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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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The Gospel of St. John
in comparison with the other three Gospels,
particularly the Gospel of Luke
GA 112

6 July 1909, Kassel

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Dreizehnter Vortrag

13. The Cosmic Significance of the Mystery of Golgotha

[ 1 ] Gestern haben wir vor unsere Seele hingestellt die Bedeutung des Mysteriums von Golgatha für die menschliche Entwickelung auf unserer Erde. Nun aber hängt in der Welt jedes Ereignis durch schier unendliche Beziehungen im Grunde genommen mit der Entwickelung des ganzen Kosmos zusammen. Und wir werden das Mysterium von Golgatha seiner Wesenheit nach vollständig nur verstehen können, wenn wir uns auch über die kosmische Bedeutung dieses Ereignisses auf klären.

[ 1 ] Yesterday we contemplated the significance the Mystery of Golgotha has for human evolution on our earth. But as every event in the world is connected through literally endless interrelationships with the evolution of the whole cosmos, we will fully understand the Mystery of Golgotha in its true essentiality only by throwing light on its cosmic significance as well.

[ 2 ] Wir wissen ja bereits, daß die Wesenheit, die wir als die Christus-Wesenheit bezeichnen, aus überirdischen Regionen heruntergestiegen ist auf unsere Erde, daß sie sozusagen in ihrem Herankommen gesehen wurde im alten Persien durch die Hellsehergabe des Zarathustra auf der Sonne, dann durch Moses im brennenden Dornbusch und in dem Feuer auf Sinai, und endlich für diejenigen, die das Christus-Ereignis erlebt haben, in der Anwesenheit des Christus indemLeibe des Jesus von Nazareth.

[ 2 ] We already know that the Being we designate the Christ Being descended to our earth from supra-terrestrial regions and that It was seen in Its descent, so to speak: in ancient Persia by means of the clairvoyant faculty of Zarathustra It was perceived in the sun, then by Moses in the burning bush and in the fire on Sinai, and finally by those who experienced the Christ event, in the presence of the Christ in the body of Jesus of Nazareth.

[ 3 ] Wir wissen, daß unsere Erdenereignisse, vor allen Dingen die Menschheitsentwickelung, mit unserem Sonnensystem zusammenhängen. Denn wir haben ja gezeigt, daß diese Menschheitsentwickelung, so wie sie geworden ist, überhaupt sich nicht hätte vollziehen können, wenn nicht einst aus einem Weltenkörper, in welchem unsere Sonne und unser heutiger Mond noch mit der Erde vereinigt waren, zunächst die Sonne und dann später der Mond herausgetreten wären und unsere Erde dadurch wie in eine Gleichgewichtslage zwischen Sonne und Mond hineingestellt worden wäre. Weil der Mensch nicht hat mitmachen können das rasche Tempo der Entwickelung jener Wesen, die sich auf der Sonne einen Schauplatz suchten, so mußte eben die Erde von der Sonne getrennt werden. Und weil dann, wenn die Erde mit dem Monde zusammengeblieben wäre, die Menschheit einer raschen Verhärtung, einer Verknöcherung anheimgefallen wäre, mußte der Mond mit seinen Substanzen und Wesenheiten herausgetrennt werden. Dadurch wurde die Menschheitsentwickelung in der richtigen Weise ermöglicht. Aber wir haben gestern gesehen, daß ein gewisser Rest von Tendenz zur Verhärtung immerhin geblieben ist und daß dieser Rest ausreichen würde, die Menschheit am Ennde unserer Erdentwickelung einer Art von Verwesungszustand entgegenzuführen, wenn nicht der Christus-Impuls gekommen wäre. Das wird uns ermöglichen, ein wenig hineinzuschauen in unsere ganze Entwickelung.

[ 3 ] We know further that the events of this earth, and particularly the evolution of mankind, are related to our solar system; for we have shown that the development of humanity, in the form it has actually taken, could never have come about had not a cosmic body, in which our present sun and moon were still united with the earth, cast out first the sun and later the moon, thereby establishing for the earth a sort of position of equilibrium between sun and moon. Because man could not keep pace with the rapid development of the beings who sought the sun as their field of action, the earth had to be separated from the sun; and because a continued union of earth and moon would have entailed a rapid hardening, an ossification, for mankind, the moon, together with its substances and beings, had to be cast out as well. This made it possible for humanity to develop in the right way. But we learned yesterday that a certain remnant of this tendency to rigidity has nevertheless remained; and it would have sufficed to lead mankind into a state of corruption at the end of our Earth evolution had the Christ impulse not come. These considerations will give us an insight into our whole evolution.

[ 4 ] Einmal waren also Sonne, Mond und Erde ein Weltenkörper. Dann kam die Zeit, in welcher sich die Sonne abtrennte; da waren nur Erde und Mond noch vereint. Dann trennte sich der heutige Mond ab, und die Erde blieb zurück als der Schauplatz der Menschheitsentwickelung. Das war in der alten lemurischen Zeit, welche der sogenannten atlantischen Zeit, die wir jetzt schon von verschiedenen Gesichtspunkten her besprochen haben, vorangegangen ist. Dann entwickelte sich die Erde so, daß die Kräfte von Sonne und Mond von außen wirkten, von der atlantischen Zeit bis in unsere Zeit herauf.

[ 4 ] At one time, then, sun, moon, and earth constituted a single cosmic body. Then the sun split off, leaving only earth and moon united. Finally our present moon withdrew, and the earth remained as the scene of human evolution. This occurred in the old Lemurian time, the period preceding the so-called Atlantean age which we have already discussed from various points of view. From that time forth, from the Atlantean into our own time, the earth has developed in such a way that the sun and the moon forces have acted from without.

[ 5 ] Betrachten wir nun einmal den weiteren Fortgang der Erdenentwickelung bis zu der Zeit, in welcher der Christus-Impuls kam. Und zwar wollen wir da einen ganz bestimmten Zeitpunkt unserer Erdenentwickelung ins Auge fassen, den Zeitpunkt, in welchem auf Golgatha das Kreuz erhöht wurde, wo aus den Wunden des Christus Jesus das Blut herausfloß. Diesen Zeitpunkt unserer Erdenentwickelung fassen wir ins Auge.

[ 5 ] Let us now consider the further progress of earth development up to the entry of the Christ impulse, and let us concentrate on a quite definite moment of our earth development: the moment in which the Cross was raised on Golgotha and the blood flowed from the wounds of Christ Jesus. Let us focus our attention on this moment in the evolution of our earth.

[ 6 ] Bis zu diesem Zeitpunkt hin ist mit der Menschheit dasjenige geschehen, was die Folge davon ist, daß in das Innere der menschlichen Wesenheit eingezogen sind die vereinigten Mächte der luziferischen und ahrimanischen Wesenheiten. Und wir haben gesehen, daß durch dieses Einziehen sich der Mensch hineinlebte in bezug auf die äußere Welt in Maja oder Illusion: Ahriman bewirkte, daß die äußere Welt dem Menschen nicht in ihrer wahren Gestalt erschien, sondern so, als ob sie nur eine materielle, eine stoffliche Welt wäre, als ob nicht hinter allem Stofflichen das Geistige wäre. Es befand sich also der Mensch lange Zeit — und für viele Glieder der Erdenentwickelung befindet er sich noch heute darin — in einem Zustand, der durch Irrtum bewirkt worden ist, weil der Mensch nur die sinnlichen, materiellen Eindrücke um sich sieht und sie durch seine Vorstellungen verarbeitet. Durch diesen Einfluß des Ahriman oder Mephistopheles sieht der Mensch also die äußere Welt in einem falschen Bilde, und er macht sich illusorische und unwahre Vorstellungen über die geistige Welt. Aber alles Geistige steht im Zusammenhang mit physischen Wirkungen, und wir haben gesehen, welche physischen Wirkungen einhergingen mit diesem Trugbild der äußeren Anschauung. Wir haben gesehen, daß eben eine Folge des luziferischen und des ahrimanischen Einflusses die war, daß des Menschen Blut immer weniger und weniger geeignet wurde, ihm die Fähigkeit zu geben, in der äußeren Welt das Richtige zu sehen, so daß mit der Verschlechterung des Blutes, mit dem Auflösen des Blutes, wie es war in den Zeiten alter Blutsverwandtschaft, mit diesem Zerstieben, mit diesem Abtöten des Blutes durch die Blutmischung verbunden war ein Immer-größer-Werden der Illusion. Denn der Mensch konnte nicht mehr die alte Weisheit fragen, die er früher noch als ein Erbstück hatte und die ihm sagte: Es ist nicht so, daß die Außenwelt bloß Stoff ist; denn wenn du dich an deine alten Weisheitserbstücke hältst, so sagen dir diese, daß hinter der physischen Welt eine geistige Welt steht. — Aber diese Erbstücke verloren sich immer mehr und mehr. Und so war der Mensch immer mehr mit seinem ganzen Seelenleben und seiner Erkenntnis auf die äußere physische Welt angewiesen. Das also verwandelte ihm alle physischen Eindrücke in Illusion, in Täuschung. Wäre nun nicht der Christus-Einfluß eingetreten, so würde der Mensch endlich so weit gekommen sein, daß er alle alten Erbstücke der Weisheit hätte verlieren müssen, daß er nach und nach ganz angewiesen wäre bloß auf die äußere Welt der Sinne und ihre Eindrücke. Er hätte vergessen, daß es eine geistige Welt gibt. Das hätte eintreten müssen. Blind hätte der Mensch werden müssen für die geistige Welt.

[ 6 ] Up to this point all that mankind had experienced had been determined by the entry, into the inner being of man, of the combined powers of the Luciferic and Ahrimanic beings; and we have seen that as a consequence of this intrusion man became amalgamated with the outer world in maya, or illusion: Ahriman prevented the outer world from manifesting itself in its true form, making it appear like a world consisting only of matter and solid substance—as though no spirit underlay all matter. For a long time, therefore—and this is still the case today regarding many factors in earth development—the human being was placed in a state brought about by error, because he receives from his environment only the material sense impressions which he then elaborates in his conceptions. So by reason of this influence of Ahriman, or Mephistopheles, he has a false picture of the outer world and forms illusory and erroneous conceptions of the spiritual world. But all spirit is bound up with physical effects, and we have seen what physical effects accompanied this distortion of outward perception. We have seen that, as a consequence of the Luciferic and Ahrimanic influences, human blood became ever less fitted to provide the faculty of seeing the outer world in its true light: a steady aggravation of illusion was bound up with the blood's deterioration, with the dissolution of blood as it had been in the age of consanguinity, with the dispersion and killing off of blood by commingling it. No longer could men consult the old wisdom they had once possessed as a legacy, a wisdom that told them: It is an error to believe that the outer world is nothing but matter; for if you consult the remnants of the old wisdom you inherited, these will tell you that a spiritual world underlies the physical world. But these remnants kept dwindling, with the result that man became ever more dependent upon the physical world in regard to his entire soul life and his knowledge. That is what transformed all his physical impressions into delusions and deceptions; and had it not been for the intervention of the Christ influence he would ultimately have lost his whole heritage of ancient wisdom by being gradually reduced to complete dependence upon the outer sense world and its impressions. He would have forgotten the existence of a spiritual world—that is what would inevitably have occurred: he would have become blind to the spiritual world.

[ 7 ] Nun müssen wir eine solche Wahrheit, daß der Mensch immer mehr und mehr verfallen würde in Täuschung und Irrtum über die äußere Welt, in ihrem vollen Ernste betrachten. Es ist nicht so einfach, diese Wahrheit, die eben jetzt vor Sie hingestellt worden ist - das Verfallen des Menschen in Irrtum über die äußeren Eindrücke der Sinnenwelt -, in vollem Ernste und in voller Breite zu nehmen. Versuchen Sie einmal zu begreifen, was das heißt: Wir sollen alle äußeren Eindrücke der Sinne, wie sie sich uns darbieten in der physisch-sinnlichen Welt, erkennen als Illusion, als Täuschung. Wir sollen uns sagen lernen: Wie die Tatsachen und Eindrücke in der Sinnenwelt sind und auf uns Eindruck machen, so sind sie falsch, und wir müssen lernen, hinter den äußeren Eindrücken ihre wahre Gestalt zu sehen.

[ 7 ] It is now incumbent upon us to consider in all its gravity a truth such as this: the danger of man falling into ever greater delusion and error concerning the outer world. It is not a simple matter to do this—to contemplate in all its implications and its seriousness such a fact as man's lapse into error regarding the outer impressions of the sense world. Try to understand what it means to recognize as maya, as delusion, all external impressions of the senses as they confront us in the physical sense world. We are asked to learn that phenomena and impressions, as they exist in the sense world and as they impress us, are false; and that we must learn to see their true form behind the external impressions they give.

[ 8 ] Ich werde Ihnen ein Ereignis nennen, auf das es in der Regel schwer wird für den Menschen, die Wahrheit anzuwenden, so daß er sich sagt: Die Gestalt, die sich mir darbietet in der äußeren Welt über dieses Ereignis, ist unwahr, ist eine Illusion, ist Maja. — Und wissen Sie, was das Für ein Ereignis ist? Dieses Ereignis ist der Tod. Indem der Tod uns in der äußeren, physischen Welt entgegentritt, indem er zu unserer Erkenntnis spricht, die nach und nach unter den Einflüssen, die wir geschildert haben, zu einer solchen geworden ist, die nur äußere physische Ereignisse begreifen kann, trägt der Tod ein Gewisses von Eigenschaften an sich, ist er so geworden, daß ihn die Menschen nur noch unter dem Gesichtsblick der äußeren physischen Welt betrachten können. Gerade über den Tod mußte die Menschheit in die irrtümlichsten, verhängnisvollsten Anschauungen verfallen. Also die Konsequenz müssen wir ziehen, daß die Gestalt, in der sich uns der Tod darstellt, nur Maja, Illusion, eine Täuschung ist.

[ 8 ] There is one event to which it is especially difficult, as a rule, to apply the truth, to say to oneself: The form in which it confronts me in the outer world is untrue, is illusion—maya. Can you think what event I have in mind? It is death. As a result of the sort of impressions we have described, our comprehension has come to grasp only external physical events; and for this reason death, when faced in the physical world, bears certain attributes that render it impossible of contemplation other than from the standpoint of the outer physical world. Death is a phenomenon concerning which mankind has inevitably become entangled in particularly erroneous and fatal views; and the inference we must draw from this is that the form in which death presents itself is but maya—a delusion.

[ 9 ] Vor unseren Augen in der äußeren physischen Welt stehen die mannigfaltigsten Ereignisse. Da stehen vor unserem Auge die Sterne, die den Weltenraum durchsetzen ; da sind die Berge, die Pflanzen, die Tiere; da ist die ganze Welt unserer Mineralien; da steht auch der Mensch und alles übrige mit den Tatsachen, die wir durch unsere Beobachtung mit den Sinnen gewinnen können. Und wenn wir uns fragen: Woher sind denn diese Tatsachen? Woher kommt denn diese äußere physisch-sinnliche Welt, die sich uns als eine materielle Welt darstellt? dann müssen wir antworten: Sie kommt aus dem Geistigen. Geistiges liegt unserer physisch-sinnlichen Welt zugrunde. - Und wenn wir auf die ursprünglichste Gestalt des Geistes zurückgehen würden, aus dem alles SinnlichPhysische hervorgeht, so würden wir es nennen müssen die Grundlage alles Seins, in der christlichen Esoterik dasjenige, was man in der Gottheit das Vater-Prinzip nennt. Es liegt zugrunde alledem, was Geschöpf ist, das göttliche Vater-Prinzip. Was also ist dem Menschen eigentlich verhüllt worden, indem sich für ihn alles eingetaucht hat in Maja oder Illusion? Das göttliche Vater-Prinzip! Statt der Trugbilder der Sinne müßte er in allem, was um ihn herum ist, das göttliche Vater-Prinzip sehen. Das göttlich-geistige Vater-Prinzip, dem alle Dinge und er selber angehören, das müßte der Mensch sehen allüberall. Das göttlich-geistige Vater-Prinzip, dem alle Dinge und er selber angehören, zeigt sich also nicht in seiner wahren Gestalt. Dadurch, daß der Mensch erlitten hat diejenigen Verminderungen seiner Fähigkeiten, von denen wir gesprochen haben, dadurch zeigt sich dieses Vater-Prinzip durch die große Täuschung, durch die Maja hindurch.

[ 9 ] Before our eyes in the outer physical world a great variety of phenomena present themselves. There are the stars that intersperse cosmic space, yonder, the mountains, the plants, the animals; here is the world of our minerals, and here, too, we have man, together with all the facts we can gather by means of sense observation. And if we enquire into the origin of these phenomena, of this outer physical-sensible world which appears to us as a world of matter, we must answer, Their origin is in spirit: spirit underlies our physical-sensible world. Then, were we to seek the primordial form of spirit from which springs all that is physical and of the senses, we could not regard it as other than the basis of all being. In Christian esotericism this is the aspect of divinity known as the Father principle. It underlies everything that is creature. So what exactly is it that was hidden from man when all things became obscured by maya, or illusion? It was the divine Father principle. Instead of the mirage of the senses, man should see everywhere and in all things the divine Father principle, of which all things and he himself are a part. The Father principle, then, does not appear in its true form. Because of the decline in human faculties, of which we have spoken, we see the Father principle veiled by delusion, by maya.

[ 10 ] Was ist eingewoben in die große Täuschung? Unter all den Tatsachen, die wir sehen, stellt sich uns eine dar, die grundwesentlich ist, und das ist der Tod. Sagen müßte sich der Mensch daher: Die äußeren Dinge, die sich unseren Sinnen darbieten, sind in Wahrheit das VaterPrinzip; das göttlich-geistige Vater-Element, das drücken sie aus. Und wenn uns einverwoben ist in die ganze Sinnenwelt der Tod, so ist der Tod für uns etwas, was zum göttlich-geistigen Vater-Prinzip gehört. Dadurch, daß der Mensch sich so entwickelt hat, wie er sich entwickelt hat, dadurch ist für ihn das göttliche Vater-Prinzip eingehüllt in mancherlei Hüllen - und zuletzt in die Hülle des Todes. Was muß der Mensch deshalb hinter dem Tode suchen, wie hinter allem Sinnlichen? Den Vater, den kosmischen Vater! So wie der Mensch lernen muß von einem jeglichen Ding zu sagen: «Es ist der Vater in Wahrheit», so muß er lernen, sich zu sagen: «Der Tod ist der Vater.» Und warum erscheint uns im Sinnlich-Physischen ein falsches Bild des Vaters? Warum erscheint uns das Bild des Vaters so verzerrt, daß es bis zu dem entstellt erscheint, was sich uns als der trügerische Tod darstellt? Weil all unserem Leben beigemischt ist das Luzifer-Ahriman-Prinzip! Wenn also der Mensch nun geführt werden sollte von einer falschen, von einer trügerischen, majahaften Anschauung über den Tod zu einer richtigen Anschauung über den Tod, was müßte da geschehen?

[ 10 ] What do we find woven into this great delusion? Among all the phenomena we perceive, one stands out as essentially fundamental: death. Therefore we should tell ourselves that the outer objects confronting our senses are in reality the Father principle, are expressions of the divine-spiritual Father element. And since death is interwoven in the totality of the sense world, it is something that pertains to the divine-spiritual Father principle. Owing to the nature of man's development the divine Father principle has become obscured for him by many a veil, and ultimately by the veil of death. What must man seek? The Father, the cosmic Father; and just as he must learn to think of every object as being in truth the Father, so he must come to feel that death, too, is the Father. And why does a false picture of the Father appear to us in the physical sense world? Why is it distorted into the grotesque image appearing to us so deceptively as death? Because the Lucifer-Ahriman principle has been infused into every phase of our life. What was needed, therefore, to disabuse man of this false, deceptive view of death and to provide a true conception of it was enlightenment arrived at by means of the facts in the case.

[ 11 ] Der Mensch müßte durch die Tatsachen aufgeklärt werden über den Tod! Es müßte etwas geschehen, durch das der Mensch lernen könnte, daß es unwahr ist, was er über den Tod gewußt hat, was er über den Tod empfunden hat, was er alles unter dem Impuls seiner Vorstellung über den Tod hat tun können. Es mußte ein Ereignis auftreten, das ihm die wahre Gestalt des Todes vor Augen stellte. Die falsche Gestalt des Todes mußte ausgelöscht werden, eine wahre Gestalt des Todes mußte hingestellt werden.

[ 11 ] Something had to occur whereby he could learn that what he had known about death, what he had felt about it—everything he had been impelled to do as a result of his conception of death—was untrue. An event had to take place which would show him the true aspect of death: its false form must be obliterated and its true one set forth.

[ 12 ] Das war die Mission des Christus auf Erden, daß er an die Stelle der falschen Gestalt des Todes durch seine Tat die wahre Gestalt des Todes hinstellte.

[ 12 ] To substitute, through His deed, the true aspect of death for the false one, that was Christ's mission on earth.

[ 13 ] Der Tod ist zu diesem Zerrbild des Vaters geworden dadurch, daß Luzifer-Ahriman sich eingemischt hat in die Menschheitsentwickelung. Der Tod war die Folge, die Wirkung des Einflusses von Luzifer-Ahriman. Was mußte also derjenige tun, der diese falsche Gestalt des Todes aus der Welt schaffen wollte?

[ 13 ] It was owing to the interference of Lucifer-Ahriman in human evolution that death became the distorted image of the Father. Death was the consequence, the effect, of the influence of Lucifer-Ahriman. So what had to be done by Him Who would rid the world of this false face of death?

[ 14 ] Nimmermehr hätte die falsche Gestalt des Todes aus dem Menschenleben fortkommen können, wenn nicht die Ursache - Luzifer- Ahriman beseitigt worden wäre. Aber das hätte kein Erdenwesen vollbringen können. Ein Erdenwesen kann innerhalb der Erdenentwickelung wohl auslöschen die Dinge, die durch Erdenwesen selbst geschehen sind, nicht aber den luziferisch-ahrimanischen Einfluß. Den konnte nur ein Wesen herausbringen, das selber noch nicht auf der Erde war, als Luzifer-Ahriman wirkte, das noch im Weltenraum draußen war, das in einer Zeit auf die Erde kam, wo Luzifer-Ahriman schon ganz in den Menschenleib hineingegangen war.

[ 14 ] Never could human life be released from this distorted form of death had not its source been removed—Lucifer-Ahriman. But that is something no earthly being could have accomplished. An earthly being can extinguish, within earth development, anything brought about by earthly beings themselves, but not the Luciferic-Ahrimanic influence. This could be driven out only by a being that had not been on the earth but out in cosmic space when Lucifer-Ahriman intervened, a being that came to earth at a time when Lucifer-Ahriman had already fully entered the human body.

[ 15 ] Nun kam dieses Wesen auf die Erde und beseitigte gerade im richtigen Moment, wie wir gesehen haben, Luzifer-Ahriman, schuf hinweg die Ursache dessen, was den Tod gebracht hat in die Welt. Also mußte das ein Wesen sein, welches mit allen sonstigen Todesursachen innerhalb der Menschheit nichts zu tun hatte. Mit alledem, wodurch die Menschen den Tod erlitten haben, das ist mit alledem, was durch Luzifer, später dutch Ahriman bewirkt worden ist, was die einzelnen Menschen dadurch auf der Erde vollbracht haben, daß es einen LuziferAhriman-Einfluß gab, mit anderen Worten: mit all dem, wodurch die Menschen schuldig geworden sind, in das Böse verfallen sind, mit all dem durfte diese Wesenheit nichts zu tun haben. Denn hätte ein Wesen den Tod erlitten, welches unter dem Einfluß aller dieser Ursachen gestanden hätte, dann wäre dieser Tod begründet gewesen. Ein solcher Tod, der unbegründet war, der ohne Schuld von einem Wesen auf sich genommen wurde, ein ganz und gar unschuldiger Tod konnte allein auslöschen allen schuldigen Tod.

[ 15 ] Now, this Being did come to earth and removed Lucifer-Ahriman, as we have seen, at exactly the right moment—eliminated the cause of all that had brought death into the world. This deed called for a Being having nothing whatever to do with any causes of death among men. It had to be a being in no way connected with any cause of human death—that is, with anything brought about by Lucifer and later by Ahriman, with any individual human deeds done under the Lucifer-Ahriman influence—in short, with anything whereby men became guilty, fell a prey to evil. For the death of a being affected by any of these causes would have been justified. Only an undeserved death, undertaken by one without guilt—an utterly innocent death—could extinguish all guilty death.

[ 16 ] Demnach mußte ein Unschuldiger den Tod erleiden, sich mit dem Tode vermählen, mußte den Tod über sich ergehen lassen. Und indem er den Tod über sich ergehen ließ, brachte er hinein in dieses Menschenleben diejenigen Kräfte, welche nach und nach für den Menschen die Erkenntnis der wahren Gestalt des Todes schaffen, das heißt, die Erkenntnis, daß der Tod, wie er in der Sinneswelt auftritt, keine Wahrheit hat, daß im Gegenteil dieser Tod eintreten mußte zum Behufe des Lebens in der geistigen Welt, daß mit diesem Tode gerade die Grundlage geschaffen ist für das Leben im Geistigen.

[ 16 ] An innocent Being, accordingly, had to suffer death, wed death, submit to death; and by so doing He infused into human life those forces which will gradually create knowledge concerning the true aspect of death; that is, the realization that death as it appears in the sense world is not truth—that on the contrary, this death had to occur to provide for life in the spiritual world; that precisely this death forms, in fact, the basis of that life.

[ 17 ] So war durch den unschuldigen Tod auf Golgatha der Beweis geliefert, den die Menschen nach und nach verstehen werden: daß der Tod der immer lebendige Vater ist! Und haben wir erst die richtige Anschauung über den Tod, haben wir erst durch das Ereignis von Golgatha kennengelernt, daß das äußere Sterben nichts bedeutet, daß in dem Leibe des Jesus von Nazareth der Christus gelebt hat, mit dem wir uns vereinigen können, haben wir erst erkannt, daß dieser Christus bewirkt hat, daß, obwohl das Bild des Todes am Kreuz sich darbietet, dies nur ein äußeres Ereignis ist, und daß das Leben des Christus im Ätherleibe vor dem Tode dasselbe ist wie nach diesem Tode, daß dieser Tod also dem Leben nichts anhaben kann, - haben wir begriffen, daß wir hier einen Tod vor uns haben, der das Leben nicht auslöscht, der selbst Leben ist, dann haben wir durch das, was am Kreuze hing, ein für allemal das Wahrzeichen, daß der Tod in Wahrheit der Leben-Spender ist. Ebenso wie die Pflanze aus dem Samen hervorwächst, ist auch der Tod kein Vernichter, sondern ein Same des Lebens. Er ist hineingesät worden in unsere physisch-sinnliche Welt, damit diese physisch-sinnliche Welt nicht herausfällt aus dem Leben, sondern heraufgenommen werden kann in das Leben. Die Widerlegung des Todes mußte am Kreuze geliefert werden durch den widerspruchsvollen Tod, durch den Tod, der ein unschuldiger gewesen ist. Was aber wurde damit eigentlich getan?

[ 17 ] Thus the innocent death on Golgotha furnished the proof, which will gradually be comprehended by humanity, that death is the ever-living Father. And once we have achieved the right view of death, once we have learned from the event of Golgotha that external dying is of no importance, that in the body of Jesus of Nazareth there dwelt the Christ with Whom we can unite; once we have realized what Christ achieved, even though we see the image of death hung on the Cross, in rendering death a mere external event, that His life in the etheric body was the same before death as it was after this death, and that therefore this death cannot touch life—once we have understood that here is a death incapable of extinguishing life but is, rather, itself life, then the Christ on the Cross becomes the eternal emblem of the truth that death is in reality the giver of life. The plant comes forth from the seed: death is not the destroyer of life, but its seed. It has been sown in our physical sense world in order that the latter may not fall away from life, but may be raised into life. The refutation of death had to be furnished on the Cross by a contradictory death, by a death that was innocent.

[ 18 ] Wir wissen aus den vorhergehenden Vorträgen, daß der Mensch ein Ich als das vierte Glied seiner Wesenheit hat, und daß, indem dieses Ich sich entwickelt, es zu seinem äußeren physischen Instrument das Blut hat. Das Blut ist der Ausdruck des Ich. Deshalb verfiel das Ich in Irrtum, immer mehr und mehr in Maja oder Illusion, als das Blut immer schlechter und schlechter wurde. Deshalb verdankt der Mensch auch die Erhöhung der Kraft seines Ich dem Umstande, daß er sein Blut hat. Wiederum aber verdankt er dieses Ich in geistiger Beziehung dem Umstande, daß er sich unterscheiden lernte von der geistigen Welt, daß er eine Individualität wurde. Das konnte ihm nicht unter anderen Verhältnissen gegeben werden als dadurch, daß ihm der Ausblick zur geistigen Welt zunächst durchschnitten wurde. Und was ihm diesen Ausblick durchschnitten hat, das war eben der Tod. Hätte der Mensch immer gewußt, daß der Tod der Same des Lebens ist, er wäre auch nicht zu einer selbständigen Ichheit gekommen, denn er wäre geblieben im Zusammenhang mit der geistigen Welt. So aber trat der Tod ein, gab ihm die Illusion, daß er getrennt sei von der geistigen Welt, und erzog so den Menschen zur selbständigen Ichheit.

[ 18 ] We must now enquire what, exactly, was brought about by this event. From the previous lectures we know that as the fourth principle of his being man has an ego, and that as this develops, the blood is its outer physical instrument. Blood is the expression of the ego, hence with its steady deterioration the ego fell to an ever increasing extent into error, into maya, or illusion. Hence, also, man is indebted for the growing power of his ego to the circumstance that he is provided with blood. But this ego, in turn, he owes in its spiritual aspect to the fact of his having learned to distinguish himself from the spiritual world, of his having become an individuality. This capacity could not have been bestowed upon him otherwise than by temporarily cutting off his view of the spiritual world; and the agency that effected this was precisely death. Had man always known that death is the seed of life he would not have achieved independence for his ego, for he would have remained linked with the spiritual world. As it was, however, death appeared, gave him the illusion of being separated from the spiritual world, and so trained his ego to independence.

[ 19 ] Aber diese Ichheit wurde immer selbständiger und selbständiger, und zwar so, daß sie ihre Selbständigkeit übertrieb, überspannte über einen gewissen Punkt hinaus. Das konnte auf der anderen Seite nur ausgeglichen werden dadurch, daß dieser Ichheit jene Kraft entzogen wurde, welche sie über diesen Punkt hinausgetrieben hatte. Was also in dem Ich zu stark in den Egoismus hineingeführt hatte, was an dem Ich nicht die bloße Egoität, die Ichheit, sondern den Egoismus gefördert hatte, das mußte herausgetrieben werden. Das wurde aber herausgetrieben — so daß es im Verlaufe der Zukunft immer mehr und mehr auch aus den einzelnen Ichen herausgetrieben werden kann - damals, als der Tod am Kreuz auf Golgatha eintrat und das Blut aus den Wunden floß.

[ 19 ] This ego principle, however, grew more and more independent: it exaggerated its independence, strained it past a certain point; and this condition could be counteracted only by the withdrawal of the force which had caused it. Hence the factor which would have induced exaggerated egotism, which would have fostered not merely the ego principle, egoism, but egotism—this factor had to be driven out. And this was accomplished in such a way that in the future it can be more and more eradicated from the individual egos as well: it was accomplished when death came on the Cross of Golgotha and the blood flowed from the wounds.

[ 20 ] In dem fließenden Blute aus den Wunden des Christus sehen wir daher das tatsächliche Symbolum für den überschüssigen Egoismus im menschlichen Ich. So wie das Blut der Ausdruck ist für das Ich, so ist das Blut, das auf Golgatha floß, der Ausdruck für das Überschüssige im menschlichen Ich. Wäre das Blut nicht geflossen auf Golgatha, so wäre der Mensch im Egoismus geistig verhärtet und damit dem Schicksal entgegengegangen, das wir gestern beschrieben haben. Mit dem auf Golgatha fließenden Blute ist der Anstoß dazu gegeben, daß dasjenige, was das Ich zum Egoisten macht, allmählich aus der Menschheit schwinden kann.

[ 20 ] In the blood flowing from Christ's wounds we have the factual symbol of the excessive egotism in the human ego. Just as blood is the expression of the ego, so the blood that flowed on Golgotha is the expression of excess in the human ego. Had not the blood flowed on Golgotha, man would have become spiritually hardened in his egotism and would have been doomed to the fate we described yesterday. But the blood that flowed on Golgotha gave an impetus for the gradual disappearance of the force that makes an egotist of the ego.

[ 21 ] Aber ein jegliches physisches Ereignis hat zu seinem Gegenbilde ein geistiges Ereignis. In demselben Maße, als das Blut aus den Wunden auf Golgatha floß, geschah etwas Geistiges. Es geschah in diesem Moment, daß zum ersten Male Strahlen von der Erde nach dem Weltenraum hinausgingen, die früher nicht hinausgegangen waren, so daß wir, in diesem Zeitpunkt geschaffen, von der Erde Strahlen nach dem Weltenraum uns denken. Immer finsterer und finsterer war die Erde geworden mit dem Fortgange der Zeit bis zu dem Ereignis von Golgatha. Jetzt fließt das Blut auf Golgatha, und zu leuchten beginnt die Erde!

[ 21 ] But every physical event has its spiritual counterpart, and as the blood flowed from the wounds on Golgotha there occurred a corresponding spiritual event: at this moment it happened for the first time that rays streamed forth from the earth into cosmic space, where formerly there had been none. We must visualize, then, as created at this moment, rays streaming from the earth into cosmic space. Darker and darker had the earth become with the passing of time—up to the event on Golgotha. Now the blood flows on Golgotha—and the earth begins to radiate light.

[ 22 ] Hätte in der vorchristlichen Zeit irgendein Wesen - zunächst mit hellseherischer Kraft — von einem fernen Weltenkörper auf die Erde herunterblicken können, dann hätte es gesehen, wie die Erdenaura nach und nach verglomm und am dunkelsten wurde in der Zeit, die dem Ereignis von Golgatha voranging. Dann aber hätte es gesehen, wie die Erdenaura aufleuchtete in neuen Farben. Die Tat auf Golgatha hat die Erde mit einem astralischen Licht durchdrungen, das nach und nach zum ätherischen und dann zum physischen Licht werden wird. Denn ein jegliches Wesen in der Welt entwickelt sich weiter. Was heute Sonne ist, das war zuerst Planet. Und wie sich der alte Saturn zur Sonne entwickelt hat, so entwickeltsich unsere Erde, die jetzt Planetist, zur Sonne heran. Der erste Anstoß zum Sonnewerden unserer Erde ist damals gegeben worden, als das Blut aus den Wunden des Erlösers auf Golgatha floß. Da fing die Erde zu leuchten an, zunächst astralisch, also nur für den Hellseher sichtbar. Aber in der Zukunft wird das astralische Licht zum physischen Licht werden, und die Erde wird ein leuchtender Körper, ein Sonnen-Körper werden.

[ 22 ] If in pre-Christian time some clairvoyant being had been able to observe the earth from a distant cosmic body he would have seen the earth's aura gradually fading out, and darkest immediately preceding the event on Golgotha. Then, however, he would have seen it shine forth in new colors. The deed on Golgotha suffused the earth with an astral light that will gradually become an etheric and then a physical light. Every being in the world continues to evolve. What is today the sun was first a planet; and just as the old Saturn became a Sun, so our earth, now a planet, will gradually develop into a sun. The first impetus in this direction was given when the blood flowed from the wounds of our Redeemer on Golgotha. The earth began to shine—for the time being astrally, visible only to the seer; but in the future the astral light will become physical light and the earth will be a luminous body, a sun body.

[ 23 ] Ich habe Ihnen schon öfter gesagt: Nicht dadurch, daß sich physische Materie zusammenballt, entsteht ein Weltenkörper, sondern dadurch, daß von einem geistigen Wesen aus ein neuer geistiger Mittelpunkt, ein neuer Schauplatz geschaffen wird. Vom Geistigen aus beginnt die Bildung eines Weltenkörpers. Jeder physische Weltenkörper ist zuerst Geist gewesen. Das, was unsere Erde einmal werden wird, ist zunächst das Aurisch-Astralische, das hier anfing auszustrahlen von der Erde. Das ist die erste Anlage zur künftigen Sonnen-Erde. Das aber, was damals ein Mensch mit seinen trügerischen Sinnen gesehen hätte, das ist ein Trugbild. Das ist gar keine Wahrheit; das löst sich auf, das hört auf zu sein. Je mehr die Erde Sonne wird, desto mehr verbrennt diese Maja im Sonnenfeuer, geht auf darinnen.

[ 23 ] I have explained repeatedly that no new cosmic body comes into being through the agglomeration of physical matter, but through the creation, by a spiritual being, of a new spiritual center, a new sphere of activity. The formation of a cosmic body begins in spirit. Every physical cosmic body was first spirit. What our earth will ultimately become consists at present of the astral aspect of its aura which began to ray forth from the earth at the time we are here considering: that is the first nucleus of the future sun-earth. But what a man of that time would have perceived with his misleading senses is a phantom: that has no truth, it dissolves, it ceases to be; and the farther the earth moves toward its sun state, the more will this maya be consumed and perish in the fire of the sun.

[ 24 ] Dadurch aber, daß damals die Erde durchstrahlt worden ist von einer neuen Kraft, daß die Grundlage gelegt worden ist zum Sonnewerden der Erde, dadurch war die Möglichkeit gegeben, daß diese Kraft auch die Menschen durchstrahlt. Es wurde der erste Anstoß zu dem gegeben, was ich gestern dargestellt habe: zum Ausstrahlen der ChristusKraft in den ätherischen Menschenleib. Und durch das, was da astralisch in ihn einstrahlen konnte, dadurch konnte dieser ätherische Menschenleib neue Lebenskraft aufzunehmen beginnen, wie er sie braucht für die spätere Zukunft.

[ 24 ] But through having been suffused at that time with a new force, through the newly created possibility for the earth to become a sun, it became possible as well for this same force to permeate man. This was the first impulse toward what I described yesterday: the radiating of the Christ force into the etheric human body; and thanks to the streaming in of this astral force it could start absorbing new vitality such as it will need in the distant future.

[ 25 ] Wenn Sie sich also eine gewisse Zeit nach dem Ereignis von Golgatha vorstellen und sie vergleichen mit jener Zeit, da das Ereignis von Golgatha geschah, wenn Sie also einen zukünftigen Zustand der Menschheit vergleichen mit dem Zeitpunkt, als das Ereignis von Golgatha sich vollzog, dann können Sie sich sagen: Damals, als der Christus-Einschlag kam, war die Erde noch so, daß sie von sich selber aus nichts mehr einstrahlen konnte in die Ätherleiber der Menschen. Eine Zeitlang danach aber sind die Ätherleiber derjenigen Menschen, die eine Beziehung zu dem Christus-Impuls gefunden haben, durchstrahlt worden, sie haben aufgenommen in sich, wenn sie den Christus verstanden haben, die strahlende Gewalt, die seither in der Erde ist, die neue Leuchtkraft der Erde. Sie haben aufgenommen in den Ätherleibern das Christus-Licht! In die Ätherleiber der Menschen fließt das Christus-Licht ein.

[ 25 ] So if you will visualize the period in which the event of Golgotha occurred and then compare it with a later period—that is, if you compare a future condition of humanity with that which prevailed at the time of the event of Golgotha—you will find that at the time the Christ impulse intervened, the earth of itself had nothing left to infuse into the etheric bodies of men. Some time later, however, the etheric bodies of those who had found a contact with the Christ impulse were irradiated: men who understood the Christ absorbed the radiant force that has been in the earth ever since—the earth's new radiance. They have taken the light of Christ into their etheric bodies. The Christ light streams into the etheric bodies of men.

[ 26 ] Und jetzt, da seit jener Zeit in den Ätherleibern der Menschen immer ein Teil ist des Christus-Lichtes, was geschieht jetzt? Was geschieht mit demjenigen Teil im Ätherleib des Menschen, der das Christus-Licht in sich aufgenommen hat? Was geschieht mit ihm nach dem Tode? Was ist es überhaupt, was da als Folge des Christus-Impulses in den Ätherleib des Menschen sich nach und nach einlebt?

[ 26 ] And here we must ask, What takes place, now that there is always something of the Christ light in human etheric bodies? What occurs in that part of the etheric body in which the Christ light has been received? What happens to it after death? What is it, in short, that gradually permeates the etheric body as a result of the Christ impulse?

[ 27 ] Das ist etwas, was der Christus-Impuls gebracht hat, was der Christus-Impuls in den Ätherleib des Menschen hineingesenkt hat, was seitdem da sein kann in dem Ätherleib des Menschen und was vorher nicht da war. Seit jener Zeit ist in den Ätherleibern der Menschen die Möglichkeit gegeben, daß in ihnen gleichsam als eine Wirkung des Christus-Lichtes etwas Neues auftritt, etwas auftritt, was Leben atmet, was unsterblich ist, was niemals dem Tode verfallen kann. Wenn es aber nicht dem Tode verfällt, so wird es, solange der Mensch auf der Erde noch dem Trugbild des Todes verfällt, gerettet sein vom Tode, wird es den Tod nicht mitmachen. Es gibt also seit jener Zeit etwas im Ätherleibe des Menschen, was den Tod nicht mitmacht, was nicht verfälltden Sterbekräften der Erde. Und dieses Etwas, das den Tod nicht mitmacht, was die Menschen sich nach und nach erobern durch den Einfluß des Christus-Impulses, das strömt nun zurück, das strömt hinaus in den Weltenraum, das bildet, je nachdem es stärker oder schwächer ist im Menschen, eine Kraft, die da hinausfließt in den Weltenraum. Und es wird diese Kraft eine Sphäre um die Erde herum bilden, die im SonneWerden ist. Eine Art von Geistes-Sphäre bildet sich um die Erde herum aus den lebendig gewordenen Ätherleibern. Ebenso wie das ChristusLicht von der Erde ausstrahlt, ebenso haben wir eine Art von Widerspiegelung des Christus-Lichtes im Umkreise der Erde. Was hier widergespiegelt wird als Christus-Licht, und was als Folge des Christus-Ereignisses eingetreten ist, ist das, was Christus den Heiligen Geist nennt. Ebenso wahr, wie die Erde ihr Sonne-Werden beginnt durch das Ereignis von Golgatha, ebenso wahr ist es, daß von diesem Ereignis an die Erde auch beginnt, schöpferisch zu werden und um sich herum einen geistigen Ring zu bilden, der später wiederum zu einer Art von Planet um die Erde wird.

[ 27 ] It is the possibility that was given at that time, as an effect of the Christ light, for something new to appear, something living and breathing and immortal, something that can never perish in death. While men on earth are still misled by the illusory image of death, this new factor will nevertheless be rescued from death, will have no part in it. Ever since that time, then, the human etheric body has held something that is not subject to death, to the death forces of the earth. And this something which does not die with the rest, and which men gradually achieve through the influence of the Christ impulse, now streams back again—out into cosmic space; and in proportion to its intensity in man it generates a certain force that flows out into cosmic space. And this force will in turn create a sphere around our earth that is in the process of becoming a sun: a sort of spiritual sphere is forming around the earth, composed of the etheric bodies that have come alive. The Christ light radiates from the earth, but there is also a kind of reflection of it that encircles the earth. What is here reflected as the Christ light, appearing as a consequence of the Christ event, this is what Christ called the Holy Spirit. Just as the event of Golgotha provided the first impetus for the earth to become a sun, so it is true that beginning with this event the earth began to be creative, surrounding itself with a spiritual ring which, in turn, will in the future develop into a sort of planet circling the earth.

[ 28 ] So geht im Kosmos von diesem Ereignis von Golgatha an etwas Wesentliches vor. Damals, als das Kreuz erhöht wurde auf Golgatha und das Blut rann aus den Wunden des Christus Jesus, da wurde ein neuer kosmischer Mittelpunkt geschaffen. Wir waren dabei, als dieser neue kosmische Mittelpunkt geschaffen wurde! Wir waren dabei als Men sehen, ob nun in einem physischen Leib oder außerhalb des physischen Lebens zwischen Geburt und Tod.

[ 28 ] Thus a momentous process that commenced with the event of Golgotha has since been unfolding in the cosmos. When the Cross was raised on Golgotha and the blood flowed from the wounds of Christ Jesus, a new cosmic center was created. We were present when that occurred: we were present as human beings, whether in a physical body or outside this physical life between birth and death.

[ 29 ] So entstehen Neubildungen von Welten! Das aber müssen wir verstehen, daß wir vor dem Ausgangspunkt einer neu sich bildenden Sonne stehen, indem wir den sterbenden Christus betrachten.

[ 29 ] That is the way new worlds come into being; and we must comprehend that while we behold the dying Christ we stand in the presence of the genesis of a new sun.

[ 30 ] Der Christus vermählt sich dem Tod, der auf der Erde der charakteristische Ausdruck des Vater-Geistes geworden ist. Der Christus geht hin zum Vater und vermählt sich mit seinem Ausdruck, dem Tod, — und unwahr wird das Bild des Todes, denn der Tod wird zum Samen einer neuen Sonne im Weltenall. Fühlen wir dieses Ereignis, fühlen wir dieses Unwahrwerden des Todes, fühlen wir, daß der Tod an dem Kreuze das Samenkorn wird, aus dem eine neue Sonne hervorsprießt, dann fühlen wir auch so recht, wie die Menschheit auf der Erde es hat empfinden und ahnen müssen als den allerwichtigsten Übergang innerhalb der Menschheitsentwickelung.

[ 30 ] Christ espouses death, which on earth had become the characteristic expression of the Father Spirit. Christ goes to the Father and unites with His manifestation, death—and the image of death is seen to be false, for death becomes the seed of a new sun in the universe. If we feel this event, if we can sense this unmasking of death and realize that the death on the Cross becomes the seed from which a new sun will germinate, then we shall understand why mankind on earth must have felt and conceived of it as the supreme transition in human evolution.

[ 31 ] Da war einstmals eine Zeit, wo die Menschen noch ein dumpfes, dämmerhaftes Hellsehen hatten. Da lebten sie im Geistigen, und da sahen sie zurück in ihr Leben. Wenn sie etwa im dreißigsten Jahre gestanden haben, sahen sie zurück auf ihr zwanzigstes, auf ihr zehntes Jahr und so weiter, bis zu ihrer Geburt, aber sie wußten: Ich bin in diese Geburt hineingekommen aus göttlich-geistigen Höhen. - Damals war die Geburt kein Anfang: als geistige Wesenheiten sahen sie die Geburt und sahen sie auch den Tod, und sie wußten, daß in ihnen ein Geistiges ist, etwas, was von diesem Tode nicht berührt werden konnte. Geburt und Tod im heutigen Sinn waren noch nicht da. Geburt und Tod kamen erst — und bekamen ihre unwahre, trügerische Gestalt in dem äußeren Bilde des Vaters. In dem äußeren Bilde des Vaters wurde das Charakteristische der Tod! Und dann sahen die Menschen hin auf den Tod und sahen, wie er scheinbar das Leben vernichtet. Und der Tod wurde immer mehr und mehr zu einem Bilde, das den Gegensatz des Lebens darstellte. Wenn das Leben vielfach Leiden brachte, so war der Tod etwas, was das größte Leiden darstellte.

[ 31 ] There was once a time when men still possessed a vague, dim clairvoyance. They lived in a spiritual element; and as they looked back upon their lives—from their thirtieth to their twentieth year, from the twentieth to the tenth, and so on back to their birth—they knew that they had come to this birth from divine-spiritual heights. For them birth was not a beginning: as spiritual beings they saw not only their birth but their death as well, and they knew that something of spirit dwelt within them which this death could not touch. Birth and death in their present meaning did not exist as yet: they came later, and they acquired their untrue, deceptive form in the outer image of the Father. Death became the characteristic feature of this external aspect of the Father. Then men, in contemplating death, saw it apparently destroying life, and death became more and more an image representing the contrast to life. Though life brought a large measure of suffering, death was considered the greatest suffering of all.

[ 32 ] Wie mußte derjenige, der von außen auf die Erdenereignisse sah, das heißt, der sah, wie diese Erdenereignisse sich spiegelten in der Menschheit vor dem Eintritt des Christus, wie mußte er über den Tod denken? Er mußte, wenn er aus göttlich-geistigen Höhen herunterstieg als ein höheres Wesen, das andere Anschauungen hatte als die Menschen, er mußte, wenn er auf die Menschheit hinsah, so sagen, wie der Buddha gesagt hat.

[ 32 ] What view of death must have been held by one who saw earth events from without, saw how these earth events were reflected in humanity before the appearance of the Christ? If he had descended from divine-spiritual heights as a higher being with views differing from those of men, he would have been constrained, in contemplating mankind, to speak as Buddha spoke.

[ 33 ] Herausgekommen war dieser Buddha aus einem Königspalaste, in welchem er erzogen worden war. Er hatte dort nichts anderes gesehen als das, was das Leben erhöhte. Jetzt aber, da er heraustrat, sah er einen leidenden Menschen, da sah er einen kranken Menschen, vor allen Dingen aber sah er einen toten Menschen. Als er das erlebt hatte, da trat ihm vor die Augen der Satz: «Krankheit ist Leiden! Alter ist Leiden! Tod ist Leiden!» So hatte es in der Tat die Menschheit empfunden. Und das, was die ganze Menschheit empfunden hatte, aus Buddhas groBer Seele rang es sich los.

[ 33 ] This Buddha had come forth from his royal palace where he had been reared, and where he had seen only what elevates life. Now, however, as he came forth, he saw a suffering human being, then an aged man, and finally even a dead man. These experiences wrung from him the utterance: “Sickness is suffering, old age is suffering, death is suffering.” That is indeed the way it was felt by men; and in these words the common feeling burst forth from the great soul of Buddha.

[ 34 ] Dann kam der Christus. Und nach dem Christus, nachdem weitere sechshundert Jahre vergangen waren, wie sechshundert Jahre vergangen waren von dem Buddha bis zu dem Christus, da gab es Leute, die da sagen konnten, wenn sie das Kreuz sahen und den toten Menschen darauf: Was am Kreuze hängt, das ist das Symbolum jenes Samens, aus dem Leben über Leben quillt! - Sie hatten wahr empfinden gelernt über den Tod!

[ 34 ] Then Christ appeared. And then, after the lapse of another six hundred years—just as six hundred had passed between Buddha and Christ—there were those who understood, when envisioning the Cross and the dead Man upon it, that what hung upon the Cross was the symbol of that seed from which springs forth life in abundance. They had learned to sense the true nature of death.

[ 35 ] Der Christus Jesus hat sich dem Tode vermählt, ist hingegangen zu diesem Tode, der der charakteristische Ausdruck des Vaters wurde, hat sich vereinigt mit diesem Tode. Und aus der Vermählung des Christus Jesus mit dem Tode ist der Anfang einer Lebens-Sonne geboten. Es ist ein Trugbild, eine Maja oder Illusion, daß der Tod gleichbedeutend mit Leiden ist. Der Tod, wenn die Menschen im Laufe der Zukunft lernen, ihn so an sich herantreten zu lassen, wie er an den Christus herantrat, ist in Wahrheit der Keim zum Leben. Und so viel werden die Menschen beitragen zu einer neuen Sonne und zu einem neuen Planetensystem, als sie, empfangend vom Christus-Impuls, hingeben von ihrem Eigenen, und so immer mehr und mehr die Lebens-Sonne zu einer gröBeren machen.

[ 35 ] Christ espoused death, entered this death that had become the characteristic expression of the Father, united with this death; and from the union of Christ Jesus and death sprang the inception of a new life sun. It is a false picture that shows death as synonymous with suffering: it is maya, illusion. Death, if permitted to approach us as it did Christ, is in reality the germ of life; and in the course of future ages men will come to recognize this. What men will contribute to a new sun and a new planetary system will be proportionate to what they receive of the Christ impulse and then give of themselves in sacrifice, thus steadily adding to the radiance of the sun of life.

[ 36 ] Es könnte jemand einwenden: Das sagt die Geisteswissenschaft! Was aber willst du mit einer solchen Kosmologie gegenüber dem Evangelium?

[ 36 ] Here the objection might be raised, So says spiritual science; but how can you reconcile a cosmology of that sort with the Gospel?—

[ 37 ] Der Christus hat diejenigen, die seine Schüler waren, belehrt. Und um sie reif zu machen für das Größte, hat er diejenige Methode befolgt, welche notwendig ist, damit man das Größte in der entsprechenden Weise begreifen lernt: er hat zu den Jüngern gesprochen in Gleichnissen oder, wie es in der deutschen Bibel übersetzt heißt, in «Sprichwörtern» -, in Übertragungen und Gleichnissen. Da kommt der Zeitpunkt, wo die Schüler immer reifer und reifer geworden sind, und wo sie sich reif glauben konnten, die Wahrheit ohne Sprichwörter zu hören. Und der Christus Jesus läßt den Zeitpunkt eintreten, wo er ohne Sprichwort, ohne Gleichnis zu seinen Aposteln reden will. Denn die Apostel wollen hören den Namen, wegen dessen er in die Welt gekommen ist; den wichtigen Namen wollen sie hören:

[ 37 ] Christ enlightened those who were His disciples; and in order to prepare them for the most comprehensive revelations He employed the method that is indispensable if the loftiest truths are to be adequately understood: He spoke to His disciples in parables or, as it is worded in the German Bible, in “proverbs” (Sprichwörter)—that is, in transcriptions and parables. Then came the time when the disciples, having steadily matured, believed themselves able to receive the truth without its being clothed in proverbs; and the moment arrives in which Christ Jesus is prepared to talk to His apostles without proverbs, without parables. The apostles craved to hear the name, the significant name, for the sake of which He had come into the world.

«Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. .

Solches habe ich zu euch dutch Sprichwörter geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwörter mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater.»

Hitherto have ye asked nothing in my name: ask, and ye shall receive, that your joy may be full.

These things have I spoken unto you in parables: but the time cometh, when I shall no more speak unto you in parables, but shall shew you plainly of the father.

[ 38 ] Fühlen wir den Zeitpunkt herankommen, wo er reden will zu seinen Jüngern von dem Vater!

[ 38 ] Try to feel the moment approaching in which He would speak to His disciples of the Father.

«An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will.

Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum daß ihr mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin.

Ich bin vom Vater ausgegangen.»

At that day ye shall ask in my name: and I say not unto you, that I will pray to the Father for you:
For the Father Himself loveth you, because ye have loved me, and have believed that I came out from God.
I came forth from the Father ...

[ 39 ] Er ist natürlich ausgegangen von dem Vater in der wahren Gestalt, und nicht von der trügerischen Gestalt des Vaters.

[ 39 ] He had, of course, come forth from the Father's true form, not from the deceptive image.

«Ich bin vom Vater ausgegangen, und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.»

I came forth from the Father, and am come into the world: again, I leave the world, and go to the Father.

[ 40 ] Nun leuchtet in den Jüngern auf, weil sie reif geworden sind, daß die Welt, wie sie um sie herum ist, der äußere Ausdruck des Vaters ist, und daß dasjenige, was das Bedeutsamste an der äußeren Welt ist - da, wo die äußere Welt am meisten Maja oder Illusion ist —, der Ausdruck des Vaters ist: daß der Tod der Name ist für den Vater. Das geht den Jüngern auf. Nur muß man es richtig lesen.

[ 40 ] Now it dawns upon the disciples, whose understanding had ripened, that the world as it surrounds them is the expression of the Father, and that what is most significant precisely where the outer world is most densely shrouded in maya, in illusion, is equally the expression of the Father: that Death is the name for the Father. That is what came to them in a flash of comprehension. Only, the passage must be read aright.

«Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du freiheraus, und sagest kein Sprichwort.

Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage; darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist.

Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubet ihr.

Siehe, es kommt die Stunde, und ist schon kommen, daß ihr zerstreuet werdet, ein jeglicher in das Seine, und mick allein lasset. Aber ich bin nicht allein; denn der Vater ist bei mir.

Solches habe ich mit euch geredet, daß ihr in mir Frieden habet. In der Welt habet ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.» (16, 24-33)

His disciples said unto him, Lo, now speakest thou plainly, and speakest no parable.

Now are we sure that thou knowest all things, and needest not that any man should ask thee: by this we believe that thou camest forth from God.

Jesus answered them, Now ye believe.

Behold, the hour cometh, yea, is now come, that ye shall be scattered, every man to his own, and shall leave me alone: and yet I am not alone, because the Father is with me.

These things have I spoken unto you, that in me ye might have peace. In the world ye shall have tribulation: but be of good cheer; I have overcome the world.

[ 41 ] Wußten die Jünger, wohin er jetzt geht? Ja, sie wußten von jetzt ab, er geht zum Tode, er vermählt sich mit dem Tode. Und nun lesen Sie, was er zu ihnen gesagt hat, nachdem sie verstehen gelernt haben die Worte: «Ich bin vom Tode ausgegangen », das heißt vom Tode in seiner wahren Gestalt, vom Lebens-Vater, «und kommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.» Da sagen seine Jünger:

[ 41 ] Did the disciples know whither He was about to depart? Yes, from now on they knew that He would go to meet death, to wed death.—And now read again what He said to them after they had learned the meaning of the words: “I came forth from death”—that is, from death in its true form, the life-Father—“and am come into the world: again, I leave the world, and go to the Father.” And to this the disciples replied:

«Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage; darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist.»

“Now are we sure that thou knowest all things, and needest not that any man should ask thee: by this we believe that thou camest forth from God.”

[ 42 ] Jetzt wußten die Jünger, daß die wahre Gestalt des Todes im göttlichen Vater-Geist begründet ist, daß der Tod, wie er angeschaut wird von den Menschen und empfunden wird, eine trügerische Erscheinung ist, ein Irrtum. So enthüllt der Christus seinen Jüngern den Namen des Todes, hinter dem sich verbirgt der Quell des höchsten Lebens. Nimmermehr wäre die neue Lebens-Sonne entstanden, wenn nicht der Tod in die Welt gekommen wäre und sich hätte überwinden lassen von dem Christus. So ist der Tod, in seiner wahren Gestalt angesehen, der Vater. Und der Christus ist in die Welt gekommen, weil von diesem Vater ein falsches Spiegelbild entstanden ist im Tode. Und der Christus ist in die Welt gekommen, um die wahre Gestalt, ein wahres Nachbild des lebendigen Vater-Gottes zu schaffen. Der Sohn ist der Nachkomme des Vaters, der die wahre Gestalt des Vaters offenbart. Wahrhaftig, der Vater hat seinen Sohn in die Welt geschickt, damit die wahre Natur des Vaters offenbar werde, das heißt, das ewige Leben, das sich hinter dem zeitlichen Tode verbirgt.

[ 42 ] Now the disciples knew that the true form of death bases in the divine Father Spirit; that death as it is seen and felt by men is a deceptive phenomenon, an error. Thus Christ reveals to His disciples the name of death behind which is hidden the fount of transcendent life. Never would the new life sun have come into being had not death entered the world and been overcome by Christ. Death, therefore, when contemplated in its true form, is the Father; and Christ came into the world because a false reflection of this Father had arisen in the aspect of death. Christ came to create the true form, a true image of the living Father-God. The Son is the issue of the Father, and His mission was to reveal the true form of the Father. Verily, the Father sent His Son into the world that the true nature of the Father be made manifest: life eternal, veiled behind temporal death.

[ 43 ] Das ist nicht bloß Kosmologie der Geisteswissenschaft. Es ist das, was man braucht, um die ganze, volle Tiefe des Johannes-Evangeliums auszuschöpfen. Und derjenige, der das Johannes-Evangelium geschrieben hat, hat damit höchste Wahrheiten gleichsam niedergelegt und sich sagen können: Darinnen stehen Wahrheiten, von denen die Menschheit in alle Zukunft wird zehren können. Und indem die Menschheit immer mehr und mehr diese Wahrheiten verstehen und üben lernen wird, wird sie eine neue Weisheit haben und in einer neuen Art in die geistige Welt hineinwachsen. — Aber erst nach und nach wird das geschehen. Daher mußte von der Gesamtleitung der christlichen Entwickelung die Möglichkeit gegeben werden, sozusagen Beibücher zu schaffen, die sich neben das Johannes-Evangelium hinstellen, Bücher, die nicht etwa bloß für die allerwilligsten Versteher da waren, wie das Johannes-Evangelium, das ja sein sollte ein Vermächtnis des Christus für die Ewigkeit, sondern es mußten Beibücher geschaffen werden für die nächsten Zeiten.

[ 43 ] All this is not a mere cosmology of spiritual science: it is what is needed to extract the full, profound import from the Gospel of St. John; and he who wrote that Gospel thereby established, so to speak, the loftiest truths of which he could say, In these mankind will find sustenance for all future time. And in proportion as mankind learns to understand and practice these truths it will attain to a new wisdom and will grow into the spiritual world in a new way. But as this will come about only by degrees, it was necessary that in the meantime the guides of Christian development should provide for the creation of what may be called auxiliary books to function side by side with the Gospel of St. John, books not intended only for the most willing and understanding—such as is the John Gospel, meant as a legacy of Christ for all eternity—but suitable for the immediate present.

[ 44 ] Da wurde zunächst ein Buch geschaffen, aus dem die ersten Jahrhunderte der christlichen Entwickelung, ihrem Verständnisse angemessen, lernen konnten das Beste, was sie brauchten für das Verständnis des Christus-Ereignisses. Freilich waren auch da, im Verhältnis zur ganzen Menschheit, nur wenige, die aus diesem Beibuch verstanden, um was es sich für sie handelte. Dieses erste Beibuch, das gegeben wurde, zwar nicht für die Allerauserlesensten, aber doch für die Auserlesenen, das war das Markus-Evangelium. Das Markus-Evangelium hat gerade diejenige Einrichtung - und wir kommen darauf noch zurück -, durch die es sozusagen einem gewissen Verständnis der damaligen Zeit besonders nahe lag.

[ 44 ] Thus there appeared in the first place a book from which people of the first Christian centuries could learn, in the measure of their understanding, the essence of what they needed to comprehend the Christ event. Even here, of course, there were but few in proportion to the whole of mankind who could glean from this auxiliary book the exact nature of what it contained for them. This first book of its kind, not intended for the innermost circle but still for the chosen ones, was the Gospel of St. Mark. This Gospel embodies precisely those features that held an intimate appeal, so to speak, for a certain type of understanding then prevalent (we shall come back to this).

[ 45 ] Dann kam eine Zeit, in der man allmählich anfing das Markus-Evangelium weniger zu verstehen, in der sich das menschliche Verständnis so richtete, daß man am besten verstand, die ganze Kraft des Christus in dem innerlichen Wert für die menschliche Seele und in einer gewissen Verachtung der äußeren physischen Welt zu sehen. Eine Zeit kam, in der man so recht die Anlage hatte, sagen zu können: Wertlos sind die äußeren zeitlichen Güter, der rechte Reichtum ist nur in dem entwikkelten menschlicheren Innern. Das war die Zeit, in der auch zum Beispiel Johannes Tauler sein Buch geschrieben hat «Vom armen Leben Kristi», wo man besonders verstanden hat das Lukas-Evangelium. — Lukas, ein Schüler des Paulus, ist einer derjenigen, die das Evangelium des Paulus selber in der Weise, wie es eben für diesen Zeitraum entsprechend war, umgestaltet haben, so daß es vor allen Dingen das «arme Leben» des Jesus von Nazareth, der in einem Stall bei armen Hirten geboren wird, an die Spitze gestellt hat. Da sehen wir das «arme Leben Kristi» von Johannes Tauler in dem Lukas-Evangelium dargestellt - ein zweites Beibuch für die weitere Entwickelung der Menschheit.

[ 45 ] Then it gradually became less intelligible, human comprehension turning more in the direction of seeing most clearly the full force of Christ in its inner value for the soul and in a certain contempt for the outer physical world. Next followed a period in which men were imbued with the feeling: 'Worthless are all temporal goods; true riches are found only in the properly developed inner self of man. This was also the time in which, for example, Johannes Tauler wrote his book, Von armen Leben Kristi (The Pitious Life of Christ): the time in which the Gospel of St. Luke was the one best understood. Luke, a disciple of Paul, was one of those who gave Paul's own gospel a form adapted to the time, stressing the “pitious life” of Jesus of Nazareth, born in a stable among poor shepherds. We recognize das arme Leben Kristi as mirroring the account in the Luke Gospel, a second subsidiary book for the further development of humanity.

[ 46 ] In unserer Zeit werden wiederum einige Menschen sein, die das, was sie verstehen können, unserer Zeit entsprechend, am besten aus dem Matthäus-Evangelium lernen. Es wird so kommen, daß unsere Zeit, wenn sie vielleicht auch dann den Namen « Matthäus» weniger wählt, doch immer mehr und mehr dasjenige wählt, was am meisten dem Matthäus-Evangelium entspricht. Es wird eine Zeit kommen, wo man immer mehr darauf hinweisen wird, daß man nichts verstehen könne von den übersinnlichen Ereignissen, die sich bei der Johannes-Taufe abspielten, wie wir sie erzählt haben. Das ist etwas, was für viele Menschen noch in der Zukunft liegt. Wir leben uns in die Zeit hinein, wo man denjenigen, der im dreißigsten Jahre seines Lebens den Christus aufgenommen hat, immer mehr und mehr--selbstalsReligionsforscher— zum «schlichten Mann aus Nazareth » machen wird. Die Menschen, die das wollen, denen das Wichtigste ist der schlichte Mann aus Nazareth, die geringeren Wert legen auf den Christus als auf den hohen Eingeweihten, die den Jesus von Nazareth wollen, sie werden das MatthäusEvangelium - wenigstens dem Sinne nach - besonders wichtig finden. Eine materialistisch denkende Zeit kann sagen: Schlagen wir das Matthäus-Evangelium auf, so finden wir da ein Geschlechtsregister, eine Abstammungstafel, wo uns gezeigt wird die Vorfahrenreihe des Jesus von Nazareth; das geht von Abraham herunter durch dreimal vierzehn Glieder bis zu Joseph. Und wie gesagt wird: Abraham zeugte Isaak, Isaak den Jakob und so weiter, so geht es bis zum Joseph und Jesus von Nazareth. Und das steht da aus dem Grunde, um klarzulegen, daß man die physische Stammeslinie, die physische Vererbungslinie desjenigen Körpers, in welchen der Jesus von Nazareth seiner Individualität nach hineingeboren worden ist, hinauf bis zu Abraham leiten kann. Lassen Sie den Joseph weg, so hat diese Stammtafel nicht den allergetingsten Sinn. Reden Sie dieser Starmmtafel gegenüber von einer übersinnlichen Geburt, dann hört diese Stammtafel auf, den allergeringsten Sinn zu haben. Denn warum sollte sich der Schreiber des MatthäusEvangeliums bemühen, durch dreimal vierzehn Glieder eine Stammtafel zu zeichnen, wenn er nachher sagen wollte: Der Jesus von Nazareth stammt nach dem Physischen, nach dem Fleische nicht ab von Joseph! - Man kann das Matthäus-Evangelium nur verstehen in dem Betonen, daß die Individualität hineingeboren war in einen Leib, der wirklich abstammte durch den Joseph von Abraham. Das war die Intention, daß diese Stammestafel sagte: Nein, der Joseph kann im Sinne des Matthäus-Evangeliums nicht weggelassen werden! — Daher kann der Joseph nicht fortgelassen werden von denen, welche die übersinnliche Geburt im Sinne der Johannes-Taufe nicht begreifen können.

[ 46 ] In our time there will be those who can best learn what they are able to understand, as it accords with our age, from the Gospel of St. Matthew. People of our period, though perhaps referring less frequently to the name “Matthew,” will nevertheless select more and more what corresponds with the Matthew Gospel. The time will come when people will point out that it is impossible to understand the super-sensible events that took place at the Baptism in the Jordan, as we have described them. That is an understanding which will come to many only in the future. We are approaching an epoch in which He Who, in the thirtieth year of His Life, received the Christ into Himself, will be increasingly thought of as“the simple man of Nazareth”—even by theological research. Those who feel this way about it, those to whom the simple man of Nazareth is of supreme importance and who attach less significance to the Christ than to the lofty initiate—those, in short, who want Jesus of Nazareth—will feel the Matthew Gospel to be preeminently significant, at least in its import. A materialistically thinking age can say: We open the Matthew Gospel and find a genealogic record, a table of heredity that shows us the ancestors of Jesus of Nazareth chronologically. It runs from Abraham down through three times fourteen generations to Joseph; and we are told that Abraham begat Isaac, Isaac begat Jacob, and so on and so forth. It runs to Joseph and Jesus of Nazareth; and the reason this is stated is to make quite clear the possibility of tracing back to Abraham the physical line of heredity of that body into which Jesus of Nazareth, as an individual, had been born. Leave out Joseph, and the whole table becomes meaningless. To speak of a super-sensible birth in the face of this table robs the latter of every vestige of sense; for why should the writer of the Matthew Gospel take the trouble to trace a line of ancestry through three times fourteen generations if he intended to follow this by saying that in respect of the physical flesh Jesus of Nazareth was not descended from Joseph? The only way in which the Gospel of St. Matthew can be understood is by stressing the fact that through Joseph the individuality of Jesus of Nazareth was born into a body which had actually descended from Abraham. The purpose of this table was to emphasize the impossibility of omitting Joseph, within the meaning of the Matthew Gospel; and it follows that neither can Joseph be ignored by those who fail to understand the super-sensible birth in the sense of the Baptism in the Jordan.

[ 47 ] Aber das Matthäus-Evangelium ist ursprünglich geschrieben in einer Gemeinde, wo man den Hauptwert nicht gelegt hat auf den Christus, sondern auf diejenige Individualität, die in der Person des Eingeweihten Jesus von Nazareth vor der Welt stand. Dem Matthäus-Evangelium liegt zugrunde das, was als Einweihungsurkunde kannten die ebionitischen Gnostiker, und auf eine solche Schrift als ihre Vorlage geht zurück das Matthäus-Evangelium. Da wurde der Wert gelegt auf den Eingeweihten Jesus von Nazareth, und alles übrige wird noch viel deutlicher dadurch, daß es in dem ebionitischen Evangelium steht. Dadurch aber ist gerade im Matthäus-Evangelium diejenige Stimmung gegeben, die man nicht gerade herauslesen muß - denn sie ist in Wahrheit nicht drinnen —, aber man kann sie hineinlesen, man kann das Matthäus-Evangelium so lesen, daß man sagt: Wir haben es darin nicht zu tun mit einer übernatürlichen Geburt. - Und doch wiederum wird die Möglichkeit gegeben sein, dasjenige, was im Matthäus-Evangelium vorgeführt wird, als Symbol zu finden für einen Gott, den man eben so nennt, der als ein Gotteigentlich doch nur ein Mensch ist, wenn das auch Matthäus nicht so meint. Aber diejenigen, die sich heute auf Matthäus berufen und sich immer mehr darauf berufen werden, sie werden es so interpretieren.

[ 47 ] But the Matthew Gospel was originally written in a community which placed the greatest value not upon Christ, but upon the individuality that stood before men in the person of Jesus of Nazareth, the initiate. Underlying the Matthew Gospel was the initiate wisdom known to the Ebionite Gnostics, and this Gospel bases upon a document from that source as its model. Prime importance was placed on the initiate, Jesus of Nazareth; and all else connected with the matter becomes far clearer still by reason of its being embodied in the Ebionite gospel. But this is precisely what makes possible a certain approach to the Matthew Gospel—one which is not exactly demanded by it, for actually it is not implied, but which can be read into it: The Gospel of St. Matthew may be interpreted as implying that we are not dealing here with a super-sensible birth. On the other hand, what is presented in the Matthew Gospel may be regarded as the symbol of a God—one who is simply called a God, one who, as a God, is really only a human being—even though this was not what Matthew meant. But those who nowadays base their standpoint upon Matthew—and they will do so more and more—will interpret the matter in that way.

[ 48 ] Damit für keinen Menschen, der an den Christus herangehen will, verloren gehe die Möglichkeit, sich ihm zu nähern, ist auch für die Menschen, die sich nicht erheben können von dem Jesus zu dem Christus, dafür gesorgt, daß sie in dem Matthäus-Evangelium eine derjenigen Sprossen haben, durch die sie sich hinaufentwickeln können zu dem Jesus von Nazareth.

[ 48 ] In order that no man wishing to approach the Christ may be denied the opportunity of doing so, the Matthew Gospel provides for those who are unable to rise from Jesus to Christ: it is a rung in the ladder which they can ascend to Jesus of Nazareth.

[ 49 ] Die Geistesforschung ist aber dazu berufen, die Menschen hinaufzuführen zum Verständnis des Evangeliums der Evangelien, zum Johannes-Evangelium. Ein jedes andere Evangelium ist wie eine Ergänzung des Johannes-Evangeliums anzusehen. Und die Gründe für alle anderen Evangelien liegen im Johannes-Evangelium. Wir begreifen daher auch die anderen Evangelien erst recht, wenn wir sie auf dem Untergrunde des Johannes-Evangeliums betrachten.

[ 49 ] The mission of spiritual science, however, is to guide men upward to an understanding of the Gospel of Gospels, the Gospel of St. John. Every other Gospel should be regarded as complementary to it. In the John Gospel are to be found the reasons for the existence of the others, and we shall understand these aright only by studying them on the basis of the John Gospel.

[ 50 ] Die Betrachtung des Johannes-Evangeliums wird die Menschen dahin führen, im weitesten Sinne zu begreifen, was auf Golgatha geschehen ist; zu begreifen, durch welches Mysterium der Tod innerhalb der Menschheitsentwickelung in der Gestalt, die seine unwahre ist, widerlegt worden ist. Und die Menschen werden begreifen lernen, wie durch die Tat von Golgatha nicht nur gezeigt worden ist für die Erkenntnis, daß der Tod in Wahrheit Lebensquell ist, sondern wie durch sie bewirkt worden ist, daß dem Menschen eine Stellung zum Tode möglich wird, die ihn dahin führt, sein eigenes Wesen immer lebendiger und lebendiger zu gestalten, bis es endlich ganz lebendig wird, das heißt, auferstehen kann von allem Tod—, bis es den Tod überwunden hat. Das war es, was sich dem Paulus enthüllte, als er den lebendigen Christus vor Damaskus sah, als er wußte: Der Christus lebt! — als er hineinschaute durch sein hellsehend gewordenes Auge in das, was geistige Erden-Umgebung war, und nun als ein Eingeweihter des Alten Testamentes wußte: Vorher war die Erde ohne ein gewisses Licht. Jetzt sehe ich das Licht darinnen. Also war der Christus da, also war derjenige, der am Kreuze geendet hat, der Christus in dem Jesus von Nazareth!

[ 50 ] A study of the Gospel of St. John will lead to a comprehensive understanding of what took place on Golgotha; to an understanding of the Mystery by means of which death, in the untrue form it had assumed in human evolution, was refuted. And men will further learn to grasp the fact that through the deed of Golgotha, not only was it revealed to human cognition that death is in reality the source of life, but man was provided with an attitude toward death which permitted him to infuse more and more life into his own being, until ultimately it will become wholly alive—that is, until he will be able to rise from all death, until he has overcome death. That is what was revealed to Paul when he saw the living Christ on the road to Damascus—when he knew: Christ liveth—as he gazed with his newly found clairvoyance into what constituted the environment of the earth. As an Old-Testament initiate he knew that until then the earth had lacked a certain light, but now he saw that light in it; hence the Christ was present; hence also, He Who had hung on the Cross was the Christ in Jesus of Nazareth.

[ 51 ] So konnte der Paulus vor Damaskus das Ereignis begreifen, das auf Golgatha geschehen war.

[ 51 ] Thus there came to Paul, on the road to Damascus, an understanding of what had taken place on Golgotha.