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The Rudolf Steiner Archive

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Die Apokalypse des Johannes
GA 104

30 Juni 1908, Nürnberg

Zwölfter Vortrag

[ 1 ] Es könnte demjenigen, der sich mit seinem Gefühle die Ausführungen überlegt, die uns am Ende der gestrigen Betrachtung entgegengetreten sind, ein gewisser Anflug von Bangigkeit kommen über das Schicksal der zukünftigen Menschheit. Es mußte gestern vor Ihre Seele hingestellt werden ein Bild dieser Menschenzukuntt, wie es auf der einen Seite allerdings groß, gewaltig und mit Seligkeit erfüllend ist, ein Bild, das dem Dasein jenes zukünftigen Menschen entspricht, welcher die Mission unserer Gegenwart auf der Erde begriffen hat, der den Christus-Geist in sich aufgenommen hat und dadurch Schritt hat halten können mit der notwendigen Vergeistigung unserer Erde, ein herrliches, beseligendes Bild derjenigen Menschen, die man gewöhnlich im exoterischen Christentum die «Erlösten» oder auch mit einem nicht ganz zutreffenden Ausdruck die «Auserwählten» nennt. Aber auch das Gegenbild mußte vor Ihre Seele hingestellt werden, jenes Bild des Abgrunds, in dem sich eine Menschheit findet, welche nicht in der Lage war, aufzunehmen diesen Christus-Geist, die in der Materie steckengeblieben ist, sich sozusagen von dem in die Zukunft hineingehenden Vergeistigungsprozeß ausgeschlossen hat, die herausgefallen ist aus der vergeistigten Erde und in gewisser Beziehung abseits davon einem furchtbaren Schicksal entgegengeht. Wenn uns aus dem Abgrund herauf anstarrt das Tier mit den sieben Köpfen und den zehn Hörnern, verführt durch das andere furchtbare Wesen, das zweihörnige Tier, so erscheint uns allerdings dieses Bild Furcht und Schrecken erregend, und mancher könnte sich fragen: Ist es denn nicht von einer Vorsehung hart und unweise, eine Anzahl von Menschen einem so furchtbaren Schicksal entgegenzuführen, eine Anzahl von Menschen gewissermaßen zu verdammen zum Abgrund des Bösen?

[ 2 ] Und es könnte die Frage auftauchen: Hätte es sich nicht für eine weise Vorsehung besser geziemt, von vornherein dieses furchtbare Schicksal abzuwenden?

[ 3 ] Als Antwort kann man auf diese Fragen zunächst etwas abstrakt, etwas theoretisch sagen, und wer dieses Theoretische fühlen kann, für den bedeutet dies eigentlich schon sehr viel: Es ist außerordentlich weise, daß die Vorsehung dafür gesorgt hat, daß dieses furchtbare Schicksal als eine Möglichkeit vor einer Anzahl von Menschen stehen kann. Denn wäre es unmöglich, daß der Mensch in die Abgründe des Bösen hineinsegelt, dann wäre auch das für den Menschen nicht erreichbar, was wir auf der einen Seite Liebe und auf der anderen Seite Freiheit nennen, denn für den Okkultisten ist die Freiheit untrennbar verknüpft mit dem Begriff der Liebe. Freiheit wäre für den Menschen unmöglich, und Liebe wäre für den Menschen unmöglich, wenn nicht dieses Hinabsegeln möglich wäre. Ein Mensch, der nicht die Möglichkeit hätte, aus eigenem freien Entschluß das Gute oder auch das Böse zu wählen, der wäre ein Wesen, das nur am Gängelband zu einem notwendig zu erreichenden Guten geführt würde, in dessen Wahl es nicht stände, das Gute aus vollem, in sich selber geläutertem Wollen aus einer der Freiheit entspringenden Liebe zu wählen. Für einen Menschen, dem es nicht möglich wäre, die Gefolgschaft des Ungeheuers mit den zwei Hörnern einzuschlagen, für den wäre es auch nicht möglich, aus einer selbsteigenen Liebe dem Gotte zu folgen. Es lag im Sinne der weisen Vorsehung, der sich durch unser Planetensystem hindurch entwickelnden Menschheit die Möglichkeit der Freiheit zu geben, und diese Möglichkeit der Freiheit war unter keiner anderen Bedingung zu geben als dadurch, daß der Mensch selbst die freie Wahl zu treffen hat zwischen dem Guten und dem Bösen.

[ 4 ] Das ist aber doch nur, man möchte sagen, eine leere Theorie, und die Menschen schwingen sich ja nur langsam dazu auf, so etwas nicht nur mit Worten zu sagen und in theotetischen Augenblicken als eine Art Erklärung zu finden, sondern auch im Gefühle zu haben. Selten schwingen sich die Menschen heute schon auf zu dem Gedanken: Ich danke dir, o weise Vorsehung, daß du es möglich gemacht hast, daß ich dir nicht eine von dir selbst abgezwungene, sondern frei in meiner Brust entsprießende Liebe entgegenbringe; daß du mich nicht zwingst, dich zu lieben, sondern daß du mit es in Wahl gestellt hast, dir zu folgen. — Allerdings, zu dieser Empfindung müßte sich der Mensch aufschwingen, wenn er diese theoretische Erklärung wirklich fühlen könnte.

[ 5 ] Aber man kann auch aus der hellseherischen Betrachtung der Welt heraus einen anderen Trost oder besser gesagt eine andere Beruhigung geben. Denn gestern schon wurde berührt, daß eine fast unabänderliche Anlage für den Abgrund nur derjenige hat, der heute schon irgendwie verstrickt wird in die Fangarme des zweihörnigen Tieres, des großen Verführers zu den Künsten der schwarzen Magie. Und selbst für solche Menschen, die heute auf die Künste der schwarzen Magie hereinfallen, gibt es in der Zukunft noch einmal eine Möglichkeit, umzukehren. Diejenigen aber, und das sind ja vorläufig die meisten Menschen, welche überhaupt gar nicht in die Lage kommen, irgendwelchen Künsten der schwarzen Magie zu verfallen, für die ist wohl in dem, was auf den großen Krieg aller gegen alle folgt, eine gewisse Anlage zum endgültigen Bösen vorhanden, aber die Möglichkeit, in der Zukunft wieder umzukehren und sich dem Guten zuzuwenden, wird viel größer sein als der Zwang, unbedingt dem Bösen zu folgen.

[ 6 ] Aus den Vorträgen geht ja hervor, daß für diejenigen Menschen, die sich heute einer spirituellen Weltanschauung zuwenden, um hinüberzuleben über den großen Krieg in die sechste Periode hinein, die durch die Entsiegelung der Siegel dargestellt wird, daß für jene Schar es möglich ist, das Christus-Prinzip aufzunehmen. Sie werden aufnehmen können die geistigen Elemente, die in der durch die Gemeinde zu Philadelphia bezeichneten Zeit veranlagt werden, sie werden sich ausleben können in der nächsten Zeit mit einer starken Veranlagung zur Vergeistigung. Es nehmen heute diejenigen, die sich einer spirituellen Anschauung zuwenden, gewaltige Anlagen auf, um die aufwärtsgehende Bahn einzuschlagen. Es darf durchaus nicht verkannt werden, wie wichtig es ist, daß heute schon eine Anzahl von Menschen nicht taub ist gegen die Verkündigung der sogenannten anthroposophischen Weltanschauung, welche die ersten Anlagen zum spirituellen Leben in bewußter Weise in die Menschheit bringt, während es früher unbewußt geschah. Das ist das Wichtige, daß dieser Teil der Menschen die erste bewußte Anlage zur Aufwärtsbewegung aufnimmt.

[ 7 ] Aber dadurch, daß heute ein Häuflein sich aussondert, um einen großen Bruderbund zu begründen, der hinüberleben wird in die Zeit der sieben Siegel, dadurch wird gerade für die anderen Menschen, die heute noch ein taubes Ohr haben für die Verkündigung der anthroposophischen Weltanschauung, auch Rat geschaffen. Denn wir haben ja bis zum großen Kriege aller gegen alle noch viele Verkörperungen der gegenwärtigen Seelen durchzumachen und wiederum bis zum entscheidenden Punkte nach dem großen Kriege. Und auch nachher für die Zeit der Siegel haben wir viele Verwandlungen durchzumachen, und die Menschen werden oft und oft Gelegenheit haben, ihr Herz aufzuschließen der spirituellen Weltanschauung, die heute durch die anthroposophische Bewegung fließt. Oft und oft wird Gelegenheit sein, und Sie dürfen nicht glauben, daß die Gelegenheiten in der Zukunft nur solche sein werden, wie sie heute da sind. Oh, die Art und Weise, wie wir heute in der Lage sind, gegenüber den anderen Menschen die spirituelle Weltanschauung zu verkünden, ist etwas noch sehr Schwaches. Und würde heute ein Mensch selbst so reden, daß seine Stimme unmittelbar wie Feuer des Geistes ertönen würde, so wäre das noch etwas Schwaches gegenüber den Möglichkeiten, die in späteren, entwickelteren Leibern da sein werden, um die Mitmenschen hinzuweisen auf diese spirituelle Bewegung. Wenn die Menschheit im ganzen in den folgenden Zeiten immer höher und höher entwickelt sein wird, dahn werden sich noch ganz andere Mittel ergeben, durch welche die spirituelle Weltanschauung in die Herzen wird dringen können, und das flammendste Wort von heute wird gering und schwach sein gegen das, was in der Zukunft wirken wird, um all den Seelen die Möglichkeit zur spirituellen Weltanschauung zu geben, die heute noch in Leibern leben, in denen kein Herz schlägt für diese spirituelle Weltanschauung.

[ 8 ] Wir stehen im Anfang der spirituellen Bewegung, und sie wird wachsen, und es wird viel Verstocktheit, viel Verhärtung dazu gehören, gegenüber den gewaltigen Eindrücken der Zukunft die Herzen und Seelen zu verschließen. Diejenigen Seelen, die heute in Leibern leben, welche Herzen haben, um die anthroposophische Weltanschauung zu hören und zu fühlen, diese Seelen bereiten sich dadurch vor, künftig in Leibern zu leben, in denen ihnen Kraft gegeben sein wird, um ihren Mitmenschen zu dienen, welche bis dahin nicht die Möglichkeit hatten, die Herzen so in sich selber schlagen zu fühlen. Erst die Vorbereiter der Vorbereiter sind wir, weiter noch nichts. Ein ganz kleines Flämmchen erst ist heute die spirituelle Bewegung, und sie wird sich zu einem gewaltigen geistigen Feuer in der Zukunft gestalten.

[ 9 ] Wenn wir dieses andere Bild vor unsere Seele hinstellen, wenn 'wir es so recht durchempfinden, dann wird ein ganz anderes Gefühl, eine ganz andere Erkenntnismöglichkeit dieser Tatsache in uns aufleben. Heute ist es das, was wir schwarze Magie nennen, dem die Menschen in gewisser Weise bewußt oder unbewußt verfallen können. Diejenigen, die heute so dahinleben in den Tag hinein, die heute gar nicht berührt werden von der spirituellen Weltanschauung, die in ihrem bequemen Alltagsdusel dahinleben und sagen: Was kümmert mich, was diese Träumer von Anthroposophen sprechen —, die haben die geringste Möglichkeit, in die Kreise der schwarzen Magie hineinzukommen. Für sie ist es so, daß sie heute nur die Gelegenheit versäumen, um einstmals ihren Mitmenschen zu helfen in den Bestrebungen zur Erlangung des spirituellen Lebens. Für sie selbst kann noch nicht sehr viel verloren sein. Diejenigen aber, die heute beginnen, auf eine unrechtmäßige Weise sich an das spirituelle Leben heranzumachen, die nehmen eigentlich in den allerersten Anfängen in sich die Anlage auf von etwas, was man schwarze Magie nennen könnte. Und nur ganz wenige Individuen gibt es, die heute schon der schwarzen Magie in jenem furchtbaren Sinn verfallen sind, in dem eigentlich von dieser scheußlichen Kunst der Menschheit gesprochen werden muß.

[ 10 ] Sie werden am besten verstehen, daß es wirklich so ist, wenn ich Ihnen nur ganz leise Andeutungen mache darüber, wie in systematischer Weise schwarze Magie gepflogen wird, und dann werden Sie schon sehen, daß Sie Umschau halten können hinauf und hinab unter all Ihren Bekannten, und daß Sie niemand finden werden, dem Sie zutrauen könnten, daß er solchen Künsten heute schon zuneigt. Alles übrige ist im Grunde genommen nur purster Dilettantismus, der in den folgenden Perioden sehr leicht wird ausgetrieben werden können. Es ist ja schlimm genug, daß in unserer Zeit manchmal Dinge angepriesen werden, um die Menschen zu übervorteilen und so weiter, die in gewisser Beziehung auch der Anfang sind schwarzer magischer Kunst. Schlimm ist es auch, daß gewisse Anschauungen hereinspielen, welche, wenn sie auch durchaus nicht zur schwarzen Kunst gehören, doch eine gewisse Verführung bilden. Es sind das Anschauungen, die heute die Welt beherrschen in gewissen Kreisen und allerdings unter den materialistischen Gedanken wuchern können, die aber, wenn sie auch durchaus nicht ungefährlich sind, doch nicht unheilbar sein werden für die nächsten Epochen. Erst wenn einmal begonnen wird damit, daß der Mensch sozusagen das Abc der schwarzen Magie absolviert, dann ist er auf dem gefährlichen Wege nach dem Abgrund. Und dieses Abc besteht darin, daß ein Mensch, der der Schüler eines schwarzen Magiers wird, dazu angehalten wird, in ganz bewußter Weise das Leben zu ertöten, dem Leben vor allen Dingen in der Ertötung soviel Schmerz als möglich zuzufügen, und in diesem Zufügen des Schmerzes eine gewisse Befriedigung zu fühlen. Wenn die Absicht besteht, in ein Lebewesen zu stechen oder zu schneiden mit der Absicht, in dem Schmerze desselben Seligkeit zu fühlen, dann liegt darin das Abc der schwarzen Künste. Was darüber hinausgeht, kann nicht gestreift werden. Aber Sie werden es schon scheußlich genug finden, wenn Ihnen gesagt wird, daß der schwarzmagische Anfänger zu schneiden und zu stechen hat in lebendiges Fleisch, nicht so wie der Vivisektor schneidet — es ist dies auch schon etwas Schlimmes, doch findet das Wesen der Vivisektion seine Überwindung in den Vivisektoren selber, indem diese in Kamaloka an sich selbst die Schmerzen werden zu spüren haben, die sie ihren Opfern zugefügt haben, und deshalb die Vivisektion in Zukunft lassen werden -, sondern wer in systematischer Weise ins Fleisch schneidet und daraus Befriedigung empfindet, der fängt an, auf die abschüssige Bahn der schwarzen Magie zu kommen. Und dadurch ist die Möglichkeit gegeben für ihn, immer mehr und mehr sich jenem Wesen zu nähern, dem zweihörnigen Tier.

[ 11 ] Dieses Wesen selbst, das wir als das zweihörnige Tier charakterisiert haben, brauchen wir uns durchaus nur so vorzustellen, daß es als verführendes Wesen von ganz anderer Art als der Mensch ist. Es stammt aus anderen Weltperioden, hat anderer Weltperioden Neigungen angenommen und wird sich tief befriedigt fühlen, wenn es auf Wesen stößt, wie diese bösen Wesen sein werden, die sich geweigert haben, innerlich anzunehmen, was als Gutes aus der Erde fließen kann. Dieses Wesen hat nichts von der Erde haben können. Es hat kommen sehen die Erdenentwickelung, aber es hat sich gesagt: Ich bin nicht mit der Erde so fortgeschritten, daß ich von dem irdischen Dasein irgend etwas haben kann. — Dieses Wesen hätte nur dadurch etwas haben können von der Erde, wenn es in einem bestimmten Augenblick die Herrschaft hätte erlangen können, nämlich da, wo das Christus-Prinzip heruntergestiegen ist auf die Erde. Wenn dieses Christus-Prinzip damals im Keim erstickt worden wäre, wenn der Christus von dem Widersacher hätte überwunden werden können, dann allerdings wäre es möglich gewesen, daß die Erde in ihrer Ganzheit diesem Sorat-Prinzip verfallen wäre. Das ist nicht der Fall gewesen, und so muß sich dieses Wesen begnügen mit den Abfällen, die sich nicht hingeneigt haben zum Christus-Prinzip, mit jenen Menschen, die in der Materie steckengeblieben sind. Die werden in der Zukunft seine Heerscharen sein.

[ 12 ] Nun müssen wir, um diese Heerscharen noch genauer zu begreifen, uns bekanntmachen mit zwei Begriffen, die Ihnen in gewisser Beziehung ein Schlüssel sein können zu bestimmten Kapiteln der Apokalypse. Wir müssen uns bekanntmachen mit den Begriffen «erster Tod» und «zweiter Tod». Was ist der erste Tod, und was ist der zweite Tod des Menschen oder der Menschheit? Wir müssen uns ein genaues Bild machen von den Begriffen, die der Apokalyptiker mit diesen Worten verbunden hat. Dazu müssen wir noch einmal vor unsere Seele die elementaren Wahrheiten über das Menschendasein hinstellen.

[ 13 ] Nehmen Sie den Menschen von heute, wie Sie selber einer sind. Er lebt so, daß er vom Morgen, wenn er aufwacht, bis zum Abend, wo er einschläft, aus vier Gliedern besteht, aus dem physischen Leib, dem Ätherleib, dem Astralleib und dem Ich. Wir wissen auch, daß der Mensch während seines Erdendaseins von seinem Ich aus die niederen Glieder seiner Wesenheit bearbeitet und daß es ihm gelingen muß, während des Erdendaseins den astralischen Leib unter die Herrschaft des Ich zu bringen. Wir wissen, daß die Erde abgelöst werden wird von dem Jupiter, ihrer nächsten Verkörperung. Wenn der Mensch auf dem Jupiter angelangt sein wird, dann wird er als ein anderes Wesen vor uns stehen. Dieser Jupitermensch wird von seinem Ich aus durchgearbeitet haben seinen astralischen Leib. Und wenn wir heute sagen, der Erdenmensch, der im wachen Zustand vor uns steht, hat ausgebildet zunächst physischen Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich, so müssen wir vom Jupitermenschen sagen, er wird ausgebildet haben physischen Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich, aber seinen astralischen Leib wird er umgestaltet haben zu Geistselbst. Er wird auf einer höheren Stufe des Bewußtseins leben, auf einer Stufe, die folgenderweise charakterisiert werden kann. Jenes alte, dumpfe Bilderbewußtsein des Mondes, das auch noch in den ersten Zeiten des Erdenbewußtseins da war, das wird in seinen Bildern als hellseherisches Bewußtsein wieder da sein, aber es wird ausgestattet sein mit dem menschlichen Ich, so daß der Mensch so logisch überlegend sein wird mit diesem Jupiterbewußtsein, wie er es heute mit dem Tagesbewußtsein der Erde ist.

[ 14 ] Der Jupitermensch wird also in gewisser Beziehung ein niedriger Hellseher sein. Es wird ein Teil der seelischen Welt für ihn offenliegen. Er wird Wohl und Wehe seiner Umgebung in Bildern empfinden, die aufsteigen innerhalb seines imaginativen Bewußtseins. Dieser Jupitermensch wird daher in ganz anderen moralischen Verhältnissen leben. Denken Sie sich, daß Sie als Jupitermensch eine menschliche Seele vor sich haben: Der Schmerz, die Lust dieser Seele wird aufsteigen in Bildern vor Ihrer Seele, und die Bilder des Schmerzes der anderen Seele werden Sie quälen, und Sie werden, wenn Sie den Schmerz der anderen Seele nicht beseitigen, unmöglich den Schmerz der anderen Seele mit Ihrem eigenen Wohlsein vereinigen können. Oh, die Bilder des Leides würden eine Qual sein für den Jupitermenschen mit dem erhöhten Bewußtsein, wenn er nichts tun würde, um dieses Leid zu mildern und so seine eigenen quälenden Bilder, die nichts anderes sind als der Ausdruck des Leides um ihn herum, gleichfalls wegzuschaffen. Nicht wird das Wohl und Wehe des einzelnen möglich sein ohne das des anderen.

[ 15 ] So sehen wir, wie der Mensch zu seinem gegenwärtigen Bewußtsein, dem Ich-Bewußtsein, einen ganz neuen Bewußtseinszustand hinzuerobert. Wenn wir verstehen wollen, was das für eine Tragweite hat in der Weltentwickelung, so müssen wir den schlafenden Menschen noch einmal vor unsere Seele führen. Im Schlafe liegt im Bette Ihr physischer und Ätherleib, und außerhalb ist das Ich und der astralische Leib. In der Nacht ist es so, daß er — wenn wir etwas, sagen wir, ungenau reden — schnöde seinen physischen und Ätherleib verläßt. Dadurch aber, daß der Mensch in der Lage ist, in der Nachtzeit frei zu werden von seinem physischen und Ätherleib, dadurch, daß der Mensch in der Nachtzeit leben kann in einer geistigen Welt, ist die Möglichkeit herbeigeführt, daß er gerade hier in diesem Erdendasein von seinem Ich aus umgestaltend wirken kann auf seinen astralischen Leib. Wie geschieht nun diese Wirkung?

[ 16 ] Wenn wir es anschaulich beschreiben wollen, können wir sagen: Nehmen wir den Menschen in seinem tagwachen Zustand. Nehmen wir an, er finde neben seinen Berufsarbeiten und Pflichten eine wenn auch kurze Zeit, um sich höheren Betrachtungen hinzugeben, um sich die großen Impulse zu eigen zu machen, die etwa aus dem Johannes-Evangelium fließen, aus den Worten: «Im Urbeginne war das Wort, und das Wort war bei Gott.» Nehmen wir an, er lasse so in sich erstehen die großen Bilder, die ihm durch das Johannes-Evangelium vorgeführt werden, er sei immer von dem Gedanken erfüllt: Damals, im Beginne unserer Zeitrechnung, lebte in Palästina eine Wesenheit, der ich nachfolgen will. Ich will mein Leben so einrichten, daß alles vor dieser Wesenheit bestehen kann, daß ich mich betrachten kann als einen Menschen, der diese Persönlichkeit sich zum Ideal genommen hat. — Dabei brauchen wir aber nicht in Intoleranz nur an das Johannes-Evangelium zu denken. Auf manch andere Weise ist es möglich, sich hineinzuvertiefen in dasjenige, was die Seele mit solchen Bildern erfüllen kann. Und wenn wir auch in gewisser Weise das Johannes-Evangelium als das Größte bezeichnen müssen, was innerhalb der Menschheit entstanden ist, was die gewaltigste Wirkung ausüben kann, so dürfen wir doch sagen: Der andere, der hingebungsvoll in der Lehre der Vedanta-Weisheit aufgeht oder sich in die Bhagavad Gita oder in das Dhammapada vertieft, auch für den wird genügend Gelegenheit vorhanden sein, in folgenden Verkörperungen gerade durch das, was er so aufgenommen hat, zum Christus-Prinzip zu kommen. — Nehmen wir also an, ein Mensch durchdringe tagsüber seine Seele mit solchen Bildern und Vorstellungen, dann wird sein astralischer Leib von diesen Gedanken, Gefühlen und Bildern ergriffen, und sie bilden Kräfte in seinem astralischen Leib, erzeugen in ihm die verschiedenartigsten Wirkungen. Wenn dann der Mensch aus seinem physischen und Ätherleib des Nachts herausrückt, bleiben diese Wirkungen im astralischen Leibe drinnen, und derjenige, der bei Tag sich hat vertiefen können in die Bilder und Gefühle des Johannes-Evangeliums, hat etwas geschaffen in seinem astralischen Leib, das in der Nacht als gewaltige Wirkung darin auftritt. So, müssen wir sagen, wirkt der Mensch heute während des tagwachenden Bewußtseins auf seinen astralischen Leib.

[ 17 ] Sich bewußt werden dieser Wirkungen kann heute nur der Eingeweihte; aber der Mensch entwickelt sich ja allmählich hin zu diesem Bewußtsein. Diejenigen Menschen, die das Ziel der Erdenentwickelung erreichen werden, werden dann einen ganz und gar vom Ich mit dem geistigen Inhalt, den sie sich erarbeitet haben, durchdrungenen astralischen Leib haben, sie werden dieses Bewußtsein als ein Ergebnis, als eine Frucht der Erdenentwickelung haben und hinübertragen in die Jupiterentwickelung. Wir möchten sagen, daß der Mensch, wenn die Erdenzeit so zu Ende gegangen ist, Fähigkeiten erlangt hat, die symbolisch dargestellt werden durch die Erbauung des neuen Jerusalem. Da wird der Mensch schon hineinblicken in jene Bilderwelt des Jupiter, das Geistselbst ist dann ausgebildet in ihm. Das ist das Ziel der Erdenentwickelung. Was also soll der Mensch im Verlaufe der Erdenentwickelung erlangen? Was ist das erste Ziel? Die Umwandlung des astralischen Leibes. Oh, dieser astralische Leib, der heute des Nachts immer frei wird vom physischen und Ätherleib, der wird in Zukunft als ein umgebildeter Teil der menschlichen Wesenheit erscheinen. Da hinein trägt der Mensch, was ihm auf der Erde gegeben wird. Aber das würde noch nicht genügen für die Erdenentwickelung. Denken Sie sich, daß der Mensch jede Nacht herauskommen würde aus dem physischen und Ätherleib und jede Nacht seinen astralischen Leib durchdringen würde mit dem, was er aufgenommen hat tagsüber, daß aber der physische und der Ätherleib gar nicht davon berührt würden, dann würde der Mensch das Erdenziel dennoch nicht erreichen. Es muß noch etwas anderes eintreten. Es muß möglich sein, daß der Mensch während der Erdenentwickelung immer und immer wieder wenigstens in den Ätherleib hineinprägt dasjenige, was er also in sich aufgenommen hat. Es ist notwendig, daß dieser Ätherleib auch Wirkungen empfangen kann von dem, was der Mensch im astralischen Leib heranbildet.

[ 18 ] Der Mensch kann noch nicht durch sich selbst in diesen Ätherleib hineinwirken. Auf dem Jupiter, wenn der Mensch seinen astralischen Leib umgebildet haben wird, wird er fähig werden, auch in diesen Ätherleib hineinzuwirken. Heute aber kann er das nicht, heute braucht er sozusagen noch Helfer. Auf dem Jupiter wird der Mensch fähig werden, die eigentliche Arbeit am Ätherleibe zu beginnen. Auf der Venus wird er am physischen Leibe arbeiten; das ist der am schwersten zu überwindende Teil. Heute aber muß der Mensch noch die beiden, den physischen und den Ätherleib, nachts im Bett liegen lassen und herauskommen. Daß aber dennoch zunächst der Ätherleib seine Wirkungen empfängt, so daß der Mensch allmählich lernt hineinzuarbeiten in den Ätherleib, dazu braucht er einen Helfer. Und dieser Helfer, der das ermöglicht, ist kein anderer wiederum als die Christus-\Wesenheit, während wir diejenige Wesenheit, die dem Menschen hilft, in den physischen Leib hineinzuarbeiten, als den «Vater» bezeichnen. Bevor aber nicht der Helfer kommt, der es ermöglicht, in den Ätherleib hineinzuarbeiten, kann der Mensch nicht in seinen physischen Leib hineinarbeiten: «Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.» Niemand erlangt die Fähigkeit, in den physischen Leib hineinzuarbeiten, der nicht durch das Christus-Prinzip hindurchgegangen ist. So wird der Mensch dann, wenn er am Ziele der Erdenentwickelung angelangt sein wird, durch die Fähigkeit, seinen astralischen Leib aus eigenen Kräften umzubilden, auch die Fähigkeit haben, bis hinunter auf den Ätherleib zu wirken. Das verdankt er dem lebendigen Dasein des Christus-Prinzips auf der Erde. Hätte sich dieses nicht als Lebendiges vereinigt mit der Erde, wäre es nicht hineingekommen in die Aura der Erde, dann würde das, was im astralischen Leib ausgebildet ist, sich nicht hineinbilden in den Ätherleib. Wir sehen also, daß derjenige, der sich verschließt, indem er sich abkehrt von dem Christus-Prinzip, sich der Möglichkeit entzieht, in seinen Ätherleib so hineinzuarbeiten, wie es schon während der Erdenentwickelung notwendig ist.

[ 19 ] So also werden wir in einer anderen Weise charakterisieren können die zwei Arten von Menschen, die am Ziel der Erdenentwickelung vor uns stehen: Wir haben solche Menschen, welche in sich das Christus-Prinzip aufgenommen haben, welche dadurch ihren astralischen Leib umgebildet und von Christus die Hilfe erlangt haben, auch den Ätherleib umzuwandeln, und andere haben wir, die nicht hingekommen sind zum Christus-Prinzip, die auch nicht in der Lage waren, irgend etwas im Ätherleib zu verändern, denn sie konnten nicht den Helfer finden, den Christus.

[ 20 ] Nun schauen wir einmal hin auf diese Menschenzukunft. Die Erde vergeistigt sich, das heißt der Mensch muß etwas vollständig verlieren, was er jetzt in seinem physischen Dasein als zu ihm gehörig betrachtet. Wir können uns ein Bild davon machen, was da mit dem Menschen geschieht, wenn wir schon den gewöhnlichen Verlauf seines Lebens nach dem Tode betrachten. Der Mensch verliert den physischen Leib nach dem Tode. Diesem physischen Leibe ist es zuzuschreiben, daß der‘ Mensch Begierden und Neigungen hat, die sich an das gewöhnliche Leben knüpfen, und wir haben es geschildert, was der Mensch nach dem Tode erlebt. Nehmen wir einen Menschen an, der irgendeine leckere Speise besonders liebte. Im Leben kann er sich den Genuß verschaffen, nach dem Tode nicht. Die Begierde hört aber nicht auf, denn sie hat nicht im physischen, sondern im Astralleib ihren Sitz. Weil nun aber das physische Werkzeug fehlt, so fehlt auch die Möglichkeit, diese Begierde zu befriedigen. Solche Menschen schauen im Kamaloka hinunter in die physische Welt, die sie verlassen haben, sie schauen da, was ihnen jetzt noch Genuß machen könnte von alledem, was unten auf der physischen Welt ist, aber sie können es nicht genießen, weil sie kein physisches Instrument dazu haben, und dadurch kommt jener brennende Durst in sie. So ist es mit allen Begierden, die im Menschen geblieben sind nach dem Tode und die hingeordnet sind nach der physischen Welt, weil sie nur durch physische Werkzeuge befriedigt werden können. So ist es jedesmal nach dem Tode: Der Mensch sieht jedesmal seinen physischen Leib abfallen, und dadurch, daß ihm von diesem physischen Leib etwas geblieben ist, dadurch drängt es ihn noch hin zur gewöhnlichen Welt unseres physischen Planes und es wird, bis er sich das abgewöhnt hat in der geistigen Welt, für ihn die Zeit der Begierdenglut da sein.

[ 21 ] Denken Sie sich nun die letzte irdische Verkörperung vor der Vergeistigung der Erde, das Ablegen des letzten physischen Leibes. Die Menschen, die heute auf der Erde leben, werden so weit sein durch das Christus-Prinzip, daß ihnen in gewisser Weise dieses Ablegen des allerletzten physischen Leibes keine besonderen Schwierigkeiten macht. Aber sie werden doch etwas verlassen müssen, denn von der vergeistigten Erde ist hingeschwunden ein für allemal dasjenige, was Freude geben kann aus den Gegenständen dieser Erde. Denken Sie an den letzten Tod, der möglich ist in der Erdenentwickelung, an das letzte Ablegen des physischen Leibes. Dieser letzte Tod der Verkörperungen, das ist es, was in der Apokalypse der erste Tod genannt wird. Und diejenigen, die das Christus-Prinzip aufgenommen haben, sehen diesen physischen Leib sozusagen wie eine abfallende Schale. Für sie hat jetzt der Ätherleib Bedeutung. Der ist mit Hilfe des Christus so organisiert, daß er dem astralischen Leib vorderhand angepaßt ist, daß er nicht mehr Lust und Begierde hat nach dem, was da unten in der physischen Welt ist. Nur mit all dem, was durch die Hilfe des Christus in den Ätherleib hineingebracht worden ist, leben die Menschen jetzt weiter in der vergeistigten Erde. Sie haben sich eine Harmonie geschaffen zwischen ihrem astralischen Leib und ihrem Ätherleib. Das ChristusPrinzip hat eben diesen Einklang geschaffen.

[ 22 ] Dagegen gibt es die anderen, die das Christus-Prinzip nicht in sich aufgenommen haben. Diese anderen haben solchen Einklang nicht. Den physischen Leib müssen auch sie verlieren, denn einen physischen Leib gibt es zunächst in der vergeistigten Erde nicht. Alles Physische muß zunächst aufgelöst werden. Es bleibt zurück als Begierde nach dem Physischen, als das ungeläuterte Geistige, als das in der Materie verhärtete Geistige. Ein Ätherleib bleibt zurück, dem nicht der Christus geholfen hat, dem astralischen Leib angepaßt zu sein, der hingeordnet ist nach dem physischen Leib. Das sind diejenigen Menschen, die heiße Begierdenglut empfinden werden nach der physischen Sinnlichkeit. Ungestillte, brennende Begierdenglut werden sie im Ätherleib empfinden durch das, was sie im physischen Leben gehabt haben und was sie jetzt entbehren müssen. So haben wir in dieser nächsten Zeit, nachdem das Physische abgeschmolzen ist, Menschen, die in ihrem Ätherleib als in einem Wesensgliede leben, das harmonisch zusammenklingt mit dem astralischen Leibe, und wir haben die anderen Menschen, deren Ätherleib in Mißklang lebt, weil sie Begierde nach dem haben, was abgefallen ist im physischen Leibe.

[ 23 ] Und dann tritt in der weiteren Entwickelung ein Zustand ein, wo die Vergeistigung der Erde so fortschreitet, daß es auch keinen Ätherleib mehr geben kann. Diejenigen, deren Ätherleib ganz im Einklang ist mit dem astralischen Leib, die werfen ohne Schmerzen diesen Ätherleib ab, denn sie bleiben in ihrem astralischen Leibe, der erfüllt ist von der Christus-Wesenheit, und sie empfinden es als Entwickelungsnotwendigkeit, daß der Ätherleib abgestreift wird. Denn sie fühlen in sich die Fähigkeit, ihn wiederum selbst aufzubauen, weil sie Christus in sich aufgenommen haben. Diejenigen aber, die in diesem Ätherleib die Begierde nach dem haben, was vergangen ist, die können diesen Ätherleib auch nicht behalten, wenn alles astralisch wird. Er wird ihnen genommen werden, wird aus ihnen gerissen werden, und jetzt empfinden sie das als ein zweites Sterben, als den «zweiten Tod». Dieser zweite Tod geht an den anderen, die ihren Ätherleib mit dem astralischen Leib durch Aufnahme des Christus-Prinzips harmonisch gemacht haben, unvermerkt vorüber. Über sie hat der zweite Tod keine Macht. Die anderen empfinden aber den zweiten Tod beim weiteren Hinüberleben in jene folgende astralische Gestalt. Dann ist die Menschheit in jenem Zustand, wo diejenigen, die das Ziel der Entwickelung erreicht haben, ihren astralischen Leib ganz durchdrungen haben mit Christus. Sie sind reif, hinüberzuleben nach dem Jupiter, sie entwerfen auf unserer Erde den Plan zur Jupiterentwickelung. Das ist der Plan, der genannt wird das neue Jerusalem. Sie leben in einem «neuen Himmel» und einer «neuen Erde»: das ist Jupiter.

[ 24 ] Dieser neue Jupiter wird begleitet sein wie von einem Trabanten von denjenigen, die ausgeschlossen sind von dem Leben im Geistigen, die den zweiten Tod erlebt haben, die daher keine Möglichkeit haben, das Jupiterbewußtsein zu erlangen. Wir haben also solche Menschen, die zum Jupiterbewußtsein vorgerückt sind, die Manas erlangt haben, und solche Wesenheiten, welche von sich gestoßen haben die Kräfte, die ihnen dieses Bewußtsein gegeben hätten. Das sind diejenigen, welche auf dem Jupiter erst das Ich-Bewußtsein der Erde erlangt haben, die also sozusagen dastehen, wie heute der Mensch auf der Erde dasteht mit seinen vier Gliedern. Aber ein solcher Mensch kann sich nur innerhalb der Erde entwickeln, nur die Erde hat die Umgebung — den Boden, die Luft, die Wolken, die Pflanzen, die Mineralien —, die notwendig ist für den Menschen, wenn er das erreichen will, was innerhalb der vier Glieder zu erreichen ist. Der Jupiter wird ganz anders gestaltet sein, eine «neue Erde» wird er sein. Anders werden Boden, Luft, Wasser, anders wird ein jegliches Wesen sein, und nicht wird die Möglichkeit vorhanden sein, ein Normalleben zu führen für Wesen, die erst das Erdenbewußtsein erlangt haben. Sie werden die zurückgebliebenen Wesenheiten sein.

[ 25 ] Aber nun kommt etwas, was wiederum zu unserer Beruhigung gehört. Selbst auf diesem Jupiter gibt es noch eine letzte Möglichkeit, durch die starke Kraft, welche die Vorgerückteren haben, diese also Hinuntergesunkenen noch einmal zur Umkehr zu bewegen und auch eine Anzahl zur Umkehr zu bringen. Erst bei der Venusverkörperung wird die allerletzte Entscheidung fallen, die unabänderliche Entscheidung. Wenn wir das alles überdenken, dann wird der Gedanke, den wir neulich besprochen haben, doch eine andere Färbung erlangen. Da wird er unmöglich Bangigkeit und Beunruhigung hervorrufen, sondern nur das eine Streben: Ich will alles tun, was nötig ist, um die Erdenmission zu erfüllen.

[ 26 ] Wenn wir uns das alles in entsprechender Weise vor die Seele rücken, dann eröffnet sich ein großes, gewaltiges Bild der Menschheitszukunft, und wir ahnen, was alles in der erleuchteten Seele des Apokalyptikers war, der niedergeschrieben hat, was wir eben in diesen Betrachtungen stammelnd herausfinden konnten aus der Apokalypse. Jedes Wort des Apokalyptikers ist von Bedeutung, ja jede Wendung. Wir müssen sie nur klar zu verstehen suchen. So wird uns hingewiesen, im Sinne der gestrigen Betrachtung, in 666 auf das Tier mit den zwei Hörnern, und dann wird gesagt ein merkwürdig Wort: «Hie ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl.» Ein scheinbarer Widerspruch, aber einer von den vielen Widersprüchen, die durchaus in jeder okkulten Schrift und Betrachtung zu finden sind. Sie können nämlich dessen gewiß sein, daß eine Betrachtung, die so glatt verläuft, daß man mit dem gewöhnlichen MenschenAlltagsverstand keinen Widerspruch finden kann, gewiß nicht auf okkultem Boden steht. Was in der Welt sich entwickelt, ist nicht so flach und trivial wie das, was der menschliche Verstand, die gewöhnliche Intelligenz als Widerspruchslosigkeit empfindet. Man muß eben tiefer in die Untergründe menschlicher Betrachtung hinuntertauchen, dann verschwinden schon die Widersprüche. Derjenige, der eine Pflanze betrachtet, wie sie wächst von der Wurzel bis zur Frucht, wie das grüne Blatt sich verwandelt in das Blumenblatt, das Blumenblatt in die Staubgefäße und so weiter, der kann sagen: Hier haben wir widersprechende Gestalten, das Blumenblatt widerspricht dem Stengelblatt. — Wer aber tiefer sieht, wird die Einheit erblicken, die tiefere Einheit im Widerspruch. So ist es mit dem, was der Verstand in der Welt sehen kann. Er sieht gerade in den tiefsten Weisheiten Widersprüche. Daher darf es uns nicht berühren, wenn uns hier in der Apokalypse ein scheinbarer Widerspruch entgegentritt: «Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl.»

[ 27 ] Wir müssen da noch einmal betrachten, wodurch der Mensch hineinkommen kann in die Möglichkeit, von dem zweihörnigen Tier verführt zu werden. Wir haben darauf hingewiesen, daß der Mensch seit der Mitte der atlantischen Zeit sozusagen die höhere geistige Entwickelung verschlafen hat. Diese Schlafenszeit ist die heutige Zeit. Sie war aber notwendig. Wenn sie nicht eingetreten wäre, wäre niemals das gekommen, was wir in unserem heutigen Sinn Verstand nennen. Die Menschen vor unserer Zeit haben das nicht gehabt. Die haben aus anderen Impulsen heraus gehandelt. Ihre Bilder haben sie hingetrieben zu ihren Handlungen ohne Überlegung. Diese alte Hellsehergabe hat der Mensch verloren, und dafür hat er den Verstand eingetauscht und ist heruntergestiegen in die Materie. Dadurch ist ihm der Schleier gewoben worden vor die geistige Welt, dadurch aber hat er sich gleichzeitig den Verstand erworben. Dieser kann eine wichtige Hemmung sein für die spirituelle Entwickelung. Nichts anderes wird es zuletzt sein, was den Menschen davon abhalten kann, gründlich davon abhalten kann, zum Christus-Prinzip zu kommen, als dieser verführte Verstand, diese verführte Intelligenz. Und wenn diejenigen, die zuletzt dem zweihörnigen Tier verfallen werden, zurückblicken könnten auf das, was ihnen eigentlich den bösesten Streich gespielt hat, dann würden sie sagen: Zwar ist die Anlage zum Abgrund erst später gekommen, aber was mir verfinstert hat das Christus-Prinzip, das ist der Verstand. — Oh, derjenige, der diesen Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres! Denn gerade dadurch, daß der Mensch Mensch geworden ist, das heißt mit diesem Ich-Verstand begabt worden ist, dadurch kann er verfallen dem Tiere 666. Denn die Zahl des Tieres ist zugleich eines Menschen Zahl, und daß es eines Menschen Zahl ist, kann kein anderer einsehen als derjenige, der Verstand hat: Desjenigen Menschen Zahl ist es, der sich durch seinen Verstand hat verführen lassen. — Solche tiefen Wahrheiten stecken darin in diesen Dingen.

[ 28 ] So sehen Sie, daß der Apokalyptiker Ihnen vieles gibt, wenn Sie die einzelnen Andeutungen, die wir gemacht haben, in sich aufnehmen. Vieles gibt er, was wir heute anthroposophische Wahrheiten nennen. Er gibt, was er verspricht. Er führt den Menschen hin zur Anschauung dessen, was kommen wird: zur Anschauung der Wesenheiten und Mächte, welche die Welt lenken. Er führt uns zu dem Geiste, der uns auf dem ersten Siegel, zu der Gestalt, die uns auf dem letzten Siegel gegeben wird. Da sieht man, wie ihm hellseherisch die Regelmäßigkeit des neuen Jerusalem sich ausdrückt. Das ist das Seherische daran. Die Regelmäßigkeit des neuen Jerusalem drückt sich dabei aus; Sie können im 21. Kapitel sehen, wie sozusagen dieses neue Jerusalem beschrieben wird als Würfel (Vers 16). Zu beschreiben, was auf diesem letzten Bilde ist, würde uns zu weit führen. (Siehe das siebente Siegelbild.)

[ 29 ] Jetzt ist es notwendig, daß wir darauf hinweisen, zu welchem Zwecke die Apokalypse geschrieben ist. Ich müßte freilich viel sprechen, wenn ich ausführlich beschreiben wollte, wozu sie geschrieben ist. Aber eine Andeutung wenigstens sollen Sie mit nach Hause nehmen, eine Andeutung, die sich uns ergibt aus einer ganz bestimmten Stelle der Apokalypse. Derjenige, der die Apokalypse geschrieben hat, sagt, daß eine Zeit kommen wird, wo wirklich jener hohe Bewußtseinsgrad sich entwickelt haben wird, wo die Menschen sehen werden in erhöhtem Bewußtsein die Wesenheiten, welche die Welt leiten, die Wesenheiten, die durch das Lamm, die durch das Erscheinen des Menschensohnes mit dem flammenden Schwert charakterisiert wurden. Wir werden hingewiesen darauf in Tönen, die schon in sich schließen jene Beruhigung, von der wir gesprochen haben. Der Apokalyptiker, der tiefer Hellseher ist, weiß, daß in alten Zeiten die Menschen begabt waren mit einem dämmerhaften Hellsehen. Wir haben es ja charakterisiert und gesehen, wie die Menschen damals sozusagen Genossen waren der göttlichen Geisterwelt, wie sie selbst gesehen haben die göttlich-geistige Welt. Aber wer hat sie verloren, diese Sehergabe, wer? Das müssen wir jetzt als wichtige Frage hinstellen. Wir haben gesehen, daß sie im Grunde diejenigen Menschen verloren haben, die herausgeführt sind auf den physischen Plan, zum physischen Leben, damals, als die zweite Hälfte der atlantischen Zeit begann. Die Menschen sahen auf die festen Gebilde unserer Erde, auf die begrenzten Gegenstände unserer Erde. Das alte Hellsehen verschwand. Selbstbewußt wurden die Menschen, aber vor ihnen verschloß sich die geistige Welt. Die Gebilde, welche in alten Zeiten die Luft durchdrungen haben wie ein Nebelmeer, verschwanden, die Luft wurde rein, der Boden frei. Die Menschen traten heraus auf die freie Erde. Das ist verhältnismäßig spät geschehen; es fällt zusammen mit dem Erlangen des gegenwärtigen Verstandes, des jetzigen Selbstbewußtseins des Menschen.

[ 30 ] Und jetzt erinnern wir uns, was wir gesagt haben von dieser Erde. Wir erinnern uns daran, daß wir den großen Moment von Golgatha hingestellt haben vor unsere Seele. Wenn jemand damals die Erde von ferne betrachtet hätte mit hellseherischem Blick, so hätte er wahrgenommen in dem Augenblick, wo das Blut aus den Wunden des Erlösers floß, daß die ganze astralische Aura der Erde sich veränderte. Da ist die Erde durchdrungen worden von der Christus-Kraft. Durch dieses Ereignis kann sich die Erde dereinst wieder mit der Sonne vereinigen. Diese Kraft wird wachsen. Das ist die Kraft, die unseren Ätherleib vor dem zweiten Tode bewahrt. Christus wird immer mehr und mehr der Erdgeist, und derjenige, der ein rechter Christ ist, versteht die Worte: «\Wer mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen», der betrachtet den Leib der Erde als den Leib des Christus. Die Erde als planetarischer Körper ist der Leib des Christus, freilich erst im Anfange. Es wird erst der Christus Erdgeist, er wird sich völlig mit der Erde vereinigen. Und wenn sich die Erde später mit der Sonne vereinigen wird, wird der große Erdgeist Christus Sonnengeist sein.

[ 31 ] Der Leib der Erde wird der Leib des Christus sein. Und die Menschen müssen diesen Leib bearbeiten. Sie haben damit begonnen, als sie heraustraten auf die Erde; sie haben diese Erde mit ihren Kräften bearbeitet. In allen Traditionen kann man etwas finden, was wenig beachtet wird, weil man es wenig versteht. So zum Beispiel in der persischen Tradition, daß die Menschen seit jener Zeit, seit der sie herausgetreten sind aus dem hellseherischen Bewußtsein, Wesen geworden sind, welche die Erde durchstochen haben. Während die Menschen in der Phase leben, daß sie die Erde durchstechen, das heißt die Erde bearbeiten, während dieser Zeit also, wo sie den Leib des Christus durchstechen, sehen sie nicht im hellseherischen Bewußtsein die leitenden Kräfte, vor allen Dingen nicht den Christus, von Angesicht zu Angesicht. Aber der Apokalyptiker weist auf die Zeit hin, wo nicht nur die Hellseher von damals das Geistige sehen, sondern wo die Menschheit wieder angekommen sein wird auf der Stufe, die es ihr ermöglicht, das Christus-Wesen selber zu sehen. Sehen werden ihn alle Wesen, und diejenigen, die ihn durchstochen haben, werden ihn auch sehen; diejenigen, die einen Teil ihrer Entwickelung durchmachen mußten im Bebauen der Erde, im Durchstechen der Erde, sie werden den Christus sehen. Denn solche Worte sind so, daß sie denjenigen, der sie allmählich enthüllen lernt, tief hineinführen in die Vorstellungswelt der Mysterien, der apokalyptischen Sprache.

[ 32 ] Was hat also der Apokalyptiker schreiben wollen, was hat er darstellen wollen? Diese Frage beantwortet sich uns damit, daß wir kurz hinweisen auf den Ursprung der Apokalypse. Wo ist zuerst enthalten das, was in der Apokalypse geschrieben ist? Könnten Sie zurückgehen in die Mysterien des alten Griechenlands, in die Orphischen, die Eleusinischen Mysterien, zurückgehen in die Mysterien der alten Ägypter, Chaldäer, Perser und Inder, allüberall würden Sie die Apokalypse finden. Sie ist vorhanden gewesen, sie war da. Sie war nicht geschrieben, aber sie lebte von Priestergeneration zu Priestergeneration, durch die Generationen der Initiatoren hindurch, wo das Gedächtnis so lebendig war, daß man so reiche Stoffe bewältigen konnte. Das Gedächtnis war ja auch in viel späteren Zeiten noch weit besser als bei uns. Man erinnere sich nur an die Sänger der Iliade, wie sie herumgezogen sind und aus dem Gedächtnis ihre Gesänge singen konnten. Es ist verhältnismäßig noch nicht so lange Zeit, daß das Gedächtnis so sehr zurückgegangen ist. In den Mysterien wurden diese Wahrheiten nicht aufgeschrieben, aber sie lebten von Generation zu Generation der Initiatoren.

[ 33 ] Was hatte sie für eine Aufgabe, die Apokalypse? Sie hatte die Aufgabe, eine Instruktion zu sein für denjenigen, der die Schüler zur Weihe brachte. Damals war es so, daß der Mensch, an dem die Einweihung vollzogen werden sollte, herausgeführt wurde aus seinem physischen Leibe und wie tot blieb. Aber wenn er herausgeführt war, dann ließ ihn der Initiator in seinem ätherischen Leibe sehen, was nachher durch den Christus-Impuls im physischen Leib hellseherisch hat gesehen werden können. So waren die alten Eingeweihten die Propheten, die hinweisen konnten auf Christus. Und sie haben es getan, sie haben es tun können, weil der Christus in dieser Apokalypse gezeigt worden ist als etwas, was in der Zukunft erscheint. Noch nie hatte sich das Ereignis von Golgatha abgespielt, in welchem ein Mensch im physischen Leibe das ganze Initiationsdrama vor der Geschichte dargelebt hätte.

[ 34 ] Wo war also die Möglichkeit, dieses Ereignis von Golgatha zu begreifen? Auf gewisser Stufe hatten es die Eingeweihten außerhalb ihres Leibes begriffen. In einem anderen Bewußtsein war vorgegangen, was auf Golgatha sich abspielte. Tausende hätte es geben können, und das Ereignis von Golgatha hätte an ihnen vorbeigehen können. Was wäre es ihnen gewesen? Der Tod eines gewöhnlichen Verurteilten! Die Möglichkeit, das zu begreifen, was sich auf Golgatha vollzog, war nur dort, wo man den Inhalt der Mysterien kannte. Die Initiatoren konnten sagen: Derjenige, den wir euch gezeigt haben während der dreieinhalb Tage, den die Propheten euch verkündigt haben, den könnt ihr begreifen, wenn ihr die Mittel aus den Mysterien nehmt.

[ 35 ] Der Apokalyptiker hat die mündliche Überlieferung der Mysterien in sich aufgenommen, er sagte sich: Wenn ich mich durchdringe mit dem, was man in den Mysterien hat erfahren können, dann erscheint mir der Christus. — So war die Apokalypse nichts Neues, aber die Anwendung auf das einzige Ereignis von Golgatha, das war etwas Neues. Das war das Wesentliche, daß für diejenigen, die Ohren hatten zu hören, es eine Möglichkeit gab, mit Hilfe dessen, was in der Apokalypse des Johannes steht, nach und nach zum wirklichen Verständnis des Ereignisses von Golgatha vorzudringen. Das war die Absicht des Apokalyptikers. Aus den alten Mysterien hatte er die Apokalypse; sie ist ein uralt-heiliges Buch der Menschen und ist nur äußerlich der Menschheit geschenkt worden durch den Jünger, den der Herr lieb hatte und dem er testamentarisch vermacht hatte, seine wahre Gestalt zu verkünden. Er soll bleiben, bis Christus kommt, so daß diejenigen, die mit erleuchtetem Bewußtsein ausgestattet sind, ihn erfassen können. Er ist der große Lehrer des wahren Ereignisses von Golgatha. Er hat den Menschen die Mittel übergeben, das Ereignis von Golgatha wirklich zu verstehen.

[ 36 ] Am Eingang der Apokalypse sagt der Apokalyptiker — ich habe versucht, die ersten Worte so zu übersetzen, wie sie übersetzt werden müssen, wenn sie richtig sein sollen —: «Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die Gott dargeboten hat seinem Diener, zu veranschaulichen in Kürze, wie sich das Notwendige vollziehen soll. Dies ist in Zeichen gesetzt und gesandt durch seinen Engel seinem Diener Johannes, und dieser hat es zum Ausdrucke gebracht.» Er will «in Kürze» schildern. Was ist damit gemeint? Das heißt soviel, wie wenn man ausdrücken wollte: Wenn ich euch im einzelnen schildern wollte alles, was sich von jetzt bis zum Ziel der Erdenentwickelung abspielt, dann müßte ich vieles, vieles schreiben. Ich will es euch in einem kurzen Abriß darstellen. — Das haben dann die Übersetzer, die nicht eindringen konnten in den Geist der Apokalypse, so übersetzt, daß sie sagten: «zu zeigen, was in der Kürze geschehen soll». Sie waren der Meinung, was sich da abspielt, was da geschildert ist, das soll in kurzer Zeit geschehen. Es soll aber heißen: in kurzem Abriß soll geschildert werden, was sich da vollzieht. Der ursprüngliche Text hat eine Wendung, die durchaus als richtige Übersetzung das zuläßt, was ich in der Einleitung der «Bilder okkulter Siegel und Säulen» in richtiger Weise zu geben versucht habe.

[ 37 ] Nun haben wir in einer Reihe von Betrachtungen manches über diese uralt-heilige Urkunde des Menschengeschlechtes gesagt, manches über dasjenige, was als seine Geheimnisse der Herr mitgeteilt hat der Menschheit durch den Jünger, den er lieb hatte. Sie haben vielleicht dadurch ahnen gelernt, daß diese Apokalypse ein tiefes Buch ist, voller Weisheit, und haben vielleicht manchmal während dieser Betrachtungen Bangigkeit gehabt darüber, daß manches in ihr so schwer verständlich ist. Nun möchte ich Ihnen eines sagen am Ende unserer Betrachtungen: Alles, was ich Ihnen sagen konnte, entspricht ganz genau den Intentionen des Apokalyptikers und wurde immer so in den Schulen, welche die Absicht des Apokalyptikers bewahrt haben, gelehrt. Aber es ist nicht alles, lange nicht alles, was zu sagen wäre, und man kann noch viel tiefer in die Wahrheiten, in die Untergründe der Apokalypse gehen. Und wenn wir in alle Tiefen eindringen würden, dann würde Ihnen das, was ich Ihnen habe sagen können, so erscheinen, daß man es nur als eine erste oberflächliche Darstellung charakterisieren könnte. Das geht nicht anders, man kann zuerst nur eine oberflächliche Darstellung geben. Durch diese muß man hindurchgehen. Man muß einmal mit dem Elementaren anfangen, dann wird sich schon, wenn man ein kleines Stück gegangen ist, auch die Tiefe ergeben. Denn es liegt viel, viel unter der Oberfläche, die ein klein wenig zu lüften, ein klein wenig zu enthüllen wiederum möglich war. Und wenn Sie die Bahn weiterschreiten, die Sie in gewisser Weise begonnen haben, indem Sie Ihre Aufmerksamkeit der Erläuterung der Apokalypse des Johannes zugewendet haben, so werden Sie allmählich in die Tiefen des geistigen Lebens hineinkommen. Sie werden in Tiefen hineinkommen, die heute gar nicht möglich sind auszusprechen, weil sie nicht bewußt werden könnten, weil eben noch niemand Ohren hätte, sie zu hören. Es müssen erst durch solche Erklärungen, wie sie nun gegeben worden sind, die Ohren vorbereitet werden, zu hören. Dann werden sie allmählich da sein, die Ohren, Ohren, die hören können das Wort, das so tief durch die Apokalypse fließt. Wenn Sie also einiges aufgenommen haben von dem, was gesagt werden konnte, so seien Sie sich bewußt, daß doch nur die erste Oberfläche gegeben werden konnte, und von dieser nur einzelne Bemerkungen. Lassen Sie es einen Impuls werden, immer tiefer und tiefer in das einzudringen, was durch diese Vorträge nur geahnt werden kann. Wenn ich selbst nur dasjenige sagen wollte, was über die Oberfläche gesagt werden kann, dann müßte ich Ihnen noch viele, viele Wochen lang Vorträge halten. Nur eine Anregung konnten diese Vorträge sein, und derjenige, der sie so empfindet, daß er sich sagt: Ich muß tiefer und tiefer eindringen -, der wird in richtigem Sinne diese Vorträge aufgenommen haben.