From the Pictorial Script
of the Apocalypse of John
GA 104a
1 May 1907, Munich
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Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes, 2nd ed.
Zweiter Vortrag
Zweiter Vortrag
[ 1 ] Vor acht Tagen haben wir zunächst einiges vorgebracht zum Verständnis der Sprache des Johannes: wie die Apokalypse zu lesen ist, was sich hinter manchem geheimnisvollen Ausdruck verbirgt, zum Beispiel hinter dem Lamm als dem Tier mit den sieben Augen und den sieben Hörnern. Dann haben wir zu erklären versucht das Tier, welches zwei Hörner und die Zahl 666 hat, als Beispiel dafür, wie wir uns hineinleben müssen in dieses geheimnisvolle Buch. Heute wollen wir uns noch einmal den Sinn dieses Buches vor Augen rücken.
[ 1 ] Vor acht Tagen haben wir zunächst einiges vorgebracht zum Verständnis der Sprache des Johannes: wie die Apokalypse zu lesen ist, was sich hinter manchem geheimnisvollen Ausdruck verbirgt, zum Beispiel hinter dem Lamm als dem Tier mit den sieben Augen und den sieben Hörnern. Dann haben wir zu erklären versucht das Tier, welches zwei Hörner und die Zahl 666 hat, als Beispiel dafür, wie wir uns hineinleben müssen in dieses geheimnisvolle Buch. Heute wollen wir uns noch einmal den Sinn dieses Buches vor Augen rücken.
[ 2 ] Die Urkunden des Neuen Testamentes sind Initiationsurkunden. An dem Beispiel einzelner Gleichnisse haben wir gesehen, was für einen tiefen Sinn sie enthalten. An all den Gleichnissen hat sich uns gezeigt, daß der denkbar tiefste Sinn über Weltentwickelung in bildlicher Form in den Evangelien ausgesprochen ist. Es könnte jemandem einfallen zu fragen, warum Widersprüche in den einzelnen Evangelien sind, warum sie nicht einander gleichen. In meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache» ist bereits das darüber Nötige ausgeführt. Die Evangelien sind nicht Urkunden der Biographie des Christus Jesus, sondern Urkunden über die Einweihung. Die Apokalypse aber ist die tiefste Urkunde. Ein Wort, das Augustinus gebraucht hat, ist: Dasjenige, was man jetzt die «Christliche Religion» nennt, ist die uralte wahre Religion. Was die wahre Religion war, das nennt man jetzt christliche Religion.
[ 2 ] Die Urkunden des Neuen Testamentes sind Initiationsurkunden. An dem Beispiel einzelner Gleichnisse haben wir gesehen, was für einen tiefen Sinn sie enthalten. An all den Gleichnissen hat sich uns gezeigt, daß der denkbar tiefste Sinn über Weltentwickelung in bildlicher Form in den Evangelien ausgesprochen ist. Es könnte jemandem einfallen zu fragen, warum Widersprüche in den einzelnen Evangelien sind, warum sie nicht einander gleichen. In meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache» ist bereits das darüber Nötige ausgeführt. Die Evangelien sind nicht Urkunden der Biographie des Christus Jesus, sondern Urkunden über die Einweihung. Die Apokalypse aber ist die tiefste Urkunde. Ein Wort, das Augustinus gebraucht hat, ist: Dasjenige, was man jetzt die «Christliche Religion» nennt, ist die uralte wahre Religion. Was die wahre Religion war, das nennt man jetzt christliche Religion.
[ 3 ] Wir verstehen dieses Wort, wenn wir uns den Kernsatz des Christentums vor Augen rücken: «Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben.» (Joh. 20, 29) Dadurch ist durch das Christentum etwas ganz Neues in die Welt gekommen. Die Lehren sind auch in anderen Religionssystemen enthalten. Aber niemals wurde in den Kreisen, die verstanden, was der «Christus» ist, auf den Inhalt der Lehre der Hauptwert gelegt. Man kann den Inhalt der Lehre auch nachweisen aus anderen Urkunden früherer Zeiten; es handelt sich beim Christus gerade darum, was diese Individualität der Menschheit bedeutet. Wir verschaffen uns am leichtesten Verständnis dafür, wenn wir einen Blick hineinwerfen in die alten Initiationsstätten.
[ 3 ] Wir verstehen dieses Wort, wenn wir uns den Kernsatz des Christentums vor Augen rücken: «Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben.» (Joh. 20, 29) Dadurch ist durch das Christentum etwas ganz Neues in die Welt gekommen. Die Lehren sind auch in anderen Religionssystemen enthalten. Aber niemals wurde in den Kreisen, die verstanden, was der «Christus» ist, auf den Inhalt der Lehre der Hauptwert gelegt. Man kann den Inhalt der Lehre auch nachweisen aus anderen Urkunden früherer Zeiten; es handelt sich beim Christus gerade darum, was diese Individualität der Menschheit bedeutet. Wir verschaffen uns am leichtesten Verständnis dafür, wenn wir einen Blick hineinwerfen in die alten Initiationsstätten.
[ 4 ] Bis zur Zeit des Christus Jesus waren es nur wenige Auserwählte, die initiiert wurden. Nach schweren Proben wurden sie zugelassen zu den Lehren von den höheren Welten, wie sie jetzt in meinem Buch «Theosophie» stehen. Lange mußte man verweilen, bis man hineingeführt wurde in die höheren Grade des Schauens. Nur die Allereingeweihtesten kannten die Tradition vom Vollzug der Einweihung. Wenn jemand Schüler werden sollte, mußte er als ersten Schritt diesen tun, als zweiten Schritt diesen und so weiter. Die Einweihung schloß damit ab, daß der Schüler durchgemacht hatte die vorbereitenden Stadien und durch den Weisen hinaufgeführt wurde in die Mysterien selbst. Das geschah in einer Art Bewußtseinszustand, den man «Ekstase» nannte, in einem Verweilen außerhalb des physischen Leibes. Er war verknüpft mit einer Herabdämpfung des Bewußtseins, aber zugleich verknüpft mit einem Schauen der geistigen Welten. Durch eine innere Schulung, die durch Willensimpulse, Meditationen, Läuterung der Leidenschaften herbeigeführt wurde, war der Schüler so weit gebracht, daß er den letzten Schritt tun konnte. Dann wurde er von dem Initiator dreiundeinhalb Tage lang in einen Zustand versetzt, wie er bei uns eintritt, wenn wir des Abends einschlafen. Die äußeren Sinneseindrücke verschwanden. Bei uns tritt abends nichts an Stelle dessen, was da verschwindet an Seh- und Hör-Eindrücken; es trat aber bei dem Einzuweihenden eine neue Welt auf. Er war umgeben von einer neuen Welt, einer Welt des astralen Lichtes. Nicht das Dunkle, nichts von dem, was der heutige Mensch während des Schlafes empfindet, trat da auf. Das Dunkle war durchsetzt von einem geistigen Lichte und Wesen, die sich innerhalb des geistigen Lichtes verkörpern. Diese Wesen wurden sichtbar im Astrallicht. Dann, nach einiger Zeit, fing die von Licht durchflossene astralische Welt an, in der Sphärenharmonie zu erklingen. Was früher bloß geschaut werden konnte, das fing an, gehört zu werden; es war eine rein geistige Musik. Die äußere Musik ist nur ein schattenhaftes Abbild der Sphärenklänge, welche der Seher vernimmt, der auch das Innere der geistigen Wesenheiten wahrnimmt. Wenn wir in einen Saal treten und Menschen da sind, die dann anfangen zu sprechen, verraten sie uns ihr Inneres. So ist es in geistigen Welten. Zuerst werden die Wesen sichtbar, dann spricht das Innere der Wesen zu uns. Das ist die Sphärenharmonie.
[ 4 ] Bis zur Zeit des Christus Jesus waren es nur wenige Auserwählte, die initiiert wurden. Nach schweren Proben wurden sie zugelassen zu den Lehren von den höheren Welten, wie sie jetzt in meinem Buch «Theosophie» stehen. Lange mußte man verweilen, bis man hineingeführt wurde in die höheren Grade des Schauens. Nur die Allereingeweihtesten kannten die Tradition vom Vollzug der Einweihung. Wenn jemand Schüler werden sollte, mußte er als ersten Schritt diesen tun, als zweiten Schritt diesen und so weiter. Die Einweihung schloß damit ab, daß der Schüler durchgemacht hatte die vorbereitenden Stadien und durch den Weisen hinaufgeführt wurde in die Mysterien selbst. Das geschah in einer Art Bewußtseinszustand, den man «Ekstase» nannte, in einem Verweilen außerhalb des physischen Leibes. Er war verknüpft mit einer Herabdämpfung des Bewußtseins, aber zugleich verknüpft mit einem Schauen der geistigen Welten. Durch eine innere Schulung, die durch Willensimpulse, Meditationen, Läuterung der Leidenschaften herbeigeführt wurde, war der Schüler so weit gebracht, daß er den letzten Schritt tun konnte. Dann wurde er von dem Initiator dreiundeinhalb Tage lang in einen Zustand versetzt, wie er bei uns eintritt, wenn wir des Abends einschlafen. Die äußeren Sinneseindrücke verschwanden. Bei uns tritt abends nichts an Stelle dessen, was da verschwindet an Seh- und Hör-Eindrücken; es trat aber bei dem Einzuweihenden eine neue Welt auf. Er war umgeben von einer neuen Welt, einer Welt des astralen Lichtes. Nicht das Dunkle, nichts von dem, was der heutige Mensch während des Schlafes empfindet, trat da auf. Das Dunkle war durchsetzt von einem geistigen Lichte und Wesen, die sich innerhalb des geistigen Lichtes verkörpern. Diese Wesen wurden sichtbar im Astrallicht. Dann, nach einiger Zeit, fing die von Licht durchflossene astralische Welt an, in der Sphärenharmonie zu erklingen. Was früher bloß geschaut werden konnte, das fing an, gehört zu werden; es war eine rein geistige Musik. Die äußere Musik ist nur ein schattenhaftes Abbild der Sphärenklänge, welche der Seher vernimmt, der auch das Innere der geistigen Wesenheiten wahrnimmt. Wenn wir in einen Saal treten und Menschen da sind, die dann anfangen zu sprechen, verraten sie uns ihr Inneres. So ist es in geistigen Welten. Zuerst werden die Wesen sichtbar, dann spricht das Innere der Wesen zu uns. Das ist die Sphärenharmonie.
[ 5 ] Dann, wenn der Initiierte zum physischen Schauen zurückgeführt wurde, dann empfand er sich völlig verwandelt als ein neuer Mensch. Jeder, der so zurückkehrte, hat dann einen bestimmten Satz geäußert, der typisch war. Er lautete: «Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verherrlicht!» (Vgl. Mt. 27, 46 u. Mk. 15, 34)
[ 5 ] Dann, wenn der Initiierte zum physischen Schauen zurückgeführt wurde, dann empfand er sich völlig verwandelt als ein neuer Mensch. Jeder, der so zurückkehrte, hat dann einen bestimmten Satz geäußert, der typisch war. Er lautete: «Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verherrlicht!» (Vgl. Mt. 27, 46 u. Mk. 15, 34)
[ 6 ] So kam er wieder, ein Künder der geistigen Welt aus eigener Erfahrung, aus eigenen Erlebnissen heraus. Er wurde dann angesehen als ein Bote aus den geistigen Welten. Was sie erlebt hatten, bis sie eintraten in geistige Welten, war Stufe für Stufe genau vorgeschrieben.
[ 6 ] So kam er wieder, ein Künder der geistigen Welt aus eigener Erfahrung, aus eigenen Erlebnissen heraus. Er wurde dann angesehen als ein Bote aus den geistigen Welten. Was sie erlebt hatten, bis sie eintraten in geistige Welten, war Stufe für Stufe genau vorgeschrieben.
[ 7 ] Wenn auch die Einweihungsriten nicht genau aufgeschrieben waren, so gab es doch solche Einweihungskanons, worin all die Stufen vorgeschrieben waren. Ob nach der ägyptischen Hermesschulung, ob nach der persischen Schule, ob nach den griechischen Mysterien, ob bei den Druiden- oder Drottenmysterien, überall waren typische, traditionelle Vorschriften über das, was der zu erleben hatte, der ein Eingeweihter werden sollte: Erleben sollte er nämlich, daß das Leben im Geiste den Tod besiegen wird. Diese Einweihungsbücher enthielten das, was durchzumachen war.
[ 7 ] Wenn auch die Einweihungsriten nicht genau aufgeschrieben waren, so gab es doch solche Einweihungskanons, worin all die Stufen vorgeschrieben waren. Ob nach der ägyptischen Hermesschulung, ob nach der persischen Schule, ob nach den griechischen Mysterien, ob bei den Druiden- oder Drottenmysterien, überall waren typische, traditionelle Vorschriften über das, was der zu erleben hatte, der ein Eingeweihter werden sollte: Erleben sollte er nämlich, daß das Leben im Geiste den Tod besiegen wird. Diese Einweihungsbücher enthielten das, was durchzumachen war.
[ 8 ] Wo das Leben der großen Religions- und Weltanschauungs-Apostel geschildert wird, treten immer typische, ähnliche Züge auf. Das Leben des Orpheus, des Pythagoras, des Hermes, des Buddha, haben viele gemeinsame Züge, auf die es ankommt bei allen großen Religionshelden. Woher kommt das? Die äußeren Forscher haben geglaubt, daß einer von den anderen entlehnt habe. Aber so war es nicht. Jedoch alle diese typischen Religionshelden hatten diese Stufen durchgemacht bis zur höchsten Einweihungsstufe. In alten Zeiten gab es keine Biographien, wo man auf das äußere Leben Rücksicht nimmt. Je weiter wir hinter die Zeitenwende zurückgehen, desto weniger finden wir Wert gelegt auf das Äußere. Bei den allergrößten Helden der Menschheit erzählte man überhaupt nicht, was sie äußerlich auf dem physischen Plan erlebten. Ihr Leben war ganz und gar der Einweihung gewidmet. Erzählte man die Einweihung, so erzählte man ihr Leben. Die Hauptsache bei einem Hermes, einem Buddha war dasjenige, was er bis zur Einweihung erlebte. Da die Stufen der Einweihung sich überall ähnlich waren, mußte man eine geistige Beschreibung des Lebens der großen Eingeweihten bekommen.
[ 8 ] Wo das Leben der großen Religions- und Weltanschauungs-Apostel geschildert wird, treten immer typische, ähnliche Züge auf. Das Leben des Orpheus, des Pythagoras, des Hermes, des Buddha, haben viele gemeinsame Züge, auf die es ankommt bei allen großen Religionshelden. Woher kommt das? Die äußeren Forscher haben geglaubt, daß einer von den anderen entlehnt habe. Aber so war es nicht. Jedoch alle diese typischen Religionshelden hatten diese Stufen durchgemacht bis zur höchsten Einweihungsstufe. In alten Zeiten gab es keine Biographien, wo man auf das äußere Leben Rücksicht nimmt. Je weiter wir hinter die Zeitenwende zurückgehen, desto weniger finden wir Wert gelegt auf das Äußere. Bei den allergrößten Helden der Menschheit erzählte man überhaupt nicht, was sie äußerlich auf dem physischen Plan erlebten. Ihr Leben war ganz und gar der Einweihung gewidmet. Erzählte man die Einweihung, so erzählte man ihr Leben. Die Hauptsache bei einem Hermes, einem Buddha war dasjenige, was er bis zur Einweihung erlebte. Da die Stufen der Einweihung sich überall ähnlich waren, mußte man eine geistige Beschreibung des Lebens der großen Eingeweihten bekommen.
[ 9 ] Was früher nur erlebt war im Geheimen, das war im Christentum geschichtliche Tatsache geworden. Hermes hatte durchlebt, was man von ihm beschreiben konnte, in den inneren Mysterien, in Stätten, die sich dem profanen Blick entzogen.
[ 9 ] Was früher nur erlebt war im Geheimen, das war im Christentum geschichtliche Tatsache geworden. Hermes hatte durchlebt, was man von ihm beschreiben konnte, in den inneren Mysterien, in Stätten, die sich dem profanen Blick entzogen.
[ 10 ] Im Christentum war nun zum ersten Male erlebt worden als ein äußeres physisches Ereignis, was sich sonst in den Mysterienstätten vollzogen hatte. Der Christus-Lebensgang ist derselbe Lebensgang, der von allen Eingeweihten erlebt worden war, als sie zuerst den Ätherleib aus dem physischen Leibe herausgehoben gehabt hatten. Alles das, was physisch erlebt wurde von dem Christus Jesus auf dem physischen Plan, hatten sie im Ätherischen erlebt. Die letzten Worte waren auch bei diesen: «Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verherrlicht!» Sie hatten früher im Ätherleib das erlebt, was der Christus Jesus nun im physischen Leibe erlebte. So war es geschehen, daß die Weissagungen der Propheten erfüllt waren. Dieses einmalige Freignis bildet den größten Einschnitt in unsere Weltgeschichte und teilt sie in zwei Teile.
[ 10 ] Im Christentum war nun zum ersten Male erlebt worden als ein äußeres physisches Ereignis, was sich sonst in den Mysterienstätten vollzogen hatte. Der Christus-Lebensgang ist derselbe Lebensgang, der von allen Eingeweihten erlebt worden war, als sie zuerst den Ätherleib aus dem physischen Leibe herausgehoben gehabt hatten. Alles das, was physisch erlebt wurde von dem Christus Jesus auf dem physischen Plan, hatten sie im Ätherischen erlebt. Die letzten Worte waren auch bei diesen: «Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verherrlicht!» Sie hatten früher im Ätherleib das erlebt, was der Christus Jesus nun im physischen Leibe erlebte. So war es geschehen, daß die Weissagungen der Propheten erfüllt waren. Dieses einmalige Freignis bildet den größten Einschnitt in unsere Weltgeschichte und teilt sie in zwei Teile.
[ 11 ] Die Evangelisten haben nicht eine äußere Biographie geschrieben, sondern die vorhandenen kanonischen Einweihungsbücher genommen. Alle vier Evangelien sind als Initiationsschriften anzusehen, von vier verschiedenen Seiten her. Da aber die Initiation überall gleich geschildert ist, stimmen die vier Evangelien in den wichtigsten Dingen überein. Das Leben des Eingeweihten können wir beschreiben, wenn wir es betrachten als ein Leben, das der Einweihung gewidmet war. Unheilig wäre es den Evangelisten erschienen, von dem Christus Jesus eine äußere historische Biographie zu geben. Die Bausteine zu ihren Schriften mußten sie nehmen aus den Mysterienbüchern selber. So war in gewissem Grade erfüllt, was die Propheten hatten voraussagen können.
[ 11 ] Die Evangelisten haben nicht eine äußere Biographie geschrieben, sondern die vorhandenen kanonischen Einweihungsbücher genommen. Alle vier Evangelien sind als Initiationsschriften anzusehen, von vier verschiedenen Seiten her. Da aber die Initiation überall gleich geschildert ist, stimmen die vier Evangelien in den wichtigsten Dingen überein. Das Leben des Eingeweihten können wir beschreiben, wenn wir es betrachten als ein Leben, das der Einweihung gewidmet war. Unheilig wäre es den Evangelisten erschienen, von dem Christus Jesus eine äußere historische Biographie zu geben. Die Bausteine zu ihren Schriften mußten sie nehmen aus den Mysterienbüchern selber. So war in gewissem Grade erfüllt, was die Propheten hatten voraussagen können.
[ 12 ] Die Apokalypse stellt in einer gewissen Beziehung eine neue Art der Einweihung dar, stellt dar, wie die alten Mysterien verwandelt wurden in die christlichen. Wenn wir in die alten Mysterien zurückblicken, so sehen wir in ihnen einen mehr oder weniger einheitlichen Zug. Der bestand in folgendem: Ob wir hinübergehen nach Ägypten, oder nach Persien, oder nach Indien, ob wir uns vertiefen in die orphischen oder die eleusinischen Mysterien, wir finden da Übereinstimmung in einem Zug: einen prophetischen Hinweis auf Einen, der kommen soll. Auch bei den nordischen europäischen Mysterien war dieser Zug: Es war ein uralter Eingeweihter, den man dort mit dem Namen «Sig» bezeichnete. Die Drottenmysterien, die in Rußland und Skandinavien waren, die Druidenmysterien in Germanien, alle stammten ab von einem Eingeweihten mit dem Namen Sig, der da war der Begründer der nordischen Mysterien. Was in den Mysterien geschehen ist, hat sich erhalten in den verschiedenen Mythen und Sagen des deutschen Volkes und anderer germanischer Völker. Die Mythen und Sagen sind bildliche Darstellungen von dem, was das erlebt worden ist. In der Siegfriedsage zeigt sich am ausgeprägtesten jener Zug, der hinzielt nach einem Ende. Er drückt sich aus, mythologisiert, in der Götterdämmerung. Das ist der Zug in allen nordischen Mysterien.
[ 12 ] Die Apokalypse stellt in einer gewissen Beziehung eine neue Art der Einweihung dar, stellt dar, wie die alten Mysterien verwandelt wurden in die christlichen. Wenn wir in die alten Mysterien zurückblicken, so sehen wir in ihnen einen mehr oder weniger einheitlichen Zug. Der bestand in folgendem: Ob wir hinübergehen nach Ägypten, oder nach Persien, oder nach Indien, ob wir uns vertiefen in die orphischen oder die eleusinischen Mysterien, wir finden da Übereinstimmung in einem Zug: einen prophetischen Hinweis auf Einen, der kommen soll. Auch bei den nordischen europäischen Mysterien war dieser Zug: Es war ein uralter Eingeweihter, den man dort mit dem Namen «Sig» bezeichnete. Die Drottenmysterien, die in Rußland und Skandinavien waren, die Druidenmysterien in Germanien, alle stammten ab von einem Eingeweihten mit dem Namen Sig, der da war der Begründer der nordischen Mysterien. Was in den Mysterien geschehen ist, hat sich erhalten in den verschiedenen Mythen und Sagen des deutschen Volkes und anderer germanischer Völker. Die Mythen und Sagen sind bildliche Darstellungen von dem, was das erlebt worden ist. In der Siegfriedsage zeigt sich am ausgeprägtesten jener Zug, der hinzielt nach einem Ende. Er drückt sich aus, mythologisiert, in der Götterdämmerung. Das ist der Zug in allen nordischen Mysterien.
[ 13 ] In aller Mystik wurde für die Seele das Bild des Weiblichen gebraucht, das Goethe auch gebraucht im «Chorus mysticus». Es ist das Ewige im Menschen, die göttliche Seele, die den Menschen hinanzieht. Wie im alten Ägypten und Persien die Einweihung beschrieben wurde als die Vereinigung der Seele mit dem Geistigen, so wurde es auch hier im Norden geschildert. Hier im Norden verstand man am besten, daß der Mensch seinen Mann auf dem Kampffelde stellt. Bei denen, die etwas galten im Norden, war es so, daß man sie ehrte als Krieger, die auf dem Kampffelde fielen; das waren die, die ins ewige Leben eingingen, die anderen starben den Strohtod, Die gefallenen Krieger wurden empfangen von den Walküren, der eigenen Seele; die Vereinigung mit der Walküre war die Vereinigung mit dem Ewigen. Von Siegfried nun erzählt man, er habe sich hier auf Erden schon mit der Walküre vereinigt; das zeigt an, daß er ein Eingeweihter war. Der Sinn der Erzählung, daß Siegfried die Vereinigung mit der Walküre schon auf Erden erlebt, ist, daß er ein Eingeweihter war. Eines kündet uns diese Sage bei dem 'Tode Siegfrieds. Wenn man in den alten Mysterien die Einweihung erlebte, wurde einem gesagt: Wir können dich bis zu einem gewissen Punkt bringen... weiter kann dich nur ein anderer bringen — dieser andere ist der Christus Jesus -; alles, was wir dir geben können, wird verdunkelt werden, wenn der kommt, der die neue Einweihung bringt. — Siegfried ist auf dem Rücken verwundbar für Hagen, weil da noch nicht dasjenige gelegen hat, was an jener Stelle liegen wird bei dem, der ablösen wird die alte Einweihung. Diese Stelle wird einst unverwundbar gemacht werden, wenn das Kreuz darauf gelegen haben wird. So wies man in den nordischen Mysterien auf den Christus Jesus hin.
[ 13 ] In aller Mystik wurde für die Seele das Bild des Weiblichen gebraucht, das Goethe auch gebraucht im «Chorus mysticus». Es ist das Ewige im Menschen, die göttliche Seele, die den Menschen hinanzieht. Wie im alten Ägypten und Persien die Einweihung beschrieben wurde als die Vereinigung der Seele mit dem Geistigen, so wurde es auch hier im Norden geschildert. Hier im Norden verstand man am besten, daß der Mensch seinen Mann auf dem Kampffelde stellt. Bei denen, die etwas galten im Norden, war es so, daß man sie ehrte als Krieger, die auf dem Kampffelde fielen; das waren die, die ins ewige Leben eingingen, die anderen starben den Strohtod, Die gefallenen Krieger wurden empfangen von den Walküren, der eigenen Seele; die Vereinigung mit der Walküre war die Vereinigung mit dem Ewigen. Von Siegfried nun erzählt man, er habe sich hier auf Erden schon mit der Walküre vereinigt; das zeigt an, daß er ein Eingeweihter war. Der Sinn der Erzählung, daß Siegfried die Vereinigung mit der Walküre schon auf Erden erlebt, ist, daß er ein Eingeweihter war. Eines kündet uns diese Sage bei dem 'Tode Siegfrieds. Wenn man in den alten Mysterien die Einweihung erlebte, wurde einem gesagt: Wir können dich bis zu einem gewissen Punkt bringen... weiter kann dich nur ein anderer bringen — dieser andere ist der Christus Jesus -; alles, was wir dir geben können, wird verdunkelt werden, wenn der kommt, der die neue Einweihung bringt. — Siegfried ist auf dem Rücken verwundbar für Hagen, weil da noch nicht dasjenige gelegen hat, was an jener Stelle liegen wird bei dem, der ablösen wird die alte Einweihung. Diese Stelle wird einst unverwundbar gemacht werden, wenn das Kreuz darauf gelegen haben wird. So wies man in den nordischen Mysterien auf den Christus Jesus hin.
[ 14 ] In allen alten Mysterien sah man hin auf den, der da kommen sollte, der da leben wird auf dem physischen Plan, um eine neue Weltordnung zu begründen. Was geschehen sollte durch die Impulse, die er gegeben hat, das ist die neue Einweihung. Davon finden wir eine Darstellung in der Apokalypse. Sie sagt, wie die Einweihung sich abspielen wird, bis der Christus Jesus wiederkehren wird in einer neuen Gestalt. Die Apokalypse ist ein Hinweis auf die Zeit, wo das Organ für die Aufnahme des Christus entwickelt sein wird. Die Zeit bis zu dem wiederherankommenden Christus Jesus wird geschildert in der Apokalypse. Wir verstehen die einzelnen Worte, wenn wir uns versetzen in die Gesinnung dessen, der eine solche Einweihung erlebt hat. Erinnern wir uns hier an das Christus-Wort — wenn wir das verstehen, dann werden wir auch die Apokalypse verstehen -, es ist das Wort: «Ehe Abraham ward, bin ich.» (Joh. 8, 58) - Der Christus richtet seinen Blick von der Vergangenheit zur Gegenwart hinüber, weil für ihn eine ewige Gegenwart besteht.
[ 14 ] In allen alten Mysterien sah man hin auf den, der da kommen sollte, der da leben wird auf dem physischen Plan, um eine neue Weltordnung zu begründen. Was geschehen sollte durch die Impulse, die er gegeben hat, das ist die neue Einweihung. Davon finden wir eine Darstellung in der Apokalypse. Sie sagt, wie die Einweihung sich abspielen wird, bis der Christus Jesus wiederkehren wird in einer neuen Gestalt. Die Apokalypse ist ein Hinweis auf die Zeit, wo das Organ für die Aufnahme des Christus entwickelt sein wird. Die Zeit bis zu dem wiederherankommenden Christus Jesus wird geschildert in der Apokalypse. Wir verstehen die einzelnen Worte, wenn wir uns versetzen in die Gesinnung dessen, der eine solche Einweihung erlebt hat. Erinnern wir uns hier an das Christus-Wort — wenn wir das verstehen, dann werden wir auch die Apokalypse verstehen -, es ist das Wort: «Ehe Abraham ward, bin ich.» (Joh. 8, 58) - Der Christus richtet seinen Blick von der Vergangenheit zur Gegenwart hinüber, weil für ihn eine ewige Gegenwart besteht.
[ 15 ] Wenn wir verstehen wollen, was damit gemeint ist, brauchen wir uns nur an den viergliedrigen Menschen zu erinnern. Der besteht aus den vier Gliedern: dem physischen Leib, dem Ätherleib, dem Astralleib und dem Ich. Wenn das Ich aufglänzt im Laufe der Entwickelung, dann verändert sich der Astralleib und der Ätherleib und zuletzt auch der physische Leib: dieses Ich ist für die Ewigkeit da; es ist herausgeboren aus dem Schoß der höheren Geistigkeit. Ob wir in die Vergangenheit oder in die Zukunft blicken, dieses Ich ist das Ewige. Betrachten wir den einzelnen Menschen, so können wir uns fragen: Welche Wandlungen hat wohl sein Ich durchgemacht? Wenn wir zurückblicken zur großen atlantischen Flut, und dann weiter zurück, finden wir nicht das Ich in einem solchen Leibe, wie der jetzige ist; es war damals ein Zustand, in dem wir noch nicht so gut denken konnten wie jetzt. Wenn wir in die Zukunft blicken, so finden wir das Ich in immer vollkommeneren Leibern, die wir uns jetzt durch unser Denken noch gar nicht in ihrer Vollkommenheit vorstellen können. Von der Vollkommenheit des Denkens, der Reinheit des Fühlens und so weiter in den zukünftigen Leibern können wir uns jetzt keine Vorstellung machen. Diejenigen, die Eingeweihte sind, müssen ja die Gestaltung des Menschen benützen, so wie sie gerade zu der Zeit ist. Auch der Christus mußte die Gestalt benutzen, die damals die übliche war; doch wenn wir tiefer dahinter blicken, so sehen wir in ihm eine Entwickelungsstufe, welche die Menschheit erst in ferner Zukunft erreichen wird. Der Christus Jesus war der Erstgeborene unter denen, die den Tod überwinden können.
[ 15 ] Wenn wir verstehen wollen, was damit gemeint ist, brauchen wir uns nur an den viergliedrigen Menschen zu erinnern. Der besteht aus den vier Gliedern: dem physischen Leib, dem Ätherleib, dem Astralleib und dem Ich. Wenn das Ich aufglänzt im Laufe der Entwickelung, dann verändert sich der Astralleib und der Ätherleib und zuletzt auch der physische Leib: dieses Ich ist für die Ewigkeit da; es ist herausgeboren aus dem Schoß der höheren Geistigkeit. Ob wir in die Vergangenheit oder in die Zukunft blicken, dieses Ich ist das Ewige. Betrachten wir den einzelnen Menschen, so können wir uns fragen: Welche Wandlungen hat wohl sein Ich durchgemacht? Wenn wir zurückblicken zur großen atlantischen Flut, und dann weiter zurück, finden wir nicht das Ich in einem solchen Leibe, wie der jetzige ist; es war damals ein Zustand, in dem wir noch nicht so gut denken konnten wie jetzt. Wenn wir in die Zukunft blicken, so finden wir das Ich in immer vollkommeneren Leibern, die wir uns jetzt durch unser Denken noch gar nicht in ihrer Vollkommenheit vorstellen können. Von der Vollkommenheit des Denkens, der Reinheit des Fühlens und so weiter in den zukünftigen Leibern können wir uns jetzt keine Vorstellung machen. Diejenigen, die Eingeweihte sind, müssen ja die Gestaltung des Menschen benützen, so wie sie gerade zu der Zeit ist. Auch der Christus mußte die Gestalt benutzen, die damals die übliche war; doch wenn wir tiefer dahinter blicken, so sehen wir in ihm eine Entwickelungsstufe, welche die Menschheit erst in ferner Zukunft erreichen wird. Der Christus Jesus war der Erstgeborene unter denen, die den Tod überwinden können.
[ 16 ] Vergleichen wir die zwei Entwickelungsarten. Jetzt wird der Mensch geboren, geht durch einen Lebenslauf hindurch, stirbt, geht durch einen astralen Zustand hindurch, durch das Devachan, und wird dann wiedergeboren. Wenn wir zu den Wesen zurückgehen, die vor der Mitte der lemurischen Zeit da waren, so sind es Wesen, die nicht sterben und wiedergeboren werden. Sie tauschen fortwährend die Hüllen um, wie wir es tun zwischen der physischen Geburt und dem physischen Tode. Dann tritt eine gewisse Revolution ein. Es wechselt das geistige und das physische Leben ab beim jetzigen Menschen. Bei den Gruppenseelen der Tiere ist es so, daß sie die einzelnen Tiere abwerfen, sie selbst vergehen aber nicht.
[ 16 ] Vergleichen wir die zwei Entwickelungsarten. Jetzt wird der Mensch geboren, geht durch einen Lebenslauf hindurch, stirbt, geht durch einen astralen Zustand hindurch, durch das Devachan, und wird dann wiedergeboren. Wenn wir zu den Wesen zurückgehen, die vor der Mitte der lemurischen Zeit da waren, so sind es Wesen, die nicht sterben und wiedergeboren werden. Sie tauschen fortwährend die Hüllen um, wie wir es tun zwischen der physischen Geburt und dem physischen Tode. Dann tritt eine gewisse Revolution ein. Es wechselt das geistige und das physische Leben ab beim jetzigen Menschen. Bei den Gruppenseelen der Tiere ist es so, daß sie die einzelnen Tiere abwerfen, sie selbst vergehen aber nicht.
[ 17 ] Wenn wir das allerhöchste Wesen, dasjenige, welches im Anfang so hoch entwickelt war, wie die andern am Ende der Entwickelung sein werden, uns vorzustellen suchen, dann haben wir das Bild des Christus: Er war das Ich, das schon im Anfang so vollkommen war, wie es der Mensch am Ende sein wird. «Gnade sei mit euch, und Friede von dem, der da ist, und der da war, und der da kommt...» (Apk. 1, 4) Er ist der Erste und der Letzte.
[ 17 ] Wenn wir das allerhöchste Wesen, dasjenige, welches im Anfang so hoch entwickelt war, wie die andern am Ende der Entwickelung sein werden, uns vorzustellen suchen, dann haben wir das Bild des Christus: Er war das Ich, das schon im Anfang so vollkommen war, wie es der Mensch am Ende sein wird. «Gnade sei mit euch, und Friede von dem, der da ist, und der da war, und der da kommt...» (Apk. 1, 4) Er ist der Erste und der Letzte.
[ 18 ] So wird der beschrieben, der die Offenbarung dem Johannes gibt. Es ist ein christliches Buch; das beweist jene Stelle, die da heißt: «...und von Jesu Christo, welcher ist der treue Zeuge und Erstgeborne von den Toten und der Fürst der Könige auf Erden. Der uns geliebet hat und gewaschen von den Sünden mit seinem Blut, und hat uns zu Königen und Priestern gemacht vor Gott und seinem Vater, demselbigen sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.» (Apk. 1,5 u. 6)
[ 18 ] So wird der beschrieben, der die Offenbarung dem Johannes gibt. Es ist ein christliches Buch; das beweist jene Stelle, die da heißt: «...und von Jesu Christo, welcher ist der treue Zeuge und Erstgeborne von den Toten und der Fürst der Könige auf Erden. Der uns geliebet hat und gewaschen von den Sünden mit seinem Blut, und hat uns zu Königen und Priestern gemacht vor Gott und seinem Vater, demselbigen sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.» (Apk. 1,5 u. 6)
[ 19 ] Das Christentum stellt dar die höchstmögliche Individualisierung des Menschen, die Freiheit des Menschen als Individuum. Am Anfang des Menschengeschlechtes erblicken wir kleine Gemeinschaften, die durch Blutsbande verbunden sind. Was gleiches Blut hat, das liebt sich. Nun kommt der Christus Jesus und dehnt alle Volksgemeinschaften aus über die ganze Menschheit. Alle Volksreligionen werden durch ihn überwunden. Das Christentum ist Weltreligion. In ihm gibt es nur Menschen; das Christentum kennt nur Menschen. Das Christentum würde niemals sprechen können von der Gemeinschaft der Religionen, sondern von der Gemeinschaft der Menschen. Es fing eine Zeit an, wo allen zugänglich wurden die geheimen Mysterien durch das Mysterium von Golgatha, das hingestellt ist in den Mittelpunkt der Welt. Es hören allmählich auf zu bestehen alle diejenigen, die als auserwählte Priester und Könige da sind. Es wird hingewiesen auf einen Endzustand, in dem jeder Priester und König ist, auf einen Zustand, der alle Unterschiede hinwegfegt, der die Menschen einander gleich macht. Deshalb spricht die Apokalypse davon: «... und hat uns zu Königen und Priestern gemacht vor Gott und seinem Vater...» (Apk. 1, 6)
[ 19 ] Das Christentum stellt dar die höchstmögliche Individualisierung des Menschen, die Freiheit des Menschen als Individuum. Am Anfang des Menschengeschlechtes erblicken wir kleine Gemeinschaften, die durch Blutsbande verbunden sind. Was gleiches Blut hat, das liebt sich. Nun kommt der Christus Jesus und dehnt alle Volksgemeinschaften aus über die ganze Menschheit. Alle Volksreligionen werden durch ihn überwunden. Das Christentum ist Weltreligion. In ihm gibt es nur Menschen; das Christentum kennt nur Menschen. Das Christentum würde niemals sprechen können von der Gemeinschaft der Religionen, sondern von der Gemeinschaft der Menschen. Es fing eine Zeit an, wo allen zugänglich wurden die geheimen Mysterien durch das Mysterium von Golgatha, das hingestellt ist in den Mittelpunkt der Welt. Es hören allmählich auf zu bestehen alle diejenigen, die als auserwählte Priester und Könige da sind. Es wird hingewiesen auf einen Endzustand, in dem jeder Priester und König ist, auf einen Zustand, der alle Unterschiede hinwegfegt, der die Menschen einander gleich macht. Deshalb spricht die Apokalypse davon: «... und hat uns zu Königen und Priestern gemacht vor Gott und seinem Vater...» (Apk. 1, 6)
[ 20 ] Das Buch stellt eine wirkliche Einweihung dar, ein Hinaufsteigen zunächst durch Lernen auf dem physischen Plan. Diese Stufe wird dargestellt, wo gesprochen wird von den sieben Briefen an die sieben Gemeinden. Die sieben Briefe stellen dar, was man zuerst zu lernen hat. Dann folgt eine Anzahl von Bildern; die führen uns hin auf den Astralplan. Dann sieht man Gruppen von Wesenheiten, die sich im Astrallicht verwandeln: «...und der da saß, war gleich anzusehen wie der Stein Jaspis und Sarder; und ein Regenbogen war um den Stuhl, gleich anzusehen wie ein Smaragd.» (Apk. 4, 3) - «Und vor dem Stuhl war ein gläsern Meer, gleich dem Kristall...» (Apk. 4, 6) Durch das Transparente wird angedeutet das Wesen des Astrallichtes. Im Astrallicht sieht man durch die Gegenstände hindurch, sie erscheinen gläsern. Die ganze Astralwelt ist wie ein gläsernes Meer.
[ 20 ] Das Buch stellt eine wirkliche Einweihung dar, ein Hinaufsteigen zunächst durch Lernen auf dem physischen Plan. Diese Stufe wird dargestellt, wo gesprochen wird von den sieben Briefen an die sieben Gemeinden. Die sieben Briefe stellen dar, was man zuerst zu lernen hat. Dann folgt eine Anzahl von Bildern; die führen uns hin auf den Astralplan. Dann sieht man Gruppen von Wesenheiten, die sich im Astrallicht verwandeln: «...und der da saß, war gleich anzusehen wie der Stein Jaspis und Sarder; und ein Regenbogen war um den Stuhl, gleich anzusehen wie ein Smaragd.» (Apk. 4, 3) - «Und vor dem Stuhl war ein gläsern Meer, gleich dem Kristall...» (Apk. 4, 6) Durch das Transparente wird angedeutet das Wesen des Astrallichtes. Im Astrallicht sieht man durch die Gegenstände hindurch, sie erscheinen gläsern. Die ganze Astralwelt ist wie ein gläsernes Meer.
[ 21 ] Dann folgen die vier Tiere; die sollen darstellen die menschlichen Gruppenseelen. Sie waren außen und inwendig voll Augen und hatten keine Ruhe Tag und Nacht...: weil im Astralen fortwährende Bewegung ist und weil die astralen Augen überall sind und alles durchsichtig ist für sie, inwendig und ringsherum.
[ 21 ] Dann folgen die vier Tiere; die sollen darstellen die menschlichen Gruppenseelen. Sie waren außen und inwendig voll Augen und hatten keine Ruhe Tag und Nacht...: weil im Astralen fortwährende Bewegung ist und weil die astralen Augen überall sind und alles durchsichtig ist für sie, inwendig und ringsherum.
[ 22 ] Wir sehen also, wie zunächst die Geheimnisse des physischen Planes geschildert werden und dann aus dem verschlossenen Buche heraus die astralen Imaginationen. Sie treten uns in Bildern entgegen.
[ 22 ] Wir sehen also, wie zunächst die Geheimnisse des physischen Planes geschildert werden und dann aus dem verschlossenen Buche heraus die astralen Imaginationen. Sie treten uns in Bildern entgegen.
[ 23 ] Wenn der Seher die geistigen Wesenheiten eine Zeitlang im Astrallicht wahrgenommen hat, dann fangen sie an zu tönen. Als das sechste Siegel eröffnet wird, wird das geschildert in dem Ertönen der Posaunen. Das ist der devachanische Zustand: Der Seher wird hellhörend, sein hellhörendes Ohr wird aufgeschlossen.
[ 23 ] Wenn der Seher die geistigen Wesenheiten eine Zeitlang im Astrallicht wahrgenommen hat, dann fangen sie an zu tönen. Als das sechste Siegel eröffnet wird, wird das geschildert in dem Ertönen der Posaunen. Das ist der devachanische Zustand: Der Seher wird hellhörend, sein hellhörendes Ohr wird aufgeschlossen.
[ 24 ] Dann folgt die Stufe, wo der Schauende sein Bewußtsein über die ganze Welt erweitert. Dies wird angedeutet im Verschlingen des Buches. Es drückt aus das Hinaufsteigen in die Region der höheren geistigen Welten.
[ 24 ] Dann folgt die Stufe, wo der Schauende sein Bewußtsein über die ganze Welt erweitert. Dies wird angedeutet im Verschlingen des Buches. Es drückt aus das Hinaufsteigen in die Region der höheren geistigen Welten.
