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Introduction to the Basics of Theosophy
GA 111

26 March 1909, Rome

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Einführung in die Grundlagen der Theosophie, 1st ed.
  1. Introduction to the Basics of Theosophy, tr. SOL

27. Einführung in die Theosophie II

27. Einführung in die Theosophie II

[ 1 ] Wir wollen heute weitersprechen von dem, was sich beim Tode vollzieht, wenn der Mensch in ein neues Dasein tritt. Wir haben schon gesehen, dass der Mensch sich vom Lebensleib einen Extrakt behält, und wir werden noch sehen, wie wichtig dieser Extrakt und seine Aufnahme in die höheren Glieder ist. Jetzt wollen wir den Astralleib betrachten. Er bleibt, was er vor dem Tode war, und behält all seine guten und schlechten Eigenschaften, seine Triebe, Leidenschaften und so weiter. Was sind nun des Toten erste Empfindungen in seinem Astralleib?

[ 1 ] Wir wollen heute weitersprechen von dem, was sich beim Tode vollzieht, wenn der Mensch in ein neues Dasein tritt. Wir haben schon gesehen, dass der Mensch sich vom Lebensleib einen Extrakt behält, und wir werden noch sehen, wie wichtig dieser Extrakt und seine Aufnahme in die höheren Glieder ist. Jetzt wollen wir den Astralleib betrachten. Er bleibt, was er vor dem Tode war, und behält all seine guten und schlechten Eigenschaften, seine Triebe, Leidenschaften und so weiter. Was sind nun des Toten erste Empfindungen in seinem Astralleib?

[ 2 ] Hat der Lebensleib sich aufgelöst, der noch eine Verbindung mit der physischen Welt darstellte, dann wird der Tote, wenn er nicht hellsehend ist und sich im irdischen Leben nie über den Kreis seiner eigenen selbstsüchtigen Interessen erhoben hat, nach einer ersten Zeit vollkommener Bewusstlosigkeit erwachen in einem schmerzvollen Zustand, in dem er sich bewusst ist, dass er lebt, aber mit der trügerischen Empfindung, seinen physischen Leib noch zu haben, so wie ein Mensch ein amputiertes Glied seines physischen Leibes noch fühlt und doch sich bewusst ist, es nicht gebrauchen zu können. Andererseits aber vibriert der Astralleib, der vom physischen Band befreit ist, in voller Macht und Kraft, sodass der Mensch seine Triebe, Leidenschaften und so weiter im gesteigerten Maße fühlt, und ungeheuer leidet [darunter], sie wegen des Mangels der betreffenden Werkzeuge nicht befriedigen zu können. Denn die Triebe sind in Wirklichkeit dem Astralleib und nicht dem physischen Leib eigen, und der Astralleib kann sie nur durch den Genuss befriedigen. Ist der Mensch zum Beispiel ein Feinschmecker, so behält er das Verlangen nach feinen Speisen, während ihm der Gaumen fehlt. Dasselbe gilt von den anderen Sinnesorganen.

[ 2 ] Hat der Lebensleib sich aufgelöst, der noch eine Verbindung mit der physischen Welt darstellte, dann wird der Tote, wenn er nicht hellsehend ist und sich im irdischen Leben nie über den Kreis seiner eigenen selbstsüchtigen Interessen erhoben hat, nach einer ersten Zeit vollkommener Bewusstlosigkeit erwachen in einem schmerzvollen Zustand, in dem er sich bewusst ist, dass er lebt, aber mit der trügerischen Empfindung, seinen physischen Leib noch zu haben, so wie ein Mensch ein amputiertes Glied seines physischen Leibes noch fühlt und doch sich bewusst ist, es nicht gebrauchen zu können. Andererseits aber vibriert der Astralleib, der vom physischen Band befreit ist, in voller Macht und Kraft, sodass der Mensch seine Triebe, Leidenschaften und so weiter im gesteigerten Maße fühlt, und ungeheuer leidet [darunter], sie wegen des Mangels der betreffenden Werkzeuge nicht befriedigen zu können. Denn die Triebe sind in Wirklichkeit dem Astralleib und nicht dem physischen Leib eigen, und der Astralleib kann sie nur durch den Genuss befriedigen. Ist der Mensch zum Beispiel ein Feinschmecker, so behält er das Verlangen nach feinen Speisen, während ihm der Gaumen fehlt. Dasselbe gilt von den anderen Sinnesorganen.

[ 3 ] Dann kommt noch dazu das Gefühl der Einsamkeit, das dadurch bewirkt wird, dass der Mensch von der neuen ihn umgebenden Welt gar nichts wahrnehmen kann. Allmählich aber fängt er an wahrzunehmen. Zuallererst sind es Gehörwahrnehmungen, denn die astralische Welt ist in eminentester Weise eine Welt der Töne. Dann kommen dazu die Lichtwahrnehmungen. Wichtig ist es, zu bemerken, dass, während wir im physischen Leben die Dinge um uns selbst vom Lichte bestrahlt sehen, im astralen Leben dagegen der Mensch selbst wie eine kleine Sonne zu leuchten anfängt. Wenn wir ihn dort beobachten, so sehen wir ihn zuerst wie in eine dunkle Wolke gehüllt. Diese Wolke ist aus jenem Teil des Astralleibes geformt, der die leidenschaftlichen Elemente enthält und der am Ende des Lebens auf dem Astralplan abgeworfen werden muss.

[ 3 ] Dann kommt noch dazu das Gefühl der Einsamkeit, das dadurch bewirkt wird, dass der Mensch von der neuen ihn umgebenden Welt gar nichts wahrnehmen kann. Allmählich aber fängt er an wahrzunehmen. Zuallererst sind es Gehörwahrnehmungen, denn die astralische Welt ist in eminentester Weise eine Welt der Töne. Dann kommen dazu die Lichtwahrnehmungen. Wichtig ist es, zu bemerken, dass, während wir im physischen Leben die Dinge um uns selbst vom Lichte bestrahlt sehen, im astralen Leben dagegen der Mensch selbst wie eine kleine Sonne zu leuchten anfängt. Wenn wir ihn dort beobachten, so sehen wir ihn zuerst wie in eine dunkle Wolke gehüllt. Diese Wolke ist aus jenem Teil des Astralleibes geformt, der die leidenschaftlichen Elemente enthält und der am Ende des Lebens auf dem Astralplan abgeworfen werden muss.

[ 4 ] Das Leben in der Astralwelt dauert gewöhnlich ein Drittel von dem vorangegangenen irdischen Leben, obwohl es Ausnahmen gibt, zum Beispiel für sehr intelligente, aber ganz in materialistische Auffassungen verstrickte Menschen, deren Leben auf dem Astralplan Jahrhunderte dauern kann. Es sei aber bemerkt, dass die Wahrnehmung der Zeit dort verschieden ist von der unsrigen. Ist das Astralleben vollendet, dann hinterlässt der Mensch seinen dritten Leichnam. Wir sind umgeben von solchen Leichnamen, die um uns herum schweben und sogar in uns hineindringen. Sie sind es, die auf spiritistischen Seancen durch mediumistische Kräfte oder Somnambule sichtbar gemacht werden können. Das Leben in der astralen Welt nennt die christliche Religion das «Fegefeuer», und in Indien wird es «Kamaloka» genannt.

[ 4 ] Das Leben in der Astralwelt dauert gewöhnlich ein Drittel von dem vorangegangenen irdischen Leben, obwohl es Ausnahmen gibt, zum Beispiel für sehr intelligente, aber ganz in materialistische Auffassungen verstrickte Menschen, deren Leben auf dem Astralplan Jahrhunderte dauern kann. Es sei aber bemerkt, dass die Wahrnehmung der Zeit dort verschieden ist von der unsrigen. Ist das Astralleben vollendet, dann hinterlässt der Mensch seinen dritten Leichnam. Wir sind umgeben von solchen Leichnamen, die um uns herum schweben und sogar in uns hineindringen. Sie sind es, die auf spiritistischen Seancen durch mediumistische Kräfte oder Somnambule sichtbar gemacht werden können. Das Leben in der astralen Welt nennt die christliche Religion das «Fegefeuer», und in Indien wird es «Kamaloka» genannt.

[ 5 ] Wenn wir von übersinnlichen Welten reden, so müssen wir nicht in den Irrtum verfallen, sie uns durch die Benennung - Plane» oder «Gebiete, wie sie oft genannt werden - als übereinander liegende Raumteile vorzustellen. In Wirklichkeit handelt es sich um Bewusstseinszustände und verschiedene Wahrnehmungsweisen in einem einzigen Raum. Die Aufenthaltsdauer im Fegefeuer oder Kamaloka ergibt sich genau aus der Intensität der Triebe und Leidenschaften des Individuums. Es ist eine Zeit der Reinigung. Leider bemühen wir uns nicht immer, sie zu verkürzen. Derjenige aber, der auf Erden schon geistiger Genüsse fähig ist, wird ein kürzeres Kamaloka haben. In erster Linie tragen künstlerische Genüsse dazu bei, wie zum Beispiel die Anschauung von Raffaels oder Michelangelos Kunstwerken, uns das Leben in der geistigen Welt zugänglich zu machen. Dasselbe kann aber nicht gesagt werden von jener Kunst, die sich nur bemüht, die physische Form zu verherrlichen, und gar keine erhebende Wirkung hat. Außerdem wird das Kamaloka-Leben auch verkürzt durch edle Taten und durch ein Leben, das dem Suchen nach der Wahrheit und der Erkenntnis gewidmet ist.

[ 5 ] Wenn wir von übersinnlichen Welten reden, so müssen wir nicht in den Irrtum verfallen, sie uns durch die Benennung - Plane» oder «Gebiete, wie sie oft genannt werden - als übereinander liegende Raumteile vorzustellen. In Wirklichkeit handelt es sich um Bewusstseinszustände und verschiedene Wahrnehmungsweisen in einem einzigen Raum. Die Aufenthaltsdauer im Fegefeuer oder Kamaloka ergibt sich genau aus der Intensität der Triebe und Leidenschaften des Individuums. Es ist eine Zeit der Reinigung. Leider bemühen wir uns nicht immer, sie zu verkürzen. Derjenige aber, der auf Erden schon geistiger Genüsse fähig ist, wird ein kürzeres Kamaloka haben. In erster Linie tragen künstlerische Genüsse dazu bei, wie zum Beispiel die Anschauung von Raffaels oder Michelangelos Kunstwerken, uns das Leben in der geistigen Welt zugänglich zu machen. Dasselbe kann aber nicht gesagt werden von jener Kunst, die sich nur bemüht, die physische Form zu verherrlichen, und gar keine erhebende Wirkung hat. Außerdem wird das Kamaloka-Leben auch verkürzt durch edle Taten und durch ein Leben, das dem Suchen nach der Wahrheit und der Erkenntnis gewidmet ist.

[ 6 ] Eine Eigentümlichkeit des Astrallebens, worauf im Okkultismus selten hingewiesen wird, ist diese, dass es rückwärts verläuft. Anfangs ist der Eingeweihte ganz verwirrt, weil alles in jener Welt sich zurücklaufend vollzieht und umgekehrt erscheint wie ein vom Spiegel zurückgeworfenes Bild. So wird eine Zahl, etwa 345, gelesen als 543. Besonders befremdend und verwirrend ist es, dass das auch von der Zeit gilt, sodass die Vergangenheit uns nach der Gegenwart erscheint, als ob sie die Zukunft wäre. Zum Beispiel wird man das Huhn wieder ins Ei kriechen sehen, aus dem es gekommen war. Was unser Leben betrifft, so machen wir es ebenso rückwärts durch, wir fangen beim Todestag an und sind am Ende beim Tag unserer Geburt. Im Gegensatz aber zum Panorama, das uns der Lebensleib vorgehalten hat, lassen uns die Wahrnehmungen des Astralleibes nicht gleichgültig, und sie sind immer von den dazugehörenden Gefühlen begleitet.

[ 6 ] Eine Eigentümlichkeit des Astrallebens, worauf im Okkultismus selten hingewiesen wird, ist diese, dass es rückwärts verläuft. Anfangs ist der Eingeweihte ganz verwirrt, weil alles in jener Welt sich zurücklaufend vollzieht und umgekehrt erscheint wie ein vom Spiegel zurückgeworfenes Bild. So wird eine Zahl, etwa 345, gelesen als 543. Besonders befremdend und verwirrend ist es, dass das auch von der Zeit gilt, sodass die Vergangenheit uns nach der Gegenwart erscheint, als ob sie die Zukunft wäre. Zum Beispiel wird man das Huhn wieder ins Ei kriechen sehen, aus dem es gekommen war. Was unser Leben betrifft, so machen wir es ebenso rückwärts durch, wir fangen beim Todestag an und sind am Ende beim Tag unserer Geburt. Im Gegensatz aber zum Panorama, das uns der Lebensleib vorgehalten hat, lassen uns die Wahrnehmungen des Astralleibes nicht gleichgültig, und sie sind immer von den dazugehörenden Gefühlen begleitet.

[ 7 ] Zum Beispiel: Ist ein Mensch mit achtzig Jahren gestorben und hat, als er fünfzig war, einem andern einen Schmerz verursacht, und ist er nun in seinem rücklaufenden Kamaloka-Leben an sein fünfzigstes Jahr gekommen, dann fühlt er den Schmerz, weil er sich [nun] mit seinem Opfer identifiziert.

[ 7 ] Zum Beispiel: Ist ein Mensch mit achtzig Jahren gestorben und hat, als er fünfzig war, einem andern einen Schmerz verursacht, und ist er nun in seinem rücklaufenden Kamaloka-Leben an sein fünfzigstes Jahr gekommen, dann fühlt er den Schmerz, weil er sich [nun] mit seinem Opfer identifiziert.

[ 8 ] Dasselbe aber gilt für erlebte Freuden. Würde der Mensch diese Erfahrungen nicht machen, dann würde er später viele Hindernisse auf seinem Wege finden. So aber lernen wir, dass jedes Übel gutgemacht werden muss. Wäre dem nicht so, dann würde das Übel sich nie von uns lösen, und die Vereinigung mit Gott wäre unmöglich.

[ 8 ] Dasselbe aber gilt für erlebte Freuden. Würde der Mensch diese Erfahrungen nicht machen, dann würde er später viele Hindernisse auf seinem Wege finden. So aber lernen wir, dass jedes Übel gutgemacht werden muss. Wäre dem nicht so, dann würde das Übel sich nie von uns lösen, und die Vereinigung mit Gott wäre unmöglich.

[ 9 ] In dieser Weise also reinigen wir uns. Und erreichen wir unsere Kindheit, dann sind wir an die Schwelle gelangt der himmlischen Welt. Hierauf, obwohl in verhüllter Weise, deutet die Heilige Schrift mit den Worten: So ihr nicht werdet wie die Kindlein, könnt ihr nicht in die Reiche der Himmel eintreten. Durch die Reinigung löst sich der Nebel, der den Astralleib verdunkelte, und dieser strahlt dann in voller Pracht. Das Ich mit dem gereinigten Astralleib geht in das Devachan hinein.

[ 9 ] In dieser Weise also reinigen wir uns. Und erreichen wir unsere Kindheit, dann sind wir an die Schwelle gelangt der himmlischen Welt. Hierauf, obwohl in verhüllter Weise, deutet die Heilige Schrift mit den Worten: So ihr nicht werdet wie die Kindlein, könnt ihr nicht in die Reiche der Himmel eintreten. Durch die Reinigung löst sich der Nebel, der den Astralleib verdunkelte, und dieser strahlt dann in voller Pracht. Das Ich mit dem gereinigten Astralleib geht in das Devachan hinein.

[ 10 ] Ist das immer so gegangen? Wir wissen, dass die Menschheit auf Erden gelebt hat während der ägyptischen Zeit in einer bestimmten Weise, in der indischen Zeit in einer anderen Weise und so weiter, und dass unsere Zeit auch ganz verschieden ist von der griechischen Zeit. Gibt es also auch eine Geschichte für die andere Welt? Ja, ganz gewiss: Das Seelenleben von einem Inder von vor zweitausend Jahren war ganz verschieden von dem unseren. Er hatte gar kein Interesse für die physische Welt. Ihm waren Menschen, Tiere, Pflanzen und so weiter alles Maya, ein Traum. Er wollte diese Welt, die für ihn eine Illusion war, entschieden verleugnen. Schon während dieses Lebens war er in der geistigen Welt, und nach dem Tode fühlte er sich durchaus nicht desorientiert. Die Menschheit aber hat diese Neigung, die physische Welt zu fliehen, nicht behalten.

[ 10 ] Ist das immer so gegangen? Wir wissen, dass die Menschheit auf Erden gelebt hat während der ägyptischen Zeit in einer bestimmten Weise, in der indischen Zeit in einer anderen Weise und so weiter, und dass unsere Zeit auch ganz verschieden ist von der griechischen Zeit. Gibt es also auch eine Geschichte für die andere Welt? Ja, ganz gewiss: Das Seelenleben von einem Inder von vor zweitausend Jahren war ganz verschieden von dem unseren. Er hatte gar kein Interesse für die physische Welt. Ihm waren Menschen, Tiere, Pflanzen und so weiter alles Maya, ein Traum. Er wollte diese Welt, die für ihn eine Illusion war, entschieden verleugnen. Schon während dieses Lebens war er in der geistigen Welt, und nach dem Tode fühlte er sich durchaus nicht desorientiert. Die Menschheit aber hat diese Neigung, die physische Welt zu fliehen, nicht behalten.

[ 11 ] Die alten Perser schon, die von Zoroaster unterrichtet wurden — nicht derjenige der Geschichte, aber ein viel größerer —, lernten das Leben lieben und sich für die physische Welt interessieren, während die Inder immer nur an Brahma hinter den Sternen dachten. Zoroaster lehrte, dass der Mensch hier auf Erden leben und arbeiten muss, aber zu gleicher Zeit den Geist hinauflenken soll. Er predigte, dass die Menschheit die materielle, physische Welt bearbeiten muss, um sich zu vereinigen mit der großen geistigen Aura der Sonne. Er nannte diese Ahura Mazdao, später hieß sie Ormuzd.

[ 11 ] Die alten Perser schon, die von Zoroaster unterrichtet wurden — nicht derjenige der Geschichte, aber ein viel größerer —, lernten das Leben lieben und sich für die physische Welt interessieren, während die Inder immer nur an Brahma hinter den Sternen dachten. Zoroaster lehrte, dass der Mensch hier auf Erden leben und arbeiten muss, aber zu gleicher Zeit den Geist hinauflenken soll. Er predigte, dass die Menschheit die materielle, physische Welt bearbeiten muss, um sich zu vereinigen mit der großen geistigen Aura der Sonne. Er nannte diese Ahura Mazdao, später hieß sie Ormuzd.

[ 12 ] Inzwischen aber ging die Menschheit der unmittelbaren und bewussten Verbindung mit dem Urlichte verlustig, ihr Leben auf Erden - und auch nach dem Tode - verfinsterte sich. Diese Verfinsterung war schon sehr groß während der ägyptisch-chaldäischen Zeit und erreichte ihren Höhepunkt in der griechischen Zeit. Die Griechen stellten den Mittelpunkt des Lebens ganz in die physische Welt. Betrachten wir einen griechischen Tempel, so sehen wir, dass er harmonisch errichtet ist nach geistigen Maßen. Er kann dastehen, verlassen und einsam, und doch fühlen wir, dass ihm nichts fehlt, auch wenn es keine Menschen drinnen gibt, weil die Gottheit, der er gewidmet war, in ihm wohnen konnte und dies auch wahrhaft tat, ihn ganz ausfüllend. Betrachten wir dagegen eine gotische Kirche, so fühlen wir wirklich eine Leere. Es bedarf der Seelen der Gläubigen, um sie lebendig zu machen. Hellsehend geschaut, erscheint der griechische Tempel in seiner astralischen Form nur wie ein schwarzer Fleck. Deswegen konnten die damaligen Menschen nichts mitbringen, als sie durch die Todespforte gingen; sie waren gar nicht auf ein Leben nach dem Tode vorbereitet. Das Leben nach dem Tode war ihnen das Reich der Schatten, das sie so sehr fürchteten, dass sie sagten: Lieber ein Bettler auf Erden als ein König im Reiche der Schatten. - Der Mensch fand sich damals vereinsamt in der geistigen Welt. Dagegen erscheint die astrale Form der gotischen Kirche ganz verschieden; sie ist ganz leuchtend und bietet dem Auge den Verbindungspunkt zwischen den zwei Welten. Verfolgen wir jetzt die Geschichte der geistigen Welt.

[ 12 ] Inzwischen aber ging die Menschheit der unmittelbaren und bewussten Verbindung mit dem Urlichte verlustig, ihr Leben auf Erden - und auch nach dem Tode - verfinsterte sich. Diese Verfinsterung war schon sehr groß während der ägyptisch-chaldäischen Zeit und erreichte ihren Höhepunkt in der griechischen Zeit. Die Griechen stellten den Mittelpunkt des Lebens ganz in die physische Welt. Betrachten wir einen griechischen Tempel, so sehen wir, dass er harmonisch errichtet ist nach geistigen Maßen. Er kann dastehen, verlassen und einsam, und doch fühlen wir, dass ihm nichts fehlt, auch wenn es keine Menschen drinnen gibt, weil die Gottheit, der er gewidmet war, in ihm wohnen konnte und dies auch wahrhaft tat, ihn ganz ausfüllend. Betrachten wir dagegen eine gotische Kirche, so fühlen wir wirklich eine Leere. Es bedarf der Seelen der Gläubigen, um sie lebendig zu machen. Hellsehend geschaut, erscheint der griechische Tempel in seiner astralischen Form nur wie ein schwarzer Fleck. Deswegen konnten die damaligen Menschen nichts mitbringen, als sie durch die Todespforte gingen; sie waren gar nicht auf ein Leben nach dem Tode vorbereitet. Das Leben nach dem Tode war ihnen das Reich der Schatten, das sie so sehr fürchteten, dass sie sagten: Lieber ein Bettler auf Erden als ein König im Reiche der Schatten. - Der Mensch fand sich damals vereinsamt in der geistigen Welt. Dagegen erscheint die astrale Form der gotischen Kirche ganz verschieden; sie ist ganz leuchtend und bietet dem Auge den Verbindungspunkt zwischen den zwei Welten. Verfolgen wir jetzt die Geschichte der geistigen Welt.

[ 13 ] Nach der klassischen Zeit vollzieht sich in ihr eine ungeheuer wichtige Tatsache, die alle großen Lehrer der Menschheit vorher verkündet hatten. Die sieben großen Rishis Indiens hatten gesagt: Unsere Weisheit reicht bis zu einem gewissen Punkt, aber weiter nicht. Nach diesem Punkte kommt eine Wesenheit, die die Menschheit erlösen wird. Auch Zarathustra hatte eine Ahnung von dieser Wesenheit, und Hermes [Trismegistos] zeigte den Ägyptern ein Wesen, das bereit war zu kommen - Osiris - und mit einer göttlichen Mission kommen würde.

[ 13 ] Nach der klassischen Zeit vollzieht sich in ihr eine ungeheuer wichtige Tatsache, die alle großen Lehrer der Menschheit vorher verkündet hatten. Die sieben großen Rishis Indiens hatten gesagt: Unsere Weisheit reicht bis zu einem gewissen Punkt, aber weiter nicht. Nach diesem Punkte kommt eine Wesenheit, die die Menschheit erlösen wird. Auch Zarathustra hatte eine Ahnung von dieser Wesenheit, und Hermes [Trismegistos] zeigte den Ägyptern ein Wesen, das bereit war zu kommen - Osiris - und mit einer göttlichen Mission kommen würde.

[ 14 ] Bevor diese wichtige Tatsache, von der wir noch sprechen werden, stattfand, geschah eine andere, auch sehr wichtige, und zwar sechshundert Jahre früher, nämlich die Erscheinung des Buddha. Wir wissen, wie er aus königlichem Hause stammte, und wie seine Aufmerksamkeit auf das Leiden der Menschheit gelenkt wurde durch das Erblicken eines Kranken, eines Alten und eines Leichnams. Im Übel, im Alter und im Tode sah er nur Leid; ebenso in dem unbefriedigten Verlangen. Das ganze Leben erschien ihm wie ein Leiden, sodass er die Menschheit dazu erziehen wollte, das Leben zu fliehen. Er verließ seine Familie, seine Verwandten, seine Güter und widmete sich ganz

[ 14 ] Bevor diese wichtige Tatsache, von der wir noch sprechen werden, stattfand, geschah eine andere, auch sehr wichtige, und zwar sechshundert Jahre früher, nämlich die Erscheinung des Buddha. Wir wissen, wie er aus königlichem Hause stammte, und wie seine Aufmerksamkeit auf das Leiden der Menschheit gelenkt wurde durch das Erblicken eines Kranken, eines Alten und eines Leichnams. Im Übel, im Alter und im Tode sah er nur Leid; ebenso in dem unbefriedigten Verlangen. Das ganze Leben erschien ihm wie ein Leiden, sodass er die Menschheit dazu erziehen wollte, das Leben zu fliehen. Er verließ seine Familie, seine Verwandten, seine Güter und widmete sich ganz

[ 15 ] dem Suchen des Weges zu dieser Befreiung. So entsprangen in seiner Seele die sogenannten Lebenswahrheiten. [Aber sechshundert Jahre später schen wir mit dem großen Geschehen von Golgatha, dass alles sich ganz wesentlich geändert hat.]

[ 15 ] dem Suchen des Weges zu dieser Befreiung. So entsprangen in seiner Seele die sogenannten Lebenswahrheiten. [Aber sechshundert Jahre später schen wir mit dem großen Geschehen von Golgatha, dass alles sich ganz wesentlich geändert hat.]

[ 16 ] Was bedeutete denn für die neue Gemeinde ein Leichnam an einem Kreuze? Dieser Leichnam war das wahrhafte Zeichen der Erlösung und der Glückseligkeit geworden! Niemals ist je etwas Ähnliches in der Geschichte der Menschheit vorgekommen, und es geschah nur durch das Mysterium von Golgatha. Hätte es einen Hellscher gegeben, als das Mysterium von Golgatha sich vollzog und das Blut Christi aus den fünf Wunden rann, so hätte er gesehen, wie der Christus wie ein Lichtpfeil in das Reich der Toten hineindrang und es von einem Reich der Finsternis verwandelte in ein Reich des Lichtes.

[ 16 ] Was bedeutete denn für die neue Gemeinde ein Leichnam an einem Kreuze? Dieser Leichnam war das wahrhafte Zeichen der Erlösung und der Glückseligkeit geworden! Niemals ist je etwas Ähnliches in der Geschichte der Menschheit vorgekommen, und es geschah nur durch das Mysterium von Golgatha. Hätte es einen Hellscher gegeben, als das Mysterium von Golgatha sich vollzog und das Blut Christi aus den fünf Wunden rann, so hätte er gesehen, wie der Christus wie ein Lichtpfeil in das Reich der Toten hineindrang und es von einem Reich der Finsternis verwandelte in ein Reich des Lichtes.

[ 17 ] In jenem Augenblicke empfing die Substanz des Astralleibes der Erde das Christus-Prinzip und fing zu leuchten an; was eben auch mit uns geschieht, je mehr wir uns dem Christus nähern. Früher brachte der Mensch nichts von der Erde mit; jetzt kann er das Leben lieben, [weil die menschlichen Elemente von den Elementen des Christus geformt wurden]. Der Hellseher sieht nichts von dem griechischen Tempel auf dem Astralplan, von der gotischen Kirche aber und von den Kunstwerken Raffaels und Michelangelos und so weiter ist das, was er dort sieht, unendlich viel schöner und erhabener, als was hier auf Erden physisch vorhanden ist. Dasselbe kann gesagt werden von den Evangelien und der Offenbarung des Johannes. Wenn wir sie erleben, eignen wir uns einen großen Teil der geistigen Welt an.

[ 17 ] In jenem Augenblicke empfing die Substanz des Astralleibes der Erde das Christus-Prinzip und fing zu leuchten an; was eben auch mit uns geschieht, je mehr wir uns dem Christus nähern. Früher brachte der Mensch nichts von der Erde mit; jetzt kann er das Leben lieben, [weil die menschlichen Elemente von den Elementen des Christus geformt wurden]. Der Hellseher sieht nichts von dem griechischen Tempel auf dem Astralplan, von der gotischen Kirche aber und von den Kunstwerken Raffaels und Michelangelos und so weiter ist das, was er dort sieht, unendlich viel schöner und erhabener, als was hier auf Erden physisch vorhanden ist. Dasselbe kann gesagt werden von den Evangelien und der Offenbarung des Johannes. Wenn wir sie erleben, eignen wir uns einen großen Teil der geistigen Welt an.

[ 18 ] Später werden wir noch sehen, wie der Tote im Himmel im Christus-Lichte weiterlebt.

[ 18 ] Später werden wir noch sehen, wie der Tote im Himmel im Christus-Lichte weiterlebt.