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Introduction to the Basics of Theosophy
GA 111

9 March 1908, Nijmegen

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Einführung in die Grundlagen der Theosophie, 1st ed.
  1. Introduction to the Basics of Theosophy, tr. SOL

23. Grade der höheren Erkenntnis (Stufen höherer Erkenntnis)

23. Grade der höheren Erkenntnis (Stufen höherer Erkenntnis)

[ 1 ] Dr. Steiner unterscheidet drei Grade oder Stufen der höheren Erkenntnis, die der gewöhnliche Mensch durch eine bestimmte Art der Entwicklung erreichen kann: erstens imaginative Erkenntnis, zweitens inspirative Erkenntnis und drittens intuitive Erkenntnis.

[ 1 ] Dr. Steiner unterscheidet drei Grade oder Stufen der höheren Erkenntnis, die der gewöhnliche Mensch durch eine bestimmte Art der Entwicklung erreichen kann: erstens imaginative Erkenntnis, zweitens inspirative Erkenntnis und drittens intuitive Erkenntnis.

[ 2 ] Imaginative Erkenntnis erlangen wir, wenn wir die Dinge um uns in Symbolen sehen. Der Mensch der lemurischen Rasse kannte, obwohl auf unvollkommene Weise, diesen Bewusstseinszustand. Er nahm die Dinge nicht so wahr, wie wir es jetzt tun, sondern er sah im Raume schwebende Bilder von bestimmter Farbe und Form, die sich ihm sympathisch oder antipathisch zeigten. Allmählich entwickelte sich aus diesem lemurischen Bewusstsein unser normales Tagesbewusstsein, und vom Ersteren blieben nur Reste übrig. (Vergleiche unseren Traumzustand, bei dem ein Geschehnis auf dem stofflichen Gebiete, zum Beispiel das Umfallen eines Stuhls, symbolisiert wird durch das eine oder andere verwickelte Drama.) Durch dasjenige nun, was man das esoterische Leben nennt, kann man die höhere Erkenntnis auf vollkommenere Weise zurückerlangen. Auf die Bedingungen dazu kann in diesem Vortrag nicht eingegangen werden; der Redner bemerkte nur, dass ein großes Maß von Geduld und Verzicht auf alle Neigungen des niederen Menschen unbedingt gefordert werden muss, und dass es nicht ohne Gefahr ist, ohne einen befugten Lehrer die höheren Welten, übereinstimmend mit höheren Graden der Erkenntnis, bewusst zu betreten.

[ 2 ] Imaginative Erkenntnis erlangen wir, wenn wir die Dinge um uns in Symbolen sehen. Der Mensch der lemurischen Rasse kannte, obwohl auf unvollkommene Weise, diesen Bewusstseinszustand. Er nahm die Dinge nicht so wahr, wie wir es jetzt tun, sondern er sah im Raume schwebende Bilder von bestimmter Farbe und Form, die sich ihm sympathisch oder antipathisch zeigten. Allmählich entwickelte sich aus diesem lemurischen Bewusstsein unser normales Tagesbewusstsein, und vom Ersteren blieben nur Reste übrig. (Vergleiche unseren Traumzustand, bei dem ein Geschehnis auf dem stofflichen Gebiete, zum Beispiel das Umfallen eines Stuhls, symbolisiert wird durch das eine oder andere verwickelte Drama.) Durch dasjenige nun, was man das esoterische Leben nennt, kann man die höhere Erkenntnis auf vollkommenere Weise zurückerlangen. Auf die Bedingungen dazu kann in diesem Vortrag nicht eingegangen werden; der Redner bemerkte nur, dass ein großes Maß von Geduld und Verzicht auf alle Neigungen des niederen Menschen unbedingt gefordert werden muss, und dass es nicht ohne Gefahr ist, ohne einen befugten Lehrer die höheren Welten, übereinstimmend mit höheren Graden der Erkenntnis, bewusst zu betreten.

[ 3 ] Wenn man nun die Bedingungen erfüllt, so wird man nach Verlauf einiger Zeit bei konzentrierter Aufmerksamkeit an dem einen oder anderen stofflichen Gegenstand Lichtbilder sehen, die zusammen das sogenannte imaginative (astrale) Bild, das zu diesem Gegenstand gehört, bilden. So wird man bei einer Pflanze, aus der neues Leben aufblüht, violette Bilder bemerken, die allmählich in ein Hellrot übergehen; beim Absterben der Pflanze zeigen sich dagegen orangene Bilder, die nach einiger Zeit bräunlich und schmutzig gefärbt werden. Außer diesen astralen Bildern wird man auch Wesen kennenlernen, die auf dem stofflichen Gebiete unbekannt sind, unter anderem die Gruppenseelen der Tiere, die sich in der astralen Welt als selbstständige Wesen darstellen, mit denen man sich in Verbindung setzen kann. In dem Maße, wie die Eindrücke der stofflichen Welt verschwinden, öffnet sich die neue Welt von Licht, Farbe und Ton für den Menschen, doch nicht, ohne dass er gegangen ist durch eine Periode von vollkommener Stille und ohne jegliches Licht.

[ 3 ] Wenn man nun die Bedingungen erfüllt, so wird man nach Verlauf einiger Zeit bei konzentrierter Aufmerksamkeit an dem einen oder anderen stofflichen Gegenstand Lichtbilder sehen, die zusammen das sogenannte imaginative (astrale) Bild, das zu diesem Gegenstand gehört, bilden. So wird man bei einer Pflanze, aus der neues Leben aufblüht, violette Bilder bemerken, die allmählich in ein Hellrot übergehen; beim Absterben der Pflanze zeigen sich dagegen orangene Bilder, die nach einiger Zeit bräunlich und schmutzig gefärbt werden. Außer diesen astralen Bildern wird man auch Wesen kennenlernen, die auf dem stofflichen Gebiete unbekannt sind, unter anderem die Gruppenseelen der Tiere, die sich in der astralen Welt als selbstständige Wesen darstellen, mit denen man sich in Verbindung setzen kann. In dem Maße, wie die Eindrücke der stofflichen Welt verschwinden, öffnet sich die neue Welt von Licht, Farbe und Ton für den Menschen, doch nicht, ohne dass er gegangen ist durch eine Periode von vollkommener Stille und ohne jegliches Licht.

[ 4 ] Beim Fortschreiten in der inneren Entwicklung erfährt man auf einer bestimmten Stufe, dass man nicht mehr nur imaginative Bilder wahrnimmt, sondern sie zugleich anfängt zu begreifen. Auf dieser Stufe beginnt die sogenannte inspirative Erkenntnis, und man wird bewusst in der niederen Devachanwelt. Man lernt seine Mitgeschöpfe kennen durch einen bestimmten Ton: Die Sphärenmusik» wird dem Menschen geoffenbart, ebenso die Pflanzen-Gruppenseelen, welche in dieser Welt bestimmte Wesen und sozusagen Teile sind von dem großen Geistwesen, von der Planetenseele, von der die Erde der stoffliche Leib ist. Die stoffliche Erde zeigt sich in der niederen Devachanwelt als ein durchsichtiger Kristall.

[ 4 ] Beim Fortschreiten in der inneren Entwicklung erfährt man auf einer bestimmten Stufe, dass man nicht mehr nur imaginative Bilder wahrnimmt, sondern sie zugleich anfängt zu begreifen. Auf dieser Stufe beginnt die sogenannte inspirative Erkenntnis, und man wird bewusst in der niederen Devachanwelt. Man lernt seine Mitgeschöpfe kennen durch einen bestimmten Ton: Die Sphärenmusik» wird dem Menschen geoffenbart, ebenso die Pflanzen-Gruppenseelen, welche in dieser Welt bestimmte Wesen und sozusagen Teile sind von dem großen Geistwesen, von der Planetenseele, von der die Erde der stoffliche Leib ist. Die stoffliche Erde zeigt sich in der niederen Devachanwelt als ein durchsichtiger Kristall.

[ 5 ] Der dritte Grad der höheren Erkenntnis, die intuitive Erkenntnis, kommt zum Menschen, wenn er nach lange durchgeführter Übung die Fähigkeit entwickelt hat, in allen Dingen selber zu leben. Dann kann man mitfühlen mit Pflanzen- und Mineralseelen und zum Beispiel das angenehme Gefühl dieser Seelen teilen, wenn die Blume gepflückt, das Korn gemäht oder der Stein zu Kies zerklopft wird. Dann teilt man das Leben aller Mitgeschöpfe, und wahrhaftiges Mitleid wird entwickelt. Und man sieht, dass von allen Formen der Naturreiche Wesen das beseelende Leben sind.

[ 5 ] Der dritte Grad der höheren Erkenntnis, die intuitive Erkenntnis, kommt zum Menschen, wenn er nach lange durchgeführter Übung die Fähigkeit entwickelt hat, in allen Dingen selber zu leben. Dann kann man mitfühlen mit Pflanzen- und Mineralseelen und zum Beispiel das angenehme Gefühl dieser Seelen teilen, wenn die Blume gepflückt, das Korn gemäht oder der Stein zu Kies zerklopft wird. Dann teilt man das Leben aller Mitgeschöpfe, und wahrhaftiges Mitleid wird entwickelt. Und man sieht, dass von allen Formen der Naturreiche Wesen das beseelende Leben sind.