Introduction to the Basics of Theosophy
GA 111
28 March 1909, Rome
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Einführung in die Grundlagen der Theosophie, 1st ed.
29. Einführung in die Theosophie IV
29. Einführung in die Theosophie IV
[ 1 ] Heute Abend werden wir von der Sünde sprechen, der Erbsünde, der Krankheit und so weiter. Schauen wir zuerst rückwärts, auf die Vergangenheit, und lassen wir danach die Zukunft vor dem geistigen Auge vorüberziehen. Vor unserer Zeit haben wir die Zeit von Rom und von Athen, der vorangegangen ist die ägyptisch-chaldäische Zeit; weiter zurück fehlen die eigentlichen historischen Urkunden. Für die noch älteren Zeitepochen haben wir zwei Quellen, aus denen wir Auskunft schöpfen können: Die alten Religionslehren, wenn man sie zu entziffern versteht, und die retrospektiven Bilder, die das hellsichtige Bewusstsein schauen kann. Von diesen Letzteren wollen wir reden.
[ 1 ] Heute Abend werden wir von der Sünde sprechen, der Erbsünde, der Krankheit und so weiter. Schauen wir zuerst rückwärts, auf die Vergangenheit, und lassen wir danach die Zukunft vor dem geistigen Auge vorüberziehen. Vor unserer Zeit haben wir die Zeit von Rom und von Athen, der vorangegangen ist die ägyptisch-chaldäische Zeit; weiter zurück fehlen die eigentlichen historischen Urkunden. Für die noch älteren Zeitepochen haben wir zwei Quellen, aus denen wir Auskunft schöpfen können: Die alten Religionslehren, wenn man sie zu entziffern versteht, und die retrospektiven Bilder, die das hellsichtige Bewusstsein schauen kann. Von diesen Letzteren wollen wir reden.
[ 2 ] Alles auf Erden unterliegt den Gesetzen der Evolution, in ganz besonderer Weise gilt das für das menschliche Seelenleben. In alten Zeiten war das Leben der Seele verschieden von dem jetzigen Seelenleben. Die Menschen in Europa, Asien und Afrika hatten in dem vorhistorischen Zeitalter ein Seelenleben, das ganz verschieden war von der heutigen Menschenseele. Wenn wir Jahrtausende zurückschauen, finden wir, dass die Vorläufer der heutigen Menschheit einen viel umfangreicheren seelischen Gesichtskreis hatten wie den, den wir jetzt haben. Sie hatten zwar nicht den Verstand, der uns befähigt zum Lesen und Rechnen, aber sie hatten dagegen eine primitive Hellsichtigkeit und außerdem ein ungeheures Gedächtnis, von dem das unsrige nicht einmal eine blasse Ahnung geben kann. Wir werden noch sehen, wodurch das möglich war. Um Ihnen eine Ahnung zu geben davon, wie ihnen die Welt erschien, werde ich zum Beispiel sagen, dass sie, als sie in ihrem Tagesbewusstsein aufwachten, alles sahen wie von einer Aura umgeben. Eine Blume zum Beispiel erschien ihnen umgeben von einem Lichtkreis ähnlich dem, den wir um die Laternen im Abendnebel sehen. Während des Schlafes aber konnten diese Menschen seelisch-geistige Wesenheiten in Wirklichkeit wahrnehmen. Allmählich lernte der Mensch, die Umrisse der Dinge bestimmter zu sehen. Zu gleicher Zeit aber wurde der bewusste Verkehr mit der geistigen Welt und den sich in ihr befindenden Wesenheiten immer weniger, um endlich ganz aufzuhören, als das Ich sich in jedes einzelne Wesen individualisierte. Vor dieser Individualisierung waren die Menschen nicht voneinander getrennt.
[ 2 ] Alles auf Erden unterliegt den Gesetzen der Evolution, in ganz besonderer Weise gilt das für das menschliche Seelenleben. In alten Zeiten war das Leben der Seele verschieden von dem jetzigen Seelenleben. Die Menschen in Europa, Asien und Afrika hatten in dem vorhistorischen Zeitalter ein Seelenleben, das ganz verschieden war von der heutigen Menschenseele. Wenn wir Jahrtausende zurückschauen, finden wir, dass die Vorläufer der heutigen Menschheit einen viel umfangreicheren seelischen Gesichtskreis hatten wie den, den wir jetzt haben. Sie hatten zwar nicht den Verstand, der uns befähigt zum Lesen und Rechnen, aber sie hatten dagegen eine primitive Hellsichtigkeit und außerdem ein ungeheures Gedächtnis, von dem das unsrige nicht einmal eine blasse Ahnung geben kann. Wir werden noch sehen, wodurch das möglich war. Um Ihnen eine Ahnung zu geben davon, wie ihnen die Welt erschien, werde ich zum Beispiel sagen, dass sie, als sie in ihrem Tagesbewusstsein aufwachten, alles sahen wie von einer Aura umgeben. Eine Blume zum Beispiel erschien ihnen umgeben von einem Lichtkreis ähnlich dem, den wir um die Laternen im Abendnebel sehen. Während des Schlafes aber konnten diese Menschen seelisch-geistige Wesenheiten in Wirklichkeit wahrnehmen. Allmählich lernte der Mensch, die Umrisse der Dinge bestimmter zu sehen. Zu gleicher Zeit aber wurde der bewusste Verkehr mit der geistigen Welt und den sich in ihr befindenden Wesenheiten immer weniger, um endlich ganz aufzuhören, als das Ich sich in jedes einzelne Wesen individualisierte. Vor dieser Individualisierung waren die Menschen nicht voneinander getrennt.
[ 3 ] Auch die Erde hatte in jenen Zeiten eine ganz andere Konfiguration als jetzt. Die Menschheit lebte auf anderen Gebieten - Kontinenten —, und gerade unsere Vorfahren lebten auf einem Erdteil, der jetzt vom Atlantischen Ozean eingenommen wird. Die Tradition nennt diesen Kontinent Atlantis. Das Verschwinden dieses Erdteiles erzählen uns die Mythen von allen Völkern, und die Legende von der universellen Sintflut bezieht sich eben darauf. Die atlantische Kultur war großartig, und durch ihren Untergang verlor die Menschheit viele wichtige Erkenntnisse, die sie jetzt mühevoll wiedererobern muss. Wie wir für den Handel und die Industrie die in den fossilen Pflanzen - Kohlen - verborgenen Kräfte zu gebrauchen wissen, so verstanden es die Atlantier, die treibenden Kräfte in den Samenkörnern zu gebrauchen, um zum Beispiel ihre Luftschiffe zu bewegen, die sich etwas über dem Boden fortbewegten, in jener Luft, die viel dichter war als die unsere.
[ 3 ] Auch die Erde hatte in jenen Zeiten eine ganz andere Konfiguration als jetzt. Die Menschheit lebte auf anderen Gebieten - Kontinenten —, und gerade unsere Vorfahren lebten auf einem Erdteil, der jetzt vom Atlantischen Ozean eingenommen wird. Die Tradition nennt diesen Kontinent Atlantis. Das Verschwinden dieses Erdteiles erzählen uns die Mythen von allen Völkern, und die Legende von der universellen Sintflut bezieht sich eben darauf. Die atlantische Kultur war großartig, und durch ihren Untergang verlor die Menschheit viele wichtige Erkenntnisse, die sie jetzt mühevoll wiedererobern muss. Wie wir für den Handel und die Industrie die in den fossilen Pflanzen - Kohlen - verborgenen Kräfte zu gebrauchen wissen, so verstanden es die Atlantier, die treibenden Kräfte in den Samenkörnern zu gebrauchen, um zum Beispiel ihre Luftschiffe zu bewegen, die sich etwas über dem Boden fortbewegten, in jener Luft, die viel dichter war als die unsere.
[ 4 ] Schauen wir uns jetzt den physischen Organismus der Atlantier an. Er zeigte eine bedeutungsvolle Eigentümlichkeit, dass nämlich der Ätherleib nicht vollkommen dem physischen Leib ähnlich war und der Ätherkopf über den physischen Kopf hinausragte. Diese Eigentümlichkeit ist eben verbunden mit den hellseherischen Fähigkeiten der Atlantier, mit ihrem außerordentlichen Gedächtnis und ihren magischen Kräften. Der Ätherkopf hatte einen besonderen Wahrnehmungspunkt [...].
[ 4 ] Schauen wir uns jetzt den physischen Organismus der Atlantier an. Er zeigte eine bedeutungsvolle Eigentümlichkeit, dass nämlich der Ätherleib nicht vollkommen dem physischen Leib ähnlich war und der Ätherkopf über den physischen Kopf hinausragte. Diese Eigentümlichkeit ist eben verbunden mit den hellseherischen Fähigkeiten der Atlantier, mit ihrem außerordentlichen Gedächtnis und ihren magischen Kräften. Der Ätherkopf hatte einen besonderen Wahrnehmungspunkt [...].
[ 5 ] Im Laufe der Evolution zog sich dieser Ätherkopf immer mehr in den physischen Kopf zurück, wodurch das Profil geändert wurde. Jetzt haben wir an dem betreffenden Punkt das Organ, dessen Entwicklung der Menschheit die Hellsichtigkeit zurückgeben wird: die Zirbeldrüse. So verschwand allmählich die hellsehende Kraft der Atlantier und zugleich ihr ungeheures Gedächtnis und ihre magischen Kräfte, und es entwickelte sich unsere Denk- und Zahlenfähigkeit.
[ 5 ] Im Laufe der Evolution zog sich dieser Ätherkopf immer mehr in den physischen Kopf zurück, wodurch das Profil geändert wurde. Jetzt haben wir an dem betreffenden Punkt das Organ, dessen Entwicklung der Menschheit die Hellsichtigkeit zurückgeben wird: die Zirbeldrüse. So verschwand allmählich die hellsehende Kraft der Atlantier und zugleich ihr ungeheures Gedächtnis und ihre magischen Kräfte, und es entwickelte sich unsere Denk- und Zahlenfähigkeit.
[ 6 ] Wenn wir noch weiter zurückgehen, finden wir andere Katastrophen. Da wurden ganze Erdteile durch Feuer vernichtet. Unsere heutigen Vulkane sind die letzten Reste von jener Zeitepoche. Der Kontinent, der damals zugrunde ging, wird mit dem Namen «Lemurien» bezeichnet und war das Gebiet, das jetzt zum größten Teil von dem großen Ozean und dem Indischen Ozean eingenommen wird. Die Bewohner jenes Kontinentes hatten eine Gestalt, die sehr verschieden von der unseren war, die uns sogar für unsere Auffassungen grotesk erscheinen würde. Ihr physischer und ihr Astralleib verhielten sich anders zueinander. Der Scheitel war geöffnet, und in diese Öffnung drangen die Lichtstrahlen hinein, sodass der Kopf von einer strahlenden Aura umgeben war und die Menschen so aussahen, als ob sie oben eine Laterne hätten.
[ 6 ] Wenn wir noch weiter zurückgehen, finden wir andere Katastrophen. Da wurden ganze Erdteile durch Feuer vernichtet. Unsere heutigen Vulkane sind die letzten Reste von jener Zeitepoche. Der Kontinent, der damals zugrunde ging, wird mit dem Namen «Lemurien» bezeichnet und war das Gebiet, das jetzt zum größten Teil von dem großen Ozean und dem Indischen Ozean eingenommen wird. Die Bewohner jenes Kontinentes hatten eine Gestalt, die sehr verschieden von der unseren war, die uns sogar für unsere Auffassungen grotesk erscheinen würde. Ihr physischer und ihr Astralleib verhielten sich anders zueinander. Der Scheitel war geöffnet, und in diese Öffnung drangen die Lichtstrahlen hinein, sodass der Kopf von einer strahlenden Aura umgeben war und die Menschen so aussahen, als ob sie oben eine Laterne hätten.
[ 7 ] Der Leib war riesengroß und von einer feinen, beinahe gelatineartigen Substanz gebildet. Die letzte Andeutung von dem Scheitelbau der Lemurier sehen wir an dem Kopf eines eben geborenen Kindes, und zwar die kleine Öffnung oben, die offen bleibt bis ungefähr ein Jahr oder etwas mehr.
[ 7 ] Der Leib war riesengroß und von einer feinen, beinahe gelatineartigen Substanz gebildet. Die letzte Andeutung von dem Scheitelbau der Lemurier sehen wir an dem Kopf eines eben geborenen Kindes, und zwar die kleine Öffnung oben, die offen bleibt bis ungefähr ein Jahr oder etwas mehr.
[ 8 ] Der Mensch war damals gar nicht selbstständig; er konnte nur das tun, was ihm durch die geistigen Kräfte eingegeben wurde, in deren Mitte er sozusagen eingebettet war. Alles bekam er von ihnen, und er handelte wie durch einen seelischen Instinkt getrieben. Da offenbarte sich die Kraftwirkung von geistigen Wesenheiten, die nicht zur physischen Inkarnation heruntergestiegen waren. Es waren dies Wesenheiten, die der Menschheit nicht gut gesinnt waren und die so auf sie wirkten, dass sie die ihr fehlende Unabhängigkeit erlangte. Dem göttlichen Plan gemäß sollte die Menschheit einmal diese Unabhängigkeit sicher erlangen, aber diese Wesenheiten brachten sie früher zustande. Zusammen mit den anderen Kräften schlüpften sie in den Astralleib des Menschen hinein, der noch nicht in enger Verbindung mit seinem Wesen getreten war, und gaben dem Menschen eine Art Willenskraft, die, weil sie nur astralisch war und nicht von der Vernunft geführt war, ihn fähig machte, das Böse zu tun. Diese Kräfte werden die luziferischen Kräfte genannt. Wie wir sehen, hat der Einfluss dieser Kräfte eine gute und eine böse Seite, weil sie die Menschheit verführten einerseits, ihr aber andererseits die Freiheit gaben.
[ 8 ] Der Mensch war damals gar nicht selbstständig; er konnte nur das tun, was ihm durch die geistigen Kräfte eingegeben wurde, in deren Mitte er sozusagen eingebettet war. Alles bekam er von ihnen, und er handelte wie durch einen seelischen Instinkt getrieben. Da offenbarte sich die Kraftwirkung von geistigen Wesenheiten, die nicht zur physischen Inkarnation heruntergestiegen waren. Es waren dies Wesenheiten, die der Menschheit nicht gut gesinnt waren und die so auf sie wirkten, dass sie die ihr fehlende Unabhängigkeit erlangte. Dem göttlichen Plan gemäß sollte die Menschheit einmal diese Unabhängigkeit sicher erlangen, aber diese Wesenheiten brachten sie früher zustande. Zusammen mit den anderen Kräften schlüpften sie in den Astralleib des Menschen hinein, der noch nicht in enger Verbindung mit seinem Wesen getreten war, und gaben dem Menschen eine Art Willenskraft, die, weil sie nur astralisch war und nicht von der Vernunft geführt war, ihn fähig machte, das Böse zu tun. Diese Kräfte werden die luziferischen Kräfte genannt. Wie wir sehen, hat der Einfluss dieser Kräfte eine gute und eine böse Seite, weil sie die Menschheit verführten einerseits, ihr aber andererseits die Freiheit gaben.
[ 9 ] Unser heutiges Bewusstsein entstammt dem hellsehenden Bewusstsein, und wir finden Letzteres immer mehr ausgebildet, je weiter wir zurückgehen in der Menschheitsevolution. Die Lemurier konnten nur seelisch wahrnehmen. Von einer Blume zum Beispiel nahmen sie weder die Form noch die Farbe wahr, noch ihre äußerlichen Eigenschaften. Es zeigte sich ihnen ein leuchtendes astralisches Gebilde, das sie mit einer Art innerlichem Organ wahrnahmen. Nach dem göttlichen Plan sollten die Menschen erst in der Mitte der atlantischen Zeit angefangen haben, mit den äußeren Sinnesorganen wahrzunehmen. Aber die luziferischen Kräfte verursachten diese Tatsache schon früher, während die menschlichen Instinkte noch rein waren. Darin besteht der ‹Fall der Menschheit›. Die religiösen Urkunden sagen, dass die Schlange die Augen des Menschen öffnete. Ohne die Einmischung von dem luziferischen Einfluss wäre der menschliche Körper nicht so fest geworden, wie er jetzt ist, und die atlantische Menschheit hätte die geistige Seite von allen Dingen gesehen. Stattdessen verfiel der Mensch der Sünde, der Illusion und dem Irrtum.
[ 9 ] Unser heutiges Bewusstsein entstammt dem hellsehenden Bewusstsein, und wir finden Letzteres immer mehr ausgebildet, je weiter wir zurückgehen in der Menschheitsevolution. Die Lemurier konnten nur seelisch wahrnehmen. Von einer Blume zum Beispiel nahmen sie weder die Form noch die Farbe wahr, noch ihre äußerlichen Eigenschaften. Es zeigte sich ihnen ein leuchtendes astralisches Gebilde, das sie mit einer Art innerlichem Organ wahrnahmen. Nach dem göttlichen Plan sollten die Menschen erst in der Mitte der atlantischen Zeit angefangen haben, mit den äußeren Sinnesorganen wahrzunehmen. Aber die luziferischen Kräfte verursachten diese Tatsache schon früher, während die menschlichen Instinkte noch rein waren. Darin besteht der ‹Fall der Menschheit›. Die religiösen Urkunden sagen, dass die Schlange die Augen des Menschen öffnete. Ohne die Einmischung von dem luziferischen Einfluss wäre der menschliche Körper nicht so fest geworden, wie er jetzt ist, und die atlantische Menschheit hätte die geistige Seite von allen Dingen gesehen. Stattdessen verfiel der Mensch der Sünde, der Illusion und dem Irrtum.
[ 10 ] Um die Sache noch schlimmer zu machen, kam gegen die Mitte der atlantischen Zeit der Einfluss von ahrimanischen Kräften hinzu. Die luziferischen Kräfte hatten auf den Astralleib gewirkt, die ahrimanischen Kräfte dagegen wirkten auf den Ätherleib, insbesondere auf den Ätherkopf. Dadurch verfielen die Menschen in den Irrtum, die äußere physische Welt für die wahre Welt zu halten. «Ahrimanisch» kommt von Ahriman her, von dem Namen, den die Perser diesem Prinzip gaben. Zoroaster sprach seinem Volke von ihm und sagte, es solle sich vor ihm hüten und die Vereinigung mit Ahura Mazdao — Ormuzd - anstreben. Ahriman ist derselbe wie Mephistopheles und hat nichts mit Luzifer zu tun. Mephistopheles stammt von dem hebräischen Worte: Me-phis-to-phel, das heißt «der Lügner, «der Betrüger. Auch Satan in der Bibel ist Ahriman und nicht Luzifer.
[ 10 ] Um die Sache noch schlimmer zu machen, kam gegen die Mitte der atlantischen Zeit der Einfluss von ahrimanischen Kräften hinzu. Die luziferischen Kräfte hatten auf den Astralleib gewirkt, die ahrimanischen Kräfte dagegen wirkten auf den Ätherleib, insbesondere auf den Ätherkopf. Dadurch verfielen die Menschen in den Irrtum, die äußere physische Welt für die wahre Welt zu halten. «Ahrimanisch» kommt von Ahriman her, von dem Namen, den die Perser diesem Prinzip gaben. Zoroaster sprach seinem Volke von ihm und sagte, es solle sich vor ihm hüten und die Vereinigung mit Ahura Mazdao — Ormuzd - anstreben. Ahriman ist derselbe wie Mephistopheles und hat nichts mit Luzifer zu tun. Mephistopheles stammt von dem hebräischen Worte: Me-phis-to-phel, das heißt «der Lügner, «der Betrüger. Auch Satan in der Bibel ist Ahriman und nicht Luzifer.
[ 11 ] Die alte Atlantis ging im Laufe von Jahrhunderten allmählich durch Fluten zugrunde, und die übrig gebliebenen Bewohner zogen sich zurück in Gebiete, die vor der Katastrophe bewahrt blieben, in Asien, in Afrika und in Amerika. Das erste Gebiet, in dem sich die atlantische Kultur weiterentwickelte, war dasjenige, das später «Indien» genannt wurde. Da behielten die Menschen eine deutliche Erinnerung an das frühere Hellsehen und von der Anschauung der geistigen Welt. Es war dadurch ihren Lehrern, den Rishis, nicht schwer, ihre Aufmerksamkeit auf die geistige Seite der Welt zu lenken, und die Einweihung war eine leichte Sache. Das Hellsehen ging nie vollständig verloren, und bis zu Christus gab es immer Hellseher. Ein Überbleibsel dieses primitiven Hellsehens sehen wir in der Mythologie, deren Kern sich bezieht auf Wesenheiten, die wirklich gelebt haben, wie Apollo, Zeus und so weiter. Obwohl der ahrimanische Einfluss, wie wir gesagt haben, in der atlantischen Zeitepoche seinen Anfang nahm, machte er sich erst später völlig in der Menschheit geltend. Die alten Inder waren genügend gegen ihn geschützt, und die physische Welt war für sie nie etwas anderes als Maya, Illusion. Erst in der Zeitepoche von Zarathustra, der urpersischen, fing die physische Welt an, einen Wert zu haben für die Menschen, die dadurch der Macht von Ahriman verfielen. In dieser Weise wird uns klar die Mahnung des Zarathustra, von der wir schon gesprochen haben.
[ 11 ] Die alte Atlantis ging im Laufe von Jahrhunderten allmählich durch Fluten zugrunde, und die übrig gebliebenen Bewohner zogen sich zurück in Gebiete, die vor der Katastrophe bewahrt blieben, in Asien, in Afrika und in Amerika. Das erste Gebiet, in dem sich die atlantische Kultur weiterentwickelte, war dasjenige, das später «Indien» genannt wurde. Da behielten die Menschen eine deutliche Erinnerung an das frühere Hellsehen und von der Anschauung der geistigen Welt. Es war dadurch ihren Lehrern, den Rishis, nicht schwer, ihre Aufmerksamkeit auf die geistige Seite der Welt zu lenken, und die Einweihung war eine leichte Sache. Das Hellsehen ging nie vollständig verloren, und bis zu Christus gab es immer Hellseher. Ein Überbleibsel dieses primitiven Hellsehens sehen wir in der Mythologie, deren Kern sich bezieht auf Wesenheiten, die wirklich gelebt haben, wie Apollo, Zeus und so weiter. Obwohl der ahrimanische Einfluss, wie wir gesagt haben, in der atlantischen Zeitepoche seinen Anfang nahm, machte er sich erst später völlig in der Menschheit geltend. Die alten Inder waren genügend gegen ihn geschützt, und die physische Welt war für sie nie etwas anderes als Maya, Illusion. Erst in der Zeitepoche von Zarathustra, der urpersischen, fing die physische Welt an, einen Wert zu haben für die Menschen, die dadurch der Macht von Ahriman verfielen. In dieser Weise wird uns klar die Mahnung des Zarathustra, von der wir schon gesprochen haben.
[ 12 ] So ging die Menschheitsevolution weiter bis zur griechischen Zeit. Da kam an den Menschen heran eine andere Kraft, die anfing, ihn wieder hinaufzutreiben zu der geistigen Welt, aus der er sozusagen verjagt worden war seit der lemurischen Zeit. Die neue Kraft war das Christus-Prinzip, das sich in den Jesus von Nazareth hineinbegab, seine drei Leiber — physischen, ätherischen und astralischen Leib — durchdringend. Wenn die menschliche Seele ganz erfüllt ist von dem Christus-Prinzip, werden die ahrimanischen und die luziferischen Kräfte besiegt, und durch dieses Prinzip vollzieht sich eine Umkehr in der Evolution. Doch der Christus hätte nicht auf die Menschen einwirken können, wäre sein Erscheinen ihnen nicht schon lange Zeit vorher verkündigt worden. Er hat sie aber immer innerlich geführt; das sehen wir an den großartigen Bildern, in denen den Menschen prophezeit wurde, dass er kommen würde. Wer hätte ihnen sonst die Kraft gegeben, solche mächtigen Imaginationen zu bilden?
[ 12 ] So ging die Menschheitsevolution weiter bis zur griechischen Zeit. Da kam an den Menschen heran eine andere Kraft, die anfing, ihn wieder hinaufzutreiben zu der geistigen Welt, aus der er sozusagen verjagt worden war seit der lemurischen Zeit. Die neue Kraft war das Christus-Prinzip, das sich in den Jesus von Nazareth hineinbegab, seine drei Leiber — physischen, ätherischen und astralischen Leib — durchdringend. Wenn die menschliche Seele ganz erfüllt ist von dem Christus-Prinzip, werden die ahrimanischen und die luziferischen Kräfte besiegt, und durch dieses Prinzip vollzieht sich eine Umkehr in der Evolution. Doch der Christus hätte nicht auf die Menschen einwirken können, wäre sein Erscheinen ihnen nicht schon lange Zeit vorher verkündigt worden. Er hat sie aber immer innerlich geführt; das sehen wir an den großartigen Bildern, in denen den Menschen prophezeit wurde, dass er kommen würde. Wer hätte ihnen sonst die Kraft gegeben, solche mächtigen Imaginationen zu bilden?
[ 13 ] Eine großartige Änderung vollzieht sich im physischen, ätherischen und astralischen Leib der Menschheit durch die Inkarnation des Christus, gleich nachdem das Mysterium von Golgatha vollbracht worden ist, als das Blut aus den fünf Wunden rann und der Christus bis in die untersten Reiche hineindrang. Sein Äther- und sein Astralleib vermannigfaltigten sich wie ein Samenkorn, und die geistige Welt erfüllte sich mit diesen Abbildern. Sodass zum Beispiel im fünften, sechsten Jahrhundert bis zum zehnten Jahrhundert diejenigen Menschen, die einen genügenden Grad von Entwicklung erreicht hatten, bei der Geburt einverleibt bekamen solch ein Abbild der Christus-Inkarnation des Jesus von Nazareth. Der Mensch, in welchem am deutlichsten ein derartiges Anteilhaben am ätherischen Leib des Christus zutage tritt, ist Augustinus. Dieser Tatsache ist die große Bedeutung seines Lebens zuzuschreiben. Vom zehnten Jahrhundert bis ungefähr zum sechzehnten Jahrhundert wird der Astralleib des Christus einverleibt. Dem verdanken wir die Erscheinung von Menschen wie dem Heiligen Franz von Assisi und wie den großen Dominikanern voller Demut und Tugend, die eben die großen astralischen Eigenschaften des Christus widerspiegeln. Daher hatten sie ein so klares Bild der großen Wahrheiten in sich, die sie in ihrem Leben übten, im Gegensatz zu Augustinus, der nie frei blieb von Zweifeln und immer in Streit geriet zwischen der Theorie und der Praxis. Von den großen Dominikanern soll besonders genannt werden der Heilige Thomas, in dem der Einfluss von dem astralischen Leib des Christus sich in hohem Maße zeigte, wie wir später noch sehen werden. Mit dem sechzehnten Jahrhundert fängt die Zeit an, in der sich bereitfinden, sich in das Ich einzelner Individualitäten zu verweben, die Abbilder des Christus-Ich. Einer dieser war eben Christian Rosenkreutz, der erste Rosenkreuzer.
[ 13 ] Eine großartige Änderung vollzieht sich im physischen, ätherischen und astralischen Leib der Menschheit durch die Inkarnation des Christus, gleich nachdem das Mysterium von Golgatha vollbracht worden ist, als das Blut aus den fünf Wunden rann und der Christus bis in die untersten Reiche hineindrang. Sein Äther- und sein Astralleib vermannigfaltigten sich wie ein Samenkorn, und die geistige Welt erfüllte sich mit diesen Abbildern. Sodass zum Beispiel im fünften, sechsten Jahrhundert bis zum zehnten Jahrhundert diejenigen Menschen, die einen genügenden Grad von Entwicklung erreicht hatten, bei der Geburt einverleibt bekamen solch ein Abbild der Christus-Inkarnation des Jesus von Nazareth. Der Mensch, in welchem am deutlichsten ein derartiges Anteilhaben am ätherischen Leib des Christus zutage tritt, ist Augustinus. Dieser Tatsache ist die große Bedeutung seines Lebens zuzuschreiben. Vom zehnten Jahrhundert bis ungefähr zum sechzehnten Jahrhundert wird der Astralleib des Christus einverleibt. Dem verdanken wir die Erscheinung von Menschen wie dem Heiligen Franz von Assisi und wie den großen Dominikanern voller Demut und Tugend, die eben die großen astralischen Eigenschaften des Christus widerspiegeln. Daher hatten sie ein so klares Bild der großen Wahrheiten in sich, die sie in ihrem Leben übten, im Gegensatz zu Augustinus, der nie frei blieb von Zweifeln und immer in Streit geriet zwischen der Theorie und der Praxis. Von den großen Dominikanern soll besonders genannt werden der Heilige Thomas, in dem der Einfluss von dem astralischen Leib des Christus sich in hohem Maße zeigte, wie wir später noch sehen werden. Mit dem sechzehnten Jahrhundert fängt die Zeit an, in der sich bereitfinden, sich in das Ich einzelner Individualitäten zu verweben, die Abbilder des Christus-Ich. Einer dieser war eben Christian Rosenkreutz, der erste Rosenkreuzer.
[ 14 ] Dieser Tatsache verdanken wir es eben, dass eine innigere Verbindung mit dem Christus möglich wurde, wie uns das die esoterische Lehre offenbart. Die Christus-Kraft wird den Menschen immer vollkommener machen, wird ihn vergeistigen und zurückführen in die geistige Welt. Die Menschheit entwickelte ihre Vernunft auf Kosten der Hellsichtigkeit; die Christus-Kraft wird den Menschen befähigen, hier auf Erden zu lernen und wieder emporzusteigen mit dem, was er erworben haben wird. Der Mensch stammt vom Vater her und die Christus-Kraft führt ihn zum Vater zurück.
[ 14 ] Dieser Tatsache verdanken wir es eben, dass eine innigere Verbindung mit dem Christus möglich wurde, wie uns das die esoterische Lehre offenbart. Die Christus-Kraft wird den Menschen immer vollkommener machen, wird ihn vergeistigen und zurückführen in die geistige Welt. Die Menschheit entwickelte ihre Vernunft auf Kosten der Hellsichtigkeit; die Christus-Kraft wird den Menschen befähigen, hier auf Erden zu lernen und wieder emporzusteigen mit dem, was er erworben haben wird. Der Mensch stammt vom Vater her und die Christus-Kraft führt ihn zum Vater zurück.
