Introduction to the Basics of Theosophy
GA 111
5 March 1908 a.m., The Hague
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Einführung in die Grundlagen der Theosophie, 1st ed.
16. Mystik und Esoterik (Mikrokosmos und Makrokosmos)
16. Mystik und Esoterik (Mikrokosmos und Makrokosmos)
[ 1 ] Es kann nicht meine Pflicht sein, Propaganda zu machen für die Theosophie. Ich glaube, dass dies in diesem Lande nicht von mir getan zu werden braucht.
[ 1 ] Es kann nicht meine Pflicht sein, Propaganda zu machen für die Theosophie. Ich glaube, dass dies in diesem Lande nicht von mir getan zu werden braucht.
[ 2 ] Was ich zu Ihnen sprechen will, kann nur den Charakter einer Erzählung haben, und zwar über das Verhältnis von Mystik zu dem, was in theosophischen Kreisen Esoterik genannt wird. Mystik ist das Verstehen des inneren Lebens. Alle Theosophen gehen davon aus, dass unser inneres Leben ein Tropfen ist der göttlichen Substanz. Mystik ist also tatsächlich eine innere Vertiefung. Eine Esoterik ist das in gewissem Sinne auch, aber wir werden aus Mystikern zu Esoterikern, weil ein Mystiker derjenige ist, der nur in sich selbst hineinsieht, der Esoteriker jedoch darüber hinaus das Weltenall in sich wahrnimmt.
[ 2 ] Was ich zu Ihnen sprechen will, kann nur den Charakter einer Erzählung haben, und zwar über das Verhältnis von Mystik zu dem, was in theosophischen Kreisen Esoterik genannt wird. Mystik ist das Verstehen des inneren Lebens. Alle Theosophen gehen davon aus, dass unser inneres Leben ein Tropfen ist der göttlichen Substanz. Mystik ist also tatsächlich eine innere Vertiefung. Eine Esoterik ist das in gewissem Sinne auch, aber wir werden aus Mystikern zu Esoterikern, weil ein Mystiker derjenige ist, der nur in sich selbst hineinsieht, der Esoteriker jedoch darüber hinaus das Weltenall in sich wahrnimmt.
[ 3 ] Lassen Sie uns ein Beispiel nehmen: Wenn wir kein Auge hätten, würden wir kein Bewusstsein vom Lichte haben, von all der Farbenpracht, die das Licht beinhaltet. Aber wir wissen auch, dass wir - dies einmal von der anderen Seite gesehen - das Auge dem Lichte zu verdanken haben. In früheren Perioden der Entwicklung, in einem weniger vollkommenen Zustande, hatte das [Menschen-]Wesen keine Augen. Das Vermögen des Sehens ist erweckt durch das Licht; das Licht selbst hat das Auge aus dem gleichgültigen (indifferenten) Organismus hervorgerufen, herausgelockt: Es ist nicht nur für, sondern auch durch das Licht geschaffen. Es sind Tiere bekannt, die, wenn man sie in unterirdischen Höhlen einschließt, sodass kein Licht sie erreicht, das Sehvermögen verlieren.
[ 3 ] Lassen Sie uns ein Beispiel nehmen: Wenn wir kein Auge hätten, würden wir kein Bewusstsein vom Lichte haben, von all der Farbenpracht, die das Licht beinhaltet. Aber wir wissen auch, dass wir - dies einmal von der anderen Seite gesehen - das Auge dem Lichte zu verdanken haben. In früheren Perioden der Entwicklung, in einem weniger vollkommenen Zustande, hatte das [Menschen-]Wesen keine Augen. Das Vermögen des Sehens ist erweckt durch das Licht; das Licht selbst hat das Auge aus dem gleichgültigen (indifferenten) Organismus hervorgerufen, herausgelockt: Es ist nicht nur für, sondern auch durch das Licht geschaffen. Es sind Tiere bekannt, die, wenn man sie in unterirdischen Höhlen einschließt, sodass kein Licht sie erreicht, das Sehvermögen verlieren.
[ 4 ] Mit dem Auge tragen wir die Taten des Lichtes in uns: Das Auge ist kristallisiertes Licht.
[ 4 ] Mit dem Auge tragen wir die Taten des Lichtes in uns: Das Auge ist kristallisiertes Licht.
[ 5 ] In dieser Weise tragen wir in uns selber die Essenz der ganzen Welt. In dieser Weise hat diese unser Wesen hervorgerufen. Solange wir in uns selber hineinsehen, lernen wir nur das Organ kennen; und erst wenn das Organ als Instrument verwendet wird, lernen wir die Welt kennen. Wir tragen in uns nicht allein die stofflichen Organe. Wir tragen in uns Organe in jeder Hinsicht, für jedes unserer Prinzipien, auch für das, was wir den Gott in uns nennen.
[ 5 ] In dieser Weise tragen wir in uns selber die Essenz der ganzen Welt. In dieser Weise hat diese unser Wesen hervorgerufen. Solange wir in uns selber hineinsehen, lernen wir nur das Organ kennen; und erst wenn das Organ als Instrument verwendet wird, lernen wir die Welt kennen. Wir tragen in uns nicht allein die stofflichen Organe. Wir tragen in uns Organe in jeder Hinsicht, für jedes unserer Prinzipien, auch für das, was wir den Gott in uns nennen.
[ 6 ] Insoweit wir unsere inneren Organe kennenlernen, üben wir Mystik aus. Insoweit wir die inneren Organe verwenden, um die Welt kennenzulernen, üben wir Esoterik im vollsten Sinne aus.
[ 6 ] Insoweit wir unsere inneren Organe kennenlernen, üben wir Mystik aus. Insoweit wir die inneren Organe verwenden, um die Welt kennenzulernen, üben wir Esoterik im vollsten Sinne aus.
[ 7 ] Wir sehen vom Menschen dasjenige, was wir den stofflichen Leib nennen, und den Stoff, der dazu nötig gewesen ist, sehen wir in der Natur. Den Ätherleib hat der Mensch noch gemeinsam mit dem Pflanzenreich, den Astralleib noch mit dem Tierreich. Dasjenige, was ihm möglich macht, zu sich selbst «Ich» zu sagen, hat der Mensch, die Krone der Erde, allein.
[ 7 ] Wir sehen vom Menschen dasjenige, was wir den stofflichen Leib nennen, und den Stoff, der dazu nötig gewesen ist, sehen wir in der Natur. Den Ätherleib hat der Mensch noch gemeinsam mit dem Pflanzenreich, den Astralleib noch mit dem Tierreich. Dasjenige, was ihm möglich macht, zu sich selbst «Ich» zu sagen, hat der Mensch, die Krone der Erde, allein.
[ 8 ] Nun müssen wir genau sein: Wir können mit dem stofflichen Auge nicht einen Ätherleib oder einen Astralleib sehen, aber wir müssen durchaus auch die übersinnlichen Prinzipien auf dem stofflichen Gebiet suchen.
[ 8 ] Nun müssen wir genau sein: Wir können mit dem stofflichen Auge nicht einen Ätherleib oder einen Astralleib sehen, aber wir müssen durchaus auch die übersinnlichen Prinzipien auf dem stofflichen Gebiet suchen.
[ 9 ] Denn, wenn wir uns fragen: «Ist ein Mineral, eine Pflanze, ein Tier nur das, was wir schen?», dann müssen wir «Nein» antworten. Nichts ist aus sich selbst zu begreifen. Allem liegt etwas anderes zugrunde.
[ 9 ] Denn, wenn wir uns fragen: «Ist ein Mineral, eine Pflanze, ein Tier nur das, was wir schen?», dann müssen wir «Nein» antworten. Nichts ist aus sich selbst zu begreifen. Allem liegt etwas anderes zugrunde.
[ 10 ] Nehmen wir das Tierreich. Wir können dieses nur unvollkommen begreifen, solange wir nicht einsehen, dass das Tier auf dem astralen Gebiet etwas besitzt, das genau das Gleiche ist wie das Ich für den Menschen. Aber das Tier hat das Ich nicht auf das stoffliche Gebiet hinunterbringen können. Wir sehen auf dem Astralgebiet [als Ich des Tieres] ganz etwas anderes als das individuelle Ich des Menschen. Wir sehen dort das Gruppen-Ich, die Gruppenseele, des Tieres. Diese Gruppenseelen umgeben als Strömungen die ganze Erde. Astral sehend bemerken wir am Rückgrat des Tieres entlang glimmende Lichter, astrale Lichter. Dies sind die Äußerungen der astralen Gruppenseelen. Fortwährend wird das Tier durchzogen von solchen astralen glimmenden Lichtern.
[ 10 ] Nehmen wir das Tierreich. Wir können dieses nur unvollkommen begreifen, solange wir nicht einsehen, dass das Tier auf dem astralen Gebiet etwas besitzt, das genau das Gleiche ist wie das Ich für den Menschen. Aber das Tier hat das Ich nicht auf das stoffliche Gebiet hinunterbringen können. Wir sehen auf dem Astralgebiet [als Ich des Tieres] ganz etwas anderes als das individuelle Ich des Menschen. Wir sehen dort das Gruppen-Ich, die Gruppenseele, des Tieres. Diese Gruppenseelen umgeben als Strömungen die ganze Erde. Astral sehend bemerken wir am Rückgrat des Tieres entlang glimmende Lichter, astrale Lichter. Dies sind die Äußerungen der astralen Gruppenseelen. Fortwährend wird das Tier durchzogen von solchen astralen glimmenden Lichtern.
[ 11 ] Zwei Eigenschaften des menschlichen Geistes («Seele», sagte der Sprecher) müssen wir in das Blickfeld nehmen: Intelligenz und Liebe. Der Mensch ist nur insoweit Mensch, als in seinem Wesen diese beiden sich in Eines vereinigt haben. Das ist nicht so mit der Tiergruppenseele. Liebe, so wie wir diese im menschlichen Individuum finden, sehen wir in der Tiergruppenseele nicht. Intelligenz hat die Tiergruppenseele - das mag sonderbar klingen - mehr als die menschliche Individualität. Die Liebe finden wir im Tierreich nur unten auf dem stofflichen Gebiet, in den tierischen Individuen. Weisheit und Liebe sind in der menschlichen Individualität vereinigt auf dem stofflichen Gebiete; beim Tier sind sie auf dem stofflichen Gebiete geschieden. Wir können sie wahrnehmen, die Äußerungen der Intelligenz der tierischen Gruppenseele in das Tier niedersteigend. Aber dazu müssen wir lernen, wahrzunehmen und zu fühlen. Sehen wir zum Beispiel eine Biberkolonie am Werke: wie sie einen Damm anlegt, um das Wasser in die entgegengesetzte Richtung zu lenken, und wie dieser unter einem bestimmten festen Winkel zum Wasser gebaut ist, so genau — wie spätere menschliche Untersuchungen gezeigt haben —, dass kein Architekt es hätte verbessern können. Und sehen wir die merkwürdigen Äußerungen der Gruppenseele in einem Bienenkorb, im Zug der Vögel im Herbst und im Frühjahr. Aber das Element der Liebe ist in der tierischen Gruppenseele nicht vorhanden.
[ 11 ] Zwei Eigenschaften des menschlichen Geistes («Seele», sagte der Sprecher) müssen wir in das Blickfeld nehmen: Intelligenz und Liebe. Der Mensch ist nur insoweit Mensch, als in seinem Wesen diese beiden sich in Eines vereinigt haben. Das ist nicht so mit der Tiergruppenseele. Liebe, so wie wir diese im menschlichen Individuum finden, sehen wir in der Tiergruppenseele nicht. Intelligenz hat die Tiergruppenseele - das mag sonderbar klingen - mehr als die menschliche Individualität. Die Liebe finden wir im Tierreich nur unten auf dem stofflichen Gebiet, in den tierischen Individuen. Weisheit und Liebe sind in der menschlichen Individualität vereinigt auf dem stofflichen Gebiete; beim Tier sind sie auf dem stofflichen Gebiete geschieden. Wir können sie wahrnehmen, die Äußerungen der Intelligenz der tierischen Gruppenseele in das Tier niedersteigend. Aber dazu müssen wir lernen, wahrzunehmen und zu fühlen. Sehen wir zum Beispiel eine Biberkolonie am Werke: wie sie einen Damm anlegt, um das Wasser in die entgegengesetzte Richtung zu lenken, und wie dieser unter einem bestimmten festen Winkel zum Wasser gebaut ist, so genau — wie spätere menschliche Untersuchungen gezeigt haben —, dass kein Architekt es hätte verbessern können. Und sehen wir die merkwürdigen Äußerungen der Gruppenseele in einem Bienenkorb, im Zug der Vögel im Herbst und im Frühjahr. Aber das Element der Liebe ist in der tierischen Gruppenseele nicht vorhanden.
[ 12 ] Beim Pflanzenreich finden wir etwas Ähnliches. Die Pflanze hat auf dem stofflichen Gebiet schon nicht mehr ihren Astralleib; dieser ist auf dem astralischen Gebiet. Das Ich der Pflanze findet man wiederum noch höher; auf dem devachanischen Gebiet, das ist das niedere Mentalgebiet.
[ 12 ] Beim Pflanzenreich finden wir etwas Ähnliches. Die Pflanze hat auf dem stofflichen Gebiet schon nicht mehr ihren Astralleib; dieser ist auf dem astralischen Gebiet. Das Ich der Pflanze findet man wiederum noch höher; auf dem devachanischen Gebiet, das ist das niedere Mentalgebiet.
[ 13 ] Lasst uns deutlich werden: Wenn die Pflanze nur aus physischem und Ätherleib bestünde, da würde stets Wiederholung auftreten; denn das Prinzip der Wiederholung ist das Prinzip des Ätherleibes. Wir nehmen dies zum Beispiel wahr bei der Wirbelsäule des menschlichen oder des tierischen Leibes: Die Wirbelsäule steht unter einem besonderen Einfluss des Ätherleibes und zeigt in der Tat die fortwährende Wiederholung von Wirbel auf Wirbel, hintereinander gebaut. Dort, wo das Astrale eingreift, als Bremsprinzip, wo die Wirbelsäule in das Haupt übergeht - hört die Wiederholung auf. Bei der Pflanze ist vom astralischen Blickpunkte aus gut wahrzunehmen, wie sie von oben umschlossen ist von einer astralen Hülle. Diese stellt sich der Wiederholung des Ätherleibes entgegen und bildet von außen her die Blume und die Frucht. Die astralen Strömungen fließen von außen her in die Blumenkelche hinein.
[ 13 ] Lasst uns deutlich werden: Wenn die Pflanze nur aus physischem und Ätherleib bestünde, da würde stets Wiederholung auftreten; denn das Prinzip der Wiederholung ist das Prinzip des Ätherleibes. Wir nehmen dies zum Beispiel wahr bei der Wirbelsäule des menschlichen oder des tierischen Leibes: Die Wirbelsäule steht unter einem besonderen Einfluss des Ätherleibes und zeigt in der Tat die fortwährende Wiederholung von Wirbel auf Wirbel, hintereinander gebaut. Dort, wo das Astrale eingreift, als Bremsprinzip, wo die Wirbelsäule in das Haupt übergeht - hört die Wiederholung auf. Bei der Pflanze ist vom astralischen Blickpunkte aus gut wahrzunehmen, wie sie von oben umschlossen ist von einer astralen Hülle. Diese stellt sich der Wiederholung des Ätherleibes entgegen und bildet von außen her die Blume und die Frucht. Die astralen Strömungen fließen von außen her in die Blumenkelche hinein.
[ 14 ] Die Pflanze ist wie die Umkehrung des Menschen: Der Mensch hat das Haupt (den Ursprung) oben und die Fortpflanzungsorgane nach unten, die Pflanze hat die Fortpflanzungsorgane nach oben und den Ursprung, die Wurzeln, nach unten.
[ 14 ] Die Pflanze ist wie die Umkehrung des Menschen: Der Mensch hat das Haupt (den Ursprung) oben und die Fortpflanzungsorgane nach unten, die Pflanze hat die Fortpflanzungsorgane nach oben und den Ursprung, die Wurzeln, nach unten.
[ 15 ] Für den Okkultisten gibt es eigentlich keine einzelne Pflanze. Er kennt sie nur als Haare auf dem gemeinschaftlichen Organismus der Erde, und diese ist konzentriert zu denken in ihrem Mittelpunkt. Die Pflanze mit ihren Wurzeln sucht diesen Mittelpunkt. Und in gewissem Sinne können wir die ganze Pflanzenwelt konzentriert denken im Mittelpunkt der Erde. Aber die Pflanzenwelt wird dann für uns etwas ganz anderes: Wir erleben dann die ganze große Erde als ein Wesen mit seinem Pulsschlag, mit seiner Freude und seinem Schmerz. Und das können wir erleben, wenn wir nicht in der unfruchtbaren Mystik bleiben, sondern unser Auge nach außen richten und die Mystik dienen lassen der Esoterik.
[ 15 ] Für den Okkultisten gibt es eigentlich keine einzelne Pflanze. Er kennt sie nur als Haare auf dem gemeinschaftlichen Organismus der Erde, und diese ist konzentriert zu denken in ihrem Mittelpunkt. Die Pflanze mit ihren Wurzeln sucht diesen Mittelpunkt. Und in gewissem Sinne können wir die ganze Pflanzenwelt konzentriert denken im Mittelpunkt der Erde. Aber die Pflanzenwelt wird dann für uns etwas ganz anderes: Wir erleben dann die ganze große Erde als ein Wesen mit seinem Pulsschlag, mit seiner Freude und seinem Schmerz. Und das können wir erleben, wenn wir nicht in der unfruchtbaren Mystik bleiben, sondern unser Auge nach außen richten und die Mystik dienen lassen der Esoterik.
[ 16 ] Das Gewahrwerden, das der Mensch erlangt, wenn er fürs Erste Bekanntschaft macht mit den höheren Welten, kann einen sehr verwirrenden und verstörenden Eindruck auf ihn machen, und es ist darum nicht ratsam, diese Übung zu machen ohne die Anleitung eines Eifahreneren. Zuerst kommt man durch die Regionen der Tiergruppenseelen - eine kalte Region, ein wahres Eisgebiet - und dann in die Regionen der Pflanzengruppenseelen, da wird es wieder warm. In dieser Weise können wir es wahrnehmen, wenn wir nicht nur unseren Verstand, sondern auch unsere Gefühle ausbreiten; allein durch Philosophieren und Spekulieren kommt man nur in eine Welt, die direkt neben der unsrigen liegt.
[ 16 ] Das Gewahrwerden, das der Mensch erlangt, wenn er fürs Erste Bekanntschaft macht mit den höheren Welten, kann einen sehr verwirrenden und verstörenden Eindruck auf ihn machen, und es ist darum nicht ratsam, diese Übung zu machen ohne die Anleitung eines Eifahreneren. Zuerst kommt man durch die Regionen der Tiergruppenseelen - eine kalte Region, ein wahres Eisgebiet - und dann in die Regionen der Pflanzengruppenseelen, da wird es wieder warm. In dieser Weise können wir es wahrnehmen, wenn wir nicht nur unseren Verstand, sondern auch unsere Gefühle ausbreiten; allein durch Philosophieren und Spekulieren kommt man nur in eine Welt, die direkt neben der unsrigen liegt.
[ 17 ] Im Anschluss an diesen oben gegebenen Begriff kann man sich vorstellen, dass, wenn man eine ganze Pflanze mit Wurzeln ausreißt, dies der Pflanze, das heißt der Erde, Schmerz verursacht. Pflückt man eine Blume, eine Pflanze ab, dann verursacht dies der Pflanze ein Lustgefühl, das am besten zu vergleichen ist mit dem Gefühl, das die Kuh empfindet, wenn das Kalb ihr die überflüssige Milch absaugt. Ganze Ströme von überströmendem Lustgefühl kann man wahrnehmen, wenn im Spätsommer das Korn auf den Äckern gemäht wird. Überall in der Natur sieht man Ströme von Leben, Freude und Schmerz. (Wir lernen dann auch die Dinge anders sehen und besser begreifen, so zum Beispiel, wie der Schmerz zu den großen schaffenden Kräften in der Welt gehört.)
[ 17 ] Im Anschluss an diesen oben gegebenen Begriff kann man sich vorstellen, dass, wenn man eine ganze Pflanze mit Wurzeln ausreißt, dies der Pflanze, das heißt der Erde, Schmerz verursacht. Pflückt man eine Blume, eine Pflanze ab, dann verursacht dies der Pflanze ein Lustgefühl, das am besten zu vergleichen ist mit dem Gefühl, das die Kuh empfindet, wenn das Kalb ihr die überflüssige Milch absaugt. Ganze Ströme von überströmendem Lustgefühl kann man wahrnehmen, wenn im Spätsommer das Korn auf den Äckern gemäht wird. Überall in der Natur sieht man Ströme von Leben, Freude und Schmerz. (Wir lernen dann auch die Dinge anders sehen und besser begreifen, so zum Beispiel, wie der Schmerz zu den großen schaffenden Kräften in der Welt gehört.)
[ 18 ] Der Stein schließlich hat sein Ich auf dem höheren Mentalgebiet. Wenn wir den Stein betrachten, dann stellen wir fest, dass sein Wesen, sein Ich, primär ein Willensimpuls ist. Wenn der okkult geschärfte Blick sieht, wie in den Steinbrüchen die Arbeiter die Steine losbrechen, dann sieht er in demjenigen, was man die Steinseele nennen könnte, ganze Ströme des größten Lustgefühls. Es klingt uns fremd, aber es ist eine Wahrheit, dass Brechen, Losmachen, Auflösen eines Minerals, ob wir es brechen mit Hacke oder Dynamit, Lustgefühle erweckt. Ströme von Lustgefühlen werden frei, wenn man ein Stück Salz in ein Glas mit lauem Wasser wirft, wo es schmilzt, das heißt in die feinstmögliche Form verteilt wird. Wenn man das Salz wieder auskristallisiert, ist dies von Schmerzgefühlen begleitet.
[ 18 ] Der Stein schließlich hat sein Ich auf dem höheren Mentalgebiet. Wenn wir den Stein betrachten, dann stellen wir fest, dass sein Wesen, sein Ich, primär ein Willensimpuls ist. Wenn der okkult geschärfte Blick sieht, wie in den Steinbrüchen die Arbeiter die Steine losbrechen, dann sieht er in demjenigen, was man die Steinseele nennen könnte, ganze Ströme des größten Lustgefühls. Es klingt uns fremd, aber es ist eine Wahrheit, dass Brechen, Losmachen, Auflösen eines Minerals, ob wir es brechen mit Hacke oder Dynamit, Lustgefühle erweckt. Ströme von Lustgefühlen werden frei, wenn man ein Stück Salz in ein Glas mit lauem Wasser wirft, wo es schmilzt, das heißt in die feinstmögliche Form verteilt wird. Wenn man das Salz wieder auskristallisiert, ist dies von Schmerzgefühlen begleitet.
[ 19 ] Interessant ist es, die Entwicklung der Erde von diesem Standpunkte aus zu betrachten. Wir finden in früheren Zeitepochen stets höhere Temperaturen, bis wir zu einem Zeitpunkt kommen, bei welchem selbst die Mineralien aufgelöst waren wie das Salz im Wasser. In all diesen Zeiten fand ein Abkühlungs- und Kristallisierungsprozess statt aus der Muttersubstanz heraus. Dabei findet eine fortwährende Verdichtung statt, und die ist begleitet von einem fortwährenden Schmerz.
[ 19 ] Interessant ist es, die Entwicklung der Erde von diesem Standpunkte aus zu betrachten. Wir finden in früheren Zeitepochen stets höhere Temperaturen, bis wir zu einem Zeitpunkt kommen, bei welchem selbst die Mineralien aufgelöst waren wie das Salz im Wasser. In all diesen Zeiten fand ein Abkühlungs- und Kristallisierungsprozess statt aus der Muttersubstanz heraus. Dabei findet eine fortwährende Verdichtung statt, und die ist begleitet von einem fortwährenden Schmerz.
[ 20 ] Dass unsere Gestalt so sein kann, wie sie ist, verdanken wir diesem vorangehenden Kristallisations-Prozess, der begleitet war von Schmerz. Und wenn unsere Erde stofflich wieder auseinandergehen wird, dann wird die Erde dieses mitgenießen in Seligkeit im Geisterreich. Dies sind immer dieselben zwei Perioden in jedem Entwicklungsprozess: erst Leiden und Schmerz, und wenn alles wieder auseinandergeht, dann wieder Freude und Genuss. Wenn wir dies alles aus dem Okkultismus hervorholen und betrachten dann die alten religiösen Überlieferungen, dann wird uns vieles deutlich.
[ 20 ] Dass unsere Gestalt so sein kann, wie sie ist, verdanken wir diesem vorangehenden Kristallisations-Prozess, der begleitet war von Schmerz. Und wenn unsere Erde stofflich wieder auseinandergehen wird, dann wird die Erde dieses mitgenießen in Seligkeit im Geisterreich. Dies sind immer dieselben zwei Perioden in jedem Entwicklungsprozess: erst Leiden und Schmerz, und wenn alles wieder auseinandergeht, dann wieder Freude und Genuss. Wenn wir dies alles aus dem Okkultismus hervorholen und betrachten dann die alten religiösen Überlieferungen, dann wird uns vieles deutlich.
[ 21 ] Wenn wir uns so einleben in das große Weltenall, dann sehen wir zuerst im Menschenreich - im Individuum - Lust und Schmerz, und zwar bei der Hingabe und beim Verzicht von Willensimpulsen. Dann, im Tierreich, finden wir Lust und Schmerz, je nachdem Förderung oder Behinderung gefunden wird für die Impulse der astralen Funken aus der Gruppenseele. Auch die Pflanzenwelt und das Mineralreich fanden wir durchzogen von Lust und Schmerz.
[ 21 ] Wenn wir uns so einleben in das große Weltenall, dann sehen wir zuerst im Menschenreich - im Individuum - Lust und Schmerz, und zwar bei der Hingabe und beim Verzicht von Willensimpulsen. Dann, im Tierreich, finden wir Lust und Schmerz, je nachdem Förderung oder Behinderung gefunden wird für die Impulse der astralen Funken aus der Gruppenseele. Auch die Pflanzenwelt und das Mineralreich fanden wir durchzogen von Lust und Schmerz.
[ 22 ] Wir finden die Menschenseele in der ganzen Natur wieder. Wir tragen die ganze göttliche Natur in uns; wir sehen, wie der Mensch ein Extrakt ist von all dem, was um ihn herum besteht. So wie unser Auge aus der Materie hervorgerufen wurde durch das Sonnenlicht, so wird unser ganzes menschliches Wesen aus der Materie hervorgerufen durch das göttliche Licht. So ist unsere Seele ein Organ, geschaffen aus der Welt um uns herum. So ist der Mikrokosmos das Organ, geschaffen aus dem Makrokosmos, damit dieser sich in dem Mikrokosmos widerspiegeln würde.
[ 22 ] Wir finden die Menschenseele in der ganzen Natur wieder. Wir tragen die ganze göttliche Natur in uns; wir sehen, wie der Mensch ein Extrakt ist von all dem, was um ihn herum besteht. So wie unser Auge aus der Materie hervorgerufen wurde durch das Sonnenlicht, so wird unser ganzes menschliches Wesen aus der Materie hervorgerufen durch das göttliche Licht. So ist unsere Seele ein Organ, geschaffen aus der Welt um uns herum. So ist der Mikrokosmos das Organ, geschaffen aus dem Makrokosmos, damit dieser sich in dem Mikrokosmos widerspiegeln würde.
[ 23 ] Um zu sehen, müssen wir das Auge gebrauchen, und so müssen wir unser inneres Organ gebrauchen, um die Schöpfung zu sehen. Wir müssen in unserer Entwicklung nicht stehenbleiben als Mystiker. Esoteriker müssen wir werden: Wir müssen kennenlernen das Licht, aus dem wir geboren sind. Wenn wir die Dinge in ihrer Konkretheit begreifen, dann verstehen wir auch vieles von dem, was große Gestalten gesagt haben: «Bevor das Auge sehen kann, muss es der "Tränen sich entwöhnen.»
[ 23 ] Um zu sehen, müssen wir das Auge gebrauchen, und so müssen wir unser inneres Organ gebrauchen, um die Schöpfung zu sehen. Wir müssen in unserer Entwicklung nicht stehenbleiben als Mystiker. Esoteriker müssen wir werden: Wir müssen kennenlernen das Licht, aus dem wir geboren sind. Wenn wir die Dinge in ihrer Konkretheit begreifen, dann verstehen wir auch vieles von dem, was große Gestalten gesagt haben: «Bevor das Auge sehen kann, muss es der "Tränen sich entwöhnen.»
[ 24 ] Das heißt: Solange das Auge um seiner selbst willen da ist, solange es sich selbst findet im Schmerz, so lange ist es kein geeignetes Organ, das Licht wahrzunehmen. So ist es auch mit dem inneren Selbst.
[ 24 ] Das heißt: Solange das Auge um seiner selbst willen da ist, solange es sich selbst findet im Schmerz, so lange ist es kein geeignetes Organ, das Licht wahrzunehmen. So ist es auch mit dem inneren Selbst.
