Introduction to the Basics of Theosophy
GA 111
26 March 1909, Rome
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Introduction to the Basics of Theosophy, tr. SOL
27. Einführung in die Theosophie II
27. Introduction To Theosophy II
[ 1 ] Wir wollen heute weitersprechen von dem, was sich beim Tode vollzieht, wenn der Mensch in ein neues Dasein tritt. Wir haben schon gesehen, dass der Mensch sich vom Lebensleib einen Extrakt behält, und wir werden noch sehen, wie wichtig dieser Extrakt und seine Aufnahme in die höheren Glieder ist. Jetzt wollen wir den Astralleib betrachten. Er bleibt, was er vor dem Tode war, und behält all seine guten und schlechten Eigenschaften, seine Triebe, Leidenschaften und so weiter. Was sind nun des Toten erste Empfindungen in seinem Astralleib?
[ 1 ] Today we will continue our discussion of what takes place at death, when a person enters a new existence. We have already seen that a person retains an essence from the physical body, and we will yet see how important this essence is and how it is incorporated into the higher bodies. Now let us consider the astral body. It remains what it was before death and retains all its good and bad qualities, its instincts, passions, and so on. What, then, are the first sensations of the deceased in their astral body?
[ 2 ] Hat der Lebensleib sich aufgelöst, der noch eine Verbindung mit der physischen Welt darstellte, dann wird der Tote, wenn er nicht hellsehend ist und sich im irdischen Leben nie über den Kreis seiner eigenen selbstsüchtigen Interessen erhoben hat, nach einer ersten Zeit vollkommener Bewusstlosigkeit erwachen in einem schmerzvollen Zustand, in dem er sich bewusst ist, dass er lebt, aber mit der trügerischen Empfindung, seinen physischen Leib noch zu haben, so wie ein Mensch ein amputiertes Glied seines physischen Leibes noch fühlt und doch sich bewusst ist, es nicht gebrauchen zu können. Andererseits aber vibriert der Astralleib, der vom physischen Band befreit ist, in voller Macht und Kraft, sodass der Mensch seine Triebe, Leidenschaften und so weiter im gesteigerten Maße fühlt, und ungeheuer leidet [darunter], sie wegen des Mangels der betreffenden Werkzeuge nicht befriedigen zu können. Denn die Triebe sind in Wirklichkeit dem Astralleib und nicht dem physischen Leib eigen, und der Astralleib kann sie nur durch den Genuss befriedigen. Ist der Mensch zum Beispiel ein Feinschmecker, so behält er das Verlangen nach feinen Speisen, während ihm der Gaumen fehlt. Dasselbe gilt von den anderen Sinnesorganen.
[ 2 ] Once the life body—which still constituted a link to the physical world—has dissolved, the deceased, unless he is clairvoyant and has never in earthly life risen above the circle of his own selfish interests, will, after an initial period of complete unconsciousness, awaken in a painful state in which he is aware that he is alive, but with the deceptive sensation of still possessing his physical body, just as a person still feels an amputated limb of his physical body yet is aware that he cannot use it. On the other hand, however, the astral body, freed from its physical bond, vibrates with full power and strength, so that the person feels his instincts, passions, and so on to an heightened degree, and suffers immensely [from] being unable to satisfy them due to the lack of the necessary instruments. For the instincts are in reality inherent in the astral body and not in the physical body, and the astral body can satisfy them only through enjoyment. If a person is, for example, a gourmet, he retains the desire for fine food even while his palate is missing. The same applies to the other sense organs.
[ 3 ] Dann kommt noch dazu das Gefühl der Einsamkeit, das dadurch bewirkt wird, dass der Mensch von der neuen ihn umgebenden Welt gar nichts wahrnehmen kann. Allmählich aber fängt er an wahrzunehmen. Zuallererst sind es Gehörwahrnehmungen, denn die astralische Welt ist in eminentester Weise eine Welt der Töne. Dann kommen dazu die Lichtwahrnehmungen. Wichtig ist es, zu bemerken, dass, während wir im physischen Leben die Dinge um uns selbst vom Lichte bestrahlt sehen, im astralen Leben dagegen der Mensch selbst wie eine kleine Sonne zu leuchten anfängt. Wenn wir ihn dort beobachten, so sehen wir ihn zuerst wie in eine dunkle Wolke gehüllt. Diese Wolke ist aus jenem Teil des Astralleibes geformt, der die leidenschaftlichen Elemente enthält und der am Ende des Lebens auf dem Astralplan abgeworfen werden muss.
[ 3 ] Added to this is the feeling of loneliness caused by the fact that the person cannot perceive anything at all of the new world surrounding them. Gradually, however, they begin to perceive. First and foremost are auditory perceptions, for the astral world is, in the most eminent sense, a world of sounds. Then come the perceptions of light. It is important to note that, whereas in physical life we see the things around us illuminated by light, in astral life, on the other hand, the person themselves begins to shine like a small sun. When we observe him there, we first see him as if shrouded in a dark cloud. This cloud is formed from that part of the astral body which contains the passionate elements and which must be cast off on the astral plane at the end of life.
[ 4 ] Das Leben in der Astralwelt dauert gewöhnlich ein Drittel von dem vorangegangenen irdischen Leben, obwohl es Ausnahmen gibt, zum Beispiel für sehr intelligente, aber ganz in materialistische Auffassungen verstrickte Menschen, deren Leben auf dem Astralplan Jahrhunderte dauern kann. Es sei aber bemerkt, dass die Wahrnehmung der Zeit dort verschieden ist von der unsrigen. Ist das Astralleben vollendet, dann hinterlässt der Mensch seinen dritten Leichnam. Wir sind umgeben von solchen Leichnamen, die um uns herum schweben und sogar in uns hineindringen. Sie sind es, die auf spiritistischen Seancen durch mediumistische Kräfte oder Somnambule sichtbar gemacht werden können. Das Leben in der astralen Welt nennt die christliche Religion das «Fegefeuer», und in Indien wird es «Kamaloka» genannt.
[ 4 ] Life in the astral world usually lasts one-third of the preceding earthly life, although there are exceptions, for example, for very intelligent people who are, however, completely entangled in materialistic views, whose lives on the astral plane can last for centuries. It should be noted, however, that the perception of time there differs from ours. Once astral life is complete, the person leaves behind their third body. We are surrounded by such bodies, which hover around us and even penetrate into us. It is these that can be made visible during spiritualist séances through mediumistic powers or somnambulists. The Christian religion calls life in the astral world “Purgatory,” and in India it is called “Kamaloka.”
[ 5 ] Wenn wir von übersinnlichen Welten reden, so müssen wir nicht in den Irrtum verfallen, sie uns durch die Benennung - Plane» oder «Gebiete, wie sie oft genannt werden - als übereinander liegende Raumteile vorzustellen. In Wirklichkeit handelt es sich um Bewusstseinszustände und verschiedene Wahrnehmungsweisen in einem einzigen Raum. Die Aufenthaltsdauer im Fegefeuer oder Kamaloka ergibt sich genau aus der Intensität der Triebe und Leidenschaften des Individuums. Es ist eine Zeit der Reinigung. Leider bemühen wir uns nicht immer, sie zu verkürzen. Derjenige aber, der auf Erden schon geistiger Genüsse fähig ist, wird ein kürzeres Kamaloka haben. In erster Linie tragen künstlerische Genüsse dazu bei, wie zum Beispiel die Anschauung von Raffaels oder Michelangelos Kunstwerken, uns das Leben in der geistigen Welt zugänglich zu machen. Dasselbe kann aber nicht gesagt werden von jener Kunst, die sich nur bemüht, die physische Form zu verherrlichen, und gar keine erhebende Wirkung hat. Außerdem wird das Kamaloka-Leben auch verkürzt durch edle Taten und durch ein Leben, das dem Suchen nach der Wahrheit und der Erkenntnis gewidmet ist.
[ 5 ] When we speak of supernatural worlds, we must not fall into the error of forming a mental image of them—through terms such as “plane” or “realms,” as they are often called—as layers of space superimposed one upon another. In reality, they are states of consciousness and different modes of perception within a single space. The length of stay in purgatory or Kamaloka depends precisely on the intensity of the individual’s drives and passions. It is a time of purification. Unfortunately, we do not always strive to shorten it. However, those who are already capable of spiritual enjoyment on Earth will have a shorter stay in Kamaloka. Above all, artistic pleasures—such as contemplating the works of art by Raphael or Michelangelo—help make life in the spiritual world accessible to us. The same cannot be said, however, of art that merely seeks to glorify the physical form and has no uplifting effect whatsoever. Furthermore, life in the Kamaloka is also shortened by noble deeds and by a life devoted to the search for truth and knowledge.
[ 6 ] Eine Eigentümlichkeit des Astrallebens, worauf im Okkultismus selten hingewiesen wird, ist diese, dass es rückwärts verläuft. Anfangs ist der Eingeweihte ganz verwirrt, weil alles in jener Welt sich zurücklaufend vollzieht und umgekehrt erscheint wie ein vom Spiegel zurückgeworfenes Bild. So wird eine Zahl, etwa 345, gelesen als 543. Besonders befremdend und verwirrend ist es, dass das auch von der Zeit gilt, sodass die Vergangenheit uns nach der Gegenwart erscheint, als ob sie die Zukunft wäre. Zum Beispiel wird man das Huhn wieder ins Ei kriechen sehen, aus dem es gekommen war. Was unser Leben betrifft, so machen wir es ebenso rückwärts durch, wir fangen beim Todestag an und sind am Ende beim Tag unserer Geburt. Im Gegensatz aber zum Panorama, das uns der Lebensleib vorgehalten hat, lassen uns die Wahrnehmungen des Astralleibes nicht gleichgültig, und sie sind immer von den dazugehörenden Gefühlen begleitet.
[ 6 ] A peculiarity of astral life, rarely mentioned in occultism, is that it proceeds in reverse. At first, the initiate is completely confused because everything in that world unfolds in reverse and appears inverted, like an image reflected in a mirror. Thus, a number such as 345 is read as 543. It is particularly disconcerting and confusing that this also applies to time, so that the past appears to us after the present, as if it were the future. For example, one will see the chicken crawl back into the egg from which it came. As for our lives, we relive them in reverse as well; we begin with the day of our death and end with the day of our birth. In contrast, however, to the panorama presented to us by the physical body, the perceptions of the astral body do not leave us indifferent, and they are always accompanied by the corresponding feelings.
[ 7 ] Zum Beispiel: Ist ein Mensch mit achtzig Jahren gestorben und hat, als er fünfzig war, einem andern einen Schmerz verursacht, und ist er nun in seinem rücklaufenden Kamaloka-Leben an sein fünfzigstes Jahr gekommen, dann fühlt er den Schmerz, weil er sich [nun] mit seinem Opfer identifiziert.
[ 7 ] For example: If a person died at the age of eighty and, when he was fifty, caused pain to another, and has now reached his fiftieth year in his retrograde Kamaloka life, then he feels the pain because he [now] identifies with his victim.
[ 8 ] Dasselbe aber gilt für erlebte Freuden. Würde der Mensch diese Erfahrungen nicht machen, dann würde er später viele Hindernisse auf seinem Wege finden. So aber lernen wir, dass jedes Übel gutgemacht werden muss. Wäre dem nicht so, dann würde das Übel sich nie von uns lösen, und die Vereinigung mit Gott wäre unmöglich.
[ 8 ] The same applies, however, to joys experienced. If a person did not have these experiences, they would later encounter many obstacles on their path. But in this way, we learn that every evil must be atoned for. If this were not the case, evil would never be separated from us, and union with God would be impossible.
[ 9 ] In dieser Weise also reinigen wir uns. Und erreichen wir unsere Kindheit, dann sind wir an die Schwelle gelangt der himmlischen Welt. Hierauf, obwohl in verhüllter Weise, deutet die Heilige Schrift mit den Worten: So ihr nicht werdet wie die Kindlein, könnt ihr nicht in die Reiche der Himmel eintreten. Durch die Reinigung löst sich der Nebel, der den Astralleib verdunkelte, und dieser strahlt dann in voller Pracht. Das Ich mit dem gereinigten Astralleib geht in das Devachan hinein.
[ 9 ] In this way, then, we purify ourselves. And when we reach the state of childhood, we have arrived at the threshold of the heavenly world. Scripture alludes to this, albeit in a veiled manner, with the words: Unless you become like little children, you cannot enter the kingdom of heaven. Through purification, the mist that darkened the astral body dissipates, and it then shines in all its splendor. The I, with the purified astral body, enters the Devachan.
[ 10 ] Ist das immer so gegangen? Wir wissen, dass die Menschheit auf Erden gelebt hat während der ägyptischen Zeit in einer bestimmten Weise, in der indischen Zeit in einer anderen Weise und so weiter, und dass unsere Zeit auch ganz verschieden ist von der griechischen Zeit. Gibt es also auch eine Geschichte für die andere Welt? Ja, ganz gewiss: Das Seelenleben von einem Inder von vor zweitausend Jahren war ganz verschieden von dem unseren. Er hatte gar kein Interesse für die physische Welt. Ihm waren Menschen, Tiere, Pflanzen und so weiter alles Maya, ein Traum. Er wollte diese Welt, die für ihn eine Illusion war, entschieden verleugnen. Schon während dieses Lebens war er in der geistigen Welt, und nach dem Tode fühlte er sich durchaus nicht desorientiert. Die Menschheit aber hat diese Neigung, die physische Welt zu fliehen, nicht behalten.
[ 10 ] Has it always been this way? We know that humanity lived on Earth in a certain way during the Egyptian era, in another way during the Indian era, and so on, and that our time is also quite different from the Greek era. Is there, then, also a history for the other world? Yes, certainly: the inner life of an Indian from two thousand years ago was quite different from ours. He had no interest whatsoever in the physical world. To him, people, animals, plants, and so on were all Maya, a dream. He wanted to decisively renounce this world, which was an illusion to him. Even during this life, he was in the spiritual world, and after death he did not feel disoriented at all. Humanity, however, has not retained this inclination to flee the physical world.
[ 11 ] Die alten Perser schon, die von Zoroaster unterrichtet wurden — nicht derjenige der Geschichte, aber ein viel größerer —, lernten das Leben lieben und sich für die physische Welt interessieren, während die Inder immer nur an Brahma hinter den Sternen dachten. Zoroaster lehrte, dass der Mensch hier auf Erden leben und arbeiten muss, aber zu gleicher Zeit den Geist hinauflenken soll. Er predigte, dass die Menschheit die materielle, physische Welt bearbeiten muss, um sich zu vereinigen mit der großen geistigen Aura der Sonne. Er nannte diese Ahura Mazdao, später hieß sie Ormuzd.
[ 11 ] The ancient Persians, who were taught by Zoroaster—not the historical figure, but a much greater one—learned to love life and take an interest in the physical world, while the Indians thought only of Brahma beyond the stars. Zoroaster taught that man must live and work here on Earth, but at the same time direct his spirit upward. He preached that humanity must work on the material, physical world in order to unite with the great spiritual aura of the Sun. He called this Ahura Mazdao; later it was called Ormuzd.
[ 12 ] Inzwischen aber ging die Menschheit der unmittelbaren und bewussten Verbindung mit dem Urlichte verlustig, ihr Leben auf Erden - und auch nach dem Tode - verfinsterte sich. Diese Verfinsterung war schon sehr groß während der ägyptisch-chaldäischen Zeit und erreichte ihren Höhepunkt in der griechischen Zeit. Die Griechen stellten den Mittelpunkt des Lebens ganz in die physische Welt. Betrachten wir einen griechischen Tempel, so sehen wir, dass er harmonisch errichtet ist nach geistigen Maßen. Er kann dastehen, verlassen und einsam, und doch fühlen wir, dass ihm nichts fehlt, auch wenn es keine Menschen drinnen gibt, weil die Gottheit, der er gewidmet war, in ihm wohnen konnte und dies auch wahrhaft tat, ihn ganz ausfüllend. Betrachten wir dagegen eine gotische Kirche, so fühlen wir wirklich eine Leere. Es bedarf der Seelen der Gläubigen, um sie lebendig zu machen. Hellsehend geschaut, erscheint der griechische Tempel in seiner astralischen Form nur wie ein schwarzer Fleck. Deswegen konnten die damaligen Menschen nichts mitbringen, als sie durch die Todespforte gingen; sie waren gar nicht auf ein Leben nach dem Tode vorbereitet. Das Leben nach dem Tode war ihnen das Reich der Schatten, das sie so sehr fürchteten, dass sie sagten: Lieber ein Bettler auf Erden als ein König im Reiche der Schatten. - Der Mensch fand sich damals vereinsamt in der geistigen Welt. Dagegen erscheint die astrale Form der gotischen Kirche ganz verschieden; sie ist ganz leuchtend und bietet dem Auge den Verbindungspunkt zwischen den zwei Welten. Verfolgen wir jetzt die Geschichte der geistigen Welt.
[ 12 ] In the meantime, however, humanity lost its direct and conscious connection with the Primordial Light; its life on Earth—and also after death—became darkened. This darkening was already very great during the Egyptian-Chaldean period and reached its peak in the Greek era. The Greeks placed the center of life entirely in the physical world. If we look at a Greek temple, we see that it is harmoniously constructed according to spiritual measures. It can stand there, abandoned and lonely, and yet we feel that nothing is lacking in it, even if there are no people inside, because the deity to whom it was dedicated could dwell within it—and indeed did so, filling it completely. If, on the other hand, we look at a Gothic church, we truly feel a void. It requires the souls of the faithful to bring it to life. Viewed clairvoyantly, the Greek temple appears in its astral form as nothing more than a black spot. That is why the people of that time could take nothing with them when they passed through the gates of death; they were not at all prepared for a life after death. Life after death was for them the realm of shadows, which they feared so much that they said: Better a beggar on earth than a king in the realm of shadows. — At that time, human beings found themselves isolated in the spiritual world. In contrast, the astral form of the Gothic church appears quite different; it is radiant and offers the eye the point of connection between the two worlds. Let us now trace the history of the spiritual world.
[ 13 ] Nach der klassischen Zeit vollzieht sich in ihr eine ungeheuer wichtige Tatsache, die alle großen Lehrer der Menschheit vorher verkündet hatten. Die sieben großen Rishis Indiens hatten gesagt: Unsere Weisheit reicht bis zu einem gewissen Punkt, aber weiter nicht. Nach diesem Punkte kommt eine Wesenheit, die die Menschheit erlösen wird. Auch Zarathustra hatte eine Ahnung von dieser Wesenheit, und Hermes [Trismegistos] zeigte den Ägyptern ein Wesen, das bereit war zu kommen - Osiris - und mit einer göttlichen Mission kommen würde.
[ 13 ] After the classical era, an immensely important event takes place within it, one that all the great teachers of humanity had previously foretold. The seven great Rishis of India had said: “Our wisdom extends to a certain point, but no further.” Beyond this point comes a being who will redeem humanity. Zarathustra, too, had a premonition of this being, and Hermes [Trismegistus] showed the Egyptians a being who was ready to come—Osiris—and would come with a divine mission.
[ 14 ] Bevor diese wichtige Tatsache, von der wir noch sprechen werden, stattfand, geschah eine andere, auch sehr wichtige, und zwar sechshundert Jahre früher, nämlich die Erscheinung des Buddha. Wir wissen, wie er aus königlichem Hause stammte, und wie seine Aufmerksamkeit auf das Leiden der Menschheit gelenkt wurde durch das Erblicken eines Kranken, eines Alten und eines Leichnams. Im Übel, im Alter und im Tode sah er nur Leid; ebenso in dem unbefriedigten Verlangen. Das ganze Leben erschien ihm wie ein Leiden, sodass er die Menschheit dazu erziehen wollte, das Leben zu fliehen. Er verließ seine Familie, seine Verwandten, seine Güter und widmete sich ganz
[ 14 ] Before this important event, which we will discuss later, another equally significant one took place six hundred years earlier: the appearance of the Buddha. We know that he came from a royal family and that his attention was drawn to the suffering of humanity by the sight of a sick person, an old man, and a corpse. In sickness, old age, and death, he saw only suffering; the same was true of unfulfilled desire. Life as a whole appeared to him as suffering, so that he wished to teach humanity to flee from life. He left his family, his relatives, and his possessions and devoted himself entirely
[ 15 ] dem Suchen des Weges zu dieser Befreiung. So entsprangen in seiner Seele die sogenannten Lebenswahrheiten. [Aber sechshundert Jahre später schen wir mit dem großen Geschehen von Golgatha, dass alles sich ganz wesentlich geändert hat.]
[ 15 ] to seeking the path to this liberation. Thus the so-called truths of life arose in his soul. [But six hundred years later, with the great event of Golgotha, we see that everything has changed fundamentally.]
[ 16 ] Was bedeutete denn für die neue Gemeinde ein Leichnam an einem Kreuze? Dieser Leichnam war das wahrhafte Zeichen der Erlösung und der Glückseligkeit geworden! Niemals ist je etwas Ähnliches in der Geschichte der Menschheit vorgekommen, und es geschah nur durch das Mysterium von Golgatha. Hätte es einen Hellscher gegeben, als das Mysterium von Golgatha sich vollzog und das Blut Christi aus den fünf Wunden rann, so hätte er gesehen, wie der Christus wie ein Lichtpfeil in das Reich der Toten hineindrang und es von einem Reich der Finsternis verwandelte in ein Reich des Lichtes.
[ 16 ] What, then, did a corpse on a cross mean for the new community? This corpse had become the true sign of redemption and bliss! Nothing like this has ever occurred in the history of humanity, and it happened only through the Mystery of Golgotha. Had there been a clairvoyant present when the Mystery of Golgotha unfolded and the blood of Christ flowed from the five wounds, he would have seen how Christ penetrated the realm of the dead like a ray of light, transforming it from a realm of darkness into a realm of light.
[ 17 ] In jenem Augenblicke empfing die Substanz des Astralleibes der Erde das Christus-Prinzip und fing zu leuchten an; was eben auch mit uns geschieht, je mehr wir uns dem Christus nähern. Früher brachte der Mensch nichts von der Erde mit; jetzt kann er das Leben lieben, [weil die menschlichen Elemente von den Elementen des Christus geformt wurden]. Der Hellseher sieht nichts von dem griechischen Tempel auf dem Astralplan, von der gotischen Kirche aber und von den Kunstwerken Raffaels und Michelangelos und so weiter ist das, was er dort sieht, unendlich viel schöner und erhabener, als was hier auf Erden physisch vorhanden ist. Dasselbe kann gesagt werden von den Evangelien und der Offenbarung des Johannes. Wenn wir sie erleben, eignen wir uns einen großen Teil der geistigen Welt an.
[ 17 ] At that moment, the substance of the Earth’s astral body received the Christ principle and began to shine; which is precisely what happens to us as well, the more we draw near to Christ. Formerly, man brought nothing from the Earth; now he can love life, [because the human elements have been shaped by the elements of Christ]. The clairvoyant sees nothing of the Greek temple on the astral plane, but of the Gothic church and the works of art by Raphael and Michelangelo and so on, what he sees there is infinitely more beautiful and sublime than what exists physically here on Earth. The same can be said of the Gospels and the Revelation of John. When we experience them, we take in a large part of the spiritual world.
[ 18 ] Später werden wir noch sehen, wie der Tote im Himmel im Christus-Lichte weiterlebt.
[ 18 ] Later we will see how the dead continue to live in heaven in the light of Christ.
