Original Impulses of Spiritual Science
GA 96
25 March 1907, Berlin
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Original Impulses for the Science of the Spirit, tr. Meuss
17. Die weltgeschichtliche Bedeutung des am Kreuze fliessenden Blutes
17. The Significance in World History of the Blood Flowing on the Cross
[ 1 ] Über acht Tage, also am Ostermontag, möchte ich zu Ihnen sprechen über das Mysterium von Golgatha, und heute können wir vielleicht eine kleine Vorbereitung zu dieser Betrachtung anstellen. Unsere heutige Auseinandersetzung soll sich hauptsächlich beziehen auf ein Wort des Neuen Testamentes, welches vielen unverständlich oder wenigstens schwer verständlich ist. Zum mindesten zeigt sich leicht, daß man mit diesem Wort nicht jenen tiefen Sinn verbindet, der durchaus, wenn man auf das esoterische Christentum eingeht, mit diesem Worte zu verbinden ist. Zu gleicher Zeit wird uns dieses Wort von einer andern Seite her noch tiefer in den Geist und in den Sinn des Christentums einführen, Es ist das Ihnen gut bekannte Wort: «Alle Sünden können vergeben werden, nur nicht die Sünde wider den Heiligen Geist.»
[ 1 ] On Easter Monday I want to talk to you about the Mystery of Golgotha. Today we may perhaps prepare a little for this. What I have to say today will relate mainly to a New Testament passage which many people find it impossible or at least difficult to understand. At the least it is easily seen that people do not perceive these words to have the deep meaning which they certainly should be given if one considers esoteric Christianity. From another point of view, these words will take us even more deeply into the spirit and the meaning of Christianity. They are words you know well: ‘All manner of sin and blasphemy shall be forgiven unto man: but the blasphemy against the Holy Ghost shall not be forgiven him.’98Matthew 12: 31; Mark 3: 28.
[ 2 ] In der Tat liegt in einem solchen Wort der Sinn der Mission des Christentums ausgedrückt, und es ist im Grunde genommen nur die geisteswissenschaftliche Weltanschauung, Weltauffassung das richtige Instrument, um einen solchen tiefen Sinn, wie er in diesem Worte liegt, zu enthüllen. Diejenigen, welche dieser Weltanschauung nahetreten, müssen sich immer mehr daran gewöhnen, von den verschiedensten Seiten die große Weltmission der geisteswissenschaftlichen Bewegung kennenzulernen, und es muß sich immer mehr und mehr in der Welt die Erkenntnis Bahn brechen, daß diese Bewegung nicht da sein kann, um irgendeinen neuen Glauben oder gar eine neue Sekte oder dergleichen zu stiften. Die Zeiten, in welchen innerhalb der Menschheitsentwickelung geradezu neue Glaubensbekenntnisse oder neue Spezialreligionen begründet werden konnten, sind vorüber, und die Zukunft der religiösen Entwickelung liegt in der Ausgestaltung der bestehenden Religionen zu einer großen einheitlichen Religion der Menschheit. Die Bewegung für Geist-Erkenntnis will nicht den Menschen eine neue Religion predigen. Sie will lediglich ein Instrument sein, um die tiefen religiösen Wahrheiten, die in den Religionsurkunden enthalten sind, zu begreifen, zu verstehen.
[ 2 ] Such words do indeed tell us the meaning of the mission given to Christianity, and essentially the only proper instrument to help us reveal their deep meaning is the view of the world gained through the science of the spirit. Those who come to this world view will have to get used to coming to know the great world mission of the spiritual scientific movement from many different points of view. The world will have to realize more and more that this movement clearly does not exist in order to found some kind of new faith, let alone a new sect or the like. The times when new faiths and new special religions could be founded in the course of human evolution have passed. The future of religious development lies in making the existing religions into one great religion for the whole human race. The movement for spiritual insight does not aim to preach a new religion. It merely wants to be an instrument for gaining insight into the profound religious truths contained in the original religious writings.
[ 3 ] Öfter ist von mir hier darauf aufmerksam gemacht worden, daß der Zug der Zeit heute sowohl in theologischen wie auch in sonstigen religiösen Kreisen dahin geht, die religiösen Wahrheiten zu vertrivialisieren, sie nicht tief genug aufzufassen. Wie ist man doch heute in solchen Kreisen damit zufrieden, wenn man den Christus Jesus auffassen will als den «schlichten Mann aus Nazareth», eine Gestalt, die man gewiß gern als ein höheres Menschheitsideal hinstellt, wie Sokrates oder Plato oder Goethe oder Schiller; aber man wünscht ihn nicht zu weit hinauszurücken über das Durchschnittsmaß der Menschheit. Davon ist man heute weit entfernt, sich zu fragen, ob nicht etwas über alle gewöhnliche Menschheit Hinausgehendes in diesem Leibe des Jesus von Nazareth gewohnt hat. Über die alte gnostische Frage scheint die heutige Menschheit weit hinaus zu sein. Die alte gnostische Frage ging darauf hinaus, alle menschliche Weisheit aufzurufen, um zu verstehen, was im Jahre 1 unserer Zeitrechnung eigentlich geschehen ist. Und so ist man auch zufrieden, wenn man mit einigen moralischen Redensarten, einigen recht trivialen Sätzen, eine so große Wahrheit wie die Sünde wider den Heiligen Geist zu erfassen sucht.
[ 3 ] I have said on several occasions before that today the tendency in theological and other religious circles is to reduce religious truths to the commonplace, and not take them deeply enough. Just think how it satisfied people to have Christ Jesus considered ‘the simple man of Nazareth’,99A term used by the Protestant theologian Heinrich Weinel (1874–1936), which Rudolf Steiner would often quote. a figure people are certainly pleased to consider one of the great ideals of humanity, like Socrates or Plato or Goethe or Schiller, but they do not want to put him too far beyond the level of common humanity. People never think of asking today if it is not true that something that went beyond all common humanity dwelt in the body of Jesus of Nazareth. modern humanity seems to have gone far beyond that ancient Gnostic question. The intention had been to call on the whole of human wisdom to understand what really happened in the year 1 of our time. And so people are also satisfied to cover a truth as great as the sin against the holy spirit in a few moralistic phrases, a few, rather commonplace words.
[ 4 ] Aber die religiösen Urkunden sind nicht dazu da, um trivial ausgelegt zu werden. Es gibt keine Tiefe, die tief genug wäre, und keine Weisheit, die weise genug wäre, um den Schleier, der darüber liegt, zu entschleiern. Es darf auch nichts hineingetragen werden, wenn man den tiefen Sinn zu verstehen sucht. Für den unstudierten und unwissenschaftlichen Menschen ist es gar nicht so sehr schwer; aber wahr ist es auch, daß die religiöse Urkunde so tief ist, daß keine Weisheit ausreicht, um ihren Sinn vollständig zu enträtseln. Es ist kein Gemüt schlicht genug, daß es nicht Großes und Gewaltiges von den wahren religiösen Urkunden an Eindrücken haben könnte. So darf auch keine Weisheit zu hoch sein, um über eine wahre Religionsurkunde hinauszuwachsen. Von diesem Gesichtspunkte aus und von dieser Gesinnung aus wollen wir es unternehmen, ein solches Wort zu erklären.
[ 4 ] But the original religious writings do not exist to be explained in commonplace terms. No depth is deep enough and no wisdom wise enough to remove the veil that covers them. It is also important not to add anything when we seek to understand the deep meaning. This is none too difficult for a non-academic, non-scientific person; but it is also true that the religious document is so profound that no wisdom suffices to decipher its meaning completely. No mind is so simple that it cannot gain great and sublime impressions from the true original religious writings. Nor should wisdom ever be considered to be so elevated that it goes beyond the limits of a true religious document. This is the point of view and these are the convictions from which we are going to consider those words.
[ 5 ] Zunächst wollen wir uns klarwerden darüber, was im wirklichen esoterischen Christentum unter dem Heiligen Geist verstanden wird, und was verstanden wird unter den andern beiden Aspekten der Gottheit: unter dem Sohne — dem Wort, dem Logos - und dem Vater. Nicht durch Spekulation oder Nachdenken darf man in solche Dinge eindringen wollen. Diese Dinge sind nicht dazu da, damit jeder willkürlich einen Sinn hineintragen kann. Dieser Sinn ist von denen, die christliche Eingeweihte genannt werden, hineingelegt worden, und wit haben uns nun daran zu halten, was in den Schulen der christlichen Eingeweihten gelehrt worden ist. Daher ist es vom Übel, wenn man in äußerlicher Weise die Bibel hernimmt und darüber spekuliert, was dieses oder jenes Wort bedeuten könnte. Das wird ein wahrer Okkultist niemals tun. Er geht anders zu Werke, da er weiß, daß es esoterische christliche Einweihungsschulen gegeben hat, wo der tiefe Sinn der christlichen Urkunden gelehrt worden ist. Dieser Sinn ist niemals in einer andern Weise gelehrt worden, so daß es keine verschiedenen Standpunkte in bezug auf diese Lehre gibt.
[ 5 ] Let us first of all be clear in our minds as to what is meant by the Holy Spirit in true esoteric Christianity and what is meant by the other two aspects of the godhead—the Son, the Word, or Logos, and the Father. It would be wrong to try and penetrate such things by means of speculation or by thinking about them. They do not exist so that anyone may put in whatever meaning suits them. The meaning was given by individuals who are called Christian initiates, and we must go by the things taught in their schools. It is therefore wrong to take the Bible in a superficial way, speculating about the meaning of one passage or another. A true occultist would never do this. He sets about things in a different way, for he knows that there have been esoteric Christian initiation schools where the deep meaning of the original Christian writings was taught. It has never been taught in any other way, and so there are no different points of view with regard to it.
[ 6 ] Wenn wir uns an eines halten wollen, was vielleicht in dieser Beziehung am meisten an die Oberfläche der äußeren Geschichte getreten ist, dann ist es die große esoterische christliche Schule, welche der Apostel Paulus selbst in Athen gegründet hat, die Schule des Dionysius des Areopagiten. Die Gelehrsamkeit hat sich daran gewöhnt, von einem Pseudo-Dionysius zu sprechen, weil man Schriften, die auf diesen Namen gehen, erst vom 6. Jahrhundert an nachweisen kann. Die Gelehrsamkeit kann in diesem Punkte nicht das Richtige treffen, solange sie sich nicht klarmacht, daß sich die Sitten im Laufe der Zeit wesentlich geändert haben. Während es heute ein Mensch, der einmal einen klugen Gedanken hat, nicht schnell genug erwarten kann, daß dieser Gedanke in Druckerschwärze und Papier umgesetzt wird und in die Welt hinausflattert, so war es im Gegenteil in älteren Zeiten Sitte, daß man die heiligsten Wahrheiten vor der breiten Öffentlichkeit streng bewahrt hat, daß man sie nicht einem jeden an den Kopf warf. Nur diejenigen, die man kannte und welche Proben abgelegt hatten davon, daß sie in würdiger Weise und ausgestattet mit dem Sinn für Wahrhaftigkeit solche Wahrheiten aufnehmen, nur sie durften solche Wahrheiten empfangen. Nur mündlich wurden sie zunächst mitgeteilt, weil man wollte, daß, wer solche Wahrheiten aussprach oder gar die entsprechenden Tatsachen vor den Augen der Schüler enthüllte, daß der nur in hingebungsvolle, echte Gefühle, in warme lebendige Herzen hinein das Wort senkte. Was sich die Schüler solcher Schulen anzueignen hatten, das war eine gewisse Stimmung, eine gewisse Gesinnung gegenüber den höchsten Wahrheiten.
[ 6 ] If there is one thing we want to go by, something which in this respect has perhaps come most to the surface of external history, it is the great esoteric Christian school which Paul the apostle himself founded in Athens, the School of Dionysius the Areopagite.100Dionysius the Areopagite (1st century). Greek or Syrian churchman. Mentioned in Acts 17: 34 as a disciple of Paul. At the end of the 5th century On the Heavenly and Ecclesiastical Hierarchies appeared under his name in Syria, translated from Greek into Latin by John Scotus Erigena in the 9th century. Academics have come to speak of a pseudo-Dionysius because writings that bear his name can only be traced back to the 6th century. Academics cannot know the truth in this respect unless they realize that customs have changed enormously through the ages. Today, someone who has a bright idea cannot wait to get it down on paper and into print so that it may flutter out into the world. In earlier times it was the custom to preserve the most sacred truths carefully from the public at large, not to bombard people with them. The only people permitted to receive those truths were people one knew and who had given evidence that they would receive such truths in a worthy manner, having a sense of truthfulness. Initially they were only passed on by mouth, for the intention was that anyone passing on such truths, or indeed revealing the facts relating to them before the eyes of their pupils, would let the words enter only into genuine feelings, into warm hearts that were truly alive. The disciples at those schools had to develop a certain mood, a certain attitude to the most sublime truths.
[ 7 ] Heute ist man der Ansicht, daß man in jeder beliebigen Stimmung eine Wahrheit empfangen könnte. Das ist keine Kritik; das muß so sein, die Entwickelung bringt das mit sich. In jener Zeit herrschte eine andere Auffassung. Da war es nicht gleichgültig, ob man eine mathematische oder eine physikalische Wahrheit in dieser oder jener Stimmung empfing. Man war sich klar darüber, daß es sich um diese Stimmung handelte, so daß man selbst die einfachen Wahrheiten, die schließlich auch Wahrheiten enthüllen, in einer gehobenen Stimmung empfing. Man nahm sie hin als eine Offenbarung des göttlichen Weltengeistes. So nahm man selbst die mathematischen Wahrheiten auf, die einem in bezug auf den Raum die göttlichen Offenbarungen beibringen sollten. Die Schule bezog sich sehr auf die Erzeugung der richtigen Gesinnung, der richtigen Gefühlswelt.
[ 7 ] Today people think a truth may be received whatever one’s mood. This is not a criticism—it is part of evolution. In those days, people took a different view. It did matter then if one received a mathematical or physical truth in one mood or another. People understood that this mood mattered, and even the simplest truths, which ultimately also reveal truths, were received in an exalted mood. They would be received as a revelation of the divine cosmic spirit. Even the mathematical truths representing the divine revelations relating to space would be received in this mood. The school was very much concerned with creating the right attitude, the right sphere of feeling.
[ 8 ] So war es auch in jener Schule des Paulus, die nur nach intimen Vorbereitungen die höchsten Wahrheiten enthüllte. Während Paulus in der weiten Welt das Christentum predigte, haben seine Schüler in Athen das Esoterische erlebt. Und weil sich der Geist der Schule durch lange Zeiträume hindurch fortsetzte, so benannte man auch den Träger der esoterischen Wahrheit immer mit demselben Namen. Die Schule von Athen setzte sich fort durch Jahrhunderte hindurch, und derjenige, welcher der oberste Lehrer war, der eigentlich tiefste Eingeweihte der Schule, trug immer den Namen Dionysius. Daher hatte auch der, welcher im 6. Jahrhundert die Dinge aufschrieb, als das Schreiben mehr Sitte geworden war, diesen Namen getragen. Nur wer das weiß, kann begreifen, welche Bedeutung dies für die Dionysius-Schule hat.
[ 8 ] In Paul’s school, too, the most sublime truths would only be revealed after intimate preparation. Whilst Paul was preaching to the world at large, his disciples went through their esoteric experiences in Athens. The spirit of that school continued through long periods of time, and because of this the individual who bore the esoteric truth would always be given the same name. The School of Athens continued for centuries and the highest of the teachers was always called Dionysius. This is why the one who wrote the things down in the 6th century, when writing had become more of a custom, also bore that name. You have to know this to understand what this means for the Dionysius school.
[ 9 ] Nun wollen wir uns im Sinne des wahren Christentums unterrichten über die drei Worte: Vater, Sohn und Geist. Wir haben uns über das, was hinter diesen drei Worten liegt, bei der Betrachtung des Vaterunsers von einem andern Gesichtspunkte aus verbreitet. Wir haben dasjenige kennengelernt, was von dem Göttlichen in den drei höheren Gliedern der Menschennatur — Atman, Budhi, Manas - sich ausspricht. Wir haben gehört, wie an den Vaterunserworten «Name», «Reich» und «Wille» diese drei höheren Gebiete der menschlichen Natur hängen. Heute wollen wir von einem andern Gesichtspunkte aus diese drei menschlichen Glieder betrachten, wie das in der esoterischen christlichen Schulung geschehen ist. Kurz rufen wir uns vor die Seele, welches das Verhältnis ist zwischen der niederen und der höheren Menschennatur. In dieser christlichen Schulung hat man immer gelehrt, daß der Mensch aus dem physischen Leib, dem Äther- oder Lebensleib und dem Astralleib besteht, und daß innerhalb dieser drei menschlichen Leiber, als das innerste Glied der menschlichen Wesenheit, das Ich lebt. Das war einmal die sogenannte heilige Vierheit, von der man in jenen Zeiten auch immer gesprochen hat: physischer Leib, Äther- oder Lebensleib, Astralleib und Ich.
[ 9 ] Let us now consider the three words ‘Father’, ‘Son’ and ‘Spirit’ in the truly Christian sense. We went into what lies behind these words from another point of view when speaking of the Lord’s Prayer.101Lecture of 28 January (in this volume). We then came to see what speaks of the divine in the three higher principles of human nature—atman, buddhi, manas. We heard that these three higher principles of human nature are connected with the words ‘name’, ‘realm’ and ‘will’ in the Lord’s Prayer. Today we’ll consider these three human principles from another point of view, as was done in esoteric Christian teaching. Let us briefly recall the relationship between the lower and higher nature of man. In that Christian initiation training it was always taught that man consists of physical body, ether or life body and astral body, and that the I lives within these three human bodies as the inmost part of essential human nature. That was the ‘sacred tetrad’ of which people would speak in the past—physical body, ether or life body, astral body and I.
[ 10 ] Nun haben wir auch kennengelernt, wie im Laufe der menschlichen Entwickelung diese drei Leiber vom Ich aus umgewandelt werden. Wir haben gesehen, daß das Ich zunächst den Astralleib umzuwandeln hat, welcher der Träger von Affekten, Trieben, Leidenschaften und Empfindungen ist. Man könnte diesen Astralleib auch Bewußtseinsleib nennen. Das hat auch das esoterische Christentum gelehrt, daß das Ich dazu berufen ist, im Laufe der Entwickelung mehr und mehr am Astralleib zu veredeln und zu läutern. Und so viel der Mensch am astralischen Leib geläutert, gereinigt und veredelt hat, so viel nennt man im esoterischen Christentum den Heiligen Geist im Menschen. Man könnte auch sagen, wenn man sich theosophisch ausdrückt: derjenige Teil des Astralleibes, der vom Ich aus gereinigt ist, heißt im esoterischen Christentum: der vom Heiligen Geist ergriffene Teil des astralischen Leibes.
[ 10 ] We have also come to know that the three bodies are transformed by the I in the course of human evolution. We have seen that the I must first of all transform the astral body, the bearer of affects, drives, passions and inner responses. We might also call this astral body the awareness body. Esoteric Christian teaching was that the I has the task of progressively improving and purifying the astral body. And as much of the astral body in a person as has been thus cleansed, purified and improved is called the ‘holy spirit’ in that person in esoteric Christian terms. To use theosophical terms we might also say that the part of the astral body which has been purified through the I is in esoteric Christian terms called ‘the part of the astral body which has been taken hold of by the holy spirit’.
[ 11 ] Wir wissen dann, daß das Ich auch auf den Äther- oder Lebensleib umgestaltend, veredelnd und läuternd wirkt. Während im gewöhnlichen äußeren, materiellen und geistigen Leben das moralische Kulturleben veredelnd wirkt auf den Astralleib, wirkt umändernd und veredelnd beim Ätherleib des Menschen lediglich das, was er in der Religion und in der Kunst in sich aufnimmt, wo er das Ewige in der Zeitform ahnt. Die Impulse der Kunst wirken stärker als die moralische Erziehung, stärker als das, was als Rechts- und Staatsleben in der Menschheit vorhanden ist, weil durch das wahre Kunstwerk durchscheint das Ewige und Unvergängliche. Am stärksten aber wirken auf den Ätherleib die religiösen Impulse. Unter dem Einfluß solcher Impulse gliedert sich ein Teil des Ätherleibes heraus, um sich umzuwandeln zur Budhi, zu dem Logos, dem Wort. Das nennt man in dem esoterischen Christentum den Christos.
[ 11 ] We also know that the I influences the ether or life body to transform, improve and purify it. Whilst in everyday material and non-material life our moral cultural life ennobles the astral body, only the things people take in through religion and art—sensing the eternal in the time form—will change and improve the ether body. The impulses that come from the arts are more powerful than moral teaching, more powerful than the life of rights and government among human beings, for the eternal, immortal shines through in a true work of art. Religious impulses have the most powerful influence on the ether body. Under this influence part of the ether body differentiates out and is transformed into buddhi, the logos, the word. This is known as 'the Christos' in esoteric Christian teaching.
[ 12 ] Wir müssen uns bei einer solchen Betrachtung immer das eine vor Augen halten: daß wir, indem wir Geisteswissenschaft treiben, nicht irgendeine graue "Theorie verfolgen, nicht irgend etwas Weltabgewandtes und Lebensfremdes, sondern daß wir dasjenige suchen im Geistigen, wodurch wir unmittelbar veredelnd und läuternd auf diese Leiber einwirken können. Nur wenn wir das Geistige erfaßt und erJebt hinunterzutragen vermögen ins Leben, werden wir das Leben von Augenblick zu Augenblick durchströmen und vergeistigen können mit dem, was wir erkundet haben im geistigen Reiche. Dann treiben wir praktische Geist-Erkenntnis. Nicht aufs Ausklügeln kommt es an, sondern darauf, daß der Geist in unsere Kultur einfließt. Daher geziemt es sich auch, an einer solchen Stelle, wo wir von der Umwandlung der Menschenleiber sprechen, auf etwas Praktisches aufmerksam zu machen, nämlich darauf, was uns das Betrachten solcher Sätze eigentlich sagen will.
[ 12 ] One thing we must always keep in mind when looking at these things is that with the science of the spirit we are not pursuing some kind of grey theory, nor anything removed from the world and alien to life. We are seeking the element in the spirit through which we can have a direct ennobling and purifying influence on these bodies. We must be able to grasp the spiritual principle, live it, and bring it down into life. Only then can we let the insights gained in the realm of the spirit flow through all life, from moment to moment, and make it spiritual. This is practical perception of the spirit. It is not a matter of thinking things out but of letting the spirit flow into our civilization. And so it is also meet and right, at a point where we are speaking of the transformation of the bodies, to draw attention to a practical aspect, namely, what the contemplation of such passages is really meant to convey to us.
[ 13 ] Wenn Sie im Leben stehen mit Ihrem Bewußtsein und gehen durch die Straßen und über den Markt, um die Einflüsse des Lebens auf sich einwirken zu lassen, um die Eindrücke in sich einfließen zu lassen, dann werden Sie in dem, was Sie erleben können, nur einen Teil, ein Glied Ihrer Gesamterlebnisse haben. Wer das nicht berücksichtigt, kann niemals das Leben und vielleicht auch nicht gewisse wichtige Geheimnisse des alleralltäglichsten Lebens erfassen. Der nach GeistErkenntnis Strebende muß tiefer sehen, als ein anderer Mensch mit den gewöhnlichen äußeren Kulturmitteln heute zu sehen in der Lage ist. Auch darin unterscheiden sich unsere verschiedenen Leiber, der Äther- und Astralleib, daß sie in verschiedener Weise von der äußeren Welt beeinflußt werden. Also alles, was Sie bewußt aufnehmen, worauf Sie Aufmerksamkeit verwenden, und wovon Sie wissen, wenn Sie im Leben daran vorbeigehen, so daß es Ihnen zum Bewußtsein kommt, alles das, was Sie draußen oder im eigenen Zimmer sehen und was Eindruck auf den Astralleib macht, das drückt sich in Wallungen und Bewegungen des astralischen Leibes aus. Alles, was Sie im bewußten Leben erfahren, das kann eine okkulte Persönlichkeit verfolgen in den Bewegungen und Strömungen und in alledem, was sich innerhalb des astralischen Leibes ausdrückt.
[ 13 ] When you are in ordinary life with your conscious mind, walking along the streets and crossing the market square, letting life’s influences and impressions come to you, the things you find there will be only part of the whole of your experience. If we do not consider this, we will never come to understand life and perhaps also fail to perceive certain important secrets of our most everyday life. Someone seeking insight in the spirit has to look deeper than someone else would be able to see with the ordinary means our civilization provides today. Our different bodies, the ether and the astral body, also differ in that the outside world influences them in different ways. Everything you take in consciously, giving it your attention, knowing it as you go past it in life, so that it comes to awareness, everything you see outside or in your room that makes an impression on the astral body, creates surges and movements in the astral body. An occultist is able to perceive everything which you experience in full awareness in looking at the movements and currents and everything that shows itself in the astral body.
[ 14 ] Nun gibt es noch andere Einwirkungen auf den Menschen, Einwirkungen, auf die er gewöhnlich nicht seine volle Aufmerksamkeit verwendet. Ich will radikaler sprechen, um vollständig klarzumachen, was ich sagen will. Sie können, wenn Sie durch die Straßen der Stadt gehen, den zahlreichen Dingen, an denen Sie vorübergehen, nicht Ihre volle Aufmerksamkeit zuwenden. Es sind da viele Dinge, von denen Sie hinterher kaum wissen, daß Sie an ihnen vorbeigegangen sind. Bedenken Sie nur einmal, wenn Sie längs einer Straße gehen, was alles links und rechts in den Schaufenstern lag, welche Menschen und in welchen Kleidern sie an Ihnen vorübergegangen sind! Haben Sie auf alle diese Sachen Ihre Aufmerksamkeit gewendet? Gewiß nicht. Alles das, worauf Sie nicht bewußt Ihre Aufmerksamkeit richten, geht aber doch nicht spurlos an Ihnen vorüber, übt doch Eindrücke auf Sie aus. Und weiter, nehmen wir an, ein Mensch sieht sich die Seiten eines Witzblattes an oder ein Plakat. Das, was er mit bewußter Aufmerksamkeit verfolgt, ist nicht alles, was er da tut. Da sind Dinge auf den Seiten des Witzblattes, die er sich nicht zum Bewußtsein bringt, die aber trotzdem auf ihn einen gewissen Eindruck machen. Man sagt dann, das seien Eindrücke, die unter der Schwelle des Bewußtseins liegen bleiben. In Wahrheit ist es aber anders. In Wahrheit wirken viele, unzählig viele Dinge auf den Menschen, ohne daß er sie sich zum Bewußtsein bringt, und diese Dinge, die da wirken, ohne daß der Mensch sie sich zum Bewußtsein bringt, wirken zuweilen tiefer und bedeutungsvoller auf ihn ein, als die, welche er sich zum Bewußtsein bringt, denn sie wirken zunächst auf seinen Ätherleib ein. Fortwährend bekommen Sie Eindrücke auf Ihren Ätherleib. Der kommt in Bewegung, Wogen und Wellen bilden sich, wenn sie auch feinerer Natur sind, als sie der Astralleib bei den bewußten Eindrücken bildet aber sie sind da.
[ 14 ] Not translated
[ 15 ] Daraus können Sie entnehmen, wie unendlich bedeutungsvoll für die ganze menschliche Entwickelung dasjenige ist, wovon sich der Mensch eigentlich im Grunde genommen bewußt gar keine Rechenschaft gibt. Unter der Oberfläche unserer Kultur wirken auf die gegenwärtigen Sinne der Menschheit fortwährend Dinge ein, indem sie direkt, also mit Umgehung des Astralleibes, auf den Ätherleib wirken und Bilder wachrufen, die von bleibender Bedeutung sind. Fortwährend wirken unter der Oberfläche unserer Kultur solche Dinge auf den Menschen ein. Und da ist es, wo die Geisteswissenschaft auf die feineren Untergründe unserer Kultur hinweisen muß, wo sie zeigen muß, wie in das alltägliche Leben Verständnis gebracht werden kann durch die Erfassung der geistigen Welt.
[ 15 ] You can see the infinite importance here of something which people do not really take into account at all in their conscious minds. Beneath the surface of our civilization, things are continually influencing present-day human senses, acting directly on the ether body that is bypassing the astral body and calling up images that are of lasting significance. Beneath the surface of our civilization, such things are all the time having an influence on us. And this is where the science of the spirit needs to draw attention to the more subtle elements that lie beneath our civilization, and has to show how insight can be gained into everyday life by gaining insight into the world of the spirit.
[ 16 ] Es ist einfach so: Ein Zeitalter wirkt und ist ganz anders gesinnt als ein anderes Zeitalter. Wenn das erste Zeitalter schauderhaft schlechte, sagen wir ins Niedrige, bloß Sinnliche gehende und auf die Sensationen berechnete Plakate und Witzblätter hat, und wenn das andere Zeitalter solche Witzblätter nicht hat, so spiegeln sich darin für die okkulte Persönlichkeit diejenigen Dinge, welche in den Neigungen und gewöhnlich auch in den Temperamenten und Charaktereigenschaften der Menschen leben. Sogar das Gewissen ist der Spiegel geheimer Einflüsse, die auf den Menschen ausgeübt werden. Wer das Gewissen wie auch das Temperament, die Gesinnung und die Neigungen der mitteleuropäischen Bevölkerung oder überhaupt der europäischen Bevölkerung im 12., 13. und 14. Jahrhundert studieren wollte, müßte diese Gesinnung, wenn er in okkulter Weise vorgehen wollte, zurückführen auf den Baustil, auf die Art der Gemälde und dessen, was an sonstigen Kulturmitteln die Seelen umgab. Ganz anders konnte eine Seele gestimmt sein, die durch die Straßen ging, wo alles links und rechts zu der Seele in Beziehung stand, als heute, wenn man über den Markt geht und ganz andersartige Dinge um sich herum sieht. Man darf durchaus nicht außer acht lassen das, was tiefer liegt als das Bewußtsein, gerade weil solche Impulse, die mit den großen Entwickelungsepochen der Menschheit zusammenhängen, von tiefem Einfluß sind. Man darf es daher nicht unterschätzen, wenn in den Untergründen unserer Kultur gerade heute allerlei Dinge sind, wie ich sie jetzt angedeutet habe, in denen die wirklichen und wahren Grundlagen des materialistischen Fühlens und Empfindens liegen. Da müssen sie gesucht werden. Und deshalb darf man einen nicht schlankweg als reaktionär ansehen, wenn man von einem tieferen Gesichtspunkt aus will, daß das Edle, das Bedeutungsvolle gerade in dem zum Ausdruck kommt, was so tief auf die menschliche Seele, das heißt bis in die bildsamen Kräfte des Ätherleibes hinein wirkt.
[ 16 ] It is simply like this. The people of one age think and do things very differently from those of another. If the former produce horribly bad posters and joke magazines that focus merely on low things, pure sensuality and calculated sensationalism, and the latter do not have such magazines, this reflects for the occultist the things that live in their inclinations and generally also temperaments and character traits. Even conscience mirrors the hidden influences on human beings. If we wanted to study the consciences and also the temperament, mood and inclinations of central Europeans, or Europeans altogether, in the 12th, 13th and 14th centuries, proceeding by occult methods, we would have to go back to the building styles, the kind of paintings and other cultural elements that were around people in those times. A person would have been in a very different mood walking down streets where everything seen to the left and the right had a relationship to the inner life from the mood you have today when you cross the market square and see quite different things around you. We certainly must not ignore the things that live deeper than conscious awareness, for the very impulses which are connected with the major periods of human civilization have a profound influence. And so we must not underestimate all kinds of things present beneath our present-day civilization that are like the ones I mentioned just now, for there lie the true and real foundations of materialistic feelings and inner responses. That is where we must look for them. And so people should not simply consider one a reactionary when one wants, from a deeper point of view, that nobility and significance should come to expression exactly in these things which have such a profound influence on the human soul, and indeed right down to the form-giving powers of the ether body.
[ 17 ] Es gibt also, wie Sie sehen, eine Betrachtungsweise, die sich nicht von den Vorurteilen der Zeit leiten läßt, sondern von den geistigen Wahrheiten. Und wenn man diese Betrachtungsweise auch ausdehnt auf das Schädliche, auf das die materialistische Gesinnung Erzeugende in dem, was uns täglich umgibt, ohne daß der Mensch seine Aufmerksamkeit darauf gerichtet hat, glauben Sie, daß man da viel ausrichten wird mit Theorien und Lehren, wenn diese Theorien und Lehren nicht bis zu diesen Dingen hinuntergehen? Wenn Sie wissen, wie die höheren Lehren des Christentums sich in der Malerei gespiegelt haben, werden Sie sich nicht wundern, daß diese sich auch in dem spiegelten, was den Menschen fortwährend umgab, auch wenn er seine Aufmerksamkeit nicht darauf gerichtet hatte.
[ 17 ] As you can see, therefore, there is a way of looking at things where one is guided not by the prejudices of the age but by spiritual truths. And if we also extend this way of looking at things to the harmful elements in our daily environment which give rise to materialistic views without people having paid them real attention, do you think we shall get far with theories and teachings unless these theories and teachings go right down as far as this? If you know how the more sublime teaching in Christian thinking came to be reflected in paintings, you will not be surprised that they were also reflected in the things that were around people all the time, even if they did not focus their attention on them.
[ 18 ] Nun betrachten wir dasjenige, was man in der christlichen Esoterik den Vater nennt. Wir wissen, daß vom Ich aus nicht nur der Astralleib, sondern auch der Ätherleib und der physische Leib umgewandelt werden. Unbewußt werden sie umgewandelt von dem Menschen, aber bewußt werden umgewandelt Astralleib, Ätherleib und physischer Leib vom Esoteriker oder Okkultisten, oder wenn der Mensch in einer esoterischen Schulung steht.
[ 18 ] Let us now consider the principle which in Christian esoterics was called ‘the Father’. We know that not only the astral body, but also the ether body and the physical body are transformed through the I. They are transformed unconsciously by people, but consciously so by an esotericist or occultist or someone undergoing esoteric training.
[ 19 ] Alles das, was nur auf den Astralleib wirkt, ist nur Vorbereitung zur eigentlichen esoterischen Schulung, zur eigentlichen okkulten Schulung. Die okkulte Schulung beginnt da, wo wir das Hineinarbeiten in den Äther- oder Lebensleib lernen, wo der Mensch in den Stand gesetzt wird, durch die Anleitung, die ihm der okkulte Lehrer gibt, die Temperamente, Neigungen und Gewohnheiten umzuwandeln, wo der Mensch ein anderer wird. Damit kommt erst die Einsicht in die wirkliche höhere Welt, daß der Mensch ein anderer Mensch wird. Man kann theoretisch Physik lernen, das wirkt nur auf den Astralleib. Man kann alles mögliche lernen, das wirkt nur auf den Astralleib. Erst dann,wenn die Lehren eine solche Stoßkraft haben, daß sie verwandelnd auf den Menschen wirken, bilden sich von innen heraus die Organe, um in die höhere Welt hineinzuschauen. So geschieht die Umwandlung des Ätherleibes und so geschieht auch die Umwandlung des physischen Leibes. Und weil der physische Leib sich umwandelt vom Atmungsprozeß aus, durch die Rhythmisierung des Atmungsprozesses, so nennt man den vom Bewußtsein durchleuchteten physischen Leib Atman, das Atman. Die christliche Esoterik nennt das den Vater.
[ 19 ] Everything that influences only the astral body is mere preparation for the actual esoteric or occult training. Occult training begins when we learn to work into the ether or life body, when the human being is enabled, through the instruction given by the occult teacher, to transform temperaments, inclinations and habits, thus becoming a different person. This alone will give insight into the true higher world—that the person changes. You can study the theory of physics and this will only affect your astral body. You can learn all kinds of things, and they will only affect the astral body. It is only when teachings have such power that they are able to transform the human being that organs develop from inside that allow us to look into the higher world. Then the ether body is transformed and also the physical body. And because the transformation of the physical body comes from the breathing process, bringing rhythm into breathing, a physical body illumined by conscious awareness is called atman. The Christian esoteric term is ‘the Father’.
[ 20 ] So haben wir also innerhalb der christlichen Esoterik zu unterscheiden: den Heiligen Geist: so viel hat der Christ in sich vom Heiligen Geist, als er veredelt hat den astralischen Leib; sodann den Sohn, Logos, das Wort: so viel hat der Christ vom Sohne, vom Logos, vom Worte in sich, als er den Ätherleib umgewandelt hat; und drittens den Vater: so viel hat der Christ vom Vater in sich — es kann nur ein Eingeweihter den Vater bewußt in sich haben -, als sein physischer Leib umgestaltet, ewig gemacht worden ist.
[ 20 ] Within Christian esotericism we have to distinguish between the Holy Spirit—the Christ has as much of the Holy Spirit in him as he has ennobled his astral body; the Son, Logos, Word—the Christ has as much of the son, the Logos, the word in him as he has transformed of the ether body; and thirdly the Father—the Christ has as much of the Father in him (only an initiate can consciously have the Father in him) as he has transformed the physical body, making it eternal.
[ 21 ] Nun müssen wir uns, wenn wir unterscheiden wollen, was Sünde oder Lästerung gegen den Heiligen Geist, gegen den Sohn oder gegen den Vater ist, und um den christlichen Sprachgebrauch inne zu bekommen, an die Mission des Christentums erinnern, wie sie von den esoterischen christlichen Lehrern aufgefaßt worden ist. Öfter habe ich hingewiesen darauf, daß die tiefere Mission des Christentums in dem Wort ausgedrückt ist: «Wer nicht verläßt Vater, Mutter, Bruder, Schwester, der kann nicht mein Jünger sein.» Anders noch ausgedrückt ist das in den Worten des Markus: «Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen, schickten zu ihm und lieBen ihn rufen. Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder draußen fragen nach dir. Und er antwortete ihnen: Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sah rings um sich auf die Jünger, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und meine Brüder! Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.» — Ähnliche Worte finden sich auch bei Lukas: «Da antwortete er: Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun.»
[ 21 ] To understand sin or blasphemy against the Holy Spirit, the Son or the Father, and learn the Christian way of saying these things, we have to recall the mission of Christianity as the esoteric Christian teachers saw it. I have on some occasions said that the deeper mission of Christianity is given in the words: ‘If anyone comes to me who does not disregard his father and mother, his wife and children and his brothers and sisters as well as his own soul-bearing life, he cannot be my disciple.’102Matthew 19: 29; Mark 10: 29; Luke 14: 26. Second quote from Mark 3: 31-33, third from Luke 8:21. Mark also put it in other words: ‘His mother and his brothers came and stood outside and sent to call him. But a crowd was sitting round him. So when they said to him: See how your mother and your brothers and your sisters are outside looking for you, he answered them: Who is my mother, and who are my brothers? Looking round at those sitting in the circle he said: See here my mother and my brothers. Whoever does the will of God is my brother and my sister and my mother.’ In Luke’s gospel we also find: ‘My mother and my brothers are those who hear the word of God and do it.’
[ 22 ] In solchen Worten haben wir die eigentliche Mission des Christentums ausgedrückt. Wir werden sie verstehen, wenn wir uns den Entwickelungsgang der Menschheit vor die Seele führen. Damit werden wir auch die beste Vorbereitung haben für das, was wir nächsten Montag als das Mysterium von Golgatha zu besprechen haben werden.
[ 22 ] Such words speak of Christianity’s real mission. We can understand them if we consider the evolution of the human race, and this will also be the best possible preparation for our discussion of the Mystery of Golgotha next Monday.
[ 23 ] Wenn wir weit zurückgehen im Entwickelungsgang der Menschheit, dann treffen wir auf diejenige Zeit in unserer Erdenentwickelung, die wir die lemurische Zeit nennen. Sie wissen, wir gehen zurück durch die atlantische Zeit in die alte lemurische Zeit. Da finden wir den viergliedrigen, wir dürfen sagen, halbtierischen Menschen, jenen Menschen, der zwar schon aus der Vierheit - physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und mit Anlage zum Ich - besteht, der aber noch nicht ih der Lage war, auch nur das geringste an seinen drei Hüllen zu arbeiten. Denn die Kraft, die dem Menschen notwendig ist, um im angedeuteten Sinne an seinen Hüllen zu arbeiten, mußte in diese Träger der eigentlichen Natur des Menschen erst hineinkommen. Dasjenige, was Sie heute als Ihr Ich bezeichnen, was verhüllt Ihre Seele, Ihre tiefste Natur, die schon etwas enthält von dem, was von den drei Hüllen des Menschen umgewandelt ist, das war damals noch nicht da, das wollte damals erst in die Entwickelung eintreten. Das Ich war noch ein hohler Raum, um aufzunehmen, was heute des Menschen tiefstes Innere ist, was man den unsterblichen Teil des Menschen nennt, der durch alle Inkarnationen durchgeht, was mit der Erde in ein anderes planetarisches Dasein übergehen kann. Das senkte sich dazumal erst hernieder in das menschliche Gehäuse. Das war vorher im Schoße der Gottheit, das bildete einen Teil der göttlichen Natur.
[ 23 ] Going a long way back in human history we come to a time we call the Lemurian age. As you know we go back through Atlantean times to the Lemurian age. There we find the fourfold human being who we may say was half animal, a human being who did have four bodies—physical body, ether body, astral body and the potential for an I—but was not yet in a position to do any work on the three outer bodies. For the power human beings need to work on their outer bodies in the above-mentioned way first had to enter into those vessels for man’s true essential nature. The I as you know it today, veiling your soul, your deepest nature which already contains as much of the three outer bodies as has been transformed—this did not yet exist then, it was still waiting to enter into the process of evolution. The I was still a hollow space that would receive what today is our deepest, inmost part, our immortal part, as we call it, that goes through all incarnations and can go with the earth when it enters into a different planetary existence. This came down into the human vessel at that time. Before, it had been in the keeping of the godhead, part of divine nature.
[ 24 ] Ich habe schon einmal das Bild gebraucht, wie dazumal stattfand diese Beseelung des Menschen, diese Ausgießung der göttlichen Tropfen in die einzelnen Menschenhüllen hinein. Ich habe gesagt: Man nehme ein Glas Wasser, da sind viele Tropfen darin als eine flüssige Wassermenge. Nun nehme man tausend kleine Schwämmchen und tue sie hinein, so daß jedes Schwämmchen einen Wassertropfen aufnimmt. Dann haben wir viele Wassertropfen aus dem Glase aufgetupft, und wir haben dasjenige, was vorher verflossen, einheitlich in dem Glase darin war, ausgeteilt auf die verschiedenen Schwämmchen. Was jetzt in uns ist und was vorher in dem Schoße der Gottheit war, als in einem allverfließenden Elemente, das teilte sich dazumal auf die einzelnen menschlichen Leiber aus, so daß heute jeder einen Tropfen dieser einheitlichen göttlichen Substanz in sich hat. Dadurch individualisierte sich dasjenige, was vorher nur Glied in der allgemeinen göttlichen Natur war. So wie meine zehn Finger Glieder meines Organismus sind, so sind die Seelen, die heute in den Menschenleibern darin sind, Glieder der Gottheit. Und so, wie wenn jeder Finger individualisiert würde, wie jeder Finger eigenes Leben erhielte dadurch, daß er sich mit andern Hüllen umgäbe, so wurden die im Schoße der Gottheit ruhenden Tropfen menschliche innere Wesenheiten.
[ 24 ] On a previous occasion I gave you a picture for the way man was ensouled at that time, with the divine droplet poured into each individual human vessel. I then said that one might take a glass of water—many drops are in it, a mass of fluid. We might then take a thousand tiny little sponges and let each absorb one drop of water. We have then taken many drops from the glass, and something which had been united in the glass has then been distributed among all the small sponges. Something which is now in us and had previously been in the keeping of the godhead as in an element where everything flowed into one, distributed itself at that time among the individual human bodies, so that today each has a drop of this one divine substance in it. This element, which until then had been part of general divine nature, thus became individualized. Just as my ten fingers are part of my organism, so are the souls which are in human bodies today part of the godhead. And just as every finger would become individualized, every finger would receive a life of its own if it were to surround itself with other outer elements, so did the drops resting in the keeping of the godhead become human inner natures.
[ 25 ] Diese menschlichen inneren Wesenheiten wohnten in den damals für sie vorbereiteten Menschenleibern. Ganz anders sahen dazumal diese Menschenleiber aus als heute. Es würde vielleicht kein Mensch mehr das glauben, wenn ich beschreiben würde jene Menschenleiber, die herumwandelten und warteten auf die Beseelung des Göttlichen. Wenn auch diejenigen, welche diese Vorträge hören, an manches gewöhnt sind, so würden manche doch recht erstaunt sein, wenn ich erzählte, wie die damaligen Leiber waren und wie jene für heutige Begriffe grotesken Formen sich zu den heutigen Leibern umgestaltet haben. Daß sie so aussehen wie heute, wer hat das getan? Das hat die innere Seele selbst getan. Von innen heraus wirkte die Gestalt, die Form dieser Menschenseele. Man bekommt eine Vorstellung davon, wie diese Seele arbeitete, wenn man die letzten Reste des sich ausprägenden Ausgestaltens der Seele im Leibe am heutigen Menschen betrachtet.
[ 25 ] These human inner natures lived in the human bodies which had been prepared for them at that time. Human bodies looked very different at that time compared to today. Perhaps no one would believe it if I were to describe those bodies which walked about, waiting to be ensouled by the godhead. People who listen to these lectures may be used to some things, but some would be quite surprised, really, if I were to tell them what those bodies were like and how those shapes, grotesque as they would be in our eyes today, gradually changed into the bodies we have today. Who made them look the way they do today? The inner soul itself has done this. The figure, the form of this human soul influenced the body from inside. You get an idea of how this soul was working if you consider the last bits of configuration the soul still does on the human body today.
[ 26 ] Betrachten Sie einmal das Schamgefühl, betrachten Sie die Angst, die Furcht, den Schrecken! Das Schamgefühl treibt den Menschen die Schamröte ins Gesicht; das Gesicht färbt sich anders. Ebenso ist es bei der Angst, bei der Furcht, beim Schrecken. In dem einen Falle färbt sich das Gesicht rot, in dem andern Falle erbleicht es. In dem Vortrage über «Blut ist ein ganz besonderer Saft» habe ich gezeigt, daß das Blut der äußere Ausdruck ist für die innere Arbeit des individuellen Menschen. Was sich da als intimste \Wesenheit ausdrückt, schießt in das Blut: Wer das Blut hat, hat das Ich, und wer das Ich hat, hat das Blut. Daher ist es ein ganz besonderer Saft. Das gilt aber nur von dem warmen Blut, im Gegensatz zu dem wechselwarmen Blut. So wie heute noch beim Schamgefühl, bei der Furcht und beim Schrecken das Ich, das dieses Gefühl hat, auf das Blut wirkt und den Körper in dieser klaren, intimen Weise verändert wie bei der Schamröte und bei der Angstblässe, so wirkte es auch damals. Groß und gewaltig war die Wirkung auf das Blut in der ersten Zeit der Menschheitsentwickelung. Das Blut drückte dazumal intim und genau die innere Kraft aus, die hineingefahren ist in das Ich als sein göttlicher Inhalt. Dadurch bildete sich das Ich durch die Rassen her ab. Wie heute der Mensch blaß oder rot werden kann, so formte das innere Gefühl, von innen heraus, den ganzen Menschenleib. Als der Mensch noch weich war — Finger hatte er damals noch nicht -, da formte das Ich von innen heraus durch das Blut die Form. Das Blut ist das, was der Mensch auch heute zum Ausdruck bringt. Die plastisch gestaltende Kraft wirkt vom Ich aus, auf dem Umwege durch das Blut, an dem Aufbau des Menschenleibes. So lernen wir dieses Blut kennen als den Träger des Ichs in der mannigfaltigsten Gestalt.
[ 26 ] Consider feelings of shame, anxiety, fear, fright. A feeling of shame makes the blood rush up to make us go red. The colour of the face also changes with anxiety, fear or fright. In the one case it turns red, in the other it grows pale. In my lecture on the blood as a very special fluid,103Lecture given in Berlin on 25 October 1906. In Supersensible Knowledge (GA 55). See note 95. I showed that the blood is an outer reflection of the inner work of the individual person. Our most intimate nature shoots into the blood—someone who has blood has an I, and someone who has an I has blood. It is therefore a very special fluid. This only applies to warm blood, however, and not to creatures whose blood is sometimes warm and sometimes cold. Today the I influences the blood when we feel shame, fear and fright, changing the body in this definite, subtle way when we feel shame or grow pale from fear, and it also acted like this in those times. The influence which the blood had in the earliest time of human evolution was great and powerful. It reflected, subtly and exactly, the inner power that had entered into the I as its divine content. And because of this the I came to be reflected through the races. Just as people may grow pale or turn red today, so did the inner feeling shape the human body from the inside. When the human being was still soft—he did not yet have fingers—the I created the form from inside, through the blood. Blood is still brought to expression today. The sculpting power comes from the I, via the blood, and develops the human body. In the many different shapes and forms we thus get to know the blood as the vehicle for the I.
[ 27 ] In andern Vorträgen habe ich aufmerksam gemacht auf ein Geheimnis, das sich in den ältesten Schilderungen der Bibel verbirgt: Ich habe aufmerksam gemacht auf das Bild, daß Adam Jahrhunderte alt wird. Das beruht auf dem, was wir die Nahehe nennen, die Ehe innerhalb der Blutsverwandtschaft. Wir finden sie am Anfangszeitalter eines jeden Volkes. Freilich müssen wir weit, weit zurückgehen. Wir finden da überall kleine Gruppen innerhalb der Erdenbevölkerung, die miteinander blutsverwandt sind, und nur innerhalb dieser kleinen blutsverwandten Gruppen wird geheiratet. Das hat etwas Wichtiges zur Folge. Um dasjenige, was zu sagen ist, verständlicher auszudrükken, habe ich Sie einmal auf ein Gespräch hingewiesen, das Anzengruber wit Peter Rosegger geführt hat. Sie erinnern sich, daß Rosegger, der ein guter und beliebter Dichter ist, aus einer äußeren Anschauung heraus seine Bauern schildert, sie so schildert, wie er sie eben vor uns hinstellt. Anzengruber ist aber derjenige, der sie lebendiger schildert, der seine Bauern so hinstellt, daß sie fest und sicher auf ihren Beinen stehen, wie gemeißelt, durchaus wahr und sicher. Einmal gingen die beiden befreundeten Dichter miteinander aus. Da sagte Rosegger zu Anzengruber: Du würdest die Bauern viel besser schildern können, wenn du aufs Land hinausgehen und dir die Bauern einmal anschauen wolltest. - Da antwortete ihm Anzengruber: Ich habe nie einen solchen Bauern gesehen. Ich schildere sie aber, weil es mir so im Blute liegt. Mein Vater, Großvater, Urgroßvater und auch die Onkel waren Bauern. Und das liegt mir im Blut. — Anzengruber brauchte die Bauern also gar nicht gesehen zu haben. Das Blut wirkte über die Generationen hinaus, so daß das in der Schilderung der Bauern herauskam.
[ 27 ] In other lectures I spoke of a secret that lies in the earliest Bible stories. I spoke of the image given by saying that Adam grew to be hundreds of years old.104Genesis 5: 3-5. This was due to something we call intermarriage, marriage between blood relations. We find it in the early times of every nation, though ve have to go back a long, long way. Then we find small groups everywhere within the earth’s population who are blood-relatives, marrying only within the group. This has an important result. To make it easier for you to understand what needs to be said I once referred to a conversation between Anzengruber and Peter Rosegger.105'Another time, going for a walk with Anzengruber... We chatted about creative writing and subjects to write about. I said that he must surely have lived in Upper Bavaria or have had a lot of dealings with the country people of that area. His country figures were very much of that stamp. He put his pince-nez on his strongly hooked nose and said: "Upper Bavaria? No. Actually I never had any dealings with country people. At least not at close hand." Noting my surprise he added: "I don't need that. Just need to see such a one from a distance, hear some ordinary words, observe some gesture of other—and I know the whole chap inside out." "Most peculiar!" "My friend," he said, "you know yourself that all external occasions and opportunities are but midwives. The writer must give birth out of his own resources. Country people? - I'm a city man! But if, as you say, I’m better at writing about country people than city people, it may well be because it is in my blood. Or somewhere in one of my bones, like an inherited kind of gout. My father's family were Upper Austrian farmers. Well, and such things will linger on.'" Gesammelte Werke von Peter Rosegger, Leipzig 1914-16, 36. Band, Gute Kameraden—Personliche Erinnerungen an beruhmte und eigenartige Zeitgenossen, S. 145 f. You’ll remember that Rosegger, a good and popular writer, describes the country people in his books the way he sees them; that’s how he presents them to us. Anzengruber describes them in a more living way, his countrymen stand firmly and securely on their feet, as though hewn from wood, absolutely true and sure. The two writers once went out together. Rosegger then said to Anzengruber: ‘You’d be able to give a much better description of the country people if you went into the country and took a look at them there.’ Anzengruber’s reply was: ‘I have never seen such a countryman. But I describe them the way I do because it is in my blood. My father, grandfather, great grandfather and my uncles, too, were country people. And that’s in my blood.’ There was no need for Anzengruber to have seen the country people. The blood had an influence through generations, and this showed itself in the way he wrote about country people.
[ 28 ] So sehen Sie, wie auf dem Umwege des Blutes der Geist wirkt, und wie ein begrenztes Ich nicht in der Persönlichkeit aufhört, sondern erstarkt und sich verbreitet über Vater, Großvater und so weiter. Bei Anzengruber war das so, weil man sich dort nur unter Bauern geheiratet hat. Da blieb ein gewisser Grad von Bewußtsein davon zurück. Der Grad dieses Bewußtseins war noch viel höher zur Zeit der ersten Teile der Bibel. Da war noch ein wirkliches Gedächtnis, eine Erinnerung da an die Erlebnisse der Urahnen. Es gab eine Zeit, wo der Mensch sich nicht nur an das erinnerte, was er selbst in seiner Jugend erlebt hatte als Kind, als Jüngling, sondern wo er ebenso im Gedächtnis hatte, was der Vater und der Großvater getan hatten. So unglaublich das auch dem Menschen von heute erscheint, so wahr ist es doch, daß in den alten Zeiten, wo eine kleine Gruppe strenger Blutsverwandtschaft innegehalten worden ist und wo man nicht aus der Gemeinschaft herausheiraten durfte, ohne eine Sünde zu begehen, das Ich nicht nur jenes Bewußtsein des Bauerncharakters erlangte, sondern daß der Sohn zu dem, was der Vater, der Großvater und so weiter erlebt hatten, sagte: Ich habe es erlebt. — Es war also so, daß die, welche nach neun Jahrhunderten von Adam abstammten, in bezug auf die Erlebnisse des Adam sagten: Ich habe es erlebt. - Es war eine Art von Gruppen-Ich, das durch die Generationen hindurchging. Als Adam, als Abraham bezeichnete man eben jenes Durchgehen des Ichs.
[ 28 ] So you see how the spirit works through the blood, and an I limited to an individual does not stop there but grows strong and spreads through father, grandfather and so on. That’s how it was with Anzengruber, because those country people had only married among themselves. Some level of awareness of this remained. This level of awareness was much higher at the times written about in the first parts of the Bible. People then still had a real memory of things that had happened to their ancestors. There was a time when people remembered not only the things that had happened to themselves in childhood and youth but also had memories of what their father and grandfather had done. This may seem unbelievable to people today, but it is true that in those early times when blood relationship was strictly maintained within a small group and one could not marry outside the community without committing a sin, the I not only had awareness of the character of country people but the son would say of things that had happened to his father, grandfather and so on that they had happened to him. People who after nine hundred years had descended from Adam would say: ‘That has happened to me’, when speaking of things that had happened to Adam. It was a kind of group self that went through generations. And the term Adam, or Abraham, was used to refer to the way the I had thus continued through generations.
[ 29 ] Das verbirgt sich auch hinter den Schilderungen der ersten Kapitel des Alten Testamentes. Daran sehen Sie aber, daß dieses Blut als äußerer Ausdruck der inneren schöpferischen Seele in Betracht kommt. Wodurch verlor der Mensch dieses Hinaufschauen in die Generationen? Wodurch wurden sein Bewußtsein und sein Gedächtnis auf sein eigenes Leben eingeschränkt? Sie wurden dadurch eingeschränkt, daß seine Blutsverwandtschaft durchbrochen wurde. Es lockerte sich die alte Blutsverwandtschaft, aus den engeren Kreisen wurden weitere. Der kleine Familienkreis erweiterte sich zum Stamm, der Stamm zum Volk. Nicht anders hätte sich die Menschheit so weit entwickeln können, als indem sich Familien zu Stämmen, Stämme zu Völkern gliederten, nicht anders, als indem die engen Blutsbande durchbrochen wurden. Das Gedächtnis selbst reicht hinauf in die Generationen.
[ 29 ] This is also what lies behind the stories in the first chapters of the Old Testament You realize that the blood may be seen as an outer reflection of the inner creative soul. How did humanity lose this way of looking upwards into the generations? What caused conscious awareness and memory to be limited to the life of the individual? They were limited because the bond of blood relationship was broken. The old form of blood relationship loosened, small groups became larger ones. A family group became a tribe, the tribe a nation. Humanity could not have developed in any other way but by families coming to be part of tribes, and tribes of nations, breaking the close blood bonds. Memory used to go back up through the generations.
[ 30 ] Wenn Sie sich erinnern, wie oft ich gesagt habe, daß das Gedächtnis den Ätherleib zum Träger hat, daß er wiedergibt das, was gedächtnismäßig einen Ausdruck findet, dann werden Sie den Zusammenhang zwischen dem Blut und dem Ätherleib haben. Das Ich drückt sich in den Ätherleib hinein, indem es sich äußerlich ausdrückt in Blutwallungen, in dem, was ins Blut schießt. Wenn Sie sich nun aber erinnern, daß derjenige, der ein Eingeweihter werden will, in den Ätherleib hineinzuarbeiten hat, dann werden Sie nicht mehr weit sein von dem, was tief zusammenhängt mit dem Mysterienwesen der vorchristlichen Zeit. Auch dieses Mystertienwesen der vorchtristlichen Zeit hat mit dem Blute zu tun. Heute wollen wir kennenlernen, was das Ganze mit dem Blute zu tun hat.
[ 30 ] If you recall the many times I’ve said that memory is sustained by the ether body, which reproduces the things that make up memories, you’ll know the connection between blood and ether body. The I impresses itself into the ether body by coming to outward expression in the surges of the blood, in the element that enters into the blood. You’ll recall, however, that someone wanting to be an initiate has to work into the ether body, and here we come close to something that is deeply connected with the mysteries of pre-Christian times. Those mysteries also had to do with the blood. Today we want to see what all this has to do with the blood.
[ 31 ] Wir wissen, daß ein Mensch, der die vorchristliche Einweihung bekommen sollte, dazu vorbereitet werden mußte. Wir wissen, wie eine solche Einweihung vor sich gegangen ist. Der Einzuweihende bekam zur Aufgabe die Umwandlung der Eigenschaften und Gewohnheiten, die er hatte, was ihn dann zu dem Menschen machte, der er sein mußte, um ein Eingeweihter zu werden. Ich habe ferner gesagt, daß die Eingeweihten zurückführen auf die Adepten in der alten atlantischen Zeit, und daß der Schüler, nachdem er in entsprechender Weise vorbereitet worden war, für dreieinhalb Tage ganz und gar in eine Art Schlafzustand versetzt worden ist, in einen solchen Schlaf, der es möglich gemacht hat, nicht nur den Astralleib aus dem physischen Leib herauszuheben, sondern auch den Ätherleib. Der den Schüler einweihende Weise leitete die ganze Prozedur. Der Ätherleib wurde herausgehoben, und dadurch bekam der Initiator die Möglichkeit, in den Schüler die Kraft zu geistigen Erlebnissen hineinzulegen, um eine wirkliche Anschauung und Erfahrung von der höheren Welt haben zu können. Dadurch, daß der Mensch vorbereitet worden war, kam der Ätherleib in Bewegung, so daß es dem Schüler möglich geworden ist, in die höheren Welten hineinzuschauen. Wenn er dann zurückgeführt worden ist, war es so, daß er Zeugnis ablegen konnte von der Wahrheit und Wirklichkeit der geistigen Welt. Um eines handelte es sich da: Der Mensch mußte sein Bewußtsein herabstimmen, herabdämpfen, und das Herabdämpfen des Bewußtseins war verbunden mit dem Herausholen des Ätherleibes. Er war ganz unter dem Einflusse des Initiators.
[ 31 ] We know that someone who was to be given the pre-Christian initiation had first to be prepared. We know how such an initiation went. The candidate was instructed to transform his qualities and habits and this would make him the kind of human being he needed to be for initiation. I also said that the initiates went back to the adepts of ancient Atlantean times and that the candidate, once suitably prepared, was put into a sleep state for the whole of three and a half days. This was the kind of sleep in which it was possible to lift not only the astral body but also the ether body out of the physical body. The wise individual who initiated the disciple would guide the whole process. The ether body would be lifted out and this made it possible for the initiator to give the disciple the power to experience things in the spirit and have a real perception and experience of the higher world. The ether body would have been set in motion through the preparations that were made, and the disciple would then be able to see into the higher worlds. When he had been brought back, he would be able to bear witness to the truth and reality of the spiritual world. The essential point was that the individual’s conscious mind had to be dimmed, tuned down, and this was connected with lifting out the ether body. He would be wholly under the influence of the initiator.
[ 32 ] Nun betrachten wir einmal den Vorgang. Was an Gesetzen, Einrichtungen und sozialem Gefüge vorhanden war, das führte zuletzt zurück auf die Einweihung. An der Spitze des sozialen Baues stand der große Initiator. Von ihm gingen die Ziele und Richtungen aus. Die Schüler trugen die geoffenbarte Weisheit hinaus in die Welt, und die, welche sie draußen hörten, richteten sich danach und richteten auch das soziale Leben danach ein. Alles stand unter der Autorität der Initiation, des Initiators, alles hing davon ab. Es war das Prinzip der Autorität, die auf Wahrheit und Weisheit gegründet war, im höchsten Maße und im besten Sinne dargelebt. Nur die, welche die großen, weisen Führer der Menschheit waren, durften eine solche Autorität ausüben. Und das geschah, ohne daß der Menschheit dadurch in irgendeiner Weise Schaden zugefügt worden wäre.
[ 32 ] Let us consider the situation. All existing laws, institutions and social structures ultimately went back to initiation. At the pinnacle of the social structure would be the great initiator. All goals and trends would depend on this. The disciples would take the wisdom that had been revealed out into the world, and those who heard them out there would take their guidance from them and also arrange their social life accordingly. Everything was under the authority of initiation, of the initiator. Everything depended on these. The principle was one of authority based on truth and wisdom, lived out to the highest degree and in the best possible sense. Only the great, wise leaders of humanity were allowed to have such authority. And it was like this without causing any kind of harm to humanity.
[ 33 ] Nun handelte es sich darum, den Ätherleib in der richtigen Weise aus dem physischen Leib herauszuholen. Das konnte man nicht ohne weiteres bei jedem Menschen machen. Wer Ihnen sagt, daß man das bei jedem Menschen tun kann, der schildert Ihnen die Dinge abstrakt, der schildert sie nicht wahr. Diese Dinge zu erreichen, erfordert eine lange Vorbereitung. Es kam darauf an, daß das Blut die richtige Mischung hatte. Deshalb wurde auch ein so großer Wert darauf gelegt, daß die Priestergeneration sich nicht mit andern vermische. Durch Jahrhunderte hindurch wurde es vorbereitet, daß immer einer der richtigen Nachkommen da war, der einmal in dieser Weise ein richtiger Eingeweihter werden konnte. Es war eine Behandlung des Menschenleibes in großem Stile, in einer ungeheuer mysteriösen Weise, in einer im schönsten Sinne des Wortes mysteriösen Weise. Die größten Eingeweihten sind in bezug auf ihr physisches Prinzip durch Jahrhunderte hindurch hinsichtlich ihrer Blutmischung vorbereitet worden. Diese ganze Einweihungsvorbeteitung ist das Charakteristische der vorchristlichen Einweihung, es hat aber im Laufe der Menschheitsentwickelung nicht immer, es hat nicht ewig bestehen können. Denn womit hing dieses Einweihungsprinzip zusammen? Es hing mit der Übersichtlichkeit der Blutsgemeinschaft zusammen. Je mehr wir uns dieser nähern, desto mehr kommen wir auf so geartete Prinzipien.
[ 33 ] What mattered then was to lift the ether body out of the physical body in the right way. This could not be done with just anybody. Anyone who says that this could be done with anybody, is talking in an abstract way and not out of the truth. It needed long preparation to achieve these things. Essentially the blood had to be the right mixture. This is also why great care was taken to see that the generation of priests did not mingle with others. Preparations would continue for centuries to ensure that one of the right descendants would always be available, who might one day be made a true initiate. It was a way of treating the human body in a grand style, in a tremendously mysterious way, a way that was mysterious in the best possible sense of the word. The greatest initiates had been prepared for through centuries to get the right physical principle, the right blood mixture. This whole process of preparing for initiation is the key characteristic of pre-Christian initiation. Yet it could continue for ever in the course of human evolution. For what was this initiation principle about? It had to do with having a clear view of the blood community. The closer we come to understanding community, the more do we come across principles of this kind.
[ 34 ] In den ältesten Zeiten war also die Einweihung auf das Blutsprinzip gebaut. Immer mehr wurde sie durchbrochen, von Familie zu Familie, von Stamm zu Stamm, von Volk zu Volk. Und nun sollte das kommen, was in der Zukunft eintreten wird: daß alle solche Blutsbande durchbrochen werden. Denn wo lebte das Gemeinschaftsprinzip, das der Mensch hatte, als er aus dem Schoße der Gottheit gekommen war? Man könnte sagen, es rann durch das Blut, und wenn man einen Menschen einweihen wollte, so mußte man eben auf das Blut Rücksicht nehmen.
[ 34 ] In those very early times, therefore, initiation was based on the blood principle. This came to be broken more and more, from family to family, tribe to tribe, nation to nation. And now the future was making itself felt, with all such blood bonds broken. For where did the community principle reside for human beings when they had come down from the keeping of the godhead? We might say that it flowed through the blood, and the blood therefore had to be taken into account when one wanted to initiate someone.
[ 35 ] Als mit dem warmen Blute die Möglichkeit gegeben war, daß das Ich sich den göttlichen Seelencharakter eingliederte, da strömte der göttliche Seelencharakter durch das Blut: «Ich bin, der da war, der da ist und der da sein wird.» Gerade derjenige, der als Gott Jehova spricht, sagt: Ich bin, der da war, der da ist und der da sein wird. — Und wo wirkte er am mächtigsten? Er wirkte am mächtigsten im Blute. Und wodurch führte man den Menschen, wenn man ihn einweihte? Man führte ihn dadurch, daß man sein Blut behandelte. Das sind tiefe und weitgehende Mysterien des Altertums. Derjenige versteht das Christentum schlecht, der es nur als einen äußerlichen Vorgang betrachtet. Mit vollem Vorbedacht ist mein Buch nicht «Die Mystik des Christentums» benannt worden, sondern «Das Christentum als mystische Tatsache» ; das heißt, das Christentum selbst ist eine mystische Tatsache und nur dann zu verstehen, wenn man weiß, daß mit der Erscheinung des Christus Jesus sich die ganze geistige Konfiguration unseres Erdenplaneten geändert hat.
[ 35 ] When the possibility was given, with the warm blood, for the I to make the divine soul quality its own, that divine soul quality flowed through the blood: ‘I’ am he who was, who is and who shall be.’106Genesis 3: 14; Rev. 1:8. This was indeed the one who spoke as the god Jehovah, saying: ‘I am he who was, who is and who shall be.’ And where did he show himself to be most powerful? In the blood. And how did they guide a human being to initiate him? They would guide him by treating his blood. These are profound, far-reaching mysteries of ancient times. Someone who only considers Christianity on the surface does not understand it properly. Much thought went into the title of my book, calling it not ‘The mysticism of Christianity’ but Christianity as Mystical Fact. It means that Christianity itself is a mystical fact and can only be understood if one knows that the whole spiritual configuration of the planet earth changed with the coming of Christ Jesus.
[ 36 ] Versetzen Sie sich einmal auf einen fernen Planeten und denken Sie sich, Sie würden als Seher herunterschauen können auf die Erde, auf die Atmosphäre der Erde, auf den Astralleib der Erde, auf dasjenige, was der allgemeine Astralleib der Erde ist und was da brodelt und sprudelt und wogt und wellt von den Astralleibern der Tiere und Menschen. Und dann denken Sie sich, Sie könnten einige Jahrhunderte vor Christi Geburt herunterschauen und verfolgen die Ereignisse bis in eine ferne Zukunft hinein. Wenn Sie dies verfolgen könnten, so würden Sie etwas Eigentümliches sehen. Sie würden schen, daß mit dem Erscheinen des Christus Jesus die astrale Atmosphäre sich gründlich ändert, einen mächtigen Ruck macht, so daß sie für alle Zukunft eine andere Schattierung, eine andere Färbung erhält. Etwas Neues trat da in die irdische Geistesatmosphäre ein. Wer nicht zugibt, daß jetzt geistig etwas anderes da ist auf der Erde, als vor Jahrtausenden da war, der versteht nicht das Christentum mit seiner Vorbereitung. Nur wer es so betrachtet, daß etwas Reales und Wirkliches als neuer Einschlag gekommen ist, der weiß, was da am Beginne des Christentums geschehen ist.
[ 36 ] Put yourself on a distant planet and imagine you are a seer looking down on to the earth, the earth atmosphere, the earth’s astral body, the bubbling, boiling, billowing mass of animal and human astral bodies. And then imagine you were able to look down on it some centuries before the Christ was born and follow events on into a far distant future. If you were able to follow this you’d see something strange. You would see the astral atmosphere changing profoundly with the coming of Christ Jesus, a tremendous sudden change, so that its shade, its colour, would be different for all future times. Something new entered into the earth’s spiritual atmosphere. Anyone who does not admit that something now exists in the spirit on earth which was not there millennia ago, does not understand Christianity and the preparations that preceded it. You have to consider that something absolutely real came in, something new, and then you know what happened at the beginning of the Christian era.
[ 37 ] Wenn Sie dies so betrachten, werden Sie auch den Ausdruck für die Umwandlung des Erdplaneten im Geistigen finden und sich sagen müssen: Alle engeren Blutsbande reißen, alles, was die Menschen in kleinen Blutsgemeinschaften zusammengehalten hat, reißt allmählich. Die kleinen Bruderbünde werden allmählich erweitert zu dem großen Bruderbunde, der alle Menschen auf der Erde umfassen soll, wo jeder Mensch zu jedem Menschen Bruder sagt, wo der Mensch «Mutter und Vater und Bruder und Schwester verläßt». Alles, was das Blut bereitet hatte in einer Art von Gruppen-Ich, in einem Ich, das über das gewöhnliche Ich hinausgeht, das muß von der Erde verschwinden. Und wenn die Erde bereit sein wird, eine neue astrale Kugel zu werden, dann wird die Frucht aufgegangen sein, alle Bande werden gesprengt sein und ein einziges großes Band wird die Menschheit umfassen. Die Aufgabe, den Impuls, die Kraft zu geben, diesen Bruderschaftsbund zu begründen, die stellte sich der Christus Jesus. Daher ist die Mission des Christus Jesus und das Ideal des Christentums ausgedrückt in den Worten: «Wer nicht verläßt Vater, Mutter, Bruder und Schwester, der kann nicht mein Jünger sein.» Daher auch die Ablehnung: «Dies ist nicht meine Mutter; meine Mutter und meine Brüder sind diejenigen, die den Willen tun meines Vaters.» Das ist der neue Geist, der gegenüber dem Blut in die Menschheit kommen soll.
[ 37 ] Looking at it this way you’ll also find the right words for the transformation of the planet earth in the realm of the spirit and have to say to yourself: ‘All close blood bonds broke, everything that kept people together in small blood-based communities gradually disappeared. The small brotherhoods were gradually extended, ultimately to become the large brotherhood that is to include all human beings on earth, with everyone calling everyone else “brother”, and human beings “leaving their mother and father and brother and sister.’” Everything the blood has prepared within a kind of group I, an I that goes beyond the ordinary I, has to vanish from this earth. And when the earth will be ready to be a new astral sphere, the fruit will have germinated, all bonds will have been broken and a single large bond will bring the whole of humanity together. Christ Jesus made it his mission to give the impulse, the power to create this brotherhood. His mission and the ideal of Christianity are thus given in the words: ‘If anyone comes to me who does not disregard his father and mother, his wife and children and his brothers and sisters ... he cannot be my disciple.’ And the rejection: This is not my mother; my mother and my brothers are those who do my father’s will. That is the new spirit that is to come, different from the blood bond.
[ 38 ] Ich bitte Sie, das, was ich jetzt sagen werde, nicht als Bild, nicht als Symbol, sondern als Realität zu nehmen. Die heutige materialistische Menschheit kann solche Dinge schwer als Realität betrachten, sie sind aber eine solche. Und nun betrachten wir das erhöhte Kreuz, vor allen Dingen das Blut, das aus den Wunden fließt. Von diesem Blute, das aus den Wunden fließt — seien Sie sich klar, was es weltgeschichtlich bedeutet! Warum fließt es? Warum wird überhaupt gesprochen von dem fließenden Blute des Christus Jesus? Was hat alle engeren Gemeinschaften begründet? Was hat die kleinen Stämme zusammengeschlossen? Was muß seine Bedeutung in diesen engen Grenzen verlieren, wenn sich die ganze Menschheit zum Bruderbund erweitern soll? Das Blut. Nicht mehr kann vom Blute das abhängen, was auf das Ich wirkt, was in dem Ich pulsiert, wenn die ganze Menschheit zum Bruderbund reif geworden ist. Daher muß durch Christi Wunden das überflüssige Ich-Blut, dasjenige Blut, welches macht, daß die Menschheit nicht ihr Ich zum universellen Ich erweitert, das muß fließen als selbstsüchtiges Blut, als egoistisches Blut. Das fließt aus. Betrachten Sie das nicht als Bild, sondern als Realität. Betrachten Sie diejenige Menge Blut, die aus Christi Wunden geflossen ist, als die Menge, die fließen mußte, damit das Blut die Tendenz verliert, enge Gemeinschaften zu begründen und damit die Möglichkeit gewinnt, den Bruderbund über die ganze Erde zu verbreiten.
[ 38 ] Please take what I am going to say now not as an image or a symbol, but as something that is real. It is difficult for the materialistic thinking of today to see the reality of such things, but they are real. Let us look on the cross raised up high, and above all the blood flowing from the wounds. Of this blood that flows from the wounds—be clear in your minds of its significance in world history! Why is it flowing? Why do we actually speak of the flowing blood of Christ Jesus? What was the foundation of all close communities? What brought the small tribes together? What must lose its significance within these narrow limits if the whole of humanity is to grow into a brotherhood? The blood. The element that influences the I, pulses in the I, can no longer depend on the blood when the whole of humanity has matured to make brotherhood possible. And so the excess I blood, the blood that causes human beings not to extend their I and let it be universal, must flow out, for it is self-seeking blood, egoistical blood. Consider this not as an image but a reality. Consider the amount of blood that flowed from Christ’s wounds to have been the amount that had to flow so that the blood would lose the tendency to create close communities and thus gain the ability to spread brotherhood over all the earth.
[ 39 ] Vielleicht hat keiner dieses Mysterium exoterisch so nahe gestreift wie Richard Wagner in dem Aufsatz über die Konzeption des «Parsifal». Es streift da ein Exoteriker an die tiefsten esoterischen Wahrheiten der Mysterien. Wenn Sie dieses so betrachten, dann werden Sie sehen, daß der Sinn des Christentums darin liegt, auf der einen Seite dasjenige, was gebunden ist in Stämmen, Familien und engbegrenzten Gemeinschaften, aufzulösen, und auf der andern Seite die Menschen in Individuen zu zersplittern, so daß der einzelne sich einerseits als Individuum fühlt und andrerseits wieder als Glied der ganzen Menschheit. Diese zwei Dinge gehen als Polaritäten nebeneinander. In den alten Zeiten, wo die kleinen Kreise der Blutsverwandtschaft warten, da fühlte sich der Mensch als Glied der Familie, als Glied des Stammes. Und in demselben Maße, wie die Blutsverwandtschaft stirbt, wird auch die individuelle Selbständigkeit wachsen und zunehmen.
[ 39 ] No one perhaps ever came as close to the mystery as Richard Wagner did exoterically in his essay on his conception of Parsifal.107Richard Wagner, Gesammelte Schriften und Dichtungen hg. von Wolfgang Goiter, Leipzig o. J., 10. Band, 'Ausführungen zu Religion und Kunst', S. 275 ff.; 'Heldentum und Christentum', insbes. S. 281. See Rudolf Steiner's lectures of 29 July 1906 and 16 January 1907 in The Christian Mystery (GA 97). Tr. A. R. Meuss. Gympie, Australia: Completion Press 2000. Here an exoteric thinker touches on the most profound esoteric mystery truths. If you see things in this light you’ll find that the purpose of Christianity is on the one hand to dissolve the bonds of tribe, family and closely limited communities and on the other to split humanity apart into individuals, so that each feels himself to be an individual and yet also a member of the human race. These are polar opposites that run side by side. In the early times, when groups were small and based on blood relationship, the individual felt himself to be a member of the family, a member of the tribe. And as blood relationship dies out individual independence will grow and increase to the same degree.
[ 40 ] Daß durch das Ereignis auf Golgatha diese Wirkung ausgeübt wurde, das sehen Sie daran, daß von da ab, wo das Ereignis die ganze Erde umspannen sollte, der religiöse Impuls von höchster Bedeutung wurde. Alles, was da geschehen ist, war vorbereitet und ist Vorbereitung. Die Wirkung beginnt damit, daß am Pfingstfest der Heilige Geist ausgegossen wird. Wenn man so spricht, daß gesprochen wird aus der Seele der andern heraus, also nicht mehr egoistisch, so wird das am besten wiedergegeben da, wo die Apostel zu allen Menschen in allen Zungen sprechen. So bereitet der Heilige Geist dasjenige vor, was durch das Blut des Sohnes, des Logos, des Christus, bewirkt werden soll.
[ 40 ] This happens because of the event on Golgotha. You can see this from the fact that from that time onwards, when the event happened that was to embrace the whole earth, the religious impulse came to be of the greatest significance. Everything that happened there had been prepared for, and was preparation. The effect of it began when the Holy Spirit was poured out at Pentecost. Speaking in such a way that we speak out of the soul of the other person, that is, no longer egoistically—this was shown in the best possible way in the place where the apostles spoke to all people in all tongues. The Holy Spirit thus prepared the way for the new impulse that was to come through the blood of the Son, the logos, the Christ.
[ 41 ] Jetzt gehen wir zurück auf das alte Einweihungsprinzip. Es war dasjenige, welches sich auf Autorität aufbaute. Alles schaute zu den Eingeweihten hinauf und bekam von da die Impulse. Das hört mehr und immer mehr auf, dieses Autoritätsprinzip. Ein scheinbarer Widerspruch ist da vorhanden: Zersplitterung der Menschheit in Individuen und völliges Durchbrechen jenes alten Autoritätsprinzips — und zu gleicher Zeit soll der vollständige Bruderbund aufgerichtet werden. Wodurch soll er aufgerichtet werden? Dadurch, daß man erfaßt, was als Geist ausgeflossen ist. Worin besteht er? Es genügte dem alten Initiator, daß er die ganze Weisheit, die Wahrheit hatte und sie in die ganze Menschheit einfließen ließ. Jetzt wird nur das genügen, daß die einzelne Individualität, die aufs höchste gesteigert ist, die Wahrheit hat. Jeder Mensch muß Besitzer der Wahrheit und Weisheit sein. Die Wahrheit strömte damals von der höchsten Spitze in den einzelnen hinein, der sie erringen mußte. Mit der Verbreitung der Weisheit muß die Entwickelung einhergehen, mit der Individualisierung der Menschheit die Begründung des großen Bruderbundes der Menschheit. Diese beiden Dinge können nicht nebeneinandergehen, sie müssen zusammengehen.
[ 41 ] Let us now go back to the ancient initiation principle. This was based on authority. Everyone would look up to the initiates and receive impulses from them. This authority principle is gradually coming to an end. Here we have an apparent contradiction. Humanity is being split up into individuals, with the ancient authority principle no longer valid, and yet brotherhood is to be established in its fullness. By what means is it to be established? By people getting a grasp of what has come as Spirit. What is the nature of this? For the initiate of old it was enough to have the whole wisdom, the truth, and let it flow into the whole of humanity. Now the individual person, with individuality taken to its highest level, must have the truth. Every individual must have truth and wisdom. In those early times, truth came to the individual from the highest pinnacle, and he had to make it his own. The spread of wisdom must go hand in hand with development, and human individualization with the creation of the great human brotherhood. These two things cannot go in parallel; they must go together.
[ 42 ] Indem wir das betrachten, betrachten wir stufenweise die Wirkung des Heiligen Geistes. Solange der Mensch hinhorchte auf die einzige Autorität, konnte er sich, der einzelne, dem Leben überlassen. Er konnte im engen Kreise leben. Für das Ganze sorgte die autoritative Spitze. Das kann er nicht mehr, wenn das Prinzip der Autorität durchbrochen wird. Da muß jeder einzelne sorgen für das Zusammenhalten im Bruderbund. Jeder einzelne muß sorgen können für die soziale Gestaltung im Bruderbund. Er muß aufnehmen, was im allgemeinen da ist, was jeder Mensch bereitet. Was kann das sein? Wir brauchen uns nur daran zu erinnern, wie die alten Religionen entstanden sind. Alle Eingeweihten hatten dieselbe Urweisheit der Menschheit. Aber indem diese Weisheit zu den einzelnen Menschen getragen worden ist, bekam sie vom Staat, vom Klerus und so weiter besondere Charaktereigenschaften, verschiedene Formen. Der Buddhismus, der Zarathustrismus entstanden so. Je kleiner die Gemeinschaften waren, desto mehr mußte spezialisiert werden. Indem der große Bruderbund begründet werden muß, muß das, was der Eingeweihte wußte, herausfließen können in die ganze Menschheit, damit jetzt jeder selber dafür sorgen kann, wofür früher die Eingeweihten gesorgt haben.
[ 42 ] Considering this, we are following the stages by which the Holy Spirit was brought to bear. For as long as human beings obeyed that one and only authority they could, as individuals, give themselves up to life. They were able to live in close communities. The supreme authority took care of the whole. This is no longer possible when the principle of authority is destroyed. Then every individual must take care that brotherhood is maintained. Each individual must be able to take care of the social life within the brotherhood. They must perceive what exists in general, what every individual is preparing. What may this be? We only have to remember how the ancient religions arose. All initiates had the same original wisdom of humanity. But as this wisdom was given to individuals, the state, the clergy and so on gave it specific characteristics, different forms. Buddhism and Zoroastrianism arose in this way. The smaller the communities, the more specialized did things have to be. Now that the great brotherhood has to be created, the wisdom of the initiate must be able to reach the whole of humanity so that every individual can now take care of the things that used to be the responsibility of the initiates.
[ 43 ] So fließt die Weisheit herunter in die ganze Menschheit. Die Weisheit ist eine einheitliche. Und so sehen wir, daß wir in dieser Weisheit, in der Erkenntnis dasjenige haben, was in die individuellen, zersplitterten Menschen verteilt ist, die da «verlassen haben Vater, Mutter, Bruder, Schwester und Kind». Das werden sie wieder haben, eben weil die Weisheit eine einheitliche ist. Derjenige begreift das Wort vom Heiligen Geist, der begreifen kann, daß die Weisheit eine einheitliche ist.
[ 43 ] Wisdom thus comes to the whole of humanity. It is the same for all. And we can see, therefore, that this wisdom, this insight, is the element that was distributed among the separate individuals who ‘leave their father, mother, brother, sister and child’. They shall have this wisdom again, exactly because it is the same for all. To understand what is said of the Holy Spirit we must understand that wisdom is the same for all.
[ 44 ] So weit sind die Menschen aber noch nicht, denn sie sagen ja noch immer: Das ist mein Standpunkt, das finde ich so; der andere kann ja einen andern Standpunkt haben. — Das ist ein Standpunkt, der überwunden werden muß. Die Menschen mußten zum Ich, zum Egoismus zersplittert werden. Noch haben sie nicht den Zusammenschluß mit der einheitlichen Weisheit gefunden. Diesen werden die Menschen dadurch finden, daß sie sich wirklich an diese einheitliche Weisheit heranmachen und so stark individuell als möglich werden. Sie werden sich abgewöhnen, wenn sie den einheitlichen Geist der Weisheit gewinnen, zu sagen: Das ist mein Standpunkt, das ist meine Meinung. Wenn man sich klar darüber geworden ist, daß es der einheitlichen Weisheit gegenüber keinen besonderen Standpunkt gibt, daß jedes Stehen auf einem besonderen Standpunkt nichts anderes ist, als daß man nicht weit genug vorgedrungen ist, erst dann kann man die Idee vom Heiligen Geist begreifen. Nur der unvollkommene Mensch hat seinen Standpunkt. Derjenige Mensch, der sich dem Geist der Weisheit nähert, hat keinen Standpunkt. Er weiß, daß er sich selbstlos hinzugeben hat der ureinen Weisheit. Wie sich alle Pflanzen der einheitlichen Sonne zuneigen, so werden sich die Menschen vereinigen, hinneigen zu dem Einen, weil der eine Geist der Weisheit in ihnen lebt. Ist aus dem Christus dasjenige ausgeflossen, was ursprünglich die Menschen im Blute verbunden hat, so schließt uns die Weisheit wieder zusammen in dem Bruderbunde.
[ 44 ] People have not yet got that far, however, for they’ll still say: ‘That’s the way I see it; someone else may have his own point of view.’ This point-of-view idea must be overcome. Humanity had to be split ip so that there could be I-nature, egoism. They have not yet found the way of coming together in one and the same wisdom. They will be able to do so if they truly apply themselves to this wisdom and grow as individual as possible. If they find the spirit of the wisdom that is the same for all they will get out of the habit of saying: ‘That’s the way I see it; that’s my point of view.’ We have to understand that there is no particular point of view when it comes to the wisdom that is the same for all, that having a point of view means that one has not yet progressed far enough. Only then can we grasp the idea of the Holy Spirit. Only imperfect human beings have a point of view. Individuals who are approaching the spirit of wisdom do not have a point of view. They know that they must give themselves up selflessly to the wisdom that is always and forever the same for all. Just as all plants turn to the same sun, so human beings will unite in turning to the One, for one spirit of wisdom will live in them. The principle which originally held people together in the blood has flowed out of the Christ, and now wisdom brings us together again in brotherhood.
[ 45 ] Das ist in dem Pfingstwunder in so wunderbarer Weise zum Ausdruck gekommen, daß die Apostel den Bruderbund erweitern zu einem Menschheitsbund und in einer Sprache reden, die alle verstehen. Das muß immer mehr zum Ausdruck kommen, und zwar bei der höchsten Ausgestaltung der Individualität. Uns alle eint der Geist der Wahrheit. Alle andern Dinge der Menschennatur werden viel später, in andern planetarischen Verkörperungen ihre Entwickelung erfahren. Das aber, was wirkt und lebt, bis die Erde ihre Vollendung erlangt haben wird, das ist die einigende Weisheit, die uns geoffenbart worden ist, wie sie früher nur den Eingeweihten geoffenbart wurde. Wer da sündigt gegen die Weisheit, gegen die den Bruderbund bildende Weisheit, dem kann diese Sünde nicht verziehen werden, da er die Erde dadurch aufhält in ihrer Entwickelung, weil die Erde nur dadurch fähig wird, in den astralen Zustand überzugehen, daß die Menschheit in dem Bruderbund zusammengeführt wird. Der Geist, der die Menschheit zusammenführt, ist es, der in die Zukunft ausgegossen worden ist. Wenn wir unseren Astralleib erfüllen von diesem Geist der einheitlichen Weisheit, dann können wir ihn aufnehmen in den astralischen Leib der Erde.
[ 45 ] This has been reflected most marvellously in the miracle of Pentecost, when the apostles extended their brotherhood into one that embraced the whole of humanity, speaking in words that all could understand. This must show itself more and more, as individual nature reaches its highest development. We are all united in the spirit of truth. All other aspects of human nature will develop further at a much later time, when our planet goes through different stages of embodiment. The one thing, however, which will be alive and active until the earth comes to its fulfilment, is the wisdom that unites, wisdom revealed to us in the way in which it was only revealed to initiates in the past. Anyone who sins against this wisdom, the wisdom that creates brotherhood, cannot be forgiven, for this delays the earth’s evolution, for the earth will only be able to enter into its astral stage once humanity has come together in brotherhood. The spirit which brings the human race together is the one that has been poured out into the future. If we let our astral body be filled with this spirit of wisdom which exists for all, we can take it up into the astral body of the earth.
[ 46 ] Nun können wir verstehen: Es ist etwas, worin alle Welt vereinigt werden kann. Daher ist der Inhalt der Weisheit positive Theosophie, welche in der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung zum Ausdruck kommen muß. Nicht dadurch geschieht dieses, daß Sie zu den Menschen sagen: Wir müssen uns vereinigen. — Es genügt nicht, wenn man der Menschheit nur Bruderschaft predigt; bloßes Moralpredigen ist unnütze Rederei. Wie man dem Ofen Heizmaterial geben muß, wenn er warm werden soll, so muß man der Menschheit Weisheit geben; die einigt sie zum Bruderbund. Reden zu den Menschen wegen der Brüderschaft, heißt soviel wie zum Ofen reden, daß er warm geben soll. Wirklich lehren, Begriffe für Begriffe, Vorstellungen für Vorstellungen, übermitteln die Weisheit von der Entwickelung der Welt und vom Wesen des Menschen: das ist es, was uns weiterbringt. Das Predigen von Mitleid und auch alles Haben von Mitleid bedeutet nichts, wenn man die Weisheit nicht hat. Was nützt es einem, der hingefallen ist und ein Bein gebrochen hat, wenn vierzehn Menschen von der Straße sich hinstellen und überlaufen von Mitleid und Liebe und keiner das Bein einrichten kann! Es nützen da alle vierzehn nichts. Der eine aber, der es kann, der kann helfen, wenn er kommt, und er wird es tun, wenn er eine geistige Wesenheit ist.
[ 46 ] So now we are able to see that something exists in which the earth may be united. The content of the wisdom is therefore positive theosophy, something that must be reflected in the view of the world that is taken in the science of the spirit. This will not happen if you just say to people: ‘We must unite.’ It is not enough merely to preach brotherhood; moral sermons are empty words. Just as we have to supply a stove with fuel if we want it to get hot, so we must supply wisdom for humanity; this will unite human beings in brotherhood. To talk to people about brotherhood is like talking to the stove, telling it to get hot. No, what will take us forward is to teach in a very real way, concept by concept, idea by idea, conveying the wisdom of the evolution of the world and the nature of the human being. Preaching compassion, and indeed feeling any kind of compassion, means nothing unless we have wisdom. What good is it to someone who has fallen and broken his leg if fourteen people gather round him in the street, overflowing with compassion and love and not one of them can fix the leg! All fourteen of them are useless. But the one who is able to do it can help when he comes, and he will do so if he lives in the spirit.
[ 47 ] Ethische Grundsätze kommen ganz von selber, die brauchen nicht erst gelehrt zu werden. Die eine Weisheit aber, über die es keinen Streit geben kann, gegenüber der es keinen Standpunkt gibt, die Weisheit, die im Christentum bezeichnet wird als das, was den Astralleib ganz verklärt, ganz reinigt, das ist dasjenige, was durch die geisteswissenschaftliche Bewegung in die Menschheit einfließen muß. Das liegt in der Mission des Christentums ausgesprochen, das drückt die Mission des Christentums aus.
[ 47 ] Ethical principles will come of their own accord. They do not have to be taught. But the one wisdom which is beyond dispute, beyond points of view, the wisdom of which it is said in Christianity that it transfigures the astral body, cleansing it completely—this must come to humanity through the spiritual scientific movement. This is what the mission of Christianity means, it gives us the mission of Christianity.
[ 48 ] Immer freier und freier, immer autoritätsloser sollen die Menschen werden, immer mehr sollen sie zu der all-einigen Wahrheit hinströmen. Ganz von selbst bildet sich der Bruderbund der Menschheit, wenn die Menschen das eine urchristliche Wort, das freieste, das höchste christliche Wort: «Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen», wenn die Menschen diese Wahrheit erkennen werden.
[ 48 ] People should grow more and more independent of all authority and move towards the truth that is the same for all. The brotherhood of humanity will develop of its own accord if people perceive the truth of the most Christian words, the words that are most free and most sublime: ‘And you will know the truth, and the truth will make you free.’108John 8: 32.
[ 49 ] Es gibt nicht zwei Okkultisten, die wahrhaft sehen können, welche zwei verschiedene Ansichten haben. Es gibt nicht zwei Behauptungen über eine und dieselbe Sache innerhalb derjenigen, die wirklich eingeweiht sind. Und es wird darüber auch nicht zwei Gedanken geben, wenn die Menschheit hinaufgekommen ist zum Pfade der Vereinheitlichung der Menschheit, der Brüderlichkeit nicht als Wort, sondern als innerliche Kraft!
[ 49 ] If you have two occultists with different views, they do not see the truth. Among true initiates it is not possible to say two different things about one and the same matter. Nor will there be two ways of thinking about it when humanity has reached the path that leads to the unification of the human race, of a brotherliness that is not just a word but an inner power.
