Original Impulses of Spiritual Science
GA 96
21 October 1906, Berlin
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Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft, 2nd ed.
10. Der Erkenntnispfad und seine Stufen
10. Der Erkenntnispfad und seine Stufen
Imaginative Erkenntnis und künstlerische Imagination
Imaginative Erkenntnis und künstlerische Imagination
[ 1 ] Unter den verschiedenen Anweisungen, die der okkulte Lehrer dem Schüler gibt, wurde an zweiter Stelle die Imagination genannt. Sie besteht darin, daß der Mensch nicht so durch das Leben geht, wie das in der Alltäglichkeit geschieht, sondern im Sinne des Goetheschen Spruches «Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis», so daß ihm hinter jedem Tier und jeder Pflanze etwas aufgeht, was dahintersteht. In der Herbstzeitlose wird er dann zum Beispiel ein Bild des melancholischen Gemütes erblicken, im Veilchen ein Bild stiller Frömmigkeit, in der Sonnenblume ein Bild kraftstrotzenden Lebens, von Selbständigkeit, von Ehrgeiz. Wenn der Mensch in diesem Sinne lebt, dann schwingt er sich zur imaginativen Erkenntnis auf. Er sieht dann aus einer Pflanze etwas wie eine kalte Flamme aufsteigen, ein Farbenbild, welches ihn in den Astralplan einführt. So wird der Schüler dahin geführt, Dinge zu sehen, die ihm die geistigen Wesen aus anderen Welten vorführen. Gesagt wurde aber schon, daß der Schüler dem okkulten Lehrer streng folgen muß, weil nur dieser ihm sagen kann, was subjektiv, was objektiv ist. Und der okkulte Lehrer kann dem Schüler die notwendige Festigkeit geben, die die Sinnenwelt von selbst gibt, weil sie die Irrtümer fortwährend korrigiert. In der Astralwelt dagegen ist es anders. Da ist man leicht Täuschungen unterworfen; da muß einem der Erfahrenere zur Seite stehen.
[ 1 ] Unter den verschiedenen Anweisungen, die der okkulte Lehrer dem Schüler gibt, wurde an zweiter Stelle die Imagination genannt. Sie besteht darin, daß der Mensch nicht so durch das Leben geht, wie das in der Alltäglichkeit geschieht, sondern im Sinne des Goetheschen Spruches «Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis», so daß ihm hinter jedem Tier und jeder Pflanze etwas aufgeht, was dahintersteht. In der Herbstzeitlose wird er dann zum Beispiel ein Bild des melancholischen Gemütes erblicken, im Veilchen ein Bild stiller Frömmigkeit, in der Sonnenblume ein Bild kraftstrotzenden Lebens, von Selbständigkeit, von Ehrgeiz. Wenn der Mensch in diesem Sinne lebt, dann schwingt er sich zur imaginativen Erkenntnis auf. Er sieht dann aus einer Pflanze etwas wie eine kalte Flamme aufsteigen, ein Farbenbild, welches ihn in den Astralplan einführt. So wird der Schüler dahin geführt, Dinge zu sehen, die ihm die geistigen Wesen aus anderen Welten vorführen. Gesagt wurde aber schon, daß der Schüler dem okkulten Lehrer streng folgen muß, weil nur dieser ihm sagen kann, was subjektiv, was objektiv ist. Und der okkulte Lehrer kann dem Schüler die notwendige Festigkeit geben, die die Sinnenwelt von selbst gibt, weil sie die Irrtümer fortwährend korrigiert. In der Astralwelt dagegen ist es anders. Da ist man leicht Täuschungen unterworfen; da muß einem der Erfahrenere zur Seite stehen.
[ 2 ] Eine Reihe von Anweisungen gibt der Lehrer dem Schüler, der den rosenkreuzerischen Weg gehen will. Zunächst gibt er ihm eine bestimmte Anweisung, wenn er angefangen hat, die Stufe der imaginativen Entwickelung zu erreichen. Er sagt ihm: Bemühe dich zuerst, nicht bloß einzelne Tiere zu lieben, nicht bloß zu einzelnen Tieren ein bestimmtes Verhältnis zu gewinnen, bei diesem oder jenem Tier das oder jenes zu erfahren, sondern versuche, für ganze Tiergruppen eine lebendige Empfindung zu haben, dann wirst du eine Vorstellung davon bekommen, was die Gruppenseele ist. Die einzelne Seele, die beim Menschen auf dem physischen Plan ist, diese Seele ist bei den Tieren auf dem Astralplan. Das Tier kann nicht hier auf dem physischen Plan zu sich Ich sagen.
[ 2 ] Eine Reihe von Anweisungen gibt der Lehrer dem Schüler, der den rosenkreuzerischen Weg gehen will. Zunächst gibt er ihm eine bestimmte Anweisung, wenn er angefangen hat, die Stufe der imaginativen Entwickelung zu erreichen. Er sagt ihm: Bemühe dich zuerst, nicht bloß einzelne Tiere zu lieben, nicht bloß zu einzelnen Tieren ein bestimmtes Verhältnis zu gewinnen, bei diesem oder jenem Tier das oder jenes zu erfahren, sondern versuche, für ganze Tiergruppen eine lebendige Empfindung zu haben, dann wirst du eine Vorstellung davon bekommen, was die Gruppenseele ist. Die einzelne Seele, die beim Menschen auf dem physischen Plan ist, diese Seele ist bei den Tieren auf dem Astralplan. Das Tier kann nicht hier auf dem physischen Plan zu sich Ich sagen.
[ 3 ] Oft wird die Frage gestellt: Hat das Tier keine solche Seele wie der Mensch? - Es hat eine solche Seele, aber die Tierseele ist oben auf dem Astralplan. Das einzelne Tier verhält sich zu der Tierseele so, wie sich beim Menschen die einzelnen Organe zu seiner Seele verhalten. Tut man einem Finger weh, so ist es die Seele, die dies empfindet. Alle Empfindungen der einzelnen Organe gehen zu der Seele hin. Das ist bei einer Tiergruppe in gleicher Weise der Fall. Alles, was das einzelne Tier empfindet, empfindet in ihm die Gruppenseele. Nehmen wir zum Beispiel alle verschiedenen Löwen: Die Empfindungen der Löwen führen alle zu einer gemeinschaftlichen Seele hin. Auf dem astralen Plan haben alle Löwen eine gemeinschaftliche Gruppenseele. So haben alle Tiere auf dem Astralplan ihre Gruppenseele. Wenn man dem einzelnen Löwen einen Schmerz bereitet, oder wenn er eine Wollust empfindet, so setzt sich das bis auf den Astralplan fort, wie der Schmerz des Fingers sich bis zu der Menschenseele fortsetzt. Der Mensch kann sich zum Verständnis der Gruppenseele erheben, wenn er sich eine Form zu gestalten vermag, die alle einzelnen Löwen enthält, so wie ein allgemeiner Begriff die einzelnen dazugehörigen Gebilde enthält.
[ 3 ] Oft wird die Frage gestellt: Hat das Tier keine solche Seele wie der Mensch? - Es hat eine solche Seele, aber die Tierseele ist oben auf dem Astralplan. Das einzelne Tier verhält sich zu der Tierseele so, wie sich beim Menschen die einzelnen Organe zu seiner Seele verhalten. Tut man einem Finger weh, so ist es die Seele, die dies empfindet. Alle Empfindungen der einzelnen Organe gehen zu der Seele hin. Das ist bei einer Tiergruppe in gleicher Weise der Fall. Alles, was das einzelne Tier empfindet, empfindet in ihm die Gruppenseele. Nehmen wir zum Beispiel alle verschiedenen Löwen: Die Empfindungen der Löwen führen alle zu einer gemeinschaftlichen Seele hin. Auf dem astralen Plan haben alle Löwen eine gemeinschaftliche Gruppenseele. So haben alle Tiere auf dem Astralplan ihre Gruppenseele. Wenn man dem einzelnen Löwen einen Schmerz bereitet, oder wenn er eine Wollust empfindet, so setzt sich das bis auf den Astralplan fort, wie der Schmerz des Fingers sich bis zu der Menschenseele fortsetzt. Der Mensch kann sich zum Verständnis der Gruppenseele erheben, wenn er sich eine Form zu gestalten vermag, die alle einzelnen Löwen enthält, so wie ein allgemeiner Begriff die einzelnen dazugehörigen Gebilde enthält.
[ 4 ] Die Pflanze hat ihre Seele in der Rupapartie des Devachanplanes. Dadurch, daß der Mensch lernt, eine Gruppe von Pflanzen zu übersehen und zu der Gruppenseele der Pflanzen ein bestimmtes Verhältnis zu gewinnen, lernt er, zu den Gruppenseelen der Pflanzen auf dem Rupaplan einzudringen. Wenn ihm nicht mehr die einzelne Lilie, die einzelne Tulpe etwas Besonderes ist, sondern wenn ihm die Individuen zusammenwachsen zu lebendigen, verdichteten Imaginationen, die zu Bildern werden, dann erlebt der Mensch etwas ganz Neues. Es kommt darauf an, daß das ein ganz konkretes, in der Phantasie individuell gestaltetes Bild ist. Dann erlebt es der Mensch, daß ihm die Pflanzendecke der Erde, daß irgendeine mit Blumen besäte Wiese ihm ein ganz Neues wird, daß die Blumen für ihn eine wirkliche Offenbarung des Geistes der Erde werden. Das ist die Offenbarung dieser verschiedenen pflanzlichen Gruppenscelen. Wie die Tränen des Menschen zum Ausdruck der inneren Traurigkeit der Seele werden, wie die Physiognomie des Menschen ein Ausdruck der Seele des Menschen wird, so lernt der Okkultist das Grün der Pflanzendecke als den Ausdruck von inneren Vorgängen, von wirklichem geistigem Leben der Erde betrachten. So werden gewisse Pflanzen für ihn wie die Tränen der Erde, aus denen die innere Trauer der Erde herausquillt. Wie bei jemand, der mitbebt und mitempfindet mit den Tränen der Mitmenschen, so gießt sich bei dem Schüler ein neuer, imaginativer Inhalt in seine Seele.
[ 4 ] Die Pflanze hat ihre Seele in der Rupapartie des Devachanplanes. Dadurch, daß der Mensch lernt, eine Gruppe von Pflanzen zu übersehen und zu der Gruppenseele der Pflanzen ein bestimmtes Verhältnis zu gewinnen, lernt er, zu den Gruppenseelen der Pflanzen auf dem Rupaplan einzudringen. Wenn ihm nicht mehr die einzelne Lilie, die einzelne Tulpe etwas Besonderes ist, sondern wenn ihm die Individuen zusammenwachsen zu lebendigen, verdichteten Imaginationen, die zu Bildern werden, dann erlebt der Mensch etwas ganz Neues. Es kommt darauf an, daß das ein ganz konkretes, in der Phantasie individuell gestaltetes Bild ist. Dann erlebt es der Mensch, daß ihm die Pflanzendecke der Erde, daß irgendeine mit Blumen besäte Wiese ihm ein ganz Neues wird, daß die Blumen für ihn eine wirkliche Offenbarung des Geistes der Erde werden. Das ist die Offenbarung dieser verschiedenen pflanzlichen Gruppenscelen. Wie die Tränen des Menschen zum Ausdruck der inneren Traurigkeit der Seele werden, wie die Physiognomie des Menschen ein Ausdruck der Seele des Menschen wird, so lernt der Okkultist das Grün der Pflanzendecke als den Ausdruck von inneren Vorgängen, von wirklichem geistigem Leben der Erde betrachten. So werden gewisse Pflanzen für ihn wie die Tränen der Erde, aus denen die innere Trauer der Erde herausquillt. Wie bei jemand, der mitbebt und mitempfindet mit den Tränen der Mitmenschen, so gießt sich bei dem Schüler ein neuer, imaginativer Inhalt in seine Seele.
[ 5 ] Diese Stimmungen muß der Mensch durchmachen. Macht er die entsprechende Stimmung gegenüber der Tierwelt durch, dann rankt er sich hinauf auf den Astralplan. Wenn er sich in die geschilderte Stimmung gegenüber der Pflanzenwelt versetzt, dann rankt er sich hinauf bis auf die untere Partie des Devachanplanes. Dann beobachtet er die Flammenbildungen, die von den Pflanzen aufsteigen. Die Pflanzendecke der Erde wird dann überdeckt mit einer Summe von Gebilden, den Inkarnationen der Lichtstrahlen, die auf die Pflanzen niedergehen.
[ 5 ] Diese Stimmungen muß der Mensch durchmachen. Macht er die entsprechende Stimmung gegenüber der Tierwelt durch, dann rankt er sich hinauf auf den Astralplan. Wenn er sich in die geschilderte Stimmung gegenüber der Pflanzenwelt versetzt, dann rankt er sich hinauf bis auf die untere Partie des Devachanplanes. Dann beobachtet er die Flammenbildungen, die von den Pflanzen aufsteigen. Die Pflanzendecke der Erde wird dann überdeckt mit einer Summe von Gebilden, den Inkarnationen der Lichtstrahlen, die auf die Pflanzen niedergehen.
[ 6 ] Man kann in dieser Weise auch bis zum toten Stein gehen. Es gibt eine Grundempfindung bei der Steinwelt. Nehmen wir den lichtdurchglänzten Bergkristall. Wenn man sich denselben anschaut, wird man sich sagen: In einer Art stellt dies ein Ideal für den Menschen selbst dar. Wie der physische Körper des Menschen ein physisch Materielles darstellt, so ist auch der Stein ein physisch Materielles. Aber es gibt eine Zukunftsperspektive, zu der der okkulte Lehrer den Schüler hinleitet. Heute noch ist der Mensch durchzogen von Trieben und Begierden, von Leidenschaften. Das durchtränkt die physische Natur. Aber ein Ideal steht vor dem Okkultisten. Er sagt sich: Die tierische Natur des Menschen wird allmählich geläutert und gereinigt bis zu einer Stufe, auf welcher dieser menschliche Leib ebenso innerlich keusch und wunschlos vor uns stehen kann wie das Mineral, das nichts begehrt, in dem kein Wunsch rege wird, wenn etwas in seine Nähe kommt. Keusch und rein ist die innere materielle Natur des Minerals. — Diese Keuschheit und Reinheit ist die Empfindung, die den Schüler bei dem Anblick der Gesteinswelt durchziehen soll. Je nachdem wie die Gesteinswelt sich in den verschiedenen Formen und Farben zeigt, sind diese Empfindungen spezifiziert, aber die Grundempfindung, die durch das Mineralreich zieht, ist die Keuschheit.
[ 6 ] Man kann in dieser Weise auch bis zum toten Stein gehen. Es gibt eine Grundempfindung bei der Steinwelt. Nehmen wir den lichtdurchglänzten Bergkristall. Wenn man sich denselben anschaut, wird man sich sagen: In einer Art stellt dies ein Ideal für den Menschen selbst dar. Wie der physische Körper des Menschen ein physisch Materielles darstellt, so ist auch der Stein ein physisch Materielles. Aber es gibt eine Zukunftsperspektive, zu der der okkulte Lehrer den Schüler hinleitet. Heute noch ist der Mensch durchzogen von Trieben und Begierden, von Leidenschaften. Das durchtränkt die physische Natur. Aber ein Ideal steht vor dem Okkultisten. Er sagt sich: Die tierische Natur des Menschen wird allmählich geläutert und gereinigt bis zu einer Stufe, auf welcher dieser menschliche Leib ebenso innerlich keusch und wunschlos vor uns stehen kann wie das Mineral, das nichts begehrt, in dem kein Wunsch rege wird, wenn etwas in seine Nähe kommt. Keusch und rein ist die innere materielle Natur des Minerals. — Diese Keuschheit und Reinheit ist die Empfindung, die den Schüler bei dem Anblick der Gesteinswelt durchziehen soll. Je nachdem wie die Gesteinswelt sich in den verschiedenen Formen und Farben zeigt, sind diese Empfindungen spezifiziert, aber die Grundempfindung, die durch das Mineralreich zieht, ist die Keuschheit.
[ 7 ] Heute hat unsere Erde eine ganz bestimmte Konfiguration, eine ganz bestimmte Form. Gehen wir in der Evolution der Erde zurück. Einst hatte sie eine ganz andere Gestalt. Versetzen wir uns in die Atlantis und noch weiter zurück. Da kommen wir zu immer höheren Temperaturen, bei denen die Metalle umherrannen, wie heute das Wasser dahinrinnt. Alle Metalle sind dadurch zu diesen Gängen in der Erde geworden, daß sie zuerst in Bächen dahingeflossen sind. Genau wie das Blei heute fest und das Quecksilber flüssig ist, so war das Blei einmal flüssig, und so wird das Quecksilber einst ein festes Metall werden. So ist die Erde wandelbar, aber der Mensch hat diese verschiedenen Evolutionen immer mitgemacht. In den Zeiten, von denen wir gesprochen haben, war der physische Mensch noch nicht da. Aber der Ätherleib und der Astralleib waren da, sie konnten in noch höheren Temperaturen leben. Mit der Abkühlung bildeten sich allmählich die Hüllen und gliederten sich um den Menschen herum.
[ 7 ] Heute hat unsere Erde eine ganz bestimmte Konfiguration, eine ganz bestimmte Form. Gehen wir in der Evolution der Erde zurück. Einst hatte sie eine ganz andere Gestalt. Versetzen wir uns in die Atlantis und noch weiter zurück. Da kommen wir zu immer höheren Temperaturen, bei denen die Metalle umherrannen, wie heute das Wasser dahinrinnt. Alle Metalle sind dadurch zu diesen Gängen in der Erde geworden, daß sie zuerst in Bächen dahingeflossen sind. Genau wie das Blei heute fest und das Quecksilber flüssig ist, so war das Blei einmal flüssig, und so wird das Quecksilber einst ein festes Metall werden. So ist die Erde wandelbar, aber der Mensch hat diese verschiedenen Evolutionen immer mitgemacht. In den Zeiten, von denen wir gesprochen haben, war der physische Mensch noch nicht da. Aber der Ätherleib und der Astralleib waren da, sie konnten in noch höheren Temperaturen leben. Mit der Abkühlung bildeten sich allmählich die Hüllen und gliederten sich um den Menschen herum.
[ 8 ] Während sich in der Erdenevolution immer etwas Neues am Menschen gebildet hat, hat sich auch entsprechend Neues draußen in der Natur um ihn her gebildet. Zuerst entstand die Anlage des menschlichen Auges auf dem Sonnenplaneten. Der Ätherleib bildete sich als erstes heraus, und dieser hat wieder das menschliche physische Auge gebildet. Wie ein Stück Eis aus dem Wasser heraus gefriert, so sind die physischen Organe aus dem feineren Ätherleib heraus gebildet. Innen im Menschen bildeten sich die physischen Organe, draußen wurde die Erde fest. In jeder Zeit geht die Bildung eines Organs im Menschen und draußen in der Natur die Bildung bestimmter Konfigurationen parallel. Während im Menschen das Auge veranlagt wurde, bildete sich im Mineralreich der Chrysolith. Daher kann man sich denken, daß dieselben Kräfte, die draußen die Natur des Chrysoliths zusammenfügen, im Menschen das Auge bilden.
[ 8 ] Während sich in der Erdenevolution immer etwas Neues am Menschen gebildet hat, hat sich auch entsprechend Neues draußen in der Natur um ihn her gebildet. Zuerst entstand die Anlage des menschlichen Auges auf dem Sonnenplaneten. Der Ätherleib bildete sich als erstes heraus, und dieser hat wieder das menschliche physische Auge gebildet. Wie ein Stück Eis aus dem Wasser heraus gefriert, so sind die physischen Organe aus dem feineren Ätherleib heraus gebildet. Innen im Menschen bildeten sich die physischen Organe, draußen wurde die Erde fest. In jeder Zeit geht die Bildung eines Organs im Menschen und draußen in der Natur die Bildung bestimmter Konfigurationen parallel. Während im Menschen das Auge veranlagt wurde, bildete sich im Mineralreich der Chrysolith. Daher kann man sich denken, daß dieselben Kräfte, die draußen die Natur des Chrysoliths zusammenfügen, im Menschen das Auge bilden.
[ 9 ] Wir können uns im einzelnen nicht mit allgemeinen Redensarten begnügen, daß der Mensch der Mikrokosmos und die Welt der Makrokosmos ist, sondern der Okkultismus hat den wirklichen Zusammenhang zwischen dem Menschen und der Welt nachgewiesen. Als sich in der atlantischen Zeit das physische Organ für die Verstandeskombination bildete, da verfestigte sich draußen das Blei; es ging aus dem flüssigen in den festen Zustand über. Es sind dieselben Kräfte, die bei der Verfestigung des Bleis und dem Verstandesorganismus walten. Man versteht den Menschen erst, wenn man die Zusammenhänge zwischen dem Menschen und den Naturkräften erkennen kann. Es gibt innerhalb der sozialistischen Bewegung eine besondere Gruppe, die sich von der allgemeinen Sozialdemokratie dutch eine große Mäßigung unterscheidet. Es sind die Gemäßigten, die immer viel von Verstandeskombinationen gehalten haben. Diese besondere Gruppe in der sozialistischen Bewegung bilden die Buchdrucker. Das kommt daher, daß die Buchdrucker mit Blei zu tun haben. Die Tarifgemeinschaft zwischen Arbeiter und Prinzipal wurde zuerst bei den Buchdruckern ausgearbeitet. Das Blei bewirkt diese Seelenstimmung, wenn es in kleinen Mengen aufgenommen wird.
[ 9 ] Wir können uns im einzelnen nicht mit allgemeinen Redensarten begnügen, daß der Mensch der Mikrokosmos und die Welt der Makrokosmos ist, sondern der Okkultismus hat den wirklichen Zusammenhang zwischen dem Menschen und der Welt nachgewiesen. Als sich in der atlantischen Zeit das physische Organ für die Verstandeskombination bildete, da verfestigte sich draußen das Blei; es ging aus dem flüssigen in den festen Zustand über. Es sind dieselben Kräfte, die bei der Verfestigung des Bleis und dem Verstandesorganismus walten. Man versteht den Menschen erst, wenn man die Zusammenhänge zwischen dem Menschen und den Naturkräften erkennen kann. Es gibt innerhalb der sozialistischen Bewegung eine besondere Gruppe, die sich von der allgemeinen Sozialdemokratie dutch eine große Mäßigung unterscheidet. Es sind die Gemäßigten, die immer viel von Verstandeskombinationen gehalten haben. Diese besondere Gruppe in der sozialistischen Bewegung bilden die Buchdrucker. Das kommt daher, daß die Buchdrucker mit Blei zu tun haben. Die Tarifgemeinschaft zwischen Arbeiter und Prinzipal wurde zuerst bei den Buchdruckern ausgearbeitet. Das Blei bewirkt diese Seelenstimmung, wenn es in kleinen Mengen aufgenommen wird.
[ 10 ] Ein anderes Beispiel kann aus der Erfahrung angeführt werden, wo in ähnlicher Weise die Einwirkung der Natur eines Metalls auf einen Menschen zu beobachten war. Einem Menschen war es aufgefallen, wie leicht er bei allen möglichen Dingen Analogien herausfindet. Man konnte schließen, daß er viel mit Kupfer zu tun habe. Das war der Fall! Er war Waldhornbläser im Orchester, hatte es also mit einem Instrument zu tun, das viel Kupfer enthält.
[ 10 ] Ein anderes Beispiel kann aus der Erfahrung angeführt werden, wo in ähnlicher Weise die Einwirkung der Natur eines Metalls auf einen Menschen zu beobachten war. Einem Menschen war es aufgefallen, wie leicht er bei allen möglichen Dingen Analogien herausfindet. Man konnte schließen, daß er viel mit Kupfer zu tun habe. Das war der Fall! Er war Waldhornbläser im Orchester, hatte es also mit einem Instrument zu tun, das viel Kupfer enthält.
[ 11 ] Wenn einmal die Beziehung der äußeren toten Welt zum menschlichen Organismus studiert wird, so wird man finden, daß eine Beziehung zwischen dem Menschen und der Umwelt in der verschiedensten Weise besteht, zum Beispiel die Beziehung der Sinne zu den Edelsteinen. Es gibt gewisse Beziehungen, die in der Evolution der Sinne begründet sind, zu den Edelsteinen. Eine Beziehung zum Auge haben wir schon beim Chrysolith gefunden. So gibt es eine Beziehung zum Gehörorgan beim Onyx. Er steht in einem merkwürdigen Verhältnis zu den Schwingungen des Ich-Lebens im Menschen. Die Okkultisten haben ihn immer dazu in Beziehung gebracht. Er stellt zum Beispiel das Leben dar, das aus dem Tode hervorgeht. So wird in Goethes «Märchen» der tote Hund durch die Lampe des Alten in einen Onyx verwandelt. In dieser Intuition Goethes liegt das Ergebnis eines okkulten Wissens. Damit hängt die Beziehung des Onyx zum Gehörorgan zusammen. Eine okkulte Beziehung besteht ferner zwischen dem Geschmacksorgan und dem 'Topas, dem Geruchssinn und dem Jaspis, dem Hautsinn als Wärmesinn des Menschen und dem Karneol, der produktiven Vorstellungskraft und dem Karfunkel. Dieser wurde als das Symbol der produktiven Vorstellungskraft verwendet, die beim Menschen zu gleicher Zeit entstanden ist wie der Karfunkel in der Natur.
[ 11 ] Wenn einmal die Beziehung der äußeren toten Welt zum menschlichen Organismus studiert wird, so wird man finden, daß eine Beziehung zwischen dem Menschen und der Umwelt in der verschiedensten Weise besteht, zum Beispiel die Beziehung der Sinne zu den Edelsteinen. Es gibt gewisse Beziehungen, die in der Evolution der Sinne begründet sind, zu den Edelsteinen. Eine Beziehung zum Auge haben wir schon beim Chrysolith gefunden. So gibt es eine Beziehung zum Gehörorgan beim Onyx. Er steht in einem merkwürdigen Verhältnis zu den Schwingungen des Ich-Lebens im Menschen. Die Okkultisten haben ihn immer dazu in Beziehung gebracht. Er stellt zum Beispiel das Leben dar, das aus dem Tode hervorgeht. So wird in Goethes «Märchen» der tote Hund durch die Lampe des Alten in einen Onyx verwandelt. In dieser Intuition Goethes liegt das Ergebnis eines okkulten Wissens. Damit hängt die Beziehung des Onyx zum Gehörorgan zusammen. Eine okkulte Beziehung besteht ferner zwischen dem Geschmacksorgan und dem 'Topas, dem Geruchssinn und dem Jaspis, dem Hautsinn als Wärmesinn des Menschen und dem Karneol, der produktiven Vorstellungskraft und dem Karfunkel. Dieser wurde als das Symbol der produktiven Vorstellungskraft verwendet, die beim Menschen zu gleicher Zeit entstanden ist wie der Karfunkel in der Natur.
[ 12 ] Die okkulten Symbole sind tief aus der wirklichen Weisheit herausgeholt. Wo man nur in die okkulte Symbolik hereinsteigt, da findet sich echte Erkenntnis. Wer die Bedeutung eines Minerals erkennt, findet zu den oberen Partien des Devachanplans Zugang. Wenn man einen Edelstein sieht und durchfühlt, was uns der Edelstein zu sagen hat, so findet man den Zugang zu den Arupapartien des Devachanplanes. So weitet sich der Blick des okkulten Schülers, so gehen ihm immer mehr und mehr Welten auf. Er darf sich nicht mit dem allgemeinen Hinweis begnügen, sondern er muß Stück für Stück den Zugang zu dem Weltenganzen finden.
[ 12 ] Die okkulten Symbole sind tief aus der wirklichen Weisheit herausgeholt. Wo man nur in die okkulte Symbolik hereinsteigt, da findet sich echte Erkenntnis. Wer die Bedeutung eines Minerals erkennt, findet zu den oberen Partien des Devachanplans Zugang. Wenn man einen Edelstein sieht und durchfühlt, was uns der Edelstein zu sagen hat, so findet man den Zugang zu den Arupapartien des Devachanplanes. So weitet sich der Blick des okkulten Schülers, so gehen ihm immer mehr und mehr Welten auf. Er darf sich nicht mit dem allgemeinen Hinweis begnügen, sondern er muß Stück für Stück den Zugang zu dem Weltenganzen finden.
[ 13 ] Auch in der deutschen Literatur kann man sehen, wie sich eine instinktive Intuition gegenüber den mineralischen Kräften bei solchen Dichtern zeigt, die Bergleute waren, zum Beispiel bei Novaks, der Bergbauwissenschaft studiert hatte. Körner hat vielfach zu den Typen seiner okkulten Persönlichkeiten Bergleute gewählt. Bei dem Dichter Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, diesem merkwürdigen Geist, der sich zuweilen in die Geheimnisse der Natur künstlerisch vertieft hat, vor allem in der Erzählung «Die Bergwerke zu Falun», wird man manches nachklingen fühlen, was die okkulten Beziehungen des Gesteinreichs zum Menschen andeutet und was auch zeigt, wie die okkulten Gewalten in merkwürdiger Weise in die künstlerische Imagination hereingreifen.
[ 13 ] Auch in der deutschen Literatur kann man sehen, wie sich eine instinktive Intuition gegenüber den mineralischen Kräften bei solchen Dichtern zeigt, die Bergleute waren, zum Beispiel bei Novaks, der Bergbauwissenschaft studiert hatte. Körner hat vielfach zu den Typen seiner okkulten Persönlichkeiten Bergleute gewählt. Bei dem Dichter Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, diesem merkwürdigen Geist, der sich zuweilen in die Geheimnisse der Natur künstlerisch vertieft hat, vor allem in der Erzählung «Die Bergwerke zu Falun», wird man manches nachklingen fühlen, was die okkulten Beziehungen des Gesteinreichs zum Menschen andeutet und was auch zeigt, wie die okkulten Gewalten in merkwürdiger Weise in die künstlerische Imagination hereingreifen.
[ 14 ] Das Mysterium ist die eigentliche Geburtsstätte der Kunst. Die Mysterien waren im astralen Raum wirklich, lebendig. Da hatte man eine Synthesis von Wahrheit, Schönheit und Frömmigkeit. In hohem Maße war das bei den ägyptischen Mysterien und denen in Asien der Fall, auch in den Mysterien Griechenlands, besonders in den Eleusinien. Da sahen die Schüler wirklich, wie sich die geistigen Mächte in die verschiedenen Formen des Daseins herniedersenkten. Es gab damals keine andere Wissenschaft als die, welche man also schaute. Es gab keine andere Frömmigkeit als die, welche in der Seele aufstieg, wenn man in den Mysterien schaute. Auch gab es keine andere Schönheit als die, welche man erblickte, wenn die Götter herabstiegen.
[ 14 ] Das Mysterium ist die eigentliche Geburtsstätte der Kunst. Die Mysterien waren im astralen Raum wirklich, lebendig. Da hatte man eine Synthesis von Wahrheit, Schönheit und Frömmigkeit. In hohem Maße war das bei den ägyptischen Mysterien und denen in Asien der Fall, auch in den Mysterien Griechenlands, besonders in den Eleusinien. Da sahen die Schüler wirklich, wie sich die geistigen Mächte in die verschiedenen Formen des Daseins herniedersenkten. Es gab damals keine andere Wissenschaft als die, welche man also schaute. Es gab keine andere Frömmigkeit als die, welche in der Seele aufstieg, wenn man in den Mysterien schaute. Auch gab es keine andere Schönheit als die, welche man erblickte, wenn die Götter herabstiegen.
[ 15 ] Wir leben in einer barbarischen Zeit, in einer chaotischen Zeit, in einer stillosen Zeit. Alle großen Kunstepochen waren aus dem tiefsten Geistesleben heraus schaffend. Wer die griechischen Götterbilder betrachtet, der sieht genau drei verschiedene Typen: Erstens gibt es den Zeustypus, wozu auch Pallas Athene und Apollo gehören. Darin charakterisierten die Griechen ihre eigene Rasse. Es war eine bestimmte Ausgestaltung des Augenovals, der Nase, des Mundes. Zweitens kann man den Kreis beobachten, der mit dem Typus des Merkur benannt werden darf. Da stehen die Ohren ganz anders, die Nase ganz anders, das Haar ist wollig und kraus. Drittens gibt es den Satyrtypus, wobei wir eine ganz andere Form der Mundwinkel finden, eine andere Nase, Augen und so weiter. Diese drei Typen sind in der griechischen Plastik klar ausgestaltet. Der Satyrtypus soll eine uralte Rasse darstellen, der Merkurtypus die darauf folgende Rasse und der Zeustypus die fünfte Rasse.
[ 15 ] Wir leben in einer barbarischen Zeit, in einer chaotischen Zeit, in einer stillosen Zeit. Alle großen Kunstepochen waren aus dem tiefsten Geistesleben heraus schaffend. Wer die griechischen Götterbilder betrachtet, der sieht genau drei verschiedene Typen: Erstens gibt es den Zeustypus, wozu auch Pallas Athene und Apollo gehören. Darin charakterisierten die Griechen ihre eigene Rasse. Es war eine bestimmte Ausgestaltung des Augenovals, der Nase, des Mundes. Zweitens kann man den Kreis beobachten, der mit dem Typus des Merkur benannt werden darf. Da stehen die Ohren ganz anders, die Nase ganz anders, das Haar ist wollig und kraus. Drittens gibt es den Satyrtypus, wobei wir eine ganz andere Form der Mundwinkel finden, eine andere Nase, Augen und so weiter. Diese drei Typen sind in der griechischen Plastik klar ausgestaltet. Der Satyrtypus soll eine uralte Rasse darstellen, der Merkurtypus die darauf folgende Rasse und der Zeustypus die fünfte Rasse.
[ 16 ] Früher haben die geistigen Weltanschauungen alles durchdrungen und durchtränkt. Im Mittelalter war noch eine Zeit, wo dies auch beim Handwerk zum Ausdruck kam, wo jedes Türschloß eine Art Kunstwerk war. Da trat uns in der äußeren Kultur noch dasjenige entgegen, was die Seele geschaffen hat. Die moderne Zeit ist da ganz anders. Nur einen Stil hat die neue Zeit hervorgebracht, nämlich das Warenhaus. Das Warenhaus wird für unsere Zeit ebenso charakteristisch sein, wie die gotischen Bauten, zum Beispiel der Kölner Dom, für das Mittelalter des 13. und 14. Jahrhunderts. Die Kulturgeschichte der Zukunft wird mit dem Warenhaus ebenso zu rechnen haben wie wir mit den gotischen Bauten des Mittelalters. Das neue Leben lebt sich aus in diesen Formen. Durch die Ausbreitung der geisteswissenschaftlichen Lehren wird die Welt wieder mit einem geistigen Inhalt erfüllt werden. Wenn sich dann später das geistige Leben in äußeren Formen auslebt, dann werden wir einen Stil haben, der dieses geistige Leben ausdrückt. Was in der Geisteswissenschaft lebt, muß sich später in den äußeren Formen ausprägen. So müssen wir die Mission der Geisteswissenschaft als eine Kulturmission betrachten.
[ 16 ] Früher haben die geistigen Weltanschauungen alles durchdrungen und durchtränkt. Im Mittelalter war noch eine Zeit, wo dies auch beim Handwerk zum Ausdruck kam, wo jedes Türschloß eine Art Kunstwerk war. Da trat uns in der äußeren Kultur noch dasjenige entgegen, was die Seele geschaffen hat. Die moderne Zeit ist da ganz anders. Nur einen Stil hat die neue Zeit hervorgebracht, nämlich das Warenhaus. Das Warenhaus wird für unsere Zeit ebenso charakteristisch sein, wie die gotischen Bauten, zum Beispiel der Kölner Dom, für das Mittelalter des 13. und 14. Jahrhunderts. Die Kulturgeschichte der Zukunft wird mit dem Warenhaus ebenso zu rechnen haben wie wir mit den gotischen Bauten des Mittelalters. Das neue Leben lebt sich aus in diesen Formen. Durch die Ausbreitung der geisteswissenschaftlichen Lehren wird die Welt wieder mit einem geistigen Inhalt erfüllt werden. Wenn sich dann später das geistige Leben in äußeren Formen auslebt, dann werden wir einen Stil haben, der dieses geistige Leben ausdrückt. Was in der Geisteswissenschaft lebt, muß sich später in den äußeren Formen ausprägen. So müssen wir die Mission der Geisteswissenschaft als eine Kulturmission betrachten.
