Introduction to the Basics of Theosophy
GA 111
4 March 1908, Hilversum
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Einführung in die Grundlagen der Theosophie, 1st ed.
15. Die Christliche Einweihung
15. Die Christliche Einweihung
[ 1 ] Theosophie ist eine Verinnerlichung auf allen Gebieten des Lebens. Sie ist ein Anstoß, um über religiöse Dinge und Fragen nachzudenken, was für unsere Zeit von besonderer Bedeutung ist, weil Wissenschaft und alte religiöse Überlieferungen in den Vordergrund treten. Aus diesen sind die Mutlosigkeit, die Gleichgültigkeit und Tragik der gegenwärtigen Menschheit entstanden. Theosophie ist nun eine Versöhnung von Wissenschaft und Religion, sie geht nicht aus von einer neuen Religionsform, sie umfasst alles, was wir von übersinnlichen Welten zu wissen imstande sind, zu wissen aus Erkenntnis und aus dem Sich-Einleben in diese Welt. Theosophie muss allmählich ein Weg werden, um zur Erkenntnis zu kommen des wahren Lebens auf allen Gebieten. Auch können durch theosophische Darlegungen wahre und echte Fundamente des Christentums gefunden werden. Esoterisches Christentum gibt es heute nicht mehr. Was ist nun esoterisches Christentum?
[ 1 ] Theosophie ist eine Verinnerlichung auf allen Gebieten des Lebens. Sie ist ein Anstoß, um über religiöse Dinge und Fragen nachzudenken, was für unsere Zeit von besonderer Bedeutung ist, weil Wissenschaft und alte religiöse Überlieferungen in den Vordergrund treten. Aus diesen sind die Mutlosigkeit, die Gleichgültigkeit und Tragik der gegenwärtigen Menschheit entstanden. Theosophie ist nun eine Versöhnung von Wissenschaft und Religion, sie geht nicht aus von einer neuen Religionsform, sie umfasst alles, was wir von übersinnlichen Welten zu wissen imstande sind, zu wissen aus Erkenntnis und aus dem Sich-Einleben in diese Welt. Theosophie muss allmählich ein Weg werden, um zur Erkenntnis zu kommen des wahren Lebens auf allen Gebieten. Auch können durch theosophische Darlegungen wahre und echte Fundamente des Christentums gefunden werden. Esoterisches Christentum gibt es heute nicht mehr. Was ist nun esoterisches Christentum?
[ 2 ] Das Johannes-Evangelium wird von vielen als weniger wertvoll betrachtet als die anderen Evangelien. Die innerliche Bedeutung dieses Dokumentes wird gefühlt, wenn man es durchlebt. Wir müssen es betrachten als eine Angabe, als ein christliches Angebot von Mitteln, die zur Teilnahme an der geistigen Welt führen. Diese geistige Welt nun besteht um uns und in uns. In uns allen können geistige Kräfte geweckt werden. Zu allen Zeiten hat es erleuchtete Menschen gegeben, und von diesen ist das Licht ausgegangen. Das waren die Eingeweihten. Und sie verdankten ihre besten Kräfte dem Einfluss des Johannes-Evangeliums. Es gibt verschiedene Wege und Stufen, die zu der Einweihung führen. Aber alle Einweihung führt zu dem höchsten Punkt: zu der Wahrheit. Die Wege, die vor dem Christentum gegangen wurden, waren die von menschlicher Kraft und Weisheit. Die christliche Einweihung ist diejenige, die fast ausschließlich beruht auf dem Elemente der Seele: Gemüt, Gefühl und Empfindung. Die Grundbedingungen aber der christlichen Einweihung sind: geistige Erkenntnis, Studium und Willenskraft.
[ 2 ] Das Johannes-Evangelium wird von vielen als weniger wertvoll betrachtet als die anderen Evangelien. Die innerliche Bedeutung dieses Dokumentes wird gefühlt, wenn man es durchlebt. Wir müssen es betrachten als eine Angabe, als ein christliches Angebot von Mitteln, die zur Teilnahme an der geistigen Welt führen. Diese geistige Welt nun besteht um uns und in uns. In uns allen können geistige Kräfte geweckt werden. Zu allen Zeiten hat es erleuchtete Menschen gegeben, und von diesen ist das Licht ausgegangen. Das waren die Eingeweihten. Und sie verdankten ihre besten Kräfte dem Einfluss des Johannes-Evangeliums. Es gibt verschiedene Wege und Stufen, die zu der Einweihung führen. Aber alle Einweihung führt zu dem höchsten Punkt: zu der Wahrheit. Die Wege, die vor dem Christentum gegangen wurden, waren die von menschlicher Kraft und Weisheit. Die christliche Einweihung ist diejenige, die fast ausschließlich beruht auf dem Elemente der Seele: Gemüt, Gefühl und Empfindung. Die Grundbedingungen aber der christlichen Einweihung sind: geistige Erkenntnis, Studium und Willenskraft.
[ 3 ] Der Mensch kannte seinen physischen Leib und musste lernen einzusehen, dass dieser nur ein Glied seiner menschlichen Wesenheit ist. Der Schüler wurde gelehrt, den Unterschied zu erkennen zwischen seinem physischen Leib und seinem ätherischen oder Lebensleib, zwischen diesem und seinem Astralleib.
[ 3 ] Der Mensch kannte seinen physischen Leib und musste lernen einzusehen, dass dieser nur ein Glied seiner menschlichen Wesenheit ist. Der Schüler wurde gelehrt, den Unterschied zu erkennen zwischen seinem physischen Leib und seinem ätherischen oder Lebensleib, zwischen diesem und seinem Astralleib.
[ 4 ] Ferner wird dem Schüler auseinandergesetzt, dass das Bewusstsein der Seele oder Manas dem physischen Bewusstsein gegenübersteht. Man richtete seinen Blick auf das göttliche Urbild des Menschen oder Atma - und auf den lebendigen Geist - oder Budhi.
[ 4 ] Ferner wird dem Schüler auseinandergesetzt, dass das Bewusstsein der Seele oder Manas dem physischen Bewusstsein gegenübersteht. Man richtete seinen Blick auf das göttliche Urbild des Menschen oder Atma - und auf den lebendigen Geist - oder Budhi.
[ 5 ] Es gibt eine Sache, die den Menschen von Mineral, Pflanze und Tier unterscheidet und die nicht mit Namen genannt werden kann; dies ist das «Ich bin», das ist die Gottheit in uns. Allein durch Laut und Stimme bringen wir zum Ausdruck dieses «Ich bin. In früheren Zeiten, zum Beispiel bei den Israeliten, gab es noch das Gefühl des gemeinschaftlichen Volks-Ichs, aber dieses ging später verloren. Auch muss die Menschheit lernen zu fühlen das «Ich und der Vater sind eins.
[ 5 ] Es gibt eine Sache, die den Menschen von Mineral, Pflanze und Tier unterscheidet und die nicht mit Namen genannt werden kann; dies ist das «Ich bin», das ist die Gottheit in uns. Allein durch Laut und Stimme bringen wir zum Ausdruck dieses «Ich bin. In früheren Zeiten, zum Beispiel bei den Israeliten, gab es noch das Gefühl des gemeinschaftlichen Volks-Ichs, aber dieses ging später verloren. Auch muss die Menschheit lernen zu fühlen das «Ich und der Vater sind eins.
[ 6 ] Dann lehrte man den Schüler die sieben Stufen der Einweihung, welche folgende sind: Demut und Mitgefühl mit den tiefer stehenden lebendigen Geschöpfen, denn ihnen verdankt er sein Dasein. Diese Demut zeigte Christus gegenüber seinen Aposteln bei der Fußwaschung.
[ 6 ] Dann lehrte man den Schüler die sieben Stufen der Einweihung, welche folgende sind: Demut und Mitgefühl mit den tiefer stehenden lebendigen Geschöpfen, denn ihnen verdankt er sein Dasein. Diese Demut zeigte Christus gegenüber seinen Aposteln bei der Fußwaschung.
[ 7 ] Durch Schmerz und Leid lernt der Schüler sein inneres Wesen stärken und kein Leid mehr zu empfinden. Das war die Stufe der Geißelung. Dann musste der Schüler lernen, Hohn, Spott und Verachtung des Heiligsten zu ertragen und nur in sich selbst eine Stütze zu finden. Dieses war die Stufe der Dornenkrönung. Der physische Leib musste ein Instrument werden, auf das er ohne Schwierigkeiten verzichten konnte. Das war die Kreuzigung. Durch den mystischen Tod lernte er alle Tiefen von menschlichem Schmerz und Elend kennen und dadurch öffnete sich vor ihm das geistige Licht, und er erreichte Erleuchtung und Erweckung. Das Ich ist nun identisch mit dem geistigen Bewusstsein. Durch die Grablegung lernte er, dass sein Leib einen Teil ausmachte vom Erdplaneten und dass sein Leib wieder mit der Erde vereinigt werden musste. Dann kam der Sieg des Lebens über den Tod, die Erkenntnis des Ewigen, und dieses war die Auferstehung oder Christuserfahrung und im geistigen Leibe die Verherrlichung oder die Himmelfahrt.
[ 7 ] Durch Schmerz und Leid lernt der Schüler sein inneres Wesen stärken und kein Leid mehr zu empfinden. Das war die Stufe der Geißelung. Dann musste der Schüler lernen, Hohn, Spott und Verachtung des Heiligsten zu ertragen und nur in sich selbst eine Stütze zu finden. Dieses war die Stufe der Dornenkrönung. Der physische Leib musste ein Instrument werden, auf das er ohne Schwierigkeiten verzichten konnte. Das war die Kreuzigung. Durch den mystischen Tod lernte er alle Tiefen von menschlichem Schmerz und Elend kennen und dadurch öffnete sich vor ihm das geistige Licht, und er erreichte Erleuchtung und Erweckung. Das Ich ist nun identisch mit dem geistigen Bewusstsein. Durch die Grablegung lernte er, dass sein Leib einen Teil ausmachte vom Erdplaneten und dass sein Leib wieder mit der Erde vereinigt werden musste. Dann kam der Sieg des Lebens über den Tod, die Erkenntnis des Ewigen, und dieses war die Auferstehung oder Christuserfahrung und im geistigen Leibe die Verherrlichung oder die Himmelfahrt.
[ 8 ] Die christliche Einweihung ist also eine Gefühlssache, und nun ist die Zeit gekommen, um über gewisse geheime Dinge zu sprechen und den Menschen den Weg zu zeigen, welcher zu den geistigen Fundamenten der Welt führt.
[ 8 ] Die christliche Einweihung ist also eine Gefühlssache, und nun ist die Zeit gekommen, um über gewisse geheime Dinge zu sprechen und den Menschen den Weg zu zeigen, welcher zu den geistigen Fundamenten der Welt führt.
