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The Rudolf Steiner Archive

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Original Impulses of Spiritual Science
GA 96

28 January 1907, Berlin

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14. Das Vaterunser: Eine Esoterische Betrachtung

The Lord's Prayer: An Esoteric Study

[ 1 ] Was ich heute sagen will, bezieht sich auf die Frage: Inwiefern zeigen uns an ganz bestimmten Beispielen die Religionsbekenntnisse ihre geisteswissenschaftliche, oder sagen wir, geheimwissenschaftliche Grundlage? - Nur einen ganz kleinen, aber dafür unendlich wichtigen Abschnitt aus diesem Kapitel über die geheimwissenschaftliche Grundlage der Religionen möchte ich Ihnen heute erzählen. Sie werden sehen, daß es sich um eine allen, auch den naivsten Menschen unserer Kultur bekannte Tatsache handelt, eine geistige Tatsache, innerhalb welcher die tiefsten geheimwissenschaftlichen Wahrheiten und Gründe verborgen sind, die man nur suchen muß, um zu sehen, wie weisheits- und geheimnisvoll die Verkettungen innerhalb des Geisteslebens der Menschheit sind.

[ 1 ] Today I should like to indicate the extent to which religious systems reveal, in specific instances, their hidden spiritual-scientific foundations. It is a small but important aspect of the occult scientific basis of religions that I wish to discuss. Even the simplest people in contemporary society recognize this hidden background of religions as a spiritual fact involving the deepest truths. Seeking these truths brings to light how wisdom-filled and fraught with mystery are the ties binding together the spiritual life of mankind.

[ 2 ] Das, wovon wir ausgehen wollen, sei die Frage nach dem christlichen Gebet. Sie alle kennen das, was man heute das christliche Gebet nennt. Es ist öfter auch schon hier besprochen worden, und mancher hat sich wohl gefragt: Wie verhält sich dieses christliche Gebet zur geisteswissenschaftlichen Weltanschauung? — Durch diese Weltanschauung haben die Mitglieder der geisteswissenschaftlichen Bewegung in den letzten Jahren etwas gehört von einer anderen Form der Erhebung des Menschen, der menschlichen Seele, zu den göttlich-geistigen Weltmächten, von der Meditation, von jener Art, in sich einen geistigen Inhalt zu erleben, irgend etwas von dem, was uns gegeben ist von den großen führenden Geistern der Menschheit oder von dem geistigen Inhalt der großen Kulturen, in die sich der Mensch versenkt, und was ihm die Mittel gibt, für eine kurze Zeit in seiner Seele mit den göttlich-geistigen Strömungen in der Welt zusammenzufließen.

[ 2 ] Think of Christian prayer. You all know what it is. It has often been spoken of, and anthroposophists have often reflected upon its relation to the spiritual-scientific world view. This spiritual-scientific world conception has brought to members of the anthroposophic movement another method of elevating the human being—the human soul—to contact with the divine, spiritual, cosmic forces. This method is meditation, by which a person experiences the spiritual content within himself, and receives something of what is given by the great guiding spirits of humanity or by the spiritual content of great civilizations in which the human being immerses himself and so identifies himself with the divine spiritual currents in the world.

[ 3 ] Wer meditiert, und sei es in der einfachsten Art, durch irgendeine der von den geistigen Führern der Menschheit stammenden Meditationsformeln, wer meditiert und sich also im Geiste irgendeine der Formeln, irgendeinen der bedeutenden Gedankeninhalte gegenwärtig sein läßt — Sie wissen, es kann nicht jeder Gedankeninhalt sein, sondern es muß ein solcher sein, der von den Meistern der Weisheit und des Zusammenklangs der Empfindungen gegeben wird -, wer meditiert und diese Formeln in seinem Herzen leben läßt, der durchlebt ein Zusammenfließen mit der höheren Geistigkeit, es durchströmt ihn eine höhere Kraft. Er lebt in ihr. Er schafft zunächst Kraft, um seine gewöhnlichen Geisteskräfte daran zu stärken, zu heben, zu beleben, und wenn er genügend Geduld und Ausdauer hat und diese Kraft vielleicht bis zur moralischen und intellektuellen Stärkung in sich hat einfließen lassen, dann kommt auch der Zeitpunkt, wo tiefere, in jeder Menschenseele schlummernde Kräfte geweckt werden können durch einen solchen Meditationsinhalt. Von der einfachsten moralischen Stärkung und Kräftigung bis zu den höchsten Gebieten des hellseherischen Vermögens gibt es alle möglichen Stufen, welche durch ein solches Meditieren erreicht werden können. Für die meisten Menschen ist die Erreichung höherer Stufen hellseherischer Fähigkeiten nur eine Frage der Zeit, der Geduld und Energie. Dieses Meditieren wird gewöhnlich als eine mehr morgenländische Art, sich zu seinem Gotte zu erheben, angesehen. Im Abendlande, namentlich innerhalb der christlichen Gemeinschaft, kennt man an seiner Stelle das Gebet, das Gebet, durch das sich der Christ zu seinem Gotte erhebt, durch das der Christ versucht, in seiner Art Eingang zu gewinnen in die höheren Welten.

[ 3 ] Meditating in even the simplest way upon one of the formulas pronounced by the spiritual leaders of mankind, admitting to the mind a formula that embodies a great thought—not every thought is suitable, as you know, but only one handed down for this purpose by the guiding spirits of humanity—and letting such a formula really live in the heart and experience, brings a person to union with the higher spirituality. A higher power, in which he lives, streams through him, and patient perseverance to the point of letting this flow of power strengthen him enough morally and intellectually, brings him to the moment when the content of his meditation can awaken the deeper forces latent in the human soul. This kind of meditation may reach any of a number of stages, from the smallest gain in moral strength to the highest attainments of clairvoyance. But time, patience and energy are needed to bring most people to the higher degrees of clairvoyance by this means. Meditation is usually thought of as an oriental approach to the divine. In the Occident, especially in Christian communities, prayer has taken its place. It is by prayer that the Christian customarily approaches the Divine, and through it he seeks entry to the higher worlds.

[ 4 ] Nun müssen wir uns vor allen Dingen klarmachen, daß dasjenige, was heutzutage vielfach als Gebet angesehen wird, keineswegs im urchristlichen Sinne und am wenigsten im Sinne des Stifters der christlichen Religion, des Christus Jesus selbst, als Gebet gelten würde. Im wirklichen christlichen Sinne ist es nimmermehr ein Gebet, wenn irgendein einzelner Mensch sich von seinem Gotte etwas erbetet, was seine eigenen persönlichen und egoistischen Wünsche befriedigen soll. Wenn irgend jemand die Erfüllung persönlicher Wünsche erfleht oder erbetet, so kommt er natürlich sehr bald dahin, ganz außer acht zu lassen die Universalität und das Umfassende in der Gewährung dessen, was durch das Gebet erstrebt wird. Er setzt voraus, daß die Gottheit gerade seine Wünsche besonders befriedige. Ein Bauer, der diese oder jene Frucht angebaut hat, braucht vielleicht Regen, ein anderer neben ihm braucht Sonnenschein. Der eine betet um Regen, der andere um Sonnenschein. Was soll da die göttliche Weltordnung und Fürsorge tun? Gar nicht daran zu denken, was die göttliche Weltordnung und Fürsorge tun soll, wenn zwei Heere einander gegenüberstehen und ein jedes von ihnen betet, daß sie ihm den Sieg verleihen soll, und ein jedes seinen Sieg als den einzig gerechten ansieht. Da wird man gleich sehen, wie wenig ein solches den persönlichen Wünschen entspringendes Gebet an Universalität und allgemeiner Menschlichkeit in sich hat und wie selbst die Gewährung von seiten eines Gottes nur der einen Partei der Bittenden entsprechend sein kann. Man läßt eben, wenn man in solcher Weise betet, dasjenige Gebet außer acht, durch das der Christus Jesus die Grundstimmung angegeben hat, die in jedem Gebet vorherrschend sein soll, jenes Gebet, das heißt: «Vater, laß diesen Kelch an mir vorüberziehen, doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe.» Dies ist die christliche Grundstimmung des Gebetes. Was auch immer erfleht und erbetet wird, diese Grundstimmung muß als heller Zwischenton in der Seele des Betenden leben, wenn er christlich beten will. Dann wird dasjenige, was Gebetsformel ist, bloß ein Mittel für den Menschen, sich hinaufzuheben in höhere geistige Gebiete, um den Gott in sich fühlen zu können. Dann wird aber auch diese Gebetsformel den Ausschluß eines jeden egoistischen Wunsches und Willensimpulses bewirken im Sinne der Worte: «Nicht mein, sondern dein Wille geschehe.» Sie wird ein Aufgehen, ein SichHineinversenken in diese göttliche Welt ergeben. Wird dann diese Gemütsstimmung als die wirkliche Gebetsstimmung erreicht, dann ist das christliche Gebet genau dasselbe — nur mit einer mehr gefühlsmäßigen Färbung -, was die Meditation ist. Und nichts anderes war dieses christliche Gebet ursprünglich, als was die Meditation ist. Die Meditation ist nur mehr gedankenmäßig, und es wird durch sie versucht, durch die Gedanken der großen Führer der Menschheit den Zusammenklang mit den göttlichen Strömungen, die durch die Welt gehen, zu erreichen. Im Gebet wird dasselbe in einer mehr gefühlsmäßigen Art erreicht.

[ 4 ] It should be noted by the way that what passes for prayer today would by no means have been considered such in early Christian times, least of all by the Founder of Christianity, Christ Jesus Himself. For if it were to happen that someone were really to gain the gratification of his personal wishes by prayer or entreaty, he would soon entirely disregard the all-embracing effect that the granting of the prayer should bring. He would assume that the Deity granted his wishes rather than those of others. One peasant might pray for sunshine for a particular crop; another for rain for another crop. What would Divine Providence then do? Or suppose two opposing armies are facing each other, with each side praying for victory and supposing its cause alone to be just. Such an instance makes immediately obvious how little universality and sense of brotherhood attach to prayers arising out of personal wishes, and the granting of such prayers by God can satisfy only one group of supplicants. People so praying disregard the prayer in which Christ Jesus set forth the fundamental attitude of mind that should prevail in all prayer: “Father, let this cup pass from me; nevertheless, not my will, but thine, be done.” This is the Christian attitude of prayer. Whatever the object of the prayer, this fundamental temper of mind must echo readily as an undertone in the soul of the petitioner for his prayer to be given in a Christian manner. When this is the character of his plea, the form of his prayer will be but a means of rising to higher spiritual realms to experience the Divinity within the soul. It will be such, moreover, as to expel every selfish wish and will-impulse. Its spirit will be that of the words, “Not my will, but thine, be done.” The result will be a rising to the divine world and absorption in it. Attainment of this soul mood in Christian prayer renders it similar to meditation, though more colored by feeling. Originally, Christian prayer was not essentially different from meditation. Meditation is more imbued with thought, however. Through it, the thoughts of the great leaders of mankind draw the meditant onward toward harmony with the divine currents streaming through the world. Through feeling, prayer accomplishes the same result.

[ 5 ] So also sehen wir, daß sowohl im Gebet wie in der Meditation dasjenige gesucht wird, was man die Vereinigung der Seele mit den durch die Welt gehenden göttlichen Strömungen nennen kann, dasjenige, was auf der höchsten Stufe die sogenannte Unio mystica, die mystische Vereinigung mit der Gottheit, ist. Davon ist der Anfang im Gebet, davon ist der Anfang in der Meditation. Niemals könnte sich der Mensch mit seinem Gotte vereinigen, niemals mit den höheren geistigen Wesenheiten in Verbindung kommen, wenn er nicht selbst ein Ausfluß dieser göttlich-geistigen Wesenheit wäre.

[ 5 ] The goal of both prayer and meditation is thus clearly the soul's union with the divine currents in the world. This union, on the highest plane, is the so-called unio mystica, or mystical union, with the Godhead. Never could the human being attain to this union with God, never could he gain a relationship with higher spiritual beings, were he himself not an emanation of the divine-spiritual.

[ 6 ] Der Mensch ist, wie wir alle wissen, zweifacher Natur. Er hat zunächst jene vier Glieder der menschlichen Wesenheit, die wir schon oft hier angeführt haben: den physischen Leib, den Äther- oder Lebensleib, den Astralleib und das Ich. Innerhalb des Ich hat er dann die Anlage für die Zukunft: Manas, Buddhi, Atma oder das Geistselbst, den Lebensgeist und den Geistesmenschen.

[ 6 ] Man's nature is twofold, as we know. In him are the four oft-mentioned human principles—physical body, etheric or life-body, astral body and ego. Then, within the ego, he has the possibility of unfolding for the future the three higher principles—manas, buddhi and atma, known in our western languages as spirit self, life spirit and spirit man.1For a full discussion of these anthroposophical terms, see Steiner's Theosophy: An Introduction to the Supersensible Knowledge of the World and the Destination of Man.

[ 7 ] Wenn wir die Verbindung dieser zwei Wesenheiten richtig erkennen wollen, so müssen wir uns ein wenig zurückversetzen in die Zeit der Menschbeitsentstehung. Sie alle wissen aus den früheren Vorträgen, daß der Mensch, so wie er heute ist, den Zusammenklang darstellt aus den zwei Wesenheiten: den drei Anlagen für die Zukunft, Manas, Buddhi, Atma, den oberen drei Gliedern, und den unteren vier Gliedern, physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich; und daß er als ein solcher Mensch sich herausgebildet hat in einer urfernen Vergangenheit, die wir das lemurische Zeitalter der Erde nennen.

[ 7 ] To understand rightly this twofold human nature, let us consider the period of man's origin. From previous lectures, you will remember that man now represents the blending of these two natures—the blending of the three higher potentials (spirit self, life spirit and spirit man) with the four existing lower principles (physical body, etheric body, astral body and ego) developed in a far-distant past, which we term the Lemurian epoch of the earth.

[ 8 ] Wenn wir zurückgehen durch unsere heutige Epoche zur griechisch-lateinischen, zur ägyptisch-assyrisch-chaldäischen bis zur persischen und indischen Kultur, dann kommen wir, wenn wir immer weiter und weiter zurückgehen, allmählich zu jener großen atlantischen Flut, die in den Sintflutsagen aller Völker angedeutet ist, und wir kommen dann zu jenen Vorfahren, die in dem Lande gelebt haben, das zwischen Europa und Amerika gelegen war und das wir Atlantis nennen. Weiter zurückgehend, kommen wir noch zu Vorfahren, die in uralten Zeiten in einem Lande gelebt haben, das damals zwischen Australien und Indien lag. Erst in der Mitte dieser Epoche hat sich das, was wir die obere Dreiheit des Menschen nennen, Geistselbst, Lebensgeist und Geistmensch, mit dem vereinigt, was wir die vier niederen Glieder der menschlichen Natur, physischen Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich, nennen.

[ 8 ] Tracing man backward from the present epoch through the Greco-Latin, Egypto-Chaldean, Persian and Indian periods of mankind to the great Atlantean flood recorded in the deluge-myths of all nations, we reach those ancestors of ours who lived on the land-mass we call Atlantis, between present-day Europe and America. Still further back, we come to a primeval land-mass, which we call Lemuria, lying between Australia and India. It was in the middle of that Lemurian period that the higher triad of spirit self, life spirit and spirit man united with the four lower human principles—physical body, etheric body, astral body and ego.

[ 9 ] Wir werden uns die Sache in der richtigen Weise vorstellen, wenn wir sie uns so denken: Damals gab es in der lemurischen Epoche auf dieser Erde als höchstes Wesen noch nicht einen physischen Menschen in unserem Sinne, sondern es gab nur eine Art höchste tierische Hülle unseres heutigen Menschen, ein Wesen oder eine Summe von Wesenheiten, die damals aus den vier niederen Gliedern der menschlichen Natur bestand. Dasjenige, was die höhere menschliche Wesenheit ist, das, was ewig ist in der menschlichen Natur, was sich durch die drei Anlagen: Manas, Budhi, Atma in Zukunft weiter und weiter entwickeln wird, das ruhte bis dahin im Schoße der Gottheit. Wollen Sie sich jene Tatsache vorstellen, wie sie sich zu jener Zeit zutrug, wenn auch in etwas trivialer, so doch anschaulicher Weise, dann stellen Sie sich vor, daß alle die Menschen, die heute in der ganzen Menschheit leben, bis zu jenem Momente sich Leiber aufgebaut hatten, die es ihnen ermöglichten, die menschliche Seele aufzunehmen, vergleichbar dem Schwamme, der das Wasser aufzunehmen vermag.

[ 9 ] Correctly speaking, at that period in the Lemurian epoch, the highest being on earth was not yet a physical human being in our sense of the word. Only a kind of envelope existed, made up of the highest animal nature—a being, or collection of beings, made up of the four lower principles of human nature. But until then the higher human being, which is the internal part of human nature, destined to evolve further and further in the future through the three principles of spirit self, life spirit and spirit man, rested in the bosom of the Godhead. To picture the scene at that time by a trivial modern comparison, it was as though all the people living on earth had been building bodies capable of receiving a human soul as a sponge absorbs water.

[ 10 ] Denken Sie sich ein Gefäß mit Wasser. In diesem Wasser können Sie nimmermehr unterscheiden, wo der eine Tropfen aufhört und der andere anfängt. Denken Sie sich nun aber eine Anzahl kleiner Schwämmchen in diese Wassermasse hineingetaucht, so wird jedes dieser Schwämmchen einen Teil der Wassermasse aufsaugen. Was vorher in dem Gefäß als einheitliche Wassermasse war, ist jetzt auf viele Schwämmchen verteilt. So war es damals mit den menschlichen Seelen, wenn wir diesen trivialen Vergleich gebrauchen dürfen. Vorher ruhten sie unselbständig in dem Schoße des göttlichen Urgeistes, ohne Individualität, wurden dann aber aufgesaugt von den Menschenleibern und dadurch individualisiert wie das Wasser durch die Schwämmchen.

[ 10 ] Picture a vessel of water. It is impossible to tell where one drop of water ends and another begins. But picture also a number of little sponges immersed in the water, each soaking up a part of it. What had been a uniform mass of water is now distributed among the many little sponges. So it was with human souls in that remote age. Previously, they had been at rest, without individuality, in the bosom of the Divine First Cause, but at that particular moment they were absorbed by human bodies and so individualized, like the water by the sponges.

[ 11 ] Was damals von den einzelnen Leibern, den vier unteren Gliedern, aufgesaugt wurde, ging weiter bis in unsere Zeit, immer weiter sich entwickelnd, geht auch noch weiter in die Zukunft hinein und wird sich immer weiter und weiter entwickeln. Es wurde in der sogenannten Geistes- oder Geheimwissenschaft immer die obere Dreiheit genannt, und als Schema für diesen in der Mitte der lemurischen Rasse entstandenen Menschen wurde, namentlich in der pythagoreischen Schule, das Dreieck und das Viereck gewählt, so daß sich für den zusammengesetzten Menschen nachstehendes Schema ergibt.

[ 11 ] What was then absorbed by the separate bodies, or four lower principles, continued to evolve further, and will so continue into the future. In spiritual science it has always been called the higher triad, and the triangle and the square were made symbols, especially in the Pythagorean school, of the human being as he came into existence at the middle of the Lemurian epoch. The diagram on the next page thus represents the constituent elements of the human being.

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[ 12 ] Nun kann man aber, wie Sie sich jetzt leicht vorstellen werden, dieses Obere, dieses Ewige, das durch alle Inkarnationen hindurchgeht, von zwei Gesichtspunkten aus betrachten. Man kann es einerseits als den urewigen Bestand der Menschheit betrachten, andererseits aber auch als Teil der göttlichen Wesenheit, den sie damals abgegeben hat als ein Stück oder einen Tropfen ihres eigenen Inhalts, und der nun versenkt ist in das viergliedrige menschliche Gefäß, so daß, was heute in uns Menschen ruht, ein in Selbständigkeit individualisierter Tropfen der Gottheit ist. So kommen Sie dazu, einzusehen, daß Sie die drei höheren Glieder der menschlichen Natur, das Ewige derselben, nicht bloß als die drei höchsten Prinzipien der Menschennatur betrachten können, sondern auch als drei Prinzipien in der Gottheit selbst. Die Sache ist also so, daß das, was die drei höchsten Glieder der Menschennatur sind, gleichzeitig die drei niederen Glieder der dem Menschen nächststehenden Gottheit darstellen. Wenn Sie die Prinzipien jener Gottheiten, die dazumal den Seelentropfen an die Menschheit abgegeben haben, aufzählen wollten, so müßten Sie, während Sie beim Menschen mit dem physischen Leibe anfangen, mit dem Äther-, dem Astralleib und dem Ich fortfahren, und von Manas bis zu Atma hinaufgehen, mit Manas anfangen, mit Budhi und Atma fortfahren und hinaufgehen zu den Prinzipien, die noch über dem Atma liegen und von denen sich der heutige Mensch erst eine Vorstellung machen kann, wenn er ein Schüler der Eingeweihten wird. So also sehen Sie, daß wir die drei Prinzipien des Menschen, die er in sich schließt als seinen Inhalt, auch als drei göttliche Prinzipien anschauen können.

[ 12 ] But the higher, eternal portion, which passes through all incarnations, has a double character, as you can see, From one side it may be regarded as the primordial, eternal element of humanity and, from the other, as a drop of the Divine Essence given up by the Godhead and poured into the fourfold human vessel. As a result, a drop of the independently individualized Divinity is to be found in each of us human beings. The three higher members of the human being—the eternal portion—may thus be looked upon as the three highest principles in man, but equally as three principles in the Godhead Itself. Actually, the three highest principles of human nature are at the same time the three lowest principles of the Divinity nearest to man. An enumeration of man's principles must start with the physical body, continue with the etheric body, astral body and ego, thence from spirit self to spirit man. But a corresponding enumeration of the principles of those Divine Beings who gave a drop of their own soul nature to man at the time of which we are speaking in the far-off past, must begin with spirit self, continue with life spirit and spirit man, and thence proceed to principles above spirit man, of which contemporary man can only conceive when he is a pupil of Initiates.

[ 13 ] Nun wollen wir sie heute einmal nicht als menschliche, sondern als göttliche Prinzipien erfassen und ihrer Natur nach beschreiben. Jenes höchste Prinzip, das im Menschen das Atma ist, das er am Ende seiner irdischen oder sagen wir seiner jetzigen planetarischen Laufbahn ausbilden wird, können wir im Sinne der Geistes- oder Geheimwissenschaft dadurch charakterisieren, daß wir seine Urwesenheit mit etwas vergleichen, das dem heutigen Menschen nur andeutungsweise bekannt ist: nämlich mit dem, was der Mensch als Wille in sich hat. Willensartiger Natur, eine Art Wollen ist der Grundcharakter dieses höchsten göttlichen Prinzipes im Menschen. Was beim Menschen heute am schwächsten ausgebildet ist in seiner inneren Wesenheit, der Wille, das wird in der Zukunft, wenn der Mensch immer höher und höher steigen wird, sein vorzüglichstes Prinzip sein.

[ 13 ] You see that the three principles of higher human nature may be looked upon as three divine principles, and today we shall so regard them, not as human, but as divine principles, describing them accordingly. The highest principle in us, which we shall only develop at the end of our earth incarnations, or, we may say, at the end of our present planetary course, is called spirit man in terms of spiritual or occult science. The original essence of this human principle is faintly comparable to the will element in present-day human nature. This comparison is not exact, but only a faint indication. Yet the fundamental character of this highest of the divine principles in us is of the nature of will—a kind of willing. This will element in us, today only feebly developed in our inner being, will become in the course of our ever ascending development the predominating principle in us.

[ 14 ] Heute ist der Mensch im wesentlichen ein erkennendes Wesen, und sein Wille ist eigentlich noch nach den mannigfaltigsten Seiten hin eingeschränkt. Der Mensch kann die Welt um sich herum, bis zu einem gewissen Grade, in ihrer Universalität begreifen. Denken Sie aber, wie wenig er von dem, was er begreifen kann, auch zu wollen vermag, wie wenig er Macht über das hat, was er erkennen kann. Was er aber heute noch nicht hat, das wird ihm die Zukunft bringen: Sein Wille wird immer mächtiger werden, bis er sein großes Ziel erreicht haben wird, welches man in der Geisteswissenschaft das große Opfer nennt. Dieses besteht in jener Macht des Willens, wo das Wesen, das da will, imstande ist, sich ganz hinzugeben, nicht nur das Wenige hinzugeben, was der Mensch mit seinen schwachen Gefühls- und Willensmächten hinzugeben vermag, sondern das ganze Sein hinzugeben, als eine bis ins Stoffliche hineingehende Wesenheit sich ausfließen zu lassen.

[ 14 ] Man is today essentially a consciousness, or understanding being, whereas in many ways his will is limited. He understands the surrounding world as a totality—that is, to a certain degree—but has no real control over all that he penetrates with his knowledge. This control by his will is a development of the future, and it will become ever stronger until he attains that central goal of existence known to spiritual science as “the great sacrifice,” signifying the power of will to sacrifice oneself completely, not merely in driblets of human sacrifice of the kind of which man is capable today with his puny present feelings and will power. In future time he will have developed the strength to sacrifice his whole being by letting it flow directly into material substance.

[ 15 ] Sie werden eine Vorstellung bekommen von dem, was damit gemeint ist, von dem großen Opfer, der höchsten Ausprägung des Willens in der Gottnatur, wenn Sie sich folgendes vorstellen: Denken Sie sich, Sie stünden vor einem Spiegel, und Ihr Bild schaut Sie aus diesem Spiegel an. Dieses Bild ist eine Illusion, die Ihnen vollständig gleicht. Denken Sie ferner, Sie wären dadurch gestorben, daß Sie Ihr eigenes Sein, Ihr Fühlen, Denken, Ihr Wesen hinopfern, um dieses Bild zu beleben, dieses Bild zu dem zu machen, was Sie selbst sind. Sich selbst aufzuopfern und sein Leben an das Bild abzugeben, das ist es, was die Geisteswissenschaft zu allen Zeiten die Emanation, das Ausfließen, genannt hat. Wenn Sie das tun könnten, dann würden Sie sehen, daß Sie nicht mehr da sind, weil Sie alles abgegeben haben zur Auferweckung des Lebens und des Bewußtseins im Bilde.

[ 15 ] One may picture this “great sacrifice,” the highest expression of will in divine nature, by imagining oneself before a mirror in which one's image is reflected. This image is, of course, an illusion, a semblance. Now carry over this image to the point of imagining yourself dying, sacrificing your existence, your feeling and thought, your very being, to inject life into that image. Spiritual science in all ages has called this phenomenon the “outpouring,” “the emanation.” If you could really make this sacrifice, it would be clear that you would no longer be here because you would have given up your whole being to this reflected image to imbue it with life and consciousness.

[ 16 ] Wenn der Wille auf solcher Stufe angelangt ist, daß er zu vollbringen imstande ist, was man das große Opfer nennt, dann schafft, schöpft er ein Universum, groß oder klein, und dieses Universum ist ein Spiegelbild, das seine Aufgabe durch das Wesen des Schöpfers selbst bekommt. Dadurch haben wir charakterisiert, was der schöpferische Wille in der göttlichen Wesenheit ist.

[ 16 ] When the will has become capable of making the “great sacrifice,” it actually creates a universe, great or small, whose mission is bestowed upon it by its creator. Such is the creative will in the Divine Being.

[ 17 ] Dasjenige, was wir als zweites Prinzip zu charakterisieren haben in der Gottheit, sofern sie in die Menschheit eingeflossen ist, das ist durch diesen Vergleich auch schon gegeben: es ist das Spiegelbild selber. Versetzen Sie sich so lebhaft in eine Gottheit, die, welterschaffend, der Mittelpunkt des Universums ist. Wenn Sie sich hier in diesem Raume einen Punkt denken und statt der Wände, deren sechs da sind, umgeben von einer im Inneren spiegelnden Hohlkugel, dann werden Sie sich als Mittelpunkt nach allen Seiten gespiegelt sehen. Sie haben das Bild einer Gottheit als Willensmittelpunkt, die sich nach allen Seiten spiegelt, und dieser Spiegel ist das Bild der Gottheit selber und das Universum zugleich. Denn, was ist ein Universum? Es ist nichts anderes als ein Spiegel des Wesens der Gottheit.

[ 17 ] The second principle in the Godhead, life spirit, insofar as it has flowed into humanity, has already been indicated in the comparison that has been made with the mirror. This second principle is the reflected image itself. Now imagine the inner being of a Divinity that has in this way created a universe, with itself as the center. If, for example, you imagine yourself as the central point in this room, surrounded not by these six surfaces of walls, ceiling and floor, but by a hollow globe that reflects its content, you will see yourself, as the central point, reflected on all sides, everywhere. In like manner you can picture a Divinity as a central will, reflected on all sides, and the mirror is both image of Divinity and the universe. For what is a universe? Nothing but a mirror of the essential nature of Divinity.

[ 18 ] Daß aber das Universum lebt und webt, das rührt daher, weil die Gottheit emaniert, wenn sie das große Opfer bringt, wenn sie ihr Universum spiegelt, wie wir es soeben bei dem Beispiel der Belebung des Spiegelbildes betrachtet haben. Das ganze Universum ist belebt von dem universellen Willen, der sich in unendlicher Mannigfaltigkeit ausdrückt. Diesen Prozeß der unendlichen Vermannigfaltigung, der unendlichen Vervielfältigung, diese Wiederholung der Gottheit nennt man in aller Geheim- oder Geisteswissenschaft, im Gegensatz zum Willen, das «Reich». Der Wille ist also der Mittelpunkt, der Spiegel des Willens ist das Reich, so daß Sie den Willen mit Atma, dem Geistmenschen, das Reich, oder das Spiegelbild des Willens, mit der Buddhi oder dem Lebensgeist vergleichen können.

[ 18 ] The universe lives and moves because the Divinity is poured into it—the “outpouring”—when Divinity makes the “great sacrifice” and is reflected in the universe. The pouring of life and being into a reflected image is an exact picture of this divine creative process. The divine will expresses itself in infinite diversity, animating thereby the entire universe. In spiritual science, this process of Divinity repeating itself in infinite differentiation, in multiplicity, is known as “the kingdom,” distinguished from the will itself. The will is the central point; its reflection, the kingdom. The will is in this sense comparable with spirit man; the kingdom, or will's reflected image, with life spirit.

[ 19 ] Nun ist dieses Reich ein solches, daß es in einer unendlichen Mannigfaltigkeit das Wesen des Göttlichen wiedergibt. Sehen Sie sich einmal dieses Reich in seinem Umkreis an, insofern es unser Reich ist, unsere Mannipfaltigkeit, unser Universum, sehen Sie es sich an in seinem sichtbaren Teil, in den Mineralien, Pflanzen, Tieren und Menschen. In jedem einzelnen dieser Wesen ist das Reich manifestiert, und man ahnt das heute noch in dem Ausdruck unserer Sprache, insofern als man diese großen Gebiete unseres Universums Reiche, also Mineralreich, Pflanzenreich, Tierreich nennt. Wenn man aber auch die Einzelheiten betrachtet, so sind auch alle Einzelheiten göttlicher Natur. In allen spiegelt sich die Natur gerade so, wie sich in der Hohlkugel der Mittelpunkt spiegeln würde. So auch sieht derjenige, der im Sinne der Geheimforschung die Welt ansieht, in jedem Mineral, jeder Pflanze, jedem Tier und jedem Menschen den Gott gespiegelt, einen Ausdruck und Abdruck des Göttlichen.

[ 19 ] The kingdom, in turn, reproduces the being of the Divine in infinite variety. Observe it fully, at least to the extent to which it is our kingdom, our multiplicity, or universe. Observe its visible manifestations in minerals, plants, animals and human beings. The kingdom is manifested in each separate being of all these, a fact that even our language expresses in the terms “mineral kingdom,” “vegetable kingdom,” “animal kingdom” and all the great divisions of our universe. The kingdom is all these; each of these in turn, is a kingdom, and if we observe the mass of details involved, we find the nature of all to be divine. In all of them the divine being is reflected, just as the central being is reflected in a hollow globe. So an observer, looking at the world in the sense of spiritual research, sees God reflected in every human being as an expression and image of the Divine.

[ 20 ] In unendlich abgestuften Wesenheiten und in unendlicher Mannigfaltigkeit erscheint im Reiche die Gottheit, und man unterscheidet die einzelnen Wesenheiten im Sinne der Geheimwissenschaft — wenn man auf dieser hohen Stufe steht, daß man sie als Ausflüsse des Göttlichen betrachten kann — dadurch, daß ihnen ihr «Name» gegeben wird. Der Name ist dasjenige, was der Mensch dann als die einzelne Wesenheit denkt, er ist dasjenige, wodurch die einzelnen Glieder dieser großen Mannigfaltigkeit voneinander unterschieden werden. Er ist das dritte der drei höchsten menschlichen Prinzipien, die herausfließen aus dem Göttlichen, und würde dem Manas oder dem Geistselbst entsprechen. Die Geheimwissenschaft der verschiedenen Religionen hat also gelehrt, naiv gelehrt, was ausgeflossen ist aus der Gottheit und eingeflossen ist in euch und zu eurem ewigen Bilde wurde.

[ 20 ] In a graded series of beings, in infinite diversity, the Godhead appears in the kingdom, and the separate entities are distinguished from one another in the sense of spiritual science by their names. An observer at a stage of existence sufficiently lofty to look upon all these separate entities as “emanations,” or “outpourings,” of the Divine is able to give these entities their names, to give each manifestation of the Divine its name. Of all beings in the universe, only man thinks the name of each of the separate members of the great multiplicity of the kingdom, distinguishing each from all the others. The will, as we have noted is comparable with spirit man; the kingdom, or reflected image into which the will has been “outpoured,” is comparable with life spirit. The third of the three highest human principles that emanate from the Divine, by which the separate members of the great multiplicity of the kingdom are distinguished from one another and separately named, is comparable with spirit self. The occult science of the different religions has thus simply taught what it was that emanated from the Godhead and flowed into a person to become his eternal image or archetype.

[ 21 ] Wollt ihr euch in dem finden, wozu ihr euch am Ende erheben sollt, da werdet ihr finden, daß es willensartiger Natur ist.

[ 21 ] Thus, if you could see yourselves in that condition to which you should finally rise—the condition of spirit man—you would recognize its will-like nature.

[ 22 ] Wollt ihr euch erheben zu dem, was der Träger dieses Willens, dieses Atma ist, zu der Buddhi — im Göttlichen stellt es dar das Reich.

[ 22 ] If you would rise in thought to a comprehension of the vehicle of will (spirit man)—in other words, to life spirit—you would see that it is the kingdom that represents it in the divine sphere.

[ 23 ] Und wollt ihr euch erheben zu dem, was ihr erkennt an Namen, Begriffen oder Ideen der Dinge - im Göttlichen stellt es sich dar als Name.

[ 23 ] If you would rise to penetrate what the names, or conceptions or ideas of things really signify in spirit, you would see that it is the name that represents this wisdom in the divine sphere.

[ 24 ] Was wir jetzt hier durchgenommen haben, ist eine uralte Lehre, die sagt, daß aus Name, Reich und Wille jenes Glied der Gottheit besteht, das als der ewige Teil in die menschliche Natur eingeflossen ist. So haben wir das, was man die höhere Dreiheit des Menschen nennt, als einen Teil des Göttlichen erkannt.

[ 24 ] So does ancient teaching reveal that the emanation of Divinity, which has flowed into human nature to form its eternal part, consists of name, of kingdom, of will. Thus what is called the higher triad in man is recognizable as part of the Divine.

[ 25 ] Um unsere Betrachtung zu vervollständigen, lassen Sie uns jetzt noch einen Blick auf die niederen vier Glieder des vergänglichen Menschen werfen. Von den höheren drei Gliedern wissen wir, daß sie eigentlich von dem andern Aspekte aus betrachtet werden können, indem wir sie als Glieder der Gottheit betrachten. Die vier niederen Glieder der menschlichen Wesenheit können wir in ähnlicher Weise als Glieder der vergänglichen Welt betrachten und als Glieder des Menschen.

[ 25 ] To complete this picture, think of the four lower principles of perishable human nature. The three higher principles may be thought of, we know, as principles of the Godhead. Similarly, the four lower principles may be considered as of the perishable world, as human principles.

[ 26 ] Betrachten Sie den physischen Leib. Er ist aus denselben Stoffen und denselben Kräften zusammengesetzt wie ringsherum die scheinbar leblose Welt. Dieser physische Leib könnte nicht bestehen, wenn nicht fortwährend Stoff und Kraft aus der ihn umgebenden physischen Welt in ihn einfließen würden und ihn immer und immer wieder von neuem aufbauten. Eigentlich ist der physische Körper für alles, was wir in ihm haben, eine fortwährende Durchgangsstation. Aus und ein fließen die Stoffe, die eigentlich ebenso das äußere Universum ausmachen, wie sie zeitweise in uns sind. Öfter ist es hier schon erwähnt worden, daß im Laufe von sieben Jahren der ganze stoffliche Zusammenhang des Menschenleibes sich erneuert. In keinem von Ihnen sind heute die Stoffe, die vor zehn Jahren in ihm waren. Der Mensch erneuert immer wieder den Stoff seines physischen Körpers. Das, was damals in uns war, ist heute ganz woanders, draußen in der Natur verteilt, und anderes ist in uns eingezogen. Das Leben des Körpers bedingt ein fortwährendes Ein- und Austreten des Stoffes.

[ 26 ] Think of the physical body, composed as it is of the same substances and Forces as is the seemingly lifeless world around it. The physical body could not go on existing without the inflow into it of matter and force from the surrounding world. The physical body, in a strict sense, is a continual thoroughfare for all that is in it. Into it and out of it again the substances continuously flow that are at one time of the outer world and at another time within us. In the course of seven years, as we have mentioned in other connections, the entire material composition of the human body is renewed. In none of you are the substances that were in you ten years ago. We are perpetually renewing the substances of our physical body. What was formerly in us is now somewhere else, distributed outside us in nature; something else has replaced it inside of us. The body's life depends upon this continual inflow and outflow of matter.

[ 27 ] Wie wir die drei höheren Glieder der Menschennatur als Teile der Gottheit betrachtet haben, so können wir die vier Teile der niederen Menschennatur als Teile der göttlichen Natur ansehen.

[ 27 ] Just as we have considered the three higher human principles as parts of Divinity, we may observe the four principles of our lower nature as parts of Divine Nature.

[ 28 ] Den physischen Leib können wir als Teil des stofflichen Teiles unseres Planeten betrachten; seine Substanz ist von unserem stofflichen Planeten genommen und geht wieder zu diesem zurück. Wenn wir den Ätherleib betrachten, so müssen wir ihn ebenfalls als ein Glied dessen ansehen, was uns hier umgibt, und ebenso den Astralleib.

[ 28 ] The physical body may be seen as part of the physical substance of our planet. Its substance is taken from the material planet, then is returned to it. The etheric body likewise may be considered a part of the environment surrounding us here, and so also the astral body.

[ 29 ] Betrachten wir den Lebensleib oder den Ätherleib und den Astralleib einmal im Zusammenhang. Sie wissen, daß der Astralleib der Träger von allem ist, was an Trieben, Begierden und Leidenschaften im Menschen lebt, der Träger von allem, was als Freude und Leid, Lust und Schmerz in der Menschenseele auf und ab wogt, daß der Lebens- oder Ätherleib aber die mehr bleibenden, die länger andauernden seelischen Eigenschaften bewahrt, darstellt und der Träger von ihnen ist.

[ 29 ] Think of the etheric body and the astral body together. The astral body, as you know, is the vehicle of all that lives in man as impulse, desire and passion, all that surges up and down in the soul as joy and sorrow, pleasure and pain. The etheric body, on the contrary, is the vehicle that represents and bears within it the more lasting qualities of soul.

[ 30 ] Ich habe schon öfter vor Ihnen die Entwickelung des Lebens- oder Ätherleibes und des Astralleibes mit dem Stunden- und dem Minutenzeiger einer Uhr verglichen. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, daß, wenn ihr euch erinnert an das, was ihr gewußt und erlebt habt als achtjähriges Kind, und an das, was ihr jetzt wisset und erlebt habt, ein großer Unterschied wahrzunehmen sein wird. Unendlich viel habt ihr gelernt, viele Vorstellungen aufgenommen; von dem, was ihr damals tatet, ist vieles in den Erlebnissen von Freude und Leid an eurer Seele vorübergezogen; nicht nur an ihr vorübergezogen, sondern durch sie hindurchgegangen. Aber vergleicht ihr jetzt das damit, was euer Temperament, euer Charakter, eure bleibenden Neigungen sind, dann werdet ihr darauf kommen, daß, wenn ihr mit acht Jahren ein jähzorniges Kind wart, ihr es wahrscheinlich im jetzigen Lebensalter noch sein werdet. Die meisten Menschen behalten so ihr ganzes Leben lang das, was als Grundlage ihres Wesens in ihnen liegt. Es ist hier schon öfter betont worden, daß die Geheimschulung nicht in theoretischem Lernen besteht, sondern darin, daß man auf die sonst so stationären Gebilde des Ätherleibes die Evolution richtet. Mehr hat der Schüler getan, wenn er eine von diesen Eigenschaften seines Temperaments, seiner Grundneigung umgeändert und dadurch den Stundenzeiger der Uhr etwas schneller vorwärtsgerückt hat, als es sonst geschehen wäre. Alles dasjenige, was sich so langsam entwikkelt — die bleibenden Neigungen, die bleibenden Temperamentseigenschaften, die bleibenden Gewohnheiten -—, ist im Äther- oder Lebensleib verankert. Alles das, was sich vergleichsweise so rasch ändert wie der Minutenzeiger der Uhr, ist im Astralleib verankert.

[ 30 ] Often I have compared the development of the etheric body and astral body with the hour-hand and the minute-hand of a clock. A great difference is observable between what you knew and experienced as an eight-year-old child and what you now know and have experienced, as I have also reminded you on other occasions. You have learned so much, gained so many concepts, in the intervening period. Much that your soul has taken in of joy and sorrow has left it again, actually has passed through it. How different are these relatively ephemeral experiences from such human elements as temperament, character and tendencies that are persisting and continuing. You will find, for instance, that if you were passionately inclined as a child, you are probably still so in later years. Most people keep throughout their lives such basic elements in their natures. It is to overcome this relatively stationary quality of the etheric organism that spiritual training and development are instituted; for, as has often been emphasized, such training is no matter of mere theoretical knowledge. The student has accomplished a great deal, indeed, if he has changed one quality of temperament to which he is predisposed, so speeding up the hour-hand of the clock even a little. Whatever evolves slowly in this way—a human being's lasting tendencies, enduring qualities of temperament, habits that persist—is rooted in the etheric body; whatever changes quickly by contrast, minute- hand-wise, has its roots in the astral body.

[ 31 ] Wenn ihr das jetzt auf des Menschen Umgebung, auf unser Leben in der Außenwelt anwendet, dann werdet ihr sehen, daß ihr durch dasjenige, was eure Gewohnheiten, Temperamente, bleibenden Neigungen sind, mit eurem Zeitalter, eurem Volke, eurer Familie zusammenhängt. Gerade diejenigen Eigenschaften, welche der Mensch als bleibende, stationäre in sich hat, wird man nicht nur in ihm, sondern in allen finden, mit denen er in irgendeiner Weise zusammengehört, also in seiner Familie, seinem Volke und so weiter. Die einzelnen Angehörigen eines Volkes sind daran zu erkennen, daß sie gemeinsame Gewohnheiten und Temperamente haben. Dieser Grundstock von Neigungen und Gewohnheiten des Menschen, der geändert werden muß, wenn er eine höhere spirituelle Entwickelung durchmachen soll, ist dasjenige, was sein höheres Wesen ausmacht. Man sagt daher von einem solchen Menschen, daß er ein heimatloser Mensch sei, weil er den Ätherleib, durch den er sonst mit dem Volke verbunden ist, ändern muß.

[ 31 ] Applying these facts practically to the human being in his environment, to life in the external world, the observer notices a person's connections with the epoch in which he lives, with a nation, with a family, all of which are revealed in his habits, temperament and enduring inclinations. These relatively fixed and abiding qualities tend to be observable, not only in the person himself, but in all with whom he is in any way connected—his family, his nation, etc. A nation's separate individuals are recognizable through their common habits and temperament. An individual who is to achieve a higher spiritual development, to unfold his higher nature, must change his disposition and basic habits. Such a man is called “homeless” in the terminology of spiritual science, because he is obliged to change his etheric body, through which he has been, except for this higher development, connected with his nation.

[ 32 ] Wenn wir uns also das Zusammenleben mit den Gemeinschaften betrachten, in die wir hineingeboren sind, dann finden wir die Eigenschaften, durch die wir einer Familie, einem Volke angehören, durch die wir etwas Verwandtes mit den Angehörigen dieses Volkes fühlen, auch den Eigenschaften ähnlich, die in unserem Zeitalter leben. Denken Sie sich, wie wenig Sie sich würden verstehen können, wenn heute ein Angehöriger des alten griechischen Volkes vor Sie hintreten würde. Sein Ätherleib ist schon zu sehr verschieden von dem Ätherleibe des gegenwärtigen Menschen. Durch die gemeinschaftlichen Eigenschaften im Ätherleibe verstehen sich die Menschen. Dasjenige aber, wodurch sich die Menschen herausheben aus dem, was sie gemeinschaftlich haben, dasjenige, wodurch sie in der Familie, im Volke ein Besonderes sind, doch wieder ein Einzelwesen für sich, und nicht bloß Franzose, nicht bloß Deutscher, nicht bloß Familienangehöriger, sondern ein besonderes Glied des Volkes, der Familie und so weiter, das herauswachsen kann aus der Summe der Merkmale seines Geschlechts, das ist im Astralleib verankert, davon ist der Astralleib der Träger. Der Astralleib enthält also mehr das Individuelle, das Persönliche.

[ 32 ] Life in one's native community reveals, too, that the qualities linking one to a family or nation, stirring one to feel relationships with individual people of the nation, are similar also to qualities widely discernible in one's era. If an ancient Greek should walk into your life, you would have little in common with him. His etheric body would be so unlike yours. Human beings understand one another through common qualities in their etheric bodies. In the astral body, however, is rooted a man's ability to lift himself more readily out of certain qualities binding him to a common life with others, and to establish himself as a separate individual in his family, in his folk, so that he is not a mere Frenchman nor a mere German nor a member of a family, but stands out as a special individuality within the folk, the family, etc. Thus he can outgrow the totality of characteristics of his nation. Those qualities that he transcends are rooted in the astral body. The astral body is their bearer. The astral body is thus seen to bear more of what is individual and personal in man.

[ 33 ] Der Mensch kann also, wenn er durch seinen Äther- oder Lebensleib Fehler begeht, mehr ein Sünder werden im Kreise seiner Mitmenschen, mehr die sozialen Pflichten versäumen, die von Mensch zu Mensch spielen und das menschliche Gesellschaftsleben möglich machen. Diejenigen Sünden aber, die mehr individueller Natur sind, durch die der Mensch nur als besondere Persönlichkeit fehlt, das sind Verfehlungen, die durch die Eigenschaften des Astralleibes herbeigeführt werden.

[ 33 ] So it is that faults committed through the etheric body render a man more a sinner toward his fellow men through neglect of those obligations and conditions making social life possible among them, between one man and the next. On the other hand, faults of a more individual nature, a man's wrong-doings as a separate personality, result from qualities in the astral body.

[ 34 ] In aller Geheimwissenschaft hat man von jeher dasjenige, was Fehler gegen die Gemeinschaft ist, was aus dem fehlerhaften Ätherleibe fließt, als «Schuld» bezeichnet. Das gewöhnliche, triviale Wort «Schulden» hat einen ganz ähnlichen Ursprung wie das moralische Wort «Schuld», das das bezeichnet, was man dem andern moralisch schuldig geworden ist. Die Schuld ist also etwas, was auf fehlerhafte Eigenschaften des Ätherleibes zurückzuführen ist. Das aber, was als fehlerhafte Eigenschaft dem Astralleib anhaftet, das nennt man «Versuchung». Versuchung ist dasjenige, wodurch der einzelne eine persönliche Sünde auf sich nimmt. Nun bleibt noch die Verfehlung des Ich, der eigentlichen Persönlichkeit. Diese Verfehlung des Ich, dasjenige, wodurch das Ich im besonderen fallen kann, ist angedeutet in der Paradiesesmythe: dazumal, als des Menschen Seele heruntergestiegen ist vom Schoße der Gottheit und zum ersten Male in den irdischen Leib eingezogen ist, also aufgenommen worden ist von dem irdischen Leib wie der Tropfen Wasser von dem Schwämmchen, ist seine höhere Seele zur Ichheit geworden.

[ 34 ] Spiritual science has always termed as “guilt” (German, “Schuld”) those sins that are against the community, and that originate in a faulty etheric body. The more common English word “debts” (“Schulden”) has in German an origin similar to the word “guilt,” with its more moral connotation in English, signifying what one man owes another in a moral sense. Debt, or guilt, derives from defective qualities in the etheric body, whereas a defective element in the astral body leads to what spiritual science associates with the word “temptation.” The man yielding to temptation takes upon himself a personal fault, or failure. The ego, or true personality, too, can commit faults. The Paradise story indicates the kind of fault through which an ego may fall. The human being's higher soul became an ego when it descended from the bosom of the Godhead and entered an earthly body for the first time. It was taken up by the earthly body like a drop of water by a sponge.

[ 35 ] Diese höhere Seele, diese Ichheit kann innerhalb des Ich Fehler begehen. Der Mensch kann nicht nur durch fehlerhafte Eigenschaften des Äther- und Astralleibes fallen, sondern es gibt eine Grundmöglichkeit, zu sündigen, die herbeigeführt wird dadurch, daß der Mensch überhaupt zur Selbständigkeit gekommen ist. Der Mensch mußte ja, um allmählich in bewußter Weise zur Freiheit und Selbständigkeit aufzusteigen, durch Selbstsucht und Egoismus durchgehen. Er ist herabgestiegen als Seele, die ein Glied der Gottheit wat, die nicht in Egoismus verfallen kann. Niemals bildet sich ein Glied in einem Organismus ein, eine Selbständigkeit zu sein. Würde sich zum Beispiel ein Finger dies einbilden, er würde sich abreißen und verdorren. Diese Selbständigkeit, zu der der Mensch sich entwickeln muß und die erst ihre volle Bedeutung dann haben wird, wenn die Grundeigenschaft der Selbständigkeit die Selbstlosigkeit ist, würde niemals haben entstehen können, wenn sie nicht ausgegangen wäre von der Selbstsucht.

[ 35 ] The higher soul, or individuality, can commit faults within the ego. These ego-failures, which are different from those stemming from faulty qualities of the etheric and astral bodies, occur through the very fact of a man's attaining independence. To rise gradually, in full consciousness, to freedom and independence, man had to pass through selfishness and egotism. As a soul, he is descended from the Godhead, which is incapable of egotism. A member of an organism never imagines itself independent; if a finger were to imagine itself independent, it would fall away from the rest of the hand and wither. The self-dependence that is so necessary to human development, and that will attain its full meaning when its fundamental nature is unselfishness, could originate only from selfishness.

[ 36 ] Die Selbstsucht zog ein in den menschlichen Leib, und dadurch wurde der Mensch ein selbstsüchtiges, egoistisches Wesen. So sehen wir, wie das Ich allen Trieben und Neigungen des Leibes folgt. Der Mensch frißt seinen Nebenmenschen auf, er folgt allen möglichen Trieben und Begierden, er ist ganz verstrickt in das irdische Gefäß wie der Tropfen Wasser in das Schwämrmchen.

[ 36 ] It was when this selfishness entered the human body that man became a self-seeking, egotistic being. The ego naturally follows the body's inclinations. Man devours his fellow man, follows selfish impulses and desires, is completely entangled in his earthly receptacle as the drop of water in the sponge.

[ 37 ] Dasjenige, was der Mensch dadurch, daß er ein solches Ich-Wesen, ein eigentlich selbständiges Wesen geworden ist, sündigen konnte, wird angedeutet in der Paradiesesmythe. Während er früher aus dem Allgemeinen geschöpft hat, wie der Tropfen, der noch im Wasser ist, der seine Kraft aus der gemeinschaftlichen Wassermasse herausschöpft, so hat er jetzt alle Antriebe in sich selber. Dies bezeichnet man durch das Hineinbeißen in den Apfel in der Paradiesesmythe; und nicht umsonst — denn alle wirklichen Wortbedeutungen, sofern sie der Geheimwissenschaft angehören, haben einen tiefen inneren Zusammenhang -, nicht umsonst heißt im Lateinischen Malum «das Übel» und «der Apfel». Das Wort «Übel» wird in der Geheimwissenschaft niemals für etwas anderes angewendet als für eine Verfehlung aus dem Ich heraus.

[ 37 ] The Paradise story shows the individual placed in a position to sin just by having become an individual, a really independent being. Whereas formerly he drew in what he needed from the universe, as a single drop in a mass of water derives its force from the mass, his impulses as a fully independent individuality derive wholly from himself. The eating of the apple in Paradise signifies this kind of error stemming from independence. It is significant, too, that the Latin malum means both “evil” and “apple.” All real meanings of words, of course, provided they have any spiritual scientific background, are deeply connected in an inner sense. Spiritual science never uses the word “evil” for any transgression that does not stem from the ego.

[ 38 ] Übel ist also Verfehlung aus dem Ich heraus, Schuld ist die Verfehlung, die der Ätherleib im sozialen Leben begeht im Zusammenleben mit den Menschen. Versuchung ist dasjenige, was den Astralleib treffen kann, insofern er individuell, persönlich fehlerhaft ist. Die Verfehlung des Äther- oder Lebensleibes ist also Schuld; die Verfehlung des Astralleibes ist also Versuchung; die Verfehlung des Ich ist also Übel.

[ 38 ] Evil is thus the fault proceeding from the ego. Trespass, or guilt, is the fault proceeding from the etheric body of a man in social relationships with his fellow men. Temptation may assail the astral body in any respect in which it is individually and personally at fault. The fault of the etheric body: Debts, or Guilt. The fault of the astral body: Temptation. The fault of the ego: Evil.

[ 39 ] Wenn wir das Verhältnis der vier niederen Glieder der menschlichen Natur zur Umwelt, zum planetarischen Umleib betrachten, so sehen wir, daß der physische Leib fortwährend physischen Stoff als Nahrungsstoff aufnimmt und dadurch seine Existenz aufrechterhält. Wir sehen, daß das Leben des Lebens- oder Ätherleibes in der Endlichkeit dadurch zustande kommt, daß der Mensch mit seinen Mitmenschen, in deren Gemeinschaft er hineingewachsen ist, diese Gemeinschaft aufrechterhält. Wir sehen, daß der Astralleib sich dadurch aufrechterhält, daß er der Versuchung nicht unterliegt. Und wir sehen endlich, daß das Ich sich dadurch aufrechterhält und seine Entwickelung durchmacht in der richtigen Weise, wenn es dem nicht unterliegt, was man das Übel nennt.

[ 39 ] Consider the relation of the four lower principles of human nature to their environment, that is, the planetary conditions surrounding them. The physical body continually takes in physical substance as nourishment; so it maintains its existence. The etheric body's life in a finite condition is possible only by maintenance of fellowship with people into whose community one has grown. The astral body is maintained by overcoming temptation. The ego is maintained, and undergoes development in the right way, by not succumbing when “evil” threatens.

[ 40 ] Jetzt denken Sie sich einmal diese ganze Menschennatur, die niedere Vierheit und die höhere Dreiheit, vor Ihre Seele gerückt, so daß Sie sich sagen können: In dem einzelnen Menschen lebt ein göttlicher Tropfen, und der Mensch ist in seiner Entwickelung zu dem Göttlichen hin, zur Ausprägung seiner tiefsten innersten Natur. — Hat er einmal diese tiefste innerste Natur ausgeprägt, dann hat er durch allmähliche Entwickelung sein eigenes Wesen in dasjenige verwandelt, was im Christentum der «Vater» genannt wird. Was verborgen in der menschlichen Seele ruht, was als das große Ziel der Menschheit vorschwebt, das ist der «Vater im Himmel». Will der Mensch sich zu dem hin entwickeln, dann muß er die Kraft haben, seine höhere Dreiheit und seine niedere Vierheit zu dem Punkte zu entwickeln, daß sie in richtiger Weise den physischen Leib erhalten: Der Äther- oder Lebensleib muß mit den Menschen so leben, daß ein Ausgleich stattfindet mit dem, was als Schuld in ihm lebt, der Astralleib darf nicht in der Versuchung untergehen und der Ich-Leib nicht im Übel. Hinaufstreben muß der Mensch durch die drei höheren Glieder zu dem Vater im Himmel, durch den Namen, durch das Reich und durch den Willen. Der Name muß als ein solcher empfunden werden, daß er geheiligt werde. — Siehe die Dinge um dich herum an, sie sind in ihrer Mannigfaltigkeit ein Ausdruck der Gottheit! Sagst du ihren Namen, so faßt du sie als Glieder in der göttlichen Weltordnung. Was du auch in deiner Umgebung haben magst, gelte als heilig; und in dem Namen, den du ihm gibst, sieh etwas, das es zu einem Glied der göttlichen Wesenheit macht. Heilig halte es, wachse hinein in das Reich, das ein Ausfluß der Gottheit ist, und entwickle dich hinauf zu jenem Willen, der ein Atma, aber zu gleicher Zeit ein Glied der Gottheit sein wird.

[ 40 ] Now bring before your mind's eye the whole human being—the lower quaternary and the higher triad—so that you can say: In individual man there lives a drop of Divinity; he is evolving to the Divine through the expression of his deepest, innermost nature. In once expressing outwardly that deepest, innermost nature, he reveals that he has by gradual development transmuted his own being into what Christianity calls the “Father.” What lies hidden in the human soul and hovers before humanity as its great goal is called the Father in Heaven. One wishing to attain that degree of development must be capable of bringing his higher triad and lower quaternary to the point at which they can maintain the physical body adequately. The etheric body must live socially so that an adjustment is effected with whatever exists of “trespass” within it. The astral body must not perish in “temptation,” nor the body of the ego fall in “evil.” Man must strive upward to the Father in Heaven through the three higher principles—the Name, the Kingdom, the Will. The Name must be felt in such a way that it becomes hallowed. Look around you. All things in their diversity express the Godhead. In calling each thing by its name, you make it a member of the divine order of the world. By beholding in every single thing or being that you name in your environment some element that reveals in it a principle of Divine Being, you help make each part of your environment sacred. You hallow each part. You grow into the Kingdom—which is the outpouring of Divinity—and develop yourself up to the Will, which is spirit man but at the same time a principle of the Godhead.

[ 41 ] Nun denken Sie sich einen Menschen, der in der Meditation sich ganz versenkt in diesen Sinn der Entwickelung, und diesen Sinn, diese sieben Glieder der Entwickelung in sieben Bitten in einem Gebet . zusammenfassen soll. Wie wird er da sagen?

[ 41 ] Think, now, of a meditant who concentrates wholly upon this meaning of human development, and who wishes to gather this meaning—the seven principles of man's spiritual evolution—into seven petitions in prayer. How will he pray?

[ 42 ] Um auszudrücken, was durch dieses Gebet erreicht werden soll, wird er, bevor er die sieben Bitten ausspricht, sagen: «Vater unser, der du bist in dem Himmel.» Damit wird auf den tiefsten Seelengrund der menschlichen Natur hingedeutet, auf das innerste Wesen des Menschen, das dem geistigen Reiche gemäß der christlichen Esoterik angehört. Die drei ersten Bitten beziehen sich auf die drei höheren Glieder der Menschennatur, auf den göttlichen Inhalt des Menschen: «Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme zu uns. Dein Wille geschehe—.»

[ 42 ] To express the aim of the prayer, he will have to begin, before he utters the seven petitions: Our Father which art in Heaven. In this form of salutation, man concerns himself with the deepest foundation of the human soul, the inmost element of the human being, which Christian esoteric teaching characterizes as of the kingdom of spirit. The link of the first three petitions, which follow this exalted salutation, is with the three higher principles of human nature, with the divine substance within man:Hallowed be Thy name. Thy kingdom come. Thy will be done.

[ 43 ] Nun gehen wir über von dem geistigen Reiche zu dem irdischen Reich: «Dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden.» Die vier letzten Bitten beziehen sich auf die vier niederen Glieder der Menschennatur.

[ 43 ] Now the prayer moves from the spiritual to the earthly kingdom: Thy will be done on earth, as it is in Heaven. The four last petitions are linked with the four lower principles of human nature.

[ 44 ] Was werden wir von dem physischen Leibe sagen, damit er unterhalten wird im planetarischen Leben? «Gib uns heute unser täglich Brot.»

[ 44 ] What appeal is the supplicant to make with reference to the physical body that it be sustained within the planetary life? Give us this day our daily bread.

[ 45 ] Was werden wir sagen von dem Äther- oder Lebensleib? «Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.» Der Ausgleich dessen, was durch die Verfehlungen des Äther- oder Lebensleibes geschieht.

[ 45 ] What is he to say with reference to sustaining the etheric body? Forgive us our debts, as we forgive our debtors. The adjustment of what takes place through the transgressions of the etheric body is what he asks for here.

[ 46 ] Was werden wir sagen in bezug auf den Astralleib? «Führe uns nicht in Versuchung.»

[ 46 ] What is he now to ask with regard to the astral body? Lead us not into temptation.

[ 47 ] Und was werden wir sagen in bezug auf das Ich? «Erlöse uns von dem Übel.»

[ 47 ] And with regard to the ego? Deliver us from evil.

[ 48 ] So sehen Sie in den sieben Bitten des Vaterunsers nichts anderes als den Ausdruck dafür, daß die menschliche Seele, wenn sie sich in der richtigen Weise dazu erhebt, von dem göttlichen Willen die einzelnen Teile des Menschen in eine solche Entwickelung zu bringen erfleht, daß der Mensch seinen richtigen Lebensweg durch das Universum findet, daß er alle Teile seiner Natur in der richtigen Weise entwickelt. Das Vaterunser ist also ein Gebet, durch das sich der Mensch in den Momenten, wo er es braucht, erheben soll zu dem Sinn der Entwickelung seiner siebengliedrigen Menschennatur, und die sieben Bitten sind dann, wenn sie auch im naivsten Menschen auftreten, der sie gar nicht verstehen kann, Ausdruck der geisteswissenschaftlichen Anschauung der Menschennatur.

[ 48 ] The seven petitions of the Lord's Prayer are thus seen to express the fact that the human soul, when it aspires rightly, implores the Divine Will for a development of the seven elements in human nature that will enable a man to find his right course of life in the universe, a development of all these seven elements in the right way. Through the Lord's Prayer, the petitioner, at the time when he uses it, may rise to understand the full meaning of the development of his seven-principled human nature. It follows that even when the users of these seven petitions are the simplest people, who do not necessarily at all understand them, these petitions express for them, too, the spiritual-scientific view of human nature.

[ 49 ] Alles, was an Meditationsformeln jemals in großen Religionsgesellschaften existiert hat, ist aus der Geheimwissenschaft entsprungen. Sie können alle wirklichen Gebete hernehmen und Wort für Wort zergliedern, niemals werden Sie finden, daß es nur beliebig aneinandergereihte Worte sind. Nicht daß man einem dunklen Triebe gefolgt ist und schöne Worte aneinandergereiht hat, nein, die großen Weisen haben aus den Weisheitslehren, die man heute Geisteswissenschaft nennt, die Gebetsformeln gewonnen. Keine wirkliche Gebetsformel gibt es, die nicht aus dem großen Wissen herausgeboren ist, und der große Eingeweihte, der Stifter des Christentums, Christus Jesus, hat in dem Augenblicke, wo er das Gebet gelehrt hat, die sieben Glieder der menschlichen Natur im Auge gehabt, hat in seinem Gebete dieser siebengliedrigen Natur des Menschen Ausdruck gegeben.

[ 49 ] All formulas for meditation in the world's great religious societies throughout history have had their origins in spiritual science. Analyze every true prayer that exists—word for word—and you will find it to be no arbitrary stringing together of words. Never has a mere blind impulse been followed to string together so many beautiful words. Not at all; rather, the great wise men have adopted these prayer forms from the wisdom teaching that is now called spiritual science. Every true form of prayer was born of this great knowledge; and the great Initiate Who founded Christianity—Christ Jesus—had in mind the seven principles of human nature when he taught His prayer, expressing in it the seven-principled nature of man.

[ 50 ] So sind die Gebete alle geordnet. Wären sie nicht so geordnet, so hätten sie keine Kraft, durch Jahrtausende hindurch zu wirken. Nur das nach dieser Richtung Geordnete hat auch im naiven Menschen die Kraft, zu wirken in dem Menschen, der gar nicht einmal den Sinn der Worte versteht.

[ 50 ] So are all prayers arranged. If it were not so, their power could not have continued to be exercised for thousands of years. Only this manner of arrangement is effective, even among simple people who do not in the least understand the deep meaning of the words.

[ 51 ] Ein Vergleich dessen, was in der Seele des Menschen lebt, mit dem, was in der Natur sich abspielt, wird dies klarer machen. Betrachtet eine Pflanze: sie entzückt euch und ihr braucht nichts zu wissen von den großen, universellen Gesetzen, die sie hervorgebracht haben. Die Pflanze ist da, und ihr könnt euch an ihr erheben. Sie könnte nicht geschaffen sein, wenn nicht die urewigen Gesetze in sie ausgeflossen wären. Das naive Gemüt braucht diese Gesetze nicht zu verstehen. Soll aber die Pflanze geschaffen sein, so muß sie aus den Gesetzen hervorgehen. Soll das Gebet ein wirksames Gebet sein, dann darf es nicht beliebig erfunden, sondern muß aus den urewigen Gesetzen der Weisheit hervorgegangen sein, wie die Pflanze aus den urewigen Gesetzen der Weisheit hervorgegangen ist. Kein Gebet hat wirkliche Bedeutung für Verständige und Unverständige, wenn es nicht aus der Urweisheit hervorgegangen ist.

[ 51 ] A comparison of human life with occurrences in nature will make this appeal of true prayer to the simplest of people more understandable. Observe a plant. It delights you, though you may know nothing at all of the great universal laws according to which it has come into existence. It is there, and may have interest for you, but it would never have been created if primal, eternal laws had not existed according to which the necessary creative forces flowed into it. There is no need for simple natures to know these laws at all, but if a plant is to be created it must be produced in accordance with them. Similarly, no prayer that has not issued from the fountainhead of wisdom has real meaning for either the learned or the simple.

[ 52 ] Heute ist das Zeitalter für die Menschen, die so lange die Pflanze betrachtet und sich an ihr erbaut haben, wo sie hingeführt werden können zu dem weisheitsvollen Inhalt der Gesetze. Durch zwei Jahrtausende hindurch haben die Christen so gebetet, wie der naive Mensch eine Pflanze anschaut. In Zukunft wird er die Kraft des Gebetes erkennen aus der tiefen Urweisheit heraus, aus welcher das Gebet geflossen ist. Alle Gebete, insbesondere das Zentral-, das Mittelpunktsgebet des christlichen Lebens, das Vaterunser, sind ein Ausdruck dieser Urweisheit. Und wie sich das Licht in sieben Farben, der Grundton in sieben Tönen in der Welt zum Ausdruck bringen, so bringt sich das siebenartig sich zu seinem Gotte erhebende Menschenleben in den sieben verschiedenen Erhebungsgefühlen, die sich auf die siebengliedrige Natur des Menschen beziehen, in den sieben Bitten des Vaterunser zum Ausdruck.

[ 52 ] It is in this present age that those who have so long observed the plant and received its blessing can be led to the wisdom in these great universal laws. For two thousand years the Christian has been praying as the unscientific man observes a plant. The time is coming when he will discern the power that prayer possesses from the deep source of wisdom out of which it has flowed into being. Every prayer, especially the prayer that is central to Christian life, the Lord's Prayer, expresses this primeval wisdom. As light is manifested in the world in seven colors, and the Fundamental sound in seven tones, so does the seven-membered human being, aspiring upward to its God, attain expression in the seven different feelings of aspiration that refer to the seven-principled human nature and are expressed in the seven petitions of the Lord's Prayer.

[ 53 ] So ist das Vaterunser, vor der Seele des Anthroposophen stehend, der Ausdruck des siebengliedrigen Menschen.

[ 53 ] Thus, in the soul of the anthroposophist, this prayer expresses seven-principled man.