Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Introduction to the Basics of Theosophy
GA 111

1 October 1907, Hanover

Translate the original German text into any language:

Versions Available:

Einführung in die Grundlagen der Theosophie, 1st ed.
  1. Introduction to the Basics of Theosophy, tr. SOL

11. Geheimschulung

11. Geheimschulung

[ 1 ] Bis jetzt betrachteten wir die Gesetze der Welt, Weltenlauf und Schicksal, die Entwicklung des Menschen. Es waren Tatsachen, die wir nicht mit den Händen greifen, aber mit der Vernunft aufnehmen konnten. Wir gelangen nun zur Geheimschulung. Es sind drei Arten zu unterscheiden. Die Schule des Yoga, die christlich-rosenkreuzerische Schulung und die christliche Schulung.

[ 1 ] Bis jetzt betrachteten wir die Gesetze der Welt, Weltenlauf und Schicksal, die Entwicklung des Menschen. Es waren Tatsachen, die wir nicht mit den Händen greifen, aber mit der Vernunft aufnehmen konnten. Wir gelangen nun zur Geheimschulung. Es sind drei Arten zu unterscheiden. Die Schule des Yoga, die christlich-rosenkreuzerische Schulung und die christliche Schulung.

[ 2 ] Aus den Geheimschulen können hervorgehen, wie wir sahen, Hellseher, Eingeweihte und Adepten. Es würde verkehrt sein, in unserer materialistischen Zeit von Adepten zu sprechen, man würde es für eine Narrheit halten. Man sieht darauf herab als auf etwas Kindliches. Was über die fünf Sinne hinausgeht, glaubt man, das habe mit wahrer Wissenschaft nichts zu tun, und wittert überall Gefahren durch Geheimschulung. Bei richtiger Anleitung durch einen Lehrer des Okkultismus werden alle Gefahren vermieden. Die Schulung bietet die Brücke zu den höheren Welten zu unsichtbaren Sphären.

[ 2 ] Aus den Geheimschulen können hervorgehen, wie wir sahen, Hellseher, Eingeweihte und Adepten. Es würde verkehrt sein, in unserer materialistischen Zeit von Adepten zu sprechen, man würde es für eine Narrheit halten. Man sieht darauf herab als auf etwas Kindliches. Was über die fünf Sinne hinausgeht, glaubt man, das habe mit wahrer Wissenschaft nichts zu tun, und wittert überall Gefahren durch Geheimschulung. Bei richtiger Anleitung durch einen Lehrer des Okkultismus werden alle Gefahren vermieden. Die Schulung bietet die Brücke zu den höheren Welten zu unsichtbaren Sphären.

[ 3 ] Unsere Zeit fordert gerade mit Intensität, dass etwas aus höheren Welten in die geistige und wissenschaftliche Kultur hineinfließe, dass sie nicht erstarre. Die Dogmen und Theorien, die von manchen Gelehrten aufgestellt werden, betrachtet der Okkultismus als etwas Harmloses, weil sie sich auf ein enges Gebiet beschränken. Schlimmer ist der Materialismus, der alles in Geld verwandeln will. Auch die Ausgrabungen geben nur eingeschränkte Begriffe auf den Gesichtskreis, doch springen in den Ausgrabungen und überall in der Naturwissenschaft die okkulten Wahrheiten hervor. Anstatt dass Theosophen die Wissenschaft bekämpfen, ist es dienlich für sie, die Naturwissenschaft im okkulten Sinne zu studieren, man sieht dann zum Beispiel, was ein Naturforscher wie Haeckel geleistet hat.

[ 3 ] Unsere Zeit fordert gerade mit Intensität, dass etwas aus höheren Welten in die geistige und wissenschaftliche Kultur hineinfließe, dass sie nicht erstarre. Die Dogmen und Theorien, die von manchen Gelehrten aufgestellt werden, betrachtet der Okkultismus als etwas Harmloses, weil sie sich auf ein enges Gebiet beschränken. Schlimmer ist der Materialismus, der alles in Geld verwandeln will. Auch die Ausgrabungen geben nur eingeschränkte Begriffe auf den Gesichtskreis, doch springen in den Ausgrabungen und überall in der Naturwissenschaft die okkulten Wahrheiten hervor. Anstatt dass Theosophen die Wissenschaft bekämpfen, ist es dienlich für sie, die Naturwissenschaft im okkulten Sinne zu studieren, man sieht dann zum Beispiel, was ein Naturforscher wie Haeckel geleistet hat.

[ 4 ] Durch Fühlen und Wollen ist auch Missverständnis in die Religion eingezogen. Man macht sich jetzt keine Vorstellung mehr, mit welch frommer Scheu die Menschen bis ins zwölfte Jahrhundert das Mysterium der Verwandlung des Abendmahls betrachteten. Die Worte «Das ist mein Leib, das ist mein Blu waren ihnen eine spirituelle Wahrheit. Durch die Verwandlung ins Materielle wird das Brot zu Fleisch. Das Mysterium des Abendmahles wurde nun materiell aufgefasst, die katholische Kirche verhärtete sich in Dogmen. Die Naturwissenschaft würde nicht heute materialistisch sein, wäre der Materialismus nicht zuerst in die Religion eingezogen.

[ 4 ] Durch Fühlen und Wollen ist auch Missverständnis in die Religion eingezogen. Man macht sich jetzt keine Vorstellung mehr, mit welch frommer Scheu die Menschen bis ins zwölfte Jahrhundert das Mysterium der Verwandlung des Abendmahls betrachteten. Die Worte «Das ist mein Leib, das ist mein Blu waren ihnen eine spirituelle Wahrheit. Durch die Verwandlung ins Materielle wird das Brot zu Fleisch. Das Mysterium des Abendmahles wurde nun materiell aufgefasst, die katholische Kirche verhärtete sich in Dogmen. Die Naturwissenschaft würde nicht heute materialistisch sein, wäre der Materialismus nicht zuerst in die Religion eingezogen.

[ 5 ] Was Gedanken, Gefühle und Empfindungen für den einzelnen bedeuten, wird bei einem Volke zum Karma der Menschen im Ganzen. Ginge der Materialismus so weiter, so würde es nicht lange dauern, dass Nervenkrankheiten epidemisch auftreten, wie es auch jetzt schon viele nervenkranke Kinder gibt.

[ 5 ] Was Gedanken, Gefühle und Empfindungen für den einzelnen bedeuten, wird bei einem Volke zum Karma der Menschen im Ganzen. Ginge der Materialismus so weiter, so würde es nicht lange dauern, dass Nervenkrankheiten epidemisch auftreten, wie es auch jetzt schon viele nervenkranke Kinder gibt.

[ 6 ] Die Theosophie entspringt nicht einer Willkür, sie hat ein Gebot zu erfüllen: Heilmittel zu werden gegen die Seuchen von Geisteskrankheiten. Es ist nötig, durch Stärkung des Geistes die Menschen zu dieser Aufgabe tüchtig zu machen. Ein Häuflein kann schon ein Segen werden. Wenige werden die Heilbringer sein. Nur wenige Menschen können es ertragen, die Wahrheit zu erfahren.

[ 6 ] Die Theosophie entspringt nicht einer Willkür, sie hat ein Gebot zu erfüllen: Heilmittel zu werden gegen die Seuchen von Geisteskrankheiten. Es ist nötig, durch Stärkung des Geistes die Menschen zu dieser Aufgabe tüchtig zu machen. Ein Häuflein kann schon ein Segen werden. Wenige werden die Heilbringer sein. Nur wenige Menschen können es ertragen, die Wahrheit zu erfahren.

[ 7 ] Der Mensch muss lernen, Schweigen zu bewahren über das, was er erlebt. Aus der Geheimschulung ging alles Geistige hervor, diesen Aufstieg in höhere Welten kann der Mensch jetzt wieder beschreiten.

[ 7 ] Der Mensch muss lernen, Schweigen zu bewahren über das, was er erlebt. Aus der Geheimschulung ging alles Geistige hervor, diesen Aufstieg in höhere Welten kann der Mensch jetzt wieder beschreiten.

[ 8 ] Der Mensch ist zusammengesetzter Natur, er lebt in der Sinnenwelt und im Innern. Der Seelenleib beruht auf Denken, Fühlen, Wollen, auf Anschauungen und Vorstellungen. Das Entzücken, die Freude, Lust und Schmerz gehen durch Denken über in Fühlen und Wollen. Das Denken ist das Einfachste, die Welt rückt das Denken zurecht, hier ist noch die größte Harmonie. Durch das Denken lernt der Mensch die Gefühle unterscheiden. In reinen Gedanken, zum Beispiel der Mathematik, sind die Gefühle am meisten herausgearbeitet, dass die Menschen nicht mehr über den Inhalt streiten. Die okkulte Schulung beginnt nach dem Denken mit dem Erkennen der Gefühle. Hat man die reinsten Gedanken, dann weiß man Bescheid über die Gefühle im Hintergrund der Seele. Das Wollen stammt aus noch tieferen Gründen. Die Gefühle sitzen tief im Innern der Seele und hängen mit den verborgenen Welten zusammen. Es ist nötig, das Denken für intime Dinge zu schulen, sie auf übersinnliche Dinge zu richten, das geschieht durch Konzentration.

[ 8 ] Der Mensch ist zusammengesetzter Natur, er lebt in der Sinnenwelt und im Innern. Der Seelenleib beruht auf Denken, Fühlen, Wollen, auf Anschauungen und Vorstellungen. Das Entzücken, die Freude, Lust und Schmerz gehen durch Denken über in Fühlen und Wollen. Das Denken ist das Einfachste, die Welt rückt das Denken zurecht, hier ist noch die größte Harmonie. Durch das Denken lernt der Mensch die Gefühle unterscheiden. In reinen Gedanken, zum Beispiel der Mathematik, sind die Gefühle am meisten herausgearbeitet, dass die Menschen nicht mehr über den Inhalt streiten. Die okkulte Schulung beginnt nach dem Denken mit dem Erkennen der Gefühle. Hat man die reinsten Gedanken, dann weiß man Bescheid über die Gefühle im Hintergrund der Seele. Das Wollen stammt aus noch tieferen Gründen. Die Gefühle sitzen tief im Innern der Seele und hängen mit den verborgenen Welten zusammen. Es ist nötig, das Denken für intime Dinge zu schulen, sie auf übersinnliche Dinge zu richten, das geschieht durch Konzentration.

[ 9 ] Durch Meditation lernt man, die Gedanken anschaulich, nicht abstrakt zu behandeln. Das Denken ist anwendbar auf die physische Welt. Das Verborgene erforscht nur ein ausgebildeter Geheimforscher. Ein Stück von der astralen Welt ist unsere Gefühlswelt, sie ist ein schwacher Abglanz davon. Ehe das Fühlen nicht geschult ist, kann man nicht in höheren Welten wirken; es geschieht, indem man es reguliert, dass man nicht in Sympathie und Antipathie aufgeht.

[ 9 ] Durch Meditation lernt man, die Gedanken anschaulich, nicht abstrakt zu behandeln. Das Denken ist anwendbar auf die physische Welt. Das Verborgene erforscht nur ein ausgebildeter Geheimforscher. Ein Stück von der astralen Welt ist unsere Gefühlswelt, sie ist ein schwacher Abglanz davon. Ehe das Fühlen nicht geschult ist, kann man nicht in höheren Welten wirken; es geschieht, indem man es reguliert, dass man nicht in Sympathie und Antipathie aufgeht.

[ 10 ] Zur Schulung muss hinzukommen die der Willensimpulse. Das Wollen ist verwandt mit der mentalen, das Fühlen mit der astralen, das Denken mit der physischen Welt. Durch die magische Geheimschulung dringt man in die geistige Welt.

[ 10 ] Zur Schulung muss hinzukommen die der Willensimpulse. Das Wollen ist verwandt mit der mentalen, das Fühlen mit der astralen, das Denken mit der physischen Welt. Durch die magische Geheimschulung dringt man in die geistige Welt.

[ 11 ] Die Wahrheit ist uralt und ewig. Sie passt sich aber den Entwicklungsstufen an. Im fünften nachatlantischen Zeitalter kann man nicht zu ihr kommen wie bei den Rishis der Inder. Die Geheimschulen entstanden schon bei den Atlantiern und in der Mitte unserer Zeit, der vierten Kulturperiode. Die christlichen Geheimschulen wurden reformiert durch Christian Rosenkreutz, den Ritter des rosigen Kreuzes; in ihr konnte man lernen, was der Stein der Weisen ist.

[ 11 ] Die Wahrheit ist uralt und ewig. Sie passt sich aber den Entwicklungsstufen an. Im fünften nachatlantischen Zeitalter kann man nicht zu ihr kommen wie bei den Rishis der Inder. Die Geheimschulen entstanden schon bei den Atlantiern und in der Mitte unserer Zeit, der vierten Kulturperiode. Die christlichen Geheimschulen wurden reformiert durch Christian Rosenkreutz, den Ritter des rosigen Kreuzes; in ihr konnte man lernen, was der Stein der Weisen ist.

[ 12 ] Die christliche Schulung ist schwerer anzuwenden als die rosenkreuzerische, diese widerspricht aber der christlichen nicht. Die christliche Schulung war nicht bekannt mit den Gedanken, in deren Sinn wir das heutige Leben erfassen. Die christlich-rosenkreuzerische Schulung gibt die Richtlinien an, in zeitgemäßer Art in höhere Welten zu gelangen.

[ 12 ] Die christliche Schulung ist schwerer anzuwenden als die rosenkreuzerische, diese widerspricht aber der christlichen nicht. Die christliche Schulung war nicht bekannt mit den Gedanken, in deren Sinn wir das heutige Leben erfassen. Die christlich-rosenkreuzerische Schulung gibt die Richtlinien an, in zeitgemäßer Art in höhere Welten zu gelangen.

[ 13 ] Sie geht aus von den drei menschlichen Grundkräften: Denken, Fühlen, Wollen. Der Mensch muss durch sein Denken fest in der Wirklichkeit stehen. Durch eine gute Grundlage des Denkens strömt in sicherer Weise die höhere Welt in die niedere ein. Wer Theosophie aufnimmt, tut den ersten Schritt. Man kann die Tatsachen vorläufig nicht mit den Augen schen, den Ohren hören, aber mit der Vernunft begreifen. Diese müssen wir stets gebrauchen und Geduld haben. Der Hellseher zeigt, was man tun muss, durch die Anwendung wird man seine Lehren bewährt finden. Phantastisch ist, was sich nicht bewährt. Wenn man probeweise so lebt, wie das Karmagesetz es erfordert, so hat man einen indirekten Beweis für seine Richtigkeit. Gedanken, die nicht in den ewigen Gesetzen begründet sind, haben keinen Wert. Was uns durch Karma zustößt, müssen wir betrachten, als ob wir uns die Handlungen selbst zugefügt hätten [...]. Wir können uns am besten in Karma hineinversetzen, wenn wir die Handlungen wiederholen.

[ 13 ] Sie geht aus von den drei menschlichen Grundkräften: Denken, Fühlen, Wollen. Der Mensch muss durch sein Denken fest in der Wirklichkeit stehen. Durch eine gute Grundlage des Denkens strömt in sicherer Weise die höhere Welt in die niedere ein. Wer Theosophie aufnimmt, tut den ersten Schritt. Man kann die Tatsachen vorläufig nicht mit den Augen schen, den Ohren hören, aber mit der Vernunft begreifen. Diese müssen wir stets gebrauchen und Geduld haben. Der Hellseher zeigt, was man tun muss, durch die Anwendung wird man seine Lehren bewährt finden. Phantastisch ist, was sich nicht bewährt. Wenn man probeweise so lebt, wie das Karmagesetz es erfordert, so hat man einen indirekten Beweis für seine Richtigkeit. Gedanken, die nicht in den ewigen Gesetzen begründet sind, haben keinen Wert. Was uns durch Karma zustößt, müssen wir betrachten, als ob wir uns die Handlungen selbst zugefügt hätten [...]. Wir können uns am besten in Karma hineinversetzen, wenn wir die Handlungen wiederholen.

[ 14 ] In der Bergpredigt nimmt der Christus Jesus auf Karma Bezug: «Wenn dir jemand einen Streich gib» und «Gib zum Mantel noch den Rock» und so weiter. Was Theosophie ist, versteht man, wenn man tief genug schürft.

[ 14 ] In der Bergpredigt nimmt der Christus Jesus auf Karma Bezug: «Wenn dir jemand einen Streich gib» und «Gib zum Mantel noch den Rock» und so weiter. Was Theosophie ist, versteht man, wenn man tief genug schürft.