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The Rudolf Steiner Archive

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The Gospel of St. John
GA 103

27 May 1908, Hamburg

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Achter Vortrag

Achter Vortrag

[ 1 ] Wir haben gesehen, daß man sich dem tiefen Sinne des JohannesEvangeliums am besten dadurch nähert, daß man den Zugang dazu von verschiedenen Seiten her zu gewinnen sucht; und wir haben ja gestern von einer gewissen Seite her auf eines der bedeutsamsten Geheimnisse des Johannes-Evangeliums hindeuten dürfen. Nun wird es nötig sein, damit wir nach und nach zu einem vollen Verständnisse gerade des gestern angeführten Mysteriums kommen können, daß wir die Erscheinung des Christus Jesus in unserer nachatlantischen Zeit als solcher betrachten. Wir haben das Mannigfaltigste zusammengetragen, um die Entwickelung des Menschen und innerhalb dieser das Christus-Prinzip zu verfolgen. Wir werden heute versuchen zu begreifen, warum Christus gerade in dem Zeitpunkt unserer Entwickelung als Mensch aufgetreten ist, in dem er auf der Erde gewandelt ist. Da werden wir an dasjenige anzuknüpfen haben, was wir teilweise in den letzten Vorträgen schon gehört haben, und werden namentlich die Entwickelung unserer Menschheit in der nachatlantischen Zeit ins Auge fassen müssen.

[ 1 ] Wir haben gesehen, daß man sich dem tiefen Sinne des JohannesEvangeliums am besten dadurch nähert, daß man den Zugang dazu von verschiedenen Seiten her zu gewinnen sucht; und wir haben ja gestern von einer gewissen Seite her auf eines der bedeutsamsten Geheimnisse des Johannes-Evangeliums hindeuten dürfen. Nun wird es nötig sein, damit wir nach und nach zu einem vollen Verständnisse gerade des gestern angeführten Mysteriums kommen können, daß wir die Erscheinung des Christus Jesus in unserer nachatlantischen Zeit als solcher betrachten. Wir haben das Mannigfaltigste zusammengetragen, um die Entwickelung des Menschen und innerhalb dieser das Christus-Prinzip zu verfolgen. Wir werden heute versuchen zu begreifen, warum Christus gerade in dem Zeitpunkt unserer Entwickelung als Mensch aufgetreten ist, in dem er auf der Erde gewandelt ist. Da werden wir an dasjenige anzuknüpfen haben, was wir teilweise in den letzten Vorträgen schon gehört haben, und werden namentlich die Entwickelung unserer Menschheit in der nachatlantischen Zeit ins Auge fassen müssen.

[ 2 ] Wir haben wiederholt erwähnt, daß unsere Vorfahren in einer weit zurückliegenden Zeit drüben im Westen auf einem Erdgebiete gewohnt haben, das heute eingenommen wird vom Atlantischen Ozeane. Auf der alten Atlantis haben unsere Vorfahren gelebt. Wir haben vorgestern namentlich auf die Art und Weise hindeuten können, wie die äußere Körperlichkeit dieser unserer atlantischen Vorfahren ausgesehen hat. Wir haben gesehen, daß dasjenige, was heute vom Menschen mit äußeren Sinnen wahrgenommen wird, der physische Leib, eigentlich erst langsam und nach und nach zu der fleischlichen Dichte gekommen ist, die er heute hat.

[ 2 ] Wir haben wiederholt erwähnt, daß unsere Vorfahren in einer weit zurückliegenden Zeit drüben im Westen auf einem Erdgebiete gewohnt haben, das heute eingenommen wird vom Atlantischen Ozeane. Auf der alten Atlantis haben unsere Vorfahren gelebt. Wir haben vorgestern namentlich auf die Art und Weise hindeuten können, wie die äußere Körperlichkeit dieser unserer atlantischen Vorfahren ausgesehen hat. Wir haben gesehen, daß dasjenige, was heute vom Menschen mit äußeren Sinnen wahrgenommen wird, der physische Leib, eigentlich erst langsam und nach und nach zu der fleischlichen Dichte gekommen ist, die er heute hat.

[ 3 ] Wir konnten sagen, daß erst im letzten Teile der atlantischen Zeit der Mensch einigermaßen der heutigen Gestalt ähnelte. Aber auch gegen das letzte Drittel der atlantischen Zeit war der Mensch noch wesentlich anders, wenn er auch für die äußeren Sinne sich nicht viel unterschied. Wir können uns am besten begreiflich machen, welchen Fortschritt der Mensch gemacht hat, wenn wir den heutigen Menschen vergleichen mit irgendeinem der lebenden höheren Tiere. Uns muß ja schon aus verschiedenen Gründen klar geworden sein, wodurch der Mensch sich im wesentlichen unterscheidet von einem heute selbst noch so hochstehenden Tiere. Bei jedem Tiere finden wir, daß auf dem physischen Plane oder in der physischen Welt die Wesenheit dieses Tieres besteht aus dem physischen Leibe, dem Äther- oder Lebensleibe und dem astralischen Leibe, daß diese drei Bestandteile aber das Wesen des Tieres in der physischen Welt ausmachen. Sie dürfen nun nicht glauben, daß in der physischen Welt etwa nur Physisches vorkommt. Es wäre ein großer Irrtum, wenn Sie etwa alles Ätherische oder namentlich alles Astralische in der übersinnlichen Welt suchen würden. Freilich können Sie mit physischen Sinnen in der physischen Welt nur Physisches sehen. Aber das ist nicht deshalb etwa, weil in der physischen Welt nur Physisches vorhanden wäre. Nein, beim Tier ist in der physischen Welt ein Ätherleib und ein astralischer Leib vorhanden, und der hellseherisch begabte Mensch sieht diesen Ätherleib und diesen astralischen Leib des Tieres. Erst wenn er zu dem eigentlichen Ich des Tieres kommen will, kann er nicht in der physischen Welt bleiben, da muß er hinaufsteigen in die astralische Welt. Da ist die Gruppenseele oder das Gruppen-Ich der Tiere. Und der Unterschied des Menschen vom Tiere besteht darin, daß beim Menschen das Ich auch hier unten in der physischen Welt ist. Das heißt, der Mensch besteht in der physischen Welt aus physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib und Ich, obwohl die drei höheren Glieder, vom Ätherleib an, nur für das hellseherische Bewußtsein erkennbar sind.

[ 3 ] Wir konnten sagen, daß erst im letzten Teile der atlantischen Zeit der Mensch einigermaßen der heutigen Gestalt ähnelte. Aber auch gegen das letzte Drittel der atlantischen Zeit war der Mensch noch wesentlich anders, wenn er auch für die äußeren Sinne sich nicht viel unterschied. Wir können uns am besten begreiflich machen, welchen Fortschritt der Mensch gemacht hat, wenn wir den heutigen Menschen vergleichen mit irgendeinem der lebenden höheren Tiere. Uns muß ja schon aus verschiedenen Gründen klar geworden sein, wodurch der Mensch sich im wesentlichen unterscheidet von einem heute selbst noch so hochstehenden Tiere. Bei jedem Tiere finden wir, daß auf dem physischen Plane oder in der physischen Welt die Wesenheit dieses Tieres besteht aus dem physischen Leibe, dem Äther- oder Lebensleibe und dem astralischen Leibe, daß diese drei Bestandteile aber das Wesen des Tieres in der physischen Welt ausmachen. Sie dürfen nun nicht glauben, daß in der physischen Welt etwa nur Physisches vorkommt. Es wäre ein großer Irrtum, wenn Sie etwa alles Ätherische oder namentlich alles Astralische in der übersinnlichen Welt suchen würden. Freilich können Sie mit physischen Sinnen in der physischen Welt nur Physisches sehen. Aber das ist nicht deshalb etwa, weil in der physischen Welt nur Physisches vorhanden wäre. Nein, beim Tier ist in der physischen Welt ein Ätherleib und ein astralischer Leib vorhanden, und der hellseherisch begabte Mensch sieht diesen Ätherleib und diesen astralischen Leib des Tieres. Erst wenn er zu dem eigentlichen Ich des Tieres kommen will, kann er nicht in der physischen Welt bleiben, da muß er hinaufsteigen in die astralische Welt. Da ist die Gruppenseele oder das Gruppen-Ich der Tiere. Und der Unterschied des Menschen vom Tiere besteht darin, daß beim Menschen das Ich auch hier unten in der physischen Welt ist. Das heißt, der Mensch besteht in der physischen Welt aus physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib und Ich, obwohl die drei höheren Glieder, vom Ätherleib an, nur für das hellseherische Bewußtsein erkennbar sind.

[ 4 ] Nun drückt sich dieser Unterschied des Menschen vom Tiere auch in einer gewissen Weise hellseherisch aus. Nehmen Sie an, ein Hellseher beobachtet ein Pferd und einen Menschen. Da findet er, daß außerhalb des bis zur Schnauze verlängerten Pferdekopfes ein ätherischer Ansatz ist, und er sagt sich: Da ragt über dem physischen Kopfe des Pferdes der Ätherkopf heraus und ist mächtig organisiert. Diese beiden decken sich aber nicht beim Pferde. Beim heutigen Menschen findet man hellseherisch das, was Ätherkopf ist, ungefähr in Form und Größe mit dem physischen Kopfe übereinstimmend. Besonders grotesk sieht hellseherisch betrachtet der Elefant aus, der einen merkwürdig großen Ätherkopf hat; so daß dieser Elefant, hellseherisch gesehen, ein ganz, ganz groteskes Tier wird. Aber beim heutigen Menschen deckt sich physischer Kopf und Ätherkopf, sie sind nach Form und Größe ziemlich gleich. Das war nicht immer so beim Menschen. Im letzten Drittel der atlantischen Zeit finden wir es erst so. Der alte Atlantier hatte den Ätherkopf mächtig hervorragend über dem physischen Kopfe. Dann wuchsen diese beiden immer mehr zusammen, und es war im letzten Drittel der atlantischen Zeit, als physischer und Ätherkopf zur Deckung kamen. Im Gehirn gibt es einen Punkt - in der Nähe der Augen -, der deckt sich heute mit einem ganz bestimmten Punkte des Ätherkopfes. Diese Punkte waren in alter Zeit getrennt. Der Ätherpunkt war außerhalb des Gehirns. Diese beiden wichtigen Punkte haben sich zusammengeschoben. Als diese beiden Punkte zusammengefallen sind, da war es erst, daß der Mensch lernte, zu sich «Ich» zu sagen, da ist das hervorgetreten, was wir gestern die Bewußtseinsseele genannt haben. Durch diese Deckung von Ätherkopf und physischem Kopf des Menschen änderte sich sein Kopf in ganz beträchtlicher Weise. Denn dieses menschliche Haupt hat beim alten Atlantier doch noch wesentlich anders ausgesehen als beim heutigen Menschen. Wenn wir verstehen wollen, wie die heutige Entwickelung möglich geworden ist, so müssen wir auch ein wenig die physischen Verhältnisse in der alten Atlantis ins Auge fassen.

[ 4 ] Nun drückt sich dieser Unterschied des Menschen vom Tiere auch in einer gewissen Weise hellseherisch aus. Nehmen Sie an, ein Hellseher beobachtet ein Pferd und einen Menschen. Da findet er, daß außerhalb des bis zur Schnauze verlängerten Pferdekopfes ein ätherischer Ansatz ist, und er sagt sich: Da ragt über dem physischen Kopfe des Pferdes der Ätherkopf heraus und ist mächtig organisiert. Diese beiden decken sich aber nicht beim Pferde. Beim heutigen Menschen findet man hellseherisch das, was Ätherkopf ist, ungefähr in Form und Größe mit dem physischen Kopfe übereinstimmend. Besonders grotesk sieht hellseherisch betrachtet der Elefant aus, der einen merkwürdig großen Ätherkopf hat; so daß dieser Elefant, hellseherisch gesehen, ein ganz, ganz groteskes Tier wird. Aber beim heutigen Menschen deckt sich physischer Kopf und Ätherkopf, sie sind nach Form und Größe ziemlich gleich. Das war nicht immer so beim Menschen. Im letzten Drittel der atlantischen Zeit finden wir es erst so. Der alte Atlantier hatte den Ätherkopf mächtig hervorragend über dem physischen Kopfe. Dann wuchsen diese beiden immer mehr zusammen, und es war im letzten Drittel der atlantischen Zeit, als physischer und Ätherkopf zur Deckung kamen. Im Gehirn gibt es einen Punkt - in der Nähe der Augen -, der deckt sich heute mit einem ganz bestimmten Punkte des Ätherkopfes. Diese Punkte waren in alter Zeit getrennt. Der Ätherpunkt war außerhalb des Gehirns. Diese beiden wichtigen Punkte haben sich zusammengeschoben. Als diese beiden Punkte zusammengefallen sind, da war es erst, daß der Mensch lernte, zu sich «Ich» zu sagen, da ist das hervorgetreten, was wir gestern die Bewußtseinsseele genannt haben. Durch diese Deckung von Ätherkopf und physischem Kopf des Menschen änderte sich sein Kopf in ganz beträchtlicher Weise. Denn dieses menschliche Haupt hat beim alten Atlantier doch noch wesentlich anders ausgesehen als beim heutigen Menschen. Wenn wir verstehen wollen, wie die heutige Entwickelung möglich geworden ist, so müssen wir auch ein wenig die physischen Verhältnisse in der alten Atlantis ins Auge fassen.

[ 5 ] Wenn Sie durch die alte Atlantis drüben im Westen gegangen wären, hätten Sie eine solche Verteilung von Regen, Nebel, Luft und Sonnenschein, wie Sie es jetzt auf unseren heutigen Ländergebieten haben, nicht erlebt. Namentlich die nördlichen Gegenden westlich von Skandinavien waren damals durchzogen von Nebel. Die Menschen, die dort lebten, wo heute Irland ist - und weiter westlich davon -, haben niemals in der Weise Regen und Sonnenschein verteilt gesehen in der alten Atlantis, wie es heute der Fall ist. Sie waren immer eingebettet in Nebel, und erst mit der atlantischen Flut kam die Zeit heran, wo die Nebelmassen sich auch aus der Luft ablösten und sich niederschlugen. Sie hätten die ganze alte Atlantis durchforschen können, und Sie würden eine Erscheinung da nicht gefunden haben, die Ihnen allen heute als eine wunderbare Naturerscheinung bekannt ist — unmöglich würden Sie den Regenbogen finden! Der ist nur möglich bei einer solchen Verteilung von Regen und Sonnenschein, wie sie heute in der Atmosphäre sein kann. In der Atlantis, vor der atlantischen Flut, finden Sie keinen Regenbogen. Erst allmählich, nach der atlantischen Flut, trat die Erscheinung des Regenbogens ein, das heißt, sie wurde physikalisch möglich. Wenn Sie dies nun aus der Geheimwissenschaft mitgeteilt erhalten und sich erinnern, daß die atlantische Flut in den verschiedenen Sagen und Mythen als Sintflut erhalten ist, daß Noah hervortritt und nach der Sintflut zuerst den Regenbogen sieht, dann werden Sie einen Begriff bekommen, wie tief wahr, buchstäblich wahr die religiösen Urkunden sind. Wahr ist es, daß erst nach der atlantischen Flut die Menschen zum ersten Male ansichtig wurden des Regenbogens. — Das sind so die Erlebnisse, die der haben kann, der den Okkultismus durcherlebt und dann Stück für Stück erst begreifen lernt, wie buchstäblich man die religiösen Urkunden nehmen darf, freilich: wie man zuvor diesen Buchstaben verstehen lernen muß.

[ 5 ] Wenn Sie durch die alte Atlantis drüben im Westen gegangen wären, hätten Sie eine solche Verteilung von Regen, Nebel, Luft und Sonnenschein, wie Sie es jetzt auf unseren heutigen Ländergebieten haben, nicht erlebt. Namentlich die nördlichen Gegenden westlich von Skandinavien waren damals durchzogen von Nebel. Die Menschen, die dort lebten, wo heute Irland ist - und weiter westlich davon -, haben niemals in der Weise Regen und Sonnenschein verteilt gesehen in der alten Atlantis, wie es heute der Fall ist. Sie waren immer eingebettet in Nebel, und erst mit der atlantischen Flut kam die Zeit heran, wo die Nebelmassen sich auch aus der Luft ablösten und sich niederschlugen. Sie hätten die ganze alte Atlantis durchforschen können, und Sie würden eine Erscheinung da nicht gefunden haben, die Ihnen allen heute als eine wunderbare Naturerscheinung bekannt ist — unmöglich würden Sie den Regenbogen finden! Der ist nur möglich bei einer solchen Verteilung von Regen und Sonnenschein, wie sie heute in der Atmosphäre sein kann. In der Atlantis, vor der atlantischen Flut, finden Sie keinen Regenbogen. Erst allmählich, nach der atlantischen Flut, trat die Erscheinung des Regenbogens ein, das heißt, sie wurde physikalisch möglich. Wenn Sie dies nun aus der Geheimwissenschaft mitgeteilt erhalten und sich erinnern, daß die atlantische Flut in den verschiedenen Sagen und Mythen als Sintflut erhalten ist, daß Noah hervortritt und nach der Sintflut zuerst den Regenbogen sieht, dann werden Sie einen Begriff bekommen, wie tief wahr, buchstäblich wahr die religiösen Urkunden sind. Wahr ist es, daß erst nach der atlantischen Flut die Menschen zum ersten Male ansichtig wurden des Regenbogens. — Das sind so die Erlebnisse, die der haben kann, der den Okkultismus durcherlebt und dann Stück für Stück erst begreifen lernt, wie buchstäblich man die religiösen Urkunden nehmen darf, freilich: wie man zuvor diesen Buchstaben verstehen lernen muß.

[ 6 ] Gegen das Ende der atlantischen Zeit hin stellt es sich heraus, daß die äußeren und inneren Verhältnisse für den Menschen am günstigsten waren auf einem bestimmten Gebietsteile unserer Erdoberfläche, der sich in der Nähe des heutigen Irlands befand. Heute ist das betreffende Landgebiet mit Wasser bedeckt. Damals waren dort ganz besonders günstige Verhältnisse; und dort bildete sich innerhalb der atlantischen Völker das begabteste Volk aus, das am meisten Veranlagung dazu hatte, zum freien menschlichen Selbstbewußtsein aufzusteigen. Und der Führer dieses Volkes, das man gewohnt worden ist in der theosophischen Literatur die «Ursemiten» zu nennen, war ein großer Eingeweihter, der, wenn man trivial sprechen darf, sich die fortgeschrittensten Individuen dieses Volksteiles aussuchte und mit ihnen nach dem Osten zog, durch Europa bis nach Asien hinüber in die Gegend des heutigen Tibet. Dahin zog ein verhältnismäßig kleiner, aber namentlich geistig, spirituell sehr weit fortgeschrittener Bruchteil der atlantischen Bevölkerung.

[ 6 ] Gegen das Ende der atlantischen Zeit hin stellt es sich heraus, daß die äußeren und inneren Verhältnisse für den Menschen am günstigsten waren auf einem bestimmten Gebietsteile unserer Erdoberfläche, der sich in der Nähe des heutigen Irlands befand. Heute ist das betreffende Landgebiet mit Wasser bedeckt. Damals waren dort ganz besonders günstige Verhältnisse; und dort bildete sich innerhalb der atlantischen Völker das begabteste Volk aus, das am meisten Veranlagung dazu hatte, zum freien menschlichen Selbstbewußtsein aufzusteigen. Und der Führer dieses Volkes, das man gewohnt worden ist in der theosophischen Literatur die «Ursemiten» zu nennen, war ein großer Eingeweihter, der, wenn man trivial sprechen darf, sich die fortgeschrittensten Individuen dieses Volksteiles aussuchte und mit ihnen nach dem Osten zog, durch Europa bis nach Asien hinüber in die Gegend des heutigen Tibet. Dahin zog ein verhältnismäßig kleiner, aber namentlich geistig, spirituell sehr weit fortgeschrittener Bruchteil der atlantischen Bevölkerung.

[ 7 ] Innerhalb der letzten atlantischen Zeit war es ja so gekommen, daß nach und nach die westlichen Gegenden der Atlantis verschwanden, sich mit Meer bedeckten. Europa trat in seiner heutigen Gestalt immer mehr hervor. Asien war noch so, daß die große sibirische Ländermasse noch bedeckt war mit weiten Wassermassen; aber namentlich die südlichen Gegenden Asiens waren, anders gestaltet, schon vorhanden. Die weniger fortgeschrittenen Volksmassen gliederten sich zum Teil an diesen Kern des Volkes an, der von Westen nach Osten zog; manche zogen weiter, manche weniger weit mit. Aber auch die alte europäische Bevölkerung kam zum großen Teile dadurch zustande, daß aus der Atlantis herüber Völkermassen zogen, sich dort niederließen und das alte Europa bevölkerten. Früher schon hinausgeschobene Völkermassen, zum Teil auch solche, die von anderen Gebieten der Atlantis, auch vom alten Lemurien, nach Asien gekommen waren, trafen bei diesem Völkerzuge zusammen. So daß Volksmassen verschiedenster Begabung und verschiedenster geistiger Fähigkeiten in Europa und Asien sich niederließen. Der kleine Bruchteil, der geführt wurde von jener großen spirituellen Individualität, ließ sich drüben in Asien nieder, um dort die damals mögliche höchste Geistigkeit zu pflegen. Von diesem Kulturgebiete aus gingen die Kulturströmungen nach den verschiedensten Gebieten der Erde und zu den verschiedenen Völkern.

[ 7 ] Innerhalb der letzten atlantischen Zeit war es ja so gekommen, daß nach und nach die westlichen Gegenden der Atlantis verschwanden, sich mit Meer bedeckten. Europa trat in seiner heutigen Gestalt immer mehr hervor. Asien war noch so, daß die große sibirische Ländermasse noch bedeckt war mit weiten Wassermassen; aber namentlich die südlichen Gegenden Asiens waren, anders gestaltet, schon vorhanden. Die weniger fortgeschrittenen Volksmassen gliederten sich zum Teil an diesen Kern des Volkes an, der von Westen nach Osten zog; manche zogen weiter, manche weniger weit mit. Aber auch die alte europäische Bevölkerung kam zum großen Teile dadurch zustande, daß aus der Atlantis herüber Völkermassen zogen, sich dort niederließen und das alte Europa bevölkerten. Früher schon hinausgeschobene Völkermassen, zum Teil auch solche, die von anderen Gebieten der Atlantis, auch vom alten Lemurien, nach Asien gekommen waren, trafen bei diesem Völkerzuge zusammen. So daß Volksmassen verschiedenster Begabung und verschiedenster geistiger Fähigkeiten in Europa und Asien sich niederließen. Der kleine Bruchteil, der geführt wurde von jener großen spirituellen Individualität, ließ sich drüben in Asien nieder, um dort die damals mögliche höchste Geistigkeit zu pflegen. Von diesem Kulturgebiete aus gingen die Kulturströmungen nach den verschiedensten Gebieten der Erde und zu den verschiedenen Völkern.

[ 8 ] Die erste Kulturströmung ging herunter nach Indien, und dort bildete sich durch den Einschlag, den die geistige Gesandtschaft der großen Individualität ihm gab, das heraus, was wir nennen die uraltindische Kultur. Wir sprechen da nicht von jener indischen Kultur, von der uns Reste in den wunderbaren Büchern der Veden geblieben sind, auch nicht von dem, was später durch Tradition auf die Nachwelt gekommen ist. Allem, was man von dieser äußeren Kultur wissen kann, ging eine viel herrlichere ältere Kultur voran, die Kultur der alten heiligen Rishis, jener großen Lehrer, die in weit zurückliegenden Zeiten der Menschheit die erste nachatlantische Kultur gegeben haben.

[ 8 ] Die erste Kulturströmung ging herunter nach Indien, und dort bildete sich durch den Einschlag, den die geistige Gesandtschaft der großen Individualität ihm gab, das heraus, was wir nennen die uraltindische Kultur. Wir sprechen da nicht von jener indischen Kultur, von der uns Reste in den wunderbaren Büchern der Veden geblieben sind, auch nicht von dem, was später durch Tradition auf die Nachwelt gekommen ist. Allem, was man von dieser äußeren Kultur wissen kann, ging eine viel herrlichere ältere Kultur voran, die Kultur der alten heiligen Rishis, jener großen Lehrer, die in weit zurückliegenden Zeiten der Menschheit die erste nachatlantische Kultur gegeben haben.

[ 9 ] Versetzen wir uns einmal in die Seele dieser ersten Kulturströmung der nachatlantischen Zeit. Diese erste Kultur der nachatlantischen Menschheit war die erste eigentlich religiöse Kultur der Menschheit. Die vorhergehenden atlantischen Kulturen waren im eigentlichen Sinne des Wortes keine religiösen Kulturen. «Religion» ist im Grunde eine Eigentümlichkeit der nachatlantischen Zeit. Warum? Nun, wie lebten die Atlantier? Dadurch, daß der Ätherkopf noch außerhalb des physischen Kopfes war, hatte sich noch nicht vollständig verloren das alte dämmerhafte Hellsehen. Im weitesten Umfange sah der Mensch, wenn er des Nachts aus dem physischen Leibe heraus war, hinein in die geistige Welt. Während er bei Tage, wenn er untertauchte in seinen physischen Leib, hier in der physischen Welt physische Dinge sah, sah er noch bis zu einem gewissen Grade nachts die Gefilde der geistigen Welt. - Versetzen Sie sich einmal in die Mitte oder in das erste Drittel der atlantischen Zeit. Wie war es da mit dem Menschen? Er wachte des Morgens auf. Sein astralischer Leib zog sich hinein in seinen physischen Leib und Ätherleib. So deutlich und scharf umrissen wie heute waren noch nicht die Gegenstände der physischen Welt. Wenn eine Stadt in Nebel eingehüllt ist und Sie des Abends die Laternen wie mit Farbenauren umgeben sehen, so undeutlich mit Säumen und Farbenstrahlen — das gibt Ihnen ein Bild, wie es in dieser Zeit in der Atlantis ausgesehen hat -, nicht mit deutlichen Umrissen, sondern so, wie wenn Sie heute die Laternen draußen im Nebel sehen würden. Dafür gab es aber auch nicht eine so scharfe Trennung zwischen hellem Tagesbewußtsein und nächtlicher Bewußtlosigkeit, wie es erst nach der atlantischen Zeit aufgetreten ist. Es schlüpfte zwar während der Nacht der astralische Leib heraus aus Ätherleib und physischem Leib; aber während der Ätherleib zum Teil noch verbunden blieb mit dem astralischen Leibe, gab es immer Reflexe der geistigen Welt. Der Mensch konnte immer ein dämmerhaftes Hellsehen haben, lebte sich in die geistige Welt hinein, sah um sich geistige Wesenheiten, geistige Vorgänge.

[ 9 ] Versetzen wir uns einmal in die Seele dieser ersten Kulturströmung der nachatlantischen Zeit. Diese erste Kultur der nachatlantischen Menschheit war die erste eigentlich religiöse Kultur der Menschheit. Die vorhergehenden atlantischen Kulturen waren im eigentlichen Sinne des Wortes keine religiösen Kulturen. «Religion» ist im Grunde eine Eigentümlichkeit der nachatlantischen Zeit. Warum? Nun, wie lebten die Atlantier? Dadurch, daß der Ätherkopf noch außerhalb des physischen Kopfes war, hatte sich noch nicht vollständig verloren das alte dämmerhafte Hellsehen. Im weitesten Umfange sah der Mensch, wenn er des Nachts aus dem physischen Leibe heraus war, hinein in die geistige Welt. Während er bei Tage, wenn er untertauchte in seinen physischen Leib, hier in der physischen Welt physische Dinge sah, sah er noch bis zu einem gewissen Grade nachts die Gefilde der geistigen Welt. - Versetzen Sie sich einmal in die Mitte oder in das erste Drittel der atlantischen Zeit. Wie war es da mit dem Menschen? Er wachte des Morgens auf. Sein astralischer Leib zog sich hinein in seinen physischen Leib und Ätherleib. So deutlich und scharf umrissen wie heute waren noch nicht die Gegenstände der physischen Welt. Wenn eine Stadt in Nebel eingehüllt ist und Sie des Abends die Laternen wie mit Farbenauren umgeben sehen, so undeutlich mit Säumen und Farbenstrahlen — das gibt Ihnen ein Bild, wie es in dieser Zeit in der Atlantis ausgesehen hat -, nicht mit deutlichen Umrissen, sondern so, wie wenn Sie heute die Laternen draußen im Nebel sehen würden. Dafür gab es aber auch nicht eine so scharfe Trennung zwischen hellem Tagesbewußtsein und nächtlicher Bewußtlosigkeit, wie es erst nach der atlantischen Zeit aufgetreten ist. Es schlüpfte zwar während der Nacht der astralische Leib heraus aus Ätherleib und physischem Leib; aber während der Ätherleib zum Teil noch verbunden blieb mit dem astralischen Leibe, gab es immer Reflexe der geistigen Welt. Der Mensch konnte immer ein dämmerhaftes Hellsehen haben, lebte sich in die geistige Welt hinein, sah um sich geistige Wesenheiten, geistige Vorgänge.

[ 10 ] Dasjenige, was Sie zum Beispiel lesen als germanische Mythen und Göttersagen, davon sagen Ihnen die Gelehrten vom grünen Tische: Das haben einmal die Leute aus dem Volke aus der Volksphantasie heraus gedichtet! Wotan und Thor und alle die Götter, das seien Personifizierungen von Naturkräften usw. Es gibt ganze mythologische Theorien, wo so von der schaflenden Volksphantasie die Rede ist. Wenn man das hört, dann kann man leicht die Meinung bekommen, ein solcher Gelehrter wäre wie der Homunculus des Goetheschen Faust aus der Retorte herausgeboren und hätte nie einen wirklichen Menschen gesehen. Denn wer das Volk wirklich gesehen hat, dem vergeht wahrhaftig die Möglichkeit, so von der schaffenden Volksphantasie zu reden. Diese Göttersagen sind nichts anderes als die Überbleibsel von wirklichen Vorgängen, welche die Menschen in früheren Zeiten hellscherisch wirklich gesehen haben. Diesen Wotan hat es gegeben! Des Nachts wandelte der Mensch unter Göttern in der geistigen Welt und kannte dort den Wotan und Thor ebensogut, wie er heute seinesgleichen aus Fleisch und Blut kennt. Was damals primitive Naturen noch lange dämmerhaft hellseherisch gesehen haben, ist der Inhalt der Mythen und Sagen, namentlich der germanischen.

[ 10 ] Dasjenige, was Sie zum Beispiel lesen als germanische Mythen und Göttersagen, davon sagen Ihnen die Gelehrten vom grünen Tische: Das haben einmal die Leute aus dem Volke aus der Volksphantasie heraus gedichtet! Wotan und Thor und alle die Götter, das seien Personifizierungen von Naturkräften usw. Es gibt ganze mythologische Theorien, wo so von der schaflenden Volksphantasie die Rede ist. Wenn man das hört, dann kann man leicht die Meinung bekommen, ein solcher Gelehrter wäre wie der Homunculus des Goetheschen Faust aus der Retorte herausgeboren und hätte nie einen wirklichen Menschen gesehen. Denn wer das Volk wirklich gesehen hat, dem vergeht wahrhaftig die Möglichkeit, so von der schaffenden Volksphantasie zu reden. Diese Göttersagen sind nichts anderes als die Überbleibsel von wirklichen Vorgängen, welche die Menschen in früheren Zeiten hellscherisch wirklich gesehen haben. Diesen Wotan hat es gegeben! Des Nachts wandelte der Mensch unter Göttern in der geistigen Welt und kannte dort den Wotan und Thor ebensogut, wie er heute seinesgleichen aus Fleisch und Blut kennt. Was damals primitive Naturen noch lange dämmerhaft hellseherisch gesehen haben, ist der Inhalt der Mythen und Sagen, namentlich der germanischen.

[ 11 ] Diejenigen Menschen, welche damals herübergezogen sind vom Westen nach dem Osten in die Gegenden, die man später Germanien nannte, das waren Menschen, die sich bis zu einem gewissen Grade — der eine mehr, der andere weniger - noch ein gewisses Hellsehen bewahrt hatten, so daß sie wenigstens zu gewissen Zeiten noch hineinsehen konnten in die geistige Welt. Und während der höchste Eingeweihte mit seinen Schülern hinüberzog nach Tibet und von dort die erste Kulturkolonie hinunterschickte nach Indien, waren überall bei den Völkern in Europa Eingeweihte zurückgeblieben, die in den Mysterien das Geistige pflegten. Mysterien waren bei diesen Völkern zum Beispiel die Druidenmysterien, die Drottenmysterien, von denen die Menschheit heute nichts mehr zu melden weiß - denn was sie zu melden weiß, ist phantastisches Zeug. Wichtig aber ist es, daß, wenn man von höheren Welten damals sprach unter den Druiden oder unter den Menschen des westrussischen Gebietes und Skandinaviens, wo die Drottenmysterien waren, es immer eine Anzahl von Menschen gab, die von geistigen Welten wußten. Wenn man von Wotan sprach oder von dem Ereignis, das sich zwischen Baldur und Hödur abspielte, dann sprach man nicht von etwas, was ihnen ganz unbekannt war. Viele hatten selbst noch solche Ereignisse erlebt in besonderen Bewußtseinszuständen, und die es nicht erlebt hatten, hörten es von ihrem Nachbar, der ihnen glaubwürdig genug war.

[ 11 ] Diejenigen Menschen, welche damals herübergezogen sind vom Westen nach dem Osten in die Gegenden, die man später Germanien nannte, das waren Menschen, die sich bis zu einem gewissen Grade — der eine mehr, der andere weniger - noch ein gewisses Hellsehen bewahrt hatten, so daß sie wenigstens zu gewissen Zeiten noch hineinsehen konnten in die geistige Welt. Und während der höchste Eingeweihte mit seinen Schülern hinüberzog nach Tibet und von dort die erste Kulturkolonie hinunterschickte nach Indien, waren überall bei den Völkern in Europa Eingeweihte zurückgeblieben, die in den Mysterien das Geistige pflegten. Mysterien waren bei diesen Völkern zum Beispiel die Druidenmysterien, die Drottenmysterien, von denen die Menschheit heute nichts mehr zu melden weiß - denn was sie zu melden weiß, ist phantastisches Zeug. Wichtig aber ist es, daß, wenn man von höheren Welten damals sprach unter den Druiden oder unter den Menschen des westrussischen Gebietes und Skandinaviens, wo die Drottenmysterien waren, es immer eine Anzahl von Menschen gab, die von geistigen Welten wußten. Wenn man von Wotan sprach oder von dem Ereignis, das sich zwischen Baldur und Hödur abspielte, dann sprach man nicht von etwas, was ihnen ganz unbekannt war. Viele hatten selbst noch solche Ereignisse erlebt in besonderen Bewußtseinszuständen, und die es nicht erlebt hatten, hörten es von ihrem Nachbar, der ihnen glaubwürdig genug war.

[ 12 ] Und wo Sie auch hingehen mögen in Europa, gab es noch eine lebendige Erinnerung an das, was in der Atlantis vorhanden war. Was war da vorhanden? Etwas, was man nennen kann ein Zusammenleben des Menschen, ein naturgemäßes Zusammenleben des Menschen mit der geistigen Welt, mit dem, was man heute den Himmel nennt. Der Mensch trat ja fortwährend ein in die geistige Welt und lebte darinnen. Mit anderen Worten, er brauchte durch keine besondere Religion hingewiesen zu werden auf das Dasein einer geistigen Welt. Was heißt denn Religion? Religion heißt «Verbindung », Verbindung der physischen mit der geistigen Welt. Damals brauchte er keine besondere Verbindung mit der geistigen Welt, denn sie war eine Erfahrungswelt. Wie Ihnen kein Mensch den Glauben beizubringen braucht an die Blumen der Wiese, an die Tiere des Waldes, weil Sie sie sehen, so glaubte der Atlantier an die Götter und Geister — nicht aus Religion, sondern weil er sie erlebte.

[ 12 ] Und wo Sie auch hingehen mögen in Europa, gab es noch eine lebendige Erinnerung an das, was in der Atlantis vorhanden war. Was war da vorhanden? Etwas, was man nennen kann ein Zusammenleben des Menschen, ein naturgemäßes Zusammenleben des Menschen mit der geistigen Welt, mit dem, was man heute den Himmel nennt. Der Mensch trat ja fortwährend ein in die geistige Welt und lebte darinnen. Mit anderen Worten, er brauchte durch keine besondere Religion hingewiesen zu werden auf das Dasein einer geistigen Welt. Was heißt denn Religion? Religion heißt «Verbindung », Verbindung der physischen mit der geistigen Welt. Damals brauchte er keine besondere Verbindung mit der geistigen Welt, denn sie war eine Erfahrungswelt. Wie Ihnen kein Mensch den Glauben beizubringen braucht an die Blumen der Wiese, an die Tiere des Waldes, weil Sie sie sehen, so glaubte der Atlantier an die Götter und Geister — nicht aus Religion, sondern weil er sie erlebte.

[ 13 ] Mit der fortschreitenden Menschheit gestaltete sich nun die Sache so, daß der Mensch das helle Tagesbewußtsein erlangt hatte. Die nachatlantische Zeit ist also die, während der der Mensch das helle Tagesbewußtsein erlangt. Und er erlangte es dadurch, daß er das alte hellseherische Bewußtsein hingeben mußte. Das wird ihm in der Zukunft wiederum werden, zu seinem heutigen hellen Tagesbewußtsein hinzu. — Bei unseren Vorfahren hier in Europa war es vielfach so, daß in den Sagen und Mythen Erinnerungsbilder an die alte Zeit gegeben wurden. Aber was war denn gerade das Wesen der Fortgeschrittensten? So sonderbar es klingen mag: die Allerfortgeschrittensten, die der Führer nach dem Osten hinüberführte bis nach Tibet, sie waren darin am meisten fortgeschritten, daß sie das alte träumerische, hellseherische Bewußtsein verloren hatten. Was heißt denn fortschreiten von der vierten Rasse in die fünfte hinein? Tagsichtig werden, das alte Hellsehen verlieren, heißt es. Weggeführt hat der große Eingeweihte und Führer die Angehörigen seines Häufleins, damit sie nicht unter denen leben mußten, die noch auf den Stufen des alten atlantischen Volkes standen; und unter den ersteren konnten nur diejenigen in die höheren Welten hinaufgeführt werden, die künstlich sich trainierten, die künstlich eine okkulte Schulung durchmachten.

[ 13 ] Mit der fortschreitenden Menschheit gestaltete sich nun die Sache so, daß der Mensch das helle Tagesbewußtsein erlangt hatte. Die nachatlantische Zeit ist also die, während der der Mensch das helle Tagesbewußtsein erlangt. Und er erlangte es dadurch, daß er das alte hellseherische Bewußtsein hingeben mußte. Das wird ihm in der Zukunft wiederum werden, zu seinem heutigen hellen Tagesbewußtsein hinzu. — Bei unseren Vorfahren hier in Europa war es vielfach so, daß in den Sagen und Mythen Erinnerungsbilder an die alte Zeit gegeben wurden. Aber was war denn gerade das Wesen der Fortgeschrittensten? So sonderbar es klingen mag: die Allerfortgeschrittensten, die der Führer nach dem Osten hinüberführte bis nach Tibet, sie waren darin am meisten fortgeschritten, daß sie das alte träumerische, hellseherische Bewußtsein verloren hatten. Was heißt denn fortschreiten von der vierten Rasse in die fünfte hinein? Tagsichtig werden, das alte Hellsehen verlieren, heißt es. Weggeführt hat der große Eingeweihte und Führer die Angehörigen seines Häufleins, damit sie nicht unter denen leben mußten, die noch auf den Stufen des alten atlantischen Volkes standen; und unter den ersteren konnten nur diejenigen in die höheren Welten hinaufgeführt werden, die künstlich sich trainierten, die künstlich eine okkulte Schulung durchmachten.

[ 14 ] Was war dem Menschen der ersten nachatlantischen Zeit denn geblieben von dem alten Zusammenleben mit der geistig-göttlichen Welt? Die Sehnsucht danach! Denn wie zugeschlossen hatte sich ihm das Tor zur geistigen Welt, die Sehnsucht aber war geblieben. Jener Mensch empfand das ungefähr so - er hörte aus den Sagen und Traditionen heraus -: Da gab es eine Zeit, wo unsere Vorfahren hineinschauten in die geistige Welt, wo sie lebten mit Geistern und Göttern, wo sie in der tieferen geistigen Wirklichkeit drinnen steckten. Oh, könnten wir auch da hinein! — So sagten sie sich. Und aus dieser Sehnsucht heraus wurde die altindische Methode der Einweihung geschaffen, die aus der Sehnsucht nach dem Verlorenen hervorgegangen ist und darauf beruht, daß der Mensch das errungene helle Tagesbewußtsein für eine Zeit verläßt, um sich zurückzuschrauben in seinem Bewußtsein zu dem früheren Zustand. Yoga ist die Methode der altindischen Einweihung, die durch ihre Technik, ihre Praxis erlangte, daß künstlich hergestellt wurde, was dem Menschen auf natürlichem Wege abhanden gekommen war. — Denken Sie sich einmal einen solchen alten Atlantier, der noch seinen Ätherkopf weit herausstehen hatte über dem physischen Kopfe. Wenn dann der astralische Leib herausging, war ein großer Teil des Ätherkopfes mit dem astralischen Leibe noch verbunden, und da konnte sich das, was der astralische Leib erlebte, hineindrücken in den Ätherleib; dadurch konnte man sich seine Erlebnisse zum Bewußtsein bringen. Als nun in der letzten atlantischen Zeit der Ätherteil des Kopfes sich ganz zurückzog in den physischen Kopf, da kam der astralische Leib jede Nacht ganz aus dem Ätherleib heraus. Man mußte also in der alten Einweihung versuchen, den Ätherleib künstlich herauszuholen, das heißt, man mußte den Menschen in eine Art lethargischen Zustand, in eine Art Todesschlaf bringen, der ja dreieinhalb Tage dauerte, währenddem der Ätherleib herausragte aus dem physischen Leibe, gelockert war, so daß das, was der Astralleib erlebte, sich einprägte in den Ätherleib. Und wenn dann der Ätherleib wieder zurückgeführt wurde in den physischen Leib, wußte der Mensch, was er in der geistigen Welt erlebt hatte.

[ 14 ] Was war dem Menschen der ersten nachatlantischen Zeit denn geblieben von dem alten Zusammenleben mit der geistig-göttlichen Welt? Die Sehnsucht danach! Denn wie zugeschlossen hatte sich ihm das Tor zur geistigen Welt, die Sehnsucht aber war geblieben. Jener Mensch empfand das ungefähr so - er hörte aus den Sagen und Traditionen heraus -: Da gab es eine Zeit, wo unsere Vorfahren hineinschauten in die geistige Welt, wo sie lebten mit Geistern und Göttern, wo sie in der tieferen geistigen Wirklichkeit drinnen steckten. Oh, könnten wir auch da hinein! — So sagten sie sich. Und aus dieser Sehnsucht heraus wurde die altindische Methode der Einweihung geschaffen, die aus der Sehnsucht nach dem Verlorenen hervorgegangen ist und darauf beruht, daß der Mensch das errungene helle Tagesbewußtsein für eine Zeit verläßt, um sich zurückzuschrauben in seinem Bewußtsein zu dem früheren Zustand. Yoga ist die Methode der altindischen Einweihung, die durch ihre Technik, ihre Praxis erlangte, daß künstlich hergestellt wurde, was dem Menschen auf natürlichem Wege abhanden gekommen war. — Denken Sie sich einmal einen solchen alten Atlantier, der noch seinen Ätherkopf weit herausstehen hatte über dem physischen Kopfe. Wenn dann der astralische Leib herausging, war ein großer Teil des Ätherkopfes mit dem astralischen Leibe noch verbunden, und da konnte sich das, was der astralische Leib erlebte, hineindrücken in den Ätherleib; dadurch konnte man sich seine Erlebnisse zum Bewußtsein bringen. Als nun in der letzten atlantischen Zeit der Ätherteil des Kopfes sich ganz zurückzog in den physischen Kopf, da kam der astralische Leib jede Nacht ganz aus dem Ätherleib heraus. Man mußte also in der alten Einweihung versuchen, den Ätherleib künstlich herauszuholen, das heißt, man mußte den Menschen in eine Art lethargischen Zustand, in eine Art Todesschlaf bringen, der ja dreieinhalb Tage dauerte, währenddem der Ätherleib herausragte aus dem physischen Leibe, gelockert war, so daß das, was der Astralleib erlebte, sich einprägte in den Ätherleib. Und wenn dann der Ätherleib wieder zurückgeführt wurde in den physischen Leib, wußte der Mensch, was er in der geistigen Welt erlebt hatte.

[ 15 ] Das war die alte Einweihungsmethode, die Yoga-Einweihung, wodurch sich der Mensch sozusagen heraushob aus der Welt, in die er jetzt versetzt war, um sich in die geistige Welt wieder zurückzuversetzen. Und die Kulturstimmung, die aus dieser Einweihung hervorging, ist diejenige, die ihre Nachklänge in der späteren indischen Kultur gefunden hat. Es war die Stimmung, wo der Mensch sich sagte: Wahrheit, Realität, Wirklichkeit, Wesenheit ist allein in der geistigen Welt, in jener geistigen Welt, in die der Mensch hineinkommt, wenn er sich der physisch-sinnlichen Welt entzieht. Jetzt ist der Mensch in den Reichen der physischen Welt, umgeben vom Mineralreich, Pflanzenreich und Tierreich. Das aber ist nicht die Wahrheit, was den Menschen so umgibt, das ist nur äußerer Schein; er hat die Wahrheit seit uralten Zeiten verloren und lebt jetzt in einer Welt des Scheins, der Illusion, der Maja. -— Und so wurde die Welt des Physischen die Welt der Maja für die altindische Kultur. Das muß man gemäß jener Kulturstimmung erfassen, wie man damals gefühlt hat, und nicht als graue Theorie. Dem uralten Inder, wenn er ganz besonders heilig sein will, ist die Welt der Maja wertlos. Diese physische Welt ist ihm eine Illusion; die wahre Welt ist für ihn dann vorhanden, wenn er sich aus dieser physischen Welt zurückzieht, wenn er - durch Yoga — wiederum in der Welt leben darf, in der die Vorfahren noch in der atlantischen Zeit gelebt haben.

[ 15 ] Das war die alte Einweihungsmethode, die Yoga-Einweihung, wodurch sich der Mensch sozusagen heraushob aus der Welt, in die er jetzt versetzt war, um sich in die geistige Welt wieder zurückzuversetzen. Und die Kulturstimmung, die aus dieser Einweihung hervorging, ist diejenige, die ihre Nachklänge in der späteren indischen Kultur gefunden hat. Es war die Stimmung, wo der Mensch sich sagte: Wahrheit, Realität, Wirklichkeit, Wesenheit ist allein in der geistigen Welt, in jener geistigen Welt, in die der Mensch hineinkommt, wenn er sich der physisch-sinnlichen Welt entzieht. Jetzt ist der Mensch in den Reichen der physischen Welt, umgeben vom Mineralreich, Pflanzenreich und Tierreich. Das aber ist nicht die Wahrheit, was den Menschen so umgibt, das ist nur äußerer Schein; er hat die Wahrheit seit uralten Zeiten verloren und lebt jetzt in einer Welt des Scheins, der Illusion, der Maja. -— Und so wurde die Welt des Physischen die Welt der Maja für die altindische Kultur. Das muß man gemäß jener Kulturstimmung erfassen, wie man damals gefühlt hat, und nicht als graue Theorie. Dem uralten Inder, wenn er ganz besonders heilig sein will, ist die Welt der Maja wertlos. Diese physische Welt ist ihm eine Illusion; die wahre Welt ist für ihn dann vorhanden, wenn er sich aus dieser physischen Welt zurückzieht, wenn er - durch Yoga — wiederum in der Welt leben darf, in der die Vorfahren noch in der atlantischen Zeit gelebt haben.

[ 16 ] Der Sinn der Weiterentwickelung besteht aber darin, daß der Mensch sich allmählich gewöhnt, die physische Welt, die ihm in der nachatlantischen Kultur angewiesen wird, nach ihrem Werte, nach ihrer Bedeutung zu schätzen. Einen Schritt weiter als das alte Indertum ist schon die zweite Kulturepoche, ebenfalls eine vorhistorische Kultur, die wir aber nach den Völkern benennen, die später in diesen Gebieten gelebt haben; wir nennen sie die uralt-persische Kultur. Wieder haben wir dabei nicht die spätere persische Kultur im Auge, sondern eine vorhistorische Kultur.

[ 16 ] Der Sinn der Weiterentwickelung besteht aber darin, daß der Mensch sich allmählich gewöhnt, die physische Welt, die ihm in der nachatlantischen Kultur angewiesen wird, nach ihrem Werte, nach ihrer Bedeutung zu schätzen. Einen Schritt weiter als das alte Indertum ist schon die zweite Kulturepoche, ebenfalls eine vorhistorische Kultur, die wir aber nach den Völkern benennen, die später in diesen Gebieten gelebt haben; wir nennen sie die uralt-persische Kultur. Wieder haben wir dabei nicht die spätere persische Kultur im Auge, sondern eine vorhistorische Kultur.

[ 17 ] Die zweite Periode unterscheidet sich schon ganz wesentlich in der Stimmung, in ihrem Gefühlsinhalt von der uralt-indischen Zeit. Immer schwerer wurde es, den Ätherleib herauszulösen, aber möglich war es doch noch, und in einer gewissen Weise wurde es immer noch vollzogen bis zu dem Christus Jesus hin. Eines aber hatten diese Menschen der uralt-persischen Kultur erreicht: sie hatten angefangen, Maja oder die Illusion zu schätzen, als etwas Wertvolles zu betrachten. Der Inder fühlte sich wohl, wenn er der Illusion entfliehen konnte; dem Perser war sie ein Arbeitsfeld geworden. Zwar war sie ihm immer noch als etwas Gegnerisches erschienen, aber als etwas, was bezwungen werden mußte, woraus später hervorging der Kampf zwischen Ormuzd und Ahriman, wo sich der Mensch verbindet mit den guten Göttern gegen die in der Materie steckenden Mächte der bösen Götter. Hieraus bildete sich die Stimmung, die man damals hatte. Lieb war dem Perser diese Wirklichkeit immer noch nicht; aber er floh sie nicht mehr, wie der alte Inder es tat, er bearbeitete sie, betrachtete sie als einen Schauplatz, auf dem man arbeiten konnte, wo etwas war, was man zu überwinden hatte. Einen Schritt in der Eroberung der physischen Welt hatte man in dieser zweiten Kulturstufe gemacht.

[ 17 ] Die zweite Periode unterscheidet sich schon ganz wesentlich in der Stimmung, in ihrem Gefühlsinhalt von der uralt-indischen Zeit. Immer schwerer wurde es, den Ätherleib herauszulösen, aber möglich war es doch noch, und in einer gewissen Weise wurde es immer noch vollzogen bis zu dem Christus Jesus hin. Eines aber hatten diese Menschen der uralt-persischen Kultur erreicht: sie hatten angefangen, Maja oder die Illusion zu schätzen, als etwas Wertvolles zu betrachten. Der Inder fühlte sich wohl, wenn er der Illusion entfliehen konnte; dem Perser war sie ein Arbeitsfeld geworden. Zwar war sie ihm immer noch als etwas Gegnerisches erschienen, aber als etwas, was bezwungen werden mußte, woraus später hervorging der Kampf zwischen Ormuzd und Ahriman, wo sich der Mensch verbindet mit den guten Göttern gegen die in der Materie steckenden Mächte der bösen Götter. Hieraus bildete sich die Stimmung, die man damals hatte. Lieb war dem Perser diese Wirklichkeit immer noch nicht; aber er floh sie nicht mehr, wie der alte Inder es tat, er bearbeitete sie, betrachtete sie als einen Schauplatz, auf dem man arbeiten konnte, wo etwas war, was man zu überwinden hatte. Einen Schritt in der Eroberung der physischen Welt hatte man in dieser zweiten Kulturstufe gemacht.

[ 18 ] Dann kam die dritte Kulturstufe, und wir kommen immer mehr dem Geschichtlichen näher. Wir bezeichnen sie in der Geheimwissenschaft als die chaldäisch-babylonisch-assyrisch-ägyptische Kultur. Alle diese Kulturen wurden begründet durch Kolonien, die ausgesandt wurden unter der Leitung von großen Führern. Die erste Kolonie begründete die Kultur des alten Indiens, die zweite begründete das, was wir eben als das alt-persische Kulturzentrum geschildert haben, und eine dritte Kulturströmung ging noch weiter nach Westen und begründete dort das, was der babylonisch-chaldäisch-assyrisch-ägyptischen Kultur zugrunde lag. Dadurch war ein wichtiger Schritt gemacht worden in der Eroberung der physischen Welt. Dem Perser erschien sie noch wie eine ungefüge Masse, die man bearbeiten mußte, wenn man in ihr wirken wollte, mit dem, was man sich als die guten Geister der wahren geistigen Wirklichkeit dachte. Jetzt war man familiärer, intimer geworden mit der physischen Wirklichkeit. — Sehen Sie sich die alte chaldäische Astronomie an, die zu den merkwürdigsten und großartigsten Erzeugnissen des nachatlantischen Menschengeistes gehört! Da sehen Sie, wie die Bahnen der Sterne erforscht werden, wie die Gesetze des Himmels durchforscht werden. Der alte Inder hatte noch hinaufgesehen zu diesem Himmel und gesagt: Wie auch die Sterne gehen und was sich auch für Gesetze darin ausdrücken mögen, es ist nicht der Mühe wert, diese Gesetze zu erforschen! — Einem Angehörigen der dritten Kulturepoche war es schon sehr wichtig, diese Gesetze zu durchdringen. Dem Angehörigen der ägyptischen Kultur war es sogar sehr wichtig, daß er die Verhältnisse der Erde besonders durchforschte und die Geometrie ausbildete. Maja wurde erforscht, die äußere Wissenschaft entstand. Der Mensch studiert die Gedanken der Götter, und er fühlt, daß er einen Zusammenhang schaffen muß zwischen seinem eigenen Schaffen und dem, was er als die Schrift der Götter innerhalb der Materie eingeschrieben findet. Einen anderen Begriff von einem Staatswesen würden Sie bekommen, wenn Sie die früheren Zustände des ägyptisch-chaldäischen Staatslebens durchforschten, als ihn die Menschen heute haben können. Denn die Individualitäten, die solche Staatswesen lenkten und leiteten, waren solche Weisen, die zu gleicher Zeit die Gesetze der Sternenbahnen, nach denen sich die Weltkörper bewegen, kannten und sich klar waren, daß sich im Weltenall alles gegenseitig entsprechen muß. Sie hatten die Bahnen der Sterne studiert und wußten, daß ein Einklang da sein muß zwischen dem, was am Himmel, und dem, was auf der Erde geschah. Nach Ereignissen am Himmel schrieben sie vor, was sich im Laufe der Zeit auf der Erde abzuspielen habe. Selbst in der ältesten römischen Zeit, der vierten Kulturepoche, hatte man noch ein Bewußtsein dafür, daß das, was auf der Erde vorgeht, dem entsprechen muß, was am Himmel sich darstellt.

[ 18 ] Dann kam die dritte Kulturstufe, und wir kommen immer mehr dem Geschichtlichen näher. Wir bezeichnen sie in der Geheimwissenschaft als die chaldäisch-babylonisch-assyrisch-ägyptische Kultur. Alle diese Kulturen wurden begründet durch Kolonien, die ausgesandt wurden unter der Leitung von großen Führern. Die erste Kolonie begründete die Kultur des alten Indiens, die zweite begründete das, was wir eben als das alt-persische Kulturzentrum geschildert haben, und eine dritte Kulturströmung ging noch weiter nach Westen und begründete dort das, was der babylonisch-chaldäisch-assyrisch-ägyptischen Kultur zugrunde lag. Dadurch war ein wichtiger Schritt gemacht worden in der Eroberung der physischen Welt. Dem Perser erschien sie noch wie eine ungefüge Masse, die man bearbeiten mußte, wenn man in ihr wirken wollte, mit dem, was man sich als die guten Geister der wahren geistigen Wirklichkeit dachte. Jetzt war man familiärer, intimer geworden mit der physischen Wirklichkeit. — Sehen Sie sich die alte chaldäische Astronomie an, die zu den merkwürdigsten und großartigsten Erzeugnissen des nachatlantischen Menschengeistes gehört! Da sehen Sie, wie die Bahnen der Sterne erforscht werden, wie die Gesetze des Himmels durchforscht werden. Der alte Inder hatte noch hinaufgesehen zu diesem Himmel und gesagt: Wie auch die Sterne gehen und was sich auch für Gesetze darin ausdrücken mögen, es ist nicht der Mühe wert, diese Gesetze zu erforschen! — Einem Angehörigen der dritten Kulturepoche war es schon sehr wichtig, diese Gesetze zu durchdringen. Dem Angehörigen der ägyptischen Kultur war es sogar sehr wichtig, daß er die Verhältnisse der Erde besonders durchforschte und die Geometrie ausbildete. Maja wurde erforscht, die äußere Wissenschaft entstand. Der Mensch studiert die Gedanken der Götter, und er fühlt, daß er einen Zusammenhang schaffen muß zwischen seinem eigenen Schaffen und dem, was er als die Schrift der Götter innerhalb der Materie eingeschrieben findet. Einen anderen Begriff von einem Staatswesen würden Sie bekommen, wenn Sie die früheren Zustände des ägyptisch-chaldäischen Staatslebens durchforschten, als ihn die Menschen heute haben können. Denn die Individualitäten, die solche Staatswesen lenkten und leiteten, waren solche Weisen, die zu gleicher Zeit die Gesetze der Sternenbahnen, nach denen sich die Weltkörper bewegen, kannten und sich klar waren, daß sich im Weltenall alles gegenseitig entsprechen muß. Sie hatten die Bahnen der Sterne studiert und wußten, daß ein Einklang da sein muß zwischen dem, was am Himmel, und dem, was auf der Erde geschah. Nach Ereignissen am Himmel schrieben sie vor, was sich im Laufe der Zeit auf der Erde abzuspielen habe. Selbst in der ältesten römischen Zeit, der vierten Kulturepoche, hatte man noch ein Bewußtsein dafür, daß das, was auf der Erde vorgeht, dem entsprechen muß, was am Himmel sich darstellt.

[ 19 ] In den alten Mysterien hat man am Ausgangspunkte einer neuen Epoche für lange Zeiten gewußt, welche Ereignisse in der kommenden Zeit geschehen werden. Man wußte aus der Mysterienweisheit heraus — zum Beispiel am Ausgangspunkt der römischen Geschichte -: Es wird eine Zeit auf uns folgen, da werden sich die mannigfachsten Geschicke ergeben, die man wird eintreten lassen in der Gegend von Alba longa. - Für den, der da lesen kann, ist es klar, daß hier auf einen tief symbolischen Ausdruck hingedeutet wird, daß Priesterweisheit sozusagen die Kultur des alten Roms absteckte. «Alba longa» ist das lange Priesterkleid. In diesen alten Gebieten wurden also in dieser Weise die künftigen Dinge der Geschichte - wenn man so sagen darf, um einen technischen Ausdruck zu gebrauchen - abgesteckt. Man sagte sich: Sieben Epochen müssen aufeinander folgen; man teilte die Zukunft nach der Siebenzahl ein, und man gab den Grundriß der Geschichte vorher. Und ich könnte Ihnen leicht zeigen, wie in den sieben römischen Königen, die schon bei dem Ausgangspunkt der römischen Zeit in den «Sibyllinischen Büchern» eingeschrieben waren, prophetische Geschichtstabellen hineingeheimnißt sind. Damals hatten aber die Menschen auch gewußt: Das haben wir auszuleben, was da hineingeschrieben ist. - Und bei gewichtigen Ereignissen hat man in den heiligen Büchern nachgeschaut; daher die Heilighaltung und auch Geheimhaltung der Sibyllinischen Bücher.

[ 19 ] In den alten Mysterien hat man am Ausgangspunkte einer neuen Epoche für lange Zeiten gewußt, welche Ereignisse in der kommenden Zeit geschehen werden. Man wußte aus der Mysterienweisheit heraus — zum Beispiel am Ausgangspunkt der römischen Geschichte -: Es wird eine Zeit auf uns folgen, da werden sich die mannigfachsten Geschicke ergeben, die man wird eintreten lassen in der Gegend von Alba longa. - Für den, der da lesen kann, ist es klar, daß hier auf einen tief symbolischen Ausdruck hingedeutet wird, daß Priesterweisheit sozusagen die Kultur des alten Roms absteckte. «Alba longa» ist das lange Priesterkleid. In diesen alten Gebieten wurden also in dieser Weise die künftigen Dinge der Geschichte - wenn man so sagen darf, um einen technischen Ausdruck zu gebrauchen - abgesteckt. Man sagte sich: Sieben Epochen müssen aufeinander folgen; man teilte die Zukunft nach der Siebenzahl ein, und man gab den Grundriß der Geschichte vorher. Und ich könnte Ihnen leicht zeigen, wie in den sieben römischen Königen, die schon bei dem Ausgangspunkt der römischen Zeit in den «Sibyllinischen Büchern» eingeschrieben waren, prophetische Geschichtstabellen hineingeheimnißt sind. Damals hatten aber die Menschen auch gewußt: Das haben wir auszuleben, was da hineingeschrieben ist. - Und bei gewichtigen Ereignissen hat man in den heiligen Büchern nachgeschaut; daher die Heilighaltung und auch Geheimhaltung der Sibyllinischen Bücher.

[ 20 ] So hat der Mensch der dritten Kulturepoche hineingearbeitet in die Materie den Geist, durchdrungen die äußere Welt mit dem Geist. Unzählige geschichtliche Zeugnisse dafür verbergen sich in dem Werdegang der Epoche dieser dritten Kulturströmung, der assyrisch-babylonisch-chaldäisch-ägyptischen Kultur.

[ 20 ] So hat der Mensch der dritten Kulturepoche hineingearbeitet in die Materie den Geist, durchdrungen die äußere Welt mit dem Geist. Unzählige geschichtliche Zeugnisse dafür verbergen sich in dem Werdegang der Epoche dieser dritten Kulturströmung, der assyrisch-babylonisch-chaldäisch-ägyptischen Kultur.

[ 21 ] Man versteht unsere Zeit nur, wenn man weiß, welche wichtigen Beziehungen herrschen zwischen unserer und jener Zeit. Auf eine Beziehung zwischen diesen beiden Epochen möchte ich jetzt hinweisen, damit Sie sehen, wie wunderbar die Dinge zusammenhängen für den, der tiefer hineinsehen kann, der weiß, daß das, was man Egoismus und das Nützlichkeitsprinzip nennt, heute seinen Höhepunkt erreicht hat. So bloß egoistisch, so unidealistisch wie heute war die Kultur noch nie, und sie wird es noch immer mehr werden in der nächsten Zeit. Denn heute ist der Geist ganz heruntergestiegen in die materielle Kultur. Ungeheure Geisteskraft hat die Menschheit aufwenden müssen in den großen Erfindungen und Entdeckungen der neueren Zeit, namentlich des neunzehnten Jahrhunderts. Wie viele geistige Kraft liegt in Telephonen, Telegraphen, Eisenbahnen und so weiter! Wieviel Geisteskraft ist materialisiert, kristallisiert in den Handelsbeziehungen der Erde! Wieviel Geisteskraft gehörte dazu, sich eine Summe Geldes, meinetwegen in Tokio, auszahlen zu lassen auf Grund eines hier geschriebenen Stück Papiers, eines Schecks. Und so fragt man sich: Ist diese Geisteskraft im Sinne des geistigen Fortschrittes angewendet? — Wer die Sache recht ins Auge faßt, sagt sich: Ihr baut wohl Eisenbahnen, aber ihr fahrt nur das, was ihr für den Magen braucht; und wenn ihr selbst fahrt, so fahrt ihr doch nur zu dem, was im Zusammenhang steht mit euren Bedürfnissen. — Macht es einen Unterschied für die Geisteswissenschaft, ob der Mensch durch ein paar Steine sein Getreide sich mahlt oder ob er sich durch Telegraphen, Dampfschiffe usw. sein Getreide von weit her verschafft? Ungeheure Geisteskraft ist aufgewendet, aber in einem durchaus persönlichen Sinne verwendet worden. Was wird der ganze Sinn dessen sein, was sich die Menschen dabei vermitteln? Wahrscheinlich nicht Anthroposophie, das heißt geistige Wahrheiten! Wenn sie 'Telegraphen und Dampfschiffe anwenden, wird es sich in erster Linie darum handeln, wieviel Baumwolle man von Amerika nach Europa befördern will usw., das heißt, was zum persönlichen Bedürfnis gehört. Die Menschen sind sogar bis in die tiefsten Tiefen des persönlichen Bedürfnisses, der materiellsten Persönlichkeit heruntergestiegen. Aber ein solches egoistisches Nützlichkeitsprinzip mußte einmal kommen, weil dadurch um so besser im Gange der ganzen Menschheitsentwikkelung der Aufstieg sein wird.

[ 21 ] Man versteht unsere Zeit nur, wenn man weiß, welche wichtigen Beziehungen herrschen zwischen unserer und jener Zeit. Auf eine Beziehung zwischen diesen beiden Epochen möchte ich jetzt hinweisen, damit Sie sehen, wie wunderbar die Dinge zusammenhängen für den, der tiefer hineinsehen kann, der weiß, daß das, was man Egoismus und das Nützlichkeitsprinzip nennt, heute seinen Höhepunkt erreicht hat. So bloß egoistisch, so unidealistisch wie heute war die Kultur noch nie, und sie wird es noch immer mehr werden in der nächsten Zeit. Denn heute ist der Geist ganz heruntergestiegen in die materielle Kultur. Ungeheure Geisteskraft hat die Menschheit aufwenden müssen in den großen Erfindungen und Entdeckungen der neueren Zeit, namentlich des neunzehnten Jahrhunderts. Wie viele geistige Kraft liegt in Telephonen, Telegraphen, Eisenbahnen und so weiter! Wieviel Geisteskraft ist materialisiert, kristallisiert in den Handelsbeziehungen der Erde! Wieviel Geisteskraft gehörte dazu, sich eine Summe Geldes, meinetwegen in Tokio, auszahlen zu lassen auf Grund eines hier geschriebenen Stück Papiers, eines Schecks. Und so fragt man sich: Ist diese Geisteskraft im Sinne des geistigen Fortschrittes angewendet? — Wer die Sache recht ins Auge faßt, sagt sich: Ihr baut wohl Eisenbahnen, aber ihr fahrt nur das, was ihr für den Magen braucht; und wenn ihr selbst fahrt, so fahrt ihr doch nur zu dem, was im Zusammenhang steht mit euren Bedürfnissen. — Macht es einen Unterschied für die Geisteswissenschaft, ob der Mensch durch ein paar Steine sein Getreide sich mahlt oder ob er sich durch Telegraphen, Dampfschiffe usw. sein Getreide von weit her verschafft? Ungeheure Geisteskraft ist aufgewendet, aber in einem durchaus persönlichen Sinne verwendet worden. Was wird der ganze Sinn dessen sein, was sich die Menschen dabei vermitteln? Wahrscheinlich nicht Anthroposophie, das heißt geistige Wahrheiten! Wenn sie 'Telegraphen und Dampfschiffe anwenden, wird es sich in erster Linie darum handeln, wieviel Baumwolle man von Amerika nach Europa befördern will usw., das heißt, was zum persönlichen Bedürfnis gehört. Die Menschen sind sogar bis in die tiefsten Tiefen des persönlichen Bedürfnisses, der materiellsten Persönlichkeit heruntergestiegen. Aber ein solches egoistisches Nützlichkeitsprinzip mußte einmal kommen, weil dadurch um so besser im Gange der ganzen Menschheitsentwikkelung der Aufstieg sein wird.

[ 22 ] Was war denn aber geschehen, daß der Mensch so viel auf seine Persönlichkeit gibt, wodurch fühlt er sich gar so sehr als Einzelpersönlichkeit, und wodurch ist denn das vorbereitet worden, daß der Mensch sich heute gegenüber der geistigen Welt so stark fühlt in seinem Dasein, das eingeschlossen ist zwischen Geburt und Tod?

[ 22 ] Was war denn aber geschehen, daß der Mensch so viel auf seine Persönlichkeit gibt, wodurch fühlt er sich gar so sehr als Einzelpersönlichkeit, und wodurch ist denn das vorbereitet worden, daß der Mensch sich heute gegenüber der geistigen Welt so stark fühlt in seinem Dasein, das eingeschlossen ist zwischen Geburt und Tod?

[ 23 ] Präpariert worden ist das Wichtigste dazu in der dritten Kulturepoche, wo man über den Tod hinaus in der Mumie die Form des einen physischen Körpers erhalten wollte, in einem einbalsamierten Körper die Form durchaus nicht zerrinnen lassen wollte. Da prägt sich das Festhalten an der Einzelpersönlichkeit so ein, daß es heute bei der Wiederverkörperung wieder herauskommt als das Persönlichkeitsgefühl. Daß dieses Persönlichkeitsgefühl heute so stark ist, ist eine Folge davon, daß man die Körper in der ägyptischen Zeit mumifiziert hat. So hängt alles in der menschlichen Entwickelung zusammen. Die Ägypter balsamierten die Körper der Verstorbenen ein, damit die Menschen in der fünften Epoche ein möglichst großes Persönlichkeitsbewußtsein haben sollten. Es gibt tiefe Mysterien innerhalb der Menschheitsentwickelung!

[ 23 ] Präpariert worden ist das Wichtigste dazu in der dritten Kulturepoche, wo man über den Tod hinaus in der Mumie die Form des einen physischen Körpers erhalten wollte, in einem einbalsamierten Körper die Form durchaus nicht zerrinnen lassen wollte. Da prägt sich das Festhalten an der Einzelpersönlichkeit so ein, daß es heute bei der Wiederverkörperung wieder herauskommt als das Persönlichkeitsgefühl. Daß dieses Persönlichkeitsgefühl heute so stark ist, ist eine Folge davon, daß man die Körper in der ägyptischen Zeit mumifiziert hat. So hängt alles in der menschlichen Entwickelung zusammen. Die Ägypter balsamierten die Körper der Verstorbenen ein, damit die Menschen in der fünften Epoche ein möglichst großes Persönlichkeitsbewußtsein haben sollten. Es gibt tiefe Mysterien innerhalb der Menschheitsentwickelung!

[ 24 ] So sehen Sie, wie die Menschen immer mehr in die Maja heruntersteigen und die Materie durchdringen mit dem, was der Mensch erringen kann. In der vierten Kulturepoche, der griechisch-lateinischen, setzt der Mensch zunächst sein inneres Wesen in die Außenwelt hinaus. Da sehen Sie zunächst, wie in Griechenland der Mensch sich selbst in der Materie, in den Formen objektiviert. Der Mensch geheimnißt seine eigene Form in die griechischen Göttergestalten hinein. Bei Äschylos klingt es in der Dramatik noch nach, wie der Mensch seine eigene Individualität künstlerisch verwerten will. Er tritt selbst in den physischen Plan hinaus und schafft ein Abbild seiner selbst. Und in der römischen Kultur schafft der Mensch in den staatlichen Institutionen ein Abbild seiner selbst. Es ist der ärgste Dilettantismus, wenn das, was man heute Jurisprudenz nennt, weiter zurückgeführt wird als bis in die römische Zeit. Was vorher ist, ist dem Begriffe nach etwas ganz anderes als «Jus», als Recht. Denn der Begriff des Menschen als einer äußeren Persönlichkeit, der Rechtsbegriff vom Menschen bestand früher noch nicht. Im alten Griechenland ist es die «Polis», der kleine Stadtstaat, und der Mensch fühlt sich als ein Glied des kleinen Stadtstaates. In dieses Bewußtsein der griechischen Epoche wird sich heute ein Mensch schwer hineinfinden können. In der römischen Kultur wird die physische Welt so weit betreten, daß die einzelne menschliche Persönlichkeit — als römischer Bürger - auch rechtlich erscheint. So geht alles stufenweise vorwärts, und wir werden des weiteren zu verfolgen haben, wie die Persönlichkeit immer mehr heraustritt und damit die physische Welt immer mehr und mehr erobert wird. Der Mensch taucht immer tiefer unter in die Materie.

[ 24 ] So sehen Sie, wie die Menschen immer mehr in die Maja heruntersteigen und die Materie durchdringen mit dem, was der Mensch erringen kann. In der vierten Kulturepoche, der griechisch-lateinischen, setzt der Mensch zunächst sein inneres Wesen in die Außenwelt hinaus. Da sehen Sie zunächst, wie in Griechenland der Mensch sich selbst in der Materie, in den Formen objektiviert. Der Mensch geheimnißt seine eigene Form in die griechischen Göttergestalten hinein. Bei Äschylos klingt es in der Dramatik noch nach, wie der Mensch seine eigene Individualität künstlerisch verwerten will. Er tritt selbst in den physischen Plan hinaus und schafft ein Abbild seiner selbst. Und in der römischen Kultur schafft der Mensch in den staatlichen Institutionen ein Abbild seiner selbst. Es ist der ärgste Dilettantismus, wenn das, was man heute Jurisprudenz nennt, weiter zurückgeführt wird als bis in die römische Zeit. Was vorher ist, ist dem Begriffe nach etwas ganz anderes als «Jus», als Recht. Denn der Begriff des Menschen als einer äußeren Persönlichkeit, der Rechtsbegriff vom Menschen bestand früher noch nicht. Im alten Griechenland ist es die «Polis», der kleine Stadtstaat, und der Mensch fühlt sich als ein Glied des kleinen Stadtstaates. In dieses Bewußtsein der griechischen Epoche wird sich heute ein Mensch schwer hineinfinden können. In der römischen Kultur wird die physische Welt so weit betreten, daß die einzelne menschliche Persönlichkeit — als römischer Bürger - auch rechtlich erscheint. So geht alles stufenweise vorwärts, und wir werden des weiteren zu verfolgen haben, wie die Persönlichkeit immer mehr heraustritt und damit die physische Welt immer mehr und mehr erobert wird. Der Mensch taucht immer tiefer unter in die Materie.

[ 25 ] Unsere Kultur ist die erste Kultur nach der griechisch-lateinischen Epoche, also die fünfte der nachatlantischen Zeit; dann folgt eine sechste und sodann eine siebente Kulturepoche. Die vierte Kultur, die griechisch-lateinische, ist die mittlere - und innerhalb der Zeit dieser mittleren der nachatlantischen Kulturen tritt der Christus Jesus auf der Erde auf. Vorbereitet wird dies Ereignis innerhalb der dritten Kulturepoche der nachatlantischen Zeit, weil alles in der Welt sich vorzubereiten hat. Es wurde innerhalb der dritten Epoche dasjenige vorbereitet, was als das größte Ereignis der Erde während der vierten nachatlantischen Epoche auftreten sollte, wo die Menschen so weit in der Persönlichkeit vorgerückt waren, daß sie sich selbst hinausstellten, daß sie ihre Götter den Menschen ähnlich machten. In der griechischen Zeit schafft sich der Mensch eine Götterwelt in seiner Kunst nach seinem eignen Spiegelbilde. Im Staate schafft er dann eine Wiederholung. Der Mensch ist heruntergelangt bis zum Begreifen der Materie, bis zu der Ehe zwischen der Maja und dem Geiste. Es ist der Zeitpunkt, wo der Mensch auch bis zum Begreifen der Persönlichkeit gekommen war. Sie werden verstehen, daß dies auch die Zeit war, wo er den Gott als persönliche Erscheinung begreifen konnte, wo auch der zur Erde gehörige Geist bis zur Persönlichkeit fortschritt. So sehen wir, wie in der Mitte der nachatlantischen Kultur der Gott selbst als Mensch, als Einzelpersönlichkeit auftritt. Man möchte sagen, wie im Bilde erscheint es einem, was damals geschah, wenn wir sehen, wie der Mensch in den griechischen Kunstwerken ein Abbild seiner selbst schafft. Ist es denn nicht eigentlich so, wenn wir von der griechischen Kultur herüberkommen zur römischen und sehen die Typen des großen Römertums, als ob die griechischen Götterbilder heruntergestiegen wären von ihren Postamenten und herumwandelten in ihrer Toga! Man sieht sie förmlich!

[ 25 ] Unsere Kultur ist die erste Kultur nach der griechisch-lateinischen Epoche, also die fünfte der nachatlantischen Zeit; dann folgt eine sechste und sodann eine siebente Kulturepoche. Die vierte Kultur, die griechisch-lateinische, ist die mittlere - und innerhalb der Zeit dieser mittleren der nachatlantischen Kulturen tritt der Christus Jesus auf der Erde auf. Vorbereitet wird dies Ereignis innerhalb der dritten Kulturepoche der nachatlantischen Zeit, weil alles in der Welt sich vorzubereiten hat. Es wurde innerhalb der dritten Epoche dasjenige vorbereitet, was als das größte Ereignis der Erde während der vierten nachatlantischen Epoche auftreten sollte, wo die Menschen so weit in der Persönlichkeit vorgerückt waren, daß sie sich selbst hinausstellten, daß sie ihre Götter den Menschen ähnlich machten. In der griechischen Zeit schafft sich der Mensch eine Götterwelt in seiner Kunst nach seinem eignen Spiegelbilde. Im Staate schafft er dann eine Wiederholung. Der Mensch ist heruntergelangt bis zum Begreifen der Materie, bis zu der Ehe zwischen der Maja und dem Geiste. Es ist der Zeitpunkt, wo der Mensch auch bis zum Begreifen der Persönlichkeit gekommen war. Sie werden verstehen, daß dies auch die Zeit war, wo er den Gott als persönliche Erscheinung begreifen konnte, wo auch der zur Erde gehörige Geist bis zur Persönlichkeit fortschritt. So sehen wir, wie in der Mitte der nachatlantischen Kultur der Gott selbst als Mensch, als Einzelpersönlichkeit auftritt. Man möchte sagen, wie im Bilde erscheint es einem, was damals geschah, wenn wir sehen, wie der Mensch in den griechischen Kunstwerken ein Abbild seiner selbst schafft. Ist es denn nicht eigentlich so, wenn wir von der griechischen Kultur herüberkommen zur römischen und sehen die Typen des großen Römertums, als ob die griechischen Götterbilder heruntergestiegen wären von ihren Postamenten und herumwandelten in ihrer Toga! Man sieht sie förmlich!

[ 26 ] So war der Mensch vorgeschritten von der Zeit an, wo er sich als Glied der Gottheit fühlte, bis zum Fühlen seiner selbst als Persönlichkeit. Da konnte er selbst die Gottheit als Persönlichkeit begreifen, die heruntergestiegen war und unter den Menschen im Fleisch verkörpert wohnte.

[ 26 ] So war der Mensch vorgeschritten von der Zeit an, wo er sich als Glied der Gottheit fühlte, bis zum Fühlen seiner selbst als Persönlichkeit. Da konnte er selbst die Gottheit als Persönlichkeit begreifen, die heruntergestiegen war und unter den Menschen im Fleisch verkörpert wohnte.

[ 27 ] Das wollen wir uns vor die Seele malen, warum der Christus Jesus gerade in dieser Zeit der Menschheitsentwickelung aufgetreten ist. Wie sich dieses Mysterium weiter entwickelte, wie es in den Zeiten der früheren Entwickelung prophetisch vorleuchtete und wie es prophetisch vorwirkt auf ferne, kommende Zeiten, davon das nächste Mal.

[ 27 ] Das wollen wir uns vor die Seele malen, warum der Christus Jesus gerade in dieser Zeit der Menschheitsentwickelung aufgetreten ist. Wie sich dieses Mysterium weiter entwickelte, wie es in den Zeiten der früheren Entwickelung prophetisch vorleuchtete und wie es prophetisch vorwirkt auf ferne, kommende Zeiten, davon das nächste Mal.