Human Development and Christ-Knowledge
GA 100
21 June 1907, Kassel
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Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis, 2nd ed.
>Theosophie und Rosenkreuzertum VI
>Theosophie und Rosenkreuzertum VI
[ 1 ] Wenn der Mensch innerhalb jenes geistigen Gebietes, das wir gestern besprochen haben, so weit ist, daß er sozusagen alles das, was er an Fähigkeiten und Talenten hatte, die er sich während des Erdenlebens erwarb, umgewandelt hat, dann kommt die Zeit, wo er sich anschickt zu einer neuen Verkörperung. Wir müssen uns darüber klar sein, daß wir in dem, was uns am Menschen entgegentritt, zweierlei vor uns haben. Das eine ist das, was sich im Laufe der physischen Vererbung fortpflanzt, das andere ist das, was er aus seinen früheren Lebensläufen mitbringt in diese Welt.
[ 1 ] Wenn der Mensch innerhalb jenes geistigen Gebietes, das wir gestern besprochen haben, so weit ist, daß er sozusagen alles das, was er an Fähigkeiten und Talenten hatte, die er sich während des Erdenlebens erwarb, umgewandelt hat, dann kommt die Zeit, wo er sich anschickt zu einer neuen Verkörperung. Wir müssen uns darüber klar sein, daß wir in dem, was uns am Menschen entgegentritt, zweierlei vor uns haben. Das eine ist das, was sich im Laufe der physischen Vererbung fortpflanzt, das andere ist das, was er aus seinen früheren Lebensläufen mitbringt in diese Welt.
[ 2 ] Wir werden zu beschreiben haben den Herunterstieg des Menschen in diese Weit, wobei Sie sich an dem Wort «Herunterstieg» nicht stoßen dürfen, denn es ist nicht ein räumliches Heruntersteigen, sondern ein Sich-Herausbilden aus der Welt um uns herum. Wir haben gestern gesehen, wie diese geistige Welt nicht etwa in einem Jenseits zu suchen ist, sondern wie sie auch hier rings um uns herum ist, nur daß dem heutigen Menschen die Möglichkeit fehlt, diese geistige Welt wahrzunehmen. Aus dieser geistigen Welt heraus entwickelt sich das, was man eine neue Verkörperung nennt. Wir haben gesehen, daß der Mensch sowohl von seinem Äther- als auch vom Astralleib eine Essenz zurückbehalten hat aus seinem früheren Leben, eine Übersicht seiner Erlebnisse; und was er innerhalb seines Astralleibes bereits veredelt hat, das alles hat er mitgenommen in die geistige Welt. Nur das Unveredelte ist abgefallen.
[ 2 ] Wir werden zu beschreiben haben den Herunterstieg des Menschen in diese Weit, wobei Sie sich an dem Wort «Herunterstieg» nicht stoßen dürfen, denn es ist nicht ein räumliches Heruntersteigen, sondern ein Sich-Herausbilden aus der Welt um uns herum. Wir haben gestern gesehen, wie diese geistige Welt nicht etwa in einem Jenseits zu suchen ist, sondern wie sie auch hier rings um uns herum ist, nur daß dem heutigen Menschen die Möglichkeit fehlt, diese geistige Welt wahrzunehmen. Aus dieser geistigen Welt heraus entwickelt sich das, was man eine neue Verkörperung nennt. Wir haben gesehen, daß der Mensch sowohl von seinem Äther- als auch vom Astralleib eine Essenz zurückbehalten hat aus seinem früheren Leben, eine Übersicht seiner Erlebnisse; und was er innerhalb seines Astralleibes bereits veredelt hat, das alles hat er mitgenommen in die geistige Welt. Nur das Unveredelte ist abgefallen.
[ 3 ] Wir werden eine leichtere Vorstellung gewinnen über die Wiederverkörperung, wenn wir uns noch einiges vom Leben nach dem Tode klarmachen. Wir haben gesehen, daß der Mensch direkt nach dem Eintritt des physischen Todes noch etwa dreieinhalb Tage in seinem Ätherleib lebt, daß in diesen dreieinhalb Tagen das verflossene Leben wie in einer Art von Tableau vor ihm aufsteigt. Dann löst sich der Ätherleib auf, und daran schließt sich dann die Kamalokazeit: das ist die Zeit der Läuterung und Reinigung von aller läuterungsbedürftigen und reinigungsbedürftigen Astralität.
[ 3 ] Wir werden eine leichtere Vorstellung gewinnen über die Wiederverkörperung, wenn wir uns noch einiges vom Leben nach dem Tode klarmachen. Wir haben gesehen, daß der Mensch direkt nach dem Eintritt des physischen Todes noch etwa dreieinhalb Tage in seinem Ätherleib lebt, daß in diesen dreieinhalb Tagen das verflossene Leben wie in einer Art von Tableau vor ihm aufsteigt. Dann löst sich der Ätherleib auf, und daran schließt sich dann die Kamalokazeit: das ist die Zeit der Läuterung und Reinigung von aller läuterungsbedürftigen und reinigungsbedürftigen Astralität.
[ 4 ] Nun muß ich aber noch ein Erlebnis anführen. In dem Moment, wo dies Erinnerungsbild unmittelbar nach dem Tode auftritt, hat der Mensch ein bedeutsames Erlebnis. Der Mensch hat da die Empfindung, wie wenn er plötzlich größer würde, wie wenn er rasch durchbrechen würde seine Oberfläche und hinauswachsen würde in den Raum. Dieses Gefühl schwindet nicht wieder bis zur neuen Geburt. Der Mensch fühlt sich so groß wie die Welt, zu der er gehört, so groß wie der ganze Weltenraum. Daher können Sie auch eine Vorstellung davon gewinnen, wie es möglich ist, daß der Mensch seinen Leib wie etwas Fremdes sieht und empfindet, denn er sieht seine Leidenschaften gleichsam außerhalb seines Körpers. Es ist ein eigenartiges Gefühl, dieses Ausgebreitetsein durch den Weltenraum.
[ 4 ] Nun muß ich aber noch ein Erlebnis anführen. In dem Moment, wo dies Erinnerungsbild unmittelbar nach dem Tode auftritt, hat der Mensch ein bedeutsames Erlebnis. Der Mensch hat da die Empfindung, wie wenn er plötzlich größer würde, wie wenn er rasch durchbrechen würde seine Oberfläche und hinauswachsen würde in den Raum. Dieses Gefühl schwindet nicht wieder bis zur neuen Geburt. Der Mensch fühlt sich so groß wie die Welt, zu der er gehört, so groß wie der ganze Weltenraum. Daher können Sie auch eine Vorstellung davon gewinnen, wie es möglich ist, daß der Mensch seinen Leib wie etwas Fremdes sieht und empfindet, denn er sieht seine Leidenschaften gleichsam außerhalb seines Körpers. Es ist ein eigenartiges Gefühl, dieses Ausgebreitetsein durch den Weltenraum.
[ 5 ] Dann kommt etwas noch schwerer zu Verstehendes hinzu. Während dieser ganzen Kamalokazeit fühlt sich der Mensch so, wie wenn er richtig im Raume aufgeteilt wäre. Sie werden das besser so begreifen: Wenn der Mensch während der Kamalokazeit, wie ich Ihnen geschildert habe, sein Leben zurücklebt bis zur Kindheit, fühlt er alles, was er erlebt hatte, wie im Spiegelbild. So fühlt der Mensch richtig die Ohrfeige, die er damals jemandem gegeben hat; er fühlt sich richtig als Stück von dem Ort, den der andere eingenommen hat. Wenn Sie zum Beispiel hier in Kassel gestorben sind und der andere Mensch, dem Sie damals die Ohrfeige gegeben haben, in Paris lebt, dann fühlen Sie sich wie mit einem Stück von Ihnen dort. Und so fühlen Sie sich wie aufgeteilt im Weltenraum; Sie fühlen sich stückweise überall da, wo Sie sozusagen etwas zu suchen haben. Das ist nun so zu verstehen, daß Sie in dem Zwischenraum von Paris und Kassel nichts fühlen. So daß, wenn Sie alle Ereignisse Ihres Lebens in dieser Weise in Betracht ziehen, Sie sich während des ganzen Durchgehens durch den Zeitraum nach dem Tode förmlich zerstückelt fühlen.
[ 5 ] Dann kommt etwas noch schwerer zu Verstehendes hinzu. Während dieser ganzen Kamalokazeit fühlt sich der Mensch so, wie wenn er richtig im Raume aufgeteilt wäre. Sie werden das besser so begreifen: Wenn der Mensch während der Kamalokazeit, wie ich Ihnen geschildert habe, sein Leben zurücklebt bis zur Kindheit, fühlt er alles, was er erlebt hatte, wie im Spiegelbild. So fühlt der Mensch richtig die Ohrfeige, die er damals jemandem gegeben hat; er fühlt sich richtig als Stück von dem Ort, den der andere eingenommen hat. Wenn Sie zum Beispiel hier in Kassel gestorben sind und der andere Mensch, dem Sie damals die Ohrfeige gegeben haben, in Paris lebt, dann fühlen Sie sich wie mit einem Stück von Ihnen dort. Und so fühlen Sie sich wie aufgeteilt im Weltenraum; Sie fühlen sich stückweise überall da, wo Sie sozusagen etwas zu suchen haben. Das ist nun so zu verstehen, daß Sie in dem Zwischenraum von Paris und Kassel nichts fühlen. So daß, wenn Sie alle Ereignisse Ihres Lebens in dieser Weise in Betracht ziehen, Sie sich während des ganzen Durchgehens durch den Zeitraum nach dem Tode förmlich zerstückelt fühlen.
[ 6 ] Als Gleichnis möge folgendes dienen: Eine Wespe besteht aus zwei Teilen, einem Vorderteil und einem durch einen ganz dünnen Spannfaden verbundenen Hinterteil. Denken Sie sich diesen Hinterteil ganz abgetrennt, und trotzdem schleppe die Wespe diesen Teil mit sich. So etwa können Sie sich von der obigen Schilderung eine Vorstellung machen: Sie fühlen sich bestehend aus einzelnen Stücken, und es findet sich keine Verbindung zwischen diesen Stücken. Wenn der Mensch aber in das Devachan kommt, fühlt er sich wieder so wie unmittelbar nach dem Tode, als ob er den ganzen Weltenraum einnähme.
[ 6 ] Als Gleichnis möge folgendes dienen: Eine Wespe besteht aus zwei Teilen, einem Vorderteil und einem durch einen ganz dünnen Spannfaden verbundenen Hinterteil. Denken Sie sich diesen Hinterteil ganz abgetrennt, und trotzdem schleppe die Wespe diesen Teil mit sich. So etwa können Sie sich von der obigen Schilderung eine Vorstellung machen: Sie fühlen sich bestehend aus einzelnen Stücken, und es findet sich keine Verbindung zwischen diesen Stücken. Wenn der Mensch aber in das Devachan kommt, fühlt er sich wieder so wie unmittelbar nach dem Tode, als ob er den ganzen Weltenraum einnähme.
[ 7 ] Wenn aber nun der Mensch im Devachan all seine Veranlagungen zu Talenten und Fähigkeiten umgewandelt hat, dann fühlt das Ich wieder eine Anziehung zur physischen Erde, strebt danach, wieder herunterzusteigen auf die Erde zu einer physischen Verkörperung. Zuerst umgibt sich das Ich mit einem Astralleib. Das geht so vor sich, daß es alles Astrale an sich heranzieht: es ist wie ein Zusammenschießen. Es ist, als ob Sie zu Eisenfeilspänen einen Magneten halten: wie sich da die Eisenfeilspäne in bestimmten Figuren anziehen, so zieht das Ich das Astrale an sich. Es hat aber Eindrücke erhalten von all den Erlebnissen, die es gehabt hat beim Durchgang durch das Seelen- und Geisterland, und alles das bildet die Grundkräfte, die mitwirken beim Aufbau des neuen Astralleibes. So nimmt also dieser neue Astralleib alles mit, was der Mensch in früheren Leben und im Kamaloka durchgemacht hat. Alle Eindrücke, die er da gehabt hat, wirken bestimmend auf seine Eingliederung in seinen neuen Astralleib.
[ 7 ] Wenn aber nun der Mensch im Devachan all seine Veranlagungen zu Talenten und Fähigkeiten umgewandelt hat, dann fühlt das Ich wieder eine Anziehung zur physischen Erde, strebt danach, wieder herunterzusteigen auf die Erde zu einer physischen Verkörperung. Zuerst umgibt sich das Ich mit einem Astralleib. Das geht so vor sich, daß es alles Astrale an sich heranzieht: es ist wie ein Zusammenschießen. Es ist, als ob Sie zu Eisenfeilspänen einen Magneten halten: wie sich da die Eisenfeilspäne in bestimmten Figuren anziehen, so zieht das Ich das Astrale an sich. Es hat aber Eindrücke erhalten von all den Erlebnissen, die es gehabt hat beim Durchgang durch das Seelen- und Geisterland, und alles das bildet die Grundkräfte, die mitwirken beim Aufbau des neuen Astralleibes. So nimmt also dieser neue Astralleib alles mit, was der Mensch in früheren Leben und im Kamaloka durchgemacht hat. Alle Eindrücke, die er da gehabt hat, wirken bestimmend auf seine Eingliederung in seinen neuen Astralleib.
[ 8 ] Jetzt hat der Mensch erst den Astralleib; er muß nun aber auch die übrigen Glieder haben. Der Astralleib ist lediglich durch die eigenen Anziehungskräfte gebildet worden. Vor der Empfängnis ist der Mensch nur mit diesem Astralleib umkleidet. Der Seher sieht daher fortwährend diese astralen Menschenkeime, die auf ihre Geburt beziehungsweise ihre Empfängnis warten. Er sieht sie mit einer riesigen Geschwindigkeit herumfliegen: glockenförmige Gebilde bewegen sich mit riesiger Geschwindigkeit durch den Raum. Entfernungen spielen gar keine Rolle; sie bewegen sich so schnell, daß eben Entfernungen keine Rolle spielen.
[ 8 ] Jetzt hat der Mensch erst den Astralleib; er muß nun aber auch die übrigen Glieder haben. Der Astralleib ist lediglich durch die eigenen Anziehungskräfte gebildet worden. Vor der Empfängnis ist der Mensch nur mit diesem Astralleib umkleidet. Der Seher sieht daher fortwährend diese astralen Menschenkeime, die auf ihre Geburt beziehungsweise ihre Empfängnis warten. Er sieht sie mit einer riesigen Geschwindigkeit herumfliegen: glockenförmige Gebilde bewegen sich mit riesiger Geschwindigkeit durch den Raum. Entfernungen spielen gar keine Rolle; sie bewegen sich so schnell, daß eben Entfernungen keine Rolle spielen.
[ 9 ] Nun kommt die Umkleidung mit einem Ätherleib; das ist aber etwas, womit der Mensch nicht mehr durch seine eigenen Kräfte allein umkleidet wird. Für den Ätherleib können nicht mehr die in ihm liegenden eigenen Kräfte sorgen, sondern dazu bedarf der Mensch der Mithilfe gewisser geistiger Wesenheiten, die dabei mitwirken müssen. Sie bekommen eine Vorstellung von diesen Wesenheiten, wenn Sie daran denken, daß Sie zuweilen Worte gebrauchen, womit Sie gewöhnlich keine Vorstellung verbinden, zum Beispiel mit dem Wort Volksseele, Volksgeist. Heute stellt man sich, wenn man diese Worte ausspricht, darunter gar nichts vor, oder denkt sich etwas ganz Abstraktes. Der Seher hat aber eine andere Vorstellung davon. 'Tatsächlich gibt es ebenso wahr, wie wir selber wahr sind — Wesenheiten höherer Art, die aber nicht zu einer Verkörperung im Fleische kommen, und die nichts anderes sind als Volks- oder Stammesseelen. Es ist nicht nur eine vage Bezeichnung, wenn man vom Volksgeist spricht; die Volksseele ist ein wirkliches Wesen, nur hat sie keinen physischen Leib, sondern ihr niederstes Glied ist der Ätherleib. Dann hat dieser Volksgeist einen Astralleib, Ich, Manas, Buddhi, Atma, und dann noch ein höheres Glied, zu dem es der Mensch nicht bringt, das die christliche Esoterik den Heiligen Geist nennt und die Theosophie gewohnt ist, den Logos zu nennen.
[ 9 ] Nun kommt die Umkleidung mit einem Ätherleib; das ist aber etwas, womit der Mensch nicht mehr durch seine eigenen Kräfte allein umkleidet wird. Für den Ätherleib können nicht mehr die in ihm liegenden eigenen Kräfte sorgen, sondern dazu bedarf der Mensch der Mithilfe gewisser geistiger Wesenheiten, die dabei mitwirken müssen. Sie bekommen eine Vorstellung von diesen Wesenheiten, wenn Sie daran denken, daß Sie zuweilen Worte gebrauchen, womit Sie gewöhnlich keine Vorstellung verbinden, zum Beispiel mit dem Wort Volksseele, Volksgeist. Heute stellt man sich, wenn man diese Worte ausspricht, darunter gar nichts vor, oder denkt sich etwas ganz Abstraktes. Der Seher hat aber eine andere Vorstellung davon. 'Tatsächlich gibt es ebenso wahr, wie wir selber wahr sind — Wesenheiten höherer Art, die aber nicht zu einer Verkörperung im Fleische kommen, und die nichts anderes sind als Volks- oder Stammesseelen. Es ist nicht nur eine vage Bezeichnung, wenn man vom Volksgeist spricht; die Volksseele ist ein wirkliches Wesen, nur hat sie keinen physischen Leib, sondern ihr niederstes Glied ist der Ätherleib. Dann hat dieser Volksgeist einen Astralleib, Ich, Manas, Buddhi, Atma, und dann noch ein höheres Glied, zu dem es der Mensch nicht bringt, das die christliche Esoterik den Heiligen Geist nennt und die Theosophie gewohnt ist, den Logos zu nennen.
[ 10 ] So kann der Seher den Volksgeist ansprechen, wie er den andern Menschen anspricht. Heute hat man ja keine richtige Vorstellung von solchen Dingen und glaubt nur, dies Wort bezeichne eine Zusammenfassung der Merkmale der einzelnen Völker; das ist aber nicht wahr, es hat eine reale Wirklichkeit. Durch die materialistische Gesinnung mußte das Verständnis für solche Dinge verlorengehen, aber es wird wieder errungen werden. Heute neigt die Menschheit dazu, solche Dinge als leere Begriffe zu verflüchtigen. Aber das mußte so kommen. Und so mußte in unserer Zeit auch ein Buch geschrieben werden, das sozusagen das Gegenteil von theosophischer Anschauung ist. Dies Buch mußte geschrieben werden, und wird auch viel bewundert, das ist: «Die Kritik der Sprache» von Fritz Mauthner. Fritz Mauthner ist ein Geist, der alles auflöst, was über dem Sinnlichen liegt. Nur ein von allen guten Geistern verlassener radikaler Denker konnte so schreiben, der den Mut hatte, mit allem zu brechen, was Geist und Wirklichkeit ist. Künftige Jahrhunderte werden gerade zu diesem Buche greifen müssen, wenn sie wissen wollen, wie an der Wende dieses Jahrhunderts gedacht wurde.
[ 10 ] So kann der Seher den Volksgeist ansprechen, wie er den andern Menschen anspricht. Heute hat man ja keine richtige Vorstellung von solchen Dingen und glaubt nur, dies Wort bezeichne eine Zusammenfassung der Merkmale der einzelnen Völker; das ist aber nicht wahr, es hat eine reale Wirklichkeit. Durch die materialistische Gesinnung mußte das Verständnis für solche Dinge verlorengehen, aber es wird wieder errungen werden. Heute neigt die Menschheit dazu, solche Dinge als leere Begriffe zu verflüchtigen. Aber das mußte so kommen. Und so mußte in unserer Zeit auch ein Buch geschrieben werden, das sozusagen das Gegenteil von theosophischer Anschauung ist. Dies Buch mußte geschrieben werden, und wird auch viel bewundert, das ist: «Die Kritik der Sprache» von Fritz Mauthner. Fritz Mauthner ist ein Geist, der alles auflöst, was über dem Sinnlichen liegt. Nur ein von allen guten Geistern verlassener radikaler Denker konnte so schreiben, der den Mut hatte, mit allem zu brechen, was Geist und Wirklichkeit ist. Künftige Jahrhunderte werden gerade zu diesem Buche greifen müssen, wenn sie wissen wollen, wie an der Wende dieses Jahrhunderts gedacht wurde.
[ 11 ] Die Volksseele ist reale Wirklichkeit: wie eine Nebelmasse breitet sie sich aus, und alle Ätherleiber der einzelnen Menschen des jeweiligen Volkes sind in sie eingebettet, und ihre Kräfte strömen ein in die Ätherleiber der einzelnen Menschen.
[ 11 ] Die Volksseele ist reale Wirklichkeit: wie eine Nebelmasse breitet sie sich aus, und alle Ätherleiber der einzelnen Menschen des jeweiligen Volkes sind in sie eingebettet, und ihre Kräfte strömen ein in die Ätherleiber der einzelnen Menschen.
[ 12 ] Nun gibt es Geister gerade von diesem Rang der Volksseele, welche mitwirken bei der Zusammenstellung des Ätherleibes der neuen Seele. Diese Wesenheit bewirkt, daß der Mensch zu einem bestimmten Volke hingeleitet wird, welches gerade für ihn am besten paßt. Da paßt dieser Ätherleib nun schon nicht immer ganz genau; und alles, was Sie an Disharmonien im Leben finden, das rührt sehr häufig davon her, daß der Mensch sich nicht aus eigenen Kräften allein seinen Ätherleib machen kann. Dieses Voll-Übereinstimmen wird erst auf einer viel späteren Entwickelungsstufe der Erde stattfinden.
[ 12 ] Nun gibt es Geister gerade von diesem Rang der Volksseele, welche mitwirken bei der Zusammenstellung des Ätherleibes der neuen Seele. Diese Wesenheit bewirkt, daß der Mensch zu einem bestimmten Volke hingeleitet wird, welches gerade für ihn am besten paßt. Da paßt dieser Ätherleib nun schon nicht immer ganz genau; und alles, was Sie an Disharmonien im Leben finden, das rührt sehr häufig davon her, daß der Mensch sich nicht aus eigenen Kräften allein seinen Ätherleib machen kann. Dieses Voll-Übereinstimmen wird erst auf einer viel späteren Entwickelungsstufe der Erde stattfinden.
[ 13 ] Dieses Umkleiden mit dem Ätherleib geschieht mit einer rasenden Geschwindigkeit, wie Sie sich diese aus physischen Verhältnissen gar nicht vorstellen können. Und dann wird von noch höheren Wesenheiten der Mensch hingeführt zu jenem Elternpaar, welches ihm den geeigneten Stoff zu seinem physischen Leibe geben kann.
[ 13 ] Dieses Umkleiden mit dem Ätherleib geschieht mit einer rasenden Geschwindigkeit, wie Sie sich diese aus physischen Verhältnissen gar nicht vorstellen können. Und dann wird von noch höheren Wesenheiten der Mensch hingeführt zu jenem Elternpaar, welches ihm den geeigneten Stoff zu seinem physischen Leibe geben kann.
[ 14 ] Der heutige materialistische Mensch, der da sieht, wie der Sohn den Eltern ähnlich ist, wird nicht glauben können, daß sich mit diesem von den Eltern ererbten Körper noch etwas anderes verbindet. Gewiß, wir sehen unseren Ahnen durch den Körper ähnlich, aber das widerspricht dem Gesagten gar nicht. Betrachten wir gleich einen speziellen Fall: die Familie Bach. Im Verlaufe von zweihundertfünfzig Jahren sind mehr als neunundzwanzig mehr oder weniger bedeutende Musiker aus dieser Familie hervorgegangen. Da wird der Materialist sagen: Da sieht man es ja, daß das vererbt ist! — So hat die Familie Bernoulli in kurzer Zeit acht Mathematiker hervorgebracht. Wie ist das? Das verstehen wir am besten, wenn wir gerade die Vererbungsverhältnisse ins Auge fassen. Da dies beim Musiker leichter verständlich ist, wollen wir einmal die Familie Bach betrachten. Also nehmen wir an, ein junger Bach wäre in seiner früheren Verkörperung etwa in Rom gewesen, hätte seine Anlagen verarbeitet und wollte sich wiederverkörpern. Angenommen, er hätte die größten musikalischen Anlagen mitgebracht als Ergebnis seiner früheren Verkörperungen: wenn er nicht ein gut ausgebildetes Ohr fände, so könnte er mit allen seinen Anlagen nichts anfangen; er wäre ohne ein gut ausgebildetes Ohr genauso hilflos wie ein Virtuose ohne Instrument. Ganz notwendig mußte diese Individualität sich einem solchen Körper eingliedern, der ein gutes Organ für diese mitgebrachten Anlagen hat. Nun ist aber die äußere Form der inneren und äußeren Organe erblich, und diese Individualität mußte, wenn sie ein Musiker werden wollte, für das kommende Leben ein gut ausgebildetes Gehörorgan haben, Wo kann sie es am leichtesten bekommen? In einer Musikerfamilie. So wird sie also dahin geführt, wo sie das beste Organ zur weiteren Ausbildung der in ihr veranlagten Talente finden kann, und das war damals gerade das Elternpaar des Johann Sebastian Bach.
[ 14 ] Der heutige materialistische Mensch, der da sieht, wie der Sohn den Eltern ähnlich ist, wird nicht glauben können, daß sich mit diesem von den Eltern ererbten Körper noch etwas anderes verbindet. Gewiß, wir sehen unseren Ahnen durch den Körper ähnlich, aber das widerspricht dem Gesagten gar nicht. Betrachten wir gleich einen speziellen Fall: die Familie Bach. Im Verlaufe von zweihundertfünfzig Jahren sind mehr als neunundzwanzig mehr oder weniger bedeutende Musiker aus dieser Familie hervorgegangen. Da wird der Materialist sagen: Da sieht man es ja, daß das vererbt ist! — So hat die Familie Bernoulli in kurzer Zeit acht Mathematiker hervorgebracht. Wie ist das? Das verstehen wir am besten, wenn wir gerade die Vererbungsverhältnisse ins Auge fassen. Da dies beim Musiker leichter verständlich ist, wollen wir einmal die Familie Bach betrachten. Also nehmen wir an, ein junger Bach wäre in seiner früheren Verkörperung etwa in Rom gewesen, hätte seine Anlagen verarbeitet und wollte sich wiederverkörpern. Angenommen, er hätte die größten musikalischen Anlagen mitgebracht als Ergebnis seiner früheren Verkörperungen: wenn er nicht ein gut ausgebildetes Ohr fände, so könnte er mit allen seinen Anlagen nichts anfangen; er wäre ohne ein gut ausgebildetes Ohr genauso hilflos wie ein Virtuose ohne Instrument. Ganz notwendig mußte diese Individualität sich einem solchen Körper eingliedern, der ein gutes Organ für diese mitgebrachten Anlagen hat. Nun ist aber die äußere Form der inneren und äußeren Organe erblich, und diese Individualität mußte, wenn sie ein Musiker werden wollte, für das kommende Leben ein gut ausgebildetes Gehörorgan haben, Wo kann sie es am leichtesten bekommen? In einer Musikerfamilie. So wird sie also dahin geführt, wo sie das beste Organ zur weiteren Ausbildung der in ihr veranlagten Talente finden kann, und das war damals gerade das Elternpaar des Johann Sebastian Bach.
[ 15 ] Wie ist es nun bei den Brüdern Bernoulli? Das mathematische Denken beruht nicht auf der Beschaffenheit des Gehirns, denn die mathematische Logik ist nichts anderes als die übrige Logik, sondern das mathematische Talent beruht auf der ganz besonders exakt ausgebildeten Organisation der drei halbzirkelförmigen Kanäle. Das ist ein Organ, nicht viel größer als eine Erbse, das mitten im Felsenbein eingebettet ist, und das aus drei halbkreisförmigen Kanälen besteht, die genau dem dreidimensionalen Raum entsprechen. Wenn der eine Kanal also genau vertikal liegt, so liegt der zweite von rechts nach links, der dritte von vorn nach hinten. Alle stehen also zueinander senkrecht in einem Winkel von genau neunzig Grad. Auf diese genaue Einstellung zueinander kommt es also an: je genauer der rechte Winkel stimmt, um so besser funktioniert das Organ. Wenn das Organ in irgendeiner Weise verletzt wird, tritt Schwindel ein und Sie können sich nicht mehr im Raum orientieren. Und auf einer ganz besonders feinen Ausbildung dieser Kanäle beruht das mathematische Talent, respektive die Möglichkeit, das mathematische Talent ausüben zu können. Und dieses Organ ererbt man genauso wie das musikalische Ohr.
[ 15 ] Wie ist es nun bei den Brüdern Bernoulli? Das mathematische Denken beruht nicht auf der Beschaffenheit des Gehirns, denn die mathematische Logik ist nichts anderes als die übrige Logik, sondern das mathematische Talent beruht auf der ganz besonders exakt ausgebildeten Organisation der drei halbzirkelförmigen Kanäle. Das ist ein Organ, nicht viel größer als eine Erbse, das mitten im Felsenbein eingebettet ist, und das aus drei halbkreisförmigen Kanälen besteht, die genau dem dreidimensionalen Raum entsprechen. Wenn der eine Kanal also genau vertikal liegt, so liegt der zweite von rechts nach links, der dritte von vorn nach hinten. Alle stehen also zueinander senkrecht in einem Winkel von genau neunzig Grad. Auf diese genaue Einstellung zueinander kommt es also an: je genauer der rechte Winkel stimmt, um so besser funktioniert das Organ. Wenn das Organ in irgendeiner Weise verletzt wird, tritt Schwindel ein und Sie können sich nicht mehr im Raum orientieren. Und auf einer ganz besonders feinen Ausbildung dieser Kanäle beruht das mathematische Talent, respektive die Möglichkeit, das mathematische Talent ausüben zu können. Und dieses Organ ererbt man genauso wie das musikalische Ohr.
[ 16 ] Das Gehirn denkt genau so über den Raum nach, wie zum Beispiel über die Philosophie; aber daß einer Sinn hat für die Raumformen, das hängt von diesen drei halbzirkelförmigen Kanälen ab. Also eine mit hohen mathematischen Talenten begabte Individualität wird sich in eine Familie verkörpern, in der dieses Organ am besten ausgebildet ist, und das war der Fall in der Familie Bernoulli.
[ 16 ] Das Gehirn denkt genau so über den Raum nach, wie zum Beispiel über die Philosophie; aber daß einer Sinn hat für die Raumformen, das hängt von diesen drei halbzirkelförmigen Kanälen ab. Also eine mit hohen mathematischen Talenten begabte Individualität wird sich in eine Familie verkörpern, in der dieses Organ am besten ausgebildet ist, und das war der Fall in der Familie Bernoulli.
[ 17 ] Auch um moralisch tüchtig sein zu können, gehört ein richtiges Instrument dazu. Eine Individualität, die eine hohe Moralität hat, sucht sich deshalb dasjenige Elternpaar, das ihr hierfür das beste Instrument zu geben verspricht. So ist das oft in oberflächlich trivialer Weise gebrauchte Sprichwort: Man kann nicht vorsichtig genug sein in der Wahl seiner Eltern - im tiefsten, ernstesten Sinne wahr, denn es wählt sich sozusagen das Kind seine Eltern. Da wenden nun manche ein: Wohin kommen wir denn da mit der Mutterliebe? Denn die kommt doch daher, daß die Mutter weiß, das Kind sei ein Stück von ihr selbst. - Im richtigen Lichte betrachtet, leidet die Mutterliebe in keiner Weise, im Gegenteil, man lernt sie dadurch nur noch tiefer verstehen. Warum wird das Kind gerade von der und der Mutter geboren? Weil es durch seine geistigen Eigenschaften zu der ihm geistig gleichartigen Mutter hingeführt wird, und es liebt ja die Mutter sogar schon vor der Empfängnis; die Mutterliebe ist sozusagen die Gegenliebe dieser primären Zuneigung. Eine solche Einsicht ist also sogar noch eine Vertiefung dieses Begriffes.
[ 17 ] Auch um moralisch tüchtig sein zu können, gehört ein richtiges Instrument dazu. Eine Individualität, die eine hohe Moralität hat, sucht sich deshalb dasjenige Elternpaar, das ihr hierfür das beste Instrument zu geben verspricht. So ist das oft in oberflächlich trivialer Weise gebrauchte Sprichwort: Man kann nicht vorsichtig genug sein in der Wahl seiner Eltern - im tiefsten, ernstesten Sinne wahr, denn es wählt sich sozusagen das Kind seine Eltern. Da wenden nun manche ein: Wohin kommen wir denn da mit der Mutterliebe? Denn die kommt doch daher, daß die Mutter weiß, das Kind sei ein Stück von ihr selbst. - Im richtigen Lichte betrachtet, leidet die Mutterliebe in keiner Weise, im Gegenteil, man lernt sie dadurch nur noch tiefer verstehen. Warum wird das Kind gerade von der und der Mutter geboren? Weil es durch seine geistigen Eigenschaften zu der ihm geistig gleichartigen Mutter hingeführt wird, und es liebt ja die Mutter sogar schon vor der Empfängnis; die Mutterliebe ist sozusagen die Gegenliebe dieser primären Zuneigung. Eine solche Einsicht ist also sogar noch eine Vertiefung dieses Begriffes.
[ 18 ] Nun hängt es im wesentlichen von den Eigenschaften von Vater und Mutter ab, wie sie die Gelegenheit geben zu einer Verkörperung; und da wirken Vater und Mutter verschieden. Wenn der Mensch zu einer neuen Geburt herunterkommt, so hat das Ich, das mehr Willenskräfte hat, mehr Anziehung zum Vater, und das, was mehr astrale Kräfte hat, zur Mutter. Der Vater hat also mehr Einfluß auf das Ich, den Willen und Charakter, die Mutter hat mehr Einfluß auf den Astralleib, also dem Vorstellungsvermögen nach. Am besten ist es natürlich, wenn beide Eltern passen zu der Individualität, die sich verkörpern will.
[ 18 ] Nun hängt es im wesentlichen von den Eigenschaften von Vater und Mutter ab, wie sie die Gelegenheit geben zu einer Verkörperung; und da wirken Vater und Mutter verschieden. Wenn der Mensch zu einer neuen Geburt herunterkommt, so hat das Ich, das mehr Willenskräfte hat, mehr Anziehung zum Vater, und das, was mehr astrale Kräfte hat, zur Mutter. Der Vater hat also mehr Einfluß auf das Ich, den Willen und Charakter, die Mutter hat mehr Einfluß auf den Astralleib, also dem Vorstellungsvermögen nach. Am besten ist es natürlich, wenn beide Eltern passen zu der Individualität, die sich verkörpern will.
[ 19 ] Beim Heruntersteigen wirken aber auch diejenigen Kräfte mit, die dem Menschen eingeprägt sind beim Aufstieg. All das bildet Anziehungskräfte, und er wird in die Sphäre gezogen werden, die mit ihm von jeher verwandt war. Er wird also zu denjenigen Menschen hingeführt, mit denen er früher schon etwas zu tun gehabt hat. Ich will Ihnen ein Beispiel anführen, das auf einen realen Fall begründet ist. Es war einmal der Fall, daß bei einem Femgericht jemand von vier bis fünf Richtern zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Nun ging man geisteswissenschaftlich vor und untersuchte das Vorleben dieser sechs Menschen, und da stellte sich heraus, daß alle diese Männer im Leben vorher zusammen auf der Erde waren, aber so, daß der Hingerichtete ihr Häuptling war, und daß die andern von ihm hingerichtet wurden. So war also die letzte Hinrichtung eine Art Ausgleich. Gerade dieser Fall macht das Gesetz vom Karma ganz besonders anschaulich. So wirken die verschiedenen Kräfte zusammen, die der Mensch in seinem früheren Leben an sich gezogen hat; sie bestimmen bei der Wiederverkörperung sowohl die Verfassung seines Leibes als auch den Ort, an dem er geboren wird, als auch sein späteres Schicksal. Noch mehr als beim Ätherleib zeigen sich oft die Dissonanzen beim physischen Leibe.
[ 19 ] Beim Heruntersteigen wirken aber auch diejenigen Kräfte mit, die dem Menschen eingeprägt sind beim Aufstieg. All das bildet Anziehungskräfte, und er wird in die Sphäre gezogen werden, die mit ihm von jeher verwandt war. Er wird also zu denjenigen Menschen hingeführt, mit denen er früher schon etwas zu tun gehabt hat. Ich will Ihnen ein Beispiel anführen, das auf einen realen Fall begründet ist. Es war einmal der Fall, daß bei einem Femgericht jemand von vier bis fünf Richtern zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Nun ging man geisteswissenschaftlich vor und untersuchte das Vorleben dieser sechs Menschen, und da stellte sich heraus, daß alle diese Männer im Leben vorher zusammen auf der Erde waren, aber so, daß der Hingerichtete ihr Häuptling war, und daß die andern von ihm hingerichtet wurden. So war also die letzte Hinrichtung eine Art Ausgleich. Gerade dieser Fall macht das Gesetz vom Karma ganz besonders anschaulich. So wirken die verschiedenen Kräfte zusammen, die der Mensch in seinem früheren Leben an sich gezogen hat; sie bestimmen bei der Wiederverkörperung sowohl die Verfassung seines Leibes als auch den Ort, an dem er geboren wird, als auch sein späteres Schicksal. Noch mehr als beim Ätherleib zeigen sich oft die Dissonanzen beim physischen Leibe.
[ 20 ] Das alles sind Dinge, die da zeigen, wie der Mensch bei seiner Wiederverkörperung mit den drei Leibern umkleidet wird, und bei jeder Verkörperung arbeitet das Ich am Astralleib, Ätherleib und physischen Leib. Wie er zu dieser hohen Vollkommenbheit steigt, das werden wir später hören. Aber immer mehr wird der Astralleib und Ätherleib umgebildet, und immer mehr wird aus dem veredelten Astralleibe Manas, aus dem veredelten Ätherleibe Buddhi, aus dem veredelten physischen Leibe Atma. So kann man sich die immer höhere Vervollkommnung des Menschen von Inkarnation zu Inkarnation vorstellen.
[ 20 ] Das alles sind Dinge, die da zeigen, wie der Mensch bei seiner Wiederverkörperung mit den drei Leibern umkleidet wird, und bei jeder Verkörperung arbeitet das Ich am Astralleib, Ätherleib und physischen Leib. Wie er zu dieser hohen Vollkommenbheit steigt, das werden wir später hören. Aber immer mehr wird der Astralleib und Ätherleib umgebildet, und immer mehr wird aus dem veredelten Astralleibe Manas, aus dem veredelten Ätherleibe Buddhi, aus dem veredelten physischen Leibe Atma. So kann man sich die immer höhere Vervollkommnung des Menschen von Inkarnation zu Inkarnation vorstellen.
[ 21 ] Dieses kommt am schönsten im Vaterunser zum Ausdruck, das man aber nur in der rechten Weise versteht, wenn man es eben im echt christlichen Sinne auffaßt, wie es aufgefaßt wurde von der Geheimschule des Paulus. Diese Schule war es, die das Vaterunser im echt christlichen Sinne so erklärt hat. Sie sagte ihren Schülern etwa: Stellt euch die höheren Glieder der Menschennatur vor, die dadurch zur Entwickelung kommen, daß der Mensch seine drei untersten Glieder immer mehr veredelt. - Nun sah das früheste Christentum diese drei höheren Glieder — Manas, Buddhi, Atma - als die göttliche Natur des Menschen an. Dadurch, daß der Mensch nun diese drei höheren Glieder immer mehr entwickelt, nähert er sich immer mehr der Gottheit. Von diesem Gesichtspunkt aus nannten die alten esoterischen Christen die drei höchsten Glieder die Göttliche Natur, und sie nannten das Höchste Atma: den Vater. Dies ist das Tiefste der Göttlichkeit im Menschen: der Vater im Himmel. Dieser Vater ist das, wozu alle Menschen sich hinentwikkeln, es ist der Mittelpunkt der Weltenschöpfung. Man stellt sich am besten die Schöpfung im christlichen Sinne so vor, wenn man sich das Opfer klarmacht. Denken Sie sich Ihr Spiegelbild, und nehmen Sie an, Sie könnten so selbstlos sein, an das Spiegelbild Ihr Leben abzugeben. So muß man sich das selbstlose Schaffen vorstellen, daß man selbst in dem Geschaffenen aufgeht. Denken Sie sich den Vatergeist in der Mitte einer sich spiegelnden Hohlkugel, dann tritt Ihnen in tausendfacher Weise das Bild Gottes entgegen. So sagte der alte esoterische Christ: Sieh dir die Welt an: alle Wesen, was sind sie, als Spiegelbilder Gottes! — Und diese sich spiegelnde Gottheit nannten sie in ihrer Esoterik «das Reich», das ist: der sich überall spiegelnde Gott. - Nun entwickelt euer Gefühl weiter. Seht ihr in allem den Gott, dann habt ihr in ungeheuer viel Einzelheiten die Gottheit aufgelöst, und wollt ihr sie unterscheiden, dann müßt ihr jedem einzelnen einen Namen geben. Dieser Name muß geheiligt werden, denn jedes einzelne Geschöpf ist ja ein Spiegelbild der Gottheit.
[ 21 ] Dieses kommt am schönsten im Vaterunser zum Ausdruck, das man aber nur in der rechten Weise versteht, wenn man es eben im echt christlichen Sinne auffaßt, wie es aufgefaßt wurde von der Geheimschule des Paulus. Diese Schule war es, die das Vaterunser im echt christlichen Sinne so erklärt hat. Sie sagte ihren Schülern etwa: Stellt euch die höheren Glieder der Menschennatur vor, die dadurch zur Entwickelung kommen, daß der Mensch seine drei untersten Glieder immer mehr veredelt. - Nun sah das früheste Christentum diese drei höheren Glieder — Manas, Buddhi, Atma - als die göttliche Natur des Menschen an. Dadurch, daß der Mensch nun diese drei höheren Glieder immer mehr entwickelt, nähert er sich immer mehr der Gottheit. Von diesem Gesichtspunkt aus nannten die alten esoterischen Christen die drei höchsten Glieder die Göttliche Natur, und sie nannten das Höchste Atma: den Vater. Dies ist das Tiefste der Göttlichkeit im Menschen: der Vater im Himmel. Dieser Vater ist das, wozu alle Menschen sich hinentwikkeln, es ist der Mittelpunkt der Weltenschöpfung. Man stellt sich am besten die Schöpfung im christlichen Sinne so vor, wenn man sich das Opfer klarmacht. Denken Sie sich Ihr Spiegelbild, und nehmen Sie an, Sie könnten so selbstlos sein, an das Spiegelbild Ihr Leben abzugeben. So muß man sich das selbstlose Schaffen vorstellen, daß man selbst in dem Geschaffenen aufgeht. Denken Sie sich den Vatergeist in der Mitte einer sich spiegelnden Hohlkugel, dann tritt Ihnen in tausendfacher Weise das Bild Gottes entgegen. So sagte der alte esoterische Christ: Sieh dir die Welt an: alle Wesen, was sind sie, als Spiegelbilder Gottes! — Und diese sich spiegelnde Gottheit nannten sie in ihrer Esoterik «das Reich», das ist: der sich überall spiegelnde Gott. - Nun entwickelt euer Gefühl weiter. Seht ihr in allem den Gott, dann habt ihr in ungeheuer viel Einzelheiten die Gottheit aufgelöst, und wollt ihr sie unterscheiden, dann müßt ihr jedem einzelnen einen Namen geben. Dieser Name muß geheiligt werden, denn jedes einzelne Geschöpf ist ja ein Spiegelbild der Gottheit.
[ 22 ] In diese drei hinein entwickelt sich der Mensch zu Gott. Sie dürfen aber nicht glauben, der Mensch würde der Gott. Nehmen Sie einen Tropfen aus dem Meere: der ist wesensgleich dem Meere, er ist aber nicht das Meer. So auch ist der Tropfen der Göttlichkeit in uns wohl wesensgleich der Gottheit, ist aber nicht die Gottheit. Indem der Mensch also die drei höchsten Glieder immer mehr entwickelt, wird er immer mehr eins mit dem Reich, da die geistige Welt zu ihm herunterkommt. Da haben Sie die drei ersten Bitten des Vaterunser: erstens im Anrufen des Vaters, zweitens im Flehen, daß das Reich zu uns kommen soll, drittens in der Heiligung des Namens. Dann werden wir immer bestrebt sein, keine Handlung zu vollbringen, die nicht in Harmonie steht mit dem Vatergeiste, aus dem wir entsprungen sind und zu dem wir uns entwickeln, wenn wir eben die drei höchsten Glieder in uns ausbilden. Und im Gegensatze zu den drei höheren Gliedern betrachtet nun das esoterische Christentum die vier niederen Glieder des Menschen, die auch immer vollkommener werden müssen.
[ 22 ] In diese drei hinein entwickelt sich der Mensch zu Gott. Sie dürfen aber nicht glauben, der Mensch würde der Gott. Nehmen Sie einen Tropfen aus dem Meere: der ist wesensgleich dem Meere, er ist aber nicht das Meer. So auch ist der Tropfen der Göttlichkeit in uns wohl wesensgleich der Gottheit, ist aber nicht die Gottheit. Indem der Mensch also die drei höchsten Glieder immer mehr entwickelt, wird er immer mehr eins mit dem Reich, da die geistige Welt zu ihm herunterkommt. Da haben Sie die drei ersten Bitten des Vaterunser: erstens im Anrufen des Vaters, zweitens im Flehen, daß das Reich zu uns kommen soll, drittens in der Heiligung des Namens. Dann werden wir immer bestrebt sein, keine Handlung zu vollbringen, die nicht in Harmonie steht mit dem Vatergeiste, aus dem wir entsprungen sind und zu dem wir uns entwickeln, wenn wir eben die drei höchsten Glieder in uns ausbilden. Und im Gegensatze zu den drei höheren Gliedern betrachtet nun das esoterische Christentum die vier niederen Glieder des Menschen, die auch immer vollkommener werden müssen.
[ 23 ] Der physische Leib besteht aus denselben Stoffen wie die äußere Natur, die ja auch in diesem physischen Leibe fortwährend ein- und auswandern. Und sie müssen ja fortwährend ein- und auswandern, wenn der physische Leib gesund bleiben soll.
[ 23 ] Der physische Leib besteht aus denselben Stoffen wie die äußere Natur, die ja auch in diesem physischen Leibe fortwährend ein- und auswandern. Und sie müssen ja fortwährend ein- und auswandern, wenn der physische Leib gesund bleiben soll.
[ 24 ] Der Ätherleib hat Kräfte, die, so wie der physische Leib mit der ganzen äußeren Natur in Wechselbeziehung steht, ebenso in Wechselbeziehung stehen mit der ganzen Volksseele. Soll der physische Leib in Ordnung sein, so müssen physische Stoffe täglich in ihm ein- und auswandern. Soll der Ätherleib in Ordnung sein, so darf er sich nicht als Einzelnes entwickeln, sondern er muß sich in Harmonie bringen mit der ganzen Volksseele und allen höheren Wesenheiten.
[ 24 ] Der Ätherleib hat Kräfte, die, so wie der physische Leib mit der ganzen äußeren Natur in Wechselbeziehung steht, ebenso in Wechselbeziehung stehen mit der ganzen Volksseele. Soll der physische Leib in Ordnung sein, so müssen physische Stoffe täglich in ihm ein- und auswandern. Soll der Ätherleib in Ordnung sein, so darf er sich nicht als Einzelnes entwickeln, sondern er muß sich in Harmonie bringen mit der ganzen Volksseele und allen höheren Wesenheiten.
[ 25 ] Das Wort «Schuld» hängt zusammen mit dem Wort Schulden. Schulden sind etwas, was Ihnen so recht zeigt, daß Sie nicht einzeln dastehen, sondern daß Sie einen sozialen Zusammenhang haben, daß Sie Ihren Mitmenschen etwas schulden. Das, was den menschlichen Astralleib nun in Unordnung bringen kann, das sah die ursprüngliche christliche Esoterik an als etwas, was seine Neigungen und Leidenschaften, Triebe und Begierden betraf; und alles, was diese in Unordnung bringen kann, das drückt das Wort «Versuchung» aus. Schuld ist also etwas, was den Menschen in eine Beziehung bringt zu der sozialen Gemeinschaft, während Versuchung etwas ist, worein jeder Mensch als individuelles Wesen fallen kann.
[ 25 ] Das Wort «Schuld» hängt zusammen mit dem Wort Schulden. Schulden sind etwas, was Ihnen so recht zeigt, daß Sie nicht einzeln dastehen, sondern daß Sie einen sozialen Zusammenhang haben, daß Sie Ihren Mitmenschen etwas schulden. Das, was den menschlichen Astralleib nun in Unordnung bringen kann, das sah die ursprüngliche christliche Esoterik an als etwas, was seine Neigungen und Leidenschaften, Triebe und Begierden betraf; und alles, was diese in Unordnung bringen kann, das drückt das Wort «Versuchung» aus. Schuld ist also etwas, was den Menschen in eine Beziehung bringt zu der sozialen Gemeinschaft, während Versuchung etwas ist, worein jeder Mensch als individuelles Wesen fallen kann.
[ 26 ] Würden nicht in unserem physischen Körper physische Stoffe einund ausgehen, so würde dieser physische Körper in Unordnung kommen: «Gib uns unser täglich Brot.» Würde der Ätherleib sich nicht in harmonische Wechselbeziehung bringen zum Volksseelenhaften, das heißt, würde er sich nicht harmonisch dem ganzen sozialen Gefüge eingliedern, dann würde er ebenfalls in Unordnung kommen: «Vergib uns unsere Schuld.» Würde der Mensch in den Fehler verfallen, einer jeden an ihn herantretenden Versuchung zu unterliegen, dann würde dadurch sein Astralleib in Unordnung kommen: «Führe uns nicht in Versuchung.»
[ 26 ] Würden nicht in unserem physischen Körper physische Stoffe einund ausgehen, so würde dieser physische Körper in Unordnung kommen: «Gib uns unser täglich Brot.» Würde der Ätherleib sich nicht in harmonische Wechselbeziehung bringen zum Volksseelenhaften, das heißt, würde er sich nicht harmonisch dem ganzen sozialen Gefüge eingliedern, dann würde er ebenfalls in Unordnung kommen: «Vergib uns unsere Schuld.» Würde der Mensch in den Fehler verfallen, einer jeden an ihn herantretenden Versuchung zu unterliegen, dann würde dadurch sein Astralleib in Unordnung kommen: «Führe uns nicht in Versuchung.»
[ 27 ] Das Ich kann in jene Fehler verfallen, die man mit «Übel» bezeichnet. Zu diesen Verfehlungen des Ich — das ist ja unser Selbst — gehört alles, was ein normales und gesundes Selbstgefühl zum Bösen wandelt, das heißt also in Selbstsucht. Dahin gehören also alle Ausschreitungen der Selbstsucht, des Egoismus: «Erlöse uns von dem Übel.»
[ 27 ] Das Ich kann in jene Fehler verfallen, die man mit «Übel» bezeichnet. Zu diesen Verfehlungen des Ich — das ist ja unser Selbst — gehört alles, was ein normales und gesundes Selbstgefühl zum Bösen wandelt, das heißt also in Selbstsucht. Dahin gehören also alle Ausschreitungen der Selbstsucht, des Egoismus: «Erlöse uns von dem Übel.»
[ 28 ] Der physische Leib kann sich also in gesunder Weise entwickeln, wenn wir ihm das tägliche Brot in der rechten Weise zukommen lassen. Der Ätherleib kann sich in gesunder Weise entwickeln, wenn wir uns in der richtigen Weise in Harmonie bringen mit dem sozialen Körper, in dem wir leben. Der Astralleib kann sich in gesunder Weise entwikkeln, das heißt, zur Läuterung und Reinigung gebracht werden, wenn wir alle Versuchungen überwinden. Das Ich kann sich in gesunder Weise entwickeln, wenn wir uns Mühe geben, allen Egoismus in Altruismus, alle Selbstsucht in Selbstlosigkeit umzuwandeln.
[ 28 ] Der physische Leib kann sich also in gesunder Weise entwickeln, wenn wir ihm das tägliche Brot in der rechten Weise zukommen lassen. Der Ätherleib kann sich in gesunder Weise entwickeln, wenn wir uns in der richtigen Weise in Harmonie bringen mit dem sozialen Körper, in dem wir leben. Der Astralleib kann sich in gesunder Weise entwikkeln, das heißt, zur Läuterung und Reinigung gebracht werden, wenn wir alle Versuchungen überwinden. Das Ich kann sich in gesunder Weise entwickeln, wenn wir uns Mühe geben, allen Egoismus in Altruismus, alle Selbstsucht in Selbstlosigkeit umzuwandeln.
[ 29 ] So sehen wir in dem Vaterunser ein Gebet, das die Entwickelung des ganzen Menschen umfaßt.
[ 29 ] So sehen wir in dem Vaterunser ein Gebet, das die Entwickelung des ganzen Menschen umfaßt.
[ 30 ] Nun könnte jemand einwenden — und diesem Einwand werden Sie sogar häufig begegnen: Das Vaterunser ist doch ein Gebet, das von dem Christus Jesus als ein Gebet für jedermann gegeben ist. Was nützt da eine solche Auslegung, von der doch die meisten Menschen nichts wissen?
[ 30 ] Nun könnte jemand einwenden — und diesem Einwand werden Sie sogar häufig begegnen: Das Vaterunser ist doch ein Gebet, das von dem Christus Jesus als ein Gebet für jedermann gegeben ist. Was nützt da eine solche Auslegung, von der doch die meisten Menschen nichts wissen?
[ 31 ] Der naive Mensch braucht auch nichts davon zu wissen. Sehen Sie sich die Rose an. Die höchste Weisheit hat die Rose aufgebaut, und doch kann sich der naivste Mensch darüber freuen. Das Wissen von dieser Weisheit ist nicht notwendig. Und so ist es auch mit dem Vaterunser. Es hat seine Kraft auf das menschliche Gemüt, auch wenn das naive Gemüt nichts davon weiß. Aber nie würde das Vaterunser diese Kraft haben, wenn es nicht aus dieser tiefsten Weisheit geschöpft wäre. Alle die großen Gebetsformen sind, wie diese größte Form, aus der tiefsten Weisheit geschaffen, und die Gewalt dieser Gebetsformen beruht nur darauf. Wenn Sie auch denken, das sei eine ergrübelte Sache, so ist das nicht wahr, sondern die Wesenheit, die uns das Vaterunser gegeben hat, die hat die tiefe Kraft hineingelegt.
[ 31 ] Der naive Mensch braucht auch nichts davon zu wissen. Sehen Sie sich die Rose an. Die höchste Weisheit hat die Rose aufgebaut, und doch kann sich der naivste Mensch darüber freuen. Das Wissen von dieser Weisheit ist nicht notwendig. Und so ist es auch mit dem Vaterunser. Es hat seine Kraft auf das menschliche Gemüt, auch wenn das naive Gemüt nichts davon weiß. Aber nie würde das Vaterunser diese Kraft haben, wenn es nicht aus dieser tiefsten Weisheit geschöpft wäre. Alle die großen Gebetsformen sind, wie diese größte Form, aus der tiefsten Weisheit geschaffen, und die Gewalt dieser Gebetsformen beruht nur darauf. Wenn Sie auch denken, das sei eine ergrübelte Sache, so ist das nicht wahr, sondern die Wesenheit, die uns das Vaterunser gegeben hat, die hat die tiefe Kraft hineingelegt.
[ 32 ] So sehen Sie, wie man erst mit Hilfe der Geisteswissenschaft das versteht, was man täglich übt, und dessen Kraft die Menschheit seit zwei Jahrtausenden erfahren hat.
[ 32 ] So sehen Sie, wie man erst mit Hilfe der Geisteswissenschaft das versteht, was man täglich übt, und dessen Kraft die Menschheit seit zwei Jahrtausenden erfahren hat.
[ 33 ] Jetzt aber ist der Zeitpunkt gekommen in der Menschheitsentwickelung, wo es nicht mehr weitergeht ohne diese Vertiefung des Verständnisses. Früher, das heißt bis dahin konnte die Menschheit die geistigen Kräfte, die gerade in diesem Gebet liegen, fühlen, ohne ihren tieferen Sinn zu kennen. Jetzt aber ist die Menschheit so weit in ihrer Entwickelung vorgeschritten, daß sie fragen muß, und deshalb muß ihr jetzt die Antwort gegeben werden.
[ 33 ] Jetzt aber ist der Zeitpunkt gekommen in der Menschheitsentwickelung, wo es nicht mehr weitergeht ohne diese Vertiefung des Verständnisses. Früher, das heißt bis dahin konnte die Menschheit die geistigen Kräfte, die gerade in diesem Gebet liegen, fühlen, ohne ihren tieferen Sinn zu kennen. Jetzt aber ist die Menschheit so weit in ihrer Entwickelung vorgeschritten, daß sie fragen muß, und deshalb muß ihr jetzt die Antwort gegeben werden.
[ 34 ] Die christliche Religion wird nicht dadurch an Wert verlieren, sondern im Gegenteil erst in ihrer ganzen Tiefe sich offenbaren. Durch die größte Weisheit werden die religiösen Inhalte wieder neu erobert werden. Ein Beispiel dafür ist die esoterische Auslegung des Vaterunser. Sie zeigt uns den Weg, den der Mensch durch seine vielen Verkörperungen hindurch beschreiten muß. Die vier niederen Bitten, wenn er in ihrem Sinn wandelt, helfen ihm die Arbeit vollbringen, die zur Gestaltung seiner höheren Wesensglieder führt, so wie sie in den drei ersten Bitten ausgedrückt sind.
[ 34 ] Die christliche Religion wird nicht dadurch an Wert verlieren, sondern im Gegenteil erst in ihrer ganzen Tiefe sich offenbaren. Durch die größte Weisheit werden die religiösen Inhalte wieder neu erobert werden. Ein Beispiel dafür ist die esoterische Auslegung des Vaterunser. Sie zeigt uns den Weg, den der Mensch durch seine vielen Verkörperungen hindurch beschreiten muß. Die vier niederen Bitten, wenn er in ihrem Sinn wandelt, helfen ihm die Arbeit vollbringen, die zur Gestaltung seiner höheren Wesensglieder führt, so wie sie in den drei ersten Bitten ausgedrückt sind.
