Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Introduction to the Basics of Theosophy
GA 111

5 March 1908 p.m., The Hague

Translate the original German text into any language:

Versions Available:

Einführung in die Grundlagen der Theosophie, 1st ed.
  1. Introduction to the Basics of Theosophy, tr. SOL

17. Die Einweihung des Rosenkreuzers

17. Die Einweihung des Rosenkreuzers

[ 1 ] Theosophie will in unserer Zeit eine Geistesbewegung sein, die unser ganzes Geistesleben wieder vertieft und den Menschen vom Sinnlichen wieder zum Übersinnlichen hinlenkt. Sie bringt dem Menschentum nicht etwas absolut Neues - nein, sie steht auf dem Boden früherer Zeiten. Sie beruht auf demjenigen, was frühere Geschlechter vor uns erarbeitet haben. Aber auch das, was frühere Geschlechter taten und wussten, war nicht etwas Neues; auch das waren Vorstellungen der allgemeinen und großen Grundwahrheiten. Jedes Geschlecht und jede Zeit drückt das, was es [beziehungsweise sie] davon verstehen kann, auf seine [beziehungsweise ihre] eigene Weise aus, sich anpassend an den Geist und die Umstände der Zeit. Die Theosophie in unseren Tagen bedeutet die Erkenntnis der Grundwahrheiten in der Form, wie sie für unsere Zeit brauchbar ist.

[ 1 ] Theosophie will in unserer Zeit eine Geistesbewegung sein, die unser ganzes Geistesleben wieder vertieft und den Menschen vom Sinnlichen wieder zum Übersinnlichen hinlenkt. Sie bringt dem Menschentum nicht etwas absolut Neues - nein, sie steht auf dem Boden früherer Zeiten. Sie beruht auf demjenigen, was frühere Geschlechter vor uns erarbeitet haben. Aber auch das, was frühere Geschlechter taten und wussten, war nicht etwas Neues; auch das waren Vorstellungen der allgemeinen und großen Grundwahrheiten. Jedes Geschlecht und jede Zeit drückt das, was es [beziehungsweise sie] davon verstehen kann, auf seine [beziehungsweise ihre] eigene Weise aus, sich anpassend an den Geist und die Umstände der Zeit. Die Theosophie in unseren Tagen bedeutet die Erkenntnis der Grundwahrheiten in der Form, wie sie für unsere Zeit brauchbar ist.

[ 2 ] Denken wir uns nun zurück in eine Kultur wie die vor 600 bis 700 Jahren. Damals waren nicht eine Menge Kanäle, durch die ein jeder, der das wünschte, die Kenntnisse sammeln konnte, so wie jetzt in Schulen, Büchereien und so weiter. Die Entwicklung dazu haben wir jetzt in dem letzten Jahrhundert durchgemacht. Die Wissenschaften haben sich ausgebreitet, man wünscht stets, mehr und mehr zu wissen und alles in wissenschaftlichen Formen und Termini auszudrücken, denn der Mensch kleidet seine Gedanken in Formen, an die er gewöhnt ist. Jetzt ist die Zeit gekommen, in welcher ein jeder selber wünscht, zu wissen, zu lernen und zu lesen, wozu er auch den Weg finden kann.

[ 2 ] Denken wir uns nun zurück in eine Kultur wie die vor 600 bis 700 Jahren. Damals waren nicht eine Menge Kanäle, durch die ein jeder, der das wünschte, die Kenntnisse sammeln konnte, so wie jetzt in Schulen, Büchereien und so weiter. Die Entwicklung dazu haben wir jetzt in dem letzten Jahrhundert durchgemacht. Die Wissenschaften haben sich ausgebreitet, man wünscht stets, mehr und mehr zu wissen und alles in wissenschaftlichen Formen und Termini auszudrücken, denn der Mensch kleidet seine Gedanken in Formen, an die er gewöhnt ist. Jetzt ist die Zeit gekommen, in welcher ein jeder selber wünscht, zu wissen, zu lernen und zu lesen, wozu er auch den Weg finden kann.

[ 3 ] In den alten Zeiten gab es auch einzelne Verkündiger der Weisheit und eine große Menge, die ihnen auf Gebot glaubte. (Der Redner meint, dass der große Kreis von Menschen, die ein wenig wissen und der gegenwärtig besteht, damals nicht gefunden werden konnte, neben den Einzelnen, die mehr wussten, deren Anzahl auch jetzt nicht groß ist, ebensowenig wie im Mittelalter.) Diejenigen, die mehr wussten von den großen Wahrheiten des Lebens, von dieser großen Weisheit, die wir in ihrer gegenwärtigen Form «Theosophi® nennen, nannte man Initiierte oder Eingeweihte, weil sie eine sichere große Erfahrung hinter sich hatten. Und diejenigen, die die Erfahrung hinter sich haben, sprechen nicht von diesen Dingen, als ob sie von einer anderen Welt sprechen würden, sondern als ob sie fortwährend in dieser Welt lebten. Und das ist auch so, denn diese Welt ist ihre eigene geworden. Stets sind um uns herum andere Welten, geistige Welten, wirken um uns herum andere Wesenheiten, die sich zum sinnlichen und physischen Leben des Menschen so verhalten, wie die Farbenpracht der Welt des Lichts sich verhält zu einem Blinden. Was der Eingeweihte durchlebt hat, können wir vergleichen mit der Erfahrung eines Blindgeborenen, der operiert worden ist und dem die Fähigkeit gegeben wird, das Licht zu sehen.

[ 3 ] In den alten Zeiten gab es auch einzelne Verkündiger der Weisheit und eine große Menge, die ihnen auf Gebot glaubte. (Der Redner meint, dass der große Kreis von Menschen, die ein wenig wissen und der gegenwärtig besteht, damals nicht gefunden werden konnte, neben den Einzelnen, die mehr wussten, deren Anzahl auch jetzt nicht groß ist, ebensowenig wie im Mittelalter.) Diejenigen, die mehr wussten von den großen Wahrheiten des Lebens, von dieser großen Weisheit, die wir in ihrer gegenwärtigen Form «Theosophi® nennen, nannte man Initiierte oder Eingeweihte, weil sie eine sichere große Erfahrung hinter sich hatten. Und diejenigen, die die Erfahrung hinter sich haben, sprechen nicht von diesen Dingen, als ob sie von einer anderen Welt sprechen würden, sondern als ob sie fortwährend in dieser Welt lebten. Und das ist auch so, denn diese Welt ist ihre eigene geworden. Stets sind um uns herum andere Welten, geistige Welten, wirken um uns herum andere Wesenheiten, die sich zum sinnlichen und physischen Leben des Menschen so verhalten, wie die Farbenpracht der Welt des Lichts sich verhält zu einem Blinden. Was der Eingeweihte durchlebt hat, können wir vergleichen mit der Erfahrung eines Blindgeborenen, der operiert worden ist und dem die Fähigkeit gegeben wird, das Licht zu sehen.

[ 4 ] Die Einweihungsmethode der Rosenkreuzer nun stellt die Erlebnisse dar, welche der Mensch erfährt, wenn ihm die Welt des Geistes sich öffnet.

[ 4 ] Die Einweihungsmethode der Rosenkreuzer nun stellt die Erlebnisse dar, welche der Mensch erfährt, wenn ihm die Welt des Geistes sich öffnet.

[ 5 ] Was den Rosenkreuzer selber betrifft (der Redner sagt es nicht mit so vielen Worten, aber gibt zu verstehen, dass dieses der Name ist für einen Orden oder eine Vereinigung von Eingeweihten, die dieselben Weisheitslehren betätigen wie diejenigen, die jetzt in der Theosophie gefunden werden) - dieser Name ist viel in Misskredit gebracht worden durch Menschen, die nur sehr wenig davon wussten und gerade nicht viel mehr als einige äußerliche Formen. Was man in alten Schriften hie und dort über die Rosenkreuzer finden kann, war dann auch nicht geeignet, um der Außenwelt Respekt beizubringen. Aber das alles war sehr natürlich, denn was wirklich rosenkreuzerisch war, wurde bis an das Ende des neunzehnten Jahrhunderts tatsächlich geheim gehalten, denn erst in diesem Jahrhundert war es dazu bestimmt, der Menschheit im Allgemeinen zugutezukommen. Erst die heutige theosophische Bewegung ist dazu bestimmt, die Weisheit der Rosenkreuzer aufzunehmen und zu verbreiten.

[ 5 ] Was den Rosenkreuzer selber betrifft (der Redner sagt es nicht mit so vielen Worten, aber gibt zu verstehen, dass dieses der Name ist für einen Orden oder eine Vereinigung von Eingeweihten, die dieselben Weisheitslehren betätigen wie diejenigen, die jetzt in der Theosophie gefunden werden) - dieser Name ist viel in Misskredit gebracht worden durch Menschen, die nur sehr wenig davon wussten und gerade nicht viel mehr als einige äußerliche Formen. Was man in alten Schriften hie und dort über die Rosenkreuzer finden kann, war dann auch nicht geeignet, um der Außenwelt Respekt beizubringen. Aber das alles war sehr natürlich, denn was wirklich rosenkreuzerisch war, wurde bis an das Ende des neunzehnten Jahrhunderts tatsächlich geheim gehalten, denn erst in diesem Jahrhundert war es dazu bestimmt, der Menschheit im Allgemeinen zugutezukommen. Erst die heutige theosophische Bewegung ist dazu bestimmt, die Weisheit der Rosenkreuzer aufzunehmen und zu verbreiten.

[ 6 ] Nun (sagte der Redner) haben wir es für heute nicht zu tun mit der Historie der Rosenkreuzer, sondern mit dem lebendigen Rosenkreuzertum. Erst im vierzehnten Jahrhundert ist das System, wovon wir nun sprechen, begründet worden, entstehend aus verschiedenen Geistkeimen.

[ 6 ] Nun (sagte der Redner) haben wir es für heute nicht zu tun mit der Historie der Rosenkreuzer, sondern mit dem lebendigen Rosenkreuzertum. Erst im vierzehnten Jahrhundert ist das System, wovon wir nun sprechen, begründet worden, entstehend aus verschiedenen Geistkeimen.

[ 7 ] Man muss Rosenkreuzertum nicht verwechseln mit Theosophie im Allgemeinen: Es ist nur eine Methode. Aber wenn es darum zu tun ist, Theosophie in Zusammenhang zu bringen mit der modernen Wissenschaft, dann ist dazu die Rosenkreuzermethode wohl am meisten geeignet.

[ 7 ] Man muss Rosenkreuzertum nicht verwechseln mit Theosophie im Allgemeinen: Es ist nur eine Methode. Aber wenn es darum zu tun ist, Theosophie in Zusammenhang zu bringen mit der modernen Wissenschaft, dann ist dazu die Rosenkreuzermethode wohl am meisten geeignet.

[ 8 ] Und wie stellt sich diese Methode dar? In sieben Graden (Stufen) wird der Mensch geführt zum Kennenlernen der geistigen Wahrheiten.

[ 8 ] Und wie stellt sich diese Methode dar? In sieben Graden (Stufen) wird der Mensch geführt zum Kennenlernen der geistigen Wahrheiten.

[ 9 ] Diese sieben Grade sind:

[ 9 ] Diese sieben Grade sind:

1. Grad: das Studium,
2. Grad: die imaginative Erkenntnis,
3. Grad: die Erkenntnis durch die okkulten Schriften,
4. Grad: (was man nennt) das Suchen nach dem Stein der Weisen,
5. Grad: das Studieren der Übereinstimmung zwischen den Menschen und der großen Welt da draußen (Mikrokosmos und Makrokosmos),
6. Grad: das Aufgehen in den Makrokosmos,
7. Grad: dasjenige, was aus den vorhergehenden Graden folgt: die Gottseligkeit.

1. Grad: das Studium,
2. Grad: die imaginative Erkenntnis,
3. Grad: die Erkenntnis durch die okkulten Schriften,
4. Grad: (was man nennt) das Suchen nach dem Stein der Weisen,
5. Grad: das Studieren der Übereinstimmung zwischen den Menschen und der großen Welt da draußen (Mikrokosmos und Makrokosmos),
6. Grad: das Aufgehen in den Makrokosmos,
7. Grad: dasjenige, was aus den vorhergehenden Graden folgt: die Gottseligkeit.

[ 10 ] Lasst uns diese verschiedenen Grade im Einzelnen näher betrachten:

[ 10 ] Lasst uns diese verschiedenen Grade im Einzelnen näher betrachten:

[ 11 ] Erster Grad «Das Studium»: Das ist das Erwerben der elementaren Erkenntnis der höheren Welten; denn, vor allen Dingen hat man zuerst einige elementare Kenntnisse nötig, bevor man sich darin faktisch zu Hause fühlen kann. Aber die höheren Welten kann man nur kennenlernen durch ein Öffnen der Seele: Dann wird der Mensch ein Seher, in gewissem Sinne bereits ein Eingeweihter. Nun kann wohl nicht jeder Mensch aus sich selbst heraus den Weg finden — zumindest nicht einfach —, aber wohl kann jeder Mensch, der ein Forscher ist, begabt mit dem gewöhnlichen Menschenverstand, auf dem Wege des Studiums finden, was man aus sich selber heraus nicht so leicht gefunden haben würde, Dies ist eine Art Führung, so wie die Orientierung in einer fremden Gegend mittels einer Landkarte. Auf diese Weise hat schon mancher gefunden, wonach er früher vergebens suchte: ein zusammenhängendes Wissen, das nirgends die logische Antwort verweigert.

[ 11 ] Erster Grad «Das Studium»: Das ist das Erwerben der elementaren Erkenntnis der höheren Welten; denn, vor allen Dingen hat man zuerst einige elementare Kenntnisse nötig, bevor man sich darin faktisch zu Hause fühlen kann. Aber die höheren Welten kann man nur kennenlernen durch ein Öffnen der Seele: Dann wird der Mensch ein Seher, in gewissem Sinne bereits ein Eingeweihter. Nun kann wohl nicht jeder Mensch aus sich selbst heraus den Weg finden — zumindest nicht einfach —, aber wohl kann jeder Mensch, der ein Forscher ist, begabt mit dem gewöhnlichen Menschenverstand, auf dem Wege des Studiums finden, was man aus sich selber heraus nicht so leicht gefunden haben würde, Dies ist eine Art Führung, so wie die Orientierung in einer fremden Gegend mittels einer Landkarte. Auf diese Weise hat schon mancher gefunden, wonach er früher vergebens suchte: ein zusammenhängendes Wissen, das nirgends die logische Antwort verweigert.

[ 12 ] Hier in der physischen Welt korrigieren die Dinge den Menschen, wenn er einen Fehler macht: Wir würden hier auch ohne Landkarte, sei es auch weniger bequem, den Weg finden. Auf jeden Fall würden wir deutlich sehen, wo wir nicht gehen könnten und wo ernsthafte Hindernisse wären. In den höheren Welten ist das nicht so: Da muss man in sich selbst die Führung finden.

[ 12 ] Hier in der physischen Welt korrigieren die Dinge den Menschen, wenn er einen Fehler macht: Wir würden hier auch ohne Landkarte, sei es auch weniger bequem, den Weg finden. Auf jeden Fall würden wir deutlich sehen, wo wir nicht gehen könnten und wo ernsthafte Hindernisse wären. In den höheren Welten ist das nicht so: Da muss man in sich selbst die Führung finden.

[ 13 ] Hat der Mensch die Grundzüge des höheren Wissens in sich aufgenommen, dann kann er geführt werden zum zweiten Grad der «maginativen Erkenntnis: Das ist die Erkenntnis, dass hinter allem, was wir wahrnehmen, die Wahrheit der Dinge liegt, und dass die (sinnlich) wahrgenommenen Dinge nur Gleichnisse sind für die wirklichen geistigen (Dinge).

[ 13 ] Hat der Mensch die Grundzüge des höheren Wissens in sich aufgenommen, dann kann er geführt werden zum zweiten Grad der «maginativen Erkenntnis: Das ist die Erkenntnis, dass hinter allem, was wir wahrnehmen, die Wahrheit der Dinge liegt, und dass die (sinnlich) wahrgenommenen Dinge nur Gleichnisse sind für die wirklichen geistigen (Dinge).

[ 14 ] Alles, was man in der Wissenschaft versteht, ist an sich nur ein Verstandesbegriff, besteht nur in einer Idee. Der Rosenkreuzer hat die Aufgabe, die Dinge nicht allein in der Idee, im Begriff zu erkennen, sondern im Bilde.

[ 14 ] Alles, was man in der Wissenschaft versteht, ist an sich nur ein Verstandesbegriff, besteht nur in einer Idee. Der Rosenkreuzer hat die Aufgabe, die Dinge nicht allein in der Idee, im Begriff zu erkennen, sondern im Bilde.

[ 15 ] Wir wollen ein Beispiel geben in der Form eines Dialogs, so wie dieser durch einen Rosenkreuzer-Lehrer seinem Schüler hätte gehalten werden können:

[ 15 ] Wir wollen ein Beispiel geben in der Form eines Dialogs, so wie dieser durch einen Rosenkreuzer-Lehrer seinem Schüler hätte gehalten werden können:

[ 16 ] Der Lehrer: «Schau, wie die Pflanze aus dem Boden emporwächst, wie ein Beispiel von eigner Entwicklung, [schau] wie sie werden: Stängel, Blüte, Frucht. Und begreife dann, dass alle diese Umweltgegebenheiten notwendig waren, damit die Pflanze sich so bilden konnte: Luft, Licht, Erde und alle Stoffe darin.

[ 16 ] Der Lehrer: «Schau, wie die Pflanze aus dem Boden emporwächst, wie ein Beispiel von eigner Entwicklung, [schau] wie sie werden: Stängel, Blüte, Frucht. Und begreife dann, dass alle diese Umweltgegebenheiten notwendig waren, damit die Pflanze sich so bilden konnte: Luft, Licht, Erde und alle Stoffe darin.

[ 17 ] Und richte jetzt deinen Blick auf den Menschen: ein anders geformtes Wesen. Das Fleisch ist anstelle der Pflanzensubstanz gekommen, und statt des Chlorophylis durchströmt das rote Blut dieses Wesen.

[ 17 ] Und richte jetzt deinen Blick auf den Menschen: ein anders geformtes Wesen. Das Fleisch ist anstelle der Pflanzensubstanz gekommen, und statt des Chlorophylis durchströmt das rote Blut dieses Wesen.

[ 18 ] Sinnlich hat auch die Pflanze ein Bewusstsein, ungefähr dasjenige eines Menschen im Schlaf. Der Mensch hat ein Bewusstsein, das heraufgehoben ist zur großen Höhe. Aber dieses Bewusstsein hat er erkaufen müssen mit dem Durchdrungensein von Begierden, Instinkten und Leidenschaften. Dasjenige, was die Pflanze enthält und was zu einer Frucht heranwächst, ist rein; aber dafür ist auch das Bewusstsein nur eng, begrenzt. Und begreife nun die reine Pflanze einerseits, den Menschen andererseits mit seiner höheren Entwicklung, durchzogen vom Strom der Leidenschaften.»

[ 18 ] Sinnlich hat auch die Pflanze ein Bewusstsein, ungefähr dasjenige eines Menschen im Schlaf. Der Mensch hat ein Bewusstsein, das heraufgehoben ist zur großen Höhe. Aber dieses Bewusstsein hat er erkaufen müssen mit dem Durchdrungensein von Begierden, Instinkten und Leidenschaften. Dasjenige, was die Pflanze enthält und was zu einer Frucht heranwächst, ist rein; aber dafür ist auch das Bewusstsein nur eng, begrenzt. Und begreife nun die reine Pflanze einerseits, den Menschen andererseits mit seiner höheren Entwicklung, durchzogen vom Strom der Leidenschaften.»

[ 19 ] Der Rosenkreuzer (fuhr der Redner fort) muss dazu kommen zu erfühlen, dass es der Strom der Leidenschaften ist, welcher die Pflanzensubstanz zu Muskelfleisch, den grünen Pflanzensaft, das Chlorophyll, umwandelte in das rote Blut.

[ 19 ] Der Rosenkreuzer (fuhr der Redner fort) muss dazu kommen zu erfühlen, dass es der Strom der Leidenschaften ist, welcher die Pflanzensubstanz zu Muskelfleisch, den grünen Pflanzensaft, das Chlorophyll, umwandelte in das rote Blut.

[ 20 ] Und dann sagte man: Du musst dich als Mensch erheben zu einem höheren Ideal. Die Entwicklung ist mit diesem Zustand nicht abgeschlossen. Soll sie weitergehen, dann müssen der Mensch und sein Bewusstsein andere Formen annehmen, ein höheres Bewusstsein werden. Er kehrt dann wieder zurück auf höherer Stufe zu der keuschen, reinen Pflanzensubstanz. Dann ist das Blut ohne Leidenschaften wieder dem Pflanzensaft gleich geworden. So wie die Pflanze ohne Begierden Früchte hervorbringt, so wird dann auch der Mensch wieder ein Wesen geworden sein, dessen Organe ohne Begierden hervorbringen.

[ 20 ] Und dann sagte man: Du musst dich als Mensch erheben zu einem höheren Ideal. Die Entwicklung ist mit diesem Zustand nicht abgeschlossen. Soll sie weitergehen, dann müssen der Mensch und sein Bewusstsein andere Formen annehmen, ein höheres Bewusstsein werden. Er kehrt dann wieder zurück auf höherer Stufe zu der keuschen, reinen Pflanzensubstanz. Dann ist das Blut ohne Leidenschaften wieder dem Pflanzensaft gleich geworden. So wie die Pflanze ohne Begierden Früchte hervorbringt, so wird dann auch der Mensch wieder ein Wesen geworden sein, dessen Organe ohne Begierden hervorbringen.

[ 21 ] Dieses Ideal wird genannt das Ideal des «Heiligen Gral», das Bild der Schale, worin das Blut aus den Wunden des Christus aufgefangen wurde. Sobald das rote Blut keusch und rein geworden sein wird wie das Chlorophyll, wird es das Blut des reinen menschlichen Menschen sein.

[ 21 ] Dieses Ideal wird genannt das Ideal des «Heiligen Gral», das Bild der Schale, worin das Blut aus den Wunden des Christus aufgefangen wurde. Sobald das rote Blut keusch und rein geworden sein wird wie das Chlorophyll, wird es das Blut des reinen menschlichen Menschen sein.

[ 22 ] Es ist eine Volkslegende, die erzählt, wie die Bienen kamen, um Honig aus den Wunden des Christus am Kreuz zu saugen, so wie aus den Blumen. Dieses Bild gibt uns eine Vorstellung von dem, was gemeint ist. Alles, was den Menschen hindert, um über die Pflanze hinauszukommen, muss getötet werden. Um dieses Ideal vorzustellen, wählte man ein Symbol: das schwarze Kreuz mit den roten Rosen herum. - Das Symbol des geistigen Ideals.

[ 22 ] Es ist eine Volkslegende, die erzählt, wie die Bienen kamen, um Honig aus den Wunden des Christus am Kreuz zu saugen, so wie aus den Blumen. Dieses Bild gibt uns eine Vorstellung von dem, was gemeint ist. Alles, was den Menschen hindert, um über die Pflanze hinauszukommen, muss getötet werden. Um dieses Ideal vorzustellen, wählte man ein Symbol: das schwarze Kreuz mit den roten Rosen herum. - Das Symbol des geistigen Ideals.

[ 23 ] Und von diesem geistigen Ideal war es, von dem ein eingeweihter Mann, ein Dichter sprach, als er sagte: Wer das nicht hat, bleibt ein stets trüber Gast auf unserer dunklen Erde. (Goethe - siehe dasselbe Zitat im Vortrag in Amsterdam.) Man sieht: Hier ist von etwas ganz anderem die Rede als von einer Verstandeserkenntnis. Wenn wir die ganze Welt so im Bilde zu betrachten geben versuchen, dann macht das auf uns einen anderen wärmeren Eindruck als die Verstandeserkenntnis. Die lässt uns kalt.

[ 23 ] Und von diesem geistigen Ideal war es, von dem ein eingeweihter Mann, ein Dichter sprach, als er sagte: Wer das nicht hat, bleibt ein stets trüber Gast auf unserer dunklen Erde. (Goethe - siehe dasselbe Zitat im Vortrag in Amsterdam.) Man sieht: Hier ist von etwas ganz anderem die Rede als von einer Verstandeserkenntnis. Wenn wir die ganze Welt so im Bilde zu betrachten geben versuchen, dann macht das auf uns einen anderen wärmeren Eindruck als die Verstandeserkenntnis. Die lässt uns kalt.

[ 24 ] Wenn wir dann der Welt entgegentreten mit solchen Bildern, dann fühlen wir, was in der Welt geschieht. Wer kann das schwarze Kreuz umgeben von den roten Rosen vor seine Seele stellen, ohne ein Schaudern vor innerlichem Erleben zu erlangen, einen Strom von Gefühlen in sich zu fühlen? Die Gefühle sind schaffende Kräfte. Denn dadurch werden neue Gedanken geboren, eine neue Welt eröffnet sich dem Menschen, so wie für den Blindgeborenen, der operiert worden ist und das Licht nun schaut. Eine neue Welt eröffnet sich dem Eingeweihten durch die imaginative Erkenntnis. Das sind Dinge, ebenso exakt wie die Naturgesetze.

[ 24 ] Wenn wir dann der Welt entgegentreten mit solchen Bildern, dann fühlen wir, was in der Welt geschieht. Wer kann das schwarze Kreuz umgeben von den roten Rosen vor seine Seele stellen, ohne ein Schaudern vor innerlichem Erleben zu erlangen, einen Strom von Gefühlen in sich zu fühlen? Die Gefühle sind schaffende Kräfte. Denn dadurch werden neue Gedanken geboren, eine neue Welt eröffnet sich dem Menschen, so wie für den Blindgeborenen, der operiert worden ist und das Licht nun schaut. Eine neue Welt eröffnet sich dem Eingeweihten durch die imaginative Erkenntnis. Das sind Dinge, ebenso exakt wie die Naturgesetze.

[ 25 ] Dritter Grad: Das Sich-zu-eigen-Machen der okkulten Schriften. Man lernt darin nicht allein die Naturgesetze kennen, sondern auch so, dass man mit dem Willen die Naturgesetze durchdringt. Ein Beispiel dafür: Zwei Seelenerlebnisse, uns wohl bekannt, sind Scham und Angst. Wenn der Mensch will, dass man etwas nicht an ihm bemerkt, dann nennt man das Scham, dann errötet der Mensch. Wenn der Mensch eine Gefahr sieht und fürchtet, von ihr überwältigt zu werden, dann fühlt er Angst. Und dann erblasst der Mensch. Zwei Beispiele, wie der innere Seelenzustand zur Folge hat eine Veränderung in dem physischen, äußeren Zustand. Es kommt gegenwärtig aus Amerika eine Weltbetrachtung zu uns, die bestrebt ist, alles andersherum zu erklären, nämlich aus den materiellen Dingen. Nach dieser weint zum Beispiel der Mensch nicht, weil er traurig ist, sondern er ist traurig, weil er weint, weil nämlich die Augen und Tränendrüsen unter solchen stofflichen Einflüssen sind, dass Tränen hervorgerufen werden. Dies ist: ganz und gar die Wahrheit umdrehen.

[ 25 ] Dritter Grad: Das Sich-zu-eigen-Machen der okkulten Schriften. Man lernt darin nicht allein die Naturgesetze kennen, sondern auch so, dass man mit dem Willen die Naturgesetze durchdringt. Ein Beispiel dafür: Zwei Seelenerlebnisse, uns wohl bekannt, sind Scham und Angst. Wenn der Mensch will, dass man etwas nicht an ihm bemerkt, dann nennt man das Scham, dann errötet der Mensch. Wenn der Mensch eine Gefahr sieht und fürchtet, von ihr überwältigt zu werden, dann fühlt er Angst. Und dann erblasst der Mensch. Zwei Beispiele, wie der innere Seelenzustand zur Folge hat eine Veränderung in dem physischen, äußeren Zustand. Es kommt gegenwärtig aus Amerika eine Weltbetrachtung zu uns, die bestrebt ist, alles andersherum zu erklären, nämlich aus den materiellen Dingen. Nach dieser weint zum Beispiel der Mensch nicht, weil er traurig ist, sondern er ist traurig, weil er weint, weil nämlich die Augen und Tränendrüsen unter solchen stofflichen Einflüssen sind, dass Tränen hervorgerufen werden. Dies ist: ganz und gar die Wahrheit umdrehen.

[ 26 ] Man sieht, dass die geistige Erkenntnis sagen will: Alles, was in der Welt geschieht, ist eine Folge des Geistigen, das das Prinzip dieser Welt ist; und an sich selber muss der Mensch erfahren dasjenige, was draußen in der großen Welt geschieht, dadurch dass wir nämlich begreifen lernen, wie das Geistige in physischen Formen ausgedrückt ist. Man lernt die Welt nicht kennen dadurch, dass man die Dinge beschreibt und daraus die Gesetze ableitet (abstrahiert), sondern dadurch, dass man sie innerlich erlebt.

[ 26 ] Man sieht, dass die geistige Erkenntnis sagen will: Alles, was in der Welt geschieht, ist eine Folge des Geistigen, das das Prinzip dieser Welt ist; und an sich selber muss der Mensch erfahren dasjenige, was draußen in der großen Welt geschieht, dadurch dass wir nämlich begreifen lernen, wie das Geistige in physischen Formen ausgedrückt ist. Man lernt die Welt nicht kennen dadurch, dass man die Dinge beschreibt und daraus die Gesetze ableitet (abstrahiert), sondern dadurch, dass man sie innerlich erlebt.

[ 27 ] (Was hier auch folgte über das Herz und seine symbolische Bedeutung, war nicht genügend ausgeführt vom Redner, um deutlicher wiedergegeben zu werden.)

[ 27 ] (Was hier auch folgte über das Herz und seine symbolische Bedeutung, war nicht genügend ausgeführt vom Redner, um deutlicher wiedergegeben zu werden.)

[ 28 ] Vierter Grad: «Das Suchen nach dem Stein der Weisen. Was keine Zauberei oder etwas Betrügerisches beinhaltet, sondern etwas sehr Natürliches. Ein Schreiber, der übrigens nicht viel oder nichts von den Geheimnissen der Rosenkreuzer wusste, hat über eine Sache in Bezug auf diesen Punkt richtig gesagt: Den Stein der Weisen hat jeder Mensch in der Hand - aber man kennt ihn nicht.

[ 28 ] Vierter Grad: «Das Suchen nach dem Stein der Weisen. Was keine Zauberei oder etwas Betrügerisches beinhaltet, sondern etwas sehr Natürliches. Ein Schreiber, der übrigens nicht viel oder nichts von den Geheimnissen der Rosenkreuzer wusste, hat über eine Sache in Bezug auf diesen Punkt richtig gesagt: Den Stein der Weisen hat jeder Mensch in der Hand - aber man kennt ihn nicht.

[ 29 ] Die Bedeutung des Atmungsprozesses ist diese: dass im Blute der Sauerstoff mit dem Kohlenstoff verbunden wird zur Kohlensäure — die der Mensch dann wieder ausatmet. Die Pflanze atmet diese Kohlensäure ein durch einen Prozess, der ebenso eine Art Atmung ist, auch wenn wir es mit einem anderen Namen benennen (Assimilationsprozess). Die Pflanze sondert aus der Kohlensäure wieder den Kohlenstoff ab und gibt den Sauerstoff - durch Verdunstung - dem Menschen zurück. Ohne die Pflanzenwelt wäre das Leben des Menschen auf der Erde physisch unmöglich, zumindest in der Form, in der wir es heute kennen. Aber dann muss der Mensch auch einsehen, dass er kein selbstständiges Wesen ist; die Pflanze gehört zu ihm, so wie seine eigenen Gliedmaßen zu ihm gehören. Dass der Mensch allein für sich bestehen könnte, ist eine Illusion.

[ 29 ] Die Bedeutung des Atmungsprozesses ist diese: dass im Blute der Sauerstoff mit dem Kohlenstoff verbunden wird zur Kohlensäure — die der Mensch dann wieder ausatmet. Die Pflanze atmet diese Kohlensäure ein durch einen Prozess, der ebenso eine Art Atmung ist, auch wenn wir es mit einem anderen Namen benennen (Assimilationsprozess). Die Pflanze sondert aus der Kohlensäure wieder den Kohlenstoff ab und gibt den Sauerstoff - durch Verdunstung - dem Menschen zurück. Ohne die Pflanzenwelt wäre das Leben des Menschen auf der Erde physisch unmöglich, zumindest in der Form, in der wir es heute kennen. Aber dann muss der Mensch auch einsehen, dass er kein selbstständiges Wesen ist; die Pflanze gehört zu ihm, so wie seine eigenen Gliedmaßen zu ihm gehören. Dass der Mensch allein für sich bestehen könnte, ist eine Illusion.

[ 30 ] Und nun müssen wir bedenken, dass diesem stofflichen Prozess ebenso sehr ein geistiger Prozess zugrunde liegt, wie das Schamgefühl der Schamröte zugrunde liegt und so weiter. Dieser Prozess ist nur ein äußerliches Zeichen für einen dahinterliegenden geistigen Prozess. Wir müssen begreifen, dass es zwischen Mensch und Pflanze einen wirklichen Zusammenhang gibt, und daraus folgt, dass Veränderungen in dem einen ebenso sehr stattfinden müssen wie in dem anderen, sodass ein rhythmischer Zusammenhang bestehen muss zwischen Atmung des Menschen und jener der Pflanze. Es besteht tatsächlich ein Atmungsrhythmus in der Natur — aber man kann dies nicht öffentlich besprechen -, welcher einen bewussten Kontakt herstellt zwischen Mensch und Pflanze.

[ 30 ] Und nun müssen wir bedenken, dass diesem stofflichen Prozess ebenso sehr ein geistiger Prozess zugrunde liegt, wie das Schamgefühl der Schamröte zugrunde liegt und so weiter. Dieser Prozess ist nur ein äußerliches Zeichen für einen dahinterliegenden geistigen Prozess. Wir müssen begreifen, dass es zwischen Mensch und Pflanze einen wirklichen Zusammenhang gibt, und daraus folgt, dass Veränderungen in dem einen ebenso sehr stattfinden müssen wie in dem anderen, sodass ein rhythmischer Zusammenhang bestehen muss zwischen Atmung des Menschen und jener der Pflanze. Es besteht tatsächlich ein Atmungsrhythmus in der Natur — aber man kann dies nicht öffentlich besprechen -, welcher einen bewussten Kontakt herstellt zwischen Mensch und Pflanze.

[ 31 ] Von diesem aber kann gesagt werden: Wenn der Mensch bewusst lernt den Atmungsprozess auf ein Ziel zu richten, dann lernt er mit seinem Bewusstsein den Prozess zu vollziehen, den die Pflanze ausführt: das direkte Bauen von Formen aus Kohlenstoff.

[ 31 ] Von diesem aber kann gesagt werden: Wenn der Mensch bewusst lernt den Atmungsprozess auf ein Ziel zu richten, dann lernt er mit seinem Bewusstsein den Prozess zu vollziehen, den die Pflanze ausführt: das direkte Bauen von Formen aus Kohlenstoff.

[ 32 ] Dieses ist eine vollkommen wahre Tatsache, auch wenn es fremd klingen mag: Der Mensch kann lernen, den Kohlenstoff in sich umzuformen, das Umformen der Materie.

[ 32 ] Dieses ist eine vollkommen wahre Tatsache, auch wenn es fremd klingen mag: Der Mensch kann lernen, den Kohlenstoff in sich umzuformen, das Umformen der Materie.

[ 33 ] Man nennt die Eroberung der bewussten Umbildung des Kohlenstoffes zu lebendiger Substanz den «Stein der Weisen». Hier liegt der Weg des Rosenkreuzers: dieses größte aller Mineralien gebrauchen und beherrschen zu lernen. Wir verstehen nun auch, was der Mann meinte, der sagte, dass wir den «Stein der Weisen» alle in der Hand gehabt haben, ohne es zu wissen.

[ 33 ] Man nennt die Eroberung der bewussten Umbildung des Kohlenstoffes zu lebendiger Substanz den «Stein der Weisen». Hier liegt der Weg des Rosenkreuzers: dieses größte aller Mineralien gebrauchen und beherrschen zu lernen. Wir verstehen nun auch, was der Mann meinte, der sagte, dass wir den «Stein der Weisen» alle in der Hand gehabt haben, ohne es zu wissen.

[ 34 ] Nun müssen wir zum Schluss wieder begreifen, dass dem Atmungsprozess ein geistiger Prozess zugrunde liegt und ihm vorangeht; dass die Umformung des Kohlenstoffes ein Symbol ist der Umbildung des Inneren des Menschen durch ein Hinaufsteigen in die geistige Welt; und auch, dass was in der Zukunft materiell sein wird, erst geistig sein muss.

[ 34 ] Nun müssen wir zum Schluss wieder begreifen, dass dem Atmungsprozess ein geistiger Prozess zugrunde liegt und ihm vorangeht; dass die Umformung des Kohlenstoffes ein Symbol ist der Umbildung des Inneren des Menschen durch ein Hinaufsteigen in die geistige Welt; und auch, dass was in der Zukunft materiell sein wird, erst geistig sein muss.

[ 35 ] Fünfter Grad: «Die Übereinstimmung zwischen dem Menschen und dem Weltall, zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos. Dies beruht darauf, dass alles, was in der großen Welt ist, auch im Menschen als Essenz anwesend ist; und darum kann der Mensch in sich alles finden, was in der großen Welt ist.

[ 35 ] Fünfter Grad: «Die Übereinstimmung zwischen dem Menschen und dem Weltall, zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos. Dies beruht darauf, dass alles, was in der großen Welt ist, auch im Menschen als Essenz anwesend ist; und darum kann der Mensch in sich alles finden, was in der großen Welt ist.

[ 36 ] Wir verdanken unser Auge der Sonne - ihrem Licht. Das Auge ist die Schöpfung des Sonnenlichtes. Und so ist der Mensch in seinem ganzen Wesen eine Schöpfung des Weltalls. So wie wir unser Auge müssen gebrauchen lernen, um das Sonnenlicht zu sehen, so müssen wir lernen, wie wir unsere inneren Organe gebrauchen müssen, um das geistige Licht zu sehen. Der Mensch muss lernen, das Verhältnis der äußeren Dinge zur geistigen Welt zu erkennen - das Verhältnis vom Mikrokosmos zum Makrokosmos. Und dann fühlt er, wie Wurzeln aus ihm heraus sich weiten in die ganze große Welt. Dann muss er dazu kommen, sein Inneres gänzlich zu vergessen: um der Sonne willen das Auge zu vergessen. Dann ist es, als ob das Innere des Menschen sich ausgebreitet hat zu einem ganzen Weltall.

[ 36 ] Wir verdanken unser Auge der Sonne - ihrem Licht. Das Auge ist die Schöpfung des Sonnenlichtes. Und so ist der Mensch in seinem ganzen Wesen eine Schöpfung des Weltalls. So wie wir unser Auge müssen gebrauchen lernen, um das Sonnenlicht zu sehen, so müssen wir lernen, wie wir unsere inneren Organe gebrauchen müssen, um das geistige Licht zu sehen. Der Mensch muss lernen, das Verhältnis der äußeren Dinge zur geistigen Welt zu erkennen - das Verhältnis vom Mikrokosmos zum Makrokosmos. Und dann fühlt er, wie Wurzeln aus ihm heraus sich weiten in die ganze große Welt. Dann muss er dazu kommen, sein Inneres gänzlich zu vergessen: um der Sonne willen das Auge zu vergessen. Dann ist es, als ob das Innere des Menschen sich ausgebreitet hat zu einem ganzen Weltall.

[ 37 ] Der Mensch lernt, nicht mehr zu sich selbst, aber zum Universum «Ich» zu sagen. Das ist das Gefühl, wodurch der Mensch aufgeht in den Makrokosmos [- sechster Grad].

[ 37 ] Der Mensch lernt, nicht mehr zu sich selbst, aber zum Universum «Ich» zu sagen. Das ist das Gefühl, wodurch der Mensch aufgeht in den Makrokosmos [- sechster Grad].

[ 38 ] Das Ideal dieser Erkenntnis ist, dass alles schließlich endigt in ein Gefühl, das die Welt umfasst. Und diese können wir nicht auf einmal umfassen, nicht erreichen mit Phrasen wie: Der Mensch muss selbstlos werden, sondern erst an dem langen und beschwerlichen Weg entlang der Einweihung des Rosenkreuzers. Dieses Gefühl zu besitzen und so die Welt zu verstehen, das ist die Einweihung des Rosenkreuzers.

[ 38 ] Das Ideal dieser Erkenntnis ist, dass alles schließlich endigt in ein Gefühl, das die Welt umfasst. Und diese können wir nicht auf einmal umfassen, nicht erreichen mit Phrasen wie: Der Mensch muss selbstlos werden, sondern erst an dem langen und beschwerlichen Weg entlang der Einweihung des Rosenkreuzers. Dieses Gefühl zu besitzen und so die Welt zu verstehen, das ist die Einweihung des Rosenkreuzers.

[ 39 ] Alles, was die gegenwärtige Wissenschaft sagt, können wir in diesem Lichte verstehen, aber wir bleiben nicht stehen bei dieser Wissenschaft, wir lernen die Welt und die Gottseligkeit begreifen [- siebter Grad]. Das sind die vorbereitenden Lehren der Rosenkreuzer.

[ 39 ] Alles, was die gegenwärtige Wissenschaft sagt, können wir in diesem Lichte verstehen, aber wir bleiben nicht stehen bei dieser Wissenschaft, wir lernen die Welt und die Gottseligkeit begreifen [- siebter Grad]. Das sind die vorbereitenden Lehren der Rosenkreuzer.

[ 40 ] Wir sehen, dass die Lehren und die Methode des Rosenkreuzertums auf demjenigen beruhen, was die Theosophie lehrt, dass nämlich im Menschen ein Gottesfunke lebt und dass es nicht das Ziel ist, Weisheit über Gott zu sammeln, sondern in sich selber den Pulsschlag des Universums fühlen zu lernen. Dann ist der Mensch frei geworden. Das Wissen, dass der Mensch dieses kann, gibt uns einen mächtigen Impuls zum Handeln.

[ 40 ] Wir sehen, dass die Lehren und die Methode des Rosenkreuzertums auf demjenigen beruhen, was die Theosophie lehrt, dass nämlich im Menschen ein Gottesfunke lebt und dass es nicht das Ziel ist, Weisheit über Gott zu sammeln, sondern in sich selber den Pulsschlag des Universums fühlen zu lernen. Dann ist der Mensch frei geworden. Das Wissen, dass der Mensch dieses kann, gibt uns einen mächtigen Impuls zum Handeln.

[ 41 ] Schön ist dieser Begriff ausgesprochen durch einen Mann, der wusste (Goethe), in diesen Worten: «Von der Gewalt, die alle Wesen bindet, befreit der Mensch sich, der sich überwindet.»

[ 41 ] Schön ist dieser Begriff ausgesprochen durch einen Mann, der wusste (Goethe), in diesen Worten: «Von der Gewalt, die alle Wesen bindet, befreit der Mensch sich, der sich überwindet.»