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Introduction to the Basics of Theosophy
GA 111

23 September 1907, Hanover

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Einführung in die Grundlagen der Theosophie, 1st ed.
  1. Introduction to the Basics of Theosophy, tr. SOL

3. Ort der Läuterung und Devachan

3. Ort der Läuterung und Devachan

[ 1 ] Wenn der Mensch seinen Körper abgelegt hat, beginnt für ihn auf der Astralebene eine Zeit der Läuterung. Die Wünsche, Begierden und Leidenschaften folgen ihm, doch fehlen ihm die Werkzeuge - Zunge, Gaumen und so weiter — zu ihrer Befriedigung. Dieser Zustand ist zu vergleichen [mit] der Steigerung brennenden Durstes, bis [der Mensch] sich abgewöhnt, seine Wünsche zu befriedigen.

[ 1 ] Wenn der Mensch seinen Körper abgelegt hat, beginnt für ihn auf der Astralebene eine Zeit der Läuterung. Die Wünsche, Begierden und Leidenschaften folgen ihm, doch fehlen ihm die Werkzeuge - Zunge, Gaumen und so weiter — zu ihrer Befriedigung. Dieser Zustand ist zu vergleichen [mit] der Steigerung brennenden Durstes, bis [der Mensch] sich abgewöhnt, seine Wünsche zu befriedigen.

[ 2 ] Der Mensch muss schon bei Lebzeiten das Geistige suchen [-, das,] was durch die sinnlichen Genüsse durchscheint. Andererseits ist es verkehrt, das physische Leben zu verachten. Es hat seine große Aufgabe in der Sinnenwelt. Ohne Sinne könnten wir die Schönheit der Natur, die Lebensvorgänge, die Beziehungen der Liebe und Freundschaft, die von Mensch zu Mensch fluten, die Geister nicht missen möchten, nicht erleben. Das physisch-sinnliche Leben ist ein nötiger Durchgangspunkt der Entwicklung und ist nicht zu verwechseln mit einem sinnenfeindlichen Asketismus. Wir haben nur abzulegen die Genüsse, die das Ich um seiner selbst willen haben will. Es ist Genuss an der Speise nötig. Zu verpönen ist die Lust am Genuss [um] des Genusses willen, dadurch taucht der Mensch tiefer unter in das Materielle.

[ 2 ] Der Mensch muss schon bei Lebzeiten das Geistige suchen [-, das,] was durch die sinnlichen Genüsse durchscheint. Andererseits ist es verkehrt, das physische Leben zu verachten. Es hat seine große Aufgabe in der Sinnenwelt. Ohne Sinne könnten wir die Schönheit der Natur, die Lebensvorgänge, die Beziehungen der Liebe und Freundschaft, die von Mensch zu Mensch fluten, die Geister nicht missen möchten, nicht erleben. Das physisch-sinnliche Leben ist ein nötiger Durchgangspunkt der Entwicklung und ist nicht zu verwechseln mit einem sinnenfeindlichen Asketismus. Wir haben nur abzulegen die Genüsse, die das Ich um seiner selbst willen haben will. Es ist Genuss an der Speise nötig. Zu verpönen ist die Lust am Genuss [um] des Genusses willen, dadurch taucht der Mensch tiefer unter in das Materielle.

[ 3 ] Der Aufenthalt in Kamaloka dauert durchschnittlich ein Drittel der Lebenszeit rückläufig vom Tod bis zur Geburt, also drei Mal so schnell als im physischen Leben.

[ 3 ] Der Aufenthalt in Kamaloka dauert durchschnittlich ein Drittel der Lebenszeit rückläufig vom Tod bis zur Geburt, also drei Mal so schnell als im physischen Leben.

[ 4 ] Wir sehen auf dieser Ebene alles wie im Spiegelbild. Der Anblick ist verwirrend, weil zum Beispiel Zahlen verkehrt erscheinen. Es ist in der Tat so, dass das Huhn schließlich im Ei verschwindet. Die menschlichen Leidenschaften spiegeln sich dort als Tierbilder, alle egoistischen Triebe als Ungeheuer oder Schlangen. Es gibt genug Personen im physischen Leben, welche solche Tierbilder sehen können, weil sich das spirituelle Leben durch Überhandnehmen des Materialismus einen Ausweg sucht. Um ins Devachan zu gelangen, muss der Mensch wirklich wie ein Kind werden, alles Selbstsüchtige abstreifen. Deshalb die Worte des Jesus Christus: So ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.

[ 4 ] Wir sehen auf dieser Ebene alles wie im Spiegelbild. Der Anblick ist verwirrend, weil zum Beispiel Zahlen verkehrt erscheinen. Es ist in der Tat so, dass das Huhn schließlich im Ei verschwindet. Die menschlichen Leidenschaften spiegeln sich dort als Tierbilder, alle egoistischen Triebe als Ungeheuer oder Schlangen. Es gibt genug Personen im physischen Leben, welche solche Tierbilder sehen können, weil sich das spirituelle Leben durch Überhandnehmen des Materialismus einen Ausweg sucht. Um ins Devachan zu gelangen, muss der Mensch wirklich wie ein Kind werden, alles Selbstsüchtige abstreifen. Deshalb die Worte des Jesus Christus: So ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.

[ 5 ] Alle Urkunden der Religionen leuchten uns nach und nach in theosophischer Weise in ihrer wahren Bedeutung auf. Kamaloka ist der Ort der Wirkungen. Der Mensch ist alledem ausgesetzt, wozu er die Ursache gab. Hat er einem Menschen im Laufe der Zeit einen Schlag gegeben und gelangt er rückläufig wieder zu diesem Zeitpunkt, so empfindet er den Schmerz des andern, er kriecht gleichsam in dessen Seele hinein. Er muss [genauso] die Folgen der Übertreibung des Egoismus erleben wie [auch] seine guten Taten.

[ 5 ] Alle Urkunden der Religionen leuchten uns nach und nach in theosophischer Weise in ihrer wahren Bedeutung auf. Kamaloka ist der Ort der Wirkungen. Der Mensch ist alledem ausgesetzt, wozu er die Ursache gab. Hat er einem Menschen im Laufe der Zeit einen Schlag gegeben und gelangt er rückläufig wieder zu diesem Zeitpunkt, so empfindet er den Schmerz des andern, er kriecht gleichsam in dessen Seele hinein. Er muss [genauso] die Folgen der Übertreibung des Egoismus erleben wie [auch] seine guten Taten.

[ 6 ] Die geistige Welt ist die Sphäre der Durchlässigkeit und ist nicht auf drei Dimensionen beschränkt, sondern auf vier und mehr. Die Gesetze dieses Raumes bedingen, dass zwei oder tausend Dinge, die nicht räumlich zusammen zu sein brauchen, zum Beispiel sich auf einem andern Kontinent befinden, durch die Wunschform sich als Spiegelbilder hier vereinigt finden.

[ 6 ] Die geistige Welt ist die Sphäre der Durchlässigkeit und ist nicht auf drei Dimensionen beschränkt, sondern auf vier und mehr. Die Gesetze dieses Raumes bedingen, dass zwei oder tausend Dinge, die nicht räumlich zusammen zu sein brauchen, zum Beispiel sich auf einem andern Kontinent befinden, durch die Wunschform sich als Spiegelbilder hier vereinigt finden.

[ 7 ] Wenn die Seele den Ätherkörper abstreift, hat sie die Empfindung der Ausdehnung ins Unermessliche.

[ 7 ] Wenn die Seele den Ätherkörper abstreift, hat sie die Empfindung der Ausdehnung ins Unermessliche.

[ 8 ] Die Rückwirkung aller Ereignisse im Läuterungsort bleiben sitzen als eine Marke, als Gefühl, dass Begierden und so weiter Entwicklungshindernisse sind. Die Essenz im Ätherleib, der Wunsch, alles auszugleichen, geht als Gesamtwunsch auf der weiteren Pilgerschaft mit.

[ 8 ] Die Rückwirkung aller Ereignisse im Läuterungsort bleiben sitzen als eine Marke, als Gefühl, dass Begierden und so weiter Entwicklungshindernisse sind. Die Essenz im Ätherleib, der Wunsch, alles auszugleichen, geht als Gesamtwunsch auf der weiteren Pilgerschaft mit.

[ 9 ] Wie es auf der physischen Welt Land, Meer, Luft und Feuer gibt, so ähnlich ist es in der Welt, in welche der Mensch nach seiner Läuterungszeit gelangt.

[ 9 ] Wie es auf der physischen Welt Land, Meer, Luft und Feuer gibt, so ähnlich ist es in der Welt, in welche der Mensch nach seiner Läuterungszeit gelangt.

[ 10 ] Im Devachan erscheinen physische Dinge in geistiger Weise als Grundlage, als Land. Wie hier auf Felsen, geht man dort auf Urbildern herum. Denken wir uns einen Bergkristall; er erscheint im Devachan als schwarzer Hohlraum, darum [herum] leuchtende Massen. Das flutende Licht ist das Blut im Geistigen. Bei der Pflanze wird man im Hohlraum ihren Ätherleib sehen. Die Ausstrahlungen zum Beispiel um eine rote Rosenblüte würden gelblich sein, die des Stängels pfirsichrot. Rings um die Gegenstände strahlt das Licht, inwendig befindet sich der Äther-, bei Tieren auch der Astralleib. Das Blutgefäßsystem und dergleichen ist deutlich zu erkennen. Wie auf der Erde die Felsen, so sind im Devachan die Wesen, die hier physisch sind, als Urbilder; sie sind dort das Knochengerüst.

[ 10 ] Im Devachan erscheinen physische Dinge in geistiger Weise als Grundlage, als Land. Wie hier auf Felsen, geht man dort auf Urbildern herum. Denken wir uns einen Bergkristall; er erscheint im Devachan als schwarzer Hohlraum, darum [herum] leuchtende Massen. Das flutende Licht ist das Blut im Geistigen. Bei der Pflanze wird man im Hohlraum ihren Ätherleib sehen. Die Ausstrahlungen zum Beispiel um eine rote Rosenblüte würden gelblich sein, die des Stängels pfirsichrot. Rings um die Gegenstände strahlt das Licht, inwendig befindet sich der Äther-, bei Tieren auch der Astralleib. Das Blutgefäßsystem und dergleichen ist deutlich zu erkennen. Wie auf der Erde die Felsen, so sind im Devachan die Wesen, die hier physisch sind, als Urbilder; sie sind dort das Knochengerüst.

[ 11 ] Als Meer und Flüsse, gleich dem menschlichen Blute, erscheint das fließende, flutende Leben, welches auf der Erde in die Einzelorganismen verteilt ist.

[ 11 ] Als Meer und Flüsse, gleich dem menschlichen Blute, erscheint das fließende, flutende Leben, welches auf der Erde in die Einzelorganismen verteilt ist.

[ 12 ] Was auf der irdischen Welt empfindet, erscheint dort als Wolke und Blitz; eine Schlacht als ein Gewitter, wenn auf der Erde Leidenschaften aneinanderprallen. Alle Seelenregungen, Freude und Schmerz erscheinen als wunderbare atmosphärische Wirkungen. Eine alles durchziehende Wärme ist wahrzunehmen. Wärme ist nicht nur ein Zustand, sondern eine Kraft. Es sind vier Zustände zu unterscheiden:

[ 12 ] Was auf der irdischen Welt empfindet, erscheint dort als Wolke und Blitz; eine Schlacht als ein Gewitter, wenn auf der Erde Leidenschaften aneinanderprallen. Alle Seelenregungen, Freude und Schmerz erscheinen als wunderbare atmosphärische Wirkungen. Eine alles durchziehende Wärme ist wahrzunehmen. Wärme ist nicht nur ein Zustand, sondern eine Kraft. Es sind vier Zustände zu unterscheiden:

1. Die Erde ist fest gegenüber den Urbildern im Devachan.
2. Das Wasser ist flüssig; okkult betrachtet man aber alles Flüssige bis zum Quecksilber als Wasser; im Devachan ist es das fließende Leben.
3. Die Luft ist gasförmig; zu vergleichen mit den Empfindungen, deren Niederschläge wir im Devachan sehen.
4. Die Wärme ist das Feuer des Devachans. Wenn ein Körper wärmer wird, ist er auch weicher geworden.

1. Die Erde ist fest gegenüber den Urbildern im Devachan.
2. Das Wasser ist flüssig; okkult betrachtet man aber alles Flüssige bis zum Quecksilber als Wasser; im Devachan ist es das fließende Leben.
3. Die Luft ist gasförmig; zu vergleichen mit den Empfindungen, deren Niederschläge wir im Devachan sehen.
4. Die Wärme ist das Feuer des Devachans. Wenn ein Körper wärmer wird, ist er auch weicher geworden.

[ 13 ] Im Luftkreis des Devachan ist die Sphärenharmonie zu vernehmen; Lust und Schmerzen werden zu Tönen.

[ 13 ] Im Luftkreis des Devachan ist die Sphärenharmonie zu vernehmen; Lust und Schmerzen werden zu Tönen.

[ 14 ] Das Feuergebiet wird Ton, der den inneren Sinn ausdrückt. Alles nennt sich. Für jedes Ding ist ein wahrer Name vorhanden. Auf diesem Gebiet tönt das Wesen eines Wesens; sie sprechen sich aus. Hier am Feuergebiet des Wortes ist eine wichtige Grenze. Wer hellsehend oder im Zustand nach dem Tode ist, kann aus höheren Gebieten die Akasha-Chronik herausglänzen sehen. Von allem, was geschieht, bleibt ein Dokument. Die Kraft des Geistigen bleibt im Geistigen zurück, dies ist fast unzerstörbar. Das Akasha-Bild bleibt; das Sterbliche, damit Zusammenhängende verschwindet. Um die Bilder richtig zu deuten, gehört starkes Orientierungsvermögen dazu. Ein Beispiel: Denken wir uns Goethe zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts und betrachten das betreffende Bild in der Akasha-Chronik. Wir wünschen eine Erklärung über Faust. Das Bild kann Antwort geben im Sinne des Geistes, den Goethe damals hatte. Die Bilder besitzen ein inneres Leben, ohne das Subjekt zu sein.

[ 14 ] Das Feuergebiet wird Ton, der den inneren Sinn ausdrückt. Alles nennt sich. Für jedes Ding ist ein wahrer Name vorhanden. Auf diesem Gebiet tönt das Wesen eines Wesens; sie sprechen sich aus. Hier am Feuergebiet des Wortes ist eine wichtige Grenze. Wer hellsehend oder im Zustand nach dem Tode ist, kann aus höheren Gebieten die Akasha-Chronik herausglänzen sehen. Von allem, was geschieht, bleibt ein Dokument. Die Kraft des Geistigen bleibt im Geistigen zurück, dies ist fast unzerstörbar. Das Akasha-Bild bleibt; das Sterbliche, damit Zusammenhängende verschwindet. Um die Bilder richtig zu deuten, gehört starkes Orientierungsvermögen dazu. Ein Beispiel: Denken wir uns Goethe zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts und betrachten das betreffende Bild in der Akasha-Chronik. Wir wünschen eine Erklärung über Faust. Das Bild kann Antwort geben im Sinne des Geistes, den Goethe damals hatte. Die Bilder besitzen ein inneres Leben, ohne das Subjekt zu sein.

[ 15 ] Wie die Sterne herüberglänzen, so glänzt die Budhi-Ebene durch die Astralebene hindurch. Hier hat der Mensch seinen Astralleichnam abgestreift und macht eine bedeutende Erfahrung. Er sieht seinen physischen Körper und hat die Empfindung: «Das bist du!» den Kern indischer Vedanta-Philosophie.

[ 15 ] Wie die Sterne herüberglänzen, so glänzt die Budhi-Ebene durch die Astralebene hindurch. Hier hat der Mensch seinen Astralleichnam abgestreift und macht eine bedeutende Erfahrung. Er sieht seinen physischen Körper und hat die Empfindung: «Das bist du!» den Kern indischer Vedanta-Philosophie.