Anthroposophy's Response
to Universal Questions
GA 108
14 December 1908, Stuttgart
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Answers Provided by Anthroposophy, tr. Maltiz
4. Die Zehn Gebote
The Ten Commandments
[ 1 ] Es soll uns heute ein wichtiges Menschheitsdokument beschäftigen, das, wenn es auch fern abzuliegen scheint außerhalb des Rahmens unserer bisherigen Betrachtungsfolge, dennoch im inneren Zusammenhang mit dieser steht. Es sind dies die Zehn Gebote, die wir einmal vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt aus beleuchten wollen, aus dem Grunde, weil vielleicht auch gerade gegenüber diesem Dokument der Menschheit die Geisteswissenschaft das richtige Licht zu seinem Verständnis zu bringen vermag.
[ 1 ] Today we will occupy ourselves with an important document of mankind, although it appears far removed from the realm of our present line of study, yet nevertheless stands in an inner relationship to it. It is the Ten Commandments, which we will strive to illuminate from the basis of spiritual science because perhaps through spiritual science the right light may help clarify our understanding of this document.
[ 2 ] Es wird von seiten der gelehrten Theologie vielfach behauptet, daß diese Zehn Gebote mit mancherlei Gesetzen und Geboten anderer Völker des Altertums übereinstimmen und eigentlich nichts Besonderes darstellen. Sie seien höchstens nur insofern bemerkenswert, als sie eine Zusammenstellung dessen seien, was als Gebote und Gesetze bei den verschiedenen alten Völkern da und dort zu finden sei, zum Beispiel bei Lykurg von Sparta oder in den Gesetzestafeln des Hammurabi.
[ 2 ] From the side of learned theology it is often maintained that these Ten Commandments concur with various laws and commandments of other ancient folk and don't really depict anything extraordinary. They are considered at most only noteworthy as part of a collection in which laws and orders are to be found among various ancient peoples, as for example with Lycurgus of Sparta or the law tablets of Hammurabi.
[ 3 ] Dasjenige, was uns beschäftigt hat, als wir den Entwickelungsgang der Menschheit in der nachatlantischen Zeit betrachtet und auf unsere Seelen haben wirken lassen, das wird uns auch in einer gewissen Beziehung ein Leitfaden sein können, um uns begreiflich erscheinen zu lassen das Große und Gewaltige, was in die Menschheit eingeschlagen hat, als die Zehn Gebote auf dem Sinai gegeben worden sind. Erinnern wir uns daran, was uns bei der Betrachtung des Entwickelungsganges der Menschheit in der nachatlantischen Zeit entgegengetreten ist. Wir haben gesehen, daß die fünf Kulturepochen - die indische, persische, chaldäisch-ägyptisch-jüdische, die griechisch-römische und die germanische Kulturepoche - ein allmähliches Erobern des physischen Planes durch die Menschheit bedeuten. Nun steht uns am Ende der dritten und am Anfang der vierten Epoche dasjenige gegenüber, was wir die «Sendung des Moses» nennen können. Worin besteht diese Sendung?
[ 3 ] What we have examined in the developmental route of mankind in the post Atlantic time and having allowed this to work on our souls, can become a specific connecting thread allowing an understanding of the revelation regarding the greatness, the enormity, which struck mankind, in the Ten Commandments given in Sinai. Let's remind ourselves about our contemplation of the evolution of mankind during the post-Atlantic time. We saw how the five cultural epochs - the Indian, Persian, Chaldean-Egyptian-Judaic, the Greek-Roman and Germanic cultural epochs - are a gradual conquering of the physical plane by mankind. Now we stand at the end of the third and at the beginning of the fourth epoch which we could call the “Mission of Moses.” Out of what did this Mission exist?
[ 4 ] Da wollen wir uns noch einmal genauer vor die Seele führen, wie die Inspirationen der Eingeweihten eigentlich in den aufeinanderfolgenden Zeiträumen waren. Gestern haben wir von den Rishis gesprochen, die in der altindischen Zeit die Inspiratoren ihres Volkes waren. Es wurde von den Rishis mitgeteilt, daß sie im gewöhnlichen Leben sozusagen schlichte Menschen waren, daß sie aber zu gewissen Zeiten das Instrument, das Mundstück waren für die Inspirationen höherer geistiger Wesenheiten. Diese Tatsache war besonders hervorstechend in den Zeiten des alten Indertums, und es konnten reden diese alten Rishis, diese größten Lehrer der nachatlantischen Kulturepoche, von hohen geistigen Wahrheiten. Fragen wir uns einmal, in welche Regionen des Geistes hinein haben sich diese alten Rishis versetzt, wenn sie innerlich durchweht und durchzogen sein sollten von den höheren Wesenheiten, die durch sie sprachen? Es erhoben sich diese Rishis, während in ihnen die höheren Mächte lebten, nicht bloß zum Astral- oder unteren Devachanplan, sondern hinauf bis zum oberen Devachan, so daß das, was sie lehrten, ursprünglich vom oberen Devachan ausging. In jenen alten Zeiten, kurz nach der atlantischen Katastrophe, war das noch möglich, weil die alten indischen Leiber noch durchaus den Menschen die Möglichkeit boten, aus ihnen herauszukommen und mit den Wesenheiten höherer Welten in Beziehung zu treten.
[ 4 ] We will strive to direct our souls more precisely to how inspiration of the Initiates actually occurred in the successive time intervals. Yesterday we spoke about the Rishis, the inspirational ones in the ancient Indian time. The Rishis announced that they were mere common people in ordinary life who became however at specific times an instrument, a mouth piece for the inspirations of higher, spiritual beings. This fact was particularly prevalent in the ancient Indian times and these ancient Rishis, these great teachers of the post-Atlantean time could speak of lofty spiritual truths. We can ask ourselves in which spiritual regions these Rishis moved when they wanted to be permeated and surged through inwardly by higher Beings, who spoke through them? The Rishis were raised up while higher forces lived within them, not only to the astral or lower Devachan planes but above, right to the upper Devachan, so their learning originated in upper Devachan. In these ancient times, shortly after the Atlantic catastrophe, the old Indian bodies still gave mankind possibilities to go out of their bodies, and thus step into a relationship with Beings of Higher Worlds.
[ 5 ] Nun schreiten die Kulturstufen fort. In der Kulturepoche des Zarathustra, der uralt-persischen, wissen die höchsten Eingeweihten zwar noch zu erzählen von den höchsten geistigen Wesenheiten, aber ihre Erhebung kann nicht so ohne weiteres bis in die oberen Partien des Devachan gehen. Sie können sich nur bis zu dem unteren Devachan erheben. Trotzdem aber können sie sich über die höheren Plane unterrichten lassen, denn diese hohen Wesenheiten des unteren Devachanplanes wissen ja auch von den höheren Planen.
[ 5 ] Now the cultural epochs continued. In the cultural epoch of Zarathustra, the ancient Persian, the highest initiates certainly knew how to speak about the highest spiritual Beings but their rise could not without further ado reach to the upper parts of Devachan. They could only rise to lower Devachan. Despite that however they could be taught about the higher planes because these elevated beings of the lower Devachanic planes knew about the higher planes.
[ 6 ] In der Welt, in der die ägyptischen Eingeweihten hauptsächlich heimisch waren, erhob man sich gewöhnlich bis zum Astralplan, und es war keineswegs nur ein kleiner Kreis, der sich im alten Ägypten noch zu diesem Astralplan erheben konnte. Es war noch eine verhältnismäßig große Anzahl von Menschen, die aus eigener Beobachtung wußten, was auf dem Astralplan vorgehen kann. Wenigstens in gewissen Zwischenzuständen des Lebens, zwischen Schlafen und Wachen zum Beispiel, erlebten viele die Gemeinschaft mit jenen Wesenheiten, die nicht auf den physischen Plan herunterkommen, die aber auf dem astralischen Plan noch heimisch sind. So daß diejenigen, welche auf dem Astralplan aus und ein gingen, die alten ägyptischen Eingeweihten, es noch leicht hatten, die Dinge zu verkünden, die in höheren Welten vorgingen.
[ 6 ] In the world in which the Egyptian initiates were mainly indigenous, they could usually rise to the astral plane and it was not only a small circle which could still rise up to the astral plane in the old Egyptian time. A relatively large number of people, through their own observation, still knew what was happening on the astral plane. At least in certain in-between conditions of life, between waking and sleeping for instance, many experienced community with these Beings who did not descend to the physical plane but were at home on the astral plane. Thus the ancient Egyptian initiates who could enter and exit the astral plane found it easy to reveal things happening in the Higher Worlds.
[ 7 ] Indem wir uns immer mehr den späteren Kulturepochen nähern, zieht sich sozusagen der Vorhang vor den geistigen Welten immer mehr zu. Immer geringer wird die Zahl der Menschen, die imstande sind, selbst noch in den geistigen Welten Beobachtungen zu machen, und dadurch wurde gegen die vierte Kulturepoche hin eine besondere Art der Verkündigung durch die Eingeweihten notwendig. Einer derjenigen Eingeweihten, der in allen okkulten Künsten der ägyptischen Eingeweihten bewandert war, war Moses; er bewegte sich durchaus frei auf dem Astralplan. Gerade sein Volk war dazu ausersehen, eine gewisse Offenbarung zu erhalten, die imstande war, den Menschen auch dann etwas zu sein, wenn sie nicht mehr in die höheren Welten hinaufblicken konnten. Es gab ja immer Eingeweihte, obwohl ihre Zahl immer geringer geworden war, die direkt oder indirekt von den höheren Welten wußten, weil sie bewußt außerhalb ihres Leibes leben konnten. Der größte Teil des Volkes jedoch mußte sein Leben ganz auf den physischen Plan beschränken. Die Aufgabe, die der Menschheit gegenüber zu erfüllen war in der Zeit, als die Sendung des Moses ihren Anfang nahm, war diese: denjenigen Menschen, die ganz und gar auf den physischen Plan angewiesen waren, eine Offenbarung aus dem Geistigen zu geben, das hinter dem physischen Plane steht, wonach sie ihr Leben regeln konnten. Wie mußte nun diese Sendung des Moses zunächst gestaltet werden?
[ 7 ] The more we approach the later cultural epochs, the more the veil in front of the spiritual worlds drew to a close. The number of people who were capable of making observations in the spiritual worlds diminished ever more, and as a result, from the fourth cultural epoch onwards, a particular form of proclamation was required from the Initiates. One of these Initiates, familiar with all the occult arts of the Egyptian Initiates, was Moses; he moved freely throughout the astral plane. Even his people were chosen to behold certain revelations, and were capable of being something to the people even if they could no longer see into the higher worlds. It required Initiates, although diminished in their numbers, who knew directly or indirectly about the higher worlds, because they could consciously live out of their bodies. The largest part of the people however had to restrict their lives to the physical plane. The task which mankind had to fulfil in this time when the mission of Moses began, was this: those people who were completely dependent on the physical plane were to be given a revelation out of the spirit, which stands behind the physical, according to which they could regulate their lives. How could this Mission of Moses be formulated then?
[ 8 ] Denken Sie sich, daß den Leuten zunächst einmal klar gemacht werden mußte: Das, was draußen um euch herum ist, was ihr sehen und fühlen könnt, das ist eben der physische Plan; da ist nirgends etwas Geistiges. Das müßt ihr nicht ansehen als das, was euch irgendwie das Geistige darstellen könnte, sondern ihr müßt euch klar darüber sein, daß das Geistige eben im Geistigen gesucht werden muß, und daß es nur ein einziges gibt, wo ihr das Geistige suchen könnt.
[ 8 ] Just consider the necessity to clarify to the people that what is around them, what they can see and touch, is the physical plane - here is nothing spiritual. This was not to be looked at as something representative of the spiritual, but there had to be a clear understanding that the spiritual was to be sought in the spiritual, and only a few could do this spiritual research.
[ 9 ] In den Zeiten des alten Indertums, als die heiligen Rishis von den oberen Partien des Devachan aus sprachen, da konnte man auch Bilder geben, welche das, was vom oberen Devachan aus gesprochen wurde, als äußeres Bild symbolisierten und vergleichsweise andeuteten. Man konnte Bilder und Bildnisse geben, und es war verhältnismäßig leicht, den Menschen begreiflich zu machen: Wir geben euch zwar Bilder, aber da ihr die äußere Welt ja doch als Illusion, als Maja anseht, so werden diese Bilder euch nichts mehr sein als Bilder, Abbilder einer Welt des Übersinnlichen. - Es war keine Gefahr vorhanden, daß Götzendienerei mit diesen Bildern getrieben werden konnte. Wie hätte das auch sein können bei einem Volk, das alles Sinnliche für Maja, für Illusion ansah? Dieses Volk hätte niemals Götzendienerei treiben können. Das ist erst viel später gekommen. Allerdings ist gerade später in der morgenländischen Kultur an Stelle des Symbols das Götzenbild getreten. Aber leicht war es also den heiligen Rishis, dem ganzen indischen Volke klarzumachen: Dasjenige, was wir euch zu verkündigen haben, stammt aus den höheren Partien des Devachan, und das Sichtbare, das Physische, ist ein Sinnbild für das, was so hoch und erhaben ist, daß ihr es nur im Sinnbild aufnehmen könnt.
[ 9 ] In ancient Indian times, when the holy Rishis spoke out of the upper parts of Devachan, images were given which could be seen as outer symbolic pictures in comparisons and indications coming from Upper Devachan. Images and portraits could be given and it was relatively easy for people to understand: we give you as it were images but because you see the outer world as an illusion, as Maya, these images are nothing more to you than images, reflections of the supersensible world.—In no way was there a danger leading to worship of these images. How could it have been with a people where everything sense perceptible was seen as Maya, illusion? These people could never practice worship. That only came much later. Certainly later in the oriental culture symbols and images of God appeared in some places. It was easy however for the holy Rishis to make it clear to the entire Indian people: that which we revealed, originated out of the higher planes of Devachan, while the visible or physical is a symbol for something so high and serene that it can only be taken in as a symbol.
[ 10 ] Während der persischen Kultur konnten aber die Schüler des Zarathustra nicht in derselben Weise verfahren. Diese konnten nur noch eine Art von Zusammenhang ihres Volkes mit den unteren Partien des Devachanplanes herstellen. Daher waren sie nur imstande, in Bildern, aber in geistigen Bildern, von dem Übersinnlichen zu sprechen. Sie haben kein sinnliches Bild genommen. Vor allen Dingen sprachen sie ihrem Volke von dem eigentlichen geistigen, guten Wesen, das sie Ahura Mazdao nannten, demjenigen Wesen, das seine äußere Körperlichkeit in der Sonne hat, und mit dem der Mensch sich verbündet gegen den finsteren Geist: Ahriman. Das wurde als ein sinnlich-übersinnliches Bild sozusagen vor die Menschen hingestellt. Die Menschen sollten sich im Bilde vorstellen dieses geistige Lichtwesen. Aber nicht ein fertiges Bild, kein Bildnis sollten sie machen. Allenfalls konnten sie sich diesen göttlichen Ahura Mazdao in einem Vorgange, zum Beispiel im Feuer vorstellen, aber nicht in einem starren, äußeren, sinnlichen Bild. Alles, was sinnliche Bilder, Götterbilder sind, stammt aus einer späteren Zeit. Die alte persische Kultur hatte bildliche Vorgänge, die das Übersinnliche ausdrücken sollten. Das war der Fortschritt.
[ 10 ] During the Persian cultural epoch however, the students of Zarathustra couldn't proceed in the same way. They could only establish a kind of relationship between the people and the lower parts of the Devachanic planes. They were only capable of talking of images, spiritual images, of the supersensible. They referred to no sensory image. Above all they spoke amongst their people of an actual, spiritual, good being, who they called Ahura Mazdao, the being who had his outer corporeality in the sun and who connected himself with mankind and against the dark spirit: Ahriman. This was presented in a sensory-supersensory image so to speak, to the people. They had to imagine him for themselves as a spiritual light Being. However, not a finished image, not a portrait should they fashion. At most they could imagine this godly Ahura Mazdao as precursor within fire, for example, and not as a stiff, outer, sensory image. Everything which appeared as sensory pictures or idols came at a much later time. The ancient Persian culture had pictorial precursors which had to reveal the super-sensory. That was the progress.
[ 11 ] Nun kommen wir zu der dritten Kulturstufe, die uns hauptsächlich im Ägyptertum entgegentritt. Da stand, wie wir wissen, gewissermaßen im Mittelpunkt alles religiösen Denkens und Fühlens die Gestalt des Osiris. Sie werden leicht verstehen, was jetzt gesagt werden muß. Was für ein Wesen ist Osiris, hauptsächlich in seiner göttlichen Gestalt? Bedenken Sie, daß die ägyptischen Kulturführer dem Menschen sagten: Wenn du deine Aufgabe hier in der physischen Welt richtig vollziehst, wenn du alles tust, was dich in bezug auf deine Seele zu einem würdigen Menschen macht, dann wirst du nach dem Tode mit Osiris vereinigt sein. - Auf der anderen Seite wurde ihm gesagt: Der Osiris hat nur ein kurzes Leben hier auf Erden gehabt, denn er wurde von seinem Bruder Typhon - Seth - überwunden und lebt seit jener Zeit in den Welten, die die überirdischen sind. Sein unterstes Gebiet ist nicht mehr der physische, sondern der Astralplan, weiter steigt er nicht herab. Es ist nicht mehr möglich, daß Osiris den physischen Plan betritt. Daher kann der Mensch im Leben nicht dem Osiris begegnen. Nach dem Tode aber, wenn er sich dessen würdig gemacht hat, dann wird er mit Osiris vereint sein, weil dann der Mensch die Welt, in der Osiris weilt, betritt. Der Mensch muß also dem Osiris entgegenkommen, entweder wenn er gestorben ist, oder wenn er als Eingeweihter den astralen Plan betritt. Daher wurde dem Bekenner der Osiris-Religion klargemacht: Das Übersinnliche, mit dem du selbst noch in einer Verbindung stehst, sollst du dir nicht anders als unter dem Bilde deiner eigenen Seele vorstellen, einer Seele, wie wir sie uns vorstellen unter dem Begriff des Astralleibes. Es wurde der Osiris als eine ideale Menschengestalt hingestellt, die alle möglichen Tugenden hat, und da Triebe sowohl als auch Tugenden im Astralleibe sind, so wurde sozusagen eine astralische Menschenwesenheit als die Wesenheit des Osiris hingestellt.
[ 11 ] Now we come to the third cultural epoch which we encounter mainly in the Egyptian time. Here stands the form of Osiris, as we know, at the central point of all religious thought and feeling. We can easily understand what now has to be said. What kind of being is Osiris, mainly in his godly form? Consider what the Egyptian cultural leaders said to the people: when you really fulfil your tasks in the physical world, when you have done everything related to your soul striving towards becoming a worthy person, then you will be united with Osiris after death. - On the other hand they are told: Osiris had only a short life on earth, because he was conquered by his brother Typhon - Seth—and has been living for a time in the worlds which are celestial, above the ground. His lower regions are no longer the physical but the astral plane, he will not descend lower. It is no longer possible for Osiris to step on the physical plane. Therefore people can't meet Osiris in life. After death however, when they have become sufficiently worthy, they will be united with Osiris because then they are within the world in which Osiris stays. A person can therefore meet Osiris, either after they have died or if they enter as an Initiate into the astral plane. Through this the disciples of the Osiris religion were prepared: the supersensible to which you are related, should place before your soul nothing other than pictures which your own soul imagines, ‘soul’ as is imagined under the concept of the astral body. Osiris became considered the ideal human form, possessing all possible virtues, and while desires as well as virtues exist in the astral body, so the human astral being was thus represented as the Being of Osiris.
[ 12 ] Für das Volk der Semiten, das durch die Schule des Ägyptertums gewissermaßen hindurchgegangen war, und welches jenes große Ereignis vorbereiten sollte, durch welches das Geistige, der Christus, in die physische Welt heruntergestiegen ist - nicht nur wie Osiris bis zum Astralplan, sondern wie Christus, der auf den physischen Plan gekommen ist -, für dieses Volk durfte weder ein Gott im Gleichnis, im Symbol leben, wie bei dem alten Indertum, noch durfte es einen Gott in einem sinnlich-übersinnlichen Bilde verehren, wie in der persischen Kultur, noch im Bilde einer Astralwesenheit, wie in der ägyptischen Kultur, sondern einzig und allein unter der unsinnlichen Vorstellung des Ich. Alle Bilder, die ursprünglich den alten Indern gegeben waren, um sich das Geistige vorzustellen, waren der physischen Welt, dem Mineralreiche entlehnt; es waren Bilder, welche in physisch-mineralischen Formen ausgeprägt waren. Die Gestalt, unter der die Eingeweihten der persischen Kultur ihrem Volke das Übersinnliche klarmachten, war demjenigen entnommen, was auch in dem menschlichen Ätherleibe lebt, dem Lebendig-Ätherischen, denn auch Ahura Mazdao wurde ihnen sichtbar dadurch, daß er in einer ätherischen Form, der Sonnenaura, sich ihnen kundgab. Osiris war unter einer astralischen Gestalt bei den Ägyptern vorgestellt worden. Diejenige Gottheit aber, die sich dem jüdischen Volk ankündigte, sollte keine anderen Eigenschaften haben als die des Ich, des vierten Gliedes der menschlichen Wesenheit. Unter dem Ich erfaßt der Mensch etwas, was allein zu sich selber «Ich» sagen kann.
[ 12 ] For the Semites who gradually went through the Egyptian schools and who had to prepare the great event through which the spiritual, the Christ, descended into the physical world - not like Osiris to the astral plane, but like Christ, who came right down to the physical plane - they dared to live with God as a parable, a symbol, just like in the ancient Indian epoch they dared worship a god in a sensory-supersensory image, just like in the Persian culture in images of an astral presence, and in the Egyptian culture, now single and alone beneath the non-sensory imagination of the “I” (Ich). All images, originally given in ancient Indian times with which to imagine the spiritual, were of the physical world, borrowed from the mineral kingdom; they were images in distinct physical-mineral forms. The form through which the Initiates of the Persian culture made the supersensible clear to their people was removed from that which also lives in the human astral body, the lively etheric, because Ahura Mazdao also became visible to them as a result of his etheric form, the sun aura, becoming known to them. Osiris was represented by the Egyptians in an astral form. That divinity however, which the Jewish people proclaimed, had to have no other qualities than the “I,” the fourth member of the human being. Under the “I” we grasp something which only we can call “I.”
[ 13 ] Damit war aber noch etwa anderes verbunden. Der Mensch sollte nunmehr die Sendung des Moses in sich hineingießen; er sollte sich die Gottheit im Bilde dieses Ich vorstellen. Von nun an mußte den Menschen gesagt werden: So wie ein Ich in jedem Menschen lebt und Herrscher ist über alle Glieder der Menschennatur, so sollst du dir das Wesen vorstellen, das in der Welt als schöpferisches Wesen webt und lebt und herrscht und waltet über alles Geschaffene. Kein sinnliches, kein Äther- und kein Astralbild kann das wiedergeben. Bloß unter der Gestalt des «Ich», einzig unter dem Namen «Ich bin der Ich-bin» sollst du dir das höchste Wesen vorstellen. - In dem «Ich-bin» selber sollte jeder Mensch ein Ebenbild der Gottheit empfinden. Das war die Mission, die Sendung des Moses, dem Menschen zu sagen: Siehe hinein in dein Inneres; da allein findest du ein wirkliches Ebenbild der reinen Gottheit. - Daher sollte alle Wirkung unter den Menschen von nun an nur von Ich zu Ich gehen. Das sollte vorbereitet werden durch die Sendung des Moses.
[ 13 ] This is connected to something else. At this point people had to allow the Mission of Moses to flow into them; he had to be the representative of the image of the “I” of God. From that moment onwards people had to be told: Just as an “I” lives in every person and is the ruler of the members of human nature, so you must imagine the Being who weaves in the world as creative Being, who lives, rules and prevails over everything that's been and is created. Nothing sensory, neither etheric nor an astral image can represent this. Merely under the form of the “I,” only under the name “I am the I-am” should you imagine this highest Being. - In the “I am” itself every person should experience a reflection of the godhead. It was the Mission, the proclamation of Moses to say: Look within ourselves, only there will you find the real image of the pure godhead. - As a result all activity amongst people should from this moment onward only be from one “I” to another “I.” This had to be prepared through the Mission of Moses.
[ 14 ] Stellen wir uns noch einmal hinein in die ägyptische Kultur. Da war viel Wirkung, aber sie ging nicht von Ich zu Ich, sondern von Astralleib zu Astralleib. Was heißt das? Denken Sie sich, wie eine solche gigantische Pyramide gebaut worden ist. Ein großes Heer von Menschen war nötig, um solch eine Pyramide zustandezubringen. Die Arbeiter an dem Bau einer solchen Pyramide folgten den Aufträgen derjenigen, die die Baumeister waren, und das waren die Tempelpriester, die geistigen Führer der Kultur. Glauben Sie nicht, daß diese Aufträge so gegeben wurden, wie man heute Aufträge gibt, von Ich zu Ich. Das war nicht der Fall. Sie werden am leichtesten verstehen, was damals vorging, wenn wir das Wort «Suggestion» gebrauchen. Kräfte psychischer Natur wurden angewendet, um die Massen zu leiten. Die ägyptischen Priester beherrschten solche Kräfte in hohem Maße. Sie wirkten nicht auf das Ich, indem sie sagten: Tue dies oder jenes -, sondern sie beherrschten die Menge, wie es derjenige tut, der psychische Kräfte handhaben kann, so daß die Menschen willenlos folgten diesen Priestern, mit Übergehen des Ich. Die Priester standen als Eingeweihte in hohem Dienste. Ihnen war nicht zuzutrauen, daß sie diese Kräfte mißbrauchten; sie stellten sie in den Dienst des Guten. So waren es also Eingebungen, psychische Eingebungen, durch die sie wirkten, und von einer Freiheit des Ich gegenüber dem Tempelpriester war nicht die Rede. Wenn Sie das verstehen, so begreifen Sie auch, daß im alten Indien die heiligen Rishis in noch höherem Maße spirituelle Kräfte anwendeten. Bei ihnen war es so: Wenn sie erschienen und bedeutsame Kundgebungen aus den geistigen Welten gaben, dann war es selbstverständlich, daß das ganze Volk ihnen willenlos folgte. Genauso wie bei uns die Hand dem Kopfe folgt, so folgten die großen Menschenmassen ihren Führern, den Eingeweihten. Das wurde immer weniger, je weiter der Mensch hinunterstieg auf den physischen Plan, aber im alten Ägyptertum war noch viel Wirksamkeit dieser psychischen Kräfte. Die Menschen aus dieser Art der Wirksamkeit herauszureißen und die Vorherverkündigung des Dem-Ich-Gegenüberstehens, das war die Sendung des Moses. In jedem Menschen den göttlichen Urquell zu suchen, das große Welten-Ich, das den Raum durchwellende und durchwehende Ich als Urbild anzusehen des eigenen Ich, das war der große Ruf, der mit der Sendung des Moses verknüpft war.
[ 14 ] Let's place ourselves once more in the Egyptian culture. Much activity took place but it didn't move from one “I” to another “I” but from one astral to another astral body. What is this called? Just think how one of the gigantic pyramids were built. A great army of people was needed to bring such a pyramid into existence. The construction workers of such pyramids followed the order of the master builder and those were the temple priests, the spiritual guides of culture. Don't believe that these orders were given as they are today, from one “I” to another “I.” That was not the case. You will most easily understand what was happening when the word “suggestion” is implied. Physical powers of nature were employed to guide the masses. The Egyptian priests controlled such powers to a high degree. They didn't work on the “I” by saying: Do this or that - but they controlled the masses by managing their physical powers, so that the people meekly followed the priests who bypassed the “I.” These priests stood as Initiates in lofty service. They were incapable of abusing these powers; they placed themselves in service of the Good. Thus it was inspired, physically inspired, through them working; the freedom of the “I” in opposition to the priests of the temple was not in question. If you understand that, then you will also understand how in ancient India the Holy Rishis applied even higher spiritual powers. With them it was as follows: when they appeared and gave meaningful proclamations from the spiritual worlds, it was self-evident that the entire folk would follow meekly. Just as the hand follows the head, so the masses followed their leaders, the Initiates. This diminished ever more, the further humanity sunk into the physical plane, but in ancient Egypt there was still great effectiveness of these physical forces. To withdraw people from this kind of involvement and the predictive manifestation in the ego-opposition, was the Mission of Moses. For each human being to search for the godly fountainhead, the great World-I, that the realm of the surging, wafting “I” can be perceived as the archetypal image of the individual “I,” that was the great call which is linked to the Mission of Moses.
[ 15 ] Von diesem Gesichtspunkte aus werden wir verstehen, wie sich dieses große Welten-Ich durch Moses verkündigen mußte. In einer solchen Weise muß man die Ankündigung der Ich-Gebote in die heutige Sprache übersetzen, damit man wirklich das hat, was gefühlt und empfunden und gedacht wurde, wenn man in jener Zeit zum Beispiel das erste Gebot hörte. Alle lexikographischen Übersetzungen geben das denkbar Ungenaueste wieder. Und nun möchte ich Ihnen das erste Gebot darstellen wie man es wirklich übersetzen muß, um dasjenige zum Ausdruck zu bringen, was man sich damals beim Hören desselben vorgestellt hat.
[ 15 ] From these viewpoints we will understand how this great World-”I” had to be proclaimed through Moses. In this way we must translate the announcement of the “I”-Laws into everyday language, in order to really go through what was felt, experienced and thought when for instance the First Commandment was heard at that time. All lexicographic translations give the most inconceivable inaccuracies. Now I want to present the first commandment to you as it really needs to be translated, to bring it to such an expression as people then imagined they had heard.
[ 16 ] Erstes Gebot. Ich bin das ewig Göttliche, das du in dir empfindest. Ich habe dich aus dem Lande Ägypten geführt, wo du nicht Mir in dir folgen konntest. Fortan sollst du andere Götter nicht über Mich stellen. Du sollst nicht als höhere Götter anerkennen, was dir eine Abbildung zeigt von etwas, das oben am Himmel scheint, das aus der Erde heraus oder zwischen Himmel und Erde wirkt. Du sollst nicht anbeten, was von alldem unter dem Göttlichen in dir ist. Denn Ich bin als das Ewige in dir und bin ein fortwirkendes Göttliches. Wenn du Mich nicht in dir erkennst, werde Ich als dein Göttliches verschwinden bei Kindern und Enkeln und Urenkeln, und deren Leib wird veröden. Wenn du Mich in dir erkennst, werde Ich bis ins tausendste Geschlecht als Du fortleben, und die Leiber deines Volkes werden gedeihen.
[ 16 ] First Commandment: I am the everlasting Divine, which you experience within yourself. I have led you out of the land of Egypt where you couldn't follow me within yourself. Henceforth you will not place other gods above me. You will not acknowledge gods as higher, who show you an image of something which appears above in the heaven, which works out of the earth or between heaven and earth. You shall not worship what is beneath the divine which is within you. I am the everlasting in you and a continual divinity. If you don't recognise Me within you, I will disappear as the divine in your children, parents and grandparents and their bodies will become stultified. If you acknowledge Me within you, I will live forth in you for up to thousands of generations and the bodies of your people would prosper.
[ 17 ] Da haben wir den Hinweis darauf, in dem einzelnen Ich das Urbild des «Ich», das Nachbild des göttlichen Ur-Ich zu erkennen, und zugleich den Hinweis darauf, daß derjenige, der so sein Ich als Göttliches erkennt, frei wird von der Art, wie die Menschen im alten Ägypterlande ihren Führern gegenüberstanden. «Ich habe dich aus dem Lande Ägypten geführt, wo du nicht Mir in dir folgen konntest» Dem Willen der Eingeweihten folgte man da, da war der Mensch nicht frei. Diese Eingeweihten wendeten ihre psychischen Kräfte an, denen man folgte. Die erste Morgenröte jener menschlichen Freiheit, die dann als die Freiheit der Gnade im Christentum heraufgekommen ist, zeigt sich in diesem Hinweis: «Ich habe dich aus dem Lande Ägypten geführt, wo du nicht Mir in dir folgen konntest.» «Fortan sollst du andere Götter nicht über mich stellen.» Gerade darum, damit das jüdische Volk das große vorbereitende Volk werden konnte für die Kundgebung im Christentum, mußte klargelegt werden, daß alle anderen Darstellungen des Göttlichen, des Urbildes des Ich, wegfallen mußten. Was äußere Gestalt eines Göttlichen ist, seien es selbst die Sternbilder oder irgend etwas anderes, das mußte wegfallen. Durch gar nichts soll das Göttliche abgebildet werden, denn der Mensch soll, damit er frei wird, damit er den Quell von allem, was in ihm ist, findet: er soll alles, was er empfinden kann über das Göttliche, in seinem Ich als dem Nachbilde des großen Welten-Ichs empfinden. «Du sollst nicht als höhere Götter anerkennen, was dir ein Abbild zeigt von etwas, das oben am Himmel scheint, das aus der Erde heraus oder zwischen Himmel und Erde wirkt.» Ein bildloses Göttliches! Der einzige berechtigte Ausdruck dafür ist das menschliche Ich, das Abbild des «Ich bin der Ich-bin». «Du sollst nicht anbeten, was von alldem unter dem Göttlichen in dir ist.»
[ 17 ] This gives us the indication how the single “I” is within the archetypal “I,” how to recognise the after-image of the archetypal divine “I” and also, the indication of how, through acknowledgement of one's own “I” as divine, the way is given to become free from the opposition experienced between people and their leaders in ancient Egypt. “I have led you out of the lands of Egypt, where you can follow Me within you. The will of the Initiate followed you there, and there you were not free.” These Initiates applied their psychic powers which the people followed. The first dawning of this human freedom, which rose as the freedom of mercy in Christianity, shows itself in this reference: “I led you out of the Egyptian lands where you couldn't follow Me within you.” “Henceforth you shall not place other gods above Me.” Therefore, in order for the Jewish people to become the most prepared people for the proclamation in Christendom, it had to be made clear that all other representatives of the divine, the archetypal images of the “I,” had to fall away. Outer representations of the divine, even the signs of the Zodiac or something else, had to fall away. Nothing was to illustrate the divine, because people had to, in order to become free, find the source of everything within them: everything which was to be experienced regarding the divine had to be after-images of the great World-I and experienced in their “I.” “You should not acknowledge anything higher than the Divine, who appears as an image of something which shines above in the heaven, which originates from the earth or is active between the heaven and the earth.” An image-free divine! The only legitimate expression for this is the human “I,” the image of the “I am the I-Am.” “You shall not worship anything which is beneath the godly which is within you.”
[ 18 ] Wir haben es hervorgehoben: Aus dem physischen Leib wurde das Bild genommen im alten Indien, aus dem Ätherleib in der persischen Kultur, aus dem Astralleib bei den Ägyptern. Das alles ist unter dem Ich. Von daher soll fortan nichts im Bilde von dem Göttlichen genommen werden. Wir wissen, daß der physische Leib aus der mineralischen Natur, daß der Ätherleib aus der ätherischen Natur und der Astralleib aus demjenigen Reiche entnommen ist, aus dem auch der Astralleib der Tiere entnommen ist. Von all dem, was in den unteren Gliedern der Menschennatur ist, was aus der übrigen Natur herausgenommen ist, von all dem, was unter dem Ich ist, soll nichts genommen werden für das, was der Mensch anbetet. «Denn Ich bin das Ewige in dir und bin ein fortwirkendes Göttliches.» Da haben Sie einen wichtigen Satz. Da wurde den Juden als Gesetz gegeben, was vorher eine Tatsache war. Wir haben schon darauf aufmerksam gemacht, wie bei allen Völkern, durch die ein gemeinsames Blut floß, ein gewisses Bewußtsein durch die Generationen durchrann, wie der Sohn sich durch das Blut verbunden fühlte mit dem Vater und mit dem Großvater. Gemeinsames Blut fühlte sich als gemeinsames Ich. Das Ich lebte durch die Generationen hindurch. Der Gott, der sich zuerst als «Ich» ankündigte im jüdischen Volke, mußte sich ankündigen, indem er sagte, daß Er es ist, der als der Gott durch die Generationen hindurchwirkt. «Wenn du Mich richtig in dir erfassest, dann erfassest du, was fortwirkt von Generation zu Generation.» Es ist das übersetzt worden mit: «Ich bin ein eifernder Gott», oder sogar mit: «ein zorniger Gott», während die wirkliche Bedeutung ist: «Ich bin ein von Generation zu Generation fortwirkender Gott.»
[ 18 ] We have emphasized: out of the physical body the image was taken in ancient India, out of the ether body in the Persian culture, out of the astral body with the Egyptians. Those all stand below the “I.” From out of this no image should be taken and called divine. We know that the physical body was formed from mineral nature, the ether body from the etheric in nature, and the astral body from that realm where the animal astral body is also formed. From all which exits in the members of human nature, having originated from the rest of nature, from all that which is below the “I,” nothing should be worshipped. “I am the everlasting in you and a continual divinity.” Here we have an important sentence. This was given to the Jews as a commandment, which was previously a fact. We have already remarked that when common blood flows in any people, a particular awareness runs through the generation, how the son feels bound through the blood with his father and grand-father. Common blood felt like a common “I.” This “I” lived through generations. The god who announced himself primarily as an “I” to the Jews, had to announce Himself by saying the He was this, which worked as God through the generations. “When you really understand Me, then you will understand what continues to work from generation to generation.” This has been translated with: “I am a striving God,” or even “I am an angry God,” while the actual meaning is: “I am the god working continually from generation to generation.”
[ 19 ] «Suche nie, eine unrichtige Vorstellung von Mir zu bekommen; bewahre das Richtige in dir, als Vorstellung von Mir, dann pflanzest du in dem Blute Gesundheit von Geschlecht zu Geschlecht fort.» Eine richtige medizinische Vorstellung ist damit verbunden, denn derjenige, der dieses Gebot gab, verband damit die Vorstellung, daß dann, wenn der Mensch eine reine Vorstellung von seinem Zusammenhang mit dem Göttlichen hat, auch eine gesundende Ich-Vorstellung durch das Blut fließt, und das Volk von Generation zu Generation gesund bleibt. Wir bekommen keine richtige Vorstellung von dem lebensvollen Gehalt dessen, was Moses seinem Volk gab, als er die Gesetze verkündete, wenn wir bloß begrifflich denken, was er sagte. Nein, es wird gesagt unter der Voraussetzung, daß der richtige Gedanke eine wirkende Realität ist. «Wenn du dir eine falsche Vorstellung von dem Göttlichen machst, dann wird sich das von Geschlecht zu Geschlecht vererben, so daß es sich als Krankheit, als Siechtum äußert.» Richtige Gedanken bewirken Gesundheit, falsche aber Krankheit. Das ist eine im echten Sinn anthroposophisch oder okkult gehaltene Vorstellung. Das alles muß man bedenken, sonst bekommt man keinen richtigen Begriff, keine richtige Vorstellung gegenüber diesem ersten Gebot. Es wird dem jüdischen Volke darin aufgetragen: Stelle dir ja nicht deinen Gott vor unter einem falschen Bilde. Wenn ihr vor dem goldenen Kalb hinkniet, dann fließt eine falsche Vorstellung vom Gotte in euch ein, und dies falsche Gottesbild erzeugt, indem es mit dem Blute durch die Generationen hinunterzieht, die fortwirkende Sünde, die dann in Krankheit übergeht. «Wenn du Mich nicht in dir erkennst, werde Ich als dein Göttliches verschwinden bei Kindern und Enkeln und Urenkeln, und deren Leiber werden veröden.» Du erzeugst lebensfähige Kinder, Enkel und Urenkel, wenn du die richtige Vorstellung des Göttlichen aufnimmst; sonst aber stirbt das aus, was vom Blute abhängt. Indem du in deinem Ich Mich, den Urquell des Ich, richtig erkennst, geht eine Kraft über von Geschlecht zu Geschlecht, denn ein fortwirkendes Göttliches bin Ich. Aus den Leibern verschwinde Ich, wenn Ich in falscher Vorstellung in euch lebe. Das ist wiederum eine ganz okkult medizinische Anweisung. «Wenn du Mich in dir erkennst, werde Ich bis ins tausendste Glied fortleben, und die Leiber deines Volkes werden geläutert und deshalb gedeihen.» So wird das Physische gedeihen, im echt okkulten Sinne, wenn der Mensch an die richtige Vorstellung des Geistigen anknüpft. Damit zieht zugleich ein Hauch menschlicher Freiheit ein in die Menschenentwickelung: gerade auf die Spitze sozusagen des fortwirkenden Ich wird die Menschheit gestellt, und dann angeknüpft dieses Ich an das Göttliche. Das läßt sich mit keiner anderen Gesetzgebung vergleichen, und es ist ein reiner Dilettantismus, wenn man diese Zehn Gebote zusammenstellt mit anderen Gesetzgebungen und einseitig erklärt, weil sie sich äußerlich in Worten ähneln, sie seien dasselbe. Die Gesetzgebung der Zehn Gebote vom Sinai ist einzigartig und läßt sich nur aus der einzigartigen Sendung des Moses erklären. Und wie bei diesem ersten Gebot, so ist es bei allen anderen Geboten, wenn wir sie richtig übersetzen. Es wird uns aus allen der ganze Geist der Sendung des Moses klar, in bezug auf den Ich-Impuls, der jetzt in die Menschheit eingegossen werden soll.
[ 19 ] “Don't seek to find an incorrect imagination of Me, protect the truth within you, as an imagination of Me, then you plant within the blood enduring health from gender to gender.” A real medicinal imagination is linked to that which this commandment gave, linked to the imagination that when the human being has a pure imagination of his relationship to the divine, then a healthy “I”-image will flow through the blood and people will remain healthy from one generation to the next. We don't come to a real understanding of the lively form in which Moses presented this to his people when he announced the laws, if we only think abstractly about what he said. No, it was said under the presupposition that correct thoughts are an active reality. “When you create a false imagination of the Divine, then you will, from gender to gender, bequeath it into an expression of disease and infirmity.” Correct thoughts activate health, false ones, illness. This is in the genuine sense an anthroposophic or occult image. This has to be thought about or otherwise no real understanding can be reached, no real picture formed regarding this First Commandment. The Jewish people were instructed: Don't place your God under false images. When they knelt in front of the golden calf, a false image flowed from the gods into them and this false image of god produced, because it works through the blood and goes down the generations, the effectively continuous sin which translates into illness. “If you don't recognise Me within you, I will disappear as the divine in your children, parents and grandparents and their bodies will become stultified.” You produce children, parents, grandparents capable of surviving, when you take up the correct imagination of the Divine, otherwise that which depends on the blood will die out. By truly acknowledging Me within you, the source of the “I,” the power transmits from one generation to the next because I am a continually effective Divinity. I will disappear from the bodies if I live in you as a false image. This is again quite an occult and medicinal indication. “If you acknowledge Me within you, I will live forth in you for up to thousands of generations and the bodies of your people would be purified and therefore would prosper.” Thus the physical will prosper, in the genuine occult sense, when the human being forms the true spiritual imagination. Through this a simultaneous breath of human freedom is drawn in human development: right at the peak, so to speak, of the continual “I” the human being is placed and then formed with the divine “I.” One can't allow comparisons with any other legislation; it is real dilettantism to place the Ten Commandments beside other legislation and compare it one-sidedly, just because they are outwardly similar in words, they can be seen as the same. The legislation of the Ten Commandments from Sinai is unique and only allows illumination through the unique Mission of Moses. As with this First Commandment, so it is with all the other Commandments when they are correctly translated. It becomes clear to us from the spirit of Moses' Mission, with reference to the “I”-impulse, how this now had to be poured into humanity.
[ 20 ] Zweites Gebot. Du sollst nicht im Irrtum von Mir in dir reden, denn jeder Irrtum über das Ich in dir wird deinen Leib verderben. Da haben Sie direkt die Notwendigkeit des geistig richtigen Gedankens hingestellt, der der eigentliche Schöpfer des richtigen gesunden Leibes ist. Irrtum über das Walten des höchsten Göttlichen in sich erzeugt Siechtum im Leibe im vollsten Maße. Es ist außerordentlich wichtig, einzusehen, daß in diesem zweiten Gebote gesagt wird: «Der Irrtum über das Ich in dir wird deinen Leib verderben.» Es gibt ein späteres Sprichwort: In einem schönen Körper wohnt eine schöne Seele. - Die moderne materielle Menschheit legt sich das zuweilen so aus: Also pflege deinen Körper wohl, dann ist auch eine schöne Seele darin. - Es ist aber so gemeint, daß eine Seele, die in sich kraftvoll ist, dadurch, daß sie aus früheren Inkarnationen etwas mitbringt, was sie durch eine Durchgeistigung der Seele sich erarbeitet hat, der richtige Schöpfer des Leibes ist und einen gesunden, kraftvollen Körper erzeugt. Nicht, daß der Körper die Seele macht; genau das Gegenteil davon ist gemeint. Da sehen wir, daß es manchmal gar nicht so sehr darauf ankommt, einen genauen Wortlaut anzuführen. Eine jede Zeit macht sich, nach den Impulsen, die in ihr leben, eine andere Vorstellung über den gleichen Wortlaut. Je nachdem die Zeit empfindet oder gesinnt ist, wird er so oder so ausgelegt. Damit hat man nicht immer das Richtige erwiesen, daß man auf einen gleichen Wortlaut hinweist, sondern erst dadurch, daß man in die Seele der Zeit eindringt und durch sie hindurch dieses oder jenes Wort zu verstehen sucht.
[ 20 ] Second Commandment: You will not speak in error of Me in you, because every error about the “I”-in-you will corrupt your body. - Thus the necessity for the correct thought process is established, the actual creator of the real healthy body. Errors about the ruler of the highest divine in you produce sickliness in the body to the fullest degree. It is extraordinarily important to have insight into the content of the Second Commandment: “The error about the “I” in you will be spoilt.” There is a further saying: In a beautiful body lives a beautiful soul. - Modern materialistic humanity now and then interprets it as: if I take good care of my body, then I will have a beautiful soul. - It actually means that a soul is inwardly strong because it has brought something from previous incarnations which has inspirationally worked through the soul and is now the correct creator for the sheath of a healthy, vigorous body. The body does not create the soul, exactly the opposite. So we see that sometimes it doesn't at all come down to stating a precise wording. Every time it is according to impulses in your life to find a different interpretations of the same wording. Depending on how you feel or are disposed, so it is interpreted. Accordingly one doesn't always have the correct proof that you are indicating an equivalent wording, but only through penetrating into the soul of the time and thoroughly seeking understanding for this or that word.
[ 21 ] Drittes Gebot. Du sollst Werktag und Feiertag scheiden, auf daß dein Dasein Bild Meines Daseins werde. Denn, was als Ich in dir lebt, hat in sechs Tagen die Welt gebildet und lebte in sich am siebenten Tage. Also soll dein Tun und deines Sohnes Tun und deiner Tochter Tun und deiner Knechte Tun und deines Viehes Tun und dessen, was sonst bei dir ist, nur sechs Tage dem Äußeren zugewandt sein; am siebenten Tage aber soll dein Blick Mich in dir suchen. - Das ist die absolut sinngemäße Übersetzung dieses dritten Gebotes. Nicht in äußerlichen Bildern muß das Göttliche im Menschen Abbild werden des Ur-Ich, sondern in dem, was dieses Ich tut, muß es Abbild werden des Ur-Ich, und wie das Ur-Ich geschaffen hat das Werk der Weltenschöpfung in sechs Weltentagen und am siebenten Tage in sich ruhte, so soll auch der Mensch Werktag und Feiertag scheiden, sechs Tage schaffen und am siebenten Tage das Göttliche mit Hilfe des Ich suchen. So sehen wir, in welch wunderbarer Weise in diesem dritten Gebot das Abbild des Ur-Ich in uns als das zu Gott führende hingestellt wird.
[ 21 ] Third Commandment: You shall separate the workday from the festive day, so that the image of Your Being becomes the image of My Being. Because, what lives in you as My “I,” has built the world in seven days and lives within it on the seventh day. Thus your actions and your son's activities and your daughter's actions and your servant's activity and your cattle's actions and everything that is with you, is within the outer boundary of the six days, but on the seventh day your gaze should seek My gaze within you. - This is the kind of absolute translation corresponding to the Third Commandment. Not in outer images should the Divine within people be portrayed as the archetypal-”I,” but through what the “I” does, the archetypal-”I” must be portrayed and how this archetypal-”I” had created the world in six world days and on the seventh day found rest, so mankind must separate workdays and festive days, six days for creation and the seventh day to seek the Divine with the help of the “I.” So we see in what a wonderful way This Third Commandment is the portrayal of the archetypal-”I” in us and is placed there as guiding God.
[ 22 ] In diesen drei ersten Geboten haben wir den Hinweis darauf, wie der Mensch in dieser, mit der Sendung des Moses anbrechenden Zeit zu stehen hat dem Göttlichen gegenüber, daß sich in einer neuen Weise offenbart. In dem vierten Gebot haben wir ein Herausgehen auf den physischen Plan. Die drei ersten Gebote stellen dar, wie sich der Mensch in richtiger Weise zu den höheren Welten verhält durch die Wirksamkeit seines Ich.
[ 22 ] In these three first Commandments we have indications of how the human being related to divinity, during the time of the Mission of Moses, which was revealing itself in a new way. In the fourth Commandment we go out on to the physical plane. The first three Commandments sets out how the human being can relate in the right way towards the higher Worlds through the activities of his “I.”
[ 23 ] Das vierte Gebot heißt: Wirke fort im Sinne deines Vaters und deiner Mutter, damit dir als Besitztum verbleibt das Eigentum, das sie sich durch die Kraft erworben haben, die Ich in ihnen gebildet habe.
[ 23 ] The Fourth Commandment says: Work forth with your fathers and mothers in mind, so that you retain possession of the property you acquired through the power which I have built in you.
[ 24 ] Hier haben wir nicht das ganz nichtsagende «Ehre Vater und Mutter, auf daß es dir wohlergehe und du lange lebest auf Erden.» Es handelt sich darum, daß er nun auch wirklich nach außen dasjenige tut, was die Taten des Ich fortpflanzt, nachdem der Mensch in sich geistig und, wie wir es fassen konnten, sozusagen auch medizinisch das Göttliche gegründet hat, das in ihm als Tropfen wirkt. Dies vierte Gebot ist sogar ein praktisches Gebot. Es sagt: Sieh hin als Nachkomme auf deine Vorfahren; wenn du als Nachkomme im Gegensatz zu ihnen stehst, kann niemals eine ruhig gedeihlich fortlaufende Entwickelung stattfinden. Wie sich innerlich das Ich durch das Blut überträgt, so muß auch dasjenige, was äußerlich als Besitztum durch das Ich erarbeitet ist, erhalten bleiben. Das starke Ich, das sich gebildet hat, das fließt auf der einen Seite durch das Blut hinunter durch die Generationen; auf der anderen Seite aber soll dadurch, daß man das Ich stark macht, auch auf die äußere Welt gewirkt werden. Es soll bewahrt werden, was ein starkes Ich begründet hat; es soll nicht fortwährend die Entwickelung unterbrochen werden. Wirke fort im Sinne deines Vaters, damit auch äußerlich zusammenbleibt, was dein Vater und deine Mutter durch die Arbeit ihres Ich geschaffen haben. - Das ist es, was Ihnen zeigt, wie nun auch die äußeren Verhaltungsmaßregeln gegeben werden, damit nicht von außen zerstört werde, was, eine neue Kultur schaffend, als Innenimpuls gegeben wird.
[ 24 ] Here you have the meaningless: “Honour father and mother, that you may fare well and live long on earth.” It is about actual outward action which really sprouts from what had been planted spiritually in the “I” within man, as we have understood, how the divine works medicinally, like a drop. This Fourth Commandment is a practical commandment. It says: Observe your descendants as your ancestors; then you as a descendent stand in contrast to them—a peaceful, beneficial, continual development will never take place. Just as you inwardly convey the “I” through the blood, so also must that, which you posses after your “I” has worked through it, be maintained. The strong “I” that was created, flowed from the one side through the blood in the generations; on the other side however had to, in order for the human being to strengthen the “I,” work in the outer world. What had been founded as a strong “I” had to be preserved and evolve continuously, without interruption. Work forth with the fathers in mind in order to maintain coherence in the work your father and mother did in creating your “I.” - This shows you how also the outer rules of conduct are given in order not to destroy from outside the creation of a new culture, given as an inner impulse.
[ 25 ] Und nun kommen die Gebote, welche das Ich selbständig dem Ich des anderen gegenüberstellen, und welche in diesem Sinne die Tatsachenwelt, das soziale Leben regeln sollen. Sie sagen eigentlich dasselbe, was Paulus sagt, und was das Bibelwort umschreibt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst (Gal. 5, 14). - Sieh in dem anderen Menschen ebenso ein Ich wie in dir. - Als eine besondere Sendung hat dieses althebräische Volk den Impuls erhalten, das Göttliche bis in das in der Menschenseele webende Ich hinein zu verfolgen. Deshalb mußte dieses Volk die Gebote erhalten, die nicht nur die Bewahrung des eigenen Ich, sondern auch die Achtung und die Bewahrung des Ich des anderen vorschreiben.
[ 25 ] Now we come to the Commandments where your independent “I” is confronted by the “I” of others, and how this should in fact rule in the social world. This is actually a repeat of what Paul said, which the Bible gives as: Love they neighbour as thyself (Gal.5,14).—See in other people the same “I” as in yourself. - In an extraordinary way this old Hebraic folk received the impulse to pursue the godly right into the weaving of the “I” within the human soul. Therefore this people had to preserve the Commandments, which do not only prescribes the protection of their own “I” but also prescribes respect and protection of the “I” in the other.
[ 26 ] Fünftes Gebot: Morde nicht.
[ 26 ] Fifth Commandment: Murder not.
[ 27 ] Sechstes Gebot: Brich nicht die Ehe.
[ 27 ] Sixth Commandment: Don't break the marriage.
[ 28 ] Siebentes Gebot: Stiehl nicht.
[ 28 ] Seventh Commandment: Don't steal.
[ 29 ] Als drei Gebote auseinandergelegt das eine Gebot: Sieh in deinem Nebenmenschen ebenso ein Ich wie in dir selbst! Damit war in der Tat das jüdische Volk geistig aus dem Lande Ägypten geführt, dadurch, daß das Ich auch erkannt werden soll im anderen Menschen durch die Wertschätzung des anderen Ich, denn im Ägypterlande wirkte man nicht, indem man das Ich des anderen respektierte, sondern indem man dieses Ich durch Suggestion unterdrückte. Und weiter heißt:
[ 29 ] All three expand on the one commandment: Recognise in your fellow men the “I” which you have in yourself! In this deed the Jewish people were led from the lands of Egypt, enabling them to also recognise the “I” in others through the evaluation of the other's “I,” for in Egyptian lands one didn't work through the respect of others but through the suppression of the “I” through suggestion. Now further:
[ 30 ] Das achte Gebot: Setze den Wert deines Mitmenschen nicht herab, indem du Unwahres von ihm sagst. - Nicht allein durch Taten soll man das Ich des anderen nicht in seinem Rechte schädigen und beeinträchtigen, sondern man soll auch nicht einmal mit einem gesprochenen Wort sein Ich in seinem Werte herabsetzen. Man soll nichts Unwahres über ein anderes Ich sagen. Wer etwas Unwahres über ein anderes Ich sagt, der anerkennt nicht, daß das andere Ich dasselbe ist wie das eigene Ich. So geht es systematisch fort in diesen Zehn Geboten. Es wird hingewiesen auf dasjenige, was sich noch schädigend äußern kann im Zusammenleben von Ich und Ich. Die Tat greift unmittelbar schädigend in die Sphäre des anderen Ich ein, das Wort schon mehr geheim. Aber, willst du im Ernste das Ich des anderen anerkennen, dann darfst du auch nicht durch deine Lüste, deine Begierde eingreifen in die Sphäre deines Nächsten. Nicht nur dadurch, daß du ihn bestiehlst, sondern schon dadurch, daß du etwas haben möchtest, was er hat, greifst du in die Ich-Sphäre des anderen ein. Du erkennst die volle Gleichschätzung des anderen Ich an dadurch, daß du dich selbst nicht gelüsten läßt nach dem, was deines Nächsten ist. Daher die beiden letzten Gebote:
[ 30 ] The Eighth Commandment: Do not undermine the worth of your fellow men by telling untruths about them. - Not only through deeds could one damage and impair the rights of the “I” within the other, but one should not once in a spoken word diminish the worth of his “I.” One should not state untruths about the “I” of another. Whoever states an untruth about the “I” of another, does not realize that the “I” of the other is the same as your own “I.” So it proceeds systematically with the Ten Commandments. Reference is made [to] what you express damagingly in community of life from one “I” to another “I.” A deed penetrates directly, damagingly into the sphere of the “I” of the other, but a word more secretively. However, if you want to earnestly acknowledge the “I” of the other, then you also do not dare intervene from the basis of your wants and desires into the sphere of your fellow man. [It is] Not only through this that you rob him, but already through also desiring something of his, do you penetrate into his “I”-sphere. You acknowledge the full equal evaluation of the other's “I” through not allowing yourself to desire what he has. Now the two last Commandments:
[ 31 ] Neuntes Gebot: Blicke nicht mißgönnend auf das, was dein Mitmensch besitzt als Eigentum.
[ 31 ] Ninth Commandment: Do not look grudgingly at what your fellow man possesses as property.
[ 32 ] Zehntes Gebot: Blicke nicht mißgönnend auf das Weib deines Mitmenschen und auch nicht auf die Gehilfen und die anderen Wesen, durch die er sein Fortkommen findet.
[ 32 ] Tenth Commandment: Do not begrudge your fellow man his wife nor the helpers and others through whom he gains his earnings.
[ 33 ] Erst dadurch können wir in gesunder Weise das Verhältnis von Mensch zu Mensch finden, daß wir den anderen Menschen nicht mißgönnen, was ihnen zu eigen ist. So wird der Mensch neben den Menschen gestellt, daß er in jedem Ich ein Nachbild des göttlichen Ich achte und ehre. Damit war das Wesen der einzelnen Iche untereinander geregelt. Das war einer der größten geistigen Einschläge, die in die Menschheit hereingekommen sind. Noch war das nicht ausgesprochen, was durch den Christus kommen sollte, dasjenige was in dem Worte liegt, daß jeder in sich den Zusammenhang mit dem Vater finden kann. «Niemand kommt zum Vater denn durch mich.» Es war in dieser Gesetzgebung noch sozusagen der Impuls gegeben für das gemeinsame Ich, das durch die Generationen floß. Aber zugleich war gegeben die Vorherverkündigung, daß das Ich nicht nur ein Nachbild des Göttlichen ist, sondern daß Gott selber lebendige Wesenheit in diesem Ich ist. Das Ich ist der Substanz und Wesenheit nach identisch mit seinem Vater.- «Ich und der Vater sind eins.»
[ 33 ] The only way to find healthy relationships between one person and another is by not resenting what the other person owns. So a person is placed beside others in order for him or her to notice and venerate the divine image in every “I.” Thus the existence of the single “I” amongst others is regulated. This was one of the biggest spiritual impacts which entered into mankind. Yet, what had to come through Christ was not pronounced, yet lay within the words here, that each one can find the interrelation with the Father-God. “No one comes to the Father but through Me.” At this time the legislation was given in relationship to the communal “I” which flowed through the generations. Yet at the same time the earlier proclamation was given, that the “I” is not only an image of the Divine, but that God Himself is a living Being within this “I.” The “I” is substance and Being identical to the Father. “I and the Father are one.”
[ 34 ] So sehen wir, wie die Impulse, durch die die Weltentwickelung geleitet wird, aufeinander folgen. Es ist leicht zu sagen: In der Weltentwickelung hängt alles wie Ursache und Wirkung zusammen, von einer weisheitsvollen Weltenlenkung und Weltenführung aber ist nichts zu erblicken. - Wenn man aber so hineinschaut in die Weltenentwickelung, wie wir es in dieser Betrachtung getan haben, da bekommen wir eine Ahnung davon, wie immer zu der richtigen Zeit das Rechte geschieht, um die Menschheitsentwickelung weiterzuführen, und dann, möchte ich sagen, bleibt einem gar nichts anderes übrig, als die weisheitsvolle Führung und Lenkung in der Weltentwickelung anzuerkennen. Wenn man durch okkulteForschung sieht, wie am Ausgange der dritten Kulturepoche in den vierten Zeitraum hinein diese Verkündigung der Zehn Gebote geschehen ist, so daß den Menschen Zeit gelassen war, sich vorzubereiten auf das, was das größte Ereignis war, das Mysterium von Golgatha, dann sieht man, wie gerade das ein Ausdruck größter Weisheit in der Weltenlenkung ist.
[ 34 ] So we see how the impulse, conveyed through the world's development, follows one after the other. It is easy to say: In the world's development all causes and effects are connected by a wisdom-filled world guidance and world command but nothing is visible. - When we however look back in world evolution, as we have done in this examination, we arrive at the notion that at the right time the right thing always happens to direct human development further, then, I may say, nothing else is left over than to acknowledge the wisdom-filled directing and guidance in world development. When one sees through occult research how at the exit of the third cultural epoch into the fourth time period the proclamation of the Ten Commandments took place in order for people to have time to prepare for the greatest event, the Mystery of Golgotha, then one sees exactly what a great expression of wisdom this is within world guidance.
[ 35 ] Im ganzen Tone der Zehn Gebote, wenn wir sie richtig verstehen, sehen wir, wie die Gottheit sich in der urbildlichen Art enthüllt, um auf den Moment vorzubereiten, wo der göttliche Geist sich wirklich in einem Menschen verkörpert. Damit die Menschen dahin geführt werden konnten, den Gott im Fleische, den fleischgewordenen Gott zu begreifen, mußten sie zuerst lernen, den Gott in ihrem tiefsten Inneren der Seele seiner Substanz und Wesenheit nach zu begreifen. Betrachten wir dieses Menschheitsdokument der Zehn Gebote, dann sehen wir aus dem ganzen Tone, daß in ihm die Gottheit zum Menschen spricht, und daß diese Rede durchaus im Einklang ist mit dem immer weiter Hinaustreten des Menschen auf den physischen Plan, und daß das nur richtig geschehen kann, wenn das Göttliche richtig erfaßt wird. Immer wird darauf hingewiesen, daß die Leiber gedeihen, wenn das Göttliche richtig erfaßt wird. Es wird die Anleitung gegeben, das Göttliche so zu verehren, daß auch die äußeren Dinge auf dem physischen Plan gedeihen. In der richtigen Weise wird darauf hingewiesen, daß eine gerade, eine gesunde Entwickelung stattfinden muß, damit die äußeren sozialen Zusammenhänge gedeihen.
[ 35 ] In the entire tone of the Ten Commandments, when we really understand them, we see how the Divine reveals itself in an archetypal way in images in preparation for the moment when the Divine Spirit will really be embodied in an individual. In order for people to be steered towards an understanding of God in the flesh, an incarnated God, they must first learn to grasp God's substance and Being within their deepest, innermost soul. Considering this document of mankind, the Ten Commandments, we notice from the entire tone, that God speaks through it to mankind and that this address throughout is in line with the ever further emergence of people on the physical plane and that this can only really happen when the Divine is grasped in the right way. Repeatedly it is pointed out that bodies prosper when the Divine is properly grasped. Indications are given that to venerate the Divine also brings prosperity to outer things on the physical plane. In the correct way it is pointed out that a gradual, healthy development must ensue, in order for the outer social relationships to prosper.
[ 36 ] Durch die Sendung des Moses wird geregelt, daß das Göttliche im Inneren des Menschenwesens bewahrt bleibt, daß aber das Menschengeschlecht die Eroberung des physischen Planes in der richtigen Weise, im Sinne der nachatlantischen Entwickelung und im Einklang mit diesem Göttlichen vollziehen kann.
[ 36 ] Through the Mission of Moses it is regulated that the Divine remains protected within the Being of man, while man's conquering of the physical plane can be carried out in the right way in the sense of the post-Atlantic development remaining in harmony with the Divine.
[ 37 ] Im Verlaufe des Vortrages wurde folgende schematische Übersicht von Rudolf Steiner an die Tafel geschrieben (von unten beginnend):
[ 37 ] Not translated

