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Original Impulses of Spiritual Science
GA 96

1 October 1906, Berlin

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5. Die geistige Erkenntnis als höchstes Befreiungswesen

5. Die geistige Erkenntnis als höchstes Befreiungswesen

Der Anteil des Menschen an den höheren Welten

Der Anteil des Menschen an den höheren Welten

[ 1 ] Ich freue mich, Sie nach so langer Zeit wieder begrüßen zu können, sowohl die Mitglieder des Zweiges als auch die anderen, die sich im Laufe des verflossenen Jahres nach und nach hier zusammengefunden haben. Wir wollen hoffen, daß die diesjährige Winterzeit unsere Arbeit und unsere geistige Bewegung wiederum ein Stück vorwärtsbringen wird und daß wir imstande sein werden, unser Einleben in die geistige Welt wieder etwas zu vertiefen.

[ 1 ] Ich freue mich, Sie nach so langer Zeit wieder begrüßen zu können, sowohl die Mitglieder des Zweiges als auch die anderen, die sich im Laufe des verflossenen Jahres nach und nach hier zusammengefunden haben. Wir wollen hoffen, daß die diesjährige Winterzeit unsere Arbeit und unsere geistige Bewegung wiederum ein Stück vorwärtsbringen wird und daß wir imstande sein werden, unser Einleben in die geistige Welt wieder etwas zu vertiefen.

[ 2 ] Lange haben wir uns nicht gesehen, aber auch diese Zeit gehört in gewisser Weise zugleich allen denen mit, mit denen wir nicht äußerlich zusammengewesen sind. Denn die Mitglieder des hiesigen Zweiges haben im eminentesten Sinne ein tiefes Interesse daran, daß diese geistige Bewegung nicht nur in die eigenen Herzen einziehe, sondern sich auch in der Welt verbreite. Was wäre alles theosophische Streben anderes als ein verfeinerter Egoismus, wenn wir es nicht ebenso gerne sehen würden, daß andere draußen in der Welt von dieser Bewegung hören und an ihr Anteil nehmen, als es uns lieb ist, selbst an ihr teilzunehmen.

[ 2 ] Lange haben wir uns nicht gesehen, aber auch diese Zeit gehört in gewisser Weise zugleich allen denen mit, mit denen wir nicht äußerlich zusammengewesen sind. Denn die Mitglieder des hiesigen Zweiges haben im eminentesten Sinne ein tiefes Interesse daran, daß diese geistige Bewegung nicht nur in die eigenen Herzen einziehe, sondern sich auch in der Welt verbreite. Was wäre alles theosophische Streben anderes als ein verfeinerter Egoismus, wenn wir es nicht ebenso gerne sehen würden, daß andere draußen in der Welt von dieser Bewegung hören und an ihr Anteil nehmen, als es uns lieb ist, selbst an ihr teilzunehmen.

[ 3 ] Der Vortragende durfte in der letzten Zeit in einem größeren Umkreis und zu den verschiedensten Menschen sprechen, und es kann uns befriedigen, wenn Angehörige aller Gesellschaftskreise und Klassen die Sehnsucht nach dem geistigen Leben verspüren, wie sie im Bestehen der theosophischen Bewegung zum Ausdruck kommt.

[ 3 ] Der Vortragende durfte in der letzten Zeit in einem größeren Umkreis und zu den verschiedensten Menschen sprechen, und es kann uns befriedigen, wenn Angehörige aller Gesellschaftskreise und Klassen die Sehnsucht nach dem geistigen Leben verspüren, wie sie im Bestehen der theosophischen Bewegung zum Ausdruck kommt.

[ 4 ] Einen kurzen Rückblick können wir vielleicht am Ausgangspunkt unserer Winterbetrachtungen diesem Umkreise widmen. Die Reise, die mir gestattet war, zur Verbreitung der theosophischen Bewegung zu unternehmen, führte über Leipzig, Stuttgart, Baden-Baden, Elsaß, Schweiz, Bayern. Vorträge konnten von mir gehalten werden in Leipzig, Stuttgart, Baden-Baden, Kolmar, Straßburg, Freiburg im Breisgau, Heidelberg, Basel, Bern, St. Gallen, Regensburg, Nürnberg, Weimar. Unter diesen Vorträgen waren auch längere Zyklen. Der Leipziger Zyklus umfaßte vierzehn Vorträge. Der Stuttgarter Zyklus dauerte mehr als vierzehn Tage, wobei sich die dort anwesenden Interessenten für die theosophische Bewegung täglich zu versammeln hatten. Gerade solche Zyklen in den anderen Städten haben sich vielleicht als das Wirksamste erwiesen, um der theosophischen Geistesbewegung einen tieferen Eingang in unsere Zeit zu verschaffen. Wenn man in diese oder jene Stadt kommt und einen oder zwei Vorträge zur Anregung halten darf, ist es nicht so leicht, die theosophische Bewegung in genügend intensiver Weise auszubteiten. Wer aber vierzehn Tage hindurch in dieses Geistesleben eingeführt wird, bekommt eine Ahnung davon, daß ihm da eine neue Welt aufgeht. Wenn man einzelne Vorträge hält, dann sieht man deutlich, daß das Interesse an dem Geistesleben und eine tiefe Sehnsucht fortlebt und das Bedürfnis dafür vorhanden ist. Aber es sind unendlich viele Hindernisse, die dem Menschen entgegenstehen und ihn davon abhalten, der Geisteswissenschaft näherzutreten und mit ihr zu leben. In das, was wir Theosophie zu nennen gewohnt worden sind, muß man sich schon tiefer einlassen. Dann erst geht dem Herzen etwas auf, was eine Ahnung, ein Gefühl, eine Empfindung dafür erweckt, daß man es hier mit einer wirklichen, realen höheren Welt zu tun hat. Anfangs wird doch eigentlich alles das, was hier dem Menschen entgegentritt, nicht nur als etwas Unbegreifliches, sondern als etwas Phantastisches genommen, und die Leute ringen sich schwer durch von dem verbreiteten Standpunkt, das, was in der Theosophie vorgetragen wird, als Träumerisches und Phantastisches anzusehen, bis zu der Einsicht, daß man es in unserer geistigen Bewegung mit etwas zu tun hat, was im tiefsten Sinne der wahren Welt zugrunde liegt. Viele glauben, daß die Leute, die von solchen Dingen reden, dem praktischen Leben ferne stehen. Nach und nach lebt man sich aber in den Standpunkt ein, der zu gewinnen ist, und man lernt dann auch, daß man es mit der wahren Lebenspraxis zu tun hat, die nicht im Wolkenkuckucksheim, sondern in den tieferen Schichten lebt, und die Kraft, Erkenntnis und Wahrheit vermittelt. Wir werden dadurch befähigt, die großen Aufgaben, die dem Menschen in der Welt obliegen, wahrhaft zu lösen. Das sind Vorurteile, wenn die Theosophie als etwas genommen wird, was lebensfeindlich, lebensverneinend sein soll. Man kann hören: Die Theosophie ist ja etwas, was die Welt in einem recht schönen Licht darstellt, was hohe Ideale vermittelt, was aber doch vom Leben abführt, was dem wahren Lebensgenuß und der wahren Lebensfreude entfremdet. — Es wurde sogar schon behauptet: Schön ist es, was die Theosophen reden, aber es ist nicht bekömmlich.

[ 4 ] Einen kurzen Rückblick können wir vielleicht am Ausgangspunkt unserer Winterbetrachtungen diesem Umkreise widmen. Die Reise, die mir gestattet war, zur Verbreitung der theosophischen Bewegung zu unternehmen, führte über Leipzig, Stuttgart, Baden-Baden, Elsaß, Schweiz, Bayern. Vorträge konnten von mir gehalten werden in Leipzig, Stuttgart, Baden-Baden, Kolmar, Straßburg, Freiburg im Breisgau, Heidelberg, Basel, Bern, St. Gallen, Regensburg, Nürnberg, Weimar. Unter diesen Vorträgen waren auch längere Zyklen. Der Leipziger Zyklus umfaßte vierzehn Vorträge. Der Stuttgarter Zyklus dauerte mehr als vierzehn Tage, wobei sich die dort anwesenden Interessenten für die theosophische Bewegung täglich zu versammeln hatten. Gerade solche Zyklen in den anderen Städten haben sich vielleicht als das Wirksamste erwiesen, um der theosophischen Geistesbewegung einen tieferen Eingang in unsere Zeit zu verschaffen. Wenn man in diese oder jene Stadt kommt und einen oder zwei Vorträge zur Anregung halten darf, ist es nicht so leicht, die theosophische Bewegung in genügend intensiver Weise auszubteiten. Wer aber vierzehn Tage hindurch in dieses Geistesleben eingeführt wird, bekommt eine Ahnung davon, daß ihm da eine neue Welt aufgeht. Wenn man einzelne Vorträge hält, dann sieht man deutlich, daß das Interesse an dem Geistesleben und eine tiefe Sehnsucht fortlebt und das Bedürfnis dafür vorhanden ist. Aber es sind unendlich viele Hindernisse, die dem Menschen entgegenstehen und ihn davon abhalten, der Geisteswissenschaft näherzutreten und mit ihr zu leben. In das, was wir Theosophie zu nennen gewohnt worden sind, muß man sich schon tiefer einlassen. Dann erst geht dem Herzen etwas auf, was eine Ahnung, ein Gefühl, eine Empfindung dafür erweckt, daß man es hier mit einer wirklichen, realen höheren Welt zu tun hat. Anfangs wird doch eigentlich alles das, was hier dem Menschen entgegentritt, nicht nur als etwas Unbegreifliches, sondern als etwas Phantastisches genommen, und die Leute ringen sich schwer durch von dem verbreiteten Standpunkt, das, was in der Theosophie vorgetragen wird, als Träumerisches und Phantastisches anzusehen, bis zu der Einsicht, daß man es in unserer geistigen Bewegung mit etwas zu tun hat, was im tiefsten Sinne der wahren Welt zugrunde liegt. Viele glauben, daß die Leute, die von solchen Dingen reden, dem praktischen Leben ferne stehen. Nach und nach lebt man sich aber in den Standpunkt ein, der zu gewinnen ist, und man lernt dann auch, daß man es mit der wahren Lebenspraxis zu tun hat, die nicht im Wolkenkuckucksheim, sondern in den tieferen Schichten lebt, und die Kraft, Erkenntnis und Wahrheit vermittelt. Wir werden dadurch befähigt, die großen Aufgaben, die dem Menschen in der Welt obliegen, wahrhaft zu lösen. Das sind Vorurteile, wenn die Theosophie als etwas genommen wird, was lebensfeindlich, lebensverneinend sein soll. Man kann hören: Die Theosophie ist ja etwas, was die Welt in einem recht schönen Licht darstellt, was hohe Ideale vermittelt, was aber doch vom Leben abführt, was dem wahren Lebensgenuß und der wahren Lebensfreude entfremdet. — Es wurde sogar schon behauptet: Schön ist es, was die Theosophen reden, aber es ist nicht bekömmlich.

[ 5 ] Diese Art von Vorurteilen wird sich vielleicht am langsamsten abschleifen. Es wird leicht Menschen geben, die verstehen, was die theosophische Literatur und die theosophischen Vorträge an Lehren vermitteln. Schwerer windet man sich heraus aus anerzogenen Empfindungen und eingelebten Gefühlen, als aus angelernten Vorurteilen. Empfindungen und Gefühle sind viel schwieriger zu überwinden als Gedanken, die man abstreifen soll. Man kann sogar die Erfahrung machen, daß jemand sagt: Gewiß, wir wollen uns der Theosophie widmen, aber wir wollen auch denen, die etwas vom Leben haben wollen, das Leben nicht vergällen. Man müsse zum Beispiel bedenken, daß die Jugend sich auch am Leben freuen soll. Da kommt es freilich darauf an, an was man sich freut, es kommt darauf an, die Frage etwas tiefer zu stellen; daß es sich nämlich darum handeln könnte, schönere und edlere Gegenstände der Freude zu suchen und sie zu einem edleren Leben heranzubilden. Dann werden wir dem Leben einen neuen Inhalt geben und nicht nötig haben, der Jugend die Lebensfreude zu vergällen, wenn wir ihr eine neue Art von Freude, eine neue Art von Genuß verschaffen. Die Menschen können sich oft nicht vorstellen, daß jemand die Genüsse fade finden könnte, welche die Leute heute kurzweilig finden: in die Kinematographen zu gehen und mit Unterhaltungen, die nichts zu tun haben mit dem wahren Leben, die Zeit zu verbringen. Vielleicht könnte es noch Zeiten geben, in denen man von den trivialen Volksbelustigungen von heute wie von einem Wolkenkuckucksheim sprechen wird.

[ 5 ] Diese Art von Vorurteilen wird sich vielleicht am langsamsten abschleifen. Es wird leicht Menschen geben, die verstehen, was die theosophische Literatur und die theosophischen Vorträge an Lehren vermitteln. Schwerer windet man sich heraus aus anerzogenen Empfindungen und eingelebten Gefühlen, als aus angelernten Vorurteilen. Empfindungen und Gefühle sind viel schwieriger zu überwinden als Gedanken, die man abstreifen soll. Man kann sogar die Erfahrung machen, daß jemand sagt: Gewiß, wir wollen uns der Theosophie widmen, aber wir wollen auch denen, die etwas vom Leben haben wollen, das Leben nicht vergällen. Man müsse zum Beispiel bedenken, daß die Jugend sich auch am Leben freuen soll. Da kommt es freilich darauf an, an was man sich freut, es kommt darauf an, die Frage etwas tiefer zu stellen; daß es sich nämlich darum handeln könnte, schönere und edlere Gegenstände der Freude zu suchen und sie zu einem edleren Leben heranzubilden. Dann werden wir dem Leben einen neuen Inhalt geben und nicht nötig haben, der Jugend die Lebensfreude zu vergällen, wenn wir ihr eine neue Art von Freude, eine neue Art von Genuß verschaffen. Die Menschen können sich oft nicht vorstellen, daß jemand die Genüsse fade finden könnte, welche die Leute heute kurzweilig finden: in die Kinematographen zu gehen und mit Unterhaltungen, die nichts zu tun haben mit dem wahren Leben, die Zeit zu verbringen. Vielleicht könnte es noch Zeiten geben, in denen man von den trivialen Volksbelustigungen von heute wie von einem Wolkenkuckucksheim sprechen wird.

[ 6 ] Es dürfte selten sein, daß jemand einen anderen wegen dessen Unfähigkeit, zu genießen, beneidet, aber auch das kommt vor. In einer Stadt haben wir einen kleinen theosophischen Kreis. Einer unserer Theosophen, der sich für die Geisteswissenschaft stark interessiert und sich auch auf eine gewisse theosophische Lebensweise eingelassen hat, lebt in einer ständigen Gemeinschaft mit einem anderen, der sich ebenfalls von der Geisteswissenschaft angesprochen fühlt, aber noch nicht von dem Genuß von Spanferkeln loskommen kann, der also die Spanferkel gar zu gern ißt. Wenn er dann vor einem Spanferkel sitzt, bekommt er Gewissensbisse darüber, daß er immer noch an diesem Genuß hängt. Dann meint er, der andere habe es gut, der habe keinen Geschmack mehr an Spanferkeln. Bei diesem anderen haben sich die Bedürfnisse eben gewandelt. So könnte es einmal soweit kommen, daß man die, welche nicht mehr das alltägliche Vergnügen suchen, als die eigentlichen Vorbilder betrachten wird und bei ihnen das Gute sucht.

[ 6 ] Es dürfte selten sein, daß jemand einen anderen wegen dessen Unfähigkeit, zu genießen, beneidet, aber auch das kommt vor. In einer Stadt haben wir einen kleinen theosophischen Kreis. Einer unserer Theosophen, der sich für die Geisteswissenschaft stark interessiert und sich auch auf eine gewisse theosophische Lebensweise eingelassen hat, lebt in einer ständigen Gemeinschaft mit einem anderen, der sich ebenfalls von der Geisteswissenschaft angesprochen fühlt, aber noch nicht von dem Genuß von Spanferkeln loskommen kann, der also die Spanferkel gar zu gern ißt. Wenn er dann vor einem Spanferkel sitzt, bekommt er Gewissensbisse darüber, daß er immer noch an diesem Genuß hängt. Dann meint er, der andere habe es gut, der habe keinen Geschmack mehr an Spanferkeln. Bei diesem anderen haben sich die Bedürfnisse eben gewandelt. So könnte es einmal soweit kommen, daß man die, welche nicht mehr das alltägliche Vergnügen suchen, als die eigentlichen Vorbilder betrachten wird und bei ihnen das Gute sucht.

[ 7 ] Viel tiefer liegen die Vorurteile, die dem Menschheitsfortschritt von der Seite entgegenstehen, die auf Klugheit, Gescheitheit, Gelehrtheit fußt. Sie können in einer Zeitschrift einen Artikel finden, in welchem von Volksepidemien gesprochen wird. Ein bekannter Forscher, der sich mit Psychiatrie beschäftigt und mit Fragen, die zwischen Seelenkunde und Psychiatrie liegen, läßt sich über Volksepidemien aus und schildert eine Erscheinung, die zweihundert Jahre, bis gegen Ende des Mittelalters dauerte, wo tatsächlich in weiten Kreisen wie ein Kultus übertriebene Askese getrieben wurde, wo die Leute sich zu Boden warfen, sich geißelten, sich quälten, wo sich ihre übertriebene Phantasie in merkwürdigen Exzessen erging. Man kann das als Krankheit ansehen. Der Psychiater bezeichnet es als Hysterie, die epidemisch aufgetreten ist. Er sagt dann, solche Hysteriker sind oft zugänglich für Suggestionen, die nicht mehr durch unser Denken kontrolliert werden können. Wenn ein Mensch einen anderen sieht, der sich den Arm verletzt hat, wird er Mitleid haben und helfend zugreifen. Was im normalen Menschen vorgeht, braucht man nicht besonders zu schildern. Aber es gibt auch Personen, die selbst den Schmerz im Arme fühlen, abnorm fühlen, wenn der andere sich verletzt. Das ist eine suggestive Wirkung, die sich sehr summieren kann, die den Menschen ganz und gar zu einer Kontrollosigkeit bringen kann, so daß er ein ungeordnetes Seelenleben führt, das allen Eindrücken von außen her hingegeben ist. Wenn ein materialistischer Seelenkundiger nun von einer solchen Erscheinung spricht, die ganze Volkskreise erfaßt, dann zeigt er die öffentliche Suggestion auf, die von einzelnen Kreisen — damals von den Klöstern — ausgeht und sich weit verbreitet. Es entsteht eine Art von Zeitkrankheit. Die Leute sind nicht geneigt zu fragen, wenn ihnen etwas derartiges entgegentritt: Wie habe ich das aufzunehmen? — Sie stehen ganz unter dem Eindruck der Suggestion. Ein solcher Seelenkundiger redet ganz ernsthaft darüber, aber eines merkt er nicht: daß ein freier Mensch, der sich in sein Selbst vertiefen kann, eine andere Art von epidemischer Volkskrankheit einsieht und scharf abgrenzen kann. Sie hat heute zahlreiche, auch gebildete und gelehrte Kreise ergriffen und äußert sich darin, daß unter gewissen positiven und negativen Suggestionen gelebt wird. Kommen Sie einem solchen Menschen mit geisteswissenschaftlichen Wahrheiten, dann wirken diese wie eine negative Suggestion auf ihn. Er kann sie nicht verstehen, sie sind etwas, was er nicht vertragen kann. Als positive Suggestion wirken zahlreiche materialistische Vorurteile, die heute verbreitet sind. Was Sie in der medizinischen, theologischen und juristischen Fakultät finden, was ist es? Suggestionen, die auf bestimmte Kreise wirken, die sich bis zu dem Punkte steigern, daß man sie mit demselben Recht, wie jene Volkskrankheit, als eine Art von Krankheit bezeichnen kann.

[ 7 ] Viel tiefer liegen die Vorurteile, die dem Menschheitsfortschritt von der Seite entgegenstehen, die auf Klugheit, Gescheitheit, Gelehrtheit fußt. Sie können in einer Zeitschrift einen Artikel finden, in welchem von Volksepidemien gesprochen wird. Ein bekannter Forscher, der sich mit Psychiatrie beschäftigt und mit Fragen, die zwischen Seelenkunde und Psychiatrie liegen, läßt sich über Volksepidemien aus und schildert eine Erscheinung, die zweihundert Jahre, bis gegen Ende des Mittelalters dauerte, wo tatsächlich in weiten Kreisen wie ein Kultus übertriebene Askese getrieben wurde, wo die Leute sich zu Boden warfen, sich geißelten, sich quälten, wo sich ihre übertriebene Phantasie in merkwürdigen Exzessen erging. Man kann das als Krankheit ansehen. Der Psychiater bezeichnet es als Hysterie, die epidemisch aufgetreten ist. Er sagt dann, solche Hysteriker sind oft zugänglich für Suggestionen, die nicht mehr durch unser Denken kontrolliert werden können. Wenn ein Mensch einen anderen sieht, der sich den Arm verletzt hat, wird er Mitleid haben und helfend zugreifen. Was im normalen Menschen vorgeht, braucht man nicht besonders zu schildern. Aber es gibt auch Personen, die selbst den Schmerz im Arme fühlen, abnorm fühlen, wenn der andere sich verletzt. Das ist eine suggestive Wirkung, die sich sehr summieren kann, die den Menschen ganz und gar zu einer Kontrollosigkeit bringen kann, so daß er ein ungeordnetes Seelenleben führt, das allen Eindrücken von außen her hingegeben ist. Wenn ein materialistischer Seelenkundiger nun von einer solchen Erscheinung spricht, die ganze Volkskreise erfaßt, dann zeigt er die öffentliche Suggestion auf, die von einzelnen Kreisen — damals von den Klöstern — ausgeht und sich weit verbreitet. Es entsteht eine Art von Zeitkrankheit. Die Leute sind nicht geneigt zu fragen, wenn ihnen etwas derartiges entgegentritt: Wie habe ich das aufzunehmen? — Sie stehen ganz unter dem Eindruck der Suggestion. Ein solcher Seelenkundiger redet ganz ernsthaft darüber, aber eines merkt er nicht: daß ein freier Mensch, der sich in sein Selbst vertiefen kann, eine andere Art von epidemischer Volkskrankheit einsieht und scharf abgrenzen kann. Sie hat heute zahlreiche, auch gebildete und gelehrte Kreise ergriffen und äußert sich darin, daß unter gewissen positiven und negativen Suggestionen gelebt wird. Kommen Sie einem solchen Menschen mit geisteswissenschaftlichen Wahrheiten, dann wirken diese wie eine negative Suggestion auf ihn. Er kann sie nicht verstehen, sie sind etwas, was er nicht vertragen kann. Als positive Suggestion wirken zahlreiche materialistische Vorurteile, die heute verbreitet sind. Was Sie in der medizinischen, theologischen und juristischen Fakultät finden, was ist es? Suggestionen, die auf bestimmte Kreise wirken, die sich bis zu dem Punkte steigern, daß man sie mit demselben Recht, wie jene Volkskrankheit, als eine Art von Krankheit bezeichnen kann.

[ 8 ] Ein bedeutender Biologe hat in einer sehr verbreiteten Zeitschrift etwas ganz Merkwürdiges geschrieben. Es ist merkwürdig - vielleicht nicht so sehr für den, der nur einzelnes liest. Für den aber, der das Ganze verfolgt, ist es etwas, was ihm bei fünfundneunzig Prozent der gesamten gelehrten Welt entgegentritt, und er findet, daß in Zukunft ebenso von einer Art Gelehrten-Irreseins, Gelehrten-Schwachsinns gesprochen werden kann wie über die Hysterie. Da wird in jenem Aufsatz gesagt: Wenn eine Billardkugel rollt, auf eine andere stößt und diese weiterstößt, so kann ich mir nicht vorstellen, daß da gar nichts von der ersten in die zweite übergeht. Dieser Gelehrte nennt das eigentümliche Gespenst, das von der ersten Billardkugel heraussteigt, um in die zweite hineinzukriechen und die zweite unter dem Einfluß der ersten in Bewegung zu setzen, die «Materia movens». Der Betreffende glaubt ungeheuer klug zu sein, steht aber nur unter der materialistischen Suggestion, die auf ihn genau so wirkt, wie die Volkshysterie im 16. Jahrhundert auf die große Masse gewirkt hat. Bedenken Sie nun, wie um den Menschen herum solche Suggestionen leben können, denen er unterworfen ist. Unendlich ist die Zahl solcher Suggestionen. Wenn sie in großer Anzahl auftreten — und man kann eine große Anzahl aufführen -, dann lassen sie sich zu einem Bilde zusammenfügen, das genau so ein Krankheitsbild der heutigen Gelehrsamkeit darstellen würde, wie man in ausgedehntem Maße von Dementia praecox spricht.

[ 8 ] Ein bedeutender Biologe hat in einer sehr verbreiteten Zeitschrift etwas ganz Merkwürdiges geschrieben. Es ist merkwürdig - vielleicht nicht so sehr für den, der nur einzelnes liest. Für den aber, der das Ganze verfolgt, ist es etwas, was ihm bei fünfundneunzig Prozent der gesamten gelehrten Welt entgegentritt, und er findet, daß in Zukunft ebenso von einer Art Gelehrten-Irreseins, Gelehrten-Schwachsinns gesprochen werden kann wie über die Hysterie. Da wird in jenem Aufsatz gesagt: Wenn eine Billardkugel rollt, auf eine andere stößt und diese weiterstößt, so kann ich mir nicht vorstellen, daß da gar nichts von der ersten in die zweite übergeht. Dieser Gelehrte nennt das eigentümliche Gespenst, das von der ersten Billardkugel heraussteigt, um in die zweite hineinzukriechen und die zweite unter dem Einfluß der ersten in Bewegung zu setzen, die «Materia movens». Der Betreffende glaubt ungeheuer klug zu sein, steht aber nur unter der materialistischen Suggestion, die auf ihn genau so wirkt, wie die Volkshysterie im 16. Jahrhundert auf die große Masse gewirkt hat. Bedenken Sie nun, wie um den Menschen herum solche Suggestionen leben können, denen er unterworfen ist. Unendlich ist die Zahl solcher Suggestionen. Wenn sie in großer Anzahl auftreten — und man kann eine große Anzahl aufführen -, dann lassen sie sich zu einem Bilde zusammenfügen, das genau so ein Krankheitsbild der heutigen Gelehrsamkeit darstellen würde, wie man in ausgedehntem Maße von Dementia praecox spricht.

[ 9 ] Da haben Sie das Maß von Unfreiheit, in dem derjenige lebt, der unter dem Eindruck der Suggestion steht. Ein klein wenig hat sich gegenüber dem Mittelalter geändert. Inwiefern, kann nur der Theosoph verstehen. Im Mittelalter redete man, wenn etwas anderes aus dem Menschen sprach als das, was er selbst war, von Besessenheit. Heute lacht man über die Besessenheit und betrachtet sie als eine Art Erkrankung. Diese Form der Besessenheit, wie sie im Mittelalter auftrat, ist in der letzten Zeit etwas zurückgetreten. Sie tritt nur noch in einzelnen Kreisen auf. Dafür aber ist eine andere Form von Besessenheit, von wirklicher, echter Besessenheit, viel verbreitet. Die mittelalterliche Besessenheit ist eine astrale Besessenheit, die heutige ist eine mentale Besessenheit. Im Mittelalter waren die Menschen besessen von Wesenheiten, die sich, wenn man sie in der Geistesforschung untersucht, auf dem astralen Plan befanden. Die Wesenheiten aber, welche heute in den Gelehrten stecken und von denen sie besessen sind, sind auf dem mentalen Plane, auf dem Devachanplan. Sie äußern sich in der Welt, die man als die allein wirkliche betrachtet, nur als Gedanken, und man spricht ihnen daher auch nur ein Gedankendasein zu. Genau ebenso wie die Welt der Gefühle, der Empfindungen, Leidenschaften, Triebe und Begierden des Menschen nicht bloßer Ausfluß eines körperlichen Daseins ist, sondern etwas Selbständiges, Wahres, Wirkliches für sich, so ist auch die Gedankenwelt eine Wirklichkeit für sich. Nur so, wie der Mensch seine Gedanken hat, sind sie keine Wirklichkeit. Diese menschlichen Gedanken sind nur die Schattenbilder der wirklichen Gedanken, wie die menschlichen Leidenschaften und Gefühle nur die Schattenbilder von etwas ganz anderem sind. Oft haben wir es hier besprochen, wie die Dinge zusammenhängen. Wir wissen, daß das, was wir an dem Menschen mit den physischen Sinnen beobachten können, eben der physische Leib, nur ein Glied der menschlichen Wesenheit ist. Wir wissen, daß Muskeln und Nerven, Knochen und Blut nur ein Teil dieser menschlichen Wesenheit sind. Was wir so die Bestandteile, die Elemente des physischen Leibes nennen, gehört der physischen Welt an. Ebenso gehören aber einer anderen Welt, nämlich der astralen Welt, die menschlichen Gefühle und Gedanken an.

[ 9 ] Da haben Sie das Maß von Unfreiheit, in dem derjenige lebt, der unter dem Eindruck der Suggestion steht. Ein klein wenig hat sich gegenüber dem Mittelalter geändert. Inwiefern, kann nur der Theosoph verstehen. Im Mittelalter redete man, wenn etwas anderes aus dem Menschen sprach als das, was er selbst war, von Besessenheit. Heute lacht man über die Besessenheit und betrachtet sie als eine Art Erkrankung. Diese Form der Besessenheit, wie sie im Mittelalter auftrat, ist in der letzten Zeit etwas zurückgetreten. Sie tritt nur noch in einzelnen Kreisen auf. Dafür aber ist eine andere Form von Besessenheit, von wirklicher, echter Besessenheit, viel verbreitet. Die mittelalterliche Besessenheit ist eine astrale Besessenheit, die heutige ist eine mentale Besessenheit. Im Mittelalter waren die Menschen besessen von Wesenheiten, die sich, wenn man sie in der Geistesforschung untersucht, auf dem astralen Plan befanden. Die Wesenheiten aber, welche heute in den Gelehrten stecken und von denen sie besessen sind, sind auf dem mentalen Plane, auf dem Devachanplan. Sie äußern sich in der Welt, die man als die allein wirkliche betrachtet, nur als Gedanken, und man spricht ihnen daher auch nur ein Gedankendasein zu. Genau ebenso wie die Welt der Gefühle, der Empfindungen, Leidenschaften, Triebe und Begierden des Menschen nicht bloßer Ausfluß eines körperlichen Daseins ist, sondern etwas Selbständiges, Wahres, Wirkliches für sich, so ist auch die Gedankenwelt eine Wirklichkeit für sich. Nur so, wie der Mensch seine Gedanken hat, sind sie keine Wirklichkeit. Diese menschlichen Gedanken sind nur die Schattenbilder der wirklichen Gedanken, wie die menschlichen Leidenschaften und Gefühle nur die Schattenbilder von etwas ganz anderem sind. Oft haben wir es hier besprochen, wie die Dinge zusammenhängen. Wir wissen, daß das, was wir an dem Menschen mit den physischen Sinnen beobachten können, eben der physische Leib, nur ein Glied der menschlichen Wesenheit ist. Wir wissen, daß Muskeln und Nerven, Knochen und Blut nur ein Teil dieser menschlichen Wesenheit sind. Was wir so die Bestandteile, die Elemente des physischen Leibes nennen, gehört der physischen Welt an. Ebenso gehören aber einer anderen Welt, nämlich der astralen Welt, die menschlichen Gefühle und Gedanken an.

[ 10 ] Hier macht nun die zeitgenössische Logik mit ihren Vorurteilen ganz merkwürdige Sprünge. Die Zeitgenossen kommen gar nicht darauf, daß ihr eigenes Denken, ihre eigene Logik ihnen eigentlich sagen müßten, wie unmöglich die Konsequenzen sind, die sie fortwährend ziehen, und daß sie öffentliche Suggestionen in ihre Gedankengänge hineinbringen. Es ist ungeheuer leicht und es genügen ganz triviale Gedanken, so daß eine Zuhörerschaft einem fünf Minuten lang recht geben muß, indem man ihr einen «zwingenden Gedankengang» vorlegt. Daß aber ein Schutt von altem Leben und alten Empfindungen sich darüber lagert, wird nicht gemerkt. So ist es beim «zwingenden Gedankengang».

[ 10 ] Hier macht nun die zeitgenössische Logik mit ihren Vorurteilen ganz merkwürdige Sprünge. Die Zeitgenossen kommen gar nicht darauf, daß ihr eigenes Denken, ihre eigene Logik ihnen eigentlich sagen müßten, wie unmöglich die Konsequenzen sind, die sie fortwährend ziehen, und daß sie öffentliche Suggestionen in ihre Gedankengänge hineinbringen. Es ist ungeheuer leicht und es genügen ganz triviale Gedanken, so daß eine Zuhörerschaft einem fünf Minuten lang recht geben muß, indem man ihr einen «zwingenden Gedankengang» vorlegt. Daß aber ein Schutt von altem Leben und alten Empfindungen sich darüber lagert, wird nicht gemerkt. So ist es beim «zwingenden Gedankengang».

[ 11 ] Ein Blindgeborener, der unter uns ist, hätte von seinem Standpunkt aus recht, uns als Phantasten anzusehen, wenn wir ihm von Licht und Farbe reden. Das ist nie eine Wahrheit für ihn gewesen. Er wird einwenden: Die Dinge lassen sich nur tasten. Er braucht nicht zu glauben, was wir ihm sagen. Dennoch hat er Unrecht. Aber nicht darum handelt es sich, daß er unrecht hat, sondern daß ihm das Organ für die Wahrnehmung von Licht und Farbe fehlt. In dem Augenblick, wo er das Organ bekommt, ist eine neue Welt um ihn herum da. Niemals wird eine wahre Theosophie eine andere Welt annehmen, sie wird sie nur in einer anderen Weise auffassen. Was die Theosophen höhere Welten nennen, ist hier um uns, genauso wie die Welt der Farben für den Blinden. Der Blindgeborene, der operierbar ist, kann den Gebrauch der physischen Augen erhalten. Nichts anderes behauptet die Theosophie, wenn sie sagt, daß es möglich ist, die inneren Augen auszubilden. So wie das kunstvolle Auge gewoben werden konnte, so ist es auch möglich, aus dem, was in den Menschen an Leidenschaften, Instinkten und Gefühlen lebt, Organe zu weben, Wahrnehmungsorgane, durch die neue Welten um den Menschen wirklich aufgehen. So ist es möglich, den Menschen dazu zu erziehen und zu entwickeln, daß er selbst in diese anderen Welten hineinzuschauen vermag, wie sonst in die physische Welt. In diesem Sinne redet die Theosophie von einer astralen Welt, die innerhalb der äußeren Welt so wirklich ist wie die Farbenwelt innerhalb der Welt des Tastsinnes.

[ 11 ] Ein Blindgeborener, der unter uns ist, hätte von seinem Standpunkt aus recht, uns als Phantasten anzusehen, wenn wir ihm von Licht und Farbe reden. Das ist nie eine Wahrheit für ihn gewesen. Er wird einwenden: Die Dinge lassen sich nur tasten. Er braucht nicht zu glauben, was wir ihm sagen. Dennoch hat er Unrecht. Aber nicht darum handelt es sich, daß er unrecht hat, sondern daß ihm das Organ für die Wahrnehmung von Licht und Farbe fehlt. In dem Augenblick, wo er das Organ bekommt, ist eine neue Welt um ihn herum da. Niemals wird eine wahre Theosophie eine andere Welt annehmen, sie wird sie nur in einer anderen Weise auffassen. Was die Theosophen höhere Welten nennen, ist hier um uns, genauso wie die Welt der Farben für den Blinden. Der Blindgeborene, der operierbar ist, kann den Gebrauch der physischen Augen erhalten. Nichts anderes behauptet die Theosophie, wenn sie sagt, daß es möglich ist, die inneren Augen auszubilden. So wie das kunstvolle Auge gewoben werden konnte, so ist es auch möglich, aus dem, was in den Menschen an Leidenschaften, Instinkten und Gefühlen lebt, Organe zu weben, Wahrnehmungsorgane, durch die neue Welten um den Menschen wirklich aufgehen. So ist es möglich, den Menschen dazu zu erziehen und zu entwickeln, daß er selbst in diese anderen Welten hineinzuschauen vermag, wie sonst in die physische Welt. In diesem Sinne redet die Theosophie von einer astralen Welt, die innerhalb der äußeren Welt so wirklich ist wie die Farbenwelt innerhalb der Welt des Tastsinnes.

[ 12 ] Gegen solche Welten sollte niemand etwas einwenden, der nichts von ihnen weiß. Grundsätzlich müßte es für jeden Menschen feststehen, daß er nur über das etwas behaupten darf, worüber er etwas weiß, und daß er niemals über das etwas sagen sollte, worüber er nichts weiß. Daher sind alle Urteile, welche der Geisteswissenschaft entgegengebracht werden, die von der Voraussetzung ausgehen: Das sind Welten, von denen man nichts wissen kann -, ein heilloses logisches Unding. Es darf nie das Urteil gefällt werden: Es gibt eine Welt für mich nicht, weil ich nichts von ihr weiß! — Das zur Charakteristik dessen, was uns an Vorurteilen entgegengebracht wird. Das sind die wissenschaftlichen Suggestionen der Gegenwart. Und wie viele Leute stehen unter diesen wissenschaftlichen Suggestionen! Wie schwer hat man es heute, gegen diese Suggestionen anzukämpfen! Ein geisteswissenschaftlicher Vortrag wird einmal gehört und dann werden den Leuten wieder Hunderte und Tausende von Dingen vor das Auge gebracht, die ihnen als höchst bedeutsame Tatsachen hingestellt werden, aber immer verwoben mit dem, was nicht der materialistischen Wissenschaft, sondern der materialistischen Deutung der Wissenschaft entspringt.

[ 12 ] Gegen solche Welten sollte niemand etwas einwenden, der nichts von ihnen weiß. Grundsätzlich müßte es für jeden Menschen feststehen, daß er nur über das etwas behaupten darf, worüber er etwas weiß, und daß er niemals über das etwas sagen sollte, worüber er nichts weiß. Daher sind alle Urteile, welche der Geisteswissenschaft entgegengebracht werden, die von der Voraussetzung ausgehen: Das sind Welten, von denen man nichts wissen kann -, ein heilloses logisches Unding. Es darf nie das Urteil gefällt werden: Es gibt eine Welt für mich nicht, weil ich nichts von ihr weiß! — Das zur Charakteristik dessen, was uns an Vorurteilen entgegengebracht wird. Das sind die wissenschaftlichen Suggestionen der Gegenwart. Und wie viele Leute stehen unter diesen wissenschaftlichen Suggestionen! Wie schwer hat man es heute, gegen diese Suggestionen anzukämpfen! Ein geisteswissenschaftlicher Vortrag wird einmal gehört und dann werden den Leuten wieder Hunderte und Tausende von Dingen vor das Auge gebracht, die ihnen als höchst bedeutsame Tatsachen hingestellt werden, aber immer verwoben mit dem, was nicht der materialistischen Wissenschaft, sondern der materialistischen Deutung der Wissenschaft entspringt.

[ 13 ] Wie schwer es ist, mit der Vernunft gegen diese Suggestionen zu kämpfen, kann nur der wissen, der tiefer in das Geistesleben hineinschaut. So ist gerade das populäre wissenschaftliche Treiben etwas, was sich äußerst abträglich auswirkt, weil es mit einer autoritativen Unfehlbarkeit auftritt, die erst künftige Zeiten in dem richtigen Lichte werden beurteilen können. Der heutige Mensch hat noch keine Ahnung davon, in welchem Grade er den Suggestionen unterliegt, die von den Autoritäten ausgehen. Betrachten Sie das, was ich sage, nur als Charakteristik, und bedenken Sie, wie paradox es doch ist, wenn Völker kämpfen, um eine Autorität abzuschütteln, während sie neuen zum Opfer fallen. Wenn der Mensch früher seinen Suggestionen unterlag, wenn sein Ich an dasjenige hingegeben war, was in ihm wirkte, so waren das wahre Wesen, welche der sieht, der in die höheren Welten hineinschauen kann. Die Gedanken der Menschen verhalten sich zu gewissen Wesenheiten einer sogenannten devachanischen Welt wie der Schatten zu einem wirklichen Gegenstand. Die Gedankenbilder, die Sie haben, sind die Schattenbilder, die aus der devachanischen oder mentalen Welt geworfen werden. Der Gedanke, der in Ihnen lebt, ist nichts als ein solches Schattenbild — abgeschlossen in sich. Den sieht der Seher, der seine höheren Sinnesorgane ausgebildet hat, im Zusammenhang mit einer Wesenheit. Sehen Sie an der Wand das Schattenbild, so werden Sie es nur verstehen können, wenn Sie es auf seinen Gegenstand beziehen. So ist es auch mit Ihren Gedanken. Ohne etwas anderes, auf das sie zurückweisen, sind Ihre Gedanken Schatten. Sie beziehen sich auf Wesenheiten, die in einer höheren Welt ebenso wirklich sind wie diese Hand hier. Wie diese Hand hier einen Schatten an die Wand wirft, so werfen die höheren Wesenheiten ihre Schatten in diese Welt. Und diese Schatten sind Ihre Gedanken. Der Mensch, wie er vor uns steht, ist eigentlich der Schauplatz von Vorgängen, die sich außerhalb des Physischen abspielen. Als physisches Wesen ist er zunächst eine abgeschlossene Wesenheit. Als solche lebt er in einer abgeschlossenen Welt. Um den Menschen als physisches Wesen zu verstehen, müssen wir in der physischen Welt bleiben. Wollen Sie zum Beispiel das Blut als physische Substanz untersuchen und verstehen, so müssen Sie in der physischen Welt bleiben. Wollen Sie aber verstehen, was Gefühle, Empfindungen und Leidenschaften sind, so müssen Sie entweder Redensarten machen oder diese Dinge auf Wesenheiten beziehen, die hinter der physischen Welt sind, auf eine Welt, die sich zu dieser verhält wie die Farbenwelt zur Tastwelt. Und die Gedankenwelt müssen Sie in ähnlicher Weise zu verstehen suchen. So sehen Sie, wie der Mensch an den höheren Welten Anteil hat, wie der Astralleib in diese Welten hineinragt, und wie die Devachanwelt wiederum eine Art Schattenbild in diese Welt hineinwirft. Wenn der Mensch von diesen höheren Welten nichts weiß, so ist er ihnen wie ein Sklave hingegeben, der gegenüber demjenigen, der an den Ketten zieht, machtlos ist. Wie die physische Persönlichkeit nur dadurch frei wird, daß sie ihren Willen in sich selbst zu entfalten, dem anderen frei gegenüberzutreten vermag, so kann die astralische Wesenheit des Menschen nur dadurch frei werden, daß sie ihren Zusammenhang mit der ganzen astralischen Welt erkennt. Solange der Mensch nur in den gewöhnlichen Empfindungen lebt, zieht ihn die astrale Wesenheit wie am Gängelbande: er ist immer von ihr besessen. Frei wird er, wenn er sie erkennt. Wie wir die physische Welt um uns herum erkennen, so müssen wir diesen Wesenheiten gegenüberstehen, geistiges Auge gegen geistiges Auge, und wissen, mit wem wir es zu tun haben. Ebenso ist es bei der menschlichen Gedankenwelt. Dies führt zur wirklichen Freiheit, zum Durchschauen unserer Umgebung. Um im richtigen Maße zu erkennen, müssen wir auf das sehen, was hinter dem Physischen steht. Der Anfang muß damit gemacht werden, daß Sie diese Dinge studieren, daß die Welt diese Dinge studiert.

[ 13 ] Wie schwer es ist, mit der Vernunft gegen diese Suggestionen zu kämpfen, kann nur der wissen, der tiefer in das Geistesleben hineinschaut. So ist gerade das populäre wissenschaftliche Treiben etwas, was sich äußerst abträglich auswirkt, weil es mit einer autoritativen Unfehlbarkeit auftritt, die erst künftige Zeiten in dem richtigen Lichte werden beurteilen können. Der heutige Mensch hat noch keine Ahnung davon, in welchem Grade er den Suggestionen unterliegt, die von den Autoritäten ausgehen. Betrachten Sie das, was ich sage, nur als Charakteristik, und bedenken Sie, wie paradox es doch ist, wenn Völker kämpfen, um eine Autorität abzuschütteln, während sie neuen zum Opfer fallen. Wenn der Mensch früher seinen Suggestionen unterlag, wenn sein Ich an dasjenige hingegeben war, was in ihm wirkte, so waren das wahre Wesen, welche der sieht, der in die höheren Welten hineinschauen kann. Die Gedanken der Menschen verhalten sich zu gewissen Wesenheiten einer sogenannten devachanischen Welt wie der Schatten zu einem wirklichen Gegenstand. Die Gedankenbilder, die Sie haben, sind die Schattenbilder, die aus der devachanischen oder mentalen Welt geworfen werden. Der Gedanke, der in Ihnen lebt, ist nichts als ein solches Schattenbild — abgeschlossen in sich. Den sieht der Seher, der seine höheren Sinnesorgane ausgebildet hat, im Zusammenhang mit einer Wesenheit. Sehen Sie an der Wand das Schattenbild, so werden Sie es nur verstehen können, wenn Sie es auf seinen Gegenstand beziehen. So ist es auch mit Ihren Gedanken. Ohne etwas anderes, auf das sie zurückweisen, sind Ihre Gedanken Schatten. Sie beziehen sich auf Wesenheiten, die in einer höheren Welt ebenso wirklich sind wie diese Hand hier. Wie diese Hand hier einen Schatten an die Wand wirft, so werfen die höheren Wesenheiten ihre Schatten in diese Welt. Und diese Schatten sind Ihre Gedanken. Der Mensch, wie er vor uns steht, ist eigentlich der Schauplatz von Vorgängen, die sich außerhalb des Physischen abspielen. Als physisches Wesen ist er zunächst eine abgeschlossene Wesenheit. Als solche lebt er in einer abgeschlossenen Welt. Um den Menschen als physisches Wesen zu verstehen, müssen wir in der physischen Welt bleiben. Wollen Sie zum Beispiel das Blut als physische Substanz untersuchen und verstehen, so müssen Sie in der physischen Welt bleiben. Wollen Sie aber verstehen, was Gefühle, Empfindungen und Leidenschaften sind, so müssen Sie entweder Redensarten machen oder diese Dinge auf Wesenheiten beziehen, die hinter der physischen Welt sind, auf eine Welt, die sich zu dieser verhält wie die Farbenwelt zur Tastwelt. Und die Gedankenwelt müssen Sie in ähnlicher Weise zu verstehen suchen. So sehen Sie, wie der Mensch an den höheren Welten Anteil hat, wie der Astralleib in diese Welten hineinragt, und wie die Devachanwelt wiederum eine Art Schattenbild in diese Welt hineinwirft. Wenn der Mensch von diesen höheren Welten nichts weiß, so ist er ihnen wie ein Sklave hingegeben, der gegenüber demjenigen, der an den Ketten zieht, machtlos ist. Wie die physische Persönlichkeit nur dadurch frei wird, daß sie ihren Willen in sich selbst zu entfalten, dem anderen frei gegenüberzutreten vermag, so kann die astralische Wesenheit des Menschen nur dadurch frei werden, daß sie ihren Zusammenhang mit der ganzen astralischen Welt erkennt. Solange der Mensch nur in den gewöhnlichen Empfindungen lebt, zieht ihn die astrale Wesenheit wie am Gängelbande: er ist immer von ihr besessen. Frei wird er, wenn er sie erkennt. Wie wir die physische Welt um uns herum erkennen, so müssen wir diesen Wesenheiten gegenüberstehen, geistiges Auge gegen geistiges Auge, und wissen, mit wem wir es zu tun haben. Ebenso ist es bei der menschlichen Gedankenwelt. Dies führt zur wirklichen Freiheit, zum Durchschauen unserer Umgebung. Um im richtigen Maße zu erkennen, müssen wir auf das sehen, was hinter dem Physischen steht. Der Anfang muß damit gemacht werden, daß Sie diese Dinge studieren, daß die Welt diese Dinge studiert.

[ 14 ] Mit einem gewissen Recht wird von vielen wieder eingewendet: Was hilft es uns, wenn dieser oder jener uns von jenen Welten erzählt, wenn wir nicht selbst hineinschauen können? — Das ist eben der erste Schritt, um in die höheren Welten selbst hineinzuschauen. Warum ist es der erste Schritt? Weil sich die physische Welt dem Einsichtigen dann als etwas anderes zeigt als das, was sie dem materialistischen Geiste ist. Ein Vergleich kann es uns klarmachen, zu welchem anderen Standpunkt gegenüber der physischen Welt der 'Theosoph kommen soll, ein Vergleich, der von der gewöhnlichen Schrift hergenommen werden soll. Diese Schrift kann einer ansehen, der nicht lesen kann, und ein anderer, der lesen kann. Beide sehen dasselbe, es ist kein Unterschied in dem, was sie sehen. Der, welcher nicht lesen kann, wird sagen: Ich sehe Striche, die hinunter- und hinaufgehen, größere und kleinere Striche. Die kann er dann beschreiben. Der aber, der lesen kann, findet darin einen Sinn. Der beschreibt nicht die Form der Buchstaben, sondern findet darin eine Bedeutung. So ist es mit der ganzen Welt in der geisteswissenschaftlichen Anschauung. Nehmen Sie dagegen die Wissenschaft von heute: sie beschreibt die Welt so, wie der, welcher nicht lesen gelernt hat, das geschriebene Wort beschreibt. Für den anderen werden alle Dinge in der Welt zu Buchstaben, sie erhalten Bedeutung, er lernt lesen. Es ist nicht falsch, wenn einer, der nicht lesen kann, die Form der Buchstaben beschreibt. Viele erklären: Ihr seid Phantasten, weil ihr in dem Wort oder in der Welt noch eine besondere Bedeutung seht. — Das ist selbstverständlich nicht anzufechten, denn das ist die alltägliche Anschauung der Dinge. Darüber hinaus gibt es aber eine Anschauung, in der jede Blume ein Buchstabe wird, jede Blumengattung als ein Wort und die Welt als eine große Schrift betrachtet werden kann. Die Welt enthält etwas, was sich im Physischen gar nicht erschöpft. Die Zeichen dafür haben aber keinen Mund, darum muß die Bedeutung hineingelegt werden. Im Devachan geht dem, der die Pflanzenschrift lesen lernt, eine ganz neue Welt auf. Auch jedes Tier in der Welt können Sie als Buchstaben betrachten. Sie werden nach und nach diese Buchstaben zu entziffern vermögen. Wenn Sie die Tiere in ihren Lebensäußerungen verstehen, so stehen Sie ihnen gegenüber wie einer, der lesen kann, und nicht wie einer, der es macht wie die materialistische Wissenschaft, die nur die Buchstaben beschreibt. Lernen Sie das Tier als Wort zu erkennen, so blicken Sie hinter die physische Welt in eine ganz andere, in die astrale Welt. Lernen Sie die Pflanzenwelt als Buchstaben zu betrachten, dann erlangen Sie die Fähigkeit, in die Mentalwelt hineinzuschauen. Das ist nichts Unwirkliches, sondern im Gegenteil etwas, was ganz und gar auf dem Boden der Wirklichkeit steht und uns eigentlich erst den reichen Sinn des Lebens erkennen lehrt: Es verhält sich in der Tat auch so, daß uns die richtige Bedeutung einer spirituellen Welterkenntnis erst aufgeht, wenn wir sie mit dem Lesen vergleichen. Was hätte es für einen Zweck, wenn ich hier an der Tafel etwas hinmalte und beschriebe, ohne daß es etwas bedeutete? Einen Sinn erhält es dadurch, daß man seine Bedeutung erkennt. Und so ist es auch mit der Welt. Man lernt allmählich erkennen, warum die Welt da ist, was sie dem Menschen sein kann und was der Mensch selbst in ihr ist.

[ 14 ] Mit einem gewissen Recht wird von vielen wieder eingewendet: Was hilft es uns, wenn dieser oder jener uns von jenen Welten erzählt, wenn wir nicht selbst hineinschauen können? — Das ist eben der erste Schritt, um in die höheren Welten selbst hineinzuschauen. Warum ist es der erste Schritt? Weil sich die physische Welt dem Einsichtigen dann als etwas anderes zeigt als das, was sie dem materialistischen Geiste ist. Ein Vergleich kann es uns klarmachen, zu welchem anderen Standpunkt gegenüber der physischen Welt der 'Theosoph kommen soll, ein Vergleich, der von der gewöhnlichen Schrift hergenommen werden soll. Diese Schrift kann einer ansehen, der nicht lesen kann, und ein anderer, der lesen kann. Beide sehen dasselbe, es ist kein Unterschied in dem, was sie sehen. Der, welcher nicht lesen kann, wird sagen: Ich sehe Striche, die hinunter- und hinaufgehen, größere und kleinere Striche. Die kann er dann beschreiben. Der aber, der lesen kann, findet darin einen Sinn. Der beschreibt nicht die Form der Buchstaben, sondern findet darin eine Bedeutung. So ist es mit der ganzen Welt in der geisteswissenschaftlichen Anschauung. Nehmen Sie dagegen die Wissenschaft von heute: sie beschreibt die Welt so, wie der, welcher nicht lesen gelernt hat, das geschriebene Wort beschreibt. Für den anderen werden alle Dinge in der Welt zu Buchstaben, sie erhalten Bedeutung, er lernt lesen. Es ist nicht falsch, wenn einer, der nicht lesen kann, die Form der Buchstaben beschreibt. Viele erklären: Ihr seid Phantasten, weil ihr in dem Wort oder in der Welt noch eine besondere Bedeutung seht. — Das ist selbstverständlich nicht anzufechten, denn das ist die alltägliche Anschauung der Dinge. Darüber hinaus gibt es aber eine Anschauung, in der jede Blume ein Buchstabe wird, jede Blumengattung als ein Wort und die Welt als eine große Schrift betrachtet werden kann. Die Welt enthält etwas, was sich im Physischen gar nicht erschöpft. Die Zeichen dafür haben aber keinen Mund, darum muß die Bedeutung hineingelegt werden. Im Devachan geht dem, der die Pflanzenschrift lesen lernt, eine ganz neue Welt auf. Auch jedes Tier in der Welt können Sie als Buchstaben betrachten. Sie werden nach und nach diese Buchstaben zu entziffern vermögen. Wenn Sie die Tiere in ihren Lebensäußerungen verstehen, so stehen Sie ihnen gegenüber wie einer, der lesen kann, und nicht wie einer, der es macht wie die materialistische Wissenschaft, die nur die Buchstaben beschreibt. Lernen Sie das Tier als Wort zu erkennen, so blicken Sie hinter die physische Welt in eine ganz andere, in die astrale Welt. Lernen Sie die Pflanzenwelt als Buchstaben zu betrachten, dann erlangen Sie die Fähigkeit, in die Mentalwelt hineinzuschauen. Das ist nichts Unwirkliches, sondern im Gegenteil etwas, was ganz und gar auf dem Boden der Wirklichkeit steht und uns eigentlich erst den reichen Sinn des Lebens erkennen lehrt: Es verhält sich in der Tat auch so, daß uns die richtige Bedeutung einer spirituellen Welterkenntnis erst aufgeht, wenn wir sie mit dem Lesen vergleichen. Was hätte es für einen Zweck, wenn ich hier an der Tafel etwas hinmalte und beschriebe, ohne daß es etwas bedeutete? Einen Sinn erhält es dadurch, daß man seine Bedeutung erkennt. Und so ist es auch mit der Welt. Man lernt allmählich erkennen, warum die Welt da ist, was sie dem Menschen sein kann und was der Mensch selbst in ihr ist.

[ 15 ] Mit alldem wollte ich Ihnen nicht etwas Neues sagen. Diejenigen, die öfter etwas über Theosophie gehört haben, wissen das alles. Ich habe es Ihnen gesagt, um Ihnen eine Handhabe gegen die Behauptung zu geben, die Theosophie sei nicht wissenschaftlich, und um Sie gegen Einwände zu rüsten, die sich auf Logik berufen wollen. Nur die Logik, die zu kurz ist, hat Einwände gegen die Geisteswissenschaft. Die Logik, die bis in die letzten Winkel des Logischen sucht, wird gegen ihre absolute Vernünftigkeit nichts einwenden können. So muß es klar werden, daß die, welche vom wissenschaftlichen Standpunkt aus gegen die 'Theosophie vorgehen, das nicht aus logischen Gründen tun, sondern aus Suggestionen heraus. Wenn man von diesen Suggestionen frei wird und weiß, daß die Gedanken nichts sind als Schattenbilder von devachanischen Wesenheiten, und wenn man dann erlebt, wie ein Professor unter Einflüssen aus der mentalen Welt behauptet, daß eine Billardkugel von Materia movens bewegt wird, die sich auf die andere Billardkugel überträgt - dann kann man hinter die Kulissen blicken und sehen, daß er von anderen Wesenheiten beeinflußt wird.

[ 15 ] Mit alldem wollte ich Ihnen nicht etwas Neues sagen. Diejenigen, die öfter etwas über Theosophie gehört haben, wissen das alles. Ich habe es Ihnen gesagt, um Ihnen eine Handhabe gegen die Behauptung zu geben, die Theosophie sei nicht wissenschaftlich, und um Sie gegen Einwände zu rüsten, die sich auf Logik berufen wollen. Nur die Logik, die zu kurz ist, hat Einwände gegen die Geisteswissenschaft. Die Logik, die bis in die letzten Winkel des Logischen sucht, wird gegen ihre absolute Vernünftigkeit nichts einwenden können. So muß es klar werden, daß die, welche vom wissenschaftlichen Standpunkt aus gegen die 'Theosophie vorgehen, das nicht aus logischen Gründen tun, sondern aus Suggestionen heraus. Wenn man von diesen Suggestionen frei wird und weiß, daß die Gedanken nichts sind als Schattenbilder von devachanischen Wesenheiten, und wenn man dann erlebt, wie ein Professor unter Einflüssen aus der mentalen Welt behauptet, daß eine Billardkugel von Materia movens bewegt wird, die sich auf die andere Billardkugel überträgt - dann kann man hinter die Kulissen blicken und sehen, daß er von anderen Wesenheiten beeinflußt wird.

[ 16 ] Die Welt bebt in gewisser Beziehung. Sie stellt uns große Aufgaben. Fragen sind da, die aus den ernsten Erfordernissen der Zeit hervorgehen. Die soziale Frage, die schon so viel Blut gekostet hat, wird mit den Suggestionen unserer heutigen Zeit nicht zu lösen sein. Auch die Parteien, welche die soziale Frage lösen wollen, stehen unter solchen Suggestionen. Sie sind von mentalen Wesenheiten besessen. Wer hinter das Physische zu blicken vermag, sieht hinter manchem Parteigänger den Dämon, der hinter ihm steht. Niemals wird es anders gehen als bei Robert Owen, der als edler Mensch und Menschenfreund, als guter Kenner der sozialen Verhältnisse in England eine Art Musterwirtschaft einführen wollte, indem er gute und schlechte Arbeiter heranzog und in größerem Rahmen eine soziale Gemeinschaft zu begründen versuchte. Er ging von dem begreiflichen Vorurteil aus, die Menschen seien von Natur gut, man brauche sie nur in auskömmliche Verhältnisse hineinzusetzen. Schaffe man solche Verhältnisse, dann würden sie auch ein Dasein entfalten, wie sie es selbst wünschten. Aber gerade dieser Menschenfreund mußte sich schließlich gestehen, daß man in seinen Bemühungen für den sozialen Fortschritt nicht mit praktischen Maßregeln beginnen könne, sondern nur mit der Lehre, mit der Aufklärung.

[ 16 ] Die Welt bebt in gewisser Beziehung. Sie stellt uns große Aufgaben. Fragen sind da, die aus den ernsten Erfordernissen der Zeit hervorgehen. Die soziale Frage, die schon so viel Blut gekostet hat, wird mit den Suggestionen unserer heutigen Zeit nicht zu lösen sein. Auch die Parteien, welche die soziale Frage lösen wollen, stehen unter solchen Suggestionen. Sie sind von mentalen Wesenheiten besessen. Wer hinter das Physische zu blicken vermag, sieht hinter manchem Parteigänger den Dämon, der hinter ihm steht. Niemals wird es anders gehen als bei Robert Owen, der als edler Mensch und Menschenfreund, als guter Kenner der sozialen Verhältnisse in England eine Art Musterwirtschaft einführen wollte, indem er gute und schlechte Arbeiter heranzog und in größerem Rahmen eine soziale Gemeinschaft zu begründen versuchte. Er ging von dem begreiflichen Vorurteil aus, die Menschen seien von Natur gut, man brauche sie nur in auskömmliche Verhältnisse hineinzusetzen. Schaffe man solche Verhältnisse, dann würden sie auch ein Dasein entfalten, wie sie es selbst wünschten. Aber gerade dieser Menschenfreund mußte sich schließlich gestehen, daß man in seinen Bemühungen für den sozialen Fortschritt nicht mit praktischen Maßregeln beginnen könne, sondern nur mit der Lehre, mit der Aufklärung.

[ 17 ] Wer in die geistige Welt hineinschaut, erkennt die Zusammenhänge, die dem physischen Plan zugrunde liegen. Er sieht die Menschen, wie sie zusammenleben: im tiefsten Elend die einen, arm und gedrückt von Arbeit und Not, die anderen schlemmend im Überfluß, dieses oder jenes genießend. Man kann sich leicht ausmalen, wie das zu ändern sei, wenn man bloß auf dem physischen Plane bleibt. Das tun die meisten, die sich heute berufen fühlen, zu reformieren. Sie befinden sich nicht in der gleichen Lage wie der mit Erfolg operierte Blindgeborene, dem sich die Welt um ihn plötzlich in Farben darbietet, denn sonst würden sie hinter allem Physischen die mannigfachsten Wesenheiten sehen. Wenn sie ihre gutgemeinten Reformpläne zu verwirklichen versuchen, dabei aber die geistigen Wesenheiten außer acht lassen, dann wird es in fünfzig Jahren noch viel schlimmer sein, als es jemals zuvor gewesen ist. Alle heutigen sozialen Ideale würden in fünfzig Jahren der astralen Welt grotesk widersprechen, wenn nicht diese astralische Welt, die menschlichen Leidenschaften, Begierden und Wünsche zugleich eine Änderung erführen. Ein allgemeines Elend, eine furchtbare Weltgärung, ein schrecklicher Kampf ums Dasein würde an die Stelle des heutigen schon furchtbaren Kampfes treten. Man braucht nur etwas in die geistige Welt hineinzuschauen, dann sieht man, worum es sich da handelt. Die Menschen sind nicht nur Leiber, die man mit Nahrung versehen muß, die Menschen sind auch Geister, und sie sind in Berührung mit anderen Geistern. Ihnen zum Bewußtsein zu bringen, daß sie Genossen höherer Welten sind, ist die Aufgabe der okkulten Weltanschauung. Sie können sich einen Menschen vorstellen, und auf diesem Menschen ein paar Käfer herumkrabbelnd: diese Käfer werden keine Vorstellung davon haben, daß dieser Mensch, diese Wesenheit etwas anderes darstellt als sie selber. Sie beschreiben die Form, beispielsweise die Nase. So beschreibt der Mensch den Himmel, den Mars, die Sonne, den Merkur und die anderen Sterne. Ebenso wie der Käfer, der keine Ahnung hat, daß die Nase zu einer Seele gehört, beschreibt der heutige Astronom den Merkur, den Mats, die Sonne. Er beschreibt sie so, wie er sie sieht, wie ein Käfer auf dem Weltenkosmos. Erst dann wird man wieder real beschreiben lernen, wenn man erkennen wird, daß die Sterne beseelt sind, daß überall Geist ist, daß das ganze Weltall beseelt ist. Nichts anderes bezweckt die geisteswissenschaftliche Weltanschauung; so logisch ist sie. Die Vorurteile, die nichts anderes sind als Suggestionen, machen es schwer, allen Menschen heute zum Bewußtsein zu bringen, worum es sich in dieser geistigen Weltanschauung eigentlich handelt.

[ 17 ] Wer in die geistige Welt hineinschaut, erkennt die Zusammenhänge, die dem physischen Plan zugrunde liegen. Er sieht die Menschen, wie sie zusammenleben: im tiefsten Elend die einen, arm und gedrückt von Arbeit und Not, die anderen schlemmend im Überfluß, dieses oder jenes genießend. Man kann sich leicht ausmalen, wie das zu ändern sei, wenn man bloß auf dem physischen Plane bleibt. Das tun die meisten, die sich heute berufen fühlen, zu reformieren. Sie befinden sich nicht in der gleichen Lage wie der mit Erfolg operierte Blindgeborene, dem sich die Welt um ihn plötzlich in Farben darbietet, denn sonst würden sie hinter allem Physischen die mannigfachsten Wesenheiten sehen. Wenn sie ihre gutgemeinten Reformpläne zu verwirklichen versuchen, dabei aber die geistigen Wesenheiten außer acht lassen, dann wird es in fünfzig Jahren noch viel schlimmer sein, als es jemals zuvor gewesen ist. Alle heutigen sozialen Ideale würden in fünfzig Jahren der astralen Welt grotesk widersprechen, wenn nicht diese astralische Welt, die menschlichen Leidenschaften, Begierden und Wünsche zugleich eine Änderung erführen. Ein allgemeines Elend, eine furchtbare Weltgärung, ein schrecklicher Kampf ums Dasein würde an die Stelle des heutigen schon furchtbaren Kampfes treten. Man braucht nur etwas in die geistige Welt hineinzuschauen, dann sieht man, worum es sich da handelt. Die Menschen sind nicht nur Leiber, die man mit Nahrung versehen muß, die Menschen sind auch Geister, und sie sind in Berührung mit anderen Geistern. Ihnen zum Bewußtsein zu bringen, daß sie Genossen höherer Welten sind, ist die Aufgabe der okkulten Weltanschauung. Sie können sich einen Menschen vorstellen, und auf diesem Menschen ein paar Käfer herumkrabbelnd: diese Käfer werden keine Vorstellung davon haben, daß dieser Mensch, diese Wesenheit etwas anderes darstellt als sie selber. Sie beschreiben die Form, beispielsweise die Nase. So beschreibt der Mensch den Himmel, den Mars, die Sonne, den Merkur und die anderen Sterne. Ebenso wie der Käfer, der keine Ahnung hat, daß die Nase zu einer Seele gehört, beschreibt der heutige Astronom den Merkur, den Mats, die Sonne. Er beschreibt sie so, wie er sie sieht, wie ein Käfer auf dem Weltenkosmos. Erst dann wird man wieder real beschreiben lernen, wenn man erkennen wird, daß die Sterne beseelt sind, daß überall Geist ist, daß das ganze Weltall beseelt ist. Nichts anderes bezweckt die geisteswissenschaftliche Weltanschauung; so logisch ist sie. Die Vorurteile, die nichts anderes sind als Suggestionen, machen es schwer, allen Menschen heute zum Bewußtsein zu bringen, worum es sich in dieser geistigen Weltanschauung eigentlich handelt.

[ 18 ] In diesem einleitenden Vortrage sollte einmal gezeigt werden, welche Widerstände diejenigen finden, welche geisteswissenschaftlich denken und die Geisteswissenschaft vor der Welt vertreten. Jeder von Ihnen kann in die Lage kommen, gegenüber Anschauungen, die ihm von außen her begegnen, Festigkeit zeigen zu müssen. Das gehört zur Arbeit der Zweige, ihren Mitgliedern zu dieser Festigkeit zu verhelfen. Sie sollten soweit innerlich gefestigt sein, daß sie trotz allem, was ihnen in der Welt entgegentritt, die Gewißheit der geistigen Welt in sich selbst erleben und dadurch gegen jeden Widerspruch gewappnet sind. Nicht der Umfang des theosophischen Wissens, sondern das innere Bewußtsein, das innere Leben und die innere Gewißheit machen es aus. Nicht zu kämpfen brauchen wir gegen das, was uns in der Welt entgegentritt. Viele Vertreter anderer Richtungen kommen her und wollen mit uns diskutieren, wollen die Weisheit vorbringen, die sich die Theosophie selbst sagen kann. Sie sagen immer wieder solche Dinge, die der Theosoph lange schon abgelegt hat. Er charakterisiert, aber kritisiert nicht. Er treibt nicht in gewöhnlichem Sinne Propaganda, denn das kann nicht unsere Aufgabe sein. Nur wer freiwillig zur Theosophie kommt, soll wohl aufgenommen werden. Propaganda und Agitation zu treiben, ist nicht die Aufgabe der Theosophie. Daher ist es auch nicht ihre Aufgabe, andere zu widerlegen. Man sucht den Standpunkt der Geisteswissenschaft selbst zu charakterisieren. Der andere muß sich in ihn einleben. Die Agitation — wenn man einen öffentlichen Vortrag dazu rechnet — besteht darin, daß man erzählt: dies und das hat die Theosophie zu bieten; und der, welcher dann dazu kommen soll, wird auch herankommen. Der Theosoph hat nicht Meinungen und Ansichten zu vertreten. Er erzählt Tatsachen der höheren Welt, und über Tatsachen streitet man nicht. Wer als Theosoph die geisteswissenschaftliche Weltanschauung verbreitet, verbietet es sich, seine eigene Meinung zu sagen. Was wir als Theosophen verkündigen, ist die uralte Weisheit, zu der alle Weisen vorgedrungen sind. Es gibt nicht zwei, welche verschiedener Meinung sind, wenn sie auf dem höheren Gebiete angekommen sind. Es kann höchstens einer davon nicht weit genug sein. — Das ist eine Art von Gesinnung, die der Theosoph in sich ausbilden kann. Nicht aufdringlich soll er damit sein, aber er soll sie bestimmt in sich erleben, um sie ebenso bestimmt vor die Welt hinzutragen. Derjenige, der weiß, wird auch für das, was als Wissen in ihm liegt, die Worte finden.

[ 18 ] In diesem einleitenden Vortrage sollte einmal gezeigt werden, welche Widerstände diejenigen finden, welche geisteswissenschaftlich denken und die Geisteswissenschaft vor der Welt vertreten. Jeder von Ihnen kann in die Lage kommen, gegenüber Anschauungen, die ihm von außen her begegnen, Festigkeit zeigen zu müssen. Das gehört zur Arbeit der Zweige, ihren Mitgliedern zu dieser Festigkeit zu verhelfen. Sie sollten soweit innerlich gefestigt sein, daß sie trotz allem, was ihnen in der Welt entgegentritt, die Gewißheit der geistigen Welt in sich selbst erleben und dadurch gegen jeden Widerspruch gewappnet sind. Nicht der Umfang des theosophischen Wissens, sondern das innere Bewußtsein, das innere Leben und die innere Gewißheit machen es aus. Nicht zu kämpfen brauchen wir gegen das, was uns in der Welt entgegentritt. Viele Vertreter anderer Richtungen kommen her und wollen mit uns diskutieren, wollen die Weisheit vorbringen, die sich die Theosophie selbst sagen kann. Sie sagen immer wieder solche Dinge, die der Theosoph lange schon abgelegt hat. Er charakterisiert, aber kritisiert nicht. Er treibt nicht in gewöhnlichem Sinne Propaganda, denn das kann nicht unsere Aufgabe sein. Nur wer freiwillig zur Theosophie kommt, soll wohl aufgenommen werden. Propaganda und Agitation zu treiben, ist nicht die Aufgabe der Theosophie. Daher ist es auch nicht ihre Aufgabe, andere zu widerlegen. Man sucht den Standpunkt der Geisteswissenschaft selbst zu charakterisieren. Der andere muß sich in ihn einleben. Die Agitation — wenn man einen öffentlichen Vortrag dazu rechnet — besteht darin, daß man erzählt: dies und das hat die Theosophie zu bieten; und der, welcher dann dazu kommen soll, wird auch herankommen. Der Theosoph hat nicht Meinungen und Ansichten zu vertreten. Er erzählt Tatsachen der höheren Welt, und über Tatsachen streitet man nicht. Wer als Theosoph die geisteswissenschaftliche Weltanschauung verbreitet, verbietet es sich, seine eigene Meinung zu sagen. Was wir als Theosophen verkündigen, ist die uralte Weisheit, zu der alle Weisen vorgedrungen sind. Es gibt nicht zwei, welche verschiedener Meinung sind, wenn sie auf dem höheren Gebiete angekommen sind. Es kann höchstens einer davon nicht weit genug sein. — Das ist eine Art von Gesinnung, die der Theosoph in sich ausbilden kann. Nicht aufdringlich soll er damit sein, aber er soll sie bestimmt in sich erleben, um sie ebenso bestimmt vor die Welt hinzutragen. Derjenige, der weiß, wird auch für das, was als Wissen in ihm liegt, die Worte finden.

[ 19 ] So sollte heute einmal die theosophische Gesinnung und so sollten die anderen Gesinnungen, die ihr gegenüberstehen, charakterisiert und nicht kritisiert werden. Wenn wir diese Gesinnung mehr und mehr ausbilden, dann werden wir das beste Mittel haben, um in der Welt theosophisch zu wirken. Mehr und mehr werden wir unsere Umgebung verstehen und diese Umgebung geistig erforschen. Das ist theosophisches Wirken.

[ 19 ] So sollte heute einmal die theosophische Gesinnung und so sollten die anderen Gesinnungen, die ihr gegenüberstehen, charakterisiert und nicht kritisiert werden. Wenn wir diese Gesinnung mehr und mehr ausbilden, dann werden wir das beste Mittel haben, um in der Welt theosophisch zu wirken. Mehr und mehr werden wir unsere Umgebung verstehen und diese Umgebung geistig erforschen. Das ist theosophisches Wirken.

[ 20 ] Zum Schluß noch ein Beispiel, das zu denen gehört, welche die Leute schockieren, sobald man sie öffentlich ausspricht. Diese Dinge sind einfach wahr und können mit den Mitteln unserer geistigen Forschung gefunden werden. Ich möchte Ihnen eine Zeiterscheinung schildern und Sie werden sehen, wie man seine Umgebung verstehen lernt, wenn man das, was die Geistesforschung bieten kann, wirklich durchdringt. Was jetzt gesagt wird, sollen Sie nicht gar zu schief auffassen, denn man wird sich daran gewöhnen müssen, daß es noch Dinge gibt, von denen wir keine Ahnung haben. Wer hat vor fünfzig Jahren eine Ahnung davon gehabt, daß es einen Stoff gibt, von dem ein kleines Körnchen genügt, um uns gesundheitlich zu schädigen? Vor fünfzig Jahren hat kein Mensch etwas davon gewußt. Es gibt eben Dinge, die wirken, bevor der Mensch von ihnen etwas weiß und sie kennt. Radium heißt dieser Stoff. Beim Radium sind es die physischen Instrumente, die dem Menschen gefehlt haben. Bei geistigen Dingen sind es die geistigen Instrumente.

[ 20 ] Zum Schluß noch ein Beispiel, das zu denen gehört, welche die Leute schockieren, sobald man sie öffentlich ausspricht. Diese Dinge sind einfach wahr und können mit den Mitteln unserer geistigen Forschung gefunden werden. Ich möchte Ihnen eine Zeiterscheinung schildern und Sie werden sehen, wie man seine Umgebung verstehen lernt, wenn man das, was die Geistesforschung bieten kann, wirklich durchdringt. Was jetzt gesagt wird, sollen Sie nicht gar zu schief auffassen, denn man wird sich daran gewöhnen müssen, daß es noch Dinge gibt, von denen wir keine Ahnung haben. Wer hat vor fünfzig Jahren eine Ahnung davon gehabt, daß es einen Stoff gibt, von dem ein kleines Körnchen genügt, um uns gesundheitlich zu schädigen? Vor fünfzig Jahren hat kein Mensch etwas davon gewußt. Es gibt eben Dinge, die wirken, bevor der Mensch von ihnen etwas weiß und sie kennt. Radium heißt dieser Stoff. Beim Radium sind es die physischen Instrumente, die dem Menschen gefehlt haben. Bei geistigen Dingen sind es die geistigen Instrumente.

[ 21 ] In der sozialistischen Bewegung gibt es Leute, die außerordentlich radikal sind, die am liebsten alles kurz und klein schlagen möchten. Es gibt auch solche mit einem gewissen konservativen Sinn. Man findet da alle möglichen Richtungen. So gibt es innerhalb der sozialistischen Bewegung eine Organisation, die als geschlossene Gruppe immer eine ganz merkwürdig homogene, gleichartige Gesinnung und ein gleichartiges Vorgehen gezeigt hat. Das waren die am wenigsten Radikalen. Im Grunde genommen ist es ein Stand, ein Gewerbe, von dem die sozialistische Gewerkschaftsbewegung ausgegangen ist, nämlich die Buchdrucker. Sie haben als erste eine Art Gesetzmäßigkeit innerhalb der sozialistischen Bewegung entwickelt. Tarife wurden für das Verhältnis zwischen Arbeiter und Arbeitgeber abgeschlossen. Es ist sogar so weit gekommen, daß bei den Buchdruckern eine Zeitung existiert, deren Redakteur gar kein Sozialist ist, weil er von der sozialistischen Partei herausgeworfen wurde. Man sieht daran, wie gemäßigt diese Gruppe ist.

[ 21 ] In der sozialistischen Bewegung gibt es Leute, die außerordentlich radikal sind, die am liebsten alles kurz und klein schlagen möchten. Es gibt auch solche mit einem gewissen konservativen Sinn. Man findet da alle möglichen Richtungen. So gibt es innerhalb der sozialistischen Bewegung eine Organisation, die als geschlossene Gruppe immer eine ganz merkwürdig homogene, gleichartige Gesinnung und ein gleichartiges Vorgehen gezeigt hat. Das waren die am wenigsten Radikalen. Im Grunde genommen ist es ein Stand, ein Gewerbe, von dem die sozialistische Gewerkschaftsbewegung ausgegangen ist, nämlich die Buchdrucker. Sie haben als erste eine Art Gesetzmäßigkeit innerhalb der sozialistischen Bewegung entwickelt. Tarife wurden für das Verhältnis zwischen Arbeiter und Arbeitgeber abgeschlossen. Es ist sogar so weit gekommen, daß bei den Buchdruckern eine Zeitung existiert, deren Redakteur gar kein Sozialist ist, weil er von der sozialistischen Partei herausgeworfen wurde. Man sieht daran, wie gemäßigt diese Gruppe ist.

[ 22 ] Nun ist die Frage möglich: Kann man diese Dinge ihrer geistigen Ursache nach ebenso erforschen, wie man die Wirkung des Radiums physisch erforscht? Ja, das kann man. Staunen Sie nicht so sehr darüber, was die geisteswissenschaftliche Forschung uns als Antwort auf die Frage gibt, warum es innerhalb der sozialistischen Bewegung eine solche Gruppe gibt. Das ist die Wirkung des Bleies auf die menschliche Seele. Was in unserer Umgebung ist, das Kleinste und das Größte, stellt den Körper eines Geistigen vor. Gold, Silber, Kupfer, alles was da lebt, ist Körper für etwas Geistiges. Auch Blei ist der äußere Körper für eine gewisse Geistigkeit. Und wer mit Blei hantiert, hat es nicht nur mit Blei im chemischen Sinne, sondern auch mit dessen Geistigkeit zu tun. Blei greift nicht nur die Lunge an, sondern hat auch eine ganz bestimmte Wirkung auf den übrigen Menschen. Da haben Sie den Ursprung für die eigentümliche Gesinnung innerhalb dieses Standes.

[ 22 ] Nun ist die Frage möglich: Kann man diese Dinge ihrer geistigen Ursache nach ebenso erforschen, wie man die Wirkung des Radiums physisch erforscht? Ja, das kann man. Staunen Sie nicht so sehr darüber, was die geisteswissenschaftliche Forschung uns als Antwort auf die Frage gibt, warum es innerhalb der sozialistischen Bewegung eine solche Gruppe gibt. Das ist die Wirkung des Bleies auf die menschliche Seele. Was in unserer Umgebung ist, das Kleinste und das Größte, stellt den Körper eines Geistigen vor. Gold, Silber, Kupfer, alles was da lebt, ist Körper für etwas Geistiges. Auch Blei ist der äußere Körper für eine gewisse Geistigkeit. Und wer mit Blei hantiert, hat es nicht nur mit Blei im chemischen Sinne, sondern auch mit dessen Geistigkeit zu tun. Blei greift nicht nur die Lunge an, sondern hat auch eine ganz bestimmte Wirkung auf den übrigen Menschen. Da haben Sie den Ursprung für die eigentümliche Gesinnung innerhalb dieses Standes.

[ 23 ] Noch ein anderes Erlebnis, das mir gerade vor ein paar Tagen passiert ist. Es kam ein guter Bekannter zu mir, der sich nicht erklären konnte, warum er bei seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ohne besondere Schwierigkeiten Analogien zu finden und Kombinationen aufzustellen vermag, und zwar in einem Ausmaß, wie es selbst unter Gelehrten äußerst selten ist. Eine derartige Fähigkeit geht auf eine leichte Beweglichkeit des Mentalleibes zurück. Nun wollte ich auch herausfinden, wie dieses Phänomen zustande kommt. Nach einiger Zeit konnte ich dem Manne sagen, wahrscheinlich habe er viel mit Kupfer zu tun. Tatsächlich bestätigte sich dies, denn der Betreffende ist Waldhornbläser. Das geringe Maß von Kupfer war es, das bei ihm eine solche Wirkung auslöste.

[ 23 ] Noch ein anderes Erlebnis, das mir gerade vor ein paar Tagen passiert ist. Es kam ein guter Bekannter zu mir, der sich nicht erklären konnte, warum er bei seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ohne besondere Schwierigkeiten Analogien zu finden und Kombinationen aufzustellen vermag, und zwar in einem Ausmaß, wie es selbst unter Gelehrten äußerst selten ist. Eine derartige Fähigkeit geht auf eine leichte Beweglichkeit des Mentalleibes zurück. Nun wollte ich auch herausfinden, wie dieses Phänomen zustande kommt. Nach einiger Zeit konnte ich dem Manne sagen, wahrscheinlich habe er viel mit Kupfer zu tun. Tatsächlich bestätigte sich dies, denn der Betreffende ist Waldhornbläser. Das geringe Maß von Kupfer war es, das bei ihm eine solche Wirkung auslöste.

[ 24 ] Nun bedenken Sie einmal, was der Mensch, ohne es zu wissen, für ein Wesen ist, das allen möglichen Einflüssen unterworfen ist! Von der Suggestion habe ich vorhin gesprochen. Jetzt sehen wir den Einfluß der ganzen um den Menschen herumliegenden geistigen Welt. Und was ist die Theosophie? Sie ist das Hineindringen in die geistige Welt und deren Gesetze. Und was bedeutet dieses Hineindringen in die geistige Welt? Es bedeutet Freiheit, denn nur Erkenntnis gibt Freiheit. Wenn man etwas weiß, so kann man sich in ein richtiges Verhältnis dazu bringen. So ist die geistige Erkenntnis der höchste Befreiungsprozeß, den wir überhaupt in uns durchmachen können. Die wirkliche Entwickelung ist dasjenige, was uns durch die Geisteswissenschaft gelehrt werden soll. Nur wenn die Menschen frei werden wollen, werden sie an die Geist-Erkenntnis herankommen. Wenn sie aber nicht nur von gesellschaftlichen Vorurteilen abhängig sein wollen, sondern auch von alledem, was sie mit ihrem Denken überhaupt nicht überblicken, dann werden sie heute noch nicht an die Geisteswissenschaft herankommen, und wir werden begreifen, daß sie nicht herankommen können. Diejenigen, welche noch von der Mode und so weiter abhängig sind, werden nicht sehr geneigt sein, den Einfluß der Metalle um sie herum einzusehen. Aber ein Anfang muß gemacht werden, ein kleiner Anfang zu einer großen, sehr großen Sache. Nur einen kleinen Blick auf das, wozu die Geisteswissenschaft ein Anfang sein möchte, wollte ich heute werfen.

[ 24 ] Nun bedenken Sie einmal, was der Mensch, ohne es zu wissen, für ein Wesen ist, das allen möglichen Einflüssen unterworfen ist! Von der Suggestion habe ich vorhin gesprochen. Jetzt sehen wir den Einfluß der ganzen um den Menschen herumliegenden geistigen Welt. Und was ist die Theosophie? Sie ist das Hineindringen in die geistige Welt und deren Gesetze. Und was bedeutet dieses Hineindringen in die geistige Welt? Es bedeutet Freiheit, denn nur Erkenntnis gibt Freiheit. Wenn man etwas weiß, so kann man sich in ein richtiges Verhältnis dazu bringen. So ist die geistige Erkenntnis der höchste Befreiungsprozeß, den wir überhaupt in uns durchmachen können. Die wirkliche Entwickelung ist dasjenige, was uns durch die Geisteswissenschaft gelehrt werden soll. Nur wenn die Menschen frei werden wollen, werden sie an die Geist-Erkenntnis herankommen. Wenn sie aber nicht nur von gesellschaftlichen Vorurteilen abhängig sein wollen, sondern auch von alledem, was sie mit ihrem Denken überhaupt nicht überblicken, dann werden sie heute noch nicht an die Geisteswissenschaft herankommen, und wir werden begreifen, daß sie nicht herankommen können. Diejenigen, welche noch von der Mode und so weiter abhängig sind, werden nicht sehr geneigt sein, den Einfluß der Metalle um sie herum einzusehen. Aber ein Anfang muß gemacht werden, ein kleiner Anfang zu einer großen, sehr großen Sache. Nur einen kleinen Blick auf das, wozu die Geisteswissenschaft ein Anfang sein möchte, wollte ich heute werfen.