld auf der einen Seite und auf der anderen der Wille, ein dienendes Glied in der ganzen Menschheitsentwickelung zu werden, das sind die zwei Dinge, zwischen welchen die Methode der Theosophischen Gesellschaft ist. Und man darf nicht nur auf das eine sehen, sondern man muß auf beides achten. Man muß beides, Geduld und den Willen zum Wirken, in sich vereinigen, aber nicht als ein arithmetisches Mittel zwischen beiden, sondern man muß diese beiden getrennt in der Seele entwickeln. Verwechseln Sie diese zwei Dinge nicht! Es ist etwas ganz anderes, ein arithmetisches Mittel oder diese beiden Dinge getrennt in der Seele zu haben.
[ 4 ] Geduld auf der einen Seite und auf der anderen der Wille, ein dienendes Glied in der ganzen Menschheitsentwickelung zu werden, das sind die zwei Dinge, zwischen welchen die Methode der Theosophischen Gesellschaft ist. Und man darf nicht nur auf das eine sehen, sondern man muß auf beides achten. Man muß beides, Geduld und den Willen zum Wirken, in sich vereinigen, aber nicht als ein arithmetisches Mittel zwischen beiden, sondern man muß diese beiden getrennt in der Seele entwickeln. Verwechseln Sie diese zwei Dinge nicht! Es ist etwas ganz anderes, ein arithmetisches Mittel oder diese beiden Dinge getrennt in der Seele zu haben.
[ 5 ] Im Sinne dieser zwei Erfordernisse wurde die theosophische Weltanschauung vor einigen Jahrzehnten ins Leben gerufen und der Menschheit zugänglich gemacht. Das Wissen, das wir im Laufe der Jahre aufgenommen haben, alles das, was in dieser Zeit schon gesagt worden ist, lassen wir nochmals durch die Seele ziehen, denn je öfter .man dies tut, desto besser ist es. Das Wissen soll sich in eine lebendige Kraft des Wollens verwandeln. Daher werden die älteren Mitglieder manches nochmals hören, was sie schon vernommen haben, vielleicht in einem anderen Zusammenhang, vielleicht auch nur zur Auffrischung des Gedächtnisses. Unter diesem Aspekt ist die theosophische Weltanschauung vor einigen Jahrzehnten ins Leben gerufen worden. Was war sie früher? Sie war das, was man eine Geheimlehre oder okkulte Lehre nennt, also etwas, was im engeren Kreise von besonders zugelassenen Menschen getrieben wird. Nach strengen Prüfungen des Wollens, Fühlens und Denkens wurden die Schüler in früheren Zeiten zu diesen geschlossenen Zirkeln, den esoterischen oder okkulten Bruderschaften, zugelassen. Von diesen Bruderschaften gingen jene Wirkungen aus, die in der Zukunft von einem größeren Kreise von Menschen ausgehen sollen. Immer mehr Menschen werden künftig aufgerufen, diese Wirkungen auszuüben. Ein kleiner Kreis von Auserlesenen, von Erwählten, übte die Wirkung immer aus, zu der die theosophische Bewegung befähigt werden soll. Ob es die Jünger des Hermes oder die Schüler der Eleusinien, die ägyptischen oder die christlich-gnostischen Geheimschulen oder in Europa die Rosenkreuzer waren, immer gingen von den engbegrenzten Bruderschaften gewaltige Wirkungen aus. Wenn auch der heutige Mensch in seiner verstandesmäßigen Wissenschaft nichts oder so gut wie nichts davon weiß, so ist es doch eine Tatsache, daß von solchen Bruderschaften alle Geisteskultur und durch diese wieder alle matetielle Kultur ausgegangen ist.
[ 5 ] Im Sinne dieser zwei Erfordernisse wurde die theosophische Weltanschauung vor einigen Jahrzehnten ins Leben gerufen und der Menschheit zugänglich gemacht. Das Wissen, das wir im Laufe der Jahre aufgenommen haben, alles das, was in dieser Zeit schon gesagt worden ist, lassen wir nochmals durch die Seele ziehen, denn je öfter .man dies tut, desto besser ist es. Das Wissen soll sich in eine lebendige Kraft des Wollens verwandeln. Daher werden die älteren Mitglieder manches nochmals hören, was sie schon vernommen haben, vielleicht in einem anderen Zusammenhang, vielleicht auch nur zur Auffrischung des Gedächtnisses. Unter diesem Aspekt ist die theosophische Weltanschauung vor einigen Jahrzehnten ins Leben gerufen worden. Was war sie früher? Sie war das, was man eine Geheimlehre oder okkulte Lehre nennt, also etwas, was im engeren Kreise von besonders zugelassenen Menschen getrieben wird. Nach strengen Prüfungen des Wollens, Fühlens und Denkens wurden die Schüler in früheren Zeiten zu diesen geschlossenen Zirkeln, den esoterischen oder okkulten Bruderschaften, zugelassen. Von diesen Bruderschaften gingen jene Wirkungen aus, die in der Zukunft von einem größeren Kreise von Menschen ausgehen sollen. Immer mehr Menschen werden künftig aufgerufen, diese Wirkungen auszuüben. Ein kleiner Kreis von Auserlesenen, von Erwählten, übte die Wirkung immer aus, zu der die theosophische Bewegung befähigt werden soll. Ob es die Jünger des Hermes oder die Schüler der Eleusinien, die ägyptischen oder die christlich-gnostischen Geheimschulen oder in Europa die Rosenkreuzer waren, immer gingen von den engbegrenzten Bruderschaften gewaltige Wirkungen aus. Wenn auch der heutige Mensch in seiner verstandesmäßigen Wissenschaft nichts oder so gut wie nichts davon weiß, so ist es doch eine Tatsache, daß von solchen Bruderschaften alle Geisteskultur und durch diese wieder alle matetielle Kultur ausgegangen ist.
[ 6 ] Schon einmal ist es hier auseinandergesetzt worden, daß alle materielle Kultur, alles, was der Mensch mit dem Hammer, der Säge, dem Beil oder sonstwie schafft, den Grund in der Geisteskultur hat. Sie können das Kleinste, das Größte daraufhin betrachten. Nehmen Sie eines der großen Bauwerke der Gegenwart, den Simplontunnel oder den Gotthardtunnel. Die wenigsten Menschen denken daran, daß man den Simplontunnel oder den Gotthardtunnel niemals hätte bauen können, wenn nicht ein Leibniz gelebt hätte. Wenn es nicht die Differentialrechnung gegeben hätte, so hätte niemand solche Bauwerke aufführen können. Der Gedanke, der diese Denker einst dazu geleitet hat, diese feinen Rechnungen auszuführen, hat das alles erst materiell möglich gemacht. Alles, was auf dem physischen Plane geschieht, führt zuletzt zum Gedanken zurück. Es ist eine arge Illusion, wenn jemand glaubt, daß es in der materiellen Kultur etwas gäbe, das nicht zuletzt auf den Geist, auf den Gedanken zurückführt. Was Sie auch nehmen, auf dem Gebiete der Kunst, auf dem Gebiete der Technik, der Industrie oder des Handels, das Praktischste, Trivialste, Alltäglichste, es führt zuletzt auf dasjenige, was sich in der Seele des Menschen abgespielt hat.
[ 6 ] Schon einmal ist es hier auseinandergesetzt worden, daß alle materielle Kultur, alles, was der Mensch mit dem Hammer, der Säge, dem Beil oder sonstwie schafft, den Grund in der Geisteskultur hat. Sie können das Kleinste, das Größte daraufhin betrachten. Nehmen Sie eines der großen Bauwerke der Gegenwart, den Simplontunnel oder den Gotthardtunnel. Die wenigsten Menschen denken daran, daß man den Simplontunnel oder den Gotthardtunnel niemals hätte bauen können, wenn nicht ein Leibniz gelebt hätte. Wenn es nicht die Differentialrechnung gegeben hätte, so hätte niemand solche Bauwerke aufführen können. Der Gedanke, der diese Denker einst dazu geleitet hat, diese feinen Rechnungen auszuführen, hat das alles erst materiell möglich gemacht. Alles, was auf dem physischen Plane geschieht, führt zuletzt zum Gedanken zurück. Es ist eine arge Illusion, wenn jemand glaubt, daß es in der materiellen Kultur etwas gäbe, das nicht zuletzt auf den Geist, auf den Gedanken zurückführt. Was Sie auch nehmen, auf dem Gebiete der Kunst, auf dem Gebiete der Technik, der Industrie oder des Handels, das Praktischste, Trivialste, Alltäglichste, es führt zuletzt auf dasjenige, was sich in der Seele des Menschen abgespielt hat.
[ 7 ] Woher kommen die großen Impulse des Gedankens, des geistigen Schaffens? Da berühren wir nun das Gebiet, durch das uns klar werden kann, wie die okkulten Bruderschaften in den verflossenen Jahrhunderten und Jahrtausenden wirkten. Nehmen wir ein Beispiel. Der materialistische Denker von heute würde allerdings auf dieses Beispiel nicht kommen. Ein feuriger, enthusiastischer Jüngling des 18. Jahrhunderts, mit einer Anlage zum Großen, brauchte nur einen Anstoß durch ein Ereignis, das wie ein Zufall, wie etwas höchst Unbedeutendes aussieht. Er begegnet wie zufällig einer anscheinend gleichgültigen Persönlichkeit. Diese spricht zu dem Jüngling Worte, die scheinbar auf ihn keinen besonderen Eindruck machen. Ich sage: scheinbar, denn es geht doch in der Seele dieses enthusiastischen Jünglings etwas vor. Die Begegnung, in deren Verlauf diese scheinbar unbedeutenden Worte gesprochen wurden, hatte doch eine Bedeutung. Was ist da eigentlich geschehen? In ein unbedeutendes Ereignis, das scheinbar vom Zufall beherrscht ist, hüllt sich etwas von höchster kultureller Bedeutung. Diejenigen Brüder, welche die eigentlichen höchsten Hüter des Weisheitsschatzes der Menschheit sind, befinden sich in dieser Welt. Sie gehen vielleicht unter uns herum, wir können ihnen begegnen. Aber für die gewöhnliche Menschheit tragen sie eine Tarnkappe. Sache der anderen ist es, sie zu erkennen. Sie selber geben sich nie zu erkennen. In den verflossenen Jahrhunderten war es noch schwerer, sie zu erkennen, als heute. Darauf kam es auch nicht an, daß man sie erkannte. Was aber das Wesentliche war, das war ihr Wirken. Denken Sie sich eine solche Bruderschaft von verborgenen Eingeweihten. Einer dieser Brüder tritt wie durch einen Zufall an den Jüngling heran. Aber solche Zufälle werden durch die Weisheit der Welt herbeigeführt. Durch einige unbedeutende Worte wird etwas in dem Jüngling entzündet, was kulturell das denkbar Wichtigste ist. Dieser Jüngling heißt Jean-Jacques Rousseau. In einem scheinbar zufälligen Ereignis wurde so der Keim dazu gelegt, daß es einen Rousseauismus geben konnte und daß durch ihn starke Impulse in das Kulturleben einflossen. Die Impulse, die von den Schriften Rousseaus ausgingen, sind nichts Zufälliges, auch nicht etwas, was sich der Betrachtungsart der äußeren Kulturhistorie erschließt, sondern sie sind das leise Fortgehen des Stromes der Weisheit, wie sie in der Bruderschaft bewahrt wird. In der Bruderschaft wird beschlossen, was der Menschheit frommt. Die Brüder sind Weise, sie sind Propheten. Sie wissen, was für die Menschheit erforderlich ist. So senden sie, wenn es notwendig ist, einen der ihren hinaus in die Welt, um der Entwickelung einen neuen Einschlag zu geben.
[ 7 ] Woher kommen die großen Impulse des Gedankens, des geistigen Schaffens? Da berühren wir nun das Gebiet, durch das uns klar werden kann, wie die okkulten Bruderschaften in den verflossenen Jahrhunderten und Jahrtausenden wirkten. Nehmen wir ein Beispiel. Der materialistische Denker von heute würde allerdings auf dieses Beispiel nicht kommen. Ein feuriger, enthusiastischer Jüngling des 18. Jahrhunderts, mit einer Anlage zum Großen, brauchte nur einen Anstoß durch ein Ereignis, das wie ein Zufall, wie etwas höchst Unbedeutendes aussieht. Er begegnet wie zufällig einer anscheinend gleichgültigen Persönlichkeit. Diese spricht zu dem Jüngling Worte, die scheinbar auf ihn keinen besonderen Eindruck machen. Ich sage: scheinbar, denn es geht doch in der Seele dieses enthusiastischen Jünglings etwas vor. Die Begegnung, in deren Verlauf diese scheinbar unbedeutenden Worte gesprochen wurden, hatte doch eine Bedeutung. Was ist da eigentlich geschehen? In ein unbedeutendes Ereignis, das scheinbar vom Zufall beherrscht ist, hüllt sich etwas von höchster kultureller Bedeutung. Diejenigen Brüder, welche die eigentlichen höchsten Hüter des Weisheitsschatzes der Menschheit sind, befinden sich in dieser Welt. Sie gehen vielleicht unter uns herum, wir können ihnen begegnen. Aber für die gewöhnliche Menschheit tragen sie eine Tarnkappe. Sache der anderen ist es, sie zu erkennen. Sie selber geben sich nie zu erkennen. In den verflossenen Jahrhunderten war es noch schwerer, sie zu erkennen, als heute. Darauf kam es auch nicht an, daß man sie erkannte. Was aber das Wesentliche war, das war ihr Wirken. Denken Sie sich eine solche Bruderschaft von verborgenen Eingeweihten. Einer dieser Brüder tritt wie durch einen Zufall an den Jüngling heran. Aber solche Zufälle werden durch die Weisheit der Welt herbeigeführt. Durch einige unbedeutende Worte wird etwas in dem Jüngling entzündet, was kulturell das denkbar Wichtigste ist. Dieser Jüngling heißt Jean-Jacques Rousseau. In einem scheinbar zufälligen Ereignis wurde so der Keim dazu gelegt, daß es einen Rousseauismus geben konnte und daß durch ihn starke Impulse in das Kulturleben einflossen. Die Impulse, die von den Schriften Rousseaus ausgingen, sind nichts Zufälliges, auch nicht etwas, was sich der Betrachtungsart der äußeren Kulturhistorie erschließt, sondern sie sind das leise Fortgehen des Stromes der Weisheit, wie sie in der Bruderschaft bewahrt wird. In der Bruderschaft wird beschlossen, was der Menschheit frommt. Die Brüder sind Weise, sie sind Propheten. Sie wissen, was für die Menschheit erforderlich ist. So senden sie, wenn es notwendig ist, einen der ihren hinaus in die Welt, um der Entwickelung einen neuen Einschlag zu geben.
[ 8 ] Ein anderes Beispiel ist hier schon erzählt worden. Es betrifft den deutschen theosophischen Philosophen Ja%ob Böhme und steht in jeder Böhme-Biographie. Als Knabe stand Jakob in der Schusterlehre. Eines Tages waren der Meister und die Meisterin ausgegangen. Sie hatten ihm verboten, etwas zu verkaufen, er sollte nur Wache halten. Da kam eine Persönlichkeit in den Laden, die auf ihn einen starken Eindruck machte, Der Fremde wollte etwas kaufen, Jakob aber durfte ihm nichts verkaufen. Als der Fremde schon hinausgegangen war, hörte Jakob seinen Namen rufen. Er trat hinaus, und der Mann sagte zu ihm: Jakob, du bist jetzt klein, aber du wirst einst groß werden. Du wirst ein Mensch werden, über den die Welt in Erstaunen geraten wird. — Dieser Mann hat den Anstoß zu dem gegeben, was in Jakob Böhmes Schriften enthalten ist.
[ 8 ] Ein anderes Beispiel ist hier schon erzählt worden. Es betrifft den deutschen theosophischen Philosophen Ja%ob Böhme und steht in jeder Böhme-Biographie. Als Knabe stand Jakob in der Schusterlehre. Eines Tages waren der Meister und die Meisterin ausgegangen. Sie hatten ihm verboten, etwas zu verkaufen, er sollte nur Wache halten. Da kam eine Persönlichkeit in den Laden, die auf ihn einen starken Eindruck machte, Der Fremde wollte etwas kaufen, Jakob aber durfte ihm nichts verkaufen. Als der Fremde schon hinausgegangen war, hörte Jakob seinen Namen rufen. Er trat hinaus, und der Mann sagte zu ihm: Jakob, du bist jetzt klein, aber du wirst einst groß werden. Du wirst ein Mensch werden, über den die Welt in Erstaunen geraten wird. — Dieser Mann hat den Anstoß zu dem gegeben, was in Jakob Böhmes Schriften enthalten ist.
[ 9 ] Noch besser werden Sie verstehen, worum es sich hier handelt, wenn wir ein anderes Beispiel nehmen, das Sie noch tiefer in die Geheimnisse der Bruderschaften hineinführen kann. Man denke sich: Ein unbekannter Mensch — unbekannt in der äußeren Welt, wohlbekannt den Eingeweihten - schreibt einen Brief an einen hochvermögenden Geheimen Rat oder an den Minister. Der Brief behandelt vielleicht eine ganz gleichgültige Angelegenheit, vielleicht die Bewilligung einer unwichtigen Nebensache. Wenn diesen Brief nun ein Eingeweihter lesen würde — es sind absolute Tatsachen, die ich hier erzähle -, der ihn ganz anders zu lesen verstände als ein gewöhnlicher Mensch, so würde dieser noch etwas ganz Besonderes daran erkennen. Es kann nämlich sein, daß man in einem solchen Brief beispielsweise jedes dritte Wort vom Anfang oder jedes vierte Wort vom Schluß weglassen muß. Dann bleiben gewisse Worte übrig, die einen sehr bedeutungsvollen Sinn darstellen, etwas, was auf den ganzen Willen dessen einwirkt, an den der Brief gerichtet ist. Dieser hat vielleicht nur gelesen, daß er etwas Unrat wegschaffen lassen sollte. In Wahrheit aber steht in dem Briefe etwas äußerst Wichtiges. Nun können Sie sagen: Das hat der Mann aber doch nicht gelesen. - Das ist aber nicht richtig. Das äußere Ich-Bewußtsein hat es nicht gelesen, aber darin liegt eben das Geheimnis eines solchen Schlüssels, daß die richtigen Worte, die noch übrigbleiben, sich in den Ätherleib, in das Unterbewußtsein einprägen, so daß der Betreffende es tatsächlich doch aufgenommen hat.
[ 9 ] Noch besser werden Sie verstehen, worum es sich hier handelt, wenn wir ein anderes Beispiel nehmen, das Sie noch tiefer in die Geheimnisse der Bruderschaften hineinführen kann. Man denke sich: Ein unbekannter Mensch — unbekannt in der äußeren Welt, wohlbekannt den Eingeweihten - schreibt einen Brief an einen hochvermögenden Geheimen Rat oder an den Minister. Der Brief behandelt vielleicht eine ganz gleichgültige Angelegenheit, vielleicht die Bewilligung einer unwichtigen Nebensache. Wenn diesen Brief nun ein Eingeweihter lesen würde — es sind absolute Tatsachen, die ich hier erzähle -, der ihn ganz anders zu lesen verstände als ein gewöhnlicher Mensch, so würde dieser noch etwas ganz Besonderes daran erkennen. Es kann nämlich sein, daß man in einem solchen Brief beispielsweise jedes dritte Wort vom Anfang oder jedes vierte Wort vom Schluß weglassen muß. Dann bleiben gewisse Worte übrig, die einen sehr bedeutungsvollen Sinn darstellen, etwas, was auf den ganzen Willen dessen einwirkt, an den der Brief gerichtet ist. Dieser hat vielleicht nur gelesen, daß er etwas Unrat wegschaffen lassen sollte. In Wahrheit aber steht in dem Briefe etwas äußerst Wichtiges. Nun können Sie sagen: Das hat der Mann aber doch nicht gelesen. - Das ist aber nicht richtig. Das äußere Ich-Bewußtsein hat es nicht gelesen, aber darin liegt eben das Geheimnis eines solchen Schlüssels, daß die richtigen Worte, die noch übrigbleiben, sich in den Ätherleib, in das Unterbewußtsein einprägen, so daß der Betreffende es tatsächlich doch aufgenommen hat.
[ 10 ] So können Impulse gegeben werden, um Menschen danach handeln zu lassen, und so ist es möglich, auf geheimnisvollem Wege Direktiven zu vermitteln, ohne irgendwie erkannt zu werden. Das ist aber nur ein triviales Beispiel gegenüber Dingen von mächtiger Bedeutung, die es in der Welt gibt. Der Eingeweihte kann in jeder Gestalt wandeln. Er hat die Mittel, um nicht auf das Alltagsbewußtsein, sondern auf die anderen Glieder des menschlichen Bewußtseins zu wirken.
[ 10 ] So können Impulse gegeben werden, um Menschen danach handeln zu lassen, und so ist es möglich, auf geheimnisvollem Wege Direktiven zu vermitteln, ohne irgendwie erkannt zu werden. Das ist aber nur ein triviales Beispiel gegenüber Dingen von mächtiger Bedeutung, die es in der Welt gibt. Der Eingeweihte kann in jeder Gestalt wandeln. Er hat die Mittel, um nicht auf das Alltagsbewußtsein, sondern auf die anderen Glieder des menschlichen Bewußtseins zu wirken.
[ 11 ] Sie kennen den deutschen Mystiker Cornelius Agrippa von Nettesheim. Sein Lehrer war Johannes Tritheim, Abt von Sponheim. Dieser hat Bücher geschrieben, die dem heutigen materialistischen Bewußtsein entweder als romantisch oder als etwas sehr Barockes erscheinen, jedenfalls als etwas, was man in gewisser Weise gleichgültig hinnimmt. Man glaubt von diesen Schriften, sie seien auch in der Zeit des Johannes Tritheim von Sponheim gleichgültig hingenommen worden. Doch es gibt auch einen Schlüssel zum Lesen dieser Bücher. Wenn man gewisse Dinge vom Anfang und andere vom Ende fortläßt, so bleibt wieder ein Rest, und dieser Rest gibt in den Büchern des Tritheim von Sponheim einen großen Teil dessen wieder, was heute als elementare Theosophie vorgetragen wird. Beim Lesen dieser Schriften liest man also tatsächlich im Unterbewußtsein mit, was heute als Theosophie gegeben wird. Jahrhunderte hindurch haben viele Menschen Theosophie in ihre Seele aufgenommen, ohne daß sie es gewußt haben. Dies sind bedeutsame Einflüsse im Kulturleben gewesen, die sich an solche Vorgänge, wie sie vor acht Tagen hier besprochen wurden, nämlich die Wirkungen von Kupfer und Blei, anreihen lassen.
[ 11 ] Sie kennen den deutschen Mystiker Cornelius Agrippa von Nettesheim. Sein Lehrer war Johannes Tritheim, Abt von Sponheim. Dieser hat Bücher geschrieben, die dem heutigen materialistischen Bewußtsein entweder als romantisch oder als etwas sehr Barockes erscheinen, jedenfalls als etwas, was man in gewisser Weise gleichgültig hinnimmt. Man glaubt von diesen Schriften, sie seien auch in der Zeit des Johannes Tritheim von Sponheim gleichgültig hingenommen worden. Doch es gibt auch einen Schlüssel zum Lesen dieser Bücher. Wenn man gewisse Dinge vom Anfang und andere vom Ende fortläßt, so bleibt wieder ein Rest, und dieser Rest gibt in den Büchern des Tritheim von Sponheim einen großen Teil dessen wieder, was heute als elementare Theosophie vorgetragen wird. Beim Lesen dieser Schriften liest man also tatsächlich im Unterbewußtsein mit, was heute als Theosophie gegeben wird. Jahrhunderte hindurch haben viele Menschen Theosophie in ihre Seele aufgenommen, ohne daß sie es gewußt haben. Dies sind bedeutsame Einflüsse im Kulturleben gewesen, die sich an solche Vorgänge, wie sie vor acht Tagen hier besprochen wurden, nämlich die Wirkungen von Kupfer und Blei, anreihen lassen.
[ 12 ] An diesen Beispielen können Sie sehen, wie durch die Jahrtausende hindurch von okkulten Bruderschaften in der Welt gewirkt wurde, zum Heile der Menschheit. Das war richtig für die Vergangenheit, aber es ist nicht mehr richtig für die Zukunft. Diejenigen Eingeweihten, die den Sinn und die Bedeutung der Entwickelung verstehen, werden deshalb sagen: Nicht das, was in der Vergangenheit geschehen ist, ist auch in der Zukunft richtig. — Es wäre eine schlechte Inspiration, welche jederzeit nur in der Vergangenheit die Wahrheit suchte und sie nicht im lebendigen Sein erleben würde, wodurch sich diese Wahrheit immer wieder für die Zukunft umgestaltet. Ein wahrhaft Inspirierter geht nicht bloß zu den ältesten Lehrern der Menschheit in die Schule, sondern gestaltet die Wahrheiten, die er empfängt, für jede Epoche lebendig um. Was sich bei jedem in der Seele regen muß als Einwand gegen diese alte Form des okkulten Wirkens, ist der Begriff der Freiheit, der Begriff ihres Wertes und der Würde des Menschen. Die Menschen sind ja unfrei, wenn in der geschilderten Weise auf sie gewirkt wird. Die Freiheit ist aber, wie öfters gezeigt worden ist, nicht etwas, was fertig ist, sondern etwas, was der Mensch im lebendigen Entwickelungsgang immer mehr ertingt. Freiheit ist das Ziel der Menschheitsentwickelung und nicht etwas, was der Menschheit in die Wiege gelegt worden ist. Und die Freiheit beruht auf Erkenntnis. Kein anderes Mittel gibt es, wodurch die alten Wirkungen, die von den Bruderschaften ausgegangen sind, überwunden werden können, als die Verbreitung des okkulten Wissens selbst. Das liegt der theosophischen Bewegung zugrunde: den Menschen dadurch frei zu machen, daß er die spirituellen Wahrheiten lernt, welche früher den okkulten Bruderschaften vorbehalten waren. Nichts wußte damals die Welt, und kaum weiß sie heute etwas von dem, was über den physischen Plan hinausgeht. Erst wenn sie die Dinge lernt, die über den physischen Plan hinausgehen, wird sie imstande sein, die geheimnisvollen Wirkungen und Kräfte, die zwischen Mensch und Mensch, zwischen Volk und Volk spielen, wirklich selbst zu beherrschen. Das ist die Aufgabe der Zukunft und damit eigentlich auch die Aufgabe der theosophischen Bewegung.
[ 12 ] An diesen Beispielen können Sie sehen, wie durch die Jahrtausende hindurch von okkulten Bruderschaften in der Welt gewirkt wurde, zum Heile der Menschheit. Das war richtig für die Vergangenheit, aber es ist nicht mehr richtig für die Zukunft. Diejenigen Eingeweihten, die den Sinn und die Bedeutung der Entwickelung verstehen, werden deshalb sagen: Nicht das, was in der Vergangenheit geschehen ist, ist auch in der Zukunft richtig. — Es wäre eine schlechte Inspiration, welche jederzeit nur in der Vergangenheit die Wahrheit suchte und sie nicht im lebendigen Sein erleben würde, wodurch sich diese Wahrheit immer wieder für die Zukunft umgestaltet. Ein wahrhaft Inspirierter geht nicht bloß zu den ältesten Lehrern der Menschheit in die Schule, sondern gestaltet die Wahrheiten, die er empfängt, für jede Epoche lebendig um. Was sich bei jedem in der Seele regen muß als Einwand gegen diese alte Form des okkulten Wirkens, ist der Begriff der Freiheit, der Begriff ihres Wertes und der Würde des Menschen. Die Menschen sind ja unfrei, wenn in der geschilderten Weise auf sie gewirkt wird. Die Freiheit ist aber, wie öfters gezeigt worden ist, nicht etwas, was fertig ist, sondern etwas, was der Mensch im lebendigen Entwickelungsgang immer mehr ertingt. Freiheit ist das Ziel der Menschheitsentwickelung und nicht etwas, was der Menschheit in die Wiege gelegt worden ist. Und die Freiheit beruht auf Erkenntnis. Kein anderes Mittel gibt es, wodurch die alten Wirkungen, die von den Bruderschaften ausgegangen sind, überwunden werden können, als die Verbreitung des okkulten Wissens selbst. Das liegt der theosophischen Bewegung zugrunde: den Menschen dadurch frei zu machen, daß er die spirituellen Wahrheiten lernt, welche früher den okkulten Bruderschaften vorbehalten waren. Nichts wußte damals die Welt, und kaum weiß sie heute etwas von dem, was über den physischen Plan hinausgeht. Erst wenn sie die Dinge lernt, die über den physischen Plan hinausgehen, wird sie imstande sein, die geheimnisvollen Wirkungen und Kräfte, die zwischen Mensch und Mensch, zwischen Volk und Volk spielen, wirklich selbst zu beherrschen. Das ist die Aufgabe der Zukunft und damit eigentlich auch die Aufgabe der theosophischen Bewegung.
[ 13 ] So stellt sich die Geisteswissenschaft gegenüber allen übrigen Bewegungen in der Gegenwart als etwas ganz anderes dar. Viele Zeitfragen dringen heute an den Menschen heran. Zu diesen Fragen, die ihm durch die Tatsachen aufgedrängt werden, gehört vor allem die soziale Frage, die in den verschiedensten Formen auftritt. Dazu gehören die persönlichen Freiheitsrechte, die nationale und die Rassenfrage und die Kolonialprobleme. Alle diese Fragen, zu denen noch als wichtigste die Erziehungsfrage hinzukommt, erfahren eine besondere Beleuchtung, eine andere Beleuchtung, als dies sonst in der Gegenwart geschehen kann, durch die geisteswissenschaftliche Erkenntnis. Warum ist das so? Durch ein kleines Beispiel soll dies klargemacht werden. Es gibt heute eine gewisse Bewegung in der Psychiatrie, von der die Laien noch nicht viel wissen. Aber da alles durch die Zeitungsartikel in die Welt dringt, wird der eine oder der andere davon schon einige Notiz genommen haben. Es greift tatsächlich in wichtige Angelegenheiten ein. Sehen Sie sich einmal die neuesten Erscheinungen des Büchermarktes an. Da finden Sie ein interessantes Büchlein über Robert Schumanns Krankheit. Ein Psychiater, ein Irrenarzt, hat sich, wie auch über andere Persönlichkeiten, über Robert Schumann hergemacht und nachgewiesen, daß er von derjenigen Krankheit befallen war, die man in der Irrenkunde Dementia praecox nennt, vorzeitigen Schwachsinn. Vielleicht wissen Sie auch, daß nicht nur Robert Schumann, sondern auch andere menschliche Größen auf ihre geistige Verfassung hin untersucht worden sind, Goethe, Heine und noch eine ganze Reihe. Es gibt sogar zwei Schriften, die in gewisser Beziehung nicht uninteressant sind, obwohl sie sogar die Christus Jesus-Persönlichkeit darauf hin untersucht haben. Das alles kann in unserer materialistischen Zeit geschehen. Ein solcher Irrenarzt sagt: Wenn ein abnormer Ausdruck des Geistes stattfindet, so liegt dem eine bestimmte abnorme Organisation des Menschen zugrunde. - Nun ist sich der heutige Irrenarzt auch über eines klar: Durch das, was er geistige Mittel nennt, kann man auf eine solche Krankheit nicht einwirken. Was damit gemeint ist, werden Sie sogleich sehen. Man hat eine Zeitlang geglaubt, wenn jemand, sagen wir, von einer bestimmten Form des Wahnsinns befallen ist, die sich in abnormen Religionsvorstellungen auslebt, könne man ihn davon abbringen, indem man ihm vernünftige Begriffe beibringt, also durch Zureden und durch Vorhalten vernünftiger Argumente. Der Wahnsinn tritt ja manchmal in ganz besonderer Form auf. Da bildet sich zum Beispiel jemand ein, er wird verfolgt. Der Irrenarzt sieht das als ein Symptom an. Verfolgungswahn ist für ihn also nur ein Symptom, in Wirklichkeit liegt eine Abnormität im Gehirn vor. Man kann den Betreffenden dadurch, daß man ihm klar macht, er werde gar nicht verfolgt, nicht von seinen Wahnideen abbringen, denn die Organisation des Gehitns läßt sich ja nicht umändern. Soweit hat der Irrenarzt tatsächlich recht. Der Geistesforscher will den anderen nicht von einem dilettantischen Gesichtspunkte aus richten. Wenn Sie auch mit vernünftigen Vorstellungen an den Betreffenden herankommen, so werden Sie ihn doch nicht von dem Wahn abbringen. Dieser wird höchstens andere Formen annehmen.
[ 13 ] So stellt sich die Geisteswissenschaft gegenüber allen übrigen Bewegungen in der Gegenwart als etwas ganz anderes dar. Viele Zeitfragen dringen heute an den Menschen heran. Zu diesen Fragen, die ihm durch die Tatsachen aufgedrängt werden, gehört vor allem die soziale Frage, die in den verschiedensten Formen auftritt. Dazu gehören die persönlichen Freiheitsrechte, die nationale und die Rassenfrage und die Kolonialprobleme. Alle diese Fragen, zu denen noch als wichtigste die Erziehungsfrage hinzukommt, erfahren eine besondere Beleuchtung, eine andere Beleuchtung, als dies sonst in der Gegenwart geschehen kann, durch die geisteswissenschaftliche Erkenntnis. Warum ist das so? Durch ein kleines Beispiel soll dies klargemacht werden. Es gibt heute eine gewisse Bewegung in der Psychiatrie, von der die Laien noch nicht viel wissen. Aber da alles durch die Zeitungsartikel in die Welt dringt, wird der eine oder der andere davon schon einige Notiz genommen haben. Es greift tatsächlich in wichtige Angelegenheiten ein. Sehen Sie sich einmal die neuesten Erscheinungen des Büchermarktes an. Da finden Sie ein interessantes Büchlein über Robert Schumanns Krankheit. Ein Psychiater, ein Irrenarzt, hat sich, wie auch über andere Persönlichkeiten, über Robert Schumann hergemacht und nachgewiesen, daß er von derjenigen Krankheit befallen war, die man in der Irrenkunde Dementia praecox nennt, vorzeitigen Schwachsinn. Vielleicht wissen Sie auch, daß nicht nur Robert Schumann, sondern auch andere menschliche Größen auf ihre geistige Verfassung hin untersucht worden sind, Goethe, Heine und noch eine ganze Reihe. Es gibt sogar zwei Schriften, die in gewisser Beziehung nicht uninteressant sind, obwohl sie sogar die Christus Jesus-Persönlichkeit darauf hin untersucht haben. Das alles kann in unserer materialistischen Zeit geschehen. Ein solcher Irrenarzt sagt: Wenn ein abnormer Ausdruck des Geistes stattfindet, so liegt dem eine bestimmte abnorme Organisation des Menschen zugrunde. - Nun ist sich der heutige Irrenarzt auch über eines klar: Durch das, was er geistige Mittel nennt, kann man auf eine solche Krankheit nicht einwirken. Was damit gemeint ist, werden Sie sogleich sehen. Man hat eine Zeitlang geglaubt, wenn jemand, sagen wir, von einer bestimmten Form des Wahnsinns befallen ist, die sich in abnormen Religionsvorstellungen auslebt, könne man ihn davon abbringen, indem man ihm vernünftige Begriffe beibringt, also durch Zureden und durch Vorhalten vernünftiger Argumente. Der Wahnsinn tritt ja manchmal in ganz besonderer Form auf. Da bildet sich zum Beispiel jemand ein, er wird verfolgt. Der Irrenarzt sieht das als ein Symptom an. Verfolgungswahn ist für ihn also nur ein Symptom, in Wirklichkeit liegt eine Abnormität im Gehirn vor. Man kann den Betreffenden dadurch, daß man ihm klar macht, er werde gar nicht verfolgt, nicht von seinen Wahnideen abbringen, denn die Organisation des Gehitns läßt sich ja nicht umändern. Soweit hat der Irrenarzt tatsächlich recht. Der Geistesforscher will den anderen nicht von einem dilettantischen Gesichtspunkte aus richten. Wenn Sie auch mit vernünftigen Vorstellungen an den Betreffenden herankommen, so werden Sie ihn doch nicht von dem Wahn abbringen. Dieser wird höchstens andere Formen annehmen.
[ 14 ] Nehmen wir Hölderlin an. Das ist ebenfalls ein Fall, der von den Irrenärzten aufs Korn genommen worden ist. Hölderlin ging an der Sehnsucht nach dem alten Griechenland zugrunde. Der Irrenarzt sagt: Er litt an einer Gehirnkrankheit und alles andere ist äußeres Symptom. Die Gehirnkrankheit war vielleicht schon durch eine erbliche Anlage da. So wäre es unmöglich, von dem, was man heute Geistesleben nennt, auf die Konstitution des Organismus, zunächst auf die Konstitution des Gehirns, zurückzuwirken. Sie sehen, diese Forschungen der modernen Psychiatrie führen ins Bodenlose. Der physische Leib wird als etwas Gegebenes hingenommen, und das Geistige ist nur wie ein Dunst, der vom physischen Leibe ausgeht. Selbst die höchsten geistigen Fähigkeiten, selbst die Leistungen unserer Genies, insofern sie abnorm sind, werden von solchen materialistischen Forschern auf eine abnorme Gehirntätigkeit zurückgeführt. So wird es Ihnen der Irrenarzt, der Psychiater sagen. Was Sie ihm auch immer entgegnen - er wird dabei bleiben, daß alles Geistesleben von der physischen Organisation abhängig ist. Soweit die positive Behauptung geht, ist sie richtig, denn das, worum es sich eigentlich handelt, kennt man in diesen Kreisen gar nicht; das ist völlig unbekannt.
[ 14 ] Nehmen wir Hölderlin an. Das ist ebenfalls ein Fall, der von den Irrenärzten aufs Korn genommen worden ist. Hölderlin ging an der Sehnsucht nach dem alten Griechenland zugrunde. Der Irrenarzt sagt: Er litt an einer Gehirnkrankheit und alles andere ist äußeres Symptom. Die Gehirnkrankheit war vielleicht schon durch eine erbliche Anlage da. So wäre es unmöglich, von dem, was man heute Geistesleben nennt, auf die Konstitution des Organismus, zunächst auf die Konstitution des Gehirns, zurückzuwirken. Sie sehen, diese Forschungen der modernen Psychiatrie führen ins Bodenlose. Der physische Leib wird als etwas Gegebenes hingenommen, und das Geistige ist nur wie ein Dunst, der vom physischen Leibe ausgeht. Selbst die höchsten geistigen Fähigkeiten, selbst die Leistungen unserer Genies, insofern sie abnorm sind, werden von solchen materialistischen Forschern auf eine abnorme Gehirntätigkeit zurückgeführt. So wird es Ihnen der Irrenarzt, der Psychiater sagen. Was Sie ihm auch immer entgegnen - er wird dabei bleiben, daß alles Geistesleben von der physischen Organisation abhängig ist. Soweit die positive Behauptung geht, ist sie richtig, denn das, worum es sich eigentlich handelt, kennt man in diesen Kreisen gar nicht; das ist völlig unbekannt.
[ 15 ] Da kommen wir auf eine Sache, die Sie sich recht gut einprägen mögen. Sie enthält ein außerordentlich wichtiges Geheimnis, was aber vielleicht nicht von jedem für ein wichtiges Geheimnis genommen wird. Tatsächlich ist ursprünglich das Organ des Menschen, das seine Tätigkeit ausführt, von dieser Tätigkeit selbst aufgebaut: Das Gehirn ist ursprünglich von Gedanken aufgebaut. Das Blut entwickelt das Gefühlsleben. Ohne warmes Blut gibt es kein Gefühlsleben. Tatsächlich ist aber das Blut ursprünglich von dem Gefühlsleben aufgebaut. Damit haben wir einen ganz neuen Gesichtspunkt gewonnen. Nun sagen wir uns: Gewiß, mit dem, was heute der Mensch durch sein Gehirn an diesen oder jenen Vorstellungen hervorbringt, können wir sein Gehirn nicht ändern. Aber hinter diesem Gehirn stehen die anderen Gedanken, welche die materialistische Wissenschaft gar nicht kennt und die das Gehirn erst aufgebaut haben. Diese Gedankenwelt muß man eben kennenlernen, sie ist die schöpferische Gedankenwelt. So daß man zwischen den gewöhnlichen Gedanken und einer die Welt durchflutenden - wirklich durchflutenden - Gedankenwelt zu unterscheiden hat. Weil das Gehirn aus der Gedankenwelt geboren ist, ist der menschliche Geist imstande, nicht nur solche Gedanken hervorzubringen, welche der Gedankenwelt des Gehirns entsteigen, sondern auch an jener Gedankenwelt teilzuhaben, die hinter der physischen Organisation waltet. Dadurch lernt man das Gedankenleben beherrschen. Man heilt also auch nicht mit logischen Gründen, sondern dadurch, daß man viel tiefer in die geistigen Gebiete hineindtingt. Es ist möglich, wenn die Gedanken aus der wirklichen geistigen Welt herausgeholt werden, rein vom Gedanken aus den physischen Organismus zu verändern und den kranken Organismus wieder gesund zu machen.
[ 15 ] Da kommen wir auf eine Sache, die Sie sich recht gut einprägen mögen. Sie enthält ein außerordentlich wichtiges Geheimnis, was aber vielleicht nicht von jedem für ein wichtiges Geheimnis genommen wird. Tatsächlich ist ursprünglich das Organ des Menschen, das seine Tätigkeit ausführt, von dieser Tätigkeit selbst aufgebaut: Das Gehirn ist ursprünglich von Gedanken aufgebaut. Das Blut entwickelt das Gefühlsleben. Ohne warmes Blut gibt es kein Gefühlsleben. Tatsächlich ist aber das Blut ursprünglich von dem Gefühlsleben aufgebaut. Damit haben wir einen ganz neuen Gesichtspunkt gewonnen. Nun sagen wir uns: Gewiß, mit dem, was heute der Mensch durch sein Gehirn an diesen oder jenen Vorstellungen hervorbringt, können wir sein Gehirn nicht ändern. Aber hinter diesem Gehirn stehen die anderen Gedanken, welche die materialistische Wissenschaft gar nicht kennt und die das Gehirn erst aufgebaut haben. Diese Gedankenwelt muß man eben kennenlernen, sie ist die schöpferische Gedankenwelt. So daß man zwischen den gewöhnlichen Gedanken und einer die Welt durchflutenden - wirklich durchflutenden - Gedankenwelt zu unterscheiden hat. Weil das Gehirn aus der Gedankenwelt geboren ist, ist der menschliche Geist imstande, nicht nur solche Gedanken hervorzubringen, welche der Gedankenwelt des Gehirns entsteigen, sondern auch an jener Gedankenwelt teilzuhaben, die hinter der physischen Organisation waltet. Dadurch lernt man das Gedankenleben beherrschen. Man heilt also auch nicht mit logischen Gründen, sondern dadurch, daß man viel tiefer in die geistigen Gebiete hineindtingt. Es ist möglich, wenn die Gedanken aus der wirklichen geistigen Welt herausgeholt werden, rein vom Gedanken aus den physischen Organismus zu verändern und den kranken Organismus wieder gesund zu machen.
[ 16 ] So haben wir es mit einem Doppelsein des Geistes zu tun. Wir haben den Geist, der uns zunächst an der Oberfläche in den Naturerscheinungen, in Kunst und Wissenschaft und in den ökonomischen Erzeugnissen der Technik und der Industrie erscheint. Dieser Geist ist ein Erzeugnis des physischen Lebens. Aber hinter diesem steht sein Schöpfer, und der ist wieder Geist. Durch ein Bild machen Sie sich das klar. Sie denken sich, ich hätte hier Wasser, das ich durch eine bestimmte Prozedur so abkühle, daß es Eis wird. Wenn wir einen Teil des Eises so erwärmen, daß es wieder zu Wasser wird, dann haben wir ein dreifach Verschiedenes: das ursprüngliche Wasser ringsherum, das Eis und das, was wiederum zu Wasser wird. So betrachten Sie das menschliche Gehirn. Der Geist, der die ganze Welt ausfüllt, hat sich zum Gehirn verdichtet wie das Wasser zum Eis, und vom Gehirn werden wieder die Gedanken abgeschieden wie das Wasser von dem erwärmten Eis. So können Sie alles Materielle im Grunde genommen wie eine Verdichtung des Geistes auffassen, wie eine Zusammenziehung des Geistes, und das Geistige, das in der Welt erscheint, können Sie betrachten als hervorgegangen aus dem Physischen. Der Materialismus sieht nur die verdichtete Materie und hat vergessen, daß hinter der materiellen Welt das Geistige steht, daß über den Dingen ein Geistiges existiert, das die Materie hervorbringt. Die theosophische Bewegung soll wieder zu dem Geiste hinführen, der hinter dem Materiellen steht.
[ 16 ] So haben wir es mit einem Doppelsein des Geistes zu tun. Wir haben den Geist, der uns zunächst an der Oberfläche in den Naturerscheinungen, in Kunst und Wissenschaft und in den ökonomischen Erzeugnissen der Technik und der Industrie erscheint. Dieser Geist ist ein Erzeugnis des physischen Lebens. Aber hinter diesem steht sein Schöpfer, und der ist wieder Geist. Durch ein Bild machen Sie sich das klar. Sie denken sich, ich hätte hier Wasser, das ich durch eine bestimmte Prozedur so abkühle, daß es Eis wird. Wenn wir einen Teil des Eises so erwärmen, daß es wieder zu Wasser wird, dann haben wir ein dreifach Verschiedenes: das ursprüngliche Wasser ringsherum, das Eis und das, was wiederum zu Wasser wird. So betrachten Sie das menschliche Gehirn. Der Geist, der die ganze Welt ausfüllt, hat sich zum Gehirn verdichtet wie das Wasser zum Eis, und vom Gehirn werden wieder die Gedanken abgeschieden wie das Wasser von dem erwärmten Eis. So können Sie alles Materielle im Grunde genommen wie eine Verdichtung des Geistes auffassen, wie eine Zusammenziehung des Geistes, und das Geistige, das in der Welt erscheint, können Sie betrachten als hervorgegangen aus dem Physischen. Der Materialismus sieht nur die verdichtete Materie und hat vergessen, daß hinter der materiellen Welt das Geistige steht, daß über den Dingen ein Geistiges existiert, das die Materie hervorbringt. Die theosophische Bewegung soll wieder zu dem Geiste hinführen, der hinter dem Materiellen steht.
[ 17 ] Jetzt können wir auch an einen Gedanken anknüpfen, den wir das letzte Mal ausgesprochen haben. Ich sprach zu Ihnen von der Schrift. Wir schreiben irgend etwas auf, sagen wir das Wort «Geist». Wer nicht einen Begriff vom Geist hat, wird dieses Wort sicher nicht aufschreiben. Aber es könnte ein anderer kommen, der keinen Begriff vom Geiste hat, der überhaupt nicht lesen kann, und könnte beschreiben: Da ist eine krumme Linie, die abwärts geht, dann wieder eine krumme Linie aufwärts, dann wieder abwärts und so weiter. Kein Mensch könnte darauf kommen, daß das «Geist» heißt, denn wer so beschreibt, der kann nicht lesen. Aber so beschreibt heute die Wissenschaft die Tatsachen. Damit dieses Wort da hingeschrieben werden konnte, war ein Sinn notwendig, der sich in dem, was hier steht, ausgegossen hat. Der Schreiber kann weggehen, ein anderer kann kommen und aus dem, was materiell hier steht, erkennen, was der Schreiber ursprünglich gemeint hat. So ist es auch mit dem ursprünglichen Geist gegenüber unserer physischen Welt. Diese physische Welt ist eine Schrift, nichts anderes als eine Schrift. Die gewöhnliche Alltagswissenschaft beschreibt die einzelnen Dinge der Welt so, wie ich es gezeigt habe. Der Okkultist weiß aber, daß diese einzelnen Dinge, abgesehen davon, daß man sie äußerlich beschreiben kann, noch etwas bedeuten; daß man sie lesen kann, weil sie die Schriftzeichen des Geistes sind. Wenn man diese Welt so als Schriftzeichen des Geistes betrachtet, wenn man alles Äußere — Mineralien, Pflanzen, Tiere und Menschen - als Schriftzeichen des Geistes anschaut, dann kommt man durch das Lesen der physischen Welt von selbst in die geistige Welt hinein.
[ 17 ] Jetzt können wir auch an einen Gedanken anknüpfen, den wir das letzte Mal ausgesprochen haben. Ich sprach zu Ihnen von der Schrift. Wir schreiben irgend etwas auf, sagen wir das Wort «Geist». Wer nicht einen Begriff vom Geist hat, wird dieses Wort sicher nicht aufschreiben. Aber es könnte ein anderer kommen, der keinen Begriff vom Geiste hat, der überhaupt nicht lesen kann, und könnte beschreiben: Da ist eine krumme Linie, die abwärts geht, dann wieder eine krumme Linie aufwärts, dann wieder abwärts und so weiter. Kein Mensch könnte darauf kommen, daß das «Geist» heißt, denn wer so beschreibt, der kann nicht lesen. Aber so beschreibt heute die Wissenschaft die Tatsachen. Damit dieses Wort da hingeschrieben werden konnte, war ein Sinn notwendig, der sich in dem, was hier steht, ausgegossen hat. Der Schreiber kann weggehen, ein anderer kann kommen und aus dem, was materiell hier steht, erkennen, was der Schreiber ursprünglich gemeint hat. So ist es auch mit dem ursprünglichen Geist gegenüber unserer physischen Welt. Diese physische Welt ist eine Schrift, nichts anderes als eine Schrift. Die gewöhnliche Alltagswissenschaft beschreibt die einzelnen Dinge der Welt so, wie ich es gezeigt habe. Der Okkultist weiß aber, daß diese einzelnen Dinge, abgesehen davon, daß man sie äußerlich beschreiben kann, noch etwas bedeuten; daß man sie lesen kann, weil sie die Schriftzeichen des Geistes sind. Wenn man diese Welt so als Schriftzeichen des Geistes betrachtet, wenn man alles Äußere — Mineralien, Pflanzen, Tiere und Menschen - als Schriftzeichen des Geistes anschaut, dann kommt man durch das Lesen der physischen Welt von selbst in die geistige Welt hinein.
[ 18 ] Dieses Lesen ist allerdings nicht ganz einfach. Um ein Beispiel für dieses Lesen zu zeigen, sei das Folgende angeführt. Der Chemiker nimmt Blut, analysiert es und sagt, es bestehe aus diesen und jenen Bestandteilen. Dann ist er fertig, und er weiß, was Blut ist. Das Lesen im geisteswissenschaftlich-okkulten Sinne zeigt Ihnen aber, daß das Blut in der Form, wie wir es haben, nicht hätte zustande kommen können, wenn nicht dahinter die Erscheinungen stünden, welche wir die astralen nennen. Der Geist der Welt wirkt durch die astralen Erscheinungen auf den Stoff. Niemals könnte es in der physischen Welt Blut geben, wenn nicht hinter der physischen Welt die astralische stünde. Alles mögliche könnte da sein, das Blut aber ist nur dadurch möglich, daß die astrale Welt dahinter vorhanden ist. So lesen Sie im Blute das Astrale, wie Sie in diesen Zeichen das Wort «Geist» lesen. Das Lesen der Schriftzeichen, die hier im Physischen gegeben sind, führt zum Schauen im Astralen.
[ 18 ] Dieses Lesen ist allerdings nicht ganz einfach. Um ein Beispiel für dieses Lesen zu zeigen, sei das Folgende angeführt. Der Chemiker nimmt Blut, analysiert es und sagt, es bestehe aus diesen und jenen Bestandteilen. Dann ist er fertig, und er weiß, was Blut ist. Das Lesen im geisteswissenschaftlich-okkulten Sinne zeigt Ihnen aber, daß das Blut in der Form, wie wir es haben, nicht hätte zustande kommen können, wenn nicht dahinter die Erscheinungen stünden, welche wir die astralen nennen. Der Geist der Welt wirkt durch die astralen Erscheinungen auf den Stoff. Niemals könnte es in der physischen Welt Blut geben, wenn nicht hinter der physischen Welt die astralische stünde. Alles mögliche könnte da sein, das Blut aber ist nur dadurch möglich, daß die astrale Welt dahinter vorhanden ist. So lesen Sie im Blute das Astrale, wie Sie in diesen Zeichen das Wort «Geist» lesen. Das Lesen der Schriftzeichen, die hier im Physischen gegeben sind, führt zum Schauen im Astralen.
[ 19 ] Das ist überhaupt der richtige Weg, um in die geistige Welt hineinzukommen: sich recht sinnvoll in die uns umgebende Welt zu vertiefen. Bequemer ist es, auf manche andere Weise in die geistige Welt hineinzukommen, sicherer ist es aber durch das Studium der Erscheinungen, die uns umgeben. Anders spricht ein Mineral, anders eine Pflanze, anders ein Tier, anders ein Mensch — weil alle diese Wesen eben verschiedene Schriftzeichen sind. Wenn Sie sie sinnvoll betrachten, so bringen sie Ihnen Kundschaft aus der geistigen Welt. Daher werden Sie in den rosenkreuzerischen Anweisungen zu einer okkulten Schulung in erster Reihe das Studium unserer Welt angegeben finden, das hingebungsvolle, sinnvolle Betrachten der Welt. Als wir unsere theosophische Bewegung begannen, haben manche gesagt: Was uns der erzählt, kann man auch in jedem naturwissenschaftlichen Buch lesen. Er redet von Abstammung, vom Kampf ums Dasein und so weiter -— aber wir wollen doch von den Dingen hören, die in der geistigen Welt vorgehen. - Von diesen Dingen ist vielleicht viel mehr darin, als die Leute, welche es verlangt haben, vertragen könnten. Aber der Ausgangspunkt soll von einem sicheren Verständnis unserer unmittelbaren Wirklichkeit genommen werden, nicht von einem bloßen Beschreiben, sondern von dem sinnvollen Verstehen.
[ 19 ] Das ist überhaupt der richtige Weg, um in die geistige Welt hineinzukommen: sich recht sinnvoll in die uns umgebende Welt zu vertiefen. Bequemer ist es, auf manche andere Weise in die geistige Welt hineinzukommen, sicherer ist es aber durch das Studium der Erscheinungen, die uns umgeben. Anders spricht ein Mineral, anders eine Pflanze, anders ein Tier, anders ein Mensch — weil alle diese Wesen eben verschiedene Schriftzeichen sind. Wenn Sie sie sinnvoll betrachten, so bringen sie Ihnen Kundschaft aus der geistigen Welt. Daher werden Sie in den rosenkreuzerischen Anweisungen zu einer okkulten Schulung in erster Reihe das Studium unserer Welt angegeben finden, das hingebungsvolle, sinnvolle Betrachten der Welt. Als wir unsere theosophische Bewegung begannen, haben manche gesagt: Was uns der erzählt, kann man auch in jedem naturwissenschaftlichen Buch lesen. Er redet von Abstammung, vom Kampf ums Dasein und so weiter -— aber wir wollen doch von den Dingen hören, die in der geistigen Welt vorgehen. - Von diesen Dingen ist vielleicht viel mehr darin, als die Leute, welche es verlangt haben, vertragen könnten. Aber der Ausgangspunkt soll von einem sicheren Verständnis unserer unmittelbaren Wirklichkeit genommen werden, nicht von einem bloßen Beschreiben, sondern von dem sinnvollen Verstehen.
[ 20 ] Betrachten Sie das Folgende als eine wichtige Grundwahrheit und die rosenkreuzerische okkulte Schulung hat das immer als eine Grundwahrheit betrachtet -: Hier in der Sinnenwelt sieht es so aus, wie es die äußeren physischen Sinne wahrnehmen können. In der astralischen Welt sieht es wieder anders aus, ganz anders. Und in der devachanischen Welt sieht es wieder ganz anders aus. So verhält es sich in bezug auf das Wahrnehmen. Nun gibt es das Denken, mit dem man die Wahrnehmungen der physischen Welt, der astralischen Welt und der devachanischen Welt begreift. Die Gedanken und Gesetze der Logik sind für alle drei Welten dieselben. Was richtig gedacht ist, ist auch richtig im Devachan, ist richtig auf dem astralischen wie auf dem physischen Plan. Lernen Sie richtig denken auf dem physischen Plan, so haben Sie in diesem richtigen Denken einen sicheren Führer durch alle Welten. Aber es handelt sich darum, bedeutungsvoll, sinnvoll, tief denken zu lernen. Daher sollte es sich niemand ersparen, in diese sinnliche Welt mit den Gedanken einzudringen und sie zu betrachten als Schriftzeichen, die Kunde bringen von einer höheren, geistigen Welt.
[ 20 ] Betrachten Sie das Folgende als eine wichtige Grundwahrheit und die rosenkreuzerische okkulte Schulung hat das immer als eine Grundwahrheit betrachtet -: Hier in der Sinnenwelt sieht es so aus, wie es die äußeren physischen Sinne wahrnehmen können. In der astralischen Welt sieht es wieder anders aus, ganz anders. Und in der devachanischen Welt sieht es wieder ganz anders aus. So verhält es sich in bezug auf das Wahrnehmen. Nun gibt es das Denken, mit dem man die Wahrnehmungen der physischen Welt, der astralischen Welt und der devachanischen Welt begreift. Die Gedanken und Gesetze der Logik sind für alle drei Welten dieselben. Was richtig gedacht ist, ist auch richtig im Devachan, ist richtig auf dem astralischen wie auf dem physischen Plan. Lernen Sie richtig denken auf dem physischen Plan, so haben Sie in diesem richtigen Denken einen sicheren Führer durch alle Welten. Aber es handelt sich darum, bedeutungsvoll, sinnvoll, tief denken zu lernen. Daher sollte es sich niemand ersparen, in diese sinnliche Welt mit den Gedanken einzudringen und sie zu betrachten als Schriftzeichen, die Kunde bringen von einer höheren, geistigen Welt.
[ 21 ] In erster Linie geht es bei dem großen Prozeß der Befreiung der Menschheit also darum, eine sinnvolle Lehre von der Bedeutung der physischen Erscheinungen zu bekommen. Durch dieses Tor wird man in die geistige Welt hineingeführt. Es ist gewiß eine entsagungsvolle Arbeit, aber der Mensch muß sie auf sich nehmen. Wenn er sie wirklich auf sich nimmt, wenn er auf diesem Wege allmählich zum Geistigen aufsteigt und die Dinge von der geistigen Welt aus zu erfassen lernt, dann wird er ein Mitarbeiter an den großen Kulturaufgaben. Das kann er nur als freier Mensch werden. In dem Augenblick, wo man auf einer anderen Basis als derjenigen der Freiheit die Kultur der Zukunft aufbauen wollte, würde man nichts anderes schaffen als totgeborene Produkte, indem man die Vorstellungen der Vergangenheit in die Zukunft hineinträgt. Das wird der große Unterschied gegen früher sein, daß nicht Grundsätze und nicht Institutionen wirken, sondern Menschen. Zwar haben in der Vergangenheit wirklich auch nur Menschen gewirkt. Aber diese waren nur ein kleiner Kreis, und ihre Grundsätze gingen auf die Allgemeinheit über. Manche lobten diese Grundsätze und meinten, sie wären etwas Ursprüngliches. Da redeten dann die Leute von etwas, was sie von Prinzipien ableiteten. Es waraber nichts anderes als der von den Eingeweihten herrührende Impuls. Solche Impulse wurden dann fortgesponnen; das konnte lange dauern. Nehmen wir als Beispiel eine alte Einweihung, die des Heraklit. Er faßte die von ihm gefundenen Wahrheiten in äußere Formeln, die von unzähligen Leuten fortgesponnen wurden. Sie glaubten, sie dächten ursprünglich; das war aber nicht der Fall. Ursprünglich lernt man nur denken, wenn man hinter die Dinge schaut und ihre reale Bedeutung begreifen kann.
[ 21 ] In erster Linie geht es bei dem großen Prozeß der Befreiung der Menschheit also darum, eine sinnvolle Lehre von der Bedeutung der physischen Erscheinungen zu bekommen. Durch dieses Tor wird man in die geistige Welt hineingeführt. Es ist gewiß eine entsagungsvolle Arbeit, aber der Mensch muß sie auf sich nehmen. Wenn er sie wirklich auf sich nimmt, wenn er auf diesem Wege allmählich zum Geistigen aufsteigt und die Dinge von der geistigen Welt aus zu erfassen lernt, dann wird er ein Mitarbeiter an den großen Kulturaufgaben. Das kann er nur als freier Mensch werden. In dem Augenblick, wo man auf einer anderen Basis als derjenigen der Freiheit die Kultur der Zukunft aufbauen wollte, würde man nichts anderes schaffen als totgeborene Produkte, indem man die Vorstellungen der Vergangenheit in die Zukunft hineinträgt. Das wird der große Unterschied gegen früher sein, daß nicht Grundsätze und nicht Institutionen wirken, sondern Menschen. Zwar haben in der Vergangenheit wirklich auch nur Menschen gewirkt. Aber diese waren nur ein kleiner Kreis, und ihre Grundsätze gingen auf die Allgemeinheit über. Manche lobten diese Grundsätze und meinten, sie wären etwas Ursprüngliches. Da redeten dann die Leute von etwas, was sie von Prinzipien ableiteten. Es waraber nichts anderes als der von den Eingeweihten herrührende Impuls. Solche Impulse wurden dann fortgesponnen; das konnte lange dauern. Nehmen wir als Beispiel eine alte Einweihung, die des Heraklit. Er faßte die von ihm gefundenen Wahrheiten in äußere Formeln, die von unzähligen Leuten fortgesponnen wurden. Sie glaubten, sie dächten ursprünglich; das war aber nicht der Fall. Ursprünglich lernt man nur denken, wenn man hinter die Dinge schaut und ihre reale Bedeutung begreifen kann.
[ 22 ] So hoffe ich, daß Sie ein wenig empfunden haben, wie sich der Mensch in den Kulturprozeß hineinreihen soll, wie er zwischen der einen Säule, der Geduld, hindurchwandern kann, indem er lernt und nicht zu früh eingreifen will, und zwischen der andern Säule, dem Willen, ein dienendes Glied im Entwickelungsgang der Menschheit zu sein. Das kann er, wenn er immer mehr durch die Sinne die Dinge auf sich wirken läßt und so zum schöpferischen Geist vordringt. Das muß man fühlen, in sich erleben, dann ist man Theosoph. In einem weit höheren Maße müssen die Menschen in der Zukunft frei werden, als sie es in der Vergangenheit waren, und vor allem auch in einer viel größeren Anzahl. Es ist noch nicht lange her, da gab es in Mitteleuropa nur wenige Menschen, die wirklich frei waren. Kleine Zentren waren es, aus denen die Kultur herausstrahlte. Auf die anderen ging sie dann in der Gestalt von Anschauungen und Meinungen über, so daß sie glaubten, alles übrige sei irrig. Auch Rousseau glaubte, er gäbe nur seine Meinungen, sein Innerstes wieder, während er doch von ganz woandersher beeinflußt war.
[ 22 ] So hoffe ich, daß Sie ein wenig empfunden haben, wie sich der Mensch in den Kulturprozeß hineinreihen soll, wie er zwischen der einen Säule, der Geduld, hindurchwandern kann, indem er lernt und nicht zu früh eingreifen will, und zwischen der andern Säule, dem Willen, ein dienendes Glied im Entwickelungsgang der Menschheit zu sein. Das kann er, wenn er immer mehr durch die Sinne die Dinge auf sich wirken läßt und so zum schöpferischen Geist vordringt. Das muß man fühlen, in sich erleben, dann ist man Theosoph. In einem weit höheren Maße müssen die Menschen in der Zukunft frei werden, als sie es in der Vergangenheit waren, und vor allem auch in einer viel größeren Anzahl. Es ist noch nicht lange her, da gab es in Mitteleuropa nur wenige Menschen, die wirklich frei waren. Kleine Zentren waren es, aus denen die Kultur herausstrahlte. Auf die anderen ging sie dann in der Gestalt von Anschauungen und Meinungen über, so daß sie glaubten, alles übrige sei irrig. Auch Rousseau glaubte, er gäbe nur seine Meinungen, sein Innerstes wieder, während er doch von ganz woandersher beeinflußt war.
[ 23 ] Die Eingeweihten wußten, daß das Leben zwischen Geburt und Tod, das in die sinnlichen Erscheinungen eingeschlossen ist, von Kräften beherrscht wird, die im Tode nicht aufhören, die im Tode geradeso da sind wie im physischen Leben, die auch vor der Geburt da waren und während des physischen Lebens nur eine andere Form annehmen. Daher konnten die Eingeweihten der Welt Impulse geben, weil sie in das hineinschauen konnten, was hinter dem Tod ist. Das Glas, das hier steht, kann sich niemals selbst bewegen. Ebensowenig bewegt sich das, was zwischen Geburt und Tod eingeschlossen ist, von selbst. Die Kräfte, die dasjenige bewegen, was zwischen Geburt und Tod eingeschlossen ist, sind immer da; sie sind das Ewige. Die Eingeweihten kennen sie und ein großer Teil der Menschheit muß sie in der Zukunft kennenlernen.
[ 23 ] Die Eingeweihten wußten, daß das Leben zwischen Geburt und Tod, das in die sinnlichen Erscheinungen eingeschlossen ist, von Kräften beherrscht wird, die im Tode nicht aufhören, die im Tode geradeso da sind wie im physischen Leben, die auch vor der Geburt da waren und während des physischen Lebens nur eine andere Form annehmen. Daher konnten die Eingeweihten der Welt Impulse geben, weil sie in das hineinschauen konnten, was hinter dem Tod ist. Das Glas, das hier steht, kann sich niemals selbst bewegen. Ebensowenig bewegt sich das, was zwischen Geburt und Tod eingeschlossen ist, von selbst. Die Kräfte, die dasjenige bewegen, was zwischen Geburt und Tod eingeschlossen ist, sind immer da; sie sind das Ewige. Die Eingeweihten kennen sie und ein großer Teil der Menschheit muß sie in der Zukunft kennenlernen.
[ 24 ] Das nehmen Sie als eine Empfindung auf, denn diese Empfindung ist wichtig. Ohne sie kommen Sie nicht im Okkultismus vorwärts. Von ihr hängt es ab, ob Sie sich als richtiges Glied in die theosophische Bewegung einreihen. Diese Empfindung führt Sie aber auch mit einer gewissen Sicherheit durch etwas hindurch, was Sie rings um sich wahrnehmen. Wir nehmen in der Kultur ein Chaos wahr, das ist richtig. Theoretisch ist im Materialismus das Chaos. Es ist etwas Ungeheuerliches, wenn der Mensch heute ein Buch aufschlägt und ihm lauter unzusammenhängende Einzelerkenntnisse geboten werden. Lauter Einzelheiten und überall Chaos, auch draußen im sozialen Leben.
[ 24 ] Das nehmen Sie als eine Empfindung auf, denn diese Empfindung ist wichtig. Ohne sie kommen Sie nicht im Okkultismus vorwärts. Von ihr hängt es ab, ob Sie sich als richtiges Glied in die theosophische Bewegung einreihen. Diese Empfindung führt Sie aber auch mit einer gewissen Sicherheit durch etwas hindurch, was Sie rings um sich wahrnehmen. Wir nehmen in der Kultur ein Chaos wahr, das ist richtig. Theoretisch ist im Materialismus das Chaos. Es ist etwas Ungeheuerliches, wenn der Mensch heute ein Buch aufschlägt und ihm lauter unzusammenhängende Einzelerkenntnisse geboten werden. Lauter Einzelheiten und überall Chaos, auch draußen im sozialen Leben.
[ 25 ] Was wird der tun, der nicht im theosophischen Leben steht? Er macht Vorschläge, wie man es besser machen kann. Wie viele soziale Rezepte hat die Menschheit schon erlebt. Dadurch aber unterscheidet sich die theosophische Bewegung von allen den anderen, daß sie mit keinen Rezepten aufwartet, daß sie nichts angibt, wie die Sachen besser zu machen sind. Das ist nicht Zukunftskultur, wenn man sich bemüht, Rezepte zu finden; das ist nicht Zukunftskultur, wenn man darüber diskutiert, wie man den Weltfrieden herstellt. Programme aufzustellen ist Sache der Vergangenheit. Die Zukunft liegt darin, daß Menschen da sind, die aus sich heraus in der richtigen Weise handeln. Die Theosophie schreibt nicht vor, was das Rechte ist, sondern sie zeigt dem Menschen, wie er dazu kommt, das Richtige zu tun. Die Theosophie wird niemals sagen, wenn dreißig Menschen beisammen sind: Diese dreißig leben friedlich zusammen, wenn sie diese oder jene Konstitution haben. Sie zeigt vielmehr jedem Einzelnen, wie er in sich selbst eine Entwickelungsstufe erreichen soll, auf der er ganz von selbst die richtige Ordnung findet, wenn er mit anderen in Wechselwirkung kommt. Das ist die theosophische Aufgabe in der Bewegung der Zukunft.
[ 25 ] Was wird der tun, der nicht im theosophischen Leben steht? Er macht Vorschläge, wie man es besser machen kann. Wie viele soziale Rezepte hat die Menschheit schon erlebt. Dadurch aber unterscheidet sich die theosophische Bewegung von allen den anderen, daß sie mit keinen Rezepten aufwartet, daß sie nichts angibt, wie die Sachen besser zu machen sind. Das ist nicht Zukunftskultur, wenn man sich bemüht, Rezepte zu finden; das ist nicht Zukunftskultur, wenn man darüber diskutiert, wie man den Weltfrieden herstellt. Programme aufzustellen ist Sache der Vergangenheit. Die Zukunft liegt darin, daß Menschen da sind, die aus sich heraus in der richtigen Weise handeln. Die Theosophie schreibt nicht vor, was das Rechte ist, sondern sie zeigt dem Menschen, wie er dazu kommt, das Richtige zu tun. Die Theosophie wird niemals sagen, wenn dreißig Menschen beisammen sind: Diese dreißig leben friedlich zusammen, wenn sie diese oder jene Konstitution haben. Sie zeigt vielmehr jedem Einzelnen, wie er in sich selbst eine Entwickelungsstufe erreichen soll, auf der er ganz von selbst die richtige Ordnung findet, wenn er mit anderen in Wechselwirkung kommt. Das ist die theosophische Aufgabe in der Bewegung der Zukunft.
[ 26 ] Wir haben in verschiedenen Vorträgen unsere Weltlage, namentlich Krieg und Frieden, ferner die Frauenfrage und die soziale Frage von großen Gesichtspunkten aus betrachtet. Durch das Freiwerden des Menschen, durch das Herausreißen des Menschen aus dem Zwang der Umgebung wird er zu gleicher Zeit in die höheren Welten hinaufgeführt, denn wahre Befreiung ermöglicht erst den Eintritt in die höheren Welten. Niemals kann der Mensch unter Zwang in die höhere Welt eintreten. Jetzt sehen wir das Gute selbst des Chaos. Hätte sich nicht unsere ganze Kultur in ein Chaos verwandelt, so könnten sich die einzelnen Persönlichkeiten nicht aus sich selbst frei entfalten. Sie wären immer an die Umgebung gefesselt. Es mußte die alte Ordnung zerreißen und in ein Chaos verwandelt werden. Wir stehen in dieser Beziehung vor großen Umwälzungen, und niemand darf hoffen, daß er in der Welt anders reformieren kann als durch die Entwickelung der Seelen. Alles andere wäre dilettantische Prophetie.
[ 26 ] Wir haben in verschiedenen Vorträgen unsere Weltlage, namentlich Krieg und Frieden, ferner die Frauenfrage und die soziale Frage von großen Gesichtspunkten aus betrachtet. Durch das Freiwerden des Menschen, durch das Herausreißen des Menschen aus dem Zwang der Umgebung wird er zu gleicher Zeit in die höheren Welten hinaufgeführt, denn wahre Befreiung ermöglicht erst den Eintritt in die höheren Welten. Niemals kann der Mensch unter Zwang in die höhere Welt eintreten. Jetzt sehen wir das Gute selbst des Chaos. Hätte sich nicht unsere ganze Kultur in ein Chaos verwandelt, so könnten sich die einzelnen Persönlichkeiten nicht aus sich selbst frei entfalten. Sie wären immer an die Umgebung gefesselt. Es mußte die alte Ordnung zerreißen und in ein Chaos verwandelt werden. Wir stehen in dieser Beziehung vor großen Umwälzungen, und niemand darf hoffen, daß er in der Welt anders reformieren kann als durch die Entwickelung der Seelen. Alles andere wäre dilettantische Prophetie.
[ 27 ] So versuchten wir in diesen zwei Stunden, in der vorigen und in der heutigen, den Sinn der geisteswissenschaftlichen Bewegung als einer Kulturbewegung zu erfassen. Das nächste Mal wollen wir sehen, wie sich das Karma der Menschen innerhalb der ganzen Kulturbewegung auswirkt und wie die einzelnen karmischen Zusammenhänge des Menschen sind. Mit anderen Worten, wir wollen sehen, was der Mensch aus einer Inkarnation in die nächste hinübernimmt und wie er im Fortgang von Inkarnation zu Inkarnation am Weltprozeß teilnimmt. Das ist die Aufgabe, vor der wir in acht Tagen stehen werden.
[ 27 ] So versuchten wir in diesen zwei Stunden, in der vorigen und in der heutigen, den Sinn der geisteswissenschaftlichen Bewegung als einer Kulturbewegung zu erfassen. Das nächste Mal wollen wir sehen, wie sich das Karma der Menschen innerhalb der ganzen Kulturbewegung auswirkt und wie die einzelnen karmischen Zusammenhänge des Menschen sind. Mit anderen Worten, wir wollen sehen, was der Mensch aus einer Inkarnation in die nächste hinübernimmt und wie er im Fortgang von Inkarnation zu Inkarnation am Weltprozeß teilnimmt. Das ist die Aufgabe, vor der wir in acht Tagen stehen werden.
