The Christian Mystery
GA 97
12 February 1906, Düsseldorf
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Das christliche Mysterium, 4th ed.
3. Das Johannes-Evangelium als Einweihungsurkunde
3. Das Johannes-Evangelium als Einweihungsurkunde
Die ersten zwölf Kapitel des Johannes-Evangeliums
Die ersten zwölf Kapitel des Johannes-Evangeliums
[ 1 ] Die gegenwärtige Theologie unterscheidet streng zwischen den drei ersten Evangelien und dem Johannes-Evangelium. Die drei ersten werden die synoptischen Evangelien genannt. Dagegen wird das letzte häufig als Lehrgedicht hingestellt, welches einen historischen Wert nicht habe. Das Entscheidende ist aber, daß wir es bei allem, was sich in den Evangelien auf den Christus bezieht, mit einem tiefen Symbol zu tun haben, und daß das Symbol zugleich eine historisch wichtige Tatsache ist. Es unterscheiden sich die drei ersten Evangelien vom Johannes-Evangelium in Wirklichkeit dadurch, daß sie von weniger tief eingeweihten Jüngern herrühren, das JohannesEvangelium jedoch von dem am tiefsten eingeweihten Schüler.
[ 1 ] Die gegenwärtige Theologie unterscheidet streng zwischen den drei ersten Evangelien und dem Johannes-Evangelium. Die drei ersten werden die synoptischen Evangelien genannt. Dagegen wird das letzte häufig als Lehrgedicht hingestellt, welches einen historischen Wert nicht habe. Das Entscheidende ist aber, daß wir es bei allem, was sich in den Evangelien auf den Christus bezieht, mit einem tiefen Symbol zu tun haben, und daß das Symbol zugleich eine historisch wichtige Tatsache ist. Es unterscheiden sich die drei ersten Evangelien vom Johannes-Evangelium in Wirklichkeit dadurch, daß sie von weniger tief eingeweihten Jüngern herrühren, das JohannesEvangelium jedoch von dem am tiefsten eingeweihten Schüler.
[ 2 ] Der Name des Johannes ist im Johannes-Evangelium unmittelbar gar nicht erwähnt, sondern er wird bezeichnet als der Jünger, den der Herr lieb hatte. Diese Bezeichnung ist ein Schlüsselwort für den am tiefsten Eingeweihten. Daß bestimmte Jünger die intimsten Eingeweihten sind, bezeichnete man damit, daß man sagte, der Meister habe sie lieb.
[ 2 ] Der Name des Johannes ist im Johannes-Evangelium unmittelbar gar nicht erwähnt, sondern er wird bezeichnet als der Jünger, den der Herr lieb hatte. Diese Bezeichnung ist ein Schlüsselwort für den am tiefsten Eingeweihten. Daß bestimmte Jünger die intimsten Eingeweihten sind, bezeichnete man damit, daß man sagte, der Meister habe sie lieb.
[ 3 ] Der Jünger, der das Johannes-Evangelium niederschrieb, schildert zunächst ein eigenes Erlebnis. Kapitel eins bis zwölf sind Erlebnisse in der astralen Welt, Kapitel dreizehn und die folgenden schildern Ereignisse auf dem Devachanplan. Das ist sehr bedeutsam und bezeichnend für die Sache. Johannes schildert die Erlebnisse auf dem astralen Plan, weil er der Anschauung ist, daß man das, was Christus Jesus hier auf der Erde vollbracht hat, nur verstehen kann, wenn man es im Lichte des Geistigen betrachtet. Was der Meister getan, gesagt hat, kann man nur begreifen, wenn man sich in einen höheren Zustand versetzt. Durch eine innere Entwickelung kann der Mensch dazu kommen, in der astralen Welt wirklich zu sehen. Das erreicht man durch ganz bestimmte Arten von Meditationen. Der Mensch muß sich abschließen gegen die Außenwelt. Dann muß er in der Seele ewige Wahrheiten aufgehen lassen. Eine neue Welt geht dann rings um ihn auf.
[ 3 ] Der Jünger, der das Johannes-Evangelium niederschrieb, schildert zunächst ein eigenes Erlebnis. Kapitel eins bis zwölf sind Erlebnisse in der astralen Welt, Kapitel dreizehn und die folgenden schildern Ereignisse auf dem Devachanplan. Das ist sehr bedeutsam und bezeichnend für die Sache. Johannes schildert die Erlebnisse auf dem astralen Plan, weil er der Anschauung ist, daß man das, was Christus Jesus hier auf der Erde vollbracht hat, nur verstehen kann, wenn man es im Lichte des Geistigen betrachtet. Was der Meister getan, gesagt hat, kann man nur begreifen, wenn man sich in einen höheren Zustand versetzt. Durch eine innere Entwickelung kann der Mensch dazu kommen, in der astralen Welt wirklich zu sehen. Das erreicht man durch ganz bestimmte Arten von Meditationen. Der Mensch muß sich abschließen gegen die Außenwelt. Dann muß er in der Seele ewige Wahrheiten aufgehen lassen. Eine neue Welt geht dann rings um ihn auf.
[ 4 ] Was der Christus Jesus auf der Erde tat, konnte nur in der richtigen Weise beurteilt werden, wenn man sich in eine höhere Welt versetzte. Was man physisch mit Jesus erlebt hatte, wurde erst durchschaubar, wenn man es astral wahrnahm. Wollte man erleben, was der Christus Jesus getan hatte, so mußte man durch das geeignete christliche Meditieren sich in einen solchen Zustand versetzen, durch den man zum Seelenverständnis des Christus kam.
[ 4 ] Was der Christus Jesus auf der Erde tat, konnte nur in der richtigen Weise beurteilt werden, wenn man sich in eine höhere Welt versetzte. Was man physisch mit Jesus erlebt hatte, wurde erst durchschaubar, wenn man es astral wahrnahm. Wollte man erleben, was der Christus Jesus getan hatte, so mußte man durch das geeignete christliche Meditieren sich in einen solchen Zustand versetzen, durch den man zum Seelenverständnis des Christus kam.
[ 5 ] Das spricht Johannes in seinem Evangelium zuerst in der Einleitung aus. Es ist ein meditatives Gebet, vom Anfang bis zu dem Satze «die Finsternisse begriffen nicht das Licht». Wenn die Seele erlebt, was in diesen Sätzen liegt, dann werden die Kräfte erweckt, um den Inhalt von Kapitel eins bis zwölf zu verstehen. «Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und ein Gott war das Wort.» Diese alte Wahrheit wurde in allen alten Mysterien, besonders in denen mit ägyptischer Färbung, anschaulich dargestellt.
[ 5 ] Das spricht Johannes in seinem Evangelium zuerst in der Einleitung aus. Es ist ein meditatives Gebet, vom Anfang bis zu dem Satze «die Finsternisse begriffen nicht das Licht». Wenn die Seele erlebt, was in diesen Sätzen liegt, dann werden die Kräfte erweckt, um den Inhalt von Kapitel eins bis zwölf zu verstehen. «Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und ein Gott war das Wort.» Diese alte Wahrheit wurde in allen alten Mysterien, besonders in denen mit ägyptischer Färbung, anschaulich dargestellt.
[ 6 ] Die Worte durchtönen den Luftraum, wir würden sonst die Worte nicht hören. Im Luftraum sind die Gestalten der Worte, die wir aussprechen. Wenn die Luft, während ich spreche, plötzlich zum Erstarren gebracht werden könnte, so würden die in der Luft schwirrenden Wellen als feste, starre Körper herunterfallen. Der Mysterienlehrer machte dem Schüler klar: So wie der Mensch spricht und sein Inneres losringt in die Luft, so sprach auch die Weltenseele in eine viel feinere Materie hinein, in die Akasha-Materie, und diese wurde darauf fest. Alles um uns herum ist verdichtetes Gotteswort. So, sagte der Mysterienlehrer, ist die Welt ringsherum ein gefrorenes Gotteswort, ein gefrorener Logos. «Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott.» Es war noch in seinem Inneren, es war selbst ein Gott. Dann erfüllte es den Raum und erstarrte. Dieser Logos ist jetzt überall enthalten. Überall um uns her haben wir die Kristalle des Logos. Aber indem das Leben entsteht, steht der Logos aus dem Schlummerzustand gleichsam auf. Im Menschen wird er zum Lichte der Erkenntnis. Wenn wir erkennen, tritt uns Gott, der zuerst heruntergestiegen ist in die Welt, aus dieser Welt entgegen. Sich ganz hineinleben muß man, um so tief in die Welt hineinzudringen, daß man gewahr wird: Der Logos lebt in der Welt.
[ 6 ] Die Worte durchtönen den Luftraum, wir würden sonst die Worte nicht hören. Im Luftraum sind die Gestalten der Worte, die wir aussprechen. Wenn die Luft, während ich spreche, plötzlich zum Erstarren gebracht werden könnte, so würden die in der Luft schwirrenden Wellen als feste, starre Körper herunterfallen. Der Mysterienlehrer machte dem Schüler klar: So wie der Mensch spricht und sein Inneres losringt in die Luft, so sprach auch die Weltenseele in eine viel feinere Materie hinein, in die Akasha-Materie, und diese wurde darauf fest. Alles um uns herum ist verdichtetes Gotteswort. So, sagte der Mysterienlehrer, ist die Welt ringsherum ein gefrorenes Gotteswort, ein gefrorener Logos. «Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott.» Es war noch in seinem Inneren, es war selbst ein Gott. Dann erfüllte es den Raum und erstarrte. Dieser Logos ist jetzt überall enthalten. Überall um uns her haben wir die Kristalle des Logos. Aber indem das Leben entsteht, steht der Logos aus dem Schlummerzustand gleichsam auf. Im Menschen wird er zum Lichte der Erkenntnis. Wenn wir erkennen, tritt uns Gott, der zuerst heruntergestiegen ist in die Welt, aus dieser Welt entgegen. Sich ganz hineinleben muß man, um so tief in die Welt hineinzudringen, daß man gewahr wird: Der Logos lebt in der Welt.
[ 7 ] Das, was ursprünglich geschah, war die Heranbildung des physischen Menschen. In diesen physischen Menschen kam der geistige Mensch hinein. Da schien das Licht in die Finsternis. Aber die Finsternisse begriffen es zunächst nicht. Dann kommt bei seiner Fortentwickelung dem Menschen der Inhalt der astralen Wahrvision. Da wird ihm klar, was der Christus Jesus war, und was seine Lehre bedeutete: daß die Zeit damals reif war, einen umgekehrten Adam hervorzubringen. Heruntergestiegen war der Mensch in den Körper, und dadurch kam Geburt und Tod. Das Licht drang dann in die Finsternis.
[ 7 ] Das, was ursprünglich geschah, war die Heranbildung des physischen Menschen. In diesen physischen Menschen kam der geistige Mensch hinein. Da schien das Licht in die Finsternis. Aber die Finsternisse begriffen es zunächst nicht. Dann kommt bei seiner Fortentwickelung dem Menschen der Inhalt der astralen Wahrvision. Da wird ihm klar, was der Christus Jesus war, und was seine Lehre bedeutete: daß die Zeit damals reif war, einen umgekehrten Adam hervorzubringen. Heruntergestiegen war der Mensch in den Körper, und dadurch kam Geburt und Tod. Das Licht drang dann in die Finsternis.
[ 8 ] Nun sollte der Mensch wieder hinaufgeführt werden zu dem Verständnis dessen, daß das Leben der Sieger über den Tod ist. Es erschien der Vorläufer, der Täufer Johannes. Der Täufer verkündet, daß das Alte, das noch ganz im Zeichen dessen steht, was die göttlichen Mächte einst hervorgebracht haben, nun durch ein neues Reich abgelöst werden wird. Bisher hieß es: Der Gott wird euch vernichten, wenn ihr gegen sein Gesetz handelt. - Das neue Reich ist aber dasjenige, was der Mensch in sich selber erleben kann, wenn er den Gott erlebt. Die Vorstellung des Alten Bundes ist: Wir haben uns unter Gottes Gebot zu fügen. Der Neue Bund sagt: Der Mensch soll dem Gott im Inneren freiwillig folgen. Das ist die Liebe zum Guten. Sie wird prophetisch vorherverkündet, sie muß zunehmen. Christus, der Repräsentant des Neuen, muß zunehmen, Johannes, der nur sein Vorläufer ist, muß abnehmen.
[ 8 ] Nun sollte der Mensch wieder hinaufgeführt werden zu dem Verständnis dessen, daß das Leben der Sieger über den Tod ist. Es erschien der Vorläufer, der Täufer Johannes. Der Täufer verkündet, daß das Alte, das noch ganz im Zeichen dessen steht, was die göttlichen Mächte einst hervorgebracht haben, nun durch ein neues Reich abgelöst werden wird. Bisher hieß es: Der Gott wird euch vernichten, wenn ihr gegen sein Gesetz handelt. - Das neue Reich ist aber dasjenige, was der Mensch in sich selber erleben kann, wenn er den Gott erlebt. Die Vorstellung des Alten Bundes ist: Wir haben uns unter Gottes Gebot zu fügen. Der Neue Bund sagt: Der Mensch soll dem Gott im Inneren freiwillig folgen. Das ist die Liebe zum Guten. Sie wird prophetisch vorherverkündet, sie muß zunehmen. Christus, der Repräsentant des Neuen, muß zunehmen, Johannes, der nur sein Vorläufer ist, muß abnehmen.
[ 9 ] Zwei große Momente berühren sich hier. Das erscheint in der Vision des Johannes. Da erscheint alles in bildliichem Zustand. Zugleich erscheint aber auch der wirkliche Täufer, seine geschichtliche Mission vor dem geistigen Auge des Johannes. Die ganze Mission des Christentums erscheint ihm nun. Dies schildert er im ersten Kapitel.
[ 9 ] Zwei große Momente berühren sich hier. Das erscheint in der Vision des Johannes. Da erscheint alles in bildliichem Zustand. Zugleich erscheint aber auch der wirkliche Täufer, seine geschichtliche Mission vor dem geistigen Auge des Johannes. Die ganze Mission des Christentums erscheint ihm nun. Dies schildert er im ersten Kapitel.
[ 10 ] Sehen wir zurück in uralte Zeiten, in jene Zeiten, die mindestens zweitausend Jahre vor Christus liegen. Da gab es die Weisen, die so weit gekommen waren, daß sie in die Mysterien eingeweiht wurden. Ein gewisses Symbol war dabei die Opferung des Wassers. Der Weisheitspriester benutzte das Wasser als Symbol. Ein Gesetz ist, daß der Mensch sich von der höheren geistigen Welt durch den Alkohol abschließt. Wenn der Mensch sich in die geistigen Welten hinaufleben will, darf er keinen Wein trinken, auch keinen Opferwein.
[ 10 ] Sehen wir zurück in uralte Zeiten, in jene Zeiten, die mindestens zweitausend Jahre vor Christus liegen. Da gab es die Weisen, die so weit gekommen waren, daß sie in die Mysterien eingeweiht wurden. Ein gewisses Symbol war dabei die Opferung des Wassers. Der Weisheitspriester benutzte das Wasser als Symbol. Ein Gesetz ist, daß der Mensch sich von der höheren geistigen Welt durch den Alkohol abschließt. Wenn der Mensch sich in die geistigen Welten hinaufleben will, darf er keinen Wein trinken, auch keinen Opferwein.
[ 11 ] Durch die Hochzeit zu Kana wird die Mission des Christentums charakterisiert. Die alten Priesterweisen besaßen die erhabensten Geisteslehren, die aus der tiefsten Erkenntnis gegeben worden waren. Aber die alte heidnische Kultur hatte eines nicht: die Eroberung der physischen Welt. Die Werkzeuge waren noch äußerst primitiv, die ganze äußere Kultur war primitiv. Die Menschen hatten noch nicht den Zusammenhang mit dem, was unmittelbar hier unten auf der Erde zu geschehen hatte. Damit nun der Mensch die Erde beherrschen lernte, mußte er auf das Physische beschränkt werden. Stark sollte er werden und den niederen Menschen heiligen.
[ 11 ] Durch die Hochzeit zu Kana wird die Mission des Christentums charakterisiert. Die alten Priesterweisen besaßen die erhabensten Geisteslehren, die aus der tiefsten Erkenntnis gegeben worden waren. Aber die alte heidnische Kultur hatte eines nicht: die Eroberung der physischen Welt. Die Werkzeuge waren noch äußerst primitiv, die ganze äußere Kultur war primitiv. Die Menschen hatten noch nicht den Zusammenhang mit dem, was unmittelbar hier unten auf der Erde zu geschehen hatte. Damit nun der Mensch die Erde beherrschen lernte, mußte er auf das Physische beschränkt werden. Stark sollte er werden und den niederen Menschen heiligen.
[ 12 ] Vorbereitet wird diese Kultur durch große Lehrer, welche auf die Bedeutung des physischen Plans hinweisen. Groß ist die ägyptische Kunst in ihrer geistigen Auffassung, aber nicht als Gestaltung auf dem physischen Plan. Die ganze griechische Kunst ist ein Herunterholen des Menschen auf den physischen Plan. Das römische Recht ist ebenfalls etwas, was den Menschen auf den physischen Plan herunterführt. Mit alldem steht der Dionysos-Dienst in Zusammenhang. Der Repräsentant des Weines wird sogar als Gott dargestellt. In einer erhabenen Form ist die Einführung des Weines in die Menschheitsentwickelung dargestellt in der Erzählung von der Hochzeit zu Kana in Galiläa. Es handelt sich in Wahrheit darum, zu zeigen, daß das Wasser höhersteht als der Wein. Weil der Mensch heruntergeführt werden sollte auf den physischen Plan, deshalb wurde das Wasser in Wein verwandelt.
[ 12 ] Vorbereitet wird diese Kultur durch große Lehrer, welche auf die Bedeutung des physischen Plans hinweisen. Groß ist die ägyptische Kunst in ihrer geistigen Auffassung, aber nicht als Gestaltung auf dem physischen Plan. Die ganze griechische Kunst ist ein Herunterholen des Menschen auf den physischen Plan. Das römische Recht ist ebenfalls etwas, was den Menschen auf den physischen Plan herunterführt. Mit alldem steht der Dionysos-Dienst in Zusammenhang. Der Repräsentant des Weines wird sogar als Gott dargestellt. In einer erhabenen Form ist die Einführung des Weines in die Menschheitsentwickelung dargestellt in der Erzählung von der Hochzeit zu Kana in Galiläa. Es handelt sich in Wahrheit darum, zu zeigen, daß das Wasser höhersteht als der Wein. Weil der Mensch heruntergeführt werden sollte auf den physischen Plan, deshalb wurde das Wasser in Wein verwandelt.
[ 13 ] Heute sind wir mit allen unseren Einrichtungen auf den physischen Plan heruntergekommen. Wenn nicht neben der Kultur auf dem physischen Plan eine moralische Kultur einhergeht, so wirken die physischen Errungenschaften zerstörend. Durch Entwickelung der Moralität wird der Mensch ganz andere Kräfte erzeugen können als diejenigen, die jetzt auf dem physischen Plan vorhanden sind. Keely setzte seinen Motor in Bewegung durch Schwingungen, die er im eigenen Organismus erregte. Solche Schwingungen hängen von der moralischen Natur des Menschen ab. Das ist ein erster Morgenstrahl für dasjenige, was als Technik der Zukunft herauskommen wird. In Zukunft werden wir Maschinen haben, die nur dann in Bewegung geraten, wenn die Kräfte von Menschen kommen, die moralisch sind. Die unmoralischen Menschen können solche Maschinen dann nicht in Bewegung setzen. Rein mechanischer Mechanismus muß verwandelt werden in moralischen Mechanismus.
[ 13 ] Heute sind wir mit allen unseren Einrichtungen auf den physischen Plan heruntergekommen. Wenn nicht neben der Kultur auf dem physischen Plan eine moralische Kultur einhergeht, so wirken die physischen Errungenschaften zerstörend. Durch Entwickelung der Moralität wird der Mensch ganz andere Kräfte erzeugen können als diejenigen, die jetzt auf dem physischen Plan vorhanden sind. Keely setzte seinen Motor in Bewegung durch Schwingungen, die er im eigenen Organismus erregte. Solche Schwingungen hängen von der moralischen Natur des Menschen ab. Das ist ein erster Morgenstrahl für dasjenige, was als Technik der Zukunft herauskommen wird. In Zukunft werden wir Maschinen haben, die nur dann in Bewegung geraten, wenn die Kräfte von Menschen kommen, die moralisch sind. Die unmoralischen Menschen können solche Maschinen dann nicht in Bewegung setzen. Rein mechanischer Mechanismus muß verwandelt werden in moralischen Mechanismus.
[ 14 ] Die geisteswissenschaftliche Weltanschauung bereitet dieses Hinaufsteigen vor. Das Christentum mußte die Menschen zunächst herabführen. Jetzt muß das Christentum die Menschheit wieder hinaufführen. Der Wein muß wieder in Wasser verwandelt werden.
[ 14 ] Die geisteswissenschaftliche Weltanschauung bereitet dieses Hinaufsteigen vor. Das Christentum mußte die Menschen zunächst herabführen. Jetzt muß das Christentum die Menschheit wieder hinaufführen. Der Wein muß wieder in Wasser verwandelt werden.
[ 15 ] Der Blick des Johannes ging über die physische Wirklichkeit hinaus. Das, was der Herr getan hat, seine Mission, erschien dem Jünger Johannes also in dem Bilde der Hochzeit zu Kana in Galiläa. Solcherart sind die zwölf ersten Kapitel des Johannes-Evangeliums aufzufassen. Es steht nicht da, daß Maria ihn aufforderte, sondern die Mutter Jesu. Wir haben es hier mit einer mystischen Ausdrucksweise zu tun. Unter Mutter versteht man in aller Mystik das, was befruchtet werden muß, wenn der Mensch hinaufsteigt zu einer höheren Stufe. Jesus hatte das ganze bisherige Menschheitsbewußtsein auf eine höhere Stufe zu bringen. Das ganze Menschheitsbewußtsein fordert ihn auf, es eine Stufe weiterzubringen. Daher konnte Jesus sagen: «Weib, was habe ich mit dir zu schaffen’ - Zu seiner Mutter hätte Jesus das nicht gesagt.
[ 15 ] Der Blick des Johannes ging über die physische Wirklichkeit hinaus. Das, was der Herr getan hat, seine Mission, erschien dem Jünger Johannes also in dem Bilde der Hochzeit zu Kana in Galiläa. Solcherart sind die zwölf ersten Kapitel des Johannes-Evangeliums aufzufassen. Es steht nicht da, daß Maria ihn aufforderte, sondern die Mutter Jesu. Wir haben es hier mit einer mystischen Ausdrucksweise zu tun. Unter Mutter versteht man in aller Mystik das, was befruchtet werden muß, wenn der Mensch hinaufsteigt zu einer höheren Stufe. Jesus hatte das ganze bisherige Menschheitsbewußtsein auf eine höhere Stufe zu bringen. Das ganze Menschheitsbewußtsein fordert ihn auf, es eine Stufe weiterzubringen. Daher konnte Jesus sagen: «Weib, was habe ich mit dir zu schaffen’ - Zu seiner Mutter hätte Jesus das nicht gesagt.
[ 16 ] Am dritten Tage war eine Hochzeit. Das bedeutet, daß Johannes drei Tage lang im Einweihungsschlaf lag. Da geschah die Vision der Hochzeit zu Kana in Galiläa. Während des dreitägigen Schlafes machte er das durch, was in der geistigen Welt vor sich ging. Am dritten Tage erlebte er die Vision der Hochzeit zu Kana. Alles Folgende sind Ereignisse, die er in der astralen Vision schaut.
[ 16 ] Am dritten Tage war eine Hochzeit. Das bedeutet, daß Johannes drei Tage lang im Einweihungsschlaf lag. Da geschah die Vision der Hochzeit zu Kana in Galiläa. Während des dreitägigen Schlafes machte er das durch, was in der geistigen Welt vor sich ging. Am dritten Tage erlebte er die Vision der Hochzeit zu Kana. Alles Folgende sind Ereignisse, die er in der astralen Vision schaut.
[ 17 ] Im dritten Kapitel folgt das Gespräch mit Nikodemus. In der astralen Vision erscheint dem Johannes immer der Herr selbst. Was mit Johannes geschehen soll, das tritt ihm in dem Gespräch mit Nikodemus entgegen. Deutlich spricht sich der Herr aus. Nikodemus versteht ihn zunächst nicht. Es soll dem Johannes selbst klarwerden, es wird ihm in der Vision erklärt, daß es sich um eine Abtötung des niederen Menschen und um ein Aufleben des höheren Menschen handelt. Ihm wird allmählich klar, wer eigentlich der Jesus ist; daß in dem Jesus sich die ursprünglichen Kräfte der Welt ausleben, der Vater der Welt. Daher folgen hier die Reden des Christus über den Vater. Die Gewalt der okkulten Kräfte, die Jesus hat, tritt dem Johannes als astrales Spiegelbild der wirklichen Ereignisse entgegen. Alles ist wirklich geschehen, aber Johannes erlebt es in der astralen Vision. So lernt Johannes durch den Herrn selbst die tiefsten Wahrheiten kennen.
[ 17 ] Im dritten Kapitel folgt das Gespräch mit Nikodemus. In der astralen Vision erscheint dem Johannes immer der Herr selbst. Was mit Johannes geschehen soll, das tritt ihm in dem Gespräch mit Nikodemus entgegen. Deutlich spricht sich der Herr aus. Nikodemus versteht ihn zunächst nicht. Es soll dem Johannes selbst klarwerden, es wird ihm in der Vision erklärt, daß es sich um eine Abtötung des niederen Menschen und um ein Aufleben des höheren Menschen handelt. Ihm wird allmählich klar, wer eigentlich der Jesus ist; daß in dem Jesus sich die ursprünglichen Kräfte der Welt ausleben, der Vater der Welt. Daher folgen hier die Reden des Christus über den Vater. Die Gewalt der okkulten Kräfte, die Jesus hat, tritt dem Johannes als astrales Spiegelbild der wirklichen Ereignisse entgegen. Alles ist wirklich geschehen, aber Johannes erlebt es in der astralen Vision. So lernt Johannes durch den Herrn selbst die tiefsten Wahrheiten kennen.
[ 18 ] Im vierten Kapitel folgt die Begegnung mit der Samariterin. Der Herr sagt ihr: «Fünf Männer hast du gehabt, und den du nun hast, der ist nicht dein Mann.» Sie soll hinaufgehoben werden zu dem höheren Selbst. Dazu mußte sie durch die niederen Leiber hindurchgehen. Das sind die alten Gatten. Jetzt muß sie mit dem höheren Selbst verbunden werden, das ist der neue Gatte. - In der Erzählung von dem Blindgeborenen wird klar, daß es das Karma des Blindgeborenen ist, wodurch er nicht sehend ist.
[ 18 ] Im vierten Kapitel folgt die Begegnung mit der Samariterin. Der Herr sagt ihr: «Fünf Männer hast du gehabt, und den du nun hast, der ist nicht dein Mann.» Sie soll hinaufgehoben werden zu dem höheren Selbst. Dazu mußte sie durch die niederen Leiber hindurchgehen. Das sind die alten Gatten. Jetzt muß sie mit dem höheren Selbst verbunden werden, das ist der neue Gatte. - In der Erzählung von dem Blindgeborenen wird klar, daß es das Karma des Blindgeborenen ist, wodurch er nicht sehend ist.
[ 19 ] Astrale Erlebnisse sind die ersten Ereignisse im Johannes-Evangelium. Ist es da nicht natürlich, daß Johannes selbst nicht dabei ist, weil er alles im Bilderbewußtsein erlebt? In den ersten zwölf Kapiteln kommt Johannes nicht vor. Da ist er noch nicht der Jünger, weil er dies alles auf dem Astralplan erlebt.
[ 19 ] Astrale Erlebnisse sind die ersten Ereignisse im Johannes-Evangelium. Ist es da nicht natürlich, daß Johannes selbst nicht dabei ist, weil er alles im Bilderbewußtsein erlebt? In den ersten zwölf Kapiteln kommt Johannes nicht vor. Da ist er noch nicht der Jünger, weil er dies alles auf dem Astralplan erlebt.
[ 20 ] Nun schläft er den Einweihungsschlaf. Jetzt soll er zu einem höheren Grade heraufbefördert werden. Das geschieht, indem er sich aus den Erlebnissen der drei Tage hinüberlebt in den vierten Tag. Dreieinhalb Tage dauert die Einweihung. Da erscheint ihm die eigene Initiation, die Auferweckung seiner selbst. Das ist die Auferweckung des Lazarus. Lazarus ist der Schreiber des Johannes-Evangeliums. Martha und Maria sind die Bewußtseinszustände seiner Seele, die göttliche und die dem Erdenleben zugewandte Seele. Die Schilderung des Lazarus-Wunders ist die Schilderung einer höheren Einweihung. Im zwölften Kapitel wird vorbereitet die eigentliche Erkenntnis der Persönlichkeit des Jesus. Das sagt Johannes selbst: Nun erkenne ich ihn, der mich auferweckt hat.
[ 20 ] Nun schläft er den Einweihungsschlaf. Jetzt soll er zu einem höheren Grade heraufbefördert werden. Das geschieht, indem er sich aus den Erlebnissen der drei Tage hinüberlebt in den vierten Tag. Dreieinhalb Tage dauert die Einweihung. Da erscheint ihm die eigene Initiation, die Auferweckung seiner selbst. Das ist die Auferweckung des Lazarus. Lazarus ist der Schreiber des Johannes-Evangeliums. Martha und Maria sind die Bewußtseinszustände seiner Seele, die göttliche und die dem Erdenleben zugewandte Seele. Die Schilderung des Lazarus-Wunders ist die Schilderung einer höheren Einweihung. Im zwölften Kapitel wird vorbereitet die eigentliche Erkenntnis der Persönlichkeit des Jesus. Das sagt Johannes selbst: Nun erkenne ich ihn, der mich auferweckt hat.
[ 21 ] Mit dem dreizehnten Kapitel beginnt die höhere Entwickelung des Johannes. Jedes Wort des Johannes-Evangeliums wird uns verstandlich, wenn wir es als ein Erlebnis des Johannes auffassen. Er wird jetzt bewußt in seinem Ich, ohne Bilderbewußtsein. Nun wird er bewußt der Jünger, den der Herr lieb hatte.
[ 21 ] Mit dem dreizehnten Kapitel beginnt die höhere Entwickelung des Johannes. Jedes Wort des Johannes-Evangeliums wird uns verstandlich, wenn wir es als ein Erlebnis des Johannes auffassen. Er wird jetzt bewußt in seinem Ich, ohne Bilderbewußtsein. Nun wird er bewußt der Jünger, den der Herr lieb hatte.
