Original Impulses of Spiritual Science
GA 96
25 March 1907, Berlin
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Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft, 2nd ed.
17. Die weltgeschichtliche Bedeutung des am Kreuze fliessenden Blutes
17. Die weltgeschichtliche Bedeutung des am Kreuze fliessenden Blutes
[ 1 ] Über acht Tage, also am Ostermontag, möchte ich zu Ihnen sprechen über das Mysterium von Golgatha, und heute können wir vielleicht eine kleine Vorbereitung zu dieser Betrachtung anstellen. Unsere heutige Auseinandersetzung soll sich hauptsächlich beziehen auf ein Wort des Neuen Testamentes, welches vielen unverständlich oder wenigstens schwer verständlich ist. Zum mindesten zeigt sich leicht, daß man mit diesem Wort nicht jenen tiefen Sinn verbindet, der durchaus, wenn man auf das esoterische Christentum eingeht, mit diesem Worte zu verbinden ist. Zu gleicher Zeit wird uns dieses Wort von einer andern Seite her noch tiefer in den Geist und in den Sinn des Christentums einführen, Es ist das Ihnen gut bekannte Wort: «Alle Sünden können vergeben werden, nur nicht die Sünde wider den Heiligen Geist.»
[ 1 ] Über acht Tage, also am Ostermontag, möchte ich zu Ihnen sprechen über das Mysterium von Golgatha, und heute können wir vielleicht eine kleine Vorbereitung zu dieser Betrachtung anstellen. Unsere heutige Auseinandersetzung soll sich hauptsächlich beziehen auf ein Wort des Neuen Testamentes, welches vielen unverständlich oder wenigstens schwer verständlich ist. Zum mindesten zeigt sich leicht, daß man mit diesem Wort nicht jenen tiefen Sinn verbindet, der durchaus, wenn man auf das esoterische Christentum eingeht, mit diesem Worte zu verbinden ist. Zu gleicher Zeit wird uns dieses Wort von einer andern Seite her noch tiefer in den Geist und in den Sinn des Christentums einführen, Es ist das Ihnen gut bekannte Wort: «Alle Sünden können vergeben werden, nur nicht die Sünde wider den Heiligen Geist.»
[ 2 ] In der Tat liegt in einem solchen Wort der Sinn der Mission des Christentums ausgedrückt, und es ist im Grunde genommen nur die geisteswissenschaftliche Weltanschauung, Weltauffassung das richtige Instrument, um einen solchen tiefen Sinn, wie er in diesem Worte liegt, zu enthüllen. Diejenigen, welche dieser Weltanschauung nahetreten, müssen sich immer mehr daran gewöhnen, von den verschiedensten Seiten die große Weltmission der geisteswissenschaftlichen Bewegung kennenzulernen, und es muß sich immer mehr und mehr in der Welt die Erkenntnis Bahn brechen, daß diese Bewegung nicht da sein kann, um irgendeinen neuen Glauben oder gar eine neue Sekte oder dergleichen zu stiften. Die Zeiten, in welchen innerhalb der Menschheitsentwickelung geradezu neue Glaubensbekenntnisse oder neue Spezialreligionen begründet werden konnten, sind vorüber, und die Zukunft der religiösen Entwickelung liegt in der Ausgestaltung der bestehenden Religionen zu einer großen einheitlichen Religion der Menschheit. Die Bewegung für Geist-Erkenntnis will nicht den Menschen eine neue Religion predigen. Sie will lediglich ein Instrument sein, um die tiefen religiösen Wahrheiten, die in den Religionsurkunden enthalten sind, zu begreifen, zu verstehen.
[ 2 ] In der Tat liegt in einem solchen Wort der Sinn der Mission des Christentums ausgedrückt, und es ist im Grunde genommen nur die geisteswissenschaftliche Weltanschauung, Weltauffassung das richtige Instrument, um einen solchen tiefen Sinn, wie er in diesem Worte liegt, zu enthüllen. Diejenigen, welche dieser Weltanschauung nahetreten, müssen sich immer mehr daran gewöhnen, von den verschiedensten Seiten die große Weltmission der geisteswissenschaftlichen Bewegung kennenzulernen, und es muß sich immer mehr und mehr in der Welt die Erkenntnis Bahn brechen, daß diese Bewegung nicht da sein kann, um irgendeinen neuen Glauben oder gar eine neue Sekte oder dergleichen zu stiften. Die Zeiten, in welchen innerhalb der Menschheitsentwickelung geradezu neue Glaubensbekenntnisse oder neue Spezialreligionen begründet werden konnten, sind vorüber, und die Zukunft der religiösen Entwickelung liegt in der Ausgestaltung der bestehenden Religionen zu einer großen einheitlichen Religion der Menschheit. Die Bewegung für Geist-Erkenntnis will nicht den Menschen eine neue Religion predigen. Sie will lediglich ein Instrument sein, um die tiefen religiösen Wahrheiten, die in den Religionsurkunden enthalten sind, zu begreifen, zu verstehen.
[ 3 ] Öfter ist von mir hier darauf aufmerksam gemacht worden, daß der Zug der Zeit heute sowohl in theologischen wie auch in sonstigen religiösen Kreisen dahin geht, die religiösen Wahrheiten zu vertrivialisieren, sie nicht tief genug aufzufassen. Wie ist man doch heute in solchen Kreisen damit zufrieden, wenn man den Christus Jesus auffassen will als den «schlichten Mann aus Nazareth», eine Gestalt, die man gewiß gern als ein höheres Menschheitsideal hinstellt, wie Sokrates oder Plato oder Goethe oder Schiller; aber man wünscht ihn nicht zu weit hinauszurücken über das Durchschnittsmaß der Menschheit. Davon ist man heute weit entfernt, sich zu fragen, ob nicht etwas über alle gewöhnliche Menschheit Hinausgehendes in diesem Leibe des Jesus von Nazareth gewohnt hat. Über die alte gnostische Frage scheint die heutige Menschheit weit hinaus zu sein. Die alte gnostische Frage ging darauf hinaus, alle menschliche Weisheit aufzurufen, um zu verstehen, was im Jahre 1 unserer Zeitrechnung eigentlich geschehen ist. Und so ist man auch zufrieden, wenn man mit einigen moralischen Redensarten, einigen recht trivialen Sätzen, eine so große Wahrheit wie die Sünde wider den Heiligen Geist zu erfassen sucht.
[ 3 ] Öfter ist von mir hier darauf aufmerksam gemacht worden, daß der Zug der Zeit heute sowohl in theologischen wie auch in sonstigen religiösen Kreisen dahin geht, die religiösen Wahrheiten zu vertrivialisieren, sie nicht tief genug aufzufassen. Wie ist man doch heute in solchen Kreisen damit zufrieden, wenn man den Christus Jesus auffassen will als den «schlichten Mann aus Nazareth», eine Gestalt, die man gewiß gern als ein höheres Menschheitsideal hinstellt, wie Sokrates oder Plato oder Goethe oder Schiller; aber man wünscht ihn nicht zu weit hinauszurücken über das Durchschnittsmaß der Menschheit. Davon ist man heute weit entfernt, sich zu fragen, ob nicht etwas über alle gewöhnliche Menschheit Hinausgehendes in diesem Leibe des Jesus von Nazareth gewohnt hat. Über die alte gnostische Frage scheint die heutige Menschheit weit hinaus zu sein. Die alte gnostische Frage ging darauf hinaus, alle menschliche Weisheit aufzurufen, um zu verstehen, was im Jahre 1 unserer Zeitrechnung eigentlich geschehen ist. Und so ist man auch zufrieden, wenn man mit einigen moralischen Redensarten, einigen recht trivialen Sätzen, eine so große Wahrheit wie die Sünde wider den Heiligen Geist zu erfassen sucht.
[ 4 ] Aber die religiösen Urkunden sind nicht dazu da, um trivial ausgelegt zu werden. Es gibt keine Tiefe, die tief genug wäre, und keine Weisheit, die weise genug wäre, um den Schleier, der darüber liegt, zu entschleiern. Es darf auch nichts hineingetragen werden, wenn man den tiefen Sinn zu verstehen sucht. Für den unstudierten und unwissenschaftlichen Menschen ist es gar nicht so sehr schwer; aber wahr ist es auch, daß die religiöse Urkunde so tief ist, daß keine Weisheit ausreicht, um ihren Sinn vollständig zu enträtseln. Es ist kein Gemüt schlicht genug, daß es nicht Großes und Gewaltiges von den wahren religiösen Urkunden an Eindrücken haben könnte. So darf auch keine Weisheit zu hoch sein, um über eine wahre Religionsurkunde hinauszuwachsen. Von diesem Gesichtspunkte aus und von dieser Gesinnung aus wollen wir es unternehmen, ein solches Wort zu erklären.
[ 4 ] Aber die religiösen Urkunden sind nicht dazu da, um trivial ausgelegt zu werden. Es gibt keine Tiefe, die tief genug wäre, und keine Weisheit, die weise genug wäre, um den Schleier, der darüber liegt, zu entschleiern. Es darf auch nichts hineingetragen werden, wenn man den tiefen Sinn zu verstehen sucht. Für den unstudierten und unwissenschaftlichen Menschen ist es gar nicht so sehr schwer; aber wahr ist es auch, daß die religiöse Urkunde so tief ist, daß keine Weisheit ausreicht, um ihren Sinn vollständig zu enträtseln. Es ist kein Gemüt schlicht genug, daß es nicht Großes und Gewaltiges von den wahren religiösen Urkunden an Eindrücken haben könnte. So darf auch keine Weisheit zu hoch sein, um über eine wahre Religionsurkunde hinauszuwachsen. Von diesem Gesichtspunkte aus und von dieser Gesinnung aus wollen wir es unternehmen, ein solches Wort zu erklären.
[ 5 ] Zunächst wollen wir uns klarwerden darüber, was im wirklichen esoterischen Christentum unter dem Heiligen Geist verstanden wird, und was verstanden wird unter den andern beiden Aspekten der Gottheit: unter dem Sohne — dem Wort, dem Logos - und dem Vater. Nicht durch Spekulation oder Nachdenken darf man in solche Dinge eindringen wollen. Diese Dinge sind nicht dazu da, damit jeder willkürlich einen Sinn hineintragen kann. Dieser Sinn ist von denen, die christliche Eingeweihte genannt werden, hineingelegt worden, und wit haben uns nun daran zu halten, was in den Schulen der christlichen Eingeweihten gelehrt worden ist. Daher ist es vom Übel, wenn man in äußerlicher Weise die Bibel hernimmt und darüber spekuliert, was dieses oder jenes Wort bedeuten könnte. Das wird ein wahrer Okkultist niemals tun. Er geht anders zu Werke, da er weiß, daß es esoterische christliche Einweihungsschulen gegeben hat, wo der tiefe Sinn der christlichen Urkunden gelehrt worden ist. Dieser Sinn ist niemals in einer andern Weise gelehrt worden, so daß es keine verschiedenen Standpunkte in bezug auf diese Lehre gibt.
[ 5 ] Zunächst wollen wir uns klarwerden darüber, was im wirklichen esoterischen Christentum unter dem Heiligen Geist verstanden wird, und was verstanden wird unter den andern beiden Aspekten der Gottheit: unter dem Sohne — dem Wort, dem Logos - und dem Vater. Nicht durch Spekulation oder Nachdenken darf man in solche Dinge eindringen wollen. Diese Dinge sind nicht dazu da, damit jeder willkürlich einen Sinn hineintragen kann. Dieser Sinn ist von denen, die christliche Eingeweihte genannt werden, hineingelegt worden, und wit haben uns nun daran zu halten, was in den Schulen der christlichen Eingeweihten gelehrt worden ist. Daher ist es vom Übel, wenn man in äußerlicher Weise die Bibel hernimmt und darüber spekuliert, was dieses oder jenes Wort bedeuten könnte. Das wird ein wahrer Okkultist niemals tun. Er geht anders zu Werke, da er weiß, daß es esoterische christliche Einweihungsschulen gegeben hat, wo der tiefe Sinn der christlichen Urkunden gelehrt worden ist. Dieser Sinn ist niemals in einer andern Weise gelehrt worden, so daß es keine verschiedenen Standpunkte in bezug auf diese Lehre gibt.
[ 6 ] Wenn wir uns an eines halten wollen, was vielleicht in dieser Beziehung am meisten an die Oberfläche der äußeren Geschichte getreten ist, dann ist es die große esoterische christliche Schule, welche der Apostel Paulus selbst in Athen gegründet hat, die Schule des Dionysius des Areopagiten. Die Gelehrsamkeit hat sich daran gewöhnt, von einem Pseudo-Dionysius zu sprechen, weil man Schriften, die auf diesen Namen gehen, erst vom 6. Jahrhundert an nachweisen kann. Die Gelehrsamkeit kann in diesem Punkte nicht das Richtige treffen, solange sie sich nicht klarmacht, daß sich die Sitten im Laufe der Zeit wesentlich geändert haben. Während es heute ein Mensch, der einmal einen klugen Gedanken hat, nicht schnell genug erwarten kann, daß dieser Gedanke in Druckerschwärze und Papier umgesetzt wird und in die Welt hinausflattert, so war es im Gegenteil in älteren Zeiten Sitte, daß man die heiligsten Wahrheiten vor der breiten Öffentlichkeit streng bewahrt hat, daß man sie nicht einem jeden an den Kopf warf. Nur diejenigen, die man kannte und welche Proben abgelegt hatten davon, daß sie in würdiger Weise und ausgestattet mit dem Sinn für Wahrhaftigkeit solche Wahrheiten aufnehmen, nur sie durften solche Wahrheiten empfangen. Nur mündlich wurden sie zunächst mitgeteilt, weil man wollte, daß, wer solche Wahrheiten aussprach oder gar die entsprechenden Tatsachen vor den Augen der Schüler enthüllte, daß der nur in hingebungsvolle, echte Gefühle, in warme lebendige Herzen hinein das Wort senkte. Was sich die Schüler solcher Schulen anzueignen hatten, das war eine gewisse Stimmung, eine gewisse Gesinnung gegenüber den höchsten Wahrheiten.
[ 6 ] Wenn wir uns an eines halten wollen, was vielleicht in dieser Beziehung am meisten an die Oberfläche der äußeren Geschichte getreten ist, dann ist es die große esoterische christliche Schule, welche der Apostel Paulus selbst in Athen gegründet hat, die Schule des Dionysius des Areopagiten. Die Gelehrsamkeit hat sich daran gewöhnt, von einem Pseudo-Dionysius zu sprechen, weil man Schriften, die auf diesen Namen gehen, erst vom 6. Jahrhundert an nachweisen kann. Die Gelehrsamkeit kann in diesem Punkte nicht das Richtige treffen, solange sie sich nicht klarmacht, daß sich die Sitten im Laufe der Zeit wesentlich geändert haben. Während es heute ein Mensch, der einmal einen klugen Gedanken hat, nicht schnell genug erwarten kann, daß dieser Gedanke in Druckerschwärze und Papier umgesetzt wird und in die Welt hinausflattert, so war es im Gegenteil in älteren Zeiten Sitte, daß man die heiligsten Wahrheiten vor der breiten Öffentlichkeit streng bewahrt hat, daß man sie nicht einem jeden an den Kopf warf. Nur diejenigen, die man kannte und welche Proben abgelegt hatten davon, daß sie in würdiger Weise und ausgestattet mit dem Sinn für Wahrhaftigkeit solche Wahrheiten aufnehmen, nur sie durften solche Wahrheiten empfangen. Nur mündlich wurden sie zunächst mitgeteilt, weil man wollte, daß, wer solche Wahrheiten aussprach oder gar die entsprechenden Tatsachen vor den Augen der Schüler enthüllte, daß der nur in hingebungsvolle, echte Gefühle, in warme lebendige Herzen hinein das Wort senkte. Was sich die Schüler solcher Schulen anzueignen hatten, das war eine gewisse Stimmung, eine gewisse Gesinnung gegenüber den höchsten Wahrheiten.
[ 7 ] Heute ist man der Ansicht, daß man in jeder beliebigen Stimmung eine Wahrheit empfangen könnte. Das ist keine Kritik; das muß so sein, die Entwickelung bringt das mit sich. In jener Zeit herrschte eine andere Auffassung. Da war es nicht gleichgültig, ob man eine mathematische oder eine physikalische Wahrheit in dieser oder jener Stimmung empfing. Man war sich klar darüber, daß es sich um diese Stimmung handelte, so daß man selbst die einfachen Wahrheiten, die schließlich auch Wahrheiten enthüllen, in einer gehobenen Stimmung empfing. Man nahm sie hin als eine Offenbarung des göttlichen Weltengeistes. So nahm man selbst die mathematischen Wahrheiten auf, die einem in bezug auf den Raum die göttlichen Offenbarungen beibringen sollten. Die Schule bezog sich sehr auf die Erzeugung der richtigen Gesinnung, der richtigen Gefühlswelt.
[ 7 ] Heute ist man der Ansicht, daß man in jeder beliebigen Stimmung eine Wahrheit empfangen könnte. Das ist keine Kritik; das muß so sein, die Entwickelung bringt das mit sich. In jener Zeit herrschte eine andere Auffassung. Da war es nicht gleichgültig, ob man eine mathematische oder eine physikalische Wahrheit in dieser oder jener Stimmung empfing. Man war sich klar darüber, daß es sich um diese Stimmung handelte, so daß man selbst die einfachen Wahrheiten, die schließlich auch Wahrheiten enthüllen, in einer gehobenen Stimmung empfing. Man nahm sie hin als eine Offenbarung des göttlichen Weltengeistes. So nahm man selbst die mathematischen Wahrheiten auf, die einem in bezug auf den Raum die göttlichen Offenbarungen beibringen sollten. Die Schule bezog sich sehr auf die Erzeugung der richtigen Gesinnung, der richtigen Gefühlswelt.
[ 8 ] So war es auch in jener Schule des Paulus, die nur nach intimen Vorbereitungen die höchsten Wahrheiten enthüllte. Während Paulus in der weiten Welt das Christentum predigte, haben seine Schüler in Athen das Esoterische erlebt. Und weil sich der Geist der Schule durch lange Zeiträume hindurch fortsetzte, so benannte man auch den Träger der esoterischen Wahrheit immer mit demselben Namen. Die Schule von Athen setzte sich fort durch Jahrhunderte hindurch, und derjenige, welcher der oberste Lehrer war, der eigentlich tiefste Eingeweihte der Schule, trug immer den Namen Dionysius. Daher hatte auch der, welcher im 6. Jahrhundert die Dinge aufschrieb, als das Schreiben mehr Sitte geworden war, diesen Namen getragen. Nur wer das weiß, kann begreifen, welche Bedeutung dies für die Dionysius-Schule hat.
[ 8 ] So war es auch in jener Schule des Paulus, die nur nach intimen Vorbereitungen die höchsten Wahrheiten enthüllte. Während Paulus in der weiten Welt das Christentum predigte, haben seine Schüler in Athen das Esoterische erlebt. Und weil sich der Geist der Schule durch lange Zeiträume hindurch fortsetzte, so benannte man auch den Träger der esoterischen Wahrheit immer mit demselben Namen. Die Schule von Athen setzte sich fort durch Jahrhunderte hindurch, und derjenige, welcher der oberste Lehrer war, der eigentlich tiefste Eingeweihte der Schule, trug immer den Namen Dionysius. Daher hatte auch der, welcher im 6. Jahrhundert die Dinge aufschrieb, als das Schreiben mehr Sitte geworden war, diesen Namen getragen. Nur wer das weiß, kann begreifen, welche Bedeutung dies für die Dionysius-Schule hat.
[ 9 ] Nun wollen wir uns im Sinne des wahren Christentums unterrichten über die drei Worte: Vater, Sohn und Geist. Wir haben uns über das, was hinter diesen drei Worten liegt, bei der Betrachtung des Vaterunsers von einem andern Gesichtspunkte aus verbreitet. Wir haben dasjenige kennengelernt, was von dem Göttlichen in den drei höheren Gliedern der Menschennatur — Atman, Budhi, Manas - sich ausspricht. Wir haben gehört, wie an den Vaterunserworten «Name», «Reich» und «Wille» diese drei höheren Gebiete der menschlichen Natur hängen. Heute wollen wir von einem andern Gesichtspunkte aus diese drei menschlichen Glieder betrachten, wie das in der esoterischen christlichen Schulung geschehen ist. Kurz rufen wir uns vor die Seele, welches das Verhältnis ist zwischen der niederen und der höheren Menschennatur. In dieser christlichen Schulung hat man immer gelehrt, daß der Mensch aus dem physischen Leib, dem Äther- oder Lebensleib und dem Astralleib besteht, und daß innerhalb dieser drei menschlichen Leiber, als das innerste Glied der menschlichen Wesenheit, das Ich lebt. Das war einmal die sogenannte heilige Vierheit, von der man in jenen Zeiten auch immer gesprochen hat: physischer Leib, Äther- oder Lebensleib, Astralleib und Ich.
[ 9 ] Nun wollen wir uns im Sinne des wahren Christentums unterrichten über die drei Worte: Vater, Sohn und Geist. Wir haben uns über das, was hinter diesen drei Worten liegt, bei der Betrachtung des Vaterunsers von einem andern Gesichtspunkte aus verbreitet. Wir haben dasjenige kennengelernt, was von dem Göttlichen in den drei höheren Gliedern der Menschennatur — Atman, Budhi, Manas - sich ausspricht. Wir haben gehört, wie an den Vaterunserworten «Name», «Reich» und «Wille» diese drei höheren Gebiete der menschlichen Natur hängen. Heute wollen wir von einem andern Gesichtspunkte aus diese drei menschlichen Glieder betrachten, wie das in der esoterischen christlichen Schulung geschehen ist. Kurz rufen wir uns vor die Seele, welches das Verhältnis ist zwischen der niederen und der höheren Menschennatur. In dieser christlichen Schulung hat man immer gelehrt, daß der Mensch aus dem physischen Leib, dem Äther- oder Lebensleib und dem Astralleib besteht, und daß innerhalb dieser drei menschlichen Leiber, als das innerste Glied der menschlichen Wesenheit, das Ich lebt. Das war einmal die sogenannte heilige Vierheit, von der man in jenen Zeiten auch immer gesprochen hat: physischer Leib, Äther- oder Lebensleib, Astralleib und Ich.
[ 10 ] Nun haben wir auch kennengelernt, wie im Laufe der menschlichen Entwickelung diese drei Leiber vom Ich aus umgewandelt werden. Wir haben gesehen, daß das Ich zunächst den Astralleib umzuwandeln hat, welcher der Träger von Affekten, Trieben, Leidenschaften und Empfindungen ist. Man könnte diesen Astralleib auch Bewußtseinsleib nennen. Das hat auch das esoterische Christentum gelehrt, daß das Ich dazu berufen ist, im Laufe der Entwickelung mehr und mehr am Astralleib zu veredeln und zu läutern. Und so viel der Mensch am astralischen Leib geläutert, gereinigt und veredelt hat, so viel nennt man im esoterischen Christentum den Heiligen Geist im Menschen. Man könnte auch sagen, wenn man sich theosophisch ausdrückt: derjenige Teil des Astralleibes, der vom Ich aus gereinigt ist, heißt im esoterischen Christentum: der vom Heiligen Geist ergriffene Teil des astralischen Leibes.
[ 10 ] Nun haben wir auch kennengelernt, wie im Laufe der menschlichen Entwickelung diese drei Leiber vom Ich aus umgewandelt werden. Wir haben gesehen, daß das Ich zunächst den Astralleib umzuwandeln hat, welcher der Träger von Affekten, Trieben, Leidenschaften und Empfindungen ist. Man könnte diesen Astralleib auch Bewußtseinsleib nennen. Das hat auch das esoterische Christentum gelehrt, daß das Ich dazu berufen ist, im Laufe der Entwickelung mehr und mehr am Astralleib zu veredeln und zu läutern. Und so viel der Mensch am astralischen Leib geläutert, gereinigt und veredelt hat, so viel nennt man im esoterischen Christentum den Heiligen Geist im Menschen. Man könnte auch sagen, wenn man sich theosophisch ausdrückt: derjenige Teil des Astralleibes, der vom Ich aus gereinigt ist, heißt im esoterischen Christentum: der vom Heiligen Geist ergriffene Teil des astralischen Leibes.
[ 11 ] Wir wissen dann, daß das Ich auch auf den Äther- oder Lebensleib umgestaltend, veredelnd und läuternd wirkt. Während im gewöhnlichen äußeren, materiellen und geistigen Leben das moralische Kulturleben veredelnd wirkt auf den Astralleib, wirkt umändernd und veredelnd beim Ätherleib des Menschen lediglich das, was er in der Religion und in der Kunst in sich aufnimmt, wo er das Ewige in der Zeitform ahnt. Die Impulse der Kunst wirken stärker als die moralische Erziehung, stärker als das, was als Rechts- und Staatsleben in der Menschheit vorhanden ist, weil durch das wahre Kunstwerk durchscheint das Ewige und Unvergängliche. Am stärksten aber wirken auf den Ätherleib die religiösen Impulse. Unter dem Einfluß solcher Impulse gliedert sich ein Teil des Ätherleibes heraus, um sich umzuwandeln zur Budhi, zu dem Logos, dem Wort. Das nennt man in dem esoterischen Christentum den Christos.
[ 11 ] Wir wissen dann, daß das Ich auch auf den Äther- oder Lebensleib umgestaltend, veredelnd und läuternd wirkt. Während im gewöhnlichen äußeren, materiellen und geistigen Leben das moralische Kulturleben veredelnd wirkt auf den Astralleib, wirkt umändernd und veredelnd beim Ätherleib des Menschen lediglich das, was er in der Religion und in der Kunst in sich aufnimmt, wo er das Ewige in der Zeitform ahnt. Die Impulse der Kunst wirken stärker als die moralische Erziehung, stärker als das, was als Rechts- und Staatsleben in der Menschheit vorhanden ist, weil durch das wahre Kunstwerk durchscheint das Ewige und Unvergängliche. Am stärksten aber wirken auf den Ätherleib die religiösen Impulse. Unter dem Einfluß solcher Impulse gliedert sich ein Teil des Ätherleibes heraus, um sich umzuwandeln zur Budhi, zu dem Logos, dem Wort. Das nennt man in dem esoterischen Christentum den Christos.
[ 12 ] Wir müssen uns bei einer solchen Betrachtung immer das eine vor Augen halten: daß wir, indem wir Geisteswissenschaft treiben, nicht irgendeine graue "Theorie verfolgen, nicht irgend etwas Weltabgewandtes und Lebensfremdes, sondern daß wir dasjenige suchen im Geistigen, wodurch wir unmittelbar veredelnd und läuternd auf diese Leiber einwirken können. Nur wenn wir das Geistige erfaßt und erJebt hinunterzutragen vermögen ins Leben, werden wir das Leben von Augenblick zu Augenblick durchströmen und vergeistigen können mit dem, was wir erkundet haben im geistigen Reiche. Dann treiben wir praktische Geist-Erkenntnis. Nicht aufs Ausklügeln kommt es an, sondern darauf, daß der Geist in unsere Kultur einfließt. Daher geziemt es sich auch, an einer solchen Stelle, wo wir von der Umwandlung der Menschenleiber sprechen, auf etwas Praktisches aufmerksam zu machen, nämlich darauf, was uns das Betrachten solcher Sätze eigentlich sagen will.
[ 12 ] Wir müssen uns bei einer solchen Betrachtung immer das eine vor Augen halten: daß wir, indem wir Geisteswissenschaft treiben, nicht irgendeine graue "Theorie verfolgen, nicht irgend etwas Weltabgewandtes und Lebensfremdes, sondern daß wir dasjenige suchen im Geistigen, wodurch wir unmittelbar veredelnd und läuternd auf diese Leiber einwirken können. Nur wenn wir das Geistige erfaßt und erJebt hinunterzutragen vermögen ins Leben, werden wir das Leben von Augenblick zu Augenblick durchströmen und vergeistigen können mit dem, was wir erkundet haben im geistigen Reiche. Dann treiben wir praktische Geist-Erkenntnis. Nicht aufs Ausklügeln kommt es an, sondern darauf, daß der Geist in unsere Kultur einfließt. Daher geziemt es sich auch, an einer solchen Stelle, wo wir von der Umwandlung der Menschenleiber sprechen, auf etwas Praktisches aufmerksam zu machen, nämlich darauf, was uns das Betrachten solcher Sätze eigentlich sagen will.
[ 13 ] Wenn Sie im Leben stehen mit Ihrem Bewußtsein und gehen durch die Straßen und über den Markt, um die Einflüsse des Lebens auf sich einwirken zu lassen, um die Eindrücke in sich einfließen zu lassen, dann werden Sie in dem, was Sie erleben können, nur einen Teil, ein Glied Ihrer Gesamterlebnisse haben. Wer das nicht berücksichtigt, kann niemals das Leben und vielleicht auch nicht gewisse wichtige Geheimnisse des alleralltäglichsten Lebens erfassen. Der nach GeistErkenntnis Strebende muß tiefer sehen, als ein anderer Mensch mit den gewöhnlichen äußeren Kulturmitteln heute zu sehen in der Lage ist. Auch darin unterscheiden sich unsere verschiedenen Leiber, der Äther- und Astralleib, daß sie in verschiedener Weise von der äußeren Welt beeinflußt werden. Also alles, was Sie bewußt aufnehmen, worauf Sie Aufmerksamkeit verwenden, und wovon Sie wissen, wenn Sie im Leben daran vorbeigehen, so daß es Ihnen zum Bewußtsein kommt, alles das, was Sie draußen oder im eigenen Zimmer sehen und was Eindruck auf den Astralleib macht, das drückt sich in Wallungen und Bewegungen des astralischen Leibes aus. Alles, was Sie im bewußten Leben erfahren, das kann eine okkulte Persönlichkeit verfolgen in den Bewegungen und Strömungen und in alledem, was sich innerhalb des astralischen Leibes ausdrückt.
[ 13 ] Wenn Sie im Leben stehen mit Ihrem Bewußtsein und gehen durch die Straßen und über den Markt, um die Einflüsse des Lebens auf sich einwirken zu lassen, um die Eindrücke in sich einfließen zu lassen, dann werden Sie in dem, was Sie erleben können, nur einen Teil, ein Glied Ihrer Gesamterlebnisse haben. Wer das nicht berücksichtigt, kann niemals das Leben und vielleicht auch nicht gewisse wichtige Geheimnisse des alleralltäglichsten Lebens erfassen. Der nach GeistErkenntnis Strebende muß tiefer sehen, als ein anderer Mensch mit den gewöhnlichen äußeren Kulturmitteln heute zu sehen in der Lage ist. Auch darin unterscheiden sich unsere verschiedenen Leiber, der Äther- und Astralleib, daß sie in verschiedener Weise von der äußeren Welt beeinflußt werden. Also alles, was Sie bewußt aufnehmen, worauf Sie Aufmerksamkeit verwenden, und wovon Sie wissen, wenn Sie im Leben daran vorbeigehen, so daß es Ihnen zum Bewußtsein kommt, alles das, was Sie draußen oder im eigenen Zimmer sehen und was Eindruck auf den Astralleib macht, das drückt sich in Wallungen und Bewegungen des astralischen Leibes aus. Alles, was Sie im bewußten Leben erfahren, das kann eine okkulte Persönlichkeit verfolgen in den Bewegungen und Strömungen und in alledem, was sich innerhalb des astralischen Leibes ausdrückt.
[ 14 ] Nun gibt es noch andere Einwirkungen auf den Menschen, Einwirkungen, auf die er gewöhnlich nicht seine volle Aufmerksamkeit verwendet. Ich will radikaler sprechen, um vollständig klarzumachen, was ich sagen will. Sie können, wenn Sie durch die Straßen der Stadt gehen, den zahlreichen Dingen, an denen Sie vorübergehen, nicht Ihre volle Aufmerksamkeit zuwenden. Es sind da viele Dinge, von denen Sie hinterher kaum wissen, daß Sie an ihnen vorbeigegangen sind. Bedenken Sie nur einmal, wenn Sie längs einer Straße gehen, was alles links und rechts in den Schaufenstern lag, welche Menschen und in welchen Kleidern sie an Ihnen vorübergegangen sind! Haben Sie auf alle diese Sachen Ihre Aufmerksamkeit gewendet? Gewiß nicht. Alles das, worauf Sie nicht bewußt Ihre Aufmerksamkeit richten, geht aber doch nicht spurlos an Ihnen vorüber, übt doch Eindrücke auf Sie aus. Und weiter, nehmen wir an, ein Mensch sieht sich die Seiten eines Witzblattes an oder ein Plakat. Das, was er mit bewußter Aufmerksamkeit verfolgt, ist nicht alles, was er da tut. Da sind Dinge auf den Seiten des Witzblattes, die er sich nicht zum Bewußtsein bringt, die aber trotzdem auf ihn einen gewissen Eindruck machen. Man sagt dann, das seien Eindrücke, die unter der Schwelle des Bewußtseins liegen bleiben. In Wahrheit ist es aber anders. In Wahrheit wirken viele, unzählig viele Dinge auf den Menschen, ohne daß er sie sich zum Bewußtsein bringt, und diese Dinge, die da wirken, ohne daß der Mensch sie sich zum Bewußtsein bringt, wirken zuweilen tiefer und bedeutungsvoller auf ihn ein, als die, welche er sich zum Bewußtsein bringt, denn sie wirken zunächst auf seinen Ätherleib ein. Fortwährend bekommen Sie Eindrücke auf Ihren Ätherleib. Der kommt in Bewegung, Wogen und Wellen bilden sich, wenn sie auch feinerer Natur sind, als sie der Astralleib bei den bewußten Eindrücken bildet aber sie sind da.
[ 14 ] Nun gibt es noch andere Einwirkungen auf den Menschen, Einwirkungen, auf die er gewöhnlich nicht seine volle Aufmerksamkeit verwendet. Ich will radikaler sprechen, um vollständig klarzumachen, was ich sagen will. Sie können, wenn Sie durch die Straßen der Stadt gehen, den zahlreichen Dingen, an denen Sie vorübergehen, nicht Ihre volle Aufmerksamkeit zuwenden. Es sind da viele Dinge, von denen Sie hinterher kaum wissen, daß Sie an ihnen vorbeigegangen sind. Bedenken Sie nur einmal, wenn Sie längs einer Straße gehen, was alles links und rechts in den Schaufenstern lag, welche Menschen und in welchen Kleidern sie an Ihnen vorübergegangen sind! Haben Sie auf alle diese Sachen Ihre Aufmerksamkeit gewendet? Gewiß nicht. Alles das, worauf Sie nicht bewußt Ihre Aufmerksamkeit richten, geht aber doch nicht spurlos an Ihnen vorüber, übt doch Eindrücke auf Sie aus. Und weiter, nehmen wir an, ein Mensch sieht sich die Seiten eines Witzblattes an oder ein Plakat. Das, was er mit bewußter Aufmerksamkeit verfolgt, ist nicht alles, was er da tut. Da sind Dinge auf den Seiten des Witzblattes, die er sich nicht zum Bewußtsein bringt, die aber trotzdem auf ihn einen gewissen Eindruck machen. Man sagt dann, das seien Eindrücke, die unter der Schwelle des Bewußtseins liegen bleiben. In Wahrheit ist es aber anders. In Wahrheit wirken viele, unzählig viele Dinge auf den Menschen, ohne daß er sie sich zum Bewußtsein bringt, und diese Dinge, die da wirken, ohne daß der Mensch sie sich zum Bewußtsein bringt, wirken zuweilen tiefer und bedeutungsvoller auf ihn ein, als die, welche er sich zum Bewußtsein bringt, denn sie wirken zunächst auf seinen Ätherleib ein. Fortwährend bekommen Sie Eindrücke auf Ihren Ätherleib. Der kommt in Bewegung, Wogen und Wellen bilden sich, wenn sie auch feinerer Natur sind, als sie der Astralleib bei den bewußten Eindrücken bildet aber sie sind da.
[ 15 ] Daraus können Sie entnehmen, wie unendlich bedeutungsvoll für die ganze menschliche Entwickelung dasjenige ist, wovon sich der Mensch eigentlich im Grunde genommen bewußt gar keine Rechenschaft gibt. Unter der Oberfläche unserer Kultur wirken auf die gegenwärtigen Sinne der Menschheit fortwährend Dinge ein, indem sie direkt, also mit Umgehung des Astralleibes, auf den Ätherleib wirken und Bilder wachrufen, die von bleibender Bedeutung sind. Fortwährend wirken unter der Oberfläche unserer Kultur solche Dinge auf den Menschen ein. Und da ist es, wo die Geisteswissenschaft auf die feineren Untergründe unserer Kultur hinweisen muß, wo sie zeigen muß, wie in das alltägliche Leben Verständnis gebracht werden kann durch die Erfassung der geistigen Welt.
[ 15 ] Daraus können Sie entnehmen, wie unendlich bedeutungsvoll für die ganze menschliche Entwickelung dasjenige ist, wovon sich der Mensch eigentlich im Grunde genommen bewußt gar keine Rechenschaft gibt. Unter der Oberfläche unserer Kultur wirken auf die gegenwärtigen Sinne der Menschheit fortwährend Dinge ein, indem sie direkt, also mit Umgehung des Astralleibes, auf den Ätherleib wirken und Bilder wachrufen, die von bleibender Bedeutung sind. Fortwährend wirken unter der Oberfläche unserer Kultur solche Dinge auf den Menschen ein. Und da ist es, wo die Geisteswissenschaft auf die feineren Untergründe unserer Kultur hinweisen muß, wo sie zeigen muß, wie in das alltägliche Leben Verständnis gebracht werden kann durch die Erfassung der geistigen Welt.
[ 16 ] Es ist einfach so: Ein Zeitalter wirkt und ist ganz anders gesinnt als ein anderes Zeitalter. Wenn das erste Zeitalter schauderhaft schlechte, sagen wir ins Niedrige, bloß Sinnliche gehende und auf die Sensationen berechnete Plakate und Witzblätter hat, und wenn das andere Zeitalter solche Witzblätter nicht hat, so spiegeln sich darin für die okkulte Persönlichkeit diejenigen Dinge, welche in den Neigungen und gewöhnlich auch in den Temperamenten und Charaktereigenschaften der Menschen leben. Sogar das Gewissen ist der Spiegel geheimer Einflüsse, die auf den Menschen ausgeübt werden. Wer das Gewissen wie auch das Temperament, die Gesinnung und die Neigungen der mitteleuropäischen Bevölkerung oder überhaupt der europäischen Bevölkerung im 12., 13. und 14. Jahrhundert studieren wollte, müßte diese Gesinnung, wenn er in okkulter Weise vorgehen wollte, zurückführen auf den Baustil, auf die Art der Gemälde und dessen, was an sonstigen Kulturmitteln die Seelen umgab. Ganz anders konnte eine Seele gestimmt sein, die durch die Straßen ging, wo alles links und rechts zu der Seele in Beziehung stand, als heute, wenn man über den Markt geht und ganz andersartige Dinge um sich herum sieht. Man darf durchaus nicht außer acht lassen das, was tiefer liegt als das Bewußtsein, gerade weil solche Impulse, die mit den großen Entwickelungsepochen der Menschheit zusammenhängen, von tiefem Einfluß sind. Man darf es daher nicht unterschätzen, wenn in den Untergründen unserer Kultur gerade heute allerlei Dinge sind, wie ich sie jetzt angedeutet habe, in denen die wirklichen und wahren Grundlagen des materialistischen Fühlens und Empfindens liegen. Da müssen sie gesucht werden. Und deshalb darf man einen nicht schlankweg als reaktionär ansehen, wenn man von einem tieferen Gesichtspunkt aus will, daß das Edle, das Bedeutungsvolle gerade in dem zum Ausdruck kommt, was so tief auf die menschliche Seele, das heißt bis in die bildsamen Kräfte des Ätherleibes hinein wirkt.
[ 16 ] Es ist einfach so: Ein Zeitalter wirkt und ist ganz anders gesinnt als ein anderes Zeitalter. Wenn das erste Zeitalter schauderhaft schlechte, sagen wir ins Niedrige, bloß Sinnliche gehende und auf die Sensationen berechnete Plakate und Witzblätter hat, und wenn das andere Zeitalter solche Witzblätter nicht hat, so spiegeln sich darin für die okkulte Persönlichkeit diejenigen Dinge, welche in den Neigungen und gewöhnlich auch in den Temperamenten und Charaktereigenschaften der Menschen leben. Sogar das Gewissen ist der Spiegel geheimer Einflüsse, die auf den Menschen ausgeübt werden. Wer das Gewissen wie auch das Temperament, die Gesinnung und die Neigungen der mitteleuropäischen Bevölkerung oder überhaupt der europäischen Bevölkerung im 12., 13. und 14. Jahrhundert studieren wollte, müßte diese Gesinnung, wenn er in okkulter Weise vorgehen wollte, zurückführen auf den Baustil, auf die Art der Gemälde und dessen, was an sonstigen Kulturmitteln die Seelen umgab. Ganz anders konnte eine Seele gestimmt sein, die durch die Straßen ging, wo alles links und rechts zu der Seele in Beziehung stand, als heute, wenn man über den Markt geht und ganz andersartige Dinge um sich herum sieht. Man darf durchaus nicht außer acht lassen das, was tiefer liegt als das Bewußtsein, gerade weil solche Impulse, die mit den großen Entwickelungsepochen der Menschheit zusammenhängen, von tiefem Einfluß sind. Man darf es daher nicht unterschätzen, wenn in den Untergründen unserer Kultur gerade heute allerlei Dinge sind, wie ich sie jetzt angedeutet habe, in denen die wirklichen und wahren Grundlagen des materialistischen Fühlens und Empfindens liegen. Da müssen sie gesucht werden. Und deshalb darf man einen nicht schlankweg als reaktionär ansehen, wenn man von einem tieferen Gesichtspunkt aus will, daß das Edle, das Bedeutungsvolle gerade in dem zum Ausdruck kommt, was so tief auf die menschliche Seele, das heißt bis in die bildsamen Kräfte des Ätherleibes hinein wirkt.
[ 17 ] Es gibt also, wie Sie sehen, eine Betrachtungsweise, die sich nicht von den Vorurteilen der Zeit leiten läßt, sondern von den geistigen Wahrheiten. Und wenn man diese Betrachtungsweise auch ausdehnt auf das Schädliche, auf das die materialistische Gesinnung Erzeugende in dem, was uns täglich umgibt, ohne daß der Mensch seine Aufmerksamkeit darauf gerichtet hat, glauben Sie, daß man da viel ausrichten wird mit Theorien und Lehren, wenn diese Theorien und Lehren nicht bis zu diesen Dingen hinuntergehen? Wenn Sie wissen, wie die höheren Lehren des Christentums sich in der Malerei gespiegelt haben, werden Sie sich nicht wundern, daß diese sich auch in dem spiegelten, was den Menschen fortwährend umgab, auch wenn er seine Aufmerksamkeit nicht darauf gerichtet hatte.
[ 17 ] Es gibt also, wie Sie sehen, eine Betrachtungsweise, die sich nicht von den Vorurteilen der Zeit leiten läßt, sondern von den geistigen Wahrheiten. Und wenn man diese Betrachtungsweise auch ausdehnt auf das Schädliche, auf das die materialistische Gesinnung Erzeugende in dem, was uns täglich umgibt, ohne daß der Mensch seine Aufmerksamkeit darauf gerichtet hat, glauben Sie, daß man da viel ausrichten wird mit Theorien und Lehren, wenn diese Theorien und Lehren nicht bis zu diesen Dingen hinuntergehen? Wenn Sie wissen, wie die höheren Lehren des Christentums sich in der Malerei gespiegelt haben, werden Sie sich nicht wundern, daß diese sich auch in dem spiegelten, was den Menschen fortwährend umgab, auch wenn er seine Aufmerksamkeit nicht darauf gerichtet hatte.
[ 18 ] Nun betrachten wir dasjenige, was man in der christlichen Esoterik den Vater nennt. Wir wissen, daß vom Ich aus nicht nur der Astralleib, sondern auch der Ätherleib und der physische Leib umgewandelt werden. Unbewußt werden sie umgewandelt von dem Menschen, aber bewußt werden umgewandelt Astralleib, Ätherleib und physischer Leib vom Esoteriker oder Okkultisten, oder wenn der Mensch in einer esoterischen Schulung steht.
[ 18 ] Nun betrachten wir dasjenige, was man in der christlichen Esoterik den Vater nennt. Wir wissen, daß vom Ich aus nicht nur der Astralleib, sondern auch der Ätherleib und der physische Leib umgewandelt werden. Unbewußt werden sie umgewandelt von dem Menschen, aber bewußt werden umgewandelt Astralleib, Ätherleib und physischer Leib vom Esoteriker oder Okkultisten, oder wenn der Mensch in einer esoterischen Schulung steht.
[ 19 ] Alles das, was nur auf den Astralleib wirkt, ist nur Vorbereitung zur eigentlichen esoterischen Schulung, zur eigentlichen okkulten Schulung. Die okkulte Schulung beginnt da, wo wir das Hineinarbeiten in den Äther- oder Lebensleib lernen, wo der Mensch in den Stand gesetzt wird, durch die Anleitung, die ihm der okkulte Lehrer gibt, die Temperamente, Neigungen und Gewohnheiten umzuwandeln, wo der Mensch ein anderer wird. Damit kommt erst die Einsicht in die wirkliche höhere Welt, daß der Mensch ein anderer Mensch wird. Man kann theoretisch Physik lernen, das wirkt nur auf den Astralleib. Man kann alles mögliche lernen, das wirkt nur auf den Astralleib. Erst dann,wenn die Lehren eine solche Stoßkraft haben, daß sie verwandelnd auf den Menschen wirken, bilden sich von innen heraus die Organe, um in die höhere Welt hineinzuschauen. So geschieht die Umwandlung des Ätherleibes und so geschieht auch die Umwandlung des physischen Leibes. Und weil der physische Leib sich umwandelt vom Atmungsprozeß aus, durch die Rhythmisierung des Atmungsprozesses, so nennt man den vom Bewußtsein durchleuchteten physischen Leib Atman, das Atman. Die christliche Esoterik nennt das den Vater.
[ 19 ] Alles das, was nur auf den Astralleib wirkt, ist nur Vorbereitung zur eigentlichen esoterischen Schulung, zur eigentlichen okkulten Schulung. Die okkulte Schulung beginnt da, wo wir das Hineinarbeiten in den Äther- oder Lebensleib lernen, wo der Mensch in den Stand gesetzt wird, durch die Anleitung, die ihm der okkulte Lehrer gibt, die Temperamente, Neigungen und Gewohnheiten umzuwandeln, wo der Mensch ein anderer wird. Damit kommt erst die Einsicht in die wirkliche höhere Welt, daß der Mensch ein anderer Mensch wird. Man kann theoretisch Physik lernen, das wirkt nur auf den Astralleib. Man kann alles mögliche lernen, das wirkt nur auf den Astralleib. Erst dann,wenn die Lehren eine solche Stoßkraft haben, daß sie verwandelnd auf den Menschen wirken, bilden sich von innen heraus die Organe, um in die höhere Welt hineinzuschauen. So geschieht die Umwandlung des Ätherleibes und so geschieht auch die Umwandlung des physischen Leibes. Und weil der physische Leib sich umwandelt vom Atmungsprozeß aus, durch die Rhythmisierung des Atmungsprozesses, so nennt man den vom Bewußtsein durchleuchteten physischen Leib Atman, das Atman. Die christliche Esoterik nennt das den Vater.
[ 20 ] So haben wir also innerhalb der christlichen Esoterik zu unterscheiden: den Heiligen Geist: so viel hat der Christ in sich vom Heiligen Geist, als er veredelt hat den astralischen Leib; sodann den Sohn, Logos, das Wort: so viel hat der Christ vom Sohne, vom Logos, vom Worte in sich, als er den Ätherleib umgewandelt hat; und drittens den Vater: so viel hat der Christ vom Vater in sich — es kann nur ein Eingeweihter den Vater bewußt in sich haben -, als sein physischer Leib umgestaltet, ewig gemacht worden ist.
[ 20 ] So haben wir also innerhalb der christlichen Esoterik zu unterscheiden: den Heiligen Geist: so viel hat der Christ in sich vom Heiligen Geist, als er veredelt hat den astralischen Leib; sodann den Sohn, Logos, das Wort: so viel hat der Christ vom Sohne, vom Logos, vom Worte in sich, als er den Ätherleib umgewandelt hat; und drittens den Vater: so viel hat der Christ vom Vater in sich — es kann nur ein Eingeweihter den Vater bewußt in sich haben -, als sein physischer Leib umgestaltet, ewig gemacht worden ist.
[ 21 ] Nun müssen wir uns, wenn wir unterscheiden wollen, was Sünde oder Lästerung gegen den Heiligen Geist, gegen den Sohn oder gegen den Vater ist, und um den christlichen Sprachgebrauch inne zu bekommen, an die Mission des Christentums erinnern, wie sie von den esoterischen christlichen Lehrern aufgefaßt worden ist. Öfter habe ich hingewiesen darauf, daß die tiefere Mission des Christentums in dem Wort ausgedrückt ist: «Wer nicht verläßt Vater, Mutter, Bruder, Schwester, der kann nicht mein Jünger sein.» Anders noch ausgedrückt ist das in den Worten des Markus: «Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen, schickten zu ihm und lieBen ihn rufen. Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder draußen fragen nach dir. Und er antwortete ihnen: Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sah rings um sich auf die Jünger, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und meine Brüder! Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.» — Ähnliche Worte finden sich auch bei Lukas: «Da antwortete er: Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun.»
[ 21 ] Nun müssen wir uns, wenn wir unterscheiden wollen, was Sünde oder Lästerung gegen den Heiligen Geist, gegen den Sohn oder gegen den Vater ist, und um den christlichen Sprachgebrauch inne zu bekommen, an die Mission des Christentums erinnern, wie sie von den esoterischen christlichen Lehrern aufgefaßt worden ist. Öfter habe ich hingewiesen darauf, daß die tiefere Mission des Christentums in dem Wort ausgedrückt ist: «Wer nicht verläßt Vater, Mutter, Bruder, Schwester, der kann nicht mein Jünger sein.» Anders noch ausgedrückt ist das in den Worten des Markus: «Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen, schickten zu ihm und lieBen ihn rufen. Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder draußen fragen nach dir. Und er antwortete ihnen: Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sah rings um sich auf die Jünger, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und meine Brüder! Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.» — Ähnliche Worte finden sich auch bei Lukas: «Da antwortete er: Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun.»
[ 22 ] In solchen Worten haben wir die eigentliche Mission des Christentums ausgedrückt. Wir werden sie verstehen, wenn wir uns den Entwickelungsgang der Menschheit vor die Seele führen. Damit werden wir auch die beste Vorbereitung haben für das, was wir nächsten Montag als das Mysterium von Golgatha zu besprechen haben werden.
[ 22 ] In solchen Worten haben wir die eigentliche Mission des Christentums ausgedrückt. Wir werden sie verstehen, wenn wir uns den Entwickelungsgang der Menschheit vor die Seele führen. Damit werden wir auch die beste Vorbereitung haben für das, was wir nächsten Montag als das Mysterium von Golgatha zu besprechen haben werden.
[ 23 ] Wenn wir weit zurückgehen im Entwickelungsgang der Menschheit, dann treffen wir auf diejenige Zeit in unserer Erdenentwickelung, die wir die lemurische Zeit nennen. Sie wissen, wir gehen zurück durch die atlantische Zeit in die alte lemurische Zeit. Da finden wir den viergliedrigen, wir dürfen sagen, halbtierischen Menschen, jenen Menschen, der zwar schon aus der Vierheit - physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und mit Anlage zum Ich - besteht, der aber noch nicht ih der Lage war, auch nur das geringste an seinen drei Hüllen zu arbeiten. Denn die Kraft, die dem Menschen notwendig ist, um im angedeuteten Sinne an seinen Hüllen zu arbeiten, mußte in diese Träger der eigentlichen Natur des Menschen erst hineinkommen. Dasjenige, was Sie heute als Ihr Ich bezeichnen, was verhüllt Ihre Seele, Ihre tiefste Natur, die schon etwas enthält von dem, was von den drei Hüllen des Menschen umgewandelt ist, das war damals noch nicht da, das wollte damals erst in die Entwickelung eintreten. Das Ich war noch ein hohler Raum, um aufzunehmen, was heute des Menschen tiefstes Innere ist, was man den unsterblichen Teil des Menschen nennt, der durch alle Inkarnationen durchgeht, was mit der Erde in ein anderes planetarisches Dasein übergehen kann. Das senkte sich dazumal erst hernieder in das menschliche Gehäuse. Das war vorher im Schoße der Gottheit, das bildete einen Teil der göttlichen Natur.
[ 23 ] Wenn wir weit zurückgehen im Entwickelungsgang der Menschheit, dann treffen wir auf diejenige Zeit in unserer Erdenentwickelung, die wir die lemurische Zeit nennen. Sie wissen, wir gehen zurück durch die atlantische Zeit in die alte lemurische Zeit. Da finden wir den viergliedrigen, wir dürfen sagen, halbtierischen Menschen, jenen Menschen, der zwar schon aus der Vierheit - physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und mit Anlage zum Ich - besteht, der aber noch nicht ih der Lage war, auch nur das geringste an seinen drei Hüllen zu arbeiten. Denn die Kraft, die dem Menschen notwendig ist, um im angedeuteten Sinne an seinen Hüllen zu arbeiten, mußte in diese Träger der eigentlichen Natur des Menschen erst hineinkommen. Dasjenige, was Sie heute als Ihr Ich bezeichnen, was verhüllt Ihre Seele, Ihre tiefste Natur, die schon etwas enthält von dem, was von den drei Hüllen des Menschen umgewandelt ist, das war damals noch nicht da, das wollte damals erst in die Entwickelung eintreten. Das Ich war noch ein hohler Raum, um aufzunehmen, was heute des Menschen tiefstes Innere ist, was man den unsterblichen Teil des Menschen nennt, der durch alle Inkarnationen durchgeht, was mit der Erde in ein anderes planetarisches Dasein übergehen kann. Das senkte sich dazumal erst hernieder in das menschliche Gehäuse. Das war vorher im Schoße der Gottheit, das bildete einen Teil der göttlichen Natur.
[ 24 ] Ich habe schon einmal das Bild gebraucht, wie dazumal stattfand diese Beseelung des Menschen, diese Ausgießung der göttlichen Tropfen in die einzelnen Menschenhüllen hinein. Ich habe gesagt: Man nehme ein Glas Wasser, da sind viele Tropfen darin als eine flüssige Wassermenge. Nun nehme man tausend kleine Schwämmchen und tue sie hinein, so daß jedes Schwämmchen einen Wassertropfen aufnimmt. Dann haben wir viele Wassertropfen aus dem Glase aufgetupft, und wir haben dasjenige, was vorher verflossen, einheitlich in dem Glase darin war, ausgeteilt auf die verschiedenen Schwämmchen. Was jetzt in uns ist und was vorher in dem Schoße der Gottheit war, als in einem allverfließenden Elemente, das teilte sich dazumal auf die einzelnen menschlichen Leiber aus, so daß heute jeder einen Tropfen dieser einheitlichen göttlichen Substanz in sich hat. Dadurch individualisierte sich dasjenige, was vorher nur Glied in der allgemeinen göttlichen Natur war. So wie meine zehn Finger Glieder meines Organismus sind, so sind die Seelen, die heute in den Menschenleibern darin sind, Glieder der Gottheit. Und so, wie wenn jeder Finger individualisiert würde, wie jeder Finger eigenes Leben erhielte dadurch, daß er sich mit andern Hüllen umgäbe, so wurden die im Schoße der Gottheit ruhenden Tropfen menschliche innere Wesenheiten.
[ 24 ] Ich habe schon einmal das Bild gebraucht, wie dazumal stattfand diese Beseelung des Menschen, diese Ausgießung der göttlichen Tropfen in die einzelnen Menschenhüllen hinein. Ich habe gesagt: Man nehme ein Glas Wasser, da sind viele Tropfen darin als eine flüssige Wassermenge. Nun nehme man tausend kleine Schwämmchen und tue sie hinein, so daß jedes Schwämmchen einen Wassertropfen aufnimmt. Dann haben wir viele Wassertropfen aus dem Glase aufgetupft, und wir haben dasjenige, was vorher verflossen, einheitlich in dem Glase darin war, ausgeteilt auf die verschiedenen Schwämmchen. Was jetzt in uns ist und was vorher in dem Schoße der Gottheit war, als in einem allverfließenden Elemente, das teilte sich dazumal auf die einzelnen menschlichen Leiber aus, so daß heute jeder einen Tropfen dieser einheitlichen göttlichen Substanz in sich hat. Dadurch individualisierte sich dasjenige, was vorher nur Glied in der allgemeinen göttlichen Natur war. So wie meine zehn Finger Glieder meines Organismus sind, so sind die Seelen, die heute in den Menschenleibern darin sind, Glieder der Gottheit. Und so, wie wenn jeder Finger individualisiert würde, wie jeder Finger eigenes Leben erhielte dadurch, daß er sich mit andern Hüllen umgäbe, so wurden die im Schoße der Gottheit ruhenden Tropfen menschliche innere Wesenheiten.
[ 25 ] Diese menschlichen inneren Wesenheiten wohnten in den damals für sie vorbereiteten Menschenleibern. Ganz anders sahen dazumal diese Menschenleiber aus als heute. Es würde vielleicht kein Mensch mehr das glauben, wenn ich beschreiben würde jene Menschenleiber, die herumwandelten und warteten auf die Beseelung des Göttlichen. Wenn auch diejenigen, welche diese Vorträge hören, an manches gewöhnt sind, so würden manche doch recht erstaunt sein, wenn ich erzählte, wie die damaligen Leiber waren und wie jene für heutige Begriffe grotesken Formen sich zu den heutigen Leibern umgestaltet haben. Daß sie so aussehen wie heute, wer hat das getan? Das hat die innere Seele selbst getan. Von innen heraus wirkte die Gestalt, die Form dieser Menschenseele. Man bekommt eine Vorstellung davon, wie diese Seele arbeitete, wenn man die letzten Reste des sich ausprägenden Ausgestaltens der Seele im Leibe am heutigen Menschen betrachtet.
[ 25 ] Diese menschlichen inneren Wesenheiten wohnten in den damals für sie vorbereiteten Menschenleibern. Ganz anders sahen dazumal diese Menschenleiber aus als heute. Es würde vielleicht kein Mensch mehr das glauben, wenn ich beschreiben würde jene Menschenleiber, die herumwandelten und warteten auf die Beseelung des Göttlichen. Wenn auch diejenigen, welche diese Vorträge hören, an manches gewöhnt sind, so würden manche doch recht erstaunt sein, wenn ich erzählte, wie die damaligen Leiber waren und wie jene für heutige Begriffe grotesken Formen sich zu den heutigen Leibern umgestaltet haben. Daß sie so aussehen wie heute, wer hat das getan? Das hat die innere Seele selbst getan. Von innen heraus wirkte die Gestalt, die Form dieser Menschenseele. Man bekommt eine Vorstellung davon, wie diese Seele arbeitete, wenn man die letzten Reste des sich ausprägenden Ausgestaltens der Seele im Leibe am heutigen Menschen betrachtet.
[ 26 ] Betrachten Sie einmal das Schamgefühl, betrachten Sie die Angst, die Furcht, den Schrecken! Das Schamgefühl treibt den Menschen die Schamröte ins Gesicht; das Gesicht färbt sich anders. Ebenso ist es bei der Angst, bei der Furcht, beim Schrecken. In dem einen Falle färbt sich das Gesicht rot, in dem andern Falle erbleicht es. In dem Vortrage über «Blut ist ein ganz besonderer Saft» habe ich gezeigt, daß das Blut der äußere Ausdruck ist für die innere Arbeit des individuellen Menschen. Was sich da als intimste \Wesenheit ausdrückt, schießt in das Blut: Wer das Blut hat, hat das Ich, und wer das Ich hat, hat das Blut. Daher ist es ein ganz besonderer Saft. Das gilt aber nur von dem warmen Blut, im Gegensatz zu dem wechselwarmen Blut. So wie heute noch beim Schamgefühl, bei der Furcht und beim Schrecken das Ich, das dieses Gefühl hat, auf das Blut wirkt und den Körper in dieser klaren, intimen Weise verändert wie bei der Schamröte und bei der Angstblässe, so wirkte es auch damals. Groß und gewaltig war die Wirkung auf das Blut in der ersten Zeit der Menschheitsentwickelung. Das Blut drückte dazumal intim und genau die innere Kraft aus, die hineingefahren ist in das Ich als sein göttlicher Inhalt. Dadurch bildete sich das Ich durch die Rassen her ab. Wie heute der Mensch blaß oder rot werden kann, so formte das innere Gefühl, von innen heraus, den ganzen Menschenleib. Als der Mensch noch weich war — Finger hatte er damals noch nicht -, da formte das Ich von innen heraus durch das Blut die Form. Das Blut ist das, was der Mensch auch heute zum Ausdruck bringt. Die plastisch gestaltende Kraft wirkt vom Ich aus, auf dem Umwege durch das Blut, an dem Aufbau des Menschenleibes. So lernen wir dieses Blut kennen als den Träger des Ichs in der mannigfaltigsten Gestalt.
[ 26 ] Betrachten Sie einmal das Schamgefühl, betrachten Sie die Angst, die Furcht, den Schrecken! Das Schamgefühl treibt den Menschen die Schamröte ins Gesicht; das Gesicht färbt sich anders. Ebenso ist es bei der Angst, bei der Furcht, beim Schrecken. In dem einen Falle färbt sich das Gesicht rot, in dem andern Falle erbleicht es. In dem Vortrage über «Blut ist ein ganz besonderer Saft» habe ich gezeigt, daß das Blut der äußere Ausdruck ist für die innere Arbeit des individuellen Menschen. Was sich da als intimste \Wesenheit ausdrückt, schießt in das Blut: Wer das Blut hat, hat das Ich, und wer das Ich hat, hat das Blut. Daher ist es ein ganz besonderer Saft. Das gilt aber nur von dem warmen Blut, im Gegensatz zu dem wechselwarmen Blut. So wie heute noch beim Schamgefühl, bei der Furcht und beim Schrecken das Ich, das dieses Gefühl hat, auf das Blut wirkt und den Körper in dieser klaren, intimen Weise verändert wie bei der Schamröte und bei der Angstblässe, so wirkte es auch damals. Groß und gewaltig war die Wirkung auf das Blut in der ersten Zeit der Menschheitsentwickelung. Das Blut drückte dazumal intim und genau die innere Kraft aus, die hineingefahren ist in das Ich als sein göttlicher Inhalt. Dadurch bildete sich das Ich durch die Rassen her ab. Wie heute der Mensch blaß oder rot werden kann, so formte das innere Gefühl, von innen heraus, den ganzen Menschenleib. Als der Mensch noch weich war — Finger hatte er damals noch nicht -, da formte das Ich von innen heraus durch das Blut die Form. Das Blut ist das, was der Mensch auch heute zum Ausdruck bringt. Die plastisch gestaltende Kraft wirkt vom Ich aus, auf dem Umwege durch das Blut, an dem Aufbau des Menschenleibes. So lernen wir dieses Blut kennen als den Träger des Ichs in der mannigfaltigsten Gestalt.
[ 27 ] In andern Vorträgen habe ich aufmerksam gemacht auf ein Geheimnis, das sich in den ältesten Schilderungen der Bibel verbirgt: Ich habe aufmerksam gemacht auf das Bild, daß Adam Jahrhunderte alt wird. Das beruht auf dem, was wir die Nahehe nennen, die Ehe innerhalb der Blutsverwandtschaft. Wir finden sie am Anfangszeitalter eines jeden Volkes. Freilich müssen wir weit, weit zurückgehen. Wir finden da überall kleine Gruppen innerhalb der Erdenbevölkerung, die miteinander blutsverwandt sind, und nur innerhalb dieser kleinen blutsverwandten Gruppen wird geheiratet. Das hat etwas Wichtiges zur Folge. Um dasjenige, was zu sagen ist, verständlicher auszudrükken, habe ich Sie einmal auf ein Gespräch hingewiesen, das Anzengruber wit Peter Rosegger geführt hat. Sie erinnern sich, daß Rosegger, der ein guter und beliebter Dichter ist, aus einer äußeren Anschauung heraus seine Bauern schildert, sie so schildert, wie er sie eben vor uns hinstellt. Anzengruber ist aber derjenige, der sie lebendiger schildert, der seine Bauern so hinstellt, daß sie fest und sicher auf ihren Beinen stehen, wie gemeißelt, durchaus wahr und sicher. Einmal gingen die beiden befreundeten Dichter miteinander aus. Da sagte Rosegger zu Anzengruber: Du würdest die Bauern viel besser schildern können, wenn du aufs Land hinausgehen und dir die Bauern einmal anschauen wolltest. - Da antwortete ihm Anzengruber: Ich habe nie einen solchen Bauern gesehen. Ich schildere sie aber, weil es mir so im Blute liegt. Mein Vater, Großvater, Urgroßvater und auch die Onkel waren Bauern. Und das liegt mir im Blut. — Anzengruber brauchte die Bauern also gar nicht gesehen zu haben. Das Blut wirkte über die Generationen hinaus, so daß das in der Schilderung der Bauern herauskam.
[ 27 ] In andern Vorträgen habe ich aufmerksam gemacht auf ein Geheimnis, das sich in den ältesten Schilderungen der Bibel verbirgt: Ich habe aufmerksam gemacht auf das Bild, daß Adam Jahrhunderte alt wird. Das beruht auf dem, was wir die Nahehe nennen, die Ehe innerhalb der Blutsverwandtschaft. Wir finden sie am Anfangszeitalter eines jeden Volkes. Freilich müssen wir weit, weit zurückgehen. Wir finden da überall kleine Gruppen innerhalb der Erdenbevölkerung, die miteinander blutsverwandt sind, und nur innerhalb dieser kleinen blutsverwandten Gruppen wird geheiratet. Das hat etwas Wichtiges zur Folge. Um dasjenige, was zu sagen ist, verständlicher auszudrükken, habe ich Sie einmal auf ein Gespräch hingewiesen, das Anzengruber wit Peter Rosegger geführt hat. Sie erinnern sich, daß Rosegger, der ein guter und beliebter Dichter ist, aus einer äußeren Anschauung heraus seine Bauern schildert, sie so schildert, wie er sie eben vor uns hinstellt. Anzengruber ist aber derjenige, der sie lebendiger schildert, der seine Bauern so hinstellt, daß sie fest und sicher auf ihren Beinen stehen, wie gemeißelt, durchaus wahr und sicher. Einmal gingen die beiden befreundeten Dichter miteinander aus. Da sagte Rosegger zu Anzengruber: Du würdest die Bauern viel besser schildern können, wenn du aufs Land hinausgehen und dir die Bauern einmal anschauen wolltest. - Da antwortete ihm Anzengruber: Ich habe nie einen solchen Bauern gesehen. Ich schildere sie aber, weil es mir so im Blute liegt. Mein Vater, Großvater, Urgroßvater und auch die Onkel waren Bauern. Und das liegt mir im Blut. — Anzengruber brauchte die Bauern also gar nicht gesehen zu haben. Das Blut wirkte über die Generationen hinaus, so daß das in der Schilderung der Bauern herauskam.
[ 28 ] So sehen Sie, wie auf dem Umwege des Blutes der Geist wirkt, und wie ein begrenztes Ich nicht in der Persönlichkeit aufhört, sondern erstarkt und sich verbreitet über Vater, Großvater und so weiter. Bei Anzengruber war das so, weil man sich dort nur unter Bauern geheiratet hat. Da blieb ein gewisser Grad von Bewußtsein davon zurück. Der Grad dieses Bewußtseins war noch viel höher zur Zeit der ersten Teile der Bibel. Da war noch ein wirkliches Gedächtnis, eine Erinnerung da an die Erlebnisse der Urahnen. Es gab eine Zeit, wo der Mensch sich nicht nur an das erinnerte, was er selbst in seiner Jugend erlebt hatte als Kind, als Jüngling, sondern wo er ebenso im Gedächtnis hatte, was der Vater und der Großvater getan hatten. So unglaublich das auch dem Menschen von heute erscheint, so wahr ist es doch, daß in den alten Zeiten, wo eine kleine Gruppe strenger Blutsverwandtschaft innegehalten worden ist und wo man nicht aus der Gemeinschaft herausheiraten durfte, ohne eine Sünde zu begehen, das Ich nicht nur jenes Bewußtsein des Bauerncharakters erlangte, sondern daß der Sohn zu dem, was der Vater, der Großvater und so weiter erlebt hatten, sagte: Ich habe es erlebt. — Es war also so, daß die, welche nach neun Jahrhunderten von Adam abstammten, in bezug auf die Erlebnisse des Adam sagten: Ich habe es erlebt. - Es war eine Art von Gruppen-Ich, das durch die Generationen hindurchging. Als Adam, als Abraham bezeichnete man eben jenes Durchgehen des Ichs.
[ 28 ] So sehen Sie, wie auf dem Umwege des Blutes der Geist wirkt, und wie ein begrenztes Ich nicht in der Persönlichkeit aufhört, sondern erstarkt und sich verbreitet über Vater, Großvater und so weiter. Bei Anzengruber war das so, weil man sich dort nur unter Bauern geheiratet hat. Da blieb ein gewisser Grad von Bewußtsein davon zurück. Der Grad dieses Bewußtseins war noch viel höher zur Zeit der ersten Teile der Bibel. Da war noch ein wirkliches Gedächtnis, eine Erinnerung da an die Erlebnisse der Urahnen. Es gab eine Zeit, wo der Mensch sich nicht nur an das erinnerte, was er selbst in seiner Jugend erlebt hatte als Kind, als Jüngling, sondern wo er ebenso im Gedächtnis hatte, was der Vater und der Großvater getan hatten. So unglaublich das auch dem Menschen von heute erscheint, so wahr ist es doch, daß in den alten Zeiten, wo eine kleine Gruppe strenger Blutsverwandtschaft innegehalten worden ist und wo man nicht aus der Gemeinschaft herausheiraten durfte, ohne eine Sünde zu begehen, das Ich nicht nur jenes Bewußtsein des Bauerncharakters erlangte, sondern daß der Sohn zu dem, was der Vater, der Großvater und so weiter erlebt hatten, sagte: Ich habe es erlebt. — Es war also so, daß die, welche nach neun Jahrhunderten von Adam abstammten, in bezug auf die Erlebnisse des Adam sagten: Ich habe es erlebt. - Es war eine Art von Gruppen-Ich, das durch die Generationen hindurchging. Als Adam, als Abraham bezeichnete man eben jenes Durchgehen des Ichs.
[ 29 ] Das verbirgt sich auch hinter den Schilderungen der ersten Kapitel des Alten Testamentes. Daran sehen Sie aber, daß dieses Blut als äußerer Ausdruck der inneren schöpferischen Seele in Betracht kommt. Wodurch verlor der Mensch dieses Hinaufschauen in die Generationen? Wodurch wurden sein Bewußtsein und sein Gedächtnis auf sein eigenes Leben eingeschränkt? Sie wurden dadurch eingeschränkt, daß seine Blutsverwandtschaft durchbrochen wurde. Es lockerte sich die alte Blutsverwandtschaft, aus den engeren Kreisen wurden weitere. Der kleine Familienkreis erweiterte sich zum Stamm, der Stamm zum Volk. Nicht anders hätte sich die Menschheit so weit entwickeln können, als indem sich Familien zu Stämmen, Stämme zu Völkern gliederten, nicht anders, als indem die engen Blutsbande durchbrochen wurden. Das Gedächtnis selbst reicht hinauf in die Generationen.
[ 29 ] Das verbirgt sich auch hinter den Schilderungen der ersten Kapitel des Alten Testamentes. Daran sehen Sie aber, daß dieses Blut als äußerer Ausdruck der inneren schöpferischen Seele in Betracht kommt. Wodurch verlor der Mensch dieses Hinaufschauen in die Generationen? Wodurch wurden sein Bewußtsein und sein Gedächtnis auf sein eigenes Leben eingeschränkt? Sie wurden dadurch eingeschränkt, daß seine Blutsverwandtschaft durchbrochen wurde. Es lockerte sich die alte Blutsverwandtschaft, aus den engeren Kreisen wurden weitere. Der kleine Familienkreis erweiterte sich zum Stamm, der Stamm zum Volk. Nicht anders hätte sich die Menschheit so weit entwickeln können, als indem sich Familien zu Stämmen, Stämme zu Völkern gliederten, nicht anders, als indem die engen Blutsbande durchbrochen wurden. Das Gedächtnis selbst reicht hinauf in die Generationen.
[ 30 ] Wenn Sie sich erinnern, wie oft ich gesagt habe, daß das Gedächtnis den Ätherleib zum Träger hat, daß er wiedergibt das, was gedächtnismäßig einen Ausdruck findet, dann werden Sie den Zusammenhang zwischen dem Blut und dem Ätherleib haben. Das Ich drückt sich in den Ätherleib hinein, indem es sich äußerlich ausdrückt in Blutwallungen, in dem, was ins Blut schießt. Wenn Sie sich nun aber erinnern, daß derjenige, der ein Eingeweihter werden will, in den Ätherleib hineinzuarbeiten hat, dann werden Sie nicht mehr weit sein von dem, was tief zusammenhängt mit dem Mysterienwesen der vorchristlichen Zeit. Auch dieses Mystertienwesen der vorchtristlichen Zeit hat mit dem Blute zu tun. Heute wollen wir kennenlernen, was das Ganze mit dem Blute zu tun hat.
[ 30 ] Wenn Sie sich erinnern, wie oft ich gesagt habe, daß das Gedächtnis den Ätherleib zum Träger hat, daß er wiedergibt das, was gedächtnismäßig einen Ausdruck findet, dann werden Sie den Zusammenhang zwischen dem Blut und dem Ätherleib haben. Das Ich drückt sich in den Ätherleib hinein, indem es sich äußerlich ausdrückt in Blutwallungen, in dem, was ins Blut schießt. Wenn Sie sich nun aber erinnern, daß derjenige, der ein Eingeweihter werden will, in den Ätherleib hineinzuarbeiten hat, dann werden Sie nicht mehr weit sein von dem, was tief zusammenhängt mit dem Mysterienwesen der vorchristlichen Zeit. Auch dieses Mystertienwesen der vorchtristlichen Zeit hat mit dem Blute zu tun. Heute wollen wir kennenlernen, was das Ganze mit dem Blute zu tun hat.
[ 31 ] Wir wissen, daß ein Mensch, der die vorchristliche Einweihung bekommen sollte, dazu vorbereitet werden mußte. Wir wissen, wie eine solche Einweihung vor sich gegangen ist. Der Einzuweihende bekam zur Aufgabe die Umwandlung der Eigenschaften und Gewohnheiten, die er hatte, was ihn dann zu dem Menschen machte, der er sein mußte, um ein Eingeweihter zu werden. Ich habe ferner gesagt, daß die Eingeweihten zurückführen auf die Adepten in der alten atlantischen Zeit, und daß der Schüler, nachdem er in entsprechender Weise vorbereitet worden war, für dreieinhalb Tage ganz und gar in eine Art Schlafzustand versetzt worden ist, in einen solchen Schlaf, der es möglich gemacht hat, nicht nur den Astralleib aus dem physischen Leib herauszuheben, sondern auch den Ätherleib. Der den Schüler einweihende Weise leitete die ganze Prozedur. Der Ätherleib wurde herausgehoben, und dadurch bekam der Initiator die Möglichkeit, in den Schüler die Kraft zu geistigen Erlebnissen hineinzulegen, um eine wirkliche Anschauung und Erfahrung von der höheren Welt haben zu können. Dadurch, daß der Mensch vorbereitet worden war, kam der Ätherleib in Bewegung, so daß es dem Schüler möglich geworden ist, in die höheren Welten hineinzuschauen. Wenn er dann zurückgeführt worden ist, war es so, daß er Zeugnis ablegen konnte von der Wahrheit und Wirklichkeit der geistigen Welt. Um eines handelte es sich da: Der Mensch mußte sein Bewußtsein herabstimmen, herabdämpfen, und das Herabdämpfen des Bewußtseins war verbunden mit dem Herausholen des Ätherleibes. Er war ganz unter dem Einflusse des Initiators.
[ 31 ] Wir wissen, daß ein Mensch, der die vorchristliche Einweihung bekommen sollte, dazu vorbereitet werden mußte. Wir wissen, wie eine solche Einweihung vor sich gegangen ist. Der Einzuweihende bekam zur Aufgabe die Umwandlung der Eigenschaften und Gewohnheiten, die er hatte, was ihn dann zu dem Menschen machte, der er sein mußte, um ein Eingeweihter zu werden. Ich habe ferner gesagt, daß die Eingeweihten zurückführen auf die Adepten in der alten atlantischen Zeit, und daß der Schüler, nachdem er in entsprechender Weise vorbereitet worden war, für dreieinhalb Tage ganz und gar in eine Art Schlafzustand versetzt worden ist, in einen solchen Schlaf, der es möglich gemacht hat, nicht nur den Astralleib aus dem physischen Leib herauszuheben, sondern auch den Ätherleib. Der den Schüler einweihende Weise leitete die ganze Prozedur. Der Ätherleib wurde herausgehoben, und dadurch bekam der Initiator die Möglichkeit, in den Schüler die Kraft zu geistigen Erlebnissen hineinzulegen, um eine wirkliche Anschauung und Erfahrung von der höheren Welt haben zu können. Dadurch, daß der Mensch vorbereitet worden war, kam der Ätherleib in Bewegung, so daß es dem Schüler möglich geworden ist, in die höheren Welten hineinzuschauen. Wenn er dann zurückgeführt worden ist, war es so, daß er Zeugnis ablegen konnte von der Wahrheit und Wirklichkeit der geistigen Welt. Um eines handelte es sich da: Der Mensch mußte sein Bewußtsein herabstimmen, herabdämpfen, und das Herabdämpfen des Bewußtseins war verbunden mit dem Herausholen des Ätherleibes. Er war ganz unter dem Einflusse des Initiators.
[ 32 ] Nun betrachten wir einmal den Vorgang. Was an Gesetzen, Einrichtungen und sozialem Gefüge vorhanden war, das führte zuletzt zurück auf die Einweihung. An der Spitze des sozialen Baues stand der große Initiator. Von ihm gingen die Ziele und Richtungen aus. Die Schüler trugen die geoffenbarte Weisheit hinaus in die Welt, und die, welche sie draußen hörten, richteten sich danach und richteten auch das soziale Leben danach ein. Alles stand unter der Autorität der Initiation, des Initiators, alles hing davon ab. Es war das Prinzip der Autorität, die auf Wahrheit und Weisheit gegründet war, im höchsten Maße und im besten Sinne dargelebt. Nur die, welche die großen, weisen Führer der Menschheit waren, durften eine solche Autorität ausüben. Und das geschah, ohne daß der Menschheit dadurch in irgendeiner Weise Schaden zugefügt worden wäre.
[ 32 ] Nun betrachten wir einmal den Vorgang. Was an Gesetzen, Einrichtungen und sozialem Gefüge vorhanden war, das führte zuletzt zurück auf die Einweihung. An der Spitze des sozialen Baues stand der große Initiator. Von ihm gingen die Ziele und Richtungen aus. Die Schüler trugen die geoffenbarte Weisheit hinaus in die Welt, und die, welche sie draußen hörten, richteten sich danach und richteten auch das soziale Leben danach ein. Alles stand unter der Autorität der Initiation, des Initiators, alles hing davon ab. Es war das Prinzip der Autorität, die auf Wahrheit und Weisheit gegründet war, im höchsten Maße und im besten Sinne dargelebt. Nur die, welche die großen, weisen Führer der Menschheit waren, durften eine solche Autorität ausüben. Und das geschah, ohne daß der Menschheit dadurch in irgendeiner Weise Schaden zugefügt worden wäre.
[ 33 ] Nun handelte es sich darum, den Ätherleib in der richtigen Weise aus dem physischen Leib herauszuholen. Das konnte man nicht ohne weiteres bei jedem Menschen machen. Wer Ihnen sagt, daß man das bei jedem Menschen tun kann, der schildert Ihnen die Dinge abstrakt, der schildert sie nicht wahr. Diese Dinge zu erreichen, erfordert eine lange Vorbereitung. Es kam darauf an, daß das Blut die richtige Mischung hatte. Deshalb wurde auch ein so großer Wert darauf gelegt, daß die Priestergeneration sich nicht mit andern vermische. Durch Jahrhunderte hindurch wurde es vorbereitet, daß immer einer der richtigen Nachkommen da war, der einmal in dieser Weise ein richtiger Eingeweihter werden konnte. Es war eine Behandlung des Menschenleibes in großem Stile, in einer ungeheuer mysteriösen Weise, in einer im schönsten Sinne des Wortes mysteriösen Weise. Die größten Eingeweihten sind in bezug auf ihr physisches Prinzip durch Jahrhunderte hindurch hinsichtlich ihrer Blutmischung vorbereitet worden. Diese ganze Einweihungsvorbeteitung ist das Charakteristische der vorchristlichen Einweihung, es hat aber im Laufe der Menschheitsentwickelung nicht immer, es hat nicht ewig bestehen können. Denn womit hing dieses Einweihungsprinzip zusammen? Es hing mit der Übersichtlichkeit der Blutsgemeinschaft zusammen. Je mehr wir uns dieser nähern, desto mehr kommen wir auf so geartete Prinzipien.
[ 33 ] Nun handelte es sich darum, den Ätherleib in der richtigen Weise aus dem physischen Leib herauszuholen. Das konnte man nicht ohne weiteres bei jedem Menschen machen. Wer Ihnen sagt, daß man das bei jedem Menschen tun kann, der schildert Ihnen die Dinge abstrakt, der schildert sie nicht wahr. Diese Dinge zu erreichen, erfordert eine lange Vorbereitung. Es kam darauf an, daß das Blut die richtige Mischung hatte. Deshalb wurde auch ein so großer Wert darauf gelegt, daß die Priestergeneration sich nicht mit andern vermische. Durch Jahrhunderte hindurch wurde es vorbereitet, daß immer einer der richtigen Nachkommen da war, der einmal in dieser Weise ein richtiger Eingeweihter werden konnte. Es war eine Behandlung des Menschenleibes in großem Stile, in einer ungeheuer mysteriösen Weise, in einer im schönsten Sinne des Wortes mysteriösen Weise. Die größten Eingeweihten sind in bezug auf ihr physisches Prinzip durch Jahrhunderte hindurch hinsichtlich ihrer Blutmischung vorbereitet worden. Diese ganze Einweihungsvorbeteitung ist das Charakteristische der vorchristlichen Einweihung, es hat aber im Laufe der Menschheitsentwickelung nicht immer, es hat nicht ewig bestehen können. Denn womit hing dieses Einweihungsprinzip zusammen? Es hing mit der Übersichtlichkeit der Blutsgemeinschaft zusammen. Je mehr wir uns dieser nähern, desto mehr kommen wir auf so geartete Prinzipien.
[ 34 ] In den ältesten Zeiten war also die Einweihung auf das Blutsprinzip gebaut. Immer mehr wurde sie durchbrochen, von Familie zu Familie, von Stamm zu Stamm, von Volk zu Volk. Und nun sollte das kommen, was in der Zukunft eintreten wird: daß alle solche Blutsbande durchbrochen werden. Denn wo lebte das Gemeinschaftsprinzip, das der Mensch hatte, als er aus dem Schoße der Gottheit gekommen war? Man könnte sagen, es rann durch das Blut, und wenn man einen Menschen einweihen wollte, so mußte man eben auf das Blut Rücksicht nehmen.
[ 34 ] In den ältesten Zeiten war also die Einweihung auf das Blutsprinzip gebaut. Immer mehr wurde sie durchbrochen, von Familie zu Familie, von Stamm zu Stamm, von Volk zu Volk. Und nun sollte das kommen, was in der Zukunft eintreten wird: daß alle solche Blutsbande durchbrochen werden. Denn wo lebte das Gemeinschaftsprinzip, das der Mensch hatte, als er aus dem Schoße der Gottheit gekommen war? Man könnte sagen, es rann durch das Blut, und wenn man einen Menschen einweihen wollte, so mußte man eben auf das Blut Rücksicht nehmen.
[ 35 ] Als mit dem warmen Blute die Möglichkeit gegeben war, daß das Ich sich den göttlichen Seelencharakter eingliederte, da strömte der göttliche Seelencharakter durch das Blut: «Ich bin, der da war, der da ist und der da sein wird.» Gerade derjenige, der als Gott Jehova spricht, sagt: Ich bin, der da war, der da ist und der da sein wird. — Und wo wirkte er am mächtigsten? Er wirkte am mächtigsten im Blute. Und wodurch führte man den Menschen, wenn man ihn einweihte? Man führte ihn dadurch, daß man sein Blut behandelte. Das sind tiefe und weitgehende Mysterien des Altertums. Derjenige versteht das Christentum schlecht, der es nur als einen äußerlichen Vorgang betrachtet. Mit vollem Vorbedacht ist mein Buch nicht «Die Mystik des Christentums» benannt worden, sondern «Das Christentum als mystische Tatsache» ; das heißt, das Christentum selbst ist eine mystische Tatsache und nur dann zu verstehen, wenn man weiß, daß mit der Erscheinung des Christus Jesus sich die ganze geistige Konfiguration unseres Erdenplaneten geändert hat.
[ 35 ] Als mit dem warmen Blute die Möglichkeit gegeben war, daß das Ich sich den göttlichen Seelencharakter eingliederte, da strömte der göttliche Seelencharakter durch das Blut: «Ich bin, der da war, der da ist und der da sein wird.» Gerade derjenige, der als Gott Jehova spricht, sagt: Ich bin, der da war, der da ist und der da sein wird. — Und wo wirkte er am mächtigsten? Er wirkte am mächtigsten im Blute. Und wodurch führte man den Menschen, wenn man ihn einweihte? Man führte ihn dadurch, daß man sein Blut behandelte. Das sind tiefe und weitgehende Mysterien des Altertums. Derjenige versteht das Christentum schlecht, der es nur als einen äußerlichen Vorgang betrachtet. Mit vollem Vorbedacht ist mein Buch nicht «Die Mystik des Christentums» benannt worden, sondern «Das Christentum als mystische Tatsache» ; das heißt, das Christentum selbst ist eine mystische Tatsache und nur dann zu verstehen, wenn man weiß, daß mit der Erscheinung des Christus Jesus sich die ganze geistige Konfiguration unseres Erdenplaneten geändert hat.
[ 36 ] Versetzen Sie sich einmal auf einen fernen Planeten und denken Sie sich, Sie würden als Seher herunterschauen können auf die Erde, auf die Atmosphäre der Erde, auf den Astralleib der Erde, auf dasjenige, was der allgemeine Astralleib der Erde ist und was da brodelt und sprudelt und wogt und wellt von den Astralleibern der Tiere und Menschen. Und dann denken Sie sich, Sie könnten einige Jahrhunderte vor Christi Geburt herunterschauen und verfolgen die Ereignisse bis in eine ferne Zukunft hinein. Wenn Sie dies verfolgen könnten, so würden Sie etwas Eigentümliches sehen. Sie würden schen, daß mit dem Erscheinen des Christus Jesus die astrale Atmosphäre sich gründlich ändert, einen mächtigen Ruck macht, so daß sie für alle Zukunft eine andere Schattierung, eine andere Färbung erhält. Etwas Neues trat da in die irdische Geistesatmosphäre ein. Wer nicht zugibt, daß jetzt geistig etwas anderes da ist auf der Erde, als vor Jahrtausenden da war, der versteht nicht das Christentum mit seiner Vorbereitung. Nur wer es so betrachtet, daß etwas Reales und Wirkliches als neuer Einschlag gekommen ist, der weiß, was da am Beginne des Christentums geschehen ist.
[ 36 ] Versetzen Sie sich einmal auf einen fernen Planeten und denken Sie sich, Sie würden als Seher herunterschauen können auf die Erde, auf die Atmosphäre der Erde, auf den Astralleib der Erde, auf dasjenige, was der allgemeine Astralleib der Erde ist und was da brodelt und sprudelt und wogt und wellt von den Astralleibern der Tiere und Menschen. Und dann denken Sie sich, Sie könnten einige Jahrhunderte vor Christi Geburt herunterschauen und verfolgen die Ereignisse bis in eine ferne Zukunft hinein. Wenn Sie dies verfolgen könnten, so würden Sie etwas Eigentümliches sehen. Sie würden schen, daß mit dem Erscheinen des Christus Jesus die astrale Atmosphäre sich gründlich ändert, einen mächtigen Ruck macht, so daß sie für alle Zukunft eine andere Schattierung, eine andere Färbung erhält. Etwas Neues trat da in die irdische Geistesatmosphäre ein. Wer nicht zugibt, daß jetzt geistig etwas anderes da ist auf der Erde, als vor Jahrtausenden da war, der versteht nicht das Christentum mit seiner Vorbereitung. Nur wer es so betrachtet, daß etwas Reales und Wirkliches als neuer Einschlag gekommen ist, der weiß, was da am Beginne des Christentums geschehen ist.
[ 37 ] Wenn Sie dies so betrachten, werden Sie auch den Ausdruck für die Umwandlung des Erdplaneten im Geistigen finden und sich sagen müssen: Alle engeren Blutsbande reißen, alles, was die Menschen in kleinen Blutsgemeinschaften zusammengehalten hat, reißt allmählich. Die kleinen Bruderbünde werden allmählich erweitert zu dem großen Bruderbunde, der alle Menschen auf der Erde umfassen soll, wo jeder Mensch zu jedem Menschen Bruder sagt, wo der Mensch «Mutter und Vater und Bruder und Schwester verläßt». Alles, was das Blut bereitet hatte in einer Art von Gruppen-Ich, in einem Ich, das über das gewöhnliche Ich hinausgeht, das muß von der Erde verschwinden. Und wenn die Erde bereit sein wird, eine neue astrale Kugel zu werden, dann wird die Frucht aufgegangen sein, alle Bande werden gesprengt sein und ein einziges großes Band wird die Menschheit umfassen. Die Aufgabe, den Impuls, die Kraft zu geben, diesen Bruderschaftsbund zu begründen, die stellte sich der Christus Jesus. Daher ist die Mission des Christus Jesus und das Ideal des Christentums ausgedrückt in den Worten: «Wer nicht verläßt Vater, Mutter, Bruder und Schwester, der kann nicht mein Jünger sein.» Daher auch die Ablehnung: «Dies ist nicht meine Mutter; meine Mutter und meine Brüder sind diejenigen, die den Willen tun meines Vaters.» Das ist der neue Geist, der gegenüber dem Blut in die Menschheit kommen soll.
[ 37 ] Wenn Sie dies so betrachten, werden Sie auch den Ausdruck für die Umwandlung des Erdplaneten im Geistigen finden und sich sagen müssen: Alle engeren Blutsbande reißen, alles, was die Menschen in kleinen Blutsgemeinschaften zusammengehalten hat, reißt allmählich. Die kleinen Bruderbünde werden allmählich erweitert zu dem großen Bruderbunde, der alle Menschen auf der Erde umfassen soll, wo jeder Mensch zu jedem Menschen Bruder sagt, wo der Mensch «Mutter und Vater und Bruder und Schwester verläßt». Alles, was das Blut bereitet hatte in einer Art von Gruppen-Ich, in einem Ich, das über das gewöhnliche Ich hinausgeht, das muß von der Erde verschwinden. Und wenn die Erde bereit sein wird, eine neue astrale Kugel zu werden, dann wird die Frucht aufgegangen sein, alle Bande werden gesprengt sein und ein einziges großes Band wird die Menschheit umfassen. Die Aufgabe, den Impuls, die Kraft zu geben, diesen Bruderschaftsbund zu begründen, die stellte sich der Christus Jesus. Daher ist die Mission des Christus Jesus und das Ideal des Christentums ausgedrückt in den Worten: «Wer nicht verläßt Vater, Mutter, Bruder und Schwester, der kann nicht mein Jünger sein.» Daher auch die Ablehnung: «Dies ist nicht meine Mutter; meine Mutter und meine Brüder sind diejenigen, die den Willen tun meines Vaters.» Das ist der neue Geist, der gegenüber dem Blut in die Menschheit kommen soll.
[ 38 ] Ich bitte Sie, das, was ich jetzt sagen werde, nicht als Bild, nicht als Symbol, sondern als Realität zu nehmen. Die heutige materialistische Menschheit kann solche Dinge schwer als Realität betrachten, sie sind aber eine solche. Und nun betrachten wir das erhöhte Kreuz, vor allen Dingen das Blut, das aus den Wunden fließt. Von diesem Blute, das aus den Wunden fließt — seien Sie sich klar, was es weltgeschichtlich bedeutet! Warum fließt es? Warum wird überhaupt gesprochen von dem fließenden Blute des Christus Jesus? Was hat alle engeren Gemeinschaften begründet? Was hat die kleinen Stämme zusammengeschlossen? Was muß seine Bedeutung in diesen engen Grenzen verlieren, wenn sich die ganze Menschheit zum Bruderbund erweitern soll? Das Blut. Nicht mehr kann vom Blute das abhängen, was auf das Ich wirkt, was in dem Ich pulsiert, wenn die ganze Menschheit zum Bruderbund reif geworden ist. Daher muß durch Christi Wunden das überflüssige Ich-Blut, dasjenige Blut, welches macht, daß die Menschheit nicht ihr Ich zum universellen Ich erweitert, das muß fließen als selbstsüchtiges Blut, als egoistisches Blut. Das fließt aus. Betrachten Sie das nicht als Bild, sondern als Realität. Betrachten Sie diejenige Menge Blut, die aus Christi Wunden geflossen ist, als die Menge, die fließen mußte, damit das Blut die Tendenz verliert, enge Gemeinschaften zu begründen und damit die Möglichkeit gewinnt, den Bruderbund über die ganze Erde zu verbreiten.
[ 38 ] Ich bitte Sie, das, was ich jetzt sagen werde, nicht als Bild, nicht als Symbol, sondern als Realität zu nehmen. Die heutige materialistische Menschheit kann solche Dinge schwer als Realität betrachten, sie sind aber eine solche. Und nun betrachten wir das erhöhte Kreuz, vor allen Dingen das Blut, das aus den Wunden fließt. Von diesem Blute, das aus den Wunden fließt — seien Sie sich klar, was es weltgeschichtlich bedeutet! Warum fließt es? Warum wird überhaupt gesprochen von dem fließenden Blute des Christus Jesus? Was hat alle engeren Gemeinschaften begründet? Was hat die kleinen Stämme zusammengeschlossen? Was muß seine Bedeutung in diesen engen Grenzen verlieren, wenn sich die ganze Menschheit zum Bruderbund erweitern soll? Das Blut. Nicht mehr kann vom Blute das abhängen, was auf das Ich wirkt, was in dem Ich pulsiert, wenn die ganze Menschheit zum Bruderbund reif geworden ist. Daher muß durch Christi Wunden das überflüssige Ich-Blut, dasjenige Blut, welches macht, daß die Menschheit nicht ihr Ich zum universellen Ich erweitert, das muß fließen als selbstsüchtiges Blut, als egoistisches Blut. Das fließt aus. Betrachten Sie das nicht als Bild, sondern als Realität. Betrachten Sie diejenige Menge Blut, die aus Christi Wunden geflossen ist, als die Menge, die fließen mußte, damit das Blut die Tendenz verliert, enge Gemeinschaften zu begründen und damit die Möglichkeit gewinnt, den Bruderbund über die ganze Erde zu verbreiten.
[ 39 ] Vielleicht hat keiner dieses Mysterium exoterisch so nahe gestreift wie Richard Wagner in dem Aufsatz über die Konzeption des «Parsifal». Es streift da ein Exoteriker an die tiefsten esoterischen Wahrheiten der Mysterien. Wenn Sie dieses so betrachten, dann werden Sie sehen, daß der Sinn des Christentums darin liegt, auf der einen Seite dasjenige, was gebunden ist in Stämmen, Familien und engbegrenzten Gemeinschaften, aufzulösen, und auf der andern Seite die Menschen in Individuen zu zersplittern, so daß der einzelne sich einerseits als Individuum fühlt und andrerseits wieder als Glied der ganzen Menschheit. Diese zwei Dinge gehen als Polaritäten nebeneinander. In den alten Zeiten, wo die kleinen Kreise der Blutsverwandtschaft warten, da fühlte sich der Mensch als Glied der Familie, als Glied des Stammes. Und in demselben Maße, wie die Blutsverwandtschaft stirbt, wird auch die individuelle Selbständigkeit wachsen und zunehmen.
[ 39 ] Vielleicht hat keiner dieses Mysterium exoterisch so nahe gestreift wie Richard Wagner in dem Aufsatz über die Konzeption des «Parsifal». Es streift da ein Exoteriker an die tiefsten esoterischen Wahrheiten der Mysterien. Wenn Sie dieses so betrachten, dann werden Sie sehen, daß der Sinn des Christentums darin liegt, auf der einen Seite dasjenige, was gebunden ist in Stämmen, Familien und engbegrenzten Gemeinschaften, aufzulösen, und auf der andern Seite die Menschen in Individuen zu zersplittern, so daß der einzelne sich einerseits als Individuum fühlt und andrerseits wieder als Glied der ganzen Menschheit. Diese zwei Dinge gehen als Polaritäten nebeneinander. In den alten Zeiten, wo die kleinen Kreise der Blutsverwandtschaft warten, da fühlte sich der Mensch als Glied der Familie, als Glied des Stammes. Und in demselben Maße, wie die Blutsverwandtschaft stirbt, wird auch die individuelle Selbständigkeit wachsen und zunehmen.
[ 40 ] Daß durch das Ereignis auf Golgatha diese Wirkung ausgeübt wurde, das sehen Sie daran, daß von da ab, wo das Ereignis die ganze Erde umspannen sollte, der religiöse Impuls von höchster Bedeutung wurde. Alles, was da geschehen ist, war vorbereitet und ist Vorbereitung. Die Wirkung beginnt damit, daß am Pfingstfest der Heilige Geist ausgegossen wird. Wenn man so spricht, daß gesprochen wird aus der Seele der andern heraus, also nicht mehr egoistisch, so wird das am besten wiedergegeben da, wo die Apostel zu allen Menschen in allen Zungen sprechen. So bereitet der Heilige Geist dasjenige vor, was durch das Blut des Sohnes, des Logos, des Christus, bewirkt werden soll.
[ 40 ] Daß durch das Ereignis auf Golgatha diese Wirkung ausgeübt wurde, das sehen Sie daran, daß von da ab, wo das Ereignis die ganze Erde umspannen sollte, der religiöse Impuls von höchster Bedeutung wurde. Alles, was da geschehen ist, war vorbereitet und ist Vorbereitung. Die Wirkung beginnt damit, daß am Pfingstfest der Heilige Geist ausgegossen wird. Wenn man so spricht, daß gesprochen wird aus der Seele der andern heraus, also nicht mehr egoistisch, so wird das am besten wiedergegeben da, wo die Apostel zu allen Menschen in allen Zungen sprechen. So bereitet der Heilige Geist dasjenige vor, was durch das Blut des Sohnes, des Logos, des Christus, bewirkt werden soll.
[ 41 ] Jetzt gehen wir zurück auf das alte Einweihungsprinzip. Es war dasjenige, welches sich auf Autorität aufbaute. Alles schaute zu den Eingeweihten hinauf und bekam von da die Impulse. Das hört mehr und immer mehr auf, dieses Autoritätsprinzip. Ein scheinbarer Widerspruch ist da vorhanden: Zersplitterung der Menschheit in Individuen und völliges Durchbrechen jenes alten Autoritätsprinzips — und zu gleicher Zeit soll der vollständige Bruderbund aufgerichtet werden. Wodurch soll er aufgerichtet werden? Dadurch, daß man erfaßt, was als Geist ausgeflossen ist. Worin besteht er? Es genügte dem alten Initiator, daß er die ganze Weisheit, die Wahrheit hatte und sie in die ganze Menschheit einfließen ließ. Jetzt wird nur das genügen, daß die einzelne Individualität, die aufs höchste gesteigert ist, die Wahrheit hat. Jeder Mensch muß Besitzer der Wahrheit und Weisheit sein. Die Wahrheit strömte damals von der höchsten Spitze in den einzelnen hinein, der sie erringen mußte. Mit der Verbreitung der Weisheit muß die Entwickelung einhergehen, mit der Individualisierung der Menschheit die Begründung des großen Bruderbundes der Menschheit. Diese beiden Dinge können nicht nebeneinandergehen, sie müssen zusammengehen.
[ 41 ] Jetzt gehen wir zurück auf das alte Einweihungsprinzip. Es war dasjenige, welches sich auf Autorität aufbaute. Alles schaute zu den Eingeweihten hinauf und bekam von da die Impulse. Das hört mehr und immer mehr auf, dieses Autoritätsprinzip. Ein scheinbarer Widerspruch ist da vorhanden: Zersplitterung der Menschheit in Individuen und völliges Durchbrechen jenes alten Autoritätsprinzips — und zu gleicher Zeit soll der vollständige Bruderbund aufgerichtet werden. Wodurch soll er aufgerichtet werden? Dadurch, daß man erfaßt, was als Geist ausgeflossen ist. Worin besteht er? Es genügte dem alten Initiator, daß er die ganze Weisheit, die Wahrheit hatte und sie in die ganze Menschheit einfließen ließ. Jetzt wird nur das genügen, daß die einzelne Individualität, die aufs höchste gesteigert ist, die Wahrheit hat. Jeder Mensch muß Besitzer der Wahrheit und Weisheit sein. Die Wahrheit strömte damals von der höchsten Spitze in den einzelnen hinein, der sie erringen mußte. Mit der Verbreitung der Weisheit muß die Entwickelung einhergehen, mit der Individualisierung der Menschheit die Begründung des großen Bruderbundes der Menschheit. Diese beiden Dinge können nicht nebeneinandergehen, sie müssen zusammengehen.
[ 42 ] Indem wir das betrachten, betrachten wir stufenweise die Wirkung des Heiligen Geistes. Solange der Mensch hinhorchte auf die einzige Autorität, konnte er sich, der einzelne, dem Leben überlassen. Er konnte im engen Kreise leben. Für das Ganze sorgte die autoritative Spitze. Das kann er nicht mehr, wenn das Prinzip der Autorität durchbrochen wird. Da muß jeder einzelne sorgen für das Zusammenhalten im Bruderbund. Jeder einzelne muß sorgen können für die soziale Gestaltung im Bruderbund. Er muß aufnehmen, was im allgemeinen da ist, was jeder Mensch bereitet. Was kann das sein? Wir brauchen uns nur daran zu erinnern, wie die alten Religionen entstanden sind. Alle Eingeweihten hatten dieselbe Urweisheit der Menschheit. Aber indem diese Weisheit zu den einzelnen Menschen getragen worden ist, bekam sie vom Staat, vom Klerus und so weiter besondere Charaktereigenschaften, verschiedene Formen. Der Buddhismus, der Zarathustrismus entstanden so. Je kleiner die Gemeinschaften waren, desto mehr mußte spezialisiert werden. Indem der große Bruderbund begründet werden muß, muß das, was der Eingeweihte wußte, herausfließen können in die ganze Menschheit, damit jetzt jeder selber dafür sorgen kann, wofür früher die Eingeweihten gesorgt haben.
[ 42 ] Indem wir das betrachten, betrachten wir stufenweise die Wirkung des Heiligen Geistes. Solange der Mensch hinhorchte auf die einzige Autorität, konnte er sich, der einzelne, dem Leben überlassen. Er konnte im engen Kreise leben. Für das Ganze sorgte die autoritative Spitze. Das kann er nicht mehr, wenn das Prinzip der Autorität durchbrochen wird. Da muß jeder einzelne sorgen für das Zusammenhalten im Bruderbund. Jeder einzelne muß sorgen können für die soziale Gestaltung im Bruderbund. Er muß aufnehmen, was im allgemeinen da ist, was jeder Mensch bereitet. Was kann das sein? Wir brauchen uns nur daran zu erinnern, wie die alten Religionen entstanden sind. Alle Eingeweihten hatten dieselbe Urweisheit der Menschheit. Aber indem diese Weisheit zu den einzelnen Menschen getragen worden ist, bekam sie vom Staat, vom Klerus und so weiter besondere Charaktereigenschaften, verschiedene Formen. Der Buddhismus, der Zarathustrismus entstanden so. Je kleiner die Gemeinschaften waren, desto mehr mußte spezialisiert werden. Indem der große Bruderbund begründet werden muß, muß das, was der Eingeweihte wußte, herausfließen können in die ganze Menschheit, damit jetzt jeder selber dafür sorgen kann, wofür früher die Eingeweihten gesorgt haben.
[ 43 ] So fließt die Weisheit herunter in die ganze Menschheit. Die Weisheit ist eine einheitliche. Und so sehen wir, daß wir in dieser Weisheit, in der Erkenntnis dasjenige haben, was in die individuellen, zersplitterten Menschen verteilt ist, die da «verlassen haben Vater, Mutter, Bruder, Schwester und Kind». Das werden sie wieder haben, eben weil die Weisheit eine einheitliche ist. Derjenige begreift das Wort vom Heiligen Geist, der begreifen kann, daß die Weisheit eine einheitliche ist.
[ 43 ] So fließt die Weisheit herunter in die ganze Menschheit. Die Weisheit ist eine einheitliche. Und so sehen wir, daß wir in dieser Weisheit, in der Erkenntnis dasjenige haben, was in die individuellen, zersplitterten Menschen verteilt ist, die da «verlassen haben Vater, Mutter, Bruder, Schwester und Kind». Das werden sie wieder haben, eben weil die Weisheit eine einheitliche ist. Derjenige begreift das Wort vom Heiligen Geist, der begreifen kann, daß die Weisheit eine einheitliche ist.
[ 44 ] So weit sind die Menschen aber noch nicht, denn sie sagen ja noch immer: Das ist mein Standpunkt, das finde ich so; der andere kann ja einen andern Standpunkt haben. — Das ist ein Standpunkt, der überwunden werden muß. Die Menschen mußten zum Ich, zum Egoismus zersplittert werden. Noch haben sie nicht den Zusammenschluß mit der einheitlichen Weisheit gefunden. Diesen werden die Menschen dadurch finden, daß sie sich wirklich an diese einheitliche Weisheit heranmachen und so stark individuell als möglich werden. Sie werden sich abgewöhnen, wenn sie den einheitlichen Geist der Weisheit gewinnen, zu sagen: Das ist mein Standpunkt, das ist meine Meinung. Wenn man sich klar darüber geworden ist, daß es der einheitlichen Weisheit gegenüber keinen besonderen Standpunkt gibt, daß jedes Stehen auf einem besonderen Standpunkt nichts anderes ist, als daß man nicht weit genug vorgedrungen ist, erst dann kann man die Idee vom Heiligen Geist begreifen. Nur der unvollkommene Mensch hat seinen Standpunkt. Derjenige Mensch, der sich dem Geist der Weisheit nähert, hat keinen Standpunkt. Er weiß, daß er sich selbstlos hinzugeben hat der ureinen Weisheit. Wie sich alle Pflanzen der einheitlichen Sonne zuneigen, so werden sich die Menschen vereinigen, hinneigen zu dem Einen, weil der eine Geist der Weisheit in ihnen lebt. Ist aus dem Christus dasjenige ausgeflossen, was ursprünglich die Menschen im Blute verbunden hat, so schließt uns die Weisheit wieder zusammen in dem Bruderbunde.
[ 44 ] So weit sind die Menschen aber noch nicht, denn sie sagen ja noch immer: Das ist mein Standpunkt, das finde ich so; der andere kann ja einen andern Standpunkt haben. — Das ist ein Standpunkt, der überwunden werden muß. Die Menschen mußten zum Ich, zum Egoismus zersplittert werden. Noch haben sie nicht den Zusammenschluß mit der einheitlichen Weisheit gefunden. Diesen werden die Menschen dadurch finden, daß sie sich wirklich an diese einheitliche Weisheit heranmachen und so stark individuell als möglich werden. Sie werden sich abgewöhnen, wenn sie den einheitlichen Geist der Weisheit gewinnen, zu sagen: Das ist mein Standpunkt, das ist meine Meinung. Wenn man sich klar darüber geworden ist, daß es der einheitlichen Weisheit gegenüber keinen besonderen Standpunkt gibt, daß jedes Stehen auf einem besonderen Standpunkt nichts anderes ist, als daß man nicht weit genug vorgedrungen ist, erst dann kann man die Idee vom Heiligen Geist begreifen. Nur der unvollkommene Mensch hat seinen Standpunkt. Derjenige Mensch, der sich dem Geist der Weisheit nähert, hat keinen Standpunkt. Er weiß, daß er sich selbstlos hinzugeben hat der ureinen Weisheit. Wie sich alle Pflanzen der einheitlichen Sonne zuneigen, so werden sich die Menschen vereinigen, hinneigen zu dem Einen, weil der eine Geist der Weisheit in ihnen lebt. Ist aus dem Christus dasjenige ausgeflossen, was ursprünglich die Menschen im Blute verbunden hat, so schließt uns die Weisheit wieder zusammen in dem Bruderbunde.
[ 45 ] Das ist in dem Pfingstwunder in so wunderbarer Weise zum Ausdruck gekommen, daß die Apostel den Bruderbund erweitern zu einem Menschheitsbund und in einer Sprache reden, die alle verstehen. Das muß immer mehr zum Ausdruck kommen, und zwar bei der höchsten Ausgestaltung der Individualität. Uns alle eint der Geist der Wahrheit. Alle andern Dinge der Menschennatur werden viel später, in andern planetarischen Verkörperungen ihre Entwickelung erfahren. Das aber, was wirkt und lebt, bis die Erde ihre Vollendung erlangt haben wird, das ist die einigende Weisheit, die uns geoffenbart worden ist, wie sie früher nur den Eingeweihten geoffenbart wurde. Wer da sündigt gegen die Weisheit, gegen die den Bruderbund bildende Weisheit, dem kann diese Sünde nicht verziehen werden, da er die Erde dadurch aufhält in ihrer Entwickelung, weil die Erde nur dadurch fähig wird, in den astralen Zustand überzugehen, daß die Menschheit in dem Bruderbund zusammengeführt wird. Der Geist, der die Menschheit zusammenführt, ist es, der in die Zukunft ausgegossen worden ist. Wenn wir unseren Astralleib erfüllen von diesem Geist der einheitlichen Weisheit, dann können wir ihn aufnehmen in den astralischen Leib der Erde.
[ 45 ] Das ist in dem Pfingstwunder in so wunderbarer Weise zum Ausdruck gekommen, daß die Apostel den Bruderbund erweitern zu einem Menschheitsbund und in einer Sprache reden, die alle verstehen. Das muß immer mehr zum Ausdruck kommen, und zwar bei der höchsten Ausgestaltung der Individualität. Uns alle eint der Geist der Wahrheit. Alle andern Dinge der Menschennatur werden viel später, in andern planetarischen Verkörperungen ihre Entwickelung erfahren. Das aber, was wirkt und lebt, bis die Erde ihre Vollendung erlangt haben wird, das ist die einigende Weisheit, die uns geoffenbart worden ist, wie sie früher nur den Eingeweihten geoffenbart wurde. Wer da sündigt gegen die Weisheit, gegen die den Bruderbund bildende Weisheit, dem kann diese Sünde nicht verziehen werden, da er die Erde dadurch aufhält in ihrer Entwickelung, weil die Erde nur dadurch fähig wird, in den astralen Zustand überzugehen, daß die Menschheit in dem Bruderbund zusammengeführt wird. Der Geist, der die Menschheit zusammenführt, ist es, der in die Zukunft ausgegossen worden ist. Wenn wir unseren Astralleib erfüllen von diesem Geist der einheitlichen Weisheit, dann können wir ihn aufnehmen in den astralischen Leib der Erde.
[ 46 ] Nun können wir verstehen: Es ist etwas, worin alle Welt vereinigt werden kann. Daher ist der Inhalt der Weisheit positive Theosophie, welche in der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung zum Ausdruck kommen muß. Nicht dadurch geschieht dieses, daß Sie zu den Menschen sagen: Wir müssen uns vereinigen. — Es genügt nicht, wenn man der Menschheit nur Bruderschaft predigt; bloßes Moralpredigen ist unnütze Rederei. Wie man dem Ofen Heizmaterial geben muß, wenn er warm werden soll, so muß man der Menschheit Weisheit geben; die einigt sie zum Bruderbund. Reden zu den Menschen wegen der Brüderschaft, heißt soviel wie zum Ofen reden, daß er warm geben soll. Wirklich lehren, Begriffe für Begriffe, Vorstellungen für Vorstellungen, übermitteln die Weisheit von der Entwickelung der Welt und vom Wesen des Menschen: das ist es, was uns weiterbringt. Das Predigen von Mitleid und auch alles Haben von Mitleid bedeutet nichts, wenn man die Weisheit nicht hat. Was nützt es einem, der hingefallen ist und ein Bein gebrochen hat, wenn vierzehn Menschen von der Straße sich hinstellen und überlaufen von Mitleid und Liebe und keiner das Bein einrichten kann! Es nützen da alle vierzehn nichts. Der eine aber, der es kann, der kann helfen, wenn er kommt, und er wird es tun, wenn er eine geistige Wesenheit ist.
[ 46 ] Nun können wir verstehen: Es ist etwas, worin alle Welt vereinigt werden kann. Daher ist der Inhalt der Weisheit positive Theosophie, welche in der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung zum Ausdruck kommen muß. Nicht dadurch geschieht dieses, daß Sie zu den Menschen sagen: Wir müssen uns vereinigen. — Es genügt nicht, wenn man der Menschheit nur Bruderschaft predigt; bloßes Moralpredigen ist unnütze Rederei. Wie man dem Ofen Heizmaterial geben muß, wenn er warm werden soll, so muß man der Menschheit Weisheit geben; die einigt sie zum Bruderbund. Reden zu den Menschen wegen der Brüderschaft, heißt soviel wie zum Ofen reden, daß er warm geben soll. Wirklich lehren, Begriffe für Begriffe, Vorstellungen für Vorstellungen, übermitteln die Weisheit von der Entwickelung der Welt und vom Wesen des Menschen: das ist es, was uns weiterbringt. Das Predigen von Mitleid und auch alles Haben von Mitleid bedeutet nichts, wenn man die Weisheit nicht hat. Was nützt es einem, der hingefallen ist und ein Bein gebrochen hat, wenn vierzehn Menschen von der Straße sich hinstellen und überlaufen von Mitleid und Liebe und keiner das Bein einrichten kann! Es nützen da alle vierzehn nichts. Der eine aber, der es kann, der kann helfen, wenn er kommt, und er wird es tun, wenn er eine geistige Wesenheit ist.
[ 47 ] Ethische Grundsätze kommen ganz von selber, die brauchen nicht erst gelehrt zu werden. Die eine Weisheit aber, über die es keinen Streit geben kann, gegenüber der es keinen Standpunkt gibt, die Weisheit, die im Christentum bezeichnet wird als das, was den Astralleib ganz verklärt, ganz reinigt, das ist dasjenige, was durch die geisteswissenschaftliche Bewegung in die Menschheit einfließen muß. Das liegt in der Mission des Christentums ausgesprochen, das drückt die Mission des Christentums aus.
[ 47 ] Ethische Grundsätze kommen ganz von selber, die brauchen nicht erst gelehrt zu werden. Die eine Weisheit aber, über die es keinen Streit geben kann, gegenüber der es keinen Standpunkt gibt, die Weisheit, die im Christentum bezeichnet wird als das, was den Astralleib ganz verklärt, ganz reinigt, das ist dasjenige, was durch die geisteswissenschaftliche Bewegung in die Menschheit einfließen muß. Das liegt in der Mission des Christentums ausgesprochen, das drückt die Mission des Christentums aus.
[ 48 ] Immer freier und freier, immer autoritätsloser sollen die Menschen werden, immer mehr sollen sie zu der all-einigen Wahrheit hinströmen. Ganz von selbst bildet sich der Bruderbund der Menschheit, wenn die Menschen das eine urchristliche Wort, das freieste, das höchste christliche Wort: «Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen», wenn die Menschen diese Wahrheit erkennen werden.
[ 48 ] Immer freier und freier, immer autoritätsloser sollen die Menschen werden, immer mehr sollen sie zu der all-einigen Wahrheit hinströmen. Ganz von selbst bildet sich der Bruderbund der Menschheit, wenn die Menschen das eine urchristliche Wort, das freieste, das höchste christliche Wort: «Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen», wenn die Menschen diese Wahrheit erkennen werden.
[ 49 ] Es gibt nicht zwei Okkultisten, die wahrhaft sehen können, welche zwei verschiedene Ansichten haben. Es gibt nicht zwei Behauptungen über eine und dieselbe Sache innerhalb derjenigen, die wirklich eingeweiht sind. Und es wird darüber auch nicht zwei Gedanken geben, wenn die Menschheit hinaufgekommen ist zum Pfade der Vereinheitlichung der Menschheit, der Brüderlichkeit nicht als Wort, sondern als innerliche Kraft!
[ 49 ] Es gibt nicht zwei Okkultisten, die wahrhaft sehen können, welche zwei verschiedene Ansichten haben. Es gibt nicht zwei Behauptungen über eine und dieselbe Sache innerhalb derjenigen, die wirklich eingeweiht sind. Und es wird darüber auch nicht zwei Gedanken geben, wenn die Menschheit hinaufgekommen ist zum Pfade der Vereinheitlichung der Menschheit, der Brüderlichkeit nicht als Wort, sondern als innerliche Kraft!
