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Human Development and Christ-Knowledge
GA 100

27 June 1907, Kassel

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Theosophie und Rosenkreuzertum XII

Theosophie und Rosenkreuzertum XII

[ 1 ] Wir haben gestern versucht, den Werdegang der Menschheit kosmisch und auch auf unserer Erde zu verfolgen. Heute werde ich nur noch — um dann den Übergang zu finden sowohl zu dem, was die Theosophie zu sagen weiß über die Bedeutung des Christentums, wie auch über die christliche Einweihung - zu diesem Werdegang der Menschheit einiges ergänzend hinzufügen. Zunächst bitte ich Sie, noch einmal das geistige Auge zum Ausgangspunkt des Menschenwerdens zu wenden.

[ 1 ] Wir haben gestern versucht, den Werdegang der Menschheit kosmisch und auch auf unserer Erde zu verfolgen. Heute werde ich nur noch — um dann den Übergang zu finden sowohl zu dem, was die Theosophie zu sagen weiß über die Bedeutung des Christentums, wie auch über die christliche Einweihung - zu diesem Werdegang der Menschheit einiges ergänzend hinzufügen. Zunächst bitte ich Sie, noch einmal das geistige Auge zum Ausgangspunkt des Menschenwerdens zu wenden.

[ 2 ] Wir haben gesagt, daß die Erde bei der Trennung von dem heutigen Mond umschlossen war von einer Art von Urmeer, und wir haben charakterisiert, wie sich dazumal der physische Mensch vereinigte mit dem geistig-seelischen Menschen. Und dann haben wir diesen Werdegang verfolgt bis in unsere Tage hinein, die wir erkannt haben als die des tiefsten Niedergangs der Menschheit mit dem Geiste in die Materie hinein. Wir haben erkannt, daß nun wieder ein Aufstieg stattfinden muß, eine Vergeistigung, und haben auch davon gesprochen, welche Mission die Theosophie oder Geisteswissenschaft zu haben glaubt in bezug auf diesen Werdegang.

[ 2 ] Wir haben gesagt, daß die Erde bei der Trennung von dem heutigen Mond umschlossen war von einer Art von Urmeer, und wir haben charakterisiert, wie sich dazumal der physische Mensch vereinigte mit dem geistig-seelischen Menschen. Und dann haben wir diesen Werdegang verfolgt bis in unsere Tage hinein, die wir erkannt haben als die des tiefsten Niedergangs der Menschheit mit dem Geiste in die Materie hinein. Wir haben erkannt, daß nun wieder ein Aufstieg stattfinden muß, eine Vergeistigung, und haben auch davon gesprochen, welche Mission die Theosophie oder Geisteswissenschaft zu haben glaubt in bezug auf diesen Werdegang.

[ 3 ] Wir haben ja schon darauf aufmerksam gemacht, daß damals bei den Lemuriern die Trennung der beiden Geschlechter stattgefunden hat. Zwei Geschlechter haben bei den niederen Wesen auf dem Monde auch schon bestanden; aber der Mensch, der in einem jeden von Ihnen wohnt, wurde erst in der damaligen Zeit bei der Eingliederung in die körperliche Gestalt in zwei Geschlechter geteilt. Wir müssen uns des Menschen Vorzeit — vor seiner Teilung in zwei Geschlechter, in ein männliches und ein weibliches — so denken, daß das, was wir als Geschlechtlichkeit bezeichnen, überhaupt noch nicht vorhanden war, oder wenigstens eine ganz andere Form hatte. Nun beruht gerade viel darauf, daß wir verstehen, welche Bedeutung für die ganze menschliche Entwickelung dieses hat, was ich eben angeführt habe.

[ 3 ] Wir haben ja schon darauf aufmerksam gemacht, daß damals bei den Lemuriern die Trennung der beiden Geschlechter stattgefunden hat. Zwei Geschlechter haben bei den niederen Wesen auf dem Monde auch schon bestanden; aber der Mensch, der in einem jeden von Ihnen wohnt, wurde erst in der damaligen Zeit bei der Eingliederung in die körperliche Gestalt in zwei Geschlechter geteilt. Wir müssen uns des Menschen Vorzeit — vor seiner Teilung in zwei Geschlechter, in ein männliches und ein weibliches — so denken, daß das, was wir als Geschlechtlichkeit bezeichnen, überhaupt noch nicht vorhanden war, oder wenigstens eine ganz andere Form hatte. Nun beruht gerade viel darauf, daß wir verstehen, welche Bedeutung für die ganze menschliche Entwickelung dieses hat, was ich eben angeführt habe.

[ 4 ] Wenn nämlich die Trennung in zwei Geschlechter nicht eingetreten wäre, wenn nicht im Zusammenwirken des Männlichen und Weiblichen die heutige Menschheit ihren Werdegang durch die Welt vollendete, so wäre dieser Mensch ganz anders gestaltet. Gerade von der Einwirkung des Männlichen kommt das Individuelle im Menschen. Ich habe Ihnen gestern den Unterschied zwischen einer Gruppenseele und einer individuellen Seele klargemacht. Bei den Tieren ist das ganz anders. Das Tier hat die Geschlechter schon auf dem Astralplan. Der Mensch dagegen hatte, bevor er nicht in die einzelnen Menschenleiber getropft ist, auf dem astralen Plan die zwei Geschlechter durchaus noch nicht, — oder noch nicht, wie man sagt, das Gefallensein in die Geschlechter. - Wenn nun in der physischen Welt sich das Geschlechtlose des Menschen fortgepflanzt haben würde, wenn also an die Stelle der Zweigeschlechtlichkeit eine Art Ungeschlechtlichkeit getreten wäre, wäre es nicht möglich gewesen, den Menschen zu einem individuellen Wesen zu machen. Das ist gerade der Sinn der Menschheitsentwickelung, daß die einzelnen Menschen immer individueller und individueller werden.

[ 4 ] Wenn nämlich die Trennung in zwei Geschlechter nicht eingetreten wäre, wenn nicht im Zusammenwirken des Männlichen und Weiblichen die heutige Menschheit ihren Werdegang durch die Welt vollendete, so wäre dieser Mensch ganz anders gestaltet. Gerade von der Einwirkung des Männlichen kommt das Individuelle im Menschen. Ich habe Ihnen gestern den Unterschied zwischen einer Gruppenseele und einer individuellen Seele klargemacht. Bei den Tieren ist das ganz anders. Das Tier hat die Geschlechter schon auf dem Astralplan. Der Mensch dagegen hatte, bevor er nicht in die einzelnen Menschenleiber getropft ist, auf dem astralen Plan die zwei Geschlechter durchaus noch nicht, — oder noch nicht, wie man sagt, das Gefallensein in die Geschlechter. - Wenn nun in der physischen Welt sich das Geschlechtlose des Menschen fortgepflanzt haben würde, wenn also an die Stelle der Zweigeschlechtlichkeit eine Art Ungeschlechtlichkeit getreten wäre, wäre es nicht möglich gewesen, den Menschen zu einem individuellen Wesen zu machen. Das ist gerade der Sinn der Menschheitsentwickelung, daß die einzelnen Menschen immer individueller und individueller werden.

[ 5 ] Würden wir in die Zeit, die ich gestern charakterisiert habe, noch einmal zurückgehen, so würden wir sehen, wie die Menschen in ihren äußeren Gestalten sich sehr gleichen. Durch das Zusammenwirken der beiden Geschlechter entstand die individuelle Verschiedenheit; und die individuelle Verschiedenheit wird immer größer, je weiter der Mensch der Zukunft entgegengeht. Ohne die Trennung in die Geschlechter würden die Generationen sich immer ähnlich sehen. Wir müssen geradezu sagen: daß der Mensch ein immer selbständigeres Wesen wird, das hängt ab von den zwei Geschlechtern.

[ 5 ] Würden wir in die Zeit, die ich gestern charakterisiert habe, noch einmal zurückgehen, so würden wir sehen, wie die Menschen in ihren äußeren Gestalten sich sehr gleichen. Durch das Zusammenwirken der beiden Geschlechter entstand die individuelle Verschiedenheit; und die individuelle Verschiedenheit wird immer größer, je weiter der Mensch der Zukunft entgegengeht. Ohne die Trennung in die Geschlechter würden die Generationen sich immer ähnlich sehen. Wir müssen geradezu sagen: daß der Mensch ein immer selbständigeres Wesen wird, das hängt ab von den zwei Geschlechtern.

[ 6 ] In jener Urzeit und noch weit in die atlantische Zeit hinein, ja noch bis in die nachatlantische Zeit hinein, sehen Sie bei der Menschheit das herrschend, was wir die «nahe Ehe» nennen, und erst nach und nach ist an die Stelle der nahen Ehe die «ferne Ehe» getreten. In urferner Zeit heiratete man innerhalb kleiner Blutsverwandtschaften und kleiner Sippen. Bei allen Völkern finden Sie die Hinweisung auf das Hineinheiraten irgendwelcher Angehörigen in einen andern Stamm als auf etwas Ungewöhnliches, und überall wird das als ein wichtiges Ereignis aufgefaßt. |

[ 6 ] In jener Urzeit und noch weit in die atlantische Zeit hinein, ja noch bis in die nachatlantische Zeit hinein, sehen Sie bei der Menschheit das herrschend, was wir die «nahe Ehe» nennen, und erst nach und nach ist an die Stelle der nahen Ehe die «ferne Ehe» getreten. In urferner Zeit heiratete man innerhalb kleiner Blutsverwandtschaften und kleiner Sippen. Bei allen Völkern finden Sie die Hinweisung auf das Hineinheiraten irgendwelcher Angehörigen in einen andern Stamm als auf etwas Ungewöhnliches, und überall wird das als ein wichtiges Ereignis aufgefaßt. |

[ 7 ] Je weiter wir zurückgehen, finden wir es als etwas Moralisches, daß die Menschen in zusammengehörigen Stämmen sich heiraten, daß verwandtes Blut sich nur mit verwandtem Blute mischt. Diesen Prozeß können wir am besten klarlegen, wenn wir von einem Vergleich ausgehen, der, während alle andern Vergleiche hinken, etwas außerordentlich Treffendes hat. Ich möchte Ihnen da eine kleine Erzählung geben.

[ 7 ] Je weiter wir zurückgehen, finden wir es als etwas Moralisches, daß die Menschen in zusammengehörigen Stämmen sich heiraten, daß verwandtes Blut sich nur mit verwandtem Blute mischt. Diesen Prozeß können wir am besten klarlegen, wenn wir von einem Vergleich ausgehen, der, während alle andern Vergleiche hinken, etwas außerordentlich Treffendes hat. Ich möchte Ihnen da eine kleine Erzählung geben.

[ 8 ] Sie kennen Anzengruber und Rosegger. Rosegger ist ein Dichter, der mit großer Hingabe seine Dorfgestalten schildert. Auch Anzengruber kennt seine Sache, er, der in dem Drama «Der Meineidbauer» in großartiger Weise die Bauern — also ähnliche Gestalten — auf die Bühne zu stellen vermag, so daß sie fest dastehen. Wir wissen, wie großartig plastisch sie dastehen im «Meineidbauer», im «Pfarrer von Kirchfeld» und andern. Nun gingen einmal Rosegger und Anzengruber miteinander spazieren, und Rosegger sagte: Ich weiß, daß du dir eigentlich nie die Bauern anschaust; du würdest sie vielleicht noch besser schildern, wenn du zu ihnen ins Dorf gingest. - Da sagte Anzengruber: Wenn ich das täte, würde ich vielleicht ganz und gar irre werden. Ich habe eigentlich nie Bauern näher kennengelernt; daß ich sie so schildern kann, rührt davon her, daß mein Vater, mein Großvater und alle meine Vorfahren Bauern waren, und dieses Bauernblut habe ich noch in mir. Aus diesem Bauernblut heraus schaffe ich meine Gestalten und kümmere mich nicht um die andern; das rumort sozusagen noch in meinem Blute!

[ 8 ] Sie kennen Anzengruber und Rosegger. Rosegger ist ein Dichter, der mit großer Hingabe seine Dorfgestalten schildert. Auch Anzengruber kennt seine Sache, er, der in dem Drama «Der Meineidbauer» in großartiger Weise die Bauern — also ähnliche Gestalten — auf die Bühne zu stellen vermag, so daß sie fest dastehen. Wir wissen, wie großartig plastisch sie dastehen im «Meineidbauer», im «Pfarrer von Kirchfeld» und andern. Nun gingen einmal Rosegger und Anzengruber miteinander spazieren, und Rosegger sagte: Ich weiß, daß du dir eigentlich nie die Bauern anschaust; du würdest sie vielleicht noch besser schildern, wenn du zu ihnen ins Dorf gingest. - Da sagte Anzengruber: Wenn ich das täte, würde ich vielleicht ganz und gar irre werden. Ich habe eigentlich nie Bauern näher kennengelernt; daß ich sie so schildern kann, rührt davon her, daß mein Vater, mein Großvater und alle meine Vorfahren Bauern waren, und dieses Bauernblut habe ich noch in mir. Aus diesem Bauernblut heraus schaffe ich meine Gestalten und kümmere mich nicht um die andern; das rumort sozusagen noch in meinem Blute!

[ 9 ] Das ist eine interessante Tatsache, die uns auf das hinführt, was wir zu betrachten haben. Wo das Blut ungemischt bleibt, wie es in den alten Stammesgemeinschaften oder bei den Bauern Anzengrubers der Fall war, bleibt eine derartige starke Erscheinung, wie sie bei dem Dichter Anzengruber in der letzten Verkörperung noch da war. Er hatte die Gestaltungskraft ererbt und wußte das ganz genau zu schätzen: es rann durch das Blut der Generationen die Gestaltungskraft. So ist es wirklich, wo verwandtes Blut nur mit verwandtem Blut sich mischt. Und auf die bildnerische Kraft der Seele wirkt die Mischung des fremden Blutes zu fremdem Blut auslöschend. Hätte Anzengruber irgend jemanden geheiratet, der einer ganz andern Klasse angehörte, so würden seine Kinder nicht mehr diese Gestaltungskraft gehabt haben.

[ 9 ] Das ist eine interessante Tatsache, die uns auf das hinführt, was wir zu betrachten haben. Wo das Blut ungemischt bleibt, wie es in den alten Stammesgemeinschaften oder bei den Bauern Anzengrubers der Fall war, bleibt eine derartige starke Erscheinung, wie sie bei dem Dichter Anzengruber in der letzten Verkörperung noch da war. Er hatte die Gestaltungskraft ererbt und wußte das ganz genau zu schätzen: es rann durch das Blut der Generationen die Gestaltungskraft. So ist es wirklich, wo verwandtes Blut nur mit verwandtem Blut sich mischt. Und auf die bildnerische Kraft der Seele wirkt die Mischung des fremden Blutes zu fremdem Blut auslöschend. Hätte Anzengruber irgend jemanden geheiratet, der einer ganz andern Klasse angehörte, so würden seine Kinder nicht mehr diese Gestaltungskraft gehabt haben.

[ 10 ] Fast bei allen Völkern, die heute noch existieren, können wir im Anfange diese Erscheinung beobachten: überall ist mit dem Heiraten in kleinen Blutsverwandtschaften ein ganz außerordentliches Gedächtnis verknüpft. Es ist verknüpft mit jenem dumpfen, dämmerhaften Hellsehen. Sie erinnern sich an das, was Sie seit der Geburt erlebt haben und betrachten das zusammengehörig mit der Persönlichkeit. Bevor die nahe Ehe ersetzt wurde durch die ferne Ehe, erinnerte man sich buchstäblich an das, was der Großvater und die Vorfahren bis weit hinaus erlebt hatten; man sagte «ich» und hatte die Erlebnisse von dem, was da der Großvater, Urgroßvater und so weiter zurück erlebt haben. Je weiter wir zurückgehen, desto mehr finden wir das durch die Generationen hinaufreichende Gedächtnis.

[ 10 ] Fast bei allen Völkern, die heute noch existieren, können wir im Anfange diese Erscheinung beobachten: überall ist mit dem Heiraten in kleinen Blutsverwandtschaften ein ganz außerordentliches Gedächtnis verknüpft. Es ist verknüpft mit jenem dumpfen, dämmerhaften Hellsehen. Sie erinnern sich an das, was Sie seit der Geburt erlebt haben und betrachten das zusammengehörig mit der Persönlichkeit. Bevor die nahe Ehe ersetzt wurde durch die ferne Ehe, erinnerte man sich buchstäblich an das, was der Großvater und die Vorfahren bis weit hinaus erlebt hatten; man sagte «ich» und hatte die Erlebnisse von dem, was da der Großvater, Urgroßvater und so weiter zurück erlebt haben. Je weiter wir zurückgehen, desto mehr finden wir das durch die Generationen hinaufreichende Gedächtnis.

[ 11 ] Und das Interessante ist, daß sich die Völker gar nicht als einzelne Iche gefühlt haben; sie sagten zum Großvater «ich», indem sie wieder sich denselben Namen beilegten, ein Name, der alle umfaßte. Mit demselben Recht, wie Sie sich heute einen Namen geben und den.beziehen auf die einzelne Persönlichkeit, gaben sich diese Völker einen Namen, der weit hinaufreichte in die Jahrhunderte hinein, weil die Geburt das Gedächtnis nicht abriß. Der einzelne Mensch hatte keinen Namen, denn die Geburt war kein besonderes Ereignis. Solange der Faden des Gedächtnisses reichte, hatte man für alle nur einen Namen. Sie haben ein Dokument für diese Namengebung in der Bibel; alles Streiten über die Bedeutung der Patriarchennamen ist nur ein Gelehrtenstreit. Adam war deshalb Adam, und so alt, weil das Gedächtnis sich Jahrhunderte hinauf erhalten hat, weil der, der von einer Persönlichkeit abstammte, sich mit ihr als ein Ich fühlte, Das alles hieß «Adam», wo das durch die Jahrhunderte hindurchfließende Blut ein solches Gedächtnis erzeugt. Solange das Gedächtnis sich bewahrte in der Generationenreihe und man sich der Ereignisse seiner Vorfahren erinnerte als seiner eigenen, so lange sagte man: Adam ist noch da. — Man empfand sich gar nicht als einzelne physische Persönlichkeit, sondern man empfand sich als das, was geistig vorhanden war und die Personen zusammenhielt.

[ 11 ] Und das Interessante ist, daß sich die Völker gar nicht als einzelne Iche gefühlt haben; sie sagten zum Großvater «ich», indem sie wieder sich denselben Namen beilegten, ein Name, der alle umfaßte. Mit demselben Recht, wie Sie sich heute einen Namen geben und den.beziehen auf die einzelne Persönlichkeit, gaben sich diese Völker einen Namen, der weit hinaufreichte in die Jahrhunderte hinein, weil die Geburt das Gedächtnis nicht abriß. Der einzelne Mensch hatte keinen Namen, denn die Geburt war kein besonderes Ereignis. Solange der Faden des Gedächtnisses reichte, hatte man für alle nur einen Namen. Sie haben ein Dokument für diese Namengebung in der Bibel; alles Streiten über die Bedeutung der Patriarchennamen ist nur ein Gelehrtenstreit. Adam war deshalb Adam, und so alt, weil das Gedächtnis sich Jahrhunderte hinauf erhalten hat, weil der, der von einer Persönlichkeit abstammte, sich mit ihr als ein Ich fühlte, Das alles hieß «Adam», wo das durch die Jahrhunderte hindurchfließende Blut ein solches Gedächtnis erzeugt. Solange das Gedächtnis sich bewahrte in der Generationenreihe und man sich der Ereignisse seiner Vorfahren erinnerte als seiner eigenen, so lange sagte man: Adam ist noch da. — Man empfand sich gar nicht als einzelne physische Persönlichkeit, sondern man empfand sich als das, was geistig vorhanden war und die Personen zusammenhielt.

[ 12 ] Dann kam immer mehr die Fernehe, und die Mischung des Blutes wird immer mehr das Gedächtnis abtöten, das über die einzelne menschliche Erscheinung hinausgeht. Die Einengung des Gedächtnisses ist als eine Folge der Fernehe gekommen. So ist der Gang der Menschheit, daß der einzelne immer mehr hinauswächst über den Stamm. In dem gemeinsamen Blut, das durch die Stämme ging, floß auch der gemeinsame Ausdruck für dieses Blut: die Liebe. Das liebt sich, was verwandtes Blut hat. Im Laufe der Zeit wird aber jene Liebe, die wir als Urliebe bezeichnen können, die an das Blut gebunden ist und zur Bildung einer ganzen Familie geführt hat, erlöschen. Die Liebe der Vergangenheit ist eine ganz andere als die, welche uns als die Liebe der Zukunft entgegenleuchtet. In den nachatlantischen Zeiten finden wir noch die Liebe durch das Blut vorherrschend: das liebt sich, in dessen Adern gemeinsames Blut ist. Aber das wird immer mehr verschwinden; die Menschen gehen immer mehr aus den engen Blutsverwandtschaften heraus und werden individuell.

[ 12 ] Dann kam immer mehr die Fernehe, und die Mischung des Blutes wird immer mehr das Gedächtnis abtöten, das über die einzelne menschliche Erscheinung hinausgeht. Die Einengung des Gedächtnisses ist als eine Folge der Fernehe gekommen. So ist der Gang der Menschheit, daß der einzelne immer mehr hinauswächst über den Stamm. In dem gemeinsamen Blut, das durch die Stämme ging, floß auch der gemeinsame Ausdruck für dieses Blut: die Liebe. Das liebt sich, was verwandtes Blut hat. Im Laufe der Zeit wird aber jene Liebe, die wir als Urliebe bezeichnen können, die an das Blut gebunden ist und zur Bildung einer ganzen Familie geführt hat, erlöschen. Die Liebe der Vergangenheit ist eine ganz andere als die, welche uns als die Liebe der Zukunft entgegenleuchtet. In den nachatlantischen Zeiten finden wir noch die Liebe durch das Blut vorherrschend: das liebt sich, in dessen Adern gemeinsames Blut ist. Aber das wird immer mehr verschwinden; die Menschen gehen immer mehr aus den engen Blutsverwandtschaften heraus und werden individuell.

[ 13 ] Diese Urliebe, die entstanden ist mit dem Heruntersteigen der Seelen in die physischen Leiber, steht also abnehmend in dem Zeitenlauf vor uns; die floß in den Menschen in dem Moment ein, der in der Bibel mit den Worten geschildert wird: «Und Gott blies dem Menschen den Odem ein, und er ward eine lebendige Seele.» Damals aber entstand noch etwas anderes. Der Mensch war eine lebende Seele und damit ein Lungenatmer geworden. Die Luft, die er so einatmete, bewirkte sein rotes Blut, und in dem roten Blut drückt sich die Ich-Natur aus. Solange das Blut ein gemeinschaftliches ist, so lange ist das Ich ein gemeinsames, wie wir es im Judentum sehen, wo ein ganzes Volk von einer Gruppenseele beherrscht ist. Aber immer mehr reifen die Menschen dazu heran, unabhängig zu werden von dem Verwandtenblut. Als der Odem in den Menschen eingezogen ist, war dies die erste Anlage zur Blutbildung. Aber erst durch lange Zeiträume ist die Menschheit reif geworden, dieses Blut so zu durchwirken, daß anstelle der Urliebe die allgemeine Menschenliebe treten kann. Denken Sie sich den Fortgang der Menschheit, wie ich ihn eben geschildert habe: Die Urliebe würde allmählich sterben, die Verwandtenliebe - von Mutter zu Kind und so weiter — müßte abnehmen; das Blut wirkt nicht so weit, daß ein Band der Liebe die ganze Menschheit umfassen könnte, und die Gewalt des Ich, die Gewalt der Selbstsucht wird immer größer werden. Da mußte ein Ereignis eintreten, das an die Stelle der Urliebe eine andere Liebe, eine geistige Liebe ins Dasein gerufen hat: dieses Ereignis ist das Christentum. Mit dem Erscheinen des Christentums ist das hintangehalten worden, was sonst eingetreten wäre: das Auseinanderfallen der ganzen Menschheit zu einzelnen Menschenatomen. Die Menschen müssen immer selbständiger werden, das liegt in der Entwickelung ihres Blutes; aber nun muß auf geistige Art wieder zusammengeführt werden, was auf natürliche Art auseinandergetrieben worden ist, durch die neue Kraft, die jetzt ohne Blutsliebe wirken kann: dies ist das Christentum. Das Mysterium von Golgatha bekommt damit eine fundamentale Bedeutung für die ganze Menschheitsentwickelung. Wenn wir das verstehen, verstehen wir die Bedeutung des Wortes: das Blut Christi. Nicht ist es etwas, was man nur äußerlich erfahren und erforschen kann, sondern etwas, was selbst als mystische Tatsache betrachtet werden muß. Mit vollem Bewußtsein ist daher mein Buch genannt - nicht die «Mystik des Christentums», sondern: «Das Christentum als mystische Tatsache.»

[ 13 ] Diese Urliebe, die entstanden ist mit dem Heruntersteigen der Seelen in die physischen Leiber, steht also abnehmend in dem Zeitenlauf vor uns; die floß in den Menschen in dem Moment ein, der in der Bibel mit den Worten geschildert wird: «Und Gott blies dem Menschen den Odem ein, und er ward eine lebendige Seele.» Damals aber entstand noch etwas anderes. Der Mensch war eine lebende Seele und damit ein Lungenatmer geworden. Die Luft, die er so einatmete, bewirkte sein rotes Blut, und in dem roten Blut drückt sich die Ich-Natur aus. Solange das Blut ein gemeinschaftliches ist, so lange ist das Ich ein gemeinsames, wie wir es im Judentum sehen, wo ein ganzes Volk von einer Gruppenseele beherrscht ist. Aber immer mehr reifen die Menschen dazu heran, unabhängig zu werden von dem Verwandtenblut. Als der Odem in den Menschen eingezogen ist, war dies die erste Anlage zur Blutbildung. Aber erst durch lange Zeiträume ist die Menschheit reif geworden, dieses Blut so zu durchwirken, daß anstelle der Urliebe die allgemeine Menschenliebe treten kann. Denken Sie sich den Fortgang der Menschheit, wie ich ihn eben geschildert habe: Die Urliebe würde allmählich sterben, die Verwandtenliebe - von Mutter zu Kind und so weiter — müßte abnehmen; das Blut wirkt nicht so weit, daß ein Band der Liebe die ganze Menschheit umfassen könnte, und die Gewalt des Ich, die Gewalt der Selbstsucht wird immer größer werden. Da mußte ein Ereignis eintreten, das an die Stelle der Urliebe eine andere Liebe, eine geistige Liebe ins Dasein gerufen hat: dieses Ereignis ist das Christentum. Mit dem Erscheinen des Christentums ist das hintangehalten worden, was sonst eingetreten wäre: das Auseinanderfallen der ganzen Menschheit zu einzelnen Menschenatomen. Die Menschen müssen immer selbständiger werden, das liegt in der Entwickelung ihres Blutes; aber nun muß auf geistige Art wieder zusammengeführt werden, was auf natürliche Art auseinandergetrieben worden ist, durch die neue Kraft, die jetzt ohne Blutsliebe wirken kann: dies ist das Christentum. Das Mysterium von Golgatha bekommt damit eine fundamentale Bedeutung für die ganze Menschheitsentwickelung. Wenn wir das verstehen, verstehen wir die Bedeutung des Wortes: das Blut Christi. Nicht ist es etwas, was man nur äußerlich erfahren und erforschen kann, sondern etwas, was selbst als mystische Tatsache betrachtet werden muß. Mit vollem Bewußtsein ist daher mein Buch genannt - nicht die «Mystik des Christentums», sondern: «Das Christentum als mystische Tatsache.»

[ 14 ] Um zu begreifen, was der Christus Jesus selbst auf der Erde war, um zu verstehen, daß das Christentum solch eine fundamentale Bedeutung hat, müssen wir auf die Vorbereitungen zum Christentum eingehen. Die waren in allen alten Zeiten schon vorhanden. Sie können wirklich erkennen, wie der alte Christ dies anschaute, wenn Sie eine Stelle bei Augustinus nehmen: Was man heute christliche Religion nennt, ist die wahre Religion immer gewesen, nur daß, was früher die wahre Religion war, heute die christliche Religion genannt wird. — Augustinus wußte in seiner Zeit noch, daß das Christentum eine Voraussetzung hat: das, was in den alten Mysterien getrieben worden ist. Und gerade dies soll durch die theosophische Bewegung den Menschen enthüllt werden. Ich möchte das durch ein paar Worte charakterisieren.

[ 14 ] Um zu begreifen, was der Christus Jesus selbst auf der Erde war, um zu verstehen, daß das Christentum solch eine fundamentale Bedeutung hat, müssen wir auf die Vorbereitungen zum Christentum eingehen. Die waren in allen alten Zeiten schon vorhanden. Sie können wirklich erkennen, wie der alte Christ dies anschaute, wenn Sie eine Stelle bei Augustinus nehmen: Was man heute christliche Religion nennt, ist die wahre Religion immer gewesen, nur daß, was früher die wahre Religion war, heute die christliche Religion genannt wird. — Augustinus wußte in seiner Zeit noch, daß das Christentum eine Voraussetzung hat: das, was in den alten Mysterien getrieben worden ist. Und gerade dies soll durch die theosophische Bewegung den Menschen enthüllt werden. Ich möchte das durch ein paar Worte charakterisieren.

[ 15 ] Da gab es Schulen, die zu gleicher Zeit Kirchen und auch Kunststätten waren; an der Spitze dieser Schulen standen die Leiter der Menschheit, die am meisten in der Entwickelung Vorangeschrittenen. Jene Menschen, die man für geistig geeignet hielt, selber eine Anschauung gewinnen zu können von dem, was um uns herum ist als geistige Welt, wurden dort aufgenommen. Sie wurden sorgfältig vorbereitet, indem sie zuerst die Tatsachen der geistigen Welt theoretisch kennenlernen mußten, ungefähr so, wie wir heute in der Geisteswissenschaft lernen. Dann kamen immer höhere Stufen. Das Lernen änderte sich in Leben um, das Exoterische in das Esoterische. In allem wurden sie lebendig unterrichtet. Es war strenge Vorschrift, wie der Schüler sein Leben einzurichten hatte, damit er langsam aufsteigen konnte zu dem Anschauen der geistigen Welt. Es hatte der Schüler zuerst die Tatsachen und Gesetze der geistigen Welt gelernt, und hatte sich dann durch Übungen, die ihm vorgeschrieben waren, die Organe geschaffen, um hineinschauen zu können in diese geistige Welt.

[ 15 ] Da gab es Schulen, die zu gleicher Zeit Kirchen und auch Kunststätten waren; an der Spitze dieser Schulen standen die Leiter der Menschheit, die am meisten in der Entwickelung Vorangeschrittenen. Jene Menschen, die man für geistig geeignet hielt, selber eine Anschauung gewinnen zu können von dem, was um uns herum ist als geistige Welt, wurden dort aufgenommen. Sie wurden sorgfältig vorbereitet, indem sie zuerst die Tatsachen der geistigen Welt theoretisch kennenlernen mußten, ungefähr so, wie wir heute in der Geisteswissenschaft lernen. Dann kamen immer höhere Stufen. Das Lernen änderte sich in Leben um, das Exoterische in das Esoterische. In allem wurden sie lebendig unterrichtet. Es war strenge Vorschrift, wie der Schüler sein Leben einzurichten hatte, damit er langsam aufsteigen konnte zu dem Anschauen der geistigen Welt. Es hatte der Schüler zuerst die Tatsachen und Gesetze der geistigen Welt gelernt, und hatte sich dann durch Übungen, die ihm vorgeschrieben waren, die Organe geschaffen, um hineinschauen zu können in diese geistige Welt.

[ 16 ] Und nun will ich Ihnen den Schlußakt davon erzählen. Sie müssen sich erinnern, daß der Schlaf des Menschen darin besteht, daß der Astralleib aus dem Äther- und physischen Leibe heraus ist, und daß der Tod darin besteht, daß der physische Leib allein bleibt und der Ätherund Astralleib vereinigt sind. Nun war es so, daß der Führer der Mysterien, der Hierophant, durch die entsprechenden Methoden, die man anwenden konnte, den Menschen so behandelte, daß der physische Leib durch dreieinhalb Tage hindurch wie tot dalag, und der Ätherleib mit den übrigen Gliedern des Menschen außerhalb war. Das war weder ein Schlaf noch ein Tod, sondern ein drittes. Es war alles so vorbereitet, daß der Mensch während dieser dreieinhalb Tage die Wanderung durch die höheren Welten machen konnte; er lernte jetzt durch die Anleitung des Hierophanteninitiators die Dinge kennen, die wir auch in den vorhergehenden Vorträgen beschrieben haben. Das alles lernte er durch eigene Anschauung kennen. Ein zweimal geborener Mensch war er nach dreieinhalb Tagen. Wenn er jetzt wieder zurückkehrte, erinnerte er sich an alles, was er in den jenseitigen Welten erlebt hatte; er war jetzt ein lebendiger Zeuge dessen, daß es solche Welten gibt. Seine Worte waren jetzt anders, als sie früher erklungen waren. «Selig» war er geworden, und anwendbar war auf ihn das Wort: «Selig sind, die da schauen.»

[ 16 ] Und nun will ich Ihnen den Schlußakt davon erzählen. Sie müssen sich erinnern, daß der Schlaf des Menschen darin besteht, daß der Astralleib aus dem Äther- und physischen Leibe heraus ist, und daß der Tod darin besteht, daß der physische Leib allein bleibt und der Ätherund Astralleib vereinigt sind. Nun war es so, daß der Führer der Mysterien, der Hierophant, durch die entsprechenden Methoden, die man anwenden konnte, den Menschen so behandelte, daß der physische Leib durch dreieinhalb Tage hindurch wie tot dalag, und der Ätherleib mit den übrigen Gliedern des Menschen außerhalb war. Das war weder ein Schlaf noch ein Tod, sondern ein drittes. Es war alles so vorbereitet, daß der Mensch während dieser dreieinhalb Tage die Wanderung durch die höheren Welten machen konnte; er lernte jetzt durch die Anleitung des Hierophanteninitiators die Dinge kennen, die wir auch in den vorhergehenden Vorträgen beschrieben haben. Das alles lernte er durch eigene Anschauung kennen. Ein zweimal geborener Mensch war er nach dreieinhalb Tagen. Wenn er jetzt wieder zurückkehrte, erinnerte er sich an alles, was er in den jenseitigen Welten erlebt hatte; er war jetzt ein lebendiger Zeuge dessen, daß es solche Welten gibt. Seine Worte waren jetzt anders, als sie früher erklungen waren. «Selig» war er geworden, und anwendbar war auf ihn das Wort: «Selig sind, die da schauen.»

[ 17 ] Wenn er zurückkam, bekam er einen ganz neuen Namen; er legte seinen Namen ab und führte als ein Eingeweihter seinen neuen Namen weiter. Und eine eigentümliche Erscheinung trat ein, wenn er herunterkam und seinen physischen Leib wieder bezog, wenn er wieder in der physischen Welt leben konnte. Dann entrang sich allen — das war Gesetz — ein einziger Ausspruch, der in deutscher Sprache lauten würde: «Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verherrlicht!» Dies empfand ein solcher Mensch, der so weit gekommen war; er sagte von sich: Alles, was von der Urliebe noch da war, was dem Menschen durch das Blut eingepflanzt werden mußte, muß bei mir ersetzt werden durch eine Liebe, die keinen Unterschied kennt zwischen Mutter, Bruder, Schwester und den andern Menschen. — Er hatte geistig verlassen Eltern, Weib und Kind, Bruder und Schwester, und war ein Nachfolger des Geistes geworden. In ihm, sagte man, war der Christus lebendig geworden.

[ 17 ] Wenn er zurückkam, bekam er einen ganz neuen Namen; er legte seinen Namen ab und führte als ein Eingeweihter seinen neuen Namen weiter. Und eine eigentümliche Erscheinung trat ein, wenn er herunterkam und seinen physischen Leib wieder bezog, wenn er wieder in der physischen Welt leben konnte. Dann entrang sich allen — das war Gesetz — ein einziger Ausspruch, der in deutscher Sprache lauten würde: «Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verherrlicht!» Dies empfand ein solcher Mensch, der so weit gekommen war; er sagte von sich: Alles, was von der Urliebe noch da war, was dem Menschen durch das Blut eingepflanzt werden mußte, muß bei mir ersetzt werden durch eine Liebe, die keinen Unterschied kennt zwischen Mutter, Bruder, Schwester und den andern Menschen. — Er hatte geistig verlassen Eltern, Weib und Kind, Bruder und Schwester, und war ein Nachfolger des Geistes geworden. In ihm, sagte man, war der Christus lebendig geworden.

[ 18 ] Das alles hatte sich in der Verborgenheit der Mysterien vollzogen. Solche Menschen waren die Zeugen für die geistige Welt. Solche Menschen waren auch Propheten, denn sie deuteten auf ein kommendes Ereignis, und dies ist kein anderes als das Mysterium von Golgatha. Was für den einzelnen Menschen in den Mysterienschulen geschah, vollzog sich für die ganze Welt einmal in der physischen Welt in Palästina. Wenn Sie heute die Vorschriften für die alten Eingeweihten nehmen könnten, würden Sie sehen, daß jene Vorschriften mit diesen dreieinhalb Tagen ihren Abschluß bekamen: niemals hatte sich das früher auf dem physischen Plane abgespielt. Es begann damit eine neue Epoche. So daß Sie sagen können: Alle die Einweihungen waren prophetische Vorherverkündigungen dessen, was sich in dem Mysterium von Golgatha vollzogen hat; und nur dadurch konnte es sich abspielen, daß eine so umfassende Individualität, wie es der Regent der Sonnengeister war, eingekörpert war in den Leib des Jesus von Nazareth. Kein solches menschliches Ich, wie wir es in uns haben, hätte jemals das durchführen können, was sich da auf Golgatha abgespielt hat. Dazu gehörte ein solches Ich, das schon auf der Sonne damals so weit vorgeschritten war.

[ 18 ] Das alles hatte sich in der Verborgenheit der Mysterien vollzogen. Solche Menschen waren die Zeugen für die geistige Welt. Solche Menschen waren auch Propheten, denn sie deuteten auf ein kommendes Ereignis, und dies ist kein anderes als das Mysterium von Golgatha. Was für den einzelnen Menschen in den Mysterienschulen geschah, vollzog sich für die ganze Welt einmal in der physischen Welt in Palästina. Wenn Sie heute die Vorschriften für die alten Eingeweihten nehmen könnten, würden Sie sehen, daß jene Vorschriften mit diesen dreieinhalb Tagen ihren Abschluß bekamen: niemals hatte sich das früher auf dem physischen Plane abgespielt. Es begann damit eine neue Epoche. So daß Sie sagen können: Alle die Einweihungen waren prophetische Vorherverkündigungen dessen, was sich in dem Mysterium von Golgatha vollzogen hat; und nur dadurch konnte es sich abspielen, daß eine so umfassende Individualität, wie es der Regent der Sonnengeister war, eingekörpert war in den Leib des Jesus von Nazareth. Kein solches menschliches Ich, wie wir es in uns haben, hätte jemals das durchführen können, was sich da auf Golgatha abgespielt hat. Dazu gehörte ein solches Ich, das schon auf der Sonne damals so weit vorgeschritten war.

[ 19 ] In dieser Weise begreifen wir die Gottmenschheit des Christus Jesus, die in der modernen Zeit so leicht geleugnet wird, weil man nicht mehr vermag, in die Tiefen der geistigen Welt sich einzuleben. Und so sehen wir, wenn wir die Sache im richtigen Lichte betrachten, auf Golgatha etwas sich abspielen, was eine Bedeutung hat, die weit über alles andere Geschehen hinausreicht.

[ 19 ] In dieser Weise begreifen wir die Gottmenschheit des Christus Jesus, die in der modernen Zeit so leicht geleugnet wird, weil man nicht mehr vermag, in die Tiefen der geistigen Welt sich einzuleben. Und so sehen wir, wenn wir die Sache im richtigen Lichte betrachten, auf Golgatha etwas sich abspielen, was eine Bedeutung hat, die weit über alles andere Geschehen hinausreicht.

[ 20 ] Unter den neueren Geistern hat allein Richard Wagner wiederum etwas geahnt von der Bedeutung des Blutes. Ich habe Ihnen erklärt, wie das Drüsenleben des Menschen der Ausdruck des Ätherleibes ist, das Nervenleben der Ausdruck des Astralleibes, und wie der Ausdruck des Ich das Blutleben ist. Ich habe Ihnen gezeigt, wie in der Entwickelung des Blutes, wenn der Christus nicht gekommen wäre, eine Hinentwickelung zu einer größeren Selbstsucht eingetreten wäre; das Ich hätte die Selbstsucht, die Ich-Sucht immer mehr vergrößert. Es mußte dasjenige Blut abfließen, hingeopfert werden, das in der Menschheit überschüssig war, damit sie nicht ganz aufgehe in Selbstsucht. Der wahre Mystiker sieht in dem Blut, das aus den Wunden des Erlösers fließt, das abfließende überschüssige Blut, das fließen mußte, damit die Menschheit nicht in Selbstsucht verfällt, damit eine geistig-seelische Bruderliebe die ganze Menschheit erfassen konnte. So sieht der Geisteswissenschafter das vom Kreuze strömende Blut an, das von der Menschheit genommen werden mußte, damit diese sich erheben konnte vom Materiellen. Damit ist an Stelle der Liebe, die durch das Blut zusammengehalten wurde, eine Zukunftsliebe aufgerichtet, die von Mensch zu Mensch geht. Und nur so kann verstanden werden das Wort des Christus Jesus: «Wer nicht verläßt Vater und Mutter, Bruder und Schwester, Weib und Kind, der kann nicht mein Jünger sein.» Das darf nicht anders als so aufgefaßt werden, daß durch die Tat von Golgatha alles überwunden wird, was vorher durch das verwandte Blut, durch die Verwandtenliebe gefestigt werden mußte. Derjenige, der an diese Stelle die neue, die geistigseelische Liebe setzte, durfte sagen, daß die alte Liebe verlassen werden muß. So ist der Zusammenhang.

[ 20 ] Unter den neueren Geistern hat allein Richard Wagner wiederum etwas geahnt von der Bedeutung des Blutes. Ich habe Ihnen erklärt, wie das Drüsenleben des Menschen der Ausdruck des Ätherleibes ist, das Nervenleben der Ausdruck des Astralleibes, und wie der Ausdruck des Ich das Blutleben ist. Ich habe Ihnen gezeigt, wie in der Entwickelung des Blutes, wenn der Christus nicht gekommen wäre, eine Hinentwickelung zu einer größeren Selbstsucht eingetreten wäre; das Ich hätte die Selbstsucht, die Ich-Sucht immer mehr vergrößert. Es mußte dasjenige Blut abfließen, hingeopfert werden, das in der Menschheit überschüssig war, damit sie nicht ganz aufgehe in Selbstsucht. Der wahre Mystiker sieht in dem Blut, das aus den Wunden des Erlösers fließt, das abfließende überschüssige Blut, das fließen mußte, damit die Menschheit nicht in Selbstsucht verfällt, damit eine geistig-seelische Bruderliebe die ganze Menschheit erfassen konnte. So sieht der Geisteswissenschafter das vom Kreuze strömende Blut an, das von der Menschheit genommen werden mußte, damit diese sich erheben konnte vom Materiellen. Damit ist an Stelle der Liebe, die durch das Blut zusammengehalten wurde, eine Zukunftsliebe aufgerichtet, die von Mensch zu Mensch geht. Und nur so kann verstanden werden das Wort des Christus Jesus: «Wer nicht verläßt Vater und Mutter, Bruder und Schwester, Weib und Kind, der kann nicht mein Jünger sein.» Das darf nicht anders als so aufgefaßt werden, daß durch die Tat von Golgatha alles überwunden wird, was vorher durch das verwandte Blut, durch die Verwandtenliebe gefestigt werden mußte. Derjenige, der an diese Stelle die neue, die geistigseelische Liebe setzte, durfte sagen, daß die alte Liebe verlassen werden muß. So ist der Zusammenhang.

[ 21 ] Die Erscheinung des Christus Jesus selbst ist eine tiefe mystische Tatsache und kann nur dann verstanden werden, wenn man nicht den Maßstab der Naturwissenschaft darauf anwendet. Wer das täte, würde dem gleichen, der eine Träne ansieht und sie nur nach dem Gesetz der Schwerkraft beurteilt, nicht als einen Ausdruck der Seele sehen will.

[ 21 ] Die Erscheinung des Christus Jesus selbst ist eine tiefe mystische Tatsache und kann nur dann verstanden werden, wenn man nicht den Maßstab der Naturwissenschaft darauf anwendet. Wer das täte, würde dem gleichen, der eine Träne ansieht und sie nur nach dem Gesetz der Schwerkraft beurteilt, nicht als einen Ausdruck der Seele sehen will.

[ 22 ] Solche Dinge sind eben nur mit der Geisteswissenschaft zu erfassen. Deshalb unterscheidet sich das Erscheinen des Christus Jesus auf Erden von dem aller andern Religionsstifter. Was die andern gegeben haben, ist eine Lehre. Bei dem Christus Jesus kann man wirklich sagen: Fast jedes Wort, das er gesprochen hat, ist schon einmal in irgendeinem Zusammenhange gesagt worden. Bei dem Hermes und Buddha kommt es an auf das, was sie gesagt haben: bei dem Christus Jesus kommt es darauf an,daß er da war, daß er gelebt hat, und daß sich das Mysterium von Golgatha vollzogen hat.

[ 22 ] Solche Dinge sind eben nur mit der Geisteswissenschaft zu erfassen. Deshalb unterscheidet sich das Erscheinen des Christus Jesus auf Erden von dem aller andern Religionsstifter. Was die andern gegeben haben, ist eine Lehre. Bei dem Christus Jesus kann man wirklich sagen: Fast jedes Wort, das er gesprochen hat, ist schon einmal in irgendeinem Zusammenhange gesagt worden. Bei dem Hermes und Buddha kommt es an auf das, was sie gesagt haben: bei dem Christus Jesus kommt es darauf an,daß er da war, daß er gelebt hat, und daß sich das Mysterium von Golgatha vollzogen hat.

[ 23 ] Wer daher ein Christ im richtigen geisteswissenschaftlichen Sinne sein will, ist es dadurch, daß er an die Gottheit des Christus Jesus selbst glaubt. Die ersten Jünger sagten nicht nur: Wir sind hinausgeschickt, daß wir die Worte verkünden sollen -, sondern sie sollten von seinem Dasein Zeugnis ablegen: «Wir haben die Worte selbst gehört und haben unsere Hände in seine Wunden gelegt.» Auf das Dasein kommt es an. Denken Sie sich bei den andern Religionen die Religionsstifter weg, Sie würden nichts dabei verlieren. Denken Sie sich den Christus Jesus weg — und das Christentum wäre nicht da! Das ist der Unterschied. Deshalb mögen die Menschen, wie Darwin, Strauß, Drews und so weiter noch so viel verkünden, daß man alle andern Religionslehren im Christentum wiederfinden könne, darauf kommt es nicht an; sondern darauf, daß Er da war, und daß Er das, was in den Propheten vorherverkündet war, als eine Tatsache darstellte. So ist das Christentum nicht Lehre, sondern Kraft. Wenn Sie sich auf einen andern Planeten von hier erheben könnten, würden Sie nicht nur die Erde, sondern auch den Äther- und Astralleib der Erde sehen, die geistige Erde außer der physischen; und könnten Sie auf diesem Stern durch Jahrtausende weilen, schon von der Zeit an vor dem Erscheinen des Christus Jesus, dann würden Sie gesehen haben, wie in dem Geist der Erde selber sich die Farbe des Astralleibes verändert hat dadurch, daß der Christus Jesus da war. Die Erde ist wirklich verändert; und die Menschen, die nach der Erscheinung des Christus Jesus leben, leben auf einer veränderten Erde und sind deshalb fähig geworden, den tiefsten Herabstieg des Geistes zu überwinden. Früher mußte man in die Geisteswelt erhoben werden, wenn man davon etwas wissen wollte; im Christentum ist das Mysterium selbst herabgestiegen. Für physische Augen war es da als historisches Ereignis. Die Gottheit mußte herabsteigen, um die Menschheit aus der physischen Welt wieder in die geistige hinaufzuführen.

[ 23 ] Wer daher ein Christ im richtigen geisteswissenschaftlichen Sinne sein will, ist es dadurch, daß er an die Gottheit des Christus Jesus selbst glaubt. Die ersten Jünger sagten nicht nur: Wir sind hinausgeschickt, daß wir die Worte verkünden sollen -, sondern sie sollten von seinem Dasein Zeugnis ablegen: «Wir haben die Worte selbst gehört und haben unsere Hände in seine Wunden gelegt.» Auf das Dasein kommt es an. Denken Sie sich bei den andern Religionen die Religionsstifter weg, Sie würden nichts dabei verlieren. Denken Sie sich den Christus Jesus weg — und das Christentum wäre nicht da! Das ist der Unterschied. Deshalb mögen die Menschen, wie Darwin, Strauß, Drews und so weiter noch so viel verkünden, daß man alle andern Religionslehren im Christentum wiederfinden könne, darauf kommt es nicht an; sondern darauf, daß Er da war, und daß Er das, was in den Propheten vorherverkündet war, als eine Tatsache darstellte. So ist das Christentum nicht Lehre, sondern Kraft. Wenn Sie sich auf einen andern Planeten von hier erheben könnten, würden Sie nicht nur die Erde, sondern auch den Äther- und Astralleib der Erde sehen, die geistige Erde außer der physischen; und könnten Sie auf diesem Stern durch Jahrtausende weilen, schon von der Zeit an vor dem Erscheinen des Christus Jesus, dann würden Sie gesehen haben, wie in dem Geist der Erde selber sich die Farbe des Astralleibes verändert hat dadurch, daß der Christus Jesus da war. Die Erde ist wirklich verändert; und die Menschen, die nach der Erscheinung des Christus Jesus leben, leben auf einer veränderten Erde und sind deshalb fähig geworden, den tiefsten Herabstieg des Geistes zu überwinden. Früher mußte man in die Geisteswelt erhoben werden, wenn man davon etwas wissen wollte; im Christentum ist das Mysterium selbst herabgestiegen. Für physische Augen war es da als historisches Ereignis. Die Gottheit mußte herabsteigen, um die Menschheit aus der physischen Welt wieder in die geistige hinaufzuführen.

[ 24 ] So finden Sie das Christentum geschildert in dem reinsten Evangelium, dem Johannes-Evangelium. Es ist nicht nur eine Dichtung, sondern ein Lebensbuch. Der allein weiß, was das Johannes-Evangelium ist, der es erlebt hat; und wenn man es erlebt, kann man alles, was heute gesagt worden ist, als eigene Wahrheit verkünden.

[ 24 ] So finden Sie das Christentum geschildert in dem reinsten Evangelium, dem Johannes-Evangelium. Es ist nicht nur eine Dichtung, sondern ein Lebensbuch. Der allein weiß, was das Johannes-Evangelium ist, der es erlebt hat; und wenn man es erlebt, kann man alles, was heute gesagt worden ist, als eigene Wahrheit verkünden.

[ 25 ] Ich möchte nun noch kurz zeigen, wie der Mensch zu den Erkenntnissen des Christentums kommen kann.

[ 25 ] Ich möchte nun noch kurz zeigen, wie der Mensch zu den Erkenntnissen des Christentums kommen kann.

[ 26 ] Unter vielen Büchern ist das Johannes-Evangelium dasjenige, das die Methoden angibt, mit deren Hilfe man die Tiefen des Christentums ergründen kann. Selbst als das Christentum noch nicht in der heutigen Form da war, wurde es schon in den Schulen gelehrt; so bei Dionysius dem Areopagiten, einem Schüler des Apostels Paulus. In den alten Zeiten war es üblich, durch die Jahrhunderte hindurch den eigentlichen Träger der Mysterien mit demselben Namen zu belegen, so daß der, welcher die Geheimnisse überkommen und sie aufgeschrieben hat, auch so genannt wurde.

[ 26 ] Unter vielen Büchern ist das Johannes-Evangelium dasjenige, das die Methoden angibt, mit deren Hilfe man die Tiefen des Christentums ergründen kann. Selbst als das Christentum noch nicht in der heutigen Form da war, wurde es schon in den Schulen gelehrt; so bei Dionysius dem Areopagiten, einem Schüler des Apostels Paulus. In den alten Zeiten war es üblich, durch die Jahrhunderte hindurch den eigentlichen Träger der Mysterien mit demselben Namen zu belegen, so daß der, welcher die Geheimnisse überkommen und sie aufgeschrieben hat, auch so genannt wurde.

[ 27 ] Wer vom Standpunkt der Esoterik aus sich in die ersten Worte des Johannes-Evangeliums hinein vertieft, erlebt es, daß sie eine weckende Kraft in seinem Inneren sind. Dann muß man allerdings das JohannesEvangelium so anwenden, wie es ursprünglich angewendet worden ist, und man muß die Geduld haben, immer wieder die ersten Sätze des Johannes-Evangeliums als seinen Meditationsstoff zu nehmen und sie jeden Morgen an seiner Seele vorüberziehen lassen. Dann ist das eine Kraft, die tief in unserer Seele verborgene Kräfte herausholt. Allerdings muß man eine richtige Übersetzung dafür haben. Sie müssen ungefähr an deutschen Wortcharakteren ausdrücken, was wirklich im Urtext dastand. In einer möglichst richtigen Übersetzung möchte ich Ihnen anführen, daß charakteristisch in den Worten das eigentliche Geistesleben des Johannes-Evangeliums angegeben wird:

[ 27 ] Wer vom Standpunkt der Esoterik aus sich in die ersten Worte des Johannes-Evangeliums hinein vertieft, erlebt es, daß sie eine weckende Kraft in seinem Inneren sind. Dann muß man allerdings das JohannesEvangelium so anwenden, wie es ursprünglich angewendet worden ist, und man muß die Geduld haben, immer wieder die ersten Sätze des Johannes-Evangeliums als seinen Meditationsstoff zu nehmen und sie jeden Morgen an seiner Seele vorüberziehen lassen. Dann ist das eine Kraft, die tief in unserer Seele verborgene Kräfte herausholt. Allerdings muß man eine richtige Übersetzung dafür haben. Sie müssen ungefähr an deutschen Wortcharakteren ausdrücken, was wirklich im Urtext dastand. In einer möglichst richtigen Übersetzung möchte ich Ihnen anführen, daß charakteristisch in den Worten das eigentliche Geistesleben des Johannes-Evangeliums angegeben wird:

«Im Urbeginne war das Wort, und das Wort war bei Gott, und ein Gott war das Wort.

Dieses war im Urbeginne bei Gott.

Alles ist durch dasselbe geworden, und außer durch dieses ist nichts von dem Entstandenen geworden.

In diesem war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und dasLicht schien in die Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht begriffen.

Es ward ein Mensch, gesandt war er von Gott, mit seinem Namen Johannes.

Dieser kam zum Zeugnis, auf daß er Zeugnis ablege von dem Lichte, auf daß durch ihn alle glauben sollten.

Er war nicht das Licht, sondern ein Zeuge des Lichtes. Denn das wahreLicht, das alle Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch es geworden, aber die Welt hat es nicht erkannt.

Zu den einzelnen Menschen kam es, bis zu den Ich-Menschen kam es, aber die einzelnen Menschen, die Ich-Menschen, nahmen es nicht auf.

Die es aber aufnahmen, die konnten sich durch es als Gotteskinder offenbaren.

Die seinem Namen vertrauten, sind nicht aus Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches und nicht aus menschlichem Willen, sondern aus Gott geworden.

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnet, und wir haben seine Lehre gehöret, die Lehre von dem einigen Sohne des Vaters, erfüllt von Hingabe und Wahrheit.»

«Im Urbeginne war das Wort, und das Wort war bei Gott, und ein Gott war das Wort.

Dieses war im Urbeginne bei Gott.

Alles ist durch dasselbe geworden, und außer durch dieses ist nichts von dem Entstandenen geworden.

In diesem war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und dasLicht schien in die Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht begriffen.

Es ward ein Mensch, gesandt war er von Gott, mit seinem Namen Johannes.

Dieser kam zum Zeugnis, auf daß er Zeugnis ablege von dem Lichte, auf daß durch ihn alle glauben sollten.

Er war nicht das Licht, sondern ein Zeuge des Lichtes. Denn das wahreLicht, das alle Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch es geworden, aber die Welt hat es nicht erkannt.

Zu den einzelnen Menschen kam es, bis zu den Ich-Menschen kam es, aber die einzelnen Menschen, die Ich-Menschen, nahmen es nicht auf.

Die es aber aufnahmen, die konnten sich durch es als Gotteskinder offenbaren.

Die seinem Namen vertrauten, sind nicht aus Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches und nicht aus menschlichem Willen, sondern aus Gott geworden.

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnet, und wir haben seine Lehre gehöret, die Lehre von dem einigen Sohne des Vaters, erfüllt von Hingabe und Wahrheit.»

[ 28 ] Ich könnte Ihnen nun viel erzählen, wie Sie sich hineinleben müßten in die einzelnen Kapitel des Johannes-Evangeliums. Ich will Ihnen nur eine Probe geben, wie Sie die Kapitel vom dreizehnten ab benutzen müßten, wenn Sie ein wirklicher Zögling der christlichen Einweihung wären. Was ich Ihnen in Worten sage, hat sich an Tatsachen abgespielt. Ich will es zum Verständnis in eine Dialogform kleiden, die Ihnen eine Vorstellung geben könnte, was sich zwischen Lehrer und Schüler abgespielt hat.

[ 28 ] Ich könnte Ihnen nun viel erzählen, wie Sie sich hineinleben müßten in die einzelnen Kapitel des Johannes-Evangeliums. Ich will Ihnen nur eine Probe geben, wie Sie die Kapitel vom dreizehnten ab benutzen müßten, wenn Sie ein wirklicher Zögling der christlichen Einweihung wären. Was ich Ihnen in Worten sage, hat sich an Tatsachen abgespielt. Ich will es zum Verständnis in eine Dialogform kleiden, die Ihnen eine Vorstellung geben könnte, was sich zwischen Lehrer und Schüler abgespielt hat.

[ 29 ] Da sagte der Lehrer zum Schüler: Du mußt ein Gefühl in dir entwickeln, dir folgendes denken: Du mußt dich versetzen in die Pflanze. Könnte sie Bewußtsein haben wie du, und könnte sie durch dieses Bewußtsein herunterblicken zu den Steinen, so würde sie sagen: Du toter Stein, du bist in der Reihe der Wesen ein niedrigeres Wesen als ich selber; ich bin höher. Aber könnte ich heute so als Pflanze da sein, wenn nicht du jetzt als Stein da wärest? Ich hole meine Nahrungssäfte aus dir heraus. Ich könnte nicht sein ohne das, was niedriger ist als ich. —- Und könnte die Pflanze fühlen, dann würde sie sagen: Zwar bin ich höher als der Stein, aber ich neige in Demut mich zu ihm herunter, da mir der Stein das Dasein möglich gemacht hat. — Ebenso müßte sich das Tier zur Pflanze neigen und sagen: Ohne daß du, Pflanze, da bist, könnte ich nicht sein, obwohl ich höher bin als du. Ich verdanke dir niedrigerem Wesen mein Dasein. In Demut neige ich mich vor dir.

[ 29 ] Da sagte der Lehrer zum Schüler: Du mußt ein Gefühl in dir entwickeln, dir folgendes denken: Du mußt dich versetzen in die Pflanze. Könnte sie Bewußtsein haben wie du, und könnte sie durch dieses Bewußtsein herunterblicken zu den Steinen, so würde sie sagen: Du toter Stein, du bist in der Reihe der Wesen ein niedrigeres Wesen als ich selber; ich bin höher. Aber könnte ich heute so als Pflanze da sein, wenn nicht du jetzt als Stein da wärest? Ich hole meine Nahrungssäfte aus dir heraus. Ich könnte nicht sein ohne das, was niedriger ist als ich. —- Und könnte die Pflanze fühlen, dann würde sie sagen: Zwar bin ich höher als der Stein, aber ich neige in Demut mich zu ihm herunter, da mir der Stein das Dasein möglich gemacht hat. — Ebenso müßte sich das Tier zur Pflanze neigen und sagen: Ohne daß du, Pflanze, da bist, könnte ich nicht sein, obwohl ich höher bin als du. Ich verdanke dir niedrigerem Wesen mein Dasein. In Demut neige ich mich vor dir.

[ 30 ] Gehen Sie jetzt hinauf zum Menschen, zu den verschiedensten, den niederen und höheren, was müßte ein jeder sagen, der auf der Entwickelungsstufenleiter etwas höher steht als die andern? Wie die Pflanze zum Mineral, wie das Tier zur Pflanze, so müßte ein jeder Mensch, der höher steht, sich herunterneigen zu dem niedereren und sagen: Zwar bist du niedriger, aber dir verdanke ich, daß ich da sein kann!

[ 30 ] Gehen Sie jetzt hinauf zum Menschen, zu den verschiedensten, den niederen und höheren, was müßte ein jeder sagen, der auf der Entwickelungsstufenleiter etwas höher steht als die andern? Wie die Pflanze zum Mineral, wie das Tier zur Pflanze, so müßte ein jeder Mensch, der höher steht, sich herunterneigen zu dem niedereren und sagen: Zwar bist du niedriger, aber dir verdanke ich, daß ich da sein kann!

[ 31 ] Nun denken Sie sich dies bis zu dem Höchsten, bis zu dem Christus Jesus ausgeführt, und Sie haben das Verhältnis des Christus Jesus zu den Aposteln, mit denen er zusammen war und zu denen er sich herunterneigte, wie die Pflanze zum Mineral, und ihnen die Füße wusch: «Aus euch bin ich hervorgegangen, ich neige mich zu euch herunter.»

[ 31 ] Nun denken Sie sich dies bis zu dem Höchsten, bis zu dem Christus Jesus ausgeführt, und Sie haben das Verhältnis des Christus Jesus zu den Aposteln, mit denen er zusammen war und zu denen er sich herunterneigte, wie die Pflanze zum Mineral, und ihnen die Füße wusch: «Aus euch bin ich hervorgegangen, ich neige mich zu euch herunter.»

[ 32 ] Solche Gefühle durch alle Stufen hindurch mußte der Schüler durch lange Zeiträume durchmachen. Und immer lebendiger werden mußte dieses Gefühl; dann erwachte er auf der ersten Stufe der christlichen Einweihung. Durch ein äußeres und durch ein inneres Symptom kann man das fühlen: das äußere ist das, daß der Schüler wirklich eine Zeitlang so empfindet, als ob seine Füße umflossen wären vom wässerigen Element. Und das innere Symptom ist, daß er das dreizehnte Kapitel des Johannes-Evangeliums als eine innere Vision selbst erlebt auf dem Astralplan.

[ 32 ] Solche Gefühle durch alle Stufen hindurch mußte der Schüler durch lange Zeiträume durchmachen. Und immer lebendiger werden mußte dieses Gefühl; dann erwachte er auf der ersten Stufe der christlichen Einweihung. Durch ein äußeres und durch ein inneres Symptom kann man das fühlen: das äußere ist das, daß der Schüler wirklich eine Zeitlang so empfindet, als ob seine Füße umflossen wären vom wässerigen Element. Und das innere Symptom ist, daß er das dreizehnte Kapitel des Johannes-Evangeliums als eine innere Vision selbst erlebt auf dem Astralplan.

[ 33 ] Dann schritten sie weiter. Der Lehrer sagte dem Schüler: Du mußt noch weiteres erleben; du mußt nunmehr dir vorstellen, daß von allen Seiten körperliche und seelische Leiden und Schmerzen auf dich einstürmen würden. Du mußt dich gegen alles stark machen, so daß du sagen könntest: Was auch für Schmerzen und Leiden auf mich einstürmen, ich stehe aufrecht und lasse mich nicht zu Boden werfen. Dieses nennt man die «Geißelung». Das äußere Symptom dafür ist, daß man etwas spürt wie Schmerzen in seiner Haut, die ein Kennzeichen dafür sind, daß die Seele so weit ist. Und das innere Symptom ist so, daß man sich selbst auf dem Astralplan als gegeißelt sieht. Das Wesentliche aber ist das, was die Seele errungen hat an innerem Erleben.

[ 33 ] Dann schritten sie weiter. Der Lehrer sagte dem Schüler: Du mußt noch weiteres erleben; du mußt nunmehr dir vorstellen, daß von allen Seiten körperliche und seelische Leiden und Schmerzen auf dich einstürmen würden. Du mußt dich gegen alles stark machen, so daß du sagen könntest: Was auch für Schmerzen und Leiden auf mich einstürmen, ich stehe aufrecht und lasse mich nicht zu Boden werfen. Dieses nennt man die «Geißelung». Das äußere Symptom dafür ist, daß man etwas spürt wie Schmerzen in seiner Haut, die ein Kennzeichen dafür sind, daß die Seele so weit ist. Und das innere Symptom ist so, daß man sich selbst auf dem Astralplan als gegeißelt sieht. Das Wesentliche aber ist das, was die Seele errungen hat an innerem Erleben.

[ 34 ] Das dritte, was der Schüler von dem Lehrer hört, ist folgendes: Jetzt mußt du ein Gefühl entwickeln, daß du nicht nur standhältst gegen alle Schmerzen, die auf dich einstürmen, sondern du mußt standhaft bleiben, wenn auch das Heiligste in dir in den Staub gezerrt würde. So stark mußt du bleiben, daß alle Leute dir sagen könnten: Das ist nichts wert. — Selbst wenn die Leute es dir zertreten, du mußt wissen, was es wert ist, und mußt gegen eine ganze Welt standhalten können. — Hatte der Schüler das erlangt, dann sagte man: er hat die «Dornenkrönung» erlebt. Das äußere Symptom ist ein Gefühl wie von einem gewissen Schmerz im Kopf, und das innere Symptom ist, daß man sich in der Situation des dornengekrönten Erlösers sieht.

[ 34 ] Das dritte, was der Schüler von dem Lehrer hört, ist folgendes: Jetzt mußt du ein Gefühl entwickeln, daß du nicht nur standhältst gegen alle Schmerzen, die auf dich einstürmen, sondern du mußt standhaft bleiben, wenn auch das Heiligste in dir in den Staub gezerrt würde. So stark mußt du bleiben, daß alle Leute dir sagen könnten: Das ist nichts wert. — Selbst wenn die Leute es dir zertreten, du mußt wissen, was es wert ist, und mußt gegen eine ganze Welt standhalten können. — Hatte der Schüler das erlangt, dann sagte man: er hat die «Dornenkrönung» erlebt. Das äußere Symptom ist ein Gefühl wie von einem gewissen Schmerz im Kopf, und das innere Symptom ist, daß man sich in der Situation des dornengekrönten Erlösers sieht.

[ 35 ] Das vierte ist dann dieses: Der Lehrer sagt dem Schüler: Du mußt ein ganz neues Verhältnis zu deinem Leibe gewinnen. Du wohnst in deinem Leibe; jetzt aber mußt du ihn als etwas ganz Fremdes betrachten, wie der äußere Tisch dir ein fremdes Ding ist, und mußt sogar verstehen lernen zu sagen: Ich trage meinen Leib durch die Welt. - Er muß etwas sein, was dir so fern steht wie andere äußere Gegenstände. — Dann sagte man, man hat die «Kreuzigung» erlebt. Wie der Erlöser das Kreuz trug, so trug man den eigenen Leib wie etwa ein Stück Holz. Das äußere Symptom für die Kreuzigung selbst sind die Stigmata. Der Schüler ist imstande, in der Meditation willkürlich die Blutmale an sich hervorzurufen, an den Händen, an den Füßen und an der rechten Seite der Brust; da treten die roten Flecken auf, die an die Kreuzeswunden erinnern. Diese «Blutsprobe» ist ein äußeres Symptom dafür, daß man das innere Wesen des Christentums kennengelernt hat. Und das innere Erleben ist: man sieht sich selbst am Kreuze hängen in einer astralen Vision.

[ 35 ] Das vierte ist dann dieses: Der Lehrer sagt dem Schüler: Du mußt ein ganz neues Verhältnis zu deinem Leibe gewinnen. Du wohnst in deinem Leibe; jetzt aber mußt du ihn als etwas ganz Fremdes betrachten, wie der äußere Tisch dir ein fremdes Ding ist, und mußt sogar verstehen lernen zu sagen: Ich trage meinen Leib durch die Welt. - Er muß etwas sein, was dir so fern steht wie andere äußere Gegenstände. — Dann sagte man, man hat die «Kreuzigung» erlebt. Wie der Erlöser das Kreuz trug, so trug man den eigenen Leib wie etwa ein Stück Holz. Das äußere Symptom für die Kreuzigung selbst sind die Stigmata. Der Schüler ist imstande, in der Meditation willkürlich die Blutmale an sich hervorzurufen, an den Händen, an den Füßen und an der rechten Seite der Brust; da treten die roten Flecken auf, die an die Kreuzeswunden erinnern. Diese «Blutsprobe» ist ein äußeres Symptom dafür, daß man das innere Wesen des Christentums kennengelernt hat. Und das innere Erleben ist: man sieht sich selbst am Kreuze hängen in einer astralen Vision.

[ 36 ] Die fünfte Stufe ist das, was man den «mystischen Tod» nennt. Das kann man nur mehr annähernd beschreiben. Der mystische "Tod besteht darin, daß er tatsächlich für den Menschen einmal so auftritt, als ob die ganze Welt für ihn in finsterste Finsternis getaucht wäre und es wie eine schwarze Wand vor ihm stünde. Die ganze Sinneswelt ist wie ausgelöscht und versunken; das kann man erleben. In diesem Augenblick lernt man kennen — was man eigentlich nur durch dieses Ereignis kennenlernen kann - alles, was an Bösem und Schlechtem, an Üblem in der Welt vorhanden sein kann. Um das Leben kennenzulernen, muß man dies auch durchmachen. Man nennt es das «Hinabsteigen in die Hölle». Dann folgt ein eigenartiges Ereignis: Sie sehen es, wie vor den Augen ausgebreitet. Jene Wand geht auseinander: es ist das «Zerreißen des Tempelvorhanges», und dann blickt man hinauf in die geistige Welt. Das nennt man den «mystischen Tod und das Zerreißen des Vorhangs».

[ 36 ] Die fünfte Stufe ist das, was man den «mystischen Tod» nennt. Das kann man nur mehr annähernd beschreiben. Der mystische "Tod besteht darin, daß er tatsächlich für den Menschen einmal so auftritt, als ob die ganze Welt für ihn in finsterste Finsternis getaucht wäre und es wie eine schwarze Wand vor ihm stünde. Die ganze Sinneswelt ist wie ausgelöscht und versunken; das kann man erleben. In diesem Augenblick lernt man kennen — was man eigentlich nur durch dieses Ereignis kennenlernen kann - alles, was an Bösem und Schlechtem, an Üblem in der Welt vorhanden sein kann. Um das Leben kennenzulernen, muß man dies auch durchmachen. Man nennt es das «Hinabsteigen in die Hölle». Dann folgt ein eigenartiges Ereignis: Sie sehen es, wie vor den Augen ausgebreitet. Jene Wand geht auseinander: es ist das «Zerreißen des Tempelvorhanges», und dann blickt man hinauf in die geistige Welt. Das nennt man den «mystischen Tod und das Zerreißen des Vorhangs».

[ 37 ] Die sechste Stufe ist die «Grablegung und Auferstehung», wo der Mensch sich zu den früheren Gefühlen noch jenes aneignet, daß die andern äußeren Gegenstände ihm noch etwas werden, was wie zu seinem Körper gehört, wo die ganze Erde noch zu ihm gehört. Wie der Finger sagen könnte: Ich bin nur ein Finger dadurch, daß ich am Organismus der Hand bin -, so ist der Mensch nur auf der Erde dadurch, daß er der Erde angehört. Die Menschen können auf der Erde herumwandeln, und daher halten sie sich für selbständig. Wenn man sich mit diesem Gefühl durchdringt, daß alles zu uns gehört, dann tritt das ein, was man nennt die «Grablegung»: man ruht geistig-seelisch in der Erde drinnen, und erst danach ist man gleichsam auf geistige Weise wieder auferstanden. Man versteht dann erst die Tat des Christus Jesus, der sich durch den Tod mit der Erde verbunden hat und so, wie er dereinst Regent der Sonne war, nun Geist der Erde geworden ist. Und wörtlich sind die Worte im Johannes-Evangelium zu nehmen: «Wer mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen»! Verstehen Sie den Christus Jesus als den höchsten planetarischen Geist der Erde und die Erde als seinen Leib, dann begreifen Sie auch, daß Sie den Leib des Christus Jesus buchstäblich mit Füßen treten. Und mit ihm werden Sie vereinigt, wenn Sie die Grablegung dieser sechsten Stufe erleben.

[ 37 ] Die sechste Stufe ist die «Grablegung und Auferstehung», wo der Mensch sich zu den früheren Gefühlen noch jenes aneignet, daß die andern äußeren Gegenstände ihm noch etwas werden, was wie zu seinem Körper gehört, wo die ganze Erde noch zu ihm gehört. Wie der Finger sagen könnte: Ich bin nur ein Finger dadurch, daß ich am Organismus der Hand bin -, so ist der Mensch nur auf der Erde dadurch, daß er der Erde angehört. Die Menschen können auf der Erde herumwandeln, und daher halten sie sich für selbständig. Wenn man sich mit diesem Gefühl durchdringt, daß alles zu uns gehört, dann tritt das ein, was man nennt die «Grablegung»: man ruht geistig-seelisch in der Erde drinnen, und erst danach ist man gleichsam auf geistige Weise wieder auferstanden. Man versteht dann erst die Tat des Christus Jesus, der sich durch den Tod mit der Erde verbunden hat und so, wie er dereinst Regent der Sonne war, nun Geist der Erde geworden ist. Und wörtlich sind die Worte im Johannes-Evangelium zu nehmen: «Wer mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen»! Verstehen Sie den Christus Jesus als den höchsten planetarischen Geist der Erde und die Erde als seinen Leib, dann begreifen Sie auch, daß Sie den Leib des Christus Jesus buchstäblich mit Füßen treten. Und mit ihm werden Sie vereinigt, wenn Sie die Grablegung dieser sechsten Stufe erleben.

[ 38 ] Dann kommt die siebente Stufe, die «Himmelfahrt», die man mit Recht nicht beschreiben kann, weil nur der sie verstehen könnte, der denken könnte, ohne sich des Gehirnes zu bedienen.

[ 38 ] Dann kommt die siebente Stufe, die «Himmelfahrt», die man mit Recht nicht beschreiben kann, weil nur der sie verstehen könnte, der denken könnte, ohne sich des Gehirnes zu bedienen.

[ 39 ] Ich habe Ihnen geschildert, wie durchgemacht wurde die christliche Einweihung. Dadurch erwarb sich der Schüler das, was man das «Christus-Auge» nennt. Wenn Sie kein Auge hätten, wäre alles um Sie her finster; ebensowenig wie Sie ohne Auge eine Sonne sehen könnten, ebensowenig könnten Sie ohne das Christus-Organ den Christus wahrnehmen. Das Auge ist von dem Lichte für das Licht geboren. Das Licht ist die Ursache des Sehens. Die Sonne muß außen vorhanden sein als die reale Sonne, und diese reale Sonne selbst erleben Sie in Ihrem Auge. Genau so ist es mit dem geistigen Auge. Es ist nur ein leeres Gerede, wenn man bloß von dem «innerlichen» Christus spricht; das wäre dasselbe, wie wenn man vom Auge spräche, ohne daß eine Sonne bestünde. Der Mensch kann sich die Fähigkeit, den Christus zu schauen, durch die Übungen erwerben, die jetzt angeführt sind; aber daß er die Kraft dazu haben kann, das kommt wiederum von dem historischen Christus selbst her. Wie die Sonne zum Auge, so verhält sich der Christus zur Heranbildung des Christus-Organs im Menschen.

[ 39 ] Ich habe Ihnen geschildert, wie durchgemacht wurde die christliche Einweihung. Dadurch erwarb sich der Schüler das, was man das «Christus-Auge» nennt. Wenn Sie kein Auge hätten, wäre alles um Sie her finster; ebensowenig wie Sie ohne Auge eine Sonne sehen könnten, ebensowenig könnten Sie ohne das Christus-Organ den Christus wahrnehmen. Das Auge ist von dem Lichte für das Licht geboren. Das Licht ist die Ursache des Sehens. Die Sonne muß außen vorhanden sein als die reale Sonne, und diese reale Sonne selbst erleben Sie in Ihrem Auge. Genau so ist es mit dem geistigen Auge. Es ist nur ein leeres Gerede, wenn man bloß von dem «innerlichen» Christus spricht; das wäre dasselbe, wie wenn man vom Auge spräche, ohne daß eine Sonne bestünde. Der Mensch kann sich die Fähigkeit, den Christus zu schauen, durch die Übungen erwerben, die jetzt angeführt sind; aber daß er die Kraft dazu haben kann, das kommt wiederum von dem historischen Christus selbst her. Wie die Sonne zum Auge, so verhält sich der Christus zur Heranbildung des Christus-Organs im Menschen.

[ 40 ] Nicht eine Anleitung sollte hier gegeben werden, sondern Tatsachen sollten hier angeführt werden. Kennenlernen soll man aber, was es in der Welt gibt. Und dazu sind diese Vorträge da, daß man erkennen lernt, aus welchen Tiefen heraus der wirkliche christliche Geist schöpft, und wie das Johannes-Evangelium selbst die Methoden der christlichen Einweihung enthält, durch die der Mensch das Auge erhält, das den Christus selbst schauen kann. Die ihn aber verkünden wollen, die müssen in einer gewissen Weise mit ihm zusammengelebt haben, wirklich, nicht in einem bloßen Glauben.

[ 40 ] Nicht eine Anleitung sollte hier gegeben werden, sondern Tatsachen sollten hier angeführt werden. Kennenlernen soll man aber, was es in der Welt gibt. Und dazu sind diese Vorträge da, daß man erkennen lernt, aus welchen Tiefen heraus der wirkliche christliche Geist schöpft, und wie das Johannes-Evangelium selbst die Methoden der christlichen Einweihung enthält, durch die der Mensch das Auge erhält, das den Christus selbst schauen kann. Die ihn aber verkünden wollen, die müssen in einer gewissen Weise mit ihm zusammengelebt haben, wirklich, nicht in einem bloßen Glauben.

[ 41 ] Um das zu schildern, was es in der Welt gibt, betrachten Sie den heutigen Vortrag; daß es in der geistigen Welt so ist, wie es Goethe wunderbar charakterisiert hat. Er sprach ja die schönen Worte, die für alle Naturwissenschaft und für alle Geisteswissenschaft gelten:

[ 41 ] Um das zu schildern, was es in der Welt gibt, betrachten Sie den heutigen Vortrag; daß es in der geistigen Welt so ist, wie es Goethe wunderbar charakterisiert hat. Er sprach ja die schönen Worte, die für alle Naturwissenschaft und für alle Geisteswissenschaft gelten:

Wär’ nicht das Auge sonnenhaft,
Wie könnten wir das Licht erblicken?
Lebt’ nicht in uns des Gottes eigne Kraft,
Wie könnt’ uns Göttliches entzücken?

Wär’ nicht das Auge sonnenhaft,
Wie könnten wir das Licht erblicken?
Lebt’ nicht in uns des Gottes eigne Kraft,
Wie könnt’ uns Göttliches entzücken?

[ 42 ] Draußen in der Welt müssen die Dinge und Wesenheiten sein; sie schafft die Organe und Fähigkeiten. - Ohne die Sonne kein Auge, aber auch keine Fähigkeit, die Sonne zu schauen. Ohne den Christus Jesus kein Organ, den Christus zu schauen, aber auch keine Möglichkeit, das Organ zu entwickeln!

[ 42 ] Draußen in der Welt müssen die Dinge und Wesenheiten sein; sie schafft die Organe und Fähigkeiten. - Ohne die Sonne kein Auge, aber auch keine Fähigkeit, die Sonne zu schauen. Ohne den Christus Jesus kein Organ, den Christus zu schauen, aber auch keine Möglichkeit, das Organ zu entwickeln!