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The Rudolf Steiner Archive

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From the Pictorial Script
of the Apocalypse of John
GA 104a

16 May 1909, Munich

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Siebenter Vortrag

Siebenter Vortrag

[ 1 ] Es soll heute die mehr okkulte Seite unserer gestrigen Betrachtung zur Geltung kommen. Die vier nachatlantischen Kulturen hatten sozusagen widerzuspiegeln in den Seelen der Menschen die großen kosmischen Vorgänge, wie sie sich in der Zeitenfolge abgespielt haben, während wir in unserer Kulturperiode vom 13., 14. Jahrhundert ab keine solche Spiegelung mehr haben, denn das, was sich äußerlich in der Menschheitsentwickelung abspielt, ist auf tieferliegende Gründe zurückzuführen.

[ 1 ] Es soll heute die mehr okkulte Seite unserer gestrigen Betrachtung zur Geltung kommen. Die vier nachatlantischen Kulturen hatten sozusagen widerzuspiegeln in den Seelen der Menschen die großen kosmischen Vorgänge, wie sie sich in der Zeitenfolge abgespielt haben, während wir in unserer Kulturperiode vom 13., 14. Jahrhundert ab keine solche Spiegelung mehr haben, denn das, was sich äußerlich in der Menschheitsentwickelung abspielt, ist auf tieferliegende Gründe zurückzuführen.

[ 2 ] Wir wissen, wie für die sieben heiligen Rishis aufbewahrt worden waren die Ätherleiber der großen atlantischen Eingeweihten und wissen auch, wie der Ätherleib und der Astralleib des Zarathustra einverwoben worden sind dem Moses und dem Hermes. Zu allen Zeiten gab es die Möglichkeit, daß solche Ätherleiber, welche durchgearbeitet und vorbereitet waren von den Eingeweihten, weiter benutzt wurden in der spirituellen Ökonomie der Welt. Es fand auch anderes statt. Für besonders wichtige Persönlichkeiten werden solche Ätherleiber in den höheren Welten geformt. Wenn jemand für die Menschheitsmission besonders wichtig war, so wurde in den höheren Welten ein solcher Ätherleib oder Astralleib gewoben und diesen besonderen Persönlichkeiten eingeprägt.

[ 2 ] Wir wissen, wie für die sieben heiligen Rishis aufbewahrt worden waren die Ätherleiber der großen atlantischen Eingeweihten und wissen auch, wie der Ätherleib und der Astralleib des Zarathustra einverwoben worden sind dem Moses und dem Hermes. Zu allen Zeiten gab es die Möglichkeit, daß solche Ätherleiber, welche durchgearbeitet und vorbereitet waren von den Eingeweihten, weiter benutzt wurden in der spirituellen Ökonomie der Welt. Es fand auch anderes statt. Für besonders wichtige Persönlichkeiten werden solche Ätherleiber in den höheren Welten geformt. Wenn jemand für die Menschheitsmission besonders wichtig war, so wurde in den höheren Welten ein solcher Ätherleib oder Astralleib gewoben und diesen besonderen Persönlichkeiten eingeprägt.

[ 3 ] So geschah es mit Sem, der in der Tat etwas zu tun hat mit dem ganzen Stamm der Semiten. Für einen solchen Stammvater wurde ein besonderer Ätherleib geprägt. Sem war dadurch eine Art Doppelpersönlichkeit. So fabelhaft es dem heutigen Menschensinn auch vorkommt, es erschien eine solche Persönlichkeit wie Sem dem Hellseher wie ein gewöhnlicher Mensch mit seiner Aura, aber so, als ob ein höheres Wesen, das herunterragt aus höheren Welten, seinen Ätherleib ausfüllte und die Aura dieses Menschen dadurch den Vermittler bildete zwischen dieser Persönlichkeit und den höheren Welten. Ein solches göttliches Wesen hat aber, als in einem Menschen wohnend, ganz besondere Macht. Es kann dann einen solchen Ätherleib vervielfältigen, und diese vervielfältigten Ätherleiber bilden dann ein Gewebe, das den Nachkommen immer wieder einverwoben wird. So bekamen die Nachkommen des Sem eingeimpft die Abbilder seines Ätherleibes. Aber auch der Ätherleib des Sem selbst, nicht nur die vervielfachten Abbilder, wurde in den Mysterien aufbewahrt. Und eine Persönlichkeit, die eine besondere Mission erhalten sollte, mußte, um sich ganz verständigen zu können mit dem semitischen Volke, diesen Ätherleib benutzen, so wie ein hochgebildeter Europäer etwa die Sprache der Hottentotten lernen müßte, um sich mit ihnen zu verständigen. Der Persönlichkeit, die eine besondere Mission hatte, mußte also, um sich dem semitischen Volk verständlich zu machen, in sich tragen den wirklichen Ätherleib des Sem. Solch eine Persönlichkeit zum Beispiel war Melchisedek, der sich nur in dem Ätherleib des Sem dem Abraham zeigen konnte.

[ 3 ] So geschah es mit Sem, der in der Tat etwas zu tun hat mit dem ganzen Stamm der Semiten. Für einen solchen Stammvater wurde ein besonderer Ätherleib geprägt. Sem war dadurch eine Art Doppelpersönlichkeit. So fabelhaft es dem heutigen Menschensinn auch vorkommt, es erschien eine solche Persönlichkeit wie Sem dem Hellseher wie ein gewöhnlicher Mensch mit seiner Aura, aber so, als ob ein höheres Wesen, das herunterragt aus höheren Welten, seinen Ätherleib ausfüllte und die Aura dieses Menschen dadurch den Vermittler bildete zwischen dieser Persönlichkeit und den höheren Welten. Ein solches göttliches Wesen hat aber, als in einem Menschen wohnend, ganz besondere Macht. Es kann dann einen solchen Ätherleib vervielfältigen, und diese vervielfältigten Ätherleiber bilden dann ein Gewebe, das den Nachkommen immer wieder einverwoben wird. So bekamen die Nachkommen des Sem eingeimpft die Abbilder seines Ätherleibes. Aber auch der Ätherleib des Sem selbst, nicht nur die vervielfachten Abbilder, wurde in den Mysterien aufbewahrt. Und eine Persönlichkeit, die eine besondere Mission erhalten sollte, mußte, um sich ganz verständigen zu können mit dem semitischen Volke, diesen Ätherleib benutzen, so wie ein hochgebildeter Europäer etwa die Sprache der Hottentotten lernen müßte, um sich mit ihnen zu verständigen. Der Persönlichkeit, die eine besondere Mission hatte, mußte also, um sich dem semitischen Volk verständlich zu machen, in sich tragen den wirklichen Ätherleib des Sem. Solch eine Persönlichkeit zum Beispiel war Melchisedek, der sich nur in dem Ätherleib des Sem dem Abraham zeigen konnte.

[ 4 ] Und nun müssen wir uns die Frage stellen: Wenn wir erst jetzt, in der fünften nachatlantischen Kulturperiode, ein Verständnis entwikkeln können für das Christentum, wie war es denn da in dem Rest der griechisch-lateinischen Zeit, die noch bis in das 13. und 14. Jahrhundert dauerte?

[ 4 ] Und nun müssen wir uns die Frage stellen: Wenn wir erst jetzt, in der fünften nachatlantischen Kulturperiode, ein Verständnis entwikkeln können für das Christentum, wie war es denn da in dem Rest der griechisch-lateinischen Zeit, die noch bis in das 13. und 14. Jahrhundert dauerte?

[ 5 ] Da findet ein geheimnisvoller okkulter Vorgang statt. Der Christus lebte ja nur während dreier Jahre in den Hüllen des Jesus von Nazareth, der eine so hohe Individualität ist, daß er im dreißigsten Lebensjahre die physische Welt verlassen konnte, um in die geistige Welt einzugehen damals, als über seinem Haupte die Taube erschien. Die drei hochentwickelten Leiber werden nun ausgefüllt von der Christus-Individualität dadurch, daß diese Christus-Individualität in dem physischen Menschenleibe lebt. Diese für das physische Auge unsichtbaren Leiber des Jesus von Nazareth werden nun in ähnlicher Weise vervielfältigt wie dazumal der Ätherleib des Sem, so daß vom Tode am Kreuz an nun vorhanden sind Abbilder des Ätherleibes und des Astralleibes des Jesus von Nazareth. Das hat nichts zu tun mit seinem Ich; das ging ja in die geistige Welt und hat sich später immer wieder verkörpert.

[ 5 ] Da findet ein geheimnisvoller okkulter Vorgang statt. Der Christus lebte ja nur während dreier Jahre in den Hüllen des Jesus von Nazareth, der eine so hohe Individualität ist, daß er im dreißigsten Lebensjahre die physische Welt verlassen konnte, um in die geistige Welt einzugehen damals, als über seinem Haupte die Taube erschien. Die drei hochentwickelten Leiber werden nun ausgefüllt von der Christus-Individualität dadurch, daß diese Christus-Individualität in dem physischen Menschenleibe lebt. Diese für das physische Auge unsichtbaren Leiber des Jesus von Nazareth werden nun in ähnlicher Weise vervielfältigt wie dazumal der Ätherleib des Sem, so daß vom Tode am Kreuz an nun vorhanden sind Abbilder des Ätherleibes und des Astralleibes des Jesus von Nazareth. Das hat nichts zu tun mit seinem Ich; das ging ja in die geistige Welt und hat sich später immer wieder verkörpert.

[ 6 ] In den ersten Jahrhunderten nach dem Christus-Ereignis sehen wir, wie die christlichen Schriftsteller noch auf Grund mündlich überlieferter Tradition der Apostelschüler arbeiten. Sie legten Wert auf physische Überlieferung. Auf diese allein hätten aber spätere Jahrhunderte nicht bauen können. Vom 6. und 7. Jahrhundert an geschieht es nun, daß besonders hervorragenden christlichen Verkündern einverwoben wurde ein Abbild des Ätherleibes des Jesus von Nazareth. Ein solcher Mensch war Augustinus. Er hatte gewaltige Kämpfe durchzumachen in seiner Jugend. Dann aber wurde in bedeutsamer Weise in ihm wirksam der Impuls des Ätherleibes des Jesus von Nazareth, und da beginnt er erst, aus sich selbst heraus christliche Mystik zu treiben. Wir können seine Schriften eben nur in diesem Lichte verstehen.

[ 6 ] In den ersten Jahrhunderten nach dem Christus-Ereignis sehen wir, wie die christlichen Schriftsteller noch auf Grund mündlich überlieferter Tradition der Apostelschüler arbeiten. Sie legten Wert auf physische Überlieferung. Auf diese allein hätten aber spätere Jahrhunderte nicht bauen können. Vom 6. und 7. Jahrhundert an geschieht es nun, daß besonders hervorragenden christlichen Verkündern einverwoben wurde ein Abbild des Ätherleibes des Jesus von Nazareth. Ein solcher Mensch war Augustinus. Er hatte gewaltige Kämpfe durchzumachen in seiner Jugend. Dann aber wurde in bedeutsamer Weise in ihm wirksam der Impuls des Ätherleibes des Jesus von Nazareth, und da beginnt er erst, aus sich selbst heraus christliche Mystik zu treiben. Wir können seine Schriften eben nur in diesem Lichte verstehen.

[ 7 ] Viele Persönlichkeiten sind in der Welt herumgegangen, in sich tragend eine solche Kopie. Columban, Gallus, Patrick, sie trugen alle solch ein Abbild des Ätherleibes in sich und gerade dadurch waren sie in der Lage, das Christentum zu verbreiten. So konnte eine Brücke geschlagen werden vom Christus-Ereignis zur nachfolgenden Zeit.

[ 7 ] Viele Persönlichkeiten sind in der Welt herumgegangen, in sich tragend eine solche Kopie. Columban, Gallus, Patrick, sie trugen alle solch ein Abbild des Ätherleibes in sich und gerade dadurch waren sie in der Lage, das Christentum zu verbreiten. So konnte eine Brücke geschlagen werden vom Christus-Ereignis zur nachfolgenden Zeit.

[ 8 ] Und nun sehen wir im 11. und 12. Jahrhundert solche Menschen, die einverwoben erhalten in den eigenen Astralleib denjenigen des Jesus von Nazareth. Eine solche Persönlichkeit war Franz von Assisi. Wenn wir sein Leben verfolgen, wird es uns in manchem unverständlich sein; aber gerade seine Impulse der Demut, der christlichen Hingebung können wir verstehen, wenn wir uns sagen, daß ein solches Geheimnis in ihm lebte. Durch solche Einverwebungen des Astralleibes werden nun um das 11., 12. und 13. Jahrhundert solche Menschen Verkündiger des Christentums. Sie haben also das Christentum durch Gnade empfangen.

[ 8 ] Und nun sehen wir im 11. und 12. Jahrhundert solche Menschen, die einverwoben erhalten in den eigenen Astralleib denjenigen des Jesus von Nazareth. Eine solche Persönlichkeit war Franz von Assisi. Wenn wir sein Leben verfolgen, wird es uns in manchem unverständlich sein; aber gerade seine Impulse der Demut, der christlichen Hingebung können wir verstehen, wenn wir uns sagen, daß ein solches Geheimnis in ihm lebte. Durch solche Einverwebungen des Astralleibes werden nun um das 11., 12. und 13. Jahrhundert solche Menschen Verkündiger des Christentums. Sie haben also das Christentum durch Gnade empfangen.

[ 9 ] Das Ich des Jesus von Nazareth hat Ja die drei Hüllen bei der Johannestaufe verlassen; aber es ist doch ein Abbild dieses Ichs gleich einem Siegelabdruck verblieben in den drei Hüllen. Von diesen drei Leibern nimmt die Christus-Wesenheit Besitz, aber auch von noch etwas, das wie ein Abdruck des Jesus-Ichs zurückbleibt. So etwas wie eine Ich-Kopie des Jesus wird einverwoben vom 12., 13. und 14. Jahrhundert ab in solche Menschen, die nun zu sprechen beginnen von einem «inneren Christus». Meister Eckhart, Tauler, sie sprechen dann aus ihrer eigenen Erfahrung heraus wie ein Ich-Abdruck von Jesus von Nazareth.

[ 9 ] Das Ich des Jesus von Nazareth hat Ja die drei Hüllen bei der Johannestaufe verlassen; aber es ist doch ein Abbild dieses Ichs gleich einem Siegelabdruck verblieben in den drei Hüllen. Von diesen drei Leibern nimmt die Christus-Wesenheit Besitz, aber auch von noch etwas, das wie ein Abdruck des Jesus-Ichs zurückbleibt. So etwas wie eine Ich-Kopie des Jesus wird einverwoben vom 12., 13. und 14. Jahrhundert ab in solche Menschen, die nun zu sprechen beginnen von einem «inneren Christus». Meister Eckhart, Tauler, sie sprechen dann aus ihrer eigenen Erfahrung heraus wie ein Ich-Abdruck von Jesus von Nazareth.

[ 10 ] Es sind nun noch viele Menschen da, die so etwas in sich tragen von Kopien der verschiedenen Leiber des Jesus von Nazareth, aber diese werden nun nicht mehr die führenden Persönlichkeiten. Wir sehen immer mehr, wie es in unserem fünften Zeitraum Menschen gibt, die sich auf sich selbst, auf ihr eigenes Ich stellen müssen. Immer seltener werden solche inspirierten Menschen. Deshalb mußte vorgesorgt werden, daß in unserem fünften Zeitraum eine geistige Strömung entstehe, die dafür zu sorgen hätte, daß auch noch weiter spirituelle Erkenntnisse zur Menschheit dringen könnten. Es mußte für die Menschen, die angewiesen sind auf ihr bloßes menschliches Ich, vorgesorgt werden von jenen Individualitäten, die in die Zukunft schauen konnten. Es wird uns erzählt in einer solchen Legende, daß das Gefäß, in dem der Christus Jesus das Abendmahl mit seinen Jüngern genommen hatte, aufbewahrt wurde. Das ist die Legende vom heiligen Gral, und wir sehen in der Erzählung von Parzival typisch ausgedrückt einen Schülerwerdegang unserer fünften nachatlantischen Zeit. Da hat er eins versäumt, der Parzival: Es war ihm nämlich gesagt worden, er solle nicht viel fragen. Das ist der wichtige Übergang von der alten Zeit zur neuen Zeit: Möglichst passive Hingabe war das Notwendige im alten Indien für den Schüler; später auch noch bei Augustinus, bei Franz von Assisi. Alle diese demütigen Leute ließen sich inspirieren durch das, was in ihnen lebte, was in sie einverwoben war. Nun aber sollte das Ich die Frage in sich tragen. Jede Seele, die heute einfach passiv hinnimmt, was ihr gegeben wird, kommt dadurch nicht über sich selbst hinaus. Sie kann dann nur beobachten, was in der physischen Welt um sie her vorgeht. Die Seele muß heute fragen, muß sich über sich selber erheben, aus sich selber herauswachsen. Die Seele muß heute fragen, wie einstmals Parzival fragen mußte nach den Geheimnissen der Gralsburg.

[ 10 ] Es sind nun noch viele Menschen da, die so etwas in sich tragen von Kopien der verschiedenen Leiber des Jesus von Nazareth, aber diese werden nun nicht mehr die führenden Persönlichkeiten. Wir sehen immer mehr, wie es in unserem fünften Zeitraum Menschen gibt, die sich auf sich selbst, auf ihr eigenes Ich stellen müssen. Immer seltener werden solche inspirierten Menschen. Deshalb mußte vorgesorgt werden, daß in unserem fünften Zeitraum eine geistige Strömung entstehe, die dafür zu sorgen hätte, daß auch noch weiter spirituelle Erkenntnisse zur Menschheit dringen könnten. Es mußte für die Menschen, die angewiesen sind auf ihr bloßes menschliches Ich, vorgesorgt werden von jenen Individualitäten, die in die Zukunft schauen konnten. Es wird uns erzählt in einer solchen Legende, daß das Gefäß, in dem der Christus Jesus das Abendmahl mit seinen Jüngern genommen hatte, aufbewahrt wurde. Das ist die Legende vom heiligen Gral, und wir sehen in der Erzählung von Parzival typisch ausgedrückt einen Schülerwerdegang unserer fünften nachatlantischen Zeit. Da hat er eins versäumt, der Parzival: Es war ihm nämlich gesagt worden, er solle nicht viel fragen. Das ist der wichtige Übergang von der alten Zeit zur neuen Zeit: Möglichst passive Hingabe war das Notwendige im alten Indien für den Schüler; später auch noch bei Augustinus, bei Franz von Assisi. Alle diese demütigen Leute ließen sich inspirieren durch das, was in ihnen lebte, was in sie einverwoben war. Nun aber sollte das Ich die Frage in sich tragen. Jede Seele, die heute einfach passiv hinnimmt, was ihr gegeben wird, kommt dadurch nicht über sich selbst hinaus. Sie kann dann nur beobachten, was in der physischen Welt um sie her vorgeht. Die Seele muß heute fragen, muß sich über sich selber erheben, aus sich selber herauswachsen. Die Seele muß heute fragen, wie einstmals Parzival fragen mußte nach den Geheimnissen der Gralsburg.

[ 11 ] So beginnt heute die geistige Forschung erst da, wo das Fragen ist. Die Seelen, die heute angeregt werden durch die äußere Wissenschaft zum Fragen, die fragen und suchen, das sind die Parzival-Seelen. So ist also eingeleitet worden die Mysterienströmung, die viel angefeindete Rosenkreuzerschulung, die mit keiner überlieferten Weisheit rechnet, wenn sie auch die Überlieferungen dankbar hinnimmt. Aber das, was heute die rosenkreuzerische Geistesrichtung ausmacht, das ist unmittelbar in den höheren Welten mit dem geistigen Auge und mit den Mitteln, die der Schüler selbst angewiesen bekommt, erforscht worden. Nicht, weil dies oder jenes in alten Büchern steht, weil diese oder jene dieses oder jenes geglaubt haben, sondern heute erforschtes Weisheitsgut wird verkündet durch die rosenkreuzerische Geistesrichtung. Und solches wurde nach und nach in den Rosenkreuzer-Schulen vorbereitet, die gegründet worden sind im 13., 14. Jahrhundert durch die Individualität, die Christian Rosenkreutz genannt wird.

[ 11 ] So beginnt heute die geistige Forschung erst da, wo das Fragen ist. Die Seelen, die heute angeregt werden durch die äußere Wissenschaft zum Fragen, die fragen und suchen, das sind die Parzival-Seelen. So ist also eingeleitet worden die Mysterienströmung, die viel angefeindete Rosenkreuzerschulung, die mit keiner überlieferten Weisheit rechnet, wenn sie auch die Überlieferungen dankbar hinnimmt. Aber das, was heute die rosenkreuzerische Geistesrichtung ausmacht, das ist unmittelbar in den höheren Welten mit dem geistigen Auge und mit den Mitteln, die der Schüler selbst angewiesen bekommt, erforscht worden. Nicht, weil dies oder jenes in alten Büchern steht, weil diese oder jene dieses oder jenes geglaubt haben, sondern heute erforschtes Weisheitsgut wird verkündet durch die rosenkreuzerische Geistesrichtung. Und solches wurde nach und nach in den Rosenkreuzer-Schulen vorbereitet, die gegründet worden sind im 13., 14. Jahrhundert durch die Individualität, die Christian Rosenkreutz genannt wird.

[ 12 ] So kann dieses Weisheitsgut heute als Theosophie verkündet werden. Heute sind eben nicht mehr solche Menschen da, die ohne ihr Zutun eingeimpft bekommen das, was sie innerlich inspiriert. Heute sollen die Menschen, die fühlen, daß Theosophie zum Herzen spricht, an sie herankommen. Es soll nicht agitiert werden für Theosophie; ein jeder soll zur Theosophie durch seinen eigenen freien Impuls kommen, dadurch, daß er in lebendiger Weise ergriffen wird von dem spirituellen Wissen.

[ 12 ] So kann dieses Weisheitsgut heute als Theosophie verkündet werden. Heute sind eben nicht mehr solche Menschen da, die ohne ihr Zutun eingeimpft bekommen das, was sie innerlich inspiriert. Heute sollen die Menschen, die fühlen, daß Theosophie zum Herzen spricht, an sie herankommen. Es soll nicht agitiert werden für Theosophie; ein jeder soll zur Theosophie durch seinen eigenen freien Impuls kommen, dadurch, daß er in lebendiger Weise ergriffen wird von dem spirituellen Wissen.

[ 13 ] So ziehen wir durch diese theosophisch-rosenkreuzerische Geistesströmung das wieder an uns heran, was vorhanden ist von den Kopien des Ichs des Jesus von Nazareth. So werden diejenigen, die sich dazu vorbereiten, hineinziehen in ihre Seelen das Abbild des Ichs des Jesus von Nazareth. Dadurch, daß sein Inneres wie ein Siegelabdruck ist von dem Ich des Jesus, dadurch wird ein solcher Mensch das Christus-Prinzip in seine Seele aufnehmen. — So bereitet das Rosenkreuzertum etwas Positives vor. Theosophie soll Leben werden und die Seele, die sie wirklich in sich aufnimmt, verwandelt sich nach und nach. Theosophie in sich aufnehmen, das heißt, die Seele so verwandeln, daß sie zu dem Christus-Verständnis kommen kann.

[ 13 ] So ziehen wir durch diese theosophisch-rosenkreuzerische Geistesströmung das wieder an uns heran, was vorhanden ist von den Kopien des Ichs des Jesus von Nazareth. So werden diejenigen, die sich dazu vorbereiten, hineinziehen in ihre Seelen das Abbild des Ichs des Jesus von Nazareth. Dadurch, daß sein Inneres wie ein Siegelabdruck ist von dem Ich des Jesus, dadurch wird ein solcher Mensch das Christus-Prinzip in seine Seele aufnehmen. — So bereitet das Rosenkreuzertum etwas Positives vor. Theosophie soll Leben werden und die Seele, die sie wirklich in sich aufnimmt, verwandelt sich nach und nach. Theosophie in sich aufnehmen, das heißt, die Seele so verwandeln, daß sie zu dem Christus-Verständnis kommen kann.

[ 14 ] Der Theosoph macht sich zu einem lebendigen Empfänger dessen, was in der Jahve-Christus-Offenbarung dem Moses, dem Paulus gegeben wird. So heißt es im fünften Brief der Apokalypse, wie die Menschen der fünften Kulturepoche diejenigen seien, die wirklich in sich aufnehmen, was dann für die Kulturperiode der Gemeinde von Philadelphia etwas Selbstverständliches sein wird. Die Weisheit der fünften Kulturperiode wird als Liebesblume aufgehen in der sechsten Kulturperiode.

[ 14 ] Der Theosoph macht sich zu einem lebendigen Empfänger dessen, was in der Jahve-Christus-Offenbarung dem Moses, dem Paulus gegeben wird. So heißt es im fünften Brief der Apokalypse, wie die Menschen der fünften Kulturepoche diejenigen seien, die wirklich in sich aufnehmen, was dann für die Kulturperiode der Gemeinde von Philadelphia etwas Selbstverständliches sein wird. Die Weisheit der fünften Kulturperiode wird als Liebesblume aufgehen in der sechsten Kulturperiode.

[ 15 ] Die Menschheit ist heute dazu aufgerufen, etwas Neues, Göttliches in sich aufzunehmen und dadurch den Aufstieg in die geistige Welt wieder vorzunehmen. Die theosophische Entwickelungslehre wird mitgeteilt; sie soll nicht geglaubt werden, sondern die Menschheit soll durch eigene Urteilskraft dazu kommen, sie zu verstehen. Sie wird verkündet denen, die den Keim der Parzival-Natur in sich tragen. Und nicht lokal, nicht an einem besonderen Ort wird sie verkündet, sondern aus der ganzen Menschheit heraus werden die Menschen zusammengeführt werden, die den Ruf der spirituellen Weisheit hören.

[ 15 ] Die Menschheit ist heute dazu aufgerufen, etwas Neues, Göttliches in sich aufzunehmen und dadurch den Aufstieg in die geistige Welt wieder vorzunehmen. Die theosophische Entwickelungslehre wird mitgeteilt; sie soll nicht geglaubt werden, sondern die Menschheit soll durch eigene Urteilskraft dazu kommen, sie zu verstehen. Sie wird verkündet denen, die den Keim der Parzival-Natur in sich tragen. Und nicht lokal, nicht an einem besonderen Ort wird sie verkündet, sondern aus der ganzen Menschheit heraus werden die Menschen zusammengeführt werden, die den Ruf der spirituellen Weisheit hören.