The East in the Light of the West
The Children of Lucifer and the Brothers of Christ
GA 113
28 August 1909, Munich
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Der Orient im Lichte des Okzidents, 5th ed.
Sechster Vortrag
Sechster Vortrag
[ 1 ] Von zwei Geistesströmungen, getragen von verschiedenen Völkern, die sich von der alten Atlantis nach dem Osten bewegt haben, ist gestern gesprochen worden, Wie sie sich in verschiedenartiger Weise entwickelt und dadurch sich vorbereitet haben, das hervorzubringen, was dann in späteren Zeiten geschehen sollte; wie insbesondere bei dem südlichen Völkerzuge die Vertiefung stattfand nach jener geistigen Welt, die hinter der Seelenwelt des Menschen liegt; wie bei der anderen Geistesströmung der Blick hinausgerichtet wurde in die Umgebung des Menschen auf der Erde, um die hinter dem Teppich der Sinnenwelt verborgene geistige Welt zu erkennen. Es ist davon gesprochen worden, wie sich bei dem südlichen Völkerzuge gerade jene Eigenschaften ausgebildet haben, die hinaufführten zu jenen geistigen Wesenheiten, die dem luziferischen Prinzipe angehören; wie dann von der anderen Seite, man könnte sagen die königliche, regierende geistige Wesenheit, die hinter der Sonnenwelt stand, sich immer mehr und mehr der Erde näherte, um endlich in einem physischen Leibe verkörpert aufzutreten als eine Individualität, die durch Inkarnationen hindurch diesen physischen Leib so vergeistigt hatte, daß das Göttliche nicht nur darinnen ein Ebenbild hatte, sondern sich selbst darin verkörpern konnte. Das war das große Ereignis, das man nennen kann die Verkörperung des Christus, des Sonnengeistes, in dem Leibe des Jesus von Nazareth, der sich entwickelt hat in der charakterisierten nördlichen Völkerströmung. Aufmerksam ist ferner darauf gemacht worden, daß, während diese zwei Völkerströmungen sich förmlich gegeneinander bewegten, um sich dann aber gegenseitig zu befruchten, in der ersten Zeit nach der großen atlantischen Katastrophe im Süden von Asien das indische Volk erstand, welches in gewisser Weise darstellt die Menschenseele, die sowohl hinausblicken kann in die äußere sinnliche Welt, wie auch hineinschauen in sich selbst, um das Geistige zu finden, die von vornherein die Einheit empfand des Geistes draußen in der Welt und des Geistes drinnen im Menschen. Will man noch genauer charakterisieren, wie sich diese verschiedenen Anschauungen und Empfindungen zueinander verhielten, sowohl der Völker wie der Eingeweihten, so kann man das durch folgendes tun.
[ 1 ] Von zwei Geistesströmungen, getragen von verschiedenen Völkern, die sich von der alten Atlantis nach dem Osten bewegt haben, ist gestern gesprochen worden, Wie sie sich in verschiedenartiger Weise entwickelt und dadurch sich vorbereitet haben, das hervorzubringen, was dann in späteren Zeiten geschehen sollte; wie insbesondere bei dem südlichen Völkerzuge die Vertiefung stattfand nach jener geistigen Welt, die hinter der Seelenwelt des Menschen liegt; wie bei der anderen Geistesströmung der Blick hinausgerichtet wurde in die Umgebung des Menschen auf der Erde, um die hinter dem Teppich der Sinnenwelt verborgene geistige Welt zu erkennen. Es ist davon gesprochen worden, wie sich bei dem südlichen Völkerzuge gerade jene Eigenschaften ausgebildet haben, die hinaufführten zu jenen geistigen Wesenheiten, die dem luziferischen Prinzipe angehören; wie dann von der anderen Seite, man könnte sagen die königliche, regierende geistige Wesenheit, die hinter der Sonnenwelt stand, sich immer mehr und mehr der Erde näherte, um endlich in einem physischen Leibe verkörpert aufzutreten als eine Individualität, die durch Inkarnationen hindurch diesen physischen Leib so vergeistigt hatte, daß das Göttliche nicht nur darinnen ein Ebenbild hatte, sondern sich selbst darin verkörpern konnte. Das war das große Ereignis, das man nennen kann die Verkörperung des Christus, des Sonnengeistes, in dem Leibe des Jesus von Nazareth, der sich entwickelt hat in der charakterisierten nördlichen Völkerströmung. Aufmerksam ist ferner darauf gemacht worden, daß, während diese zwei Völkerströmungen sich förmlich gegeneinander bewegten, um sich dann aber gegenseitig zu befruchten, in der ersten Zeit nach der großen atlantischen Katastrophe im Süden von Asien das indische Volk erstand, welches in gewisser Weise darstellt die Menschenseele, die sowohl hinausblicken kann in die äußere sinnliche Welt, wie auch hineinschauen in sich selbst, um das Geistige zu finden, die von vornherein die Einheit empfand des Geistes draußen in der Welt und des Geistes drinnen im Menschen. Will man noch genauer charakterisieren, wie sich diese verschiedenen Anschauungen und Empfindungen zueinander verhielten, sowohl der Völker wie der Eingeweihten, so kann man das durch folgendes tun.
[ 2 ] Man kann sich vergegenwärtigen, wie die uralt-indische Seele empfand, wenn sie hinausblickte in die Sinnenwelt der Erde, in das, was auf der Erde ist an Bergen, an Wäldern, an Pflanzenteppich, an Tier- und Menschenwelt und so weiter. Blickte da die Seele des alten Inders hinaus, sie, die in so hohem Grade noch geistig schauend war, so blickte sie durch alles das durch auf eine geistige Welt, deren Wesenheiten ihr erschienen wie Äthergestalten, die nicht bis zur Verdichtung des physischen Lebens herunterstiegen. Draußen, wo man die Berge, die Bäume, die Sterne sah, da waren nicht nur die dichten Elemente, sondern auch das feinere Ätherische, und man sah das alles gestaltet zu der äußeren Götterwelt. Man soll sich natürlich nicht vorstellen, daß diese Geister etwa nur aus Äther bestanden, sondern wie der Mensch seinen physischen Leib hat und darinnen das Äther-, das Astral- und das IchPrinzip, so hatten diese Geister nach unten nicht den physischen Leib als den dichtesten, sondern sie hatten den Ätherleib als unterstes Glied und die anderen höheren Prinzipien nach den höheren Welten hinauf. In diese Welt hinein schaute also die indische Seele. Wie empfand sie, wenn sie so hineinschaute? Wie lud sich auf die Seele ab die Grundempfindung gegenüber all dieser Welt? Diese Empfindung kann man in der folgenden Art charakterisieren. Der Inder empfand: Ich stehe hier auf der Erde; ich als Mensch habe mich entwickelt durch lange, lange Zeiträumehindurch von dem ersten menschlichen Wesenskeim des alten Saturn bis herein zur Erdenzeit. Ich mußte in die dichte physische Materie heruntersteigen, um innerhalb dieser mir das Selbstbewußtsein zu erobern. Indem ich zu mir selber spreche, spreche ich von mir als einer Ich-Wesenheit. Ich war ein Genosse all der geistigen Wesenheiten, die da um mich herum sichtbar sind für den schauenden Blick von der ätherischen Welt aufwärts. Aus denen bin ich herausgewachsen nach unten und habe mich entsprechend verdichtet. Es finden sich alle, alle Vollkommenheiten der Menschen in diesen Welten, in die ich da hineinblicke; und nicht nur die, welche die Menschen haben; es finden sich dort auch Vollkommenheiten und Eigenschaften, welche die Menschen sich erst erringen müssen. Aber eines kann keine Wesenheit sich erringen, die nicht heruntersteigt zum physischen Plan. Es gibt ja noch andere hohe Vollkommenheiten im Weltenall, als die Erinnerung gerade eines menschlichen Bewußtseins; es gibt andere Arten des Bewußtseins. Um aber jene Eigenartigkeit des Bewußtseins zu entwickeln, die der Mensch auf der Erde entwickelt, dazu muß ein Wesen auf diese Erde heruntersteigen und durch eine Anzahl von Inkarnationen in dichter Materie verkörpert werden, Mögen daher, so sagte sich das indische Bewußtsein, diese geistigen Wesenheiten, in deren Welt ich hineinschaue, unendlich höhere Vollkommenbheiten haben als die Menschen, die auf der Erde stehen: eines haben sie nicht in ihrer Welt, denn dazu war die Erdenwelt da, um es einer Wesensart, dem Menschen, zu geben; eines haben sie nicht: das menschliche Ich-Bewußtsein. So zu sich «Ich» zu sagen, wie es der Mensch tut, das ist nicht heimisch in diesen Welten, in die ich da hineinsehe. Ich bin selbst aus dieser Welt heraus; es lebt alles, was in dieser geistigen Welt da draußen lebt, auch in mir, nur summiert es sich in mir zu meinem menschlichen Ich-Bewußtsein. Daher hat es keinen Sinn, zu sagen: Da draußen in der geistigen Welt sei ein menschliches Ich-Bewußtsein. Das Wort Ich im menschlichen Sinne anzuwenden auf das, was da in diesen Welten ist, das hat keine Bedeutung, keinen Inhalt. Es kann nur ein Wort, welches ausschließt dieses Ich, angewendet werden auf all das, was sich geistig ausbreitet in der Umwelt, ein Wort, das von diesem Ich nicht berührt wird, welches man so gebraucht, daß man sagen kann: In dieser Welt ist alles, was in mir ist, aber ich darf das, was da draußen ist, nicht mit meinem Ich bezeichnen; ich muß es mit einem Wort bezeichnen, welches das Ich ausschließt.
[ 2 ] Man kann sich vergegenwärtigen, wie die uralt-indische Seele empfand, wenn sie hinausblickte in die Sinnenwelt der Erde, in das, was auf der Erde ist an Bergen, an Wäldern, an Pflanzenteppich, an Tier- und Menschenwelt und so weiter. Blickte da die Seele des alten Inders hinaus, sie, die in so hohem Grade noch geistig schauend war, so blickte sie durch alles das durch auf eine geistige Welt, deren Wesenheiten ihr erschienen wie Äthergestalten, die nicht bis zur Verdichtung des physischen Lebens herunterstiegen. Draußen, wo man die Berge, die Bäume, die Sterne sah, da waren nicht nur die dichten Elemente, sondern auch das feinere Ätherische, und man sah das alles gestaltet zu der äußeren Götterwelt. Man soll sich natürlich nicht vorstellen, daß diese Geister etwa nur aus Äther bestanden, sondern wie der Mensch seinen physischen Leib hat und darinnen das Äther-, das Astral- und das IchPrinzip, so hatten diese Geister nach unten nicht den physischen Leib als den dichtesten, sondern sie hatten den Ätherleib als unterstes Glied und die anderen höheren Prinzipien nach den höheren Welten hinauf. In diese Welt hinein schaute also die indische Seele. Wie empfand sie, wenn sie so hineinschaute? Wie lud sich auf die Seele ab die Grundempfindung gegenüber all dieser Welt? Diese Empfindung kann man in der folgenden Art charakterisieren. Der Inder empfand: Ich stehe hier auf der Erde; ich als Mensch habe mich entwickelt durch lange, lange Zeiträumehindurch von dem ersten menschlichen Wesenskeim des alten Saturn bis herein zur Erdenzeit. Ich mußte in die dichte physische Materie heruntersteigen, um innerhalb dieser mir das Selbstbewußtsein zu erobern. Indem ich zu mir selber spreche, spreche ich von mir als einer Ich-Wesenheit. Ich war ein Genosse all der geistigen Wesenheiten, die da um mich herum sichtbar sind für den schauenden Blick von der ätherischen Welt aufwärts. Aus denen bin ich herausgewachsen nach unten und habe mich entsprechend verdichtet. Es finden sich alle, alle Vollkommenheiten der Menschen in diesen Welten, in die ich da hineinblicke; und nicht nur die, welche die Menschen haben; es finden sich dort auch Vollkommenheiten und Eigenschaften, welche die Menschen sich erst erringen müssen. Aber eines kann keine Wesenheit sich erringen, die nicht heruntersteigt zum physischen Plan. Es gibt ja noch andere hohe Vollkommenheiten im Weltenall, als die Erinnerung gerade eines menschlichen Bewußtseins; es gibt andere Arten des Bewußtseins. Um aber jene Eigenartigkeit des Bewußtseins zu entwickeln, die der Mensch auf der Erde entwickelt, dazu muß ein Wesen auf diese Erde heruntersteigen und durch eine Anzahl von Inkarnationen in dichter Materie verkörpert werden, Mögen daher, so sagte sich das indische Bewußtsein, diese geistigen Wesenheiten, in deren Welt ich hineinschaue, unendlich höhere Vollkommenbheiten haben als die Menschen, die auf der Erde stehen: eines haben sie nicht in ihrer Welt, denn dazu war die Erdenwelt da, um es einer Wesensart, dem Menschen, zu geben; eines haben sie nicht: das menschliche Ich-Bewußtsein. So zu sich «Ich» zu sagen, wie es der Mensch tut, das ist nicht heimisch in diesen Welten, in die ich da hineinsehe. Ich bin selbst aus dieser Welt heraus; es lebt alles, was in dieser geistigen Welt da draußen lebt, auch in mir, nur summiert es sich in mir zu meinem menschlichen Ich-Bewußtsein. Daher hat es keinen Sinn, zu sagen: Da draußen in der geistigen Welt sei ein menschliches Ich-Bewußtsein. Das Wort Ich im menschlichen Sinne anzuwenden auf das, was da in diesen Welten ist, das hat keine Bedeutung, keinen Inhalt. Es kann nur ein Wort, welches ausschließt dieses Ich, angewendet werden auf all das, was sich geistig ausbreitet in der Umwelt, ein Wort, das von diesem Ich nicht berührt wird, welches man so gebraucht, daß man sagen kann: In dieser Welt ist alles, was in mir ist, aber ich darf das, was da draußen ist, nicht mit meinem Ich bezeichnen; ich muß es mit einem Wort bezeichnen, welches das Ich ausschließt.
[ 3 ] Und das indische Bewußtsein nannte das, was da draußen sich ausbreitet, das «Tat», das «Das», im Gegensatz zum «Ich». Und um auszudrücken, daß der Mensch von derselben Wesensart ist, wie dieses «Tat», wie dieses «Jenes», wie dieses «Es» — daß er nur durch sein Heruntersteigen auf die Erde sich bis zum Ich entwickelt hat -, sprach er dieses Urteil aus: Ich bin dieses «Tat» — Du bist es [Tat twam asi]. Das da draußen, das bist du selbst. - So hat der Mensch seine Beziehung zur geistigen Umwelt, zu dieser schauenden Durchdringung unserer Welt im höchsten Sinne zusammengefaßt in die Worte: Es ist, aber das da draußen, das bist du selbst.
[ 3 ] Und das indische Bewußtsein nannte das, was da draußen sich ausbreitet, das «Tat», das «Das», im Gegensatz zum «Ich». Und um auszudrücken, daß der Mensch von derselben Wesensart ist, wie dieses «Tat», wie dieses «Jenes», wie dieses «Es» — daß er nur durch sein Heruntersteigen auf die Erde sich bis zum Ich entwickelt hat -, sprach er dieses Urteil aus: Ich bin dieses «Tat» — Du bist es [Tat twam asi]. Das da draußen, das bist du selbst. - So hat der Mensch seine Beziehung zur geistigen Umwelt, zu dieser schauenden Durchdringung unserer Welt im höchsten Sinne zusammengefaßt in die Worte: Es ist, aber das da draußen, das bist du selbst.
[ 4 ] Aber es wußte diese alte indische Seele zu gleicher Zeit, daß dieselbe Wesenheit, die sich draußen ausbreitet, und die sie als «Tat» bezeichnete, auffindbar ist, wenn man in das eigene Innere hineinschaut, daß sie nur das eine Mal von außen, das andere Mal durch das Innere erscheint. Steige ich also in meine Seele hinunter, so finde ich dieselbe ursprungsgeistige Wesenheit, die ich draußen als «Tat» bezeichne. Dann aber stelle ich mich zu dem, was da drinnen in mir lebt als mein Urgrund, der verschleiert wird durch das physische Seelenleben, in richtige Beziehung, wenn ich das Urteil jetzt anders ausspreche, wenn ich sage statt: Das bist du selbst — Ich bin Brahman, Ich bin das All [Aham brahma asmi]. — Und die beiden Urteile: Das Es bin Ich und Ich bin das All, sagten im Grunde genommen, wenn man. sie zusammenstellte: Schaue ich hinaus in die Welt des «Tat», so finde ich eine geistige Welt; tauche ich unter in mein eigenes Seelenerlebnis, so finde ich eine geistige Welt; und die beiden sind eins. - Das war die Grundempfindung in der ersten Epoche der nachatlantischen Geisteskultur. Ganz einheitlich empfand man die beiden Geisteswelten.
[ 4 ] Aber es wußte diese alte indische Seele zu gleicher Zeit, daß dieselbe Wesenheit, die sich draußen ausbreitet, und die sie als «Tat» bezeichnete, auffindbar ist, wenn man in das eigene Innere hineinschaut, daß sie nur das eine Mal von außen, das andere Mal durch das Innere erscheint. Steige ich also in meine Seele hinunter, so finde ich dieselbe ursprungsgeistige Wesenheit, die ich draußen als «Tat» bezeichne. Dann aber stelle ich mich zu dem, was da drinnen in mir lebt als mein Urgrund, der verschleiert wird durch das physische Seelenleben, in richtige Beziehung, wenn ich das Urteil jetzt anders ausspreche, wenn ich sage statt: Das bist du selbst — Ich bin Brahman, Ich bin das All [Aham brahma asmi]. — Und die beiden Urteile: Das Es bin Ich und Ich bin das All, sagten im Grunde genommen, wenn man. sie zusammenstellte: Schaue ich hinaus in die Welt des «Tat», so finde ich eine geistige Welt; tauche ich unter in mein eigenes Seelenerlebnis, so finde ich eine geistige Welt; und die beiden sind eins. - Das war die Grundempfindung in der ersten Epoche der nachatlantischen Geisteskultur. Ganz einheitlich empfand man die beiden Geisteswelten.
[ 5 ] Dieses ist das eine; das andere aber entwickelte sich an einem anderen Orte. Im alten Indien bildeten sich auf der einen Seite die Empfindungen von der Einheitlichkeit des Außeren und des Inneren in der Grundstimmung der Seele; und man muß vermuten, daß das andere Extrem darin bestehen wird, daß sich der Blick nach außen wendet, daß er durchblickt durch den Teppich der Sinnenwelt, hinblickt auf das, was als geistige Welt dahinter verborgen liegt. Und so ist es wirklich bei dem Menschen eines anderen Volkes. Der sieht die äußere geistige Welt; er ist aber so veranlagt, daß er nicht von vornherein feststellen kann, daß diese äußere geistige Welt dieselbe ist wie die innere. Daher wird es nicht verwunderlich sein, wenn religiöse Anschauungen, philosophische Gedanken auftauchen, welche sich inbrünstig hinaufwenden zu den Göttern und Geistern jenseits der Sinnenwelt; wenn dem Volke mythische oder andere Bezeichnungen gegeben werden für solche göttlich-geistigen Wesenheiten, die da draußen sind hinter dem Teppich der Sinnenwelt; wenn dann in den entsprechenden Mysterien die Zöglinge hineingeführt werden in jene geistige Welt selbst, die hinter der Sinnenwelt ist. Und verwunderlich wird es auch nicht sein, wenn neben solchen Mysterien und solchen Volksgöttern etwas anderes noch da ist, wenn zu gleicher Zeit Mysterien da sind, welche die Menschen den Weg führen durch das innere Seelenleben, den Weg zu den Untergründen dieses inneren Seelenlebens. Und man findet in der Tat ein Kulturgebiet in der nachatlantischen Zeit, wo diese zwei Arten von Mysterien nebeneinander bestehen, wo auf der einen Seite der sogenannte apollinische Glaubenskreis und die apollinischen Mysterien und auf der anderen Seite der dionysische Glaubenskreis und die dionysischen Mysterien ausgebildet werden. Man findet diese Zweiteilung im alten Griechenland.
[ 5 ] Dieses ist das eine; das andere aber entwickelte sich an einem anderen Orte. Im alten Indien bildeten sich auf der einen Seite die Empfindungen von der Einheitlichkeit des Außeren und des Inneren in der Grundstimmung der Seele; und man muß vermuten, daß das andere Extrem darin bestehen wird, daß sich der Blick nach außen wendet, daß er durchblickt durch den Teppich der Sinnenwelt, hinblickt auf das, was als geistige Welt dahinter verborgen liegt. Und so ist es wirklich bei dem Menschen eines anderen Volkes. Der sieht die äußere geistige Welt; er ist aber so veranlagt, daß er nicht von vornherein feststellen kann, daß diese äußere geistige Welt dieselbe ist wie die innere. Daher wird es nicht verwunderlich sein, wenn religiöse Anschauungen, philosophische Gedanken auftauchen, welche sich inbrünstig hinaufwenden zu den Göttern und Geistern jenseits der Sinnenwelt; wenn dem Volke mythische oder andere Bezeichnungen gegeben werden für solche göttlich-geistigen Wesenheiten, die da draußen sind hinter dem Teppich der Sinnenwelt; wenn dann in den entsprechenden Mysterien die Zöglinge hineingeführt werden in jene geistige Welt selbst, die hinter der Sinnenwelt ist. Und verwunderlich wird es auch nicht sein, wenn neben solchen Mysterien und solchen Volksgöttern etwas anderes noch da ist, wenn zu gleicher Zeit Mysterien da sind, welche die Menschen den Weg führen durch das innere Seelenleben, den Weg zu den Untergründen dieses inneren Seelenlebens. Und man findet in der Tat ein Kulturgebiet in der nachatlantischen Zeit, wo diese zwei Arten von Mysterien nebeneinander bestehen, wo auf der einen Seite der sogenannte apollinische Glaubenskreis und die apollinischen Mysterien und auf der anderen Seite der dionysische Glaubenskreis und die dionysischen Mysterien ausgebildet werden. Man findet diese Zweiteilung im alten Griechenland.
[ 6 ] Da ist auf der einen Seite der Weg, der gewiesen wird, sowohl dem Volke wie den Eingeweihten, hinaus in die geistige Welt, zu dem, was hinter den Sinnen steht, zu dem, was zusammengefaßt wird zur geistigen Welt, die hinter der Sonne steht. So weit sie der Grieche erkennen kann, so weit bezeichnet er sie mit dem Namen der apollinischen Wesenheiten. Apollo, der Sonnengott, war der Repräsentant dieser göttlich-geistigen Wesenheiten, die hinter dem Teppich der Sinnenwelt stehen. Dann gab es eine Art von Mysterien, die den Weg wiesen durch das Seelenleben hindurch in die geistigen Grundtiefen dieses Seelenlebens, von denen gestern schon gesagt worden ist, daß sie der Mensch nur betreten soll bei sorgfältiger Vorbereitung und Reife. Daher war diese zweite Mysterienart mehr geschützt gegen Unreife als die apollinische. Und für die weiteren Volkskreise hatte man den apollinischen Götterkreis, während man die geistigen Wesenheiten, die auffindbar waren auf dem Wege durch das Innere, geradezu vorbehielt für diejenigen, die sich erst reif machten durch besondere intellektuelle und moralische Schulung ihres inneren Lebens. Diese zweite Art von Glaubenskreis und Mysterien faßte man zusammen unter dem Namen der dionysischen Mysterien, und die Wesenheit, die in der Mitte steht von alledem, ist Dionysos. Kein Wunder daher, daß man in Dionysos, dem in der Mitte dieses inneren Götterkreises stehenden Geiste, eine Wesenheit fand, welche der menschlichen Seele nahestand, die sozusagen etwas wie ein Mensch war, aber als ein Mensch empfunden wurde, der nicht heraufsteigt bis zur physischen Welt, sondern den man fand, wenn man von der physischen Welt nach abwärts stieg zu den Grundlagen des Seelenlebens. Hier hat man die eigentlichen tieferen Ursachen für die Zweiteilung des griechischen Geisteslebens in ein apollinisches und ein dionysisches. In der neueren Zeit trat an mancherlei Stellen die Ahnung davon auf, daß es so etwas in Griechenland gegeben hat. In den Kreisen um Richard Wagner ahnte man, daß es so etwas gegeben hat, wenn auch kein deutliches Bewußtsein davon da war, wo die geistigen Untergründe der Sache sind. Und Friedrich Nietzsche hat dann aus dem Kreise Wagners heraus sein erstes merkwürdiges, geniales Werk «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» geradezu begründet auf dieser Zweiteilung des griechischen Geisteslebens in ein apollinisches und in ein dionysisches. Das alles waren Ahnungen von dem, was immer mehr und mehr erkannt werden kann durch geistige Vertiefung. Es ist an vielen Stellen heute wie das Lechzen des modernen Geistes nach solcher Vertiefung. Man hat überall die Ahnung: diese Vertiefung wird allein die Antwort geben auf das, wonach die Menschen so sehr lechzen. So sehen wir also, wie im alten Griechenland diese zwei sozusagen göttlich-geistigen Welten nebeneinander stehen. Da traten sie also in ihrem Nebeneinander auf. Im alten Indien traten sie in ihrem Miteinander, in ihrem gegenseitigen Durchdrungensein auf.
[ 6 ] Da ist auf der einen Seite der Weg, der gewiesen wird, sowohl dem Volke wie den Eingeweihten, hinaus in die geistige Welt, zu dem, was hinter den Sinnen steht, zu dem, was zusammengefaßt wird zur geistigen Welt, die hinter der Sonne steht. So weit sie der Grieche erkennen kann, so weit bezeichnet er sie mit dem Namen der apollinischen Wesenheiten. Apollo, der Sonnengott, war der Repräsentant dieser göttlich-geistigen Wesenheiten, die hinter dem Teppich der Sinnenwelt stehen. Dann gab es eine Art von Mysterien, die den Weg wiesen durch das Seelenleben hindurch in die geistigen Grundtiefen dieses Seelenlebens, von denen gestern schon gesagt worden ist, daß sie der Mensch nur betreten soll bei sorgfältiger Vorbereitung und Reife. Daher war diese zweite Mysterienart mehr geschützt gegen Unreife als die apollinische. Und für die weiteren Volkskreise hatte man den apollinischen Götterkreis, während man die geistigen Wesenheiten, die auffindbar waren auf dem Wege durch das Innere, geradezu vorbehielt für diejenigen, die sich erst reif machten durch besondere intellektuelle und moralische Schulung ihres inneren Lebens. Diese zweite Art von Glaubenskreis und Mysterien faßte man zusammen unter dem Namen der dionysischen Mysterien, und die Wesenheit, die in der Mitte steht von alledem, ist Dionysos. Kein Wunder daher, daß man in Dionysos, dem in der Mitte dieses inneren Götterkreises stehenden Geiste, eine Wesenheit fand, welche der menschlichen Seele nahestand, die sozusagen etwas wie ein Mensch war, aber als ein Mensch empfunden wurde, der nicht heraufsteigt bis zur physischen Welt, sondern den man fand, wenn man von der physischen Welt nach abwärts stieg zu den Grundlagen des Seelenlebens. Hier hat man die eigentlichen tieferen Ursachen für die Zweiteilung des griechischen Geisteslebens in ein apollinisches und ein dionysisches. In der neueren Zeit trat an mancherlei Stellen die Ahnung davon auf, daß es so etwas in Griechenland gegeben hat. In den Kreisen um Richard Wagner ahnte man, daß es so etwas gegeben hat, wenn auch kein deutliches Bewußtsein davon da war, wo die geistigen Untergründe der Sache sind. Und Friedrich Nietzsche hat dann aus dem Kreise Wagners heraus sein erstes merkwürdiges, geniales Werk «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» geradezu begründet auf dieser Zweiteilung des griechischen Geisteslebens in ein apollinisches und in ein dionysisches. Das alles waren Ahnungen von dem, was immer mehr und mehr erkannt werden kann durch geistige Vertiefung. Es ist an vielen Stellen heute wie das Lechzen des modernen Geistes nach solcher Vertiefung. Man hat überall die Ahnung: diese Vertiefung wird allein die Antwort geben auf das, wonach die Menschen so sehr lechzen. So sehen wir also, wie im alten Griechenland diese zwei sozusagen göttlich-geistigen Welten nebeneinander stehen. Da traten sie also in ihrem Nebeneinander auf. Im alten Indien traten sie in ihrem Miteinander, in ihrem gegenseitigen Durchdrungensein auf.
[ 7 ] Und nunmehr blicken wir auf die Entwickelung selber. Wir sagten schon gestern, daß nur aus dem vorgeschobensten Posten der nördlichen Völkerströmung, aus der uraltpersischen Zarathustrakultur das Ideal hervorgehen konnte, einen Leib zu schaffen, in welchem sich die Wesenheit, die sich von außen herein der Menschheit und der Erde näherte, verkörpern konnte. Und der Zarathustra sorgt selbst dafür, daß er durch Inkarnation und Inkarnation durchging, um wiedergeboren zu werden in einem Leibe, der so durchgeistigt ist, daß er später den hohen Sonnengott in der vollen Form, in der Christus-Form in sich aufnehmen konnte, Zarathustra wurde ja als Jesus von Nazareth wiedergeboren, und er machte sich durch seine verschiedenen Inkarnationen reif, durch drei Jahre der Träger des Sonnengeistes zu sein. Wie also verhält sich nun etwa Apollo zu dem Christus? Diese Frage muß Ihnen ja sozusagen auf der Seele liegen. Wenn der Grieche den Namen Apollo aussprach, so wies er allerdings hin auf das Reich des Geistigen, das hinter der Sonne steht. Aber man macht einen gewissen Unterschied in der Auffassung einer Wesenheit oder Sache, je nachdem man dazu befähigt ist. Derjenige, der sich ein reicheres Leben in der Seele anerzogen hat, der ist auch fähig, die Dinge, die der andere auch sieht, in einer wahreren Gestalt zu sehen, so daß wir zu sagen haben, daß, wenn der Grieche das Wort Apollo aussprach, er zwar hinwies auf das Wesen, das sich später als Christus offenbaren sollte, daß er aber deshalb dieses Wesen doch nur in einer Art verschleierter Gestalt als Apollo empfunden hat. Es ist wie ein Kleid des Christus, das in seinen Formen ähnlich ist dem Wesen, das darinnensteckt, wenn wir Apollo und Christus sagen. Es mußte gleichsam erst Hülle um Hülle fallen von der Gestalt, die man sich als Apollo vor die Seele stellte, um den Christus für die Menschen begreiflich und anschaulich zu machen. So ist der Apollo zwar eine Hindeutung auf den Christus, aber er ist nicht der Christus selbst.
[ 7 ] Und nunmehr blicken wir auf die Entwickelung selber. Wir sagten schon gestern, daß nur aus dem vorgeschobensten Posten der nördlichen Völkerströmung, aus der uraltpersischen Zarathustrakultur das Ideal hervorgehen konnte, einen Leib zu schaffen, in welchem sich die Wesenheit, die sich von außen herein der Menschheit und der Erde näherte, verkörpern konnte. Und der Zarathustra sorgt selbst dafür, daß er durch Inkarnation und Inkarnation durchging, um wiedergeboren zu werden in einem Leibe, der so durchgeistigt ist, daß er später den hohen Sonnengott in der vollen Form, in der Christus-Form in sich aufnehmen konnte, Zarathustra wurde ja als Jesus von Nazareth wiedergeboren, und er machte sich durch seine verschiedenen Inkarnationen reif, durch drei Jahre der Träger des Sonnengeistes zu sein. Wie also verhält sich nun etwa Apollo zu dem Christus? Diese Frage muß Ihnen ja sozusagen auf der Seele liegen. Wenn der Grieche den Namen Apollo aussprach, so wies er allerdings hin auf das Reich des Geistigen, das hinter der Sonne steht. Aber man macht einen gewissen Unterschied in der Auffassung einer Wesenheit oder Sache, je nachdem man dazu befähigt ist. Derjenige, der sich ein reicheres Leben in der Seele anerzogen hat, der ist auch fähig, die Dinge, die der andere auch sieht, in einer wahreren Gestalt zu sehen, so daß wir zu sagen haben, daß, wenn der Grieche das Wort Apollo aussprach, er zwar hinwies auf das Wesen, das sich später als Christus offenbaren sollte, daß er aber deshalb dieses Wesen doch nur in einer Art verschleierter Gestalt als Apollo empfunden hat. Es ist wie ein Kleid des Christus, das in seinen Formen ähnlich ist dem Wesen, das darinnensteckt, wenn wir Apollo und Christus sagen. Es mußte gleichsam erst Hülle um Hülle fallen von der Gestalt, die man sich als Apollo vor die Seele stellte, um den Christus für die Menschen begreiflich und anschaulich zu machen. So ist der Apollo zwar eine Hindeutung auf den Christus, aber er ist nicht der Christus selbst.
[ 8 ] Was ist denn nun in einer gewissen Beziehung die eigentliche grundwesentlichste Eigenschaft des Christus für unseren Entwickelungszyklus? Wenn wir uns all die göttlich-geistigen Wesenheiten, die geistigen Entitäten anschauen, zu denen hinaufgeblickt haben als zu den oberen Göttern, die hinter dem Teppich der Sinnenwelt sind, die alten Menschen, die sie gesehen haben als die Herrscher und Gebieter der Weltengebiete und Weltenverrichtungen, so müssen wir von allen diesen Wesenheiten sagen: Es ist ihre Eigentümlichkeit, daß sie nicht hereindringen in Wahrheit bis zur physischen Welt; sie werden erst sichtbar dem schauenden Bewußtsein, das über die physische Welt hinausgeht, bis zum Sehen des Ätherischen. Dann wurde der Zeus, der Apollo, der Mars, alle diese Wesenheiten, die ja Wirklichkeiten sind, Wodan, Odin und Thor und so weiter sichtbar. Wir könnten aber auch sagen: Diese geistigen Wesenheiten, sie hatten nicht die Eigentümlichkeit herunterzusteigen bis zur physischen Welt, höchstens daß sie sich vorübergehend in irgendeiner physischen Verkörperung zeigten, was geistvoll in den Mythen angedeutet ist von augenblicklichen Vermenschlichungen oder sonstigen Gestalten des Zeus oder anderer, die herunterstiegen zu den Menschen, um dieses oder jenes zu verrichten. Von einer dauernden physischen Verkörperung dieser geistigen Wesenheiten, die hinter der Sinneswelt stehen, dürfen wir aber nicht sprechen. Wir können also sagen: Apollo ist eine solche Gestalt, die nicht fähig ist, bis zur physischen Verkörperung herunterzusteigen. Dazu gehört mehr Macht, als sie Apollo hatte, dazu gehörte eben die Christus-Kraft. Der Christus hatte die Eigenschaften all der anderen Wesenheiten in der Welt draußen, alle die Eigenschaften, die sichtbar waren für das schauende Bewußtsein, und er hatte dazu noch die eine, zu durchbrechen jene Grenze, welche die Götterwelt von der Menschenwelt trennt, und hereinzusteigen in einen menschlichen Leib, Mensch zu werden in einem physischen Menschenleib, der dazu auf der Erde vorbereitet worden war. Diese Gabe hatte in der göttlich-geistigen Welt nur der Christus. Damit also war eine Wesenheit, wohlgemerkt eine Wesenheit der göttlich-geistigen Welt heruntergestiegen bis dahin, wo Wohnung genommen wird in einem menschlichen Leib innerhalb der Sinneswelt, wo als Mensch gelebt wird unter anderen Menschen. Das ist das große, gewaltige Christus-Ereignis. So müssen wir es auffassen. Während also alle Götter und Geister nur für das schauende Bewußtsein gefunden werden können über der physischen Welt, wird der Christus gefunden innerhalb dieser physischen Welt, trotzdem er von gleicher Art und Wesenheit ist wie die göttlich-geistigen Wesenheiten. Im Äußeren sind also nur auffindbar die anderen Götter; er ist der Eine, der zugleich im menschlichen Innern auflebt, der sozusagen die äußeren Götterwelten verläßt und einkehrt in das menschliche Innere. Damit war etwas sehr Bedeutsames geschehen in der Welt- und Menschheitsentwickelung. Hatte man einen Gott im Innern gesucht, da hatte man früher heruntersteigen müssen zu den unterirdischen Göttern, die hinter dem Schleier der Seelenerlebnisse verborgen sind; in dem Christus hat man einen solchen Gott, der im Äußeren gefunden werden kann und im Innern. Das ist das Wesentliche, was im vierten Zeitraum der nachatlantischen Zeit nach dem indischen, nach dem persischen und dem ägyptischen Zeitraum eingetreten ist. Was mehr im Abstrakten im alten Indien gedacht, geschaut worden ist, daß die göttlich-geistige Welt eine einheitliche ist, daß das «Tat» und Brahman, die von zwei Seiten der Seele ausströmen, eine Einheit sind, das wurde lebendiges Leben durch das Christus-Ereignis. Vorher konnte man sich sagen: Das Göttliche, das man auf dem Wege nach außen findet, und das Göttliche, das man auf dem Wege nach innen findet, sind eines. Jetzt konnte man sich sagen: Man steige nur herunter in das menschliche Innere. Wenn man an Christus teilhaftig ist, so findet man ein Wesen, das Apollo und Dionysos in einer Wesenheit ist.
[ 8 ] Was ist denn nun in einer gewissen Beziehung die eigentliche grundwesentlichste Eigenschaft des Christus für unseren Entwickelungszyklus? Wenn wir uns all die göttlich-geistigen Wesenheiten, die geistigen Entitäten anschauen, zu denen hinaufgeblickt haben als zu den oberen Göttern, die hinter dem Teppich der Sinnenwelt sind, die alten Menschen, die sie gesehen haben als die Herrscher und Gebieter der Weltengebiete und Weltenverrichtungen, so müssen wir von allen diesen Wesenheiten sagen: Es ist ihre Eigentümlichkeit, daß sie nicht hereindringen in Wahrheit bis zur physischen Welt; sie werden erst sichtbar dem schauenden Bewußtsein, das über die physische Welt hinausgeht, bis zum Sehen des Ätherischen. Dann wurde der Zeus, der Apollo, der Mars, alle diese Wesenheiten, die ja Wirklichkeiten sind, Wodan, Odin und Thor und so weiter sichtbar. Wir könnten aber auch sagen: Diese geistigen Wesenheiten, sie hatten nicht die Eigentümlichkeit herunterzusteigen bis zur physischen Welt, höchstens daß sie sich vorübergehend in irgendeiner physischen Verkörperung zeigten, was geistvoll in den Mythen angedeutet ist von augenblicklichen Vermenschlichungen oder sonstigen Gestalten des Zeus oder anderer, die herunterstiegen zu den Menschen, um dieses oder jenes zu verrichten. Von einer dauernden physischen Verkörperung dieser geistigen Wesenheiten, die hinter der Sinneswelt stehen, dürfen wir aber nicht sprechen. Wir können also sagen: Apollo ist eine solche Gestalt, die nicht fähig ist, bis zur physischen Verkörperung herunterzusteigen. Dazu gehört mehr Macht, als sie Apollo hatte, dazu gehörte eben die Christus-Kraft. Der Christus hatte die Eigenschaften all der anderen Wesenheiten in der Welt draußen, alle die Eigenschaften, die sichtbar waren für das schauende Bewußtsein, und er hatte dazu noch die eine, zu durchbrechen jene Grenze, welche die Götterwelt von der Menschenwelt trennt, und hereinzusteigen in einen menschlichen Leib, Mensch zu werden in einem physischen Menschenleib, der dazu auf der Erde vorbereitet worden war. Diese Gabe hatte in der göttlich-geistigen Welt nur der Christus. Damit also war eine Wesenheit, wohlgemerkt eine Wesenheit der göttlich-geistigen Welt heruntergestiegen bis dahin, wo Wohnung genommen wird in einem menschlichen Leib innerhalb der Sinneswelt, wo als Mensch gelebt wird unter anderen Menschen. Das ist das große, gewaltige Christus-Ereignis. So müssen wir es auffassen. Während also alle Götter und Geister nur für das schauende Bewußtsein gefunden werden können über der physischen Welt, wird der Christus gefunden innerhalb dieser physischen Welt, trotzdem er von gleicher Art und Wesenheit ist wie die göttlich-geistigen Wesenheiten. Im Äußeren sind also nur auffindbar die anderen Götter; er ist der Eine, der zugleich im menschlichen Innern auflebt, der sozusagen die äußeren Götterwelten verläßt und einkehrt in das menschliche Innere. Damit war etwas sehr Bedeutsames geschehen in der Welt- und Menschheitsentwickelung. Hatte man einen Gott im Innern gesucht, da hatte man früher heruntersteigen müssen zu den unterirdischen Göttern, die hinter dem Schleier der Seelenerlebnisse verborgen sind; in dem Christus hat man einen solchen Gott, der im Äußeren gefunden werden kann und im Innern. Das ist das Wesentliche, was im vierten Zeitraum der nachatlantischen Zeit nach dem indischen, nach dem persischen und dem ägyptischen Zeitraum eingetreten ist. Was mehr im Abstrakten im alten Indien gedacht, geschaut worden ist, daß die göttlich-geistige Welt eine einheitliche ist, daß das «Tat» und Brahman, die von zwei Seiten der Seele ausströmen, eine Einheit sind, das wurde lebendiges Leben durch das Christus-Ereignis. Vorher konnte man sich sagen: Das Göttliche, das man auf dem Wege nach außen findet, und das Göttliche, das man auf dem Wege nach innen findet, sind eines. Jetzt konnte man sich sagen: Man steige nur herunter in das menschliche Innere. Wenn man an Christus teilhaftig ist, so findet man ein Wesen, das Apollo und Dionysos in einer Wesenheit ist.
[ 9 ] Nun entsteht aber eine andere Frage. Wir haben gesehen, daß die geistigen Wesenheiten, die in der Außenwelt sind als göttlich-geistige, gleichsam vertreten werden für den Menschen durch die mächtigste ihrer Wesenheiten, durch den Christus, der als äußeres Wesen zugleich ein inneres Wesen wird. Wie ist es denn mit den anderen Wesenheiten, die wir gestern in einer gewissen Beziehung als luziferische Wesenheiten bezeichnet haben? Könnte man etwa auch sagen, daß die Wesenheiten, die also unter der Führung des Dionysos standen, sich ebenso in das menschliche Seelenleben hinein entwickeln, und etwa von der anderen Seite her sich irgendein Dionysos, eine luziferische Wesenheit, als Mensch verkörpert hat? Kann man dasselbe sagen? Nein, das kann man nicht sagen. Das ist eben die Erfahrung der geistigen Entwickelung, daß man von dieser Welt nicht dasselbe sagen kann. Und hier kommen wir an etwas, was ganz kernhaft und wesentlich mit aller Menschheits- und Weltenentwickelung zusammenhängt. Gingen wir in sehr, sehr alte Zeiten der Menschheits- und Weltenentwickelung zurück, dann fänden wir, daß die Seele nach außen blickt und daß sie die göttlich-geistige Welt draußen sieht; daß sie nach innen blickt und die göttlich-geistige Welt drinnen sieht; daß die Seele die apollinische Welt draußen, die dionysische Welt im eigenen Innern findet, mit griechischen Ausdrücken gesagt. Wenn man dann vorschreiter in der Menschheits- und Weltenentwickelung, dann sieht man ein anderes Resultat. Für die allerältesten Zeiten, wo der weitaus überwiegende Teil der Menschen schauend war, war die Sache so, wie ich es eben dargestellt habe. Draußen sah man die oberen, drinnen die unteren Götter; und man hatte diese zwei Wege hinein in die geistige Welt. Wenn wir spätere Zeiten in Frage ziehen, dann haben wir eine Menschheit vor uns, die in bezug auf die schauenden Fähigkeiten schwächer geworden ist. Die Menschen haben immer mehr und mehr das ursprüngliche, alte, dumpfe, dämmerhafte Schauen verloren. Aber nehmen wir eine Zeit, in welcher wenig Menschen noch ein natürliches Schauen hatten. Diese Menschen — wir brauchen da gar nicht weit zurückgehen, wir finden in der chaldäisch-ägyptischen Welt auch solche Menschen — sahen, wenn sie durch den Teppich der Sinnenwelt durchdrangen, die oberen Götter, und wenn sie in ihr eigenes Inneres hinabstiegen, die unteren Götter. Deutlicher und gewaltiger hatten diese Eindrücke diejenigen, die in einem gewissen Grad eingeweiht waren. Zu erwähnen ist, daß es zu allen Zeiten auch solche Eingeweihte gab, welche voll die Einheit der beiden Welten erkannten. Das sind aber die Spitzen der Menschheit.
[ 9 ] Nun entsteht aber eine andere Frage. Wir haben gesehen, daß die geistigen Wesenheiten, die in der Außenwelt sind als göttlich-geistige, gleichsam vertreten werden für den Menschen durch die mächtigste ihrer Wesenheiten, durch den Christus, der als äußeres Wesen zugleich ein inneres Wesen wird. Wie ist es denn mit den anderen Wesenheiten, die wir gestern in einer gewissen Beziehung als luziferische Wesenheiten bezeichnet haben? Könnte man etwa auch sagen, daß die Wesenheiten, die also unter der Führung des Dionysos standen, sich ebenso in das menschliche Seelenleben hinein entwickeln, und etwa von der anderen Seite her sich irgendein Dionysos, eine luziferische Wesenheit, als Mensch verkörpert hat? Kann man dasselbe sagen? Nein, das kann man nicht sagen. Das ist eben die Erfahrung der geistigen Entwickelung, daß man von dieser Welt nicht dasselbe sagen kann. Und hier kommen wir an etwas, was ganz kernhaft und wesentlich mit aller Menschheits- und Weltenentwickelung zusammenhängt. Gingen wir in sehr, sehr alte Zeiten der Menschheits- und Weltenentwickelung zurück, dann fänden wir, daß die Seele nach außen blickt und daß sie die göttlich-geistige Welt draußen sieht; daß sie nach innen blickt und die göttlich-geistige Welt drinnen sieht; daß die Seele die apollinische Welt draußen, die dionysische Welt im eigenen Innern findet, mit griechischen Ausdrücken gesagt. Wenn man dann vorschreiter in der Menschheits- und Weltenentwickelung, dann sieht man ein anderes Resultat. Für die allerältesten Zeiten, wo der weitaus überwiegende Teil der Menschen schauend war, war die Sache so, wie ich es eben dargestellt habe. Draußen sah man die oberen, drinnen die unteren Götter; und man hatte diese zwei Wege hinein in die geistige Welt. Wenn wir spätere Zeiten in Frage ziehen, dann haben wir eine Menschheit vor uns, die in bezug auf die schauenden Fähigkeiten schwächer geworden ist. Die Menschen haben immer mehr und mehr das ursprüngliche, alte, dumpfe, dämmerhafte Schauen verloren. Aber nehmen wir eine Zeit, in welcher wenig Menschen noch ein natürliches Schauen hatten. Diese Menschen — wir brauchen da gar nicht weit zurückgehen, wir finden in der chaldäisch-ägyptischen Welt auch solche Menschen — sahen, wenn sie durch den Teppich der Sinnenwelt durchdrangen, die oberen Götter, und wenn sie in ihr eigenes Inneres hinabstiegen, die unteren Götter. Deutlicher und gewaltiger hatten diese Eindrücke diejenigen, die in einem gewissen Grad eingeweiht waren. Zu erwähnen ist, daß es zu allen Zeiten auch solche Eingeweihte gab, welche voll die Einheit der beiden Welten erkannten. Das sind aber die Spitzen der Menschheit.
[ 10 ] Es gab also, sagen wir Jahrhunderte vor der Erscheinung des Christus auf der Erde Menschen, die noch das alte Schauen sich bewahrt hatten, und Eingeweihte, die auf dem einen Weg gehen und die oberen Götter finden konnten, und andere, die auf dem anderen Weg gehen und so die unteren Götter finden konnten. Dann aber kam eine Zeit, in welcher die Welt, die wir die der unteren Götter nennen konnten, immer mehr. und mehr sich von dem Menschenleben zurückzog, in der sie selbst für einen im geringen Grade Eingeweihten schwer zu erreichen war - eine Zeit, in welcher aber verhältnismäßig leicht zu erreichen war bei geringem Grade von Einweihung dasjenige, was man die oberen, die hinter der äußeren Sinnenwelt liegenden Götter nennt. Nehmen Sie zum Beispiel einen in der alten jüdisch-hebräischen Welt Eingeweihten. Gerade in dieser Welt Eingeweihte, die konnten, wenn sie nicht in besonders hohem Grade eingeweiht waren, die Erfahrung machen, daß sie bei ihrem geringen Schauen hineinsahen in die Welt, in der ihnen Jahve nicht bloß ein Begriff, eine Vorstellung war, sondern eine ätherische Wirklichkeit, eine Wesenheit, die wie ein Mensch zu ihnen sprach für den schauenden Blick. Während also für das Volk Jahve eine Verkündigung war, etwas, wovon man nur sagte, daß es da ist, war er für den Eingeweihten eine Wirklichkeit. Dagegen wäre es für einen solchen in der alten hebräischen Welt Eingeweihten schwieriger geworden, dann etwas zu finden, wenn er in das eigene Seelenleben hinuntergetaucht wäre, wenn er das Gebiet der unteren Götter gesucht hätte. Da hätte er sich sagen müssen: Ja, da dringe ich nicht auf Grund; da
[ 10 ] Es gab also, sagen wir Jahrhunderte vor der Erscheinung des Christus auf der Erde Menschen, die noch das alte Schauen sich bewahrt hatten, und Eingeweihte, die auf dem einen Weg gehen und die oberen Götter finden konnten, und andere, die auf dem anderen Weg gehen und so die unteren Götter finden konnten. Dann aber kam eine Zeit, in welcher die Welt, die wir die der unteren Götter nennen konnten, immer mehr. und mehr sich von dem Menschenleben zurückzog, in der sie selbst für einen im geringen Grade Eingeweihten schwer zu erreichen war - eine Zeit, in welcher aber verhältnismäßig leicht zu erreichen war bei geringem Grade von Einweihung dasjenige, was man die oberen, die hinter der äußeren Sinnenwelt liegenden Götter nennt. Nehmen Sie zum Beispiel einen in der alten jüdisch-hebräischen Welt Eingeweihten. Gerade in dieser Welt Eingeweihte, die konnten, wenn sie nicht in besonders hohem Grade eingeweiht waren, die Erfahrung machen, daß sie bei ihrem geringen Schauen hineinsahen in die Welt, in der ihnen Jahve nicht bloß ein Begriff, eine Vorstellung war, sondern eine ätherische Wirklichkeit, eine Wesenheit, die wie ein Mensch zu ihnen sprach für den schauenden Blick. Während also für das Volk Jahve eine Verkündigung war, etwas, wovon man nur sagte, daß es da ist, war er für den Eingeweihten eine Wirklichkeit. Dagegen wäre es für einen solchen in der alten hebräischen Welt Eingeweihten schwieriger geworden, dann etwas zu finden, wenn er in das eigene Seelenleben hinuntergetaucht wäre, wenn er das Gebiet der unteren Götter gesucht hätte. Da hätte er sich sagen müssen: Ja, da dringe ich nicht auf Grund; da
[ 11 ] finde ich überall mein seelisches Leben, ich kann nicht durch die dichte Kruste meines Seelenlebens zu den unteren Göttern hindurch. So also hatten sich die unteren Götter in ein gewisses unbekanntes Dunkel zurückgezogen. Es war die Zeit des Herabkommens des Christus auf die Erde, in welcher sich die luziferischen Geister bis zu einem gewissen Grad in die Dunkelheit zurückgezogen hatten. Und in der äußeren Menschheit konnte man in diesen Zeiten nur mehr hören: Es gibt Mysterien; diejenigen, welche in die Mysterien eingeweiht werden, die erlangen die Fähigkeit, durch die Kräfte des Seelenlebens durchzudringen in die dionysische Welt hinein. - Dunkel ahnte man etwas, was in den tiefen Geheimnissen der Mysterien von den Menschen erforscht werden kann. Aber es war eben nur etwas, wovon man andeutend sprach, wovon die wenigsten in der Zeit der Erwartung des Christus eine deutliche Vorstellung hatten. Viel deutlichere Vorstellungen hatten sie von den äußeren Göttern. Es gab vieleMenschen, die noch ein lebendiges Erlebnis von diesen äußeren Göttern hatten. Nun schreitet aber die Menschheit vorwärts in der Entwickelung. Und welches ist das Ergebnis dieses Vorwärtsschreitens?
[ 11 ] finde ich überall mein seelisches Leben, ich kann nicht durch die dichte Kruste meines Seelenlebens zu den unteren Göttern hindurch. So also hatten sich die unteren Götter in ein gewisses unbekanntes Dunkel zurückgezogen. Es war die Zeit des Herabkommens des Christus auf die Erde, in welcher sich die luziferischen Geister bis zu einem gewissen Grad in die Dunkelheit zurückgezogen hatten. Und in der äußeren Menschheit konnte man in diesen Zeiten nur mehr hören: Es gibt Mysterien; diejenigen, welche in die Mysterien eingeweiht werden, die erlangen die Fähigkeit, durch die Kräfte des Seelenlebens durchzudringen in die dionysische Welt hinein. - Dunkel ahnte man etwas, was in den tiefen Geheimnissen der Mysterien von den Menschen erforscht werden kann. Aber es war eben nur etwas, wovon man andeutend sprach, wovon die wenigsten in der Zeit der Erwartung des Christus eine deutliche Vorstellung hatten. Viel deutlichere Vorstellungen hatten sie von den äußeren Göttern. Es gab vieleMenschen, die noch ein lebendiges Erlebnis von diesen äußeren Göttern hatten. Nun schreitet aber die Menschheit vorwärts in der Entwickelung. Und welches ist das Ergebnis dieses Vorwärtsschreitens?
[ 12 ] Es wird eine Geschichte geben für die äußere Menschheit, und es wird in die Zukunft hinein auch eine Geschichte geben für die Myste‘rien. Die äußere Menschheit wird ihre Geisteskultur verwandeln, immer mehr und mehr wird sich der Christus einleben in die äußere Menschheit. Aber auch in den Mysterien wird man die Natur und Wesenheit des Christus, den man heute kaum angefangen hat zu verstehen, erkennen. Der Gott also, der erblickt werden konnte zur Zarathustrazeit, wenn sich der Blick zur Sonne wendete und schauend wurde, und der herunterstieg auf die Erde, dieser Gott wird immer intimer und intimer ergriffen werden von der menschlichen Seele. Der Gott, der der Regent der äußeren Welt war, wird immer innerlicher werden. Der Christus schreitet so durch die Welt, daß er von einem kosmischen Gotte, der heruntergestiegen ist auf die Erde, ein mystischer Gott immer mehr und mehr wird, der von den Menschen in dem Inneren des Seelenlebens wird erlebt werden können. Daher konnte man zur Zeit, als Christus herunterstieg, das verwirklichen, was dann seine Jünger beschrieben, indem sie sagten: Wir haben unsere Hände in seine Wunden gelegt, haben selber sein Wort auf dem Berge gehört. - Man konnte sich auf etwas Äußeres berufen. Das war das Wesentliche, daß der Christus äußerlich da war. Man hätte ihn dazumal innerlich mystisch nicht erleben können; seine Dionysosnatur hätte man nicht erfassen können; man mußte ihn als äußerlichen historischen Christus zunächst erleben. Das aber ist der Fortschritt in dem Christus-Bewußtsein der Menschheit, daß er immer tiefer in die Seele hineinsteigt, daß die Menschen immer mehr nach innen werden sehen können, daß sie immer mehr ihre eigenen Seelenerlebnisse im Innern mystisch durchleben werden und immer mehr zu dem äußerlichen Christus den Christus in der eigenen Seele, den mystischen Christus erleben werden. Man sehe, wie in dem sogenannten Mystizismus, der auftritt in der ersten Zeit der christlichen Entwickelung durch Dionysios den Areopagiten, der ein Freund und Schüler des Paulus war, wie da der Christus zunächst durch äußere okkulte Fähigkeiten erkannt wird. Und alle Beschreibungen dieser ersten christlichen okkulten Schule sind so gehalten, daß der Christus im wesentlichen nach jenen Eigenschaften beschrieben wird, die er entfaltet in den äußeren Welten, die durch den nach außen gerichteten instinktiv schauenden Blick erfahren werden konnten. Und man steige herauf einige Jahrhunderte in der Menschheitsentwickelung und sehe, was geworden ist. Man frage bei der mittelalterlichen mystischen Entwickelung an, bei jenem tief inneren Erleben eines Meister Eckart, eines Johannes Tauler und so weiter bis herauf zu unseren neueren Mystikern-da sind Menschen, die in ihr eigenes Innere hinunterblicken. Wie man in alten Zeiten in das Innere hineinblickte, um durch dieses Innere durchzuschauen und zum Dionysos zu dringen, so dringen die Neueren hinein, können wie der Meister Eckart sagen: Zwar ist der historische Christus eine Tatsache, zwar hat er sich entwickelt in der Geschichte, aber es gibt die Möglichkeit, in das eigene Innere zu steigen und da den inneren mystischen Christus zu finden. So entwickelt sich die menschliche Seele dazu, nicht nur in der Außenwelt, sondern im Innern die dionysische Natur des Christus zu finden, den mystischen Christus. Zuerst war der historische Christus da, dann haben durch das Werk des historischen Christus sich solche Wirkungen auf die menschliche Seele herausgebildet, daß ein mystischer Christus innerhalb der Menschheit möglich geworden ist. So können wir für die neuere Zeit auch sprechen von einem innerlichen mystischen Christus-Erleben; aber man muß die Sache so fassen, daß der Christus ein kosmischer war vor seinem Eintritt in die Erde. Hat man sich damals in das innere Seelenleben versenkt, dann hat man nicht den Christus gefunden, sondern den Dionysos. Heute findet man, wenn man in der entsprechenden Weise sich entwickelt hat, eine innere Christus-Wesenheit. Der Christus ist von einer außerseelischen Göttlichkeit zu einer innerseelischen Göttlichkeit geworden, die immer mehr die Menschenseele ergreifen wird, je mehr diese mit ihren Seelenerlebnissen diesem Christus sich nähern wird.
[ 12 ] Es wird eine Geschichte geben für die äußere Menschheit, und es wird in die Zukunft hinein auch eine Geschichte geben für die Myste‘rien. Die äußere Menschheit wird ihre Geisteskultur verwandeln, immer mehr und mehr wird sich der Christus einleben in die äußere Menschheit. Aber auch in den Mysterien wird man die Natur und Wesenheit des Christus, den man heute kaum angefangen hat zu verstehen, erkennen. Der Gott also, der erblickt werden konnte zur Zarathustrazeit, wenn sich der Blick zur Sonne wendete und schauend wurde, und der herunterstieg auf die Erde, dieser Gott wird immer intimer und intimer ergriffen werden von der menschlichen Seele. Der Gott, der der Regent der äußeren Welt war, wird immer innerlicher werden. Der Christus schreitet so durch die Welt, daß er von einem kosmischen Gotte, der heruntergestiegen ist auf die Erde, ein mystischer Gott immer mehr und mehr wird, der von den Menschen in dem Inneren des Seelenlebens wird erlebt werden können. Daher konnte man zur Zeit, als Christus herunterstieg, das verwirklichen, was dann seine Jünger beschrieben, indem sie sagten: Wir haben unsere Hände in seine Wunden gelegt, haben selber sein Wort auf dem Berge gehört. - Man konnte sich auf etwas Äußeres berufen. Das war das Wesentliche, daß der Christus äußerlich da war. Man hätte ihn dazumal innerlich mystisch nicht erleben können; seine Dionysosnatur hätte man nicht erfassen können; man mußte ihn als äußerlichen historischen Christus zunächst erleben. Das aber ist der Fortschritt in dem Christus-Bewußtsein der Menschheit, daß er immer tiefer in die Seele hineinsteigt, daß die Menschen immer mehr nach innen werden sehen können, daß sie immer mehr ihre eigenen Seelenerlebnisse im Innern mystisch durchleben werden und immer mehr zu dem äußerlichen Christus den Christus in der eigenen Seele, den mystischen Christus erleben werden. Man sehe, wie in dem sogenannten Mystizismus, der auftritt in der ersten Zeit der christlichen Entwickelung durch Dionysios den Areopagiten, der ein Freund und Schüler des Paulus war, wie da der Christus zunächst durch äußere okkulte Fähigkeiten erkannt wird. Und alle Beschreibungen dieser ersten christlichen okkulten Schule sind so gehalten, daß der Christus im wesentlichen nach jenen Eigenschaften beschrieben wird, die er entfaltet in den äußeren Welten, die durch den nach außen gerichteten instinktiv schauenden Blick erfahren werden konnten. Und man steige herauf einige Jahrhunderte in der Menschheitsentwickelung und sehe, was geworden ist. Man frage bei der mittelalterlichen mystischen Entwickelung an, bei jenem tief inneren Erleben eines Meister Eckart, eines Johannes Tauler und so weiter bis herauf zu unseren neueren Mystikern-da sind Menschen, die in ihr eigenes Innere hinunterblicken. Wie man in alten Zeiten in das Innere hineinblickte, um durch dieses Innere durchzuschauen und zum Dionysos zu dringen, so dringen die Neueren hinein, können wie der Meister Eckart sagen: Zwar ist der historische Christus eine Tatsache, zwar hat er sich entwickelt in der Geschichte, aber es gibt die Möglichkeit, in das eigene Innere zu steigen und da den inneren mystischen Christus zu finden. So entwickelt sich die menschliche Seele dazu, nicht nur in der Außenwelt, sondern im Innern die dionysische Natur des Christus zu finden, den mystischen Christus. Zuerst war der historische Christus da, dann haben durch das Werk des historischen Christus sich solche Wirkungen auf die menschliche Seele herausgebildet, daß ein mystischer Christus innerhalb der Menschheit möglich geworden ist. So können wir für die neuere Zeit auch sprechen von einem innerlichen mystischen Christus-Erleben; aber man muß die Sache so fassen, daß der Christus ein kosmischer war vor seinem Eintritt in die Erde. Hat man sich damals in das innere Seelenleben versenkt, dann hat man nicht den Christus gefunden, sondern den Dionysos. Heute findet man, wenn man in der entsprechenden Weise sich entwickelt hat, eine innere Christus-Wesenheit. Der Christus ist von einer außerseelischen Göttlichkeit zu einer innerseelischen Göttlichkeit geworden, die immer mehr die Menschenseele ergreifen wird, je mehr diese mit ihren Seelenerlebnissen diesem Christus sich nähern wird.
[ 13 ] Hier haben Sie ein Beispiel, wie ein Umschwung geschieht mit dem, was als Prinzipien durch die Welt sich entwickelt. Wenn der heutige Mensch spricht, daß es einen mystischen Christus in seinem Innern gibt, dann sollte er nicht vergessen, daß alles in der Welt sich entwickelt hat und daß das mystische Bewußtsein kein solches ist, das gleich ist in allen Zeiten, sondern daß auch das geworden ist, Wenn die alten heiligen Rishis hinaufgeschaut haben in die geistigen Welten, dann haben sie von Karman gesprochen und haben dabei dieselbe Wesenheit, wie die späteren, als kosmische im Auge gehabt, die auch Zarathustra gemeint hat, als er von Ahura Mazdao sprach. Es war die ChristusWesenheit. Heute ist sie als mystischer Christus auch im Innern zu finden. Daß er es ist, das ist die Tat des Christus selbst auf der Erde. So verhält sich der kosmische, der astronomische Christus zum mystischen Christus in Wahrheit. So also wurde der äußere Gott allmählich ein innerer.
[ 13 ] Hier haben Sie ein Beispiel, wie ein Umschwung geschieht mit dem, was als Prinzipien durch die Welt sich entwickelt. Wenn der heutige Mensch spricht, daß es einen mystischen Christus in seinem Innern gibt, dann sollte er nicht vergessen, daß alles in der Welt sich entwickelt hat und daß das mystische Bewußtsein kein solches ist, das gleich ist in allen Zeiten, sondern daß auch das geworden ist, Wenn die alten heiligen Rishis hinaufgeschaut haben in die geistigen Welten, dann haben sie von Karman gesprochen und haben dabei dieselbe Wesenheit, wie die späteren, als kosmische im Auge gehabt, die auch Zarathustra gemeint hat, als er von Ahura Mazdao sprach. Es war die ChristusWesenheit. Heute ist sie als mystischer Christus auch im Innern zu finden. Daß er es ist, das ist die Tat des Christus selbst auf der Erde. So verhält sich der kosmische, der astronomische Christus zum mystischen Christus in Wahrheit. So also wurde der äußere Gott allmählich ein innerer.
[ 14 ] Weil aber alles das, was in der äußeren physischen Welt geschieht, eine Wirkung ist des Geistigen, so stellt sich auch eine Wirkung dieser Verchristlichung der Seele für das andere Leben heraus. Zuerst wird sich diese Wirkung zeigen in den Mysterien und hat sich zum Teil schon gezeigt seit der Begründung der abendländischen Mysterienschulen des Rosenkreuzes. Wenn man durch die Schulung der alten Mysterien in die Seele hinein sich vertieft hatte und zu den unteren Göttern gestiegen ist, so hat man Dionysos gefunden, was nur ein anderer Name ist für die weite Welt der luziferischen Gottheiten. Aber auch das schauende Bewußtsein, wenn es nicht bis zu den höchsten Graden gestiegen ist, verschwand ins Dunkle, während der Christus in seiner Glorie der Erde sich näherte; es verschwand das luziferische Wesen. Nur den höchsten Eingeweihten war es noch möglich, hinunterzusteigen zu den luziferischen Göttern. Den anderen Menschen mußte man sagen: Wenn ihr ungereinigt und unreif hinuntersteigt, dann erscheinen euch diese luziferischen Wesenheiten nur als wildeDämonen in ihren Zerrbildern, die euch in euren verwandelten Eigenschaften zu allem Schlimmen verleiten. Daher alle die schrecklichen Beschreibungen, die von diesem unterirdischen Reiche gegeben werden, daher die Furcht schon vor dem Namen des Luzifer in einer gewissen Zeit. Und weil sich alles vererbt für die Menschen, die nicht mit der Entwickelung fortschreiten, lebt diese Furcht noch heute bei denjenigen, die diese Empfindungen ererbt haben, die Furcht vor dem Namen Luzifer. Aber die Sache ist so, daß zuerst für den schauenden Menschen wieder die luziferische Welt auftaucht, nachdem eine Zeitlang das ChristusPrinzip die Seele durchchristet hat. Hat der Christus eine Weile in der Seele gewirkt, dann wird diese Seele dadurch, daß sie von der ChristusSubstanz durchdrungen wird, durch ihre Christianisierung reif, wiederum hineinzudringen in das Reich der luziferischen Wesenheiten. Zuerst konnten das die Eingeweihten des Rosenkreuzes. Sie haben sich bemüht, den Christus in solcher Gestalt zu begreifen und zu schauen, daß er als mystischer Christus auch in ihre Seele eingedrungen ist, daß er in ihnen lebt, daß sie sozusagen stark sind durch diese Christus-Substanz in ihrem eigenen Innern, und daß Wehr und Waffe gegen alle Anfechtungen diese Christus-Substanz in ihnen ist. So wird diese ChristusSubstanz in ihnen zu einem neuen Licht, das sie jetzt innerlich durchleuchtet, zu einem innerlichen astralischen Licht. Historisches Erleben des Christus in seiner Wahrheit durchleuchtet unsere Seelenerlebnisse so, daß wir fähig werden, nunmehr wiederum hineinzudringen in das luziferische Reich. Zuerst konnten das die Eingeweihten des Rosenkreuzes, und nach und nach werden diese Eingeweihten des Rosenkreuzes heraustragen das, was sie erleben können über das luziferische Prinzip, und werden jene große geistige Ehe über die Welt ausgießen, die darin besteht, daß der Christus, der sich als Substanz hineinergossen hat in die menschliche Seele, nunmehr begriffen wird mit denjenigen geistigen Fähigkeiten, die heranreifen durch das Einströmen des luziferischen Prinzips in einer neuen Weise in den Geist der einzelnen Menschen.
[ 14 ] Weil aber alles das, was in der äußeren physischen Welt geschieht, eine Wirkung ist des Geistigen, so stellt sich auch eine Wirkung dieser Verchristlichung der Seele für das andere Leben heraus. Zuerst wird sich diese Wirkung zeigen in den Mysterien und hat sich zum Teil schon gezeigt seit der Begründung der abendländischen Mysterienschulen des Rosenkreuzes. Wenn man durch die Schulung der alten Mysterien in die Seele hinein sich vertieft hatte und zu den unteren Göttern gestiegen ist, so hat man Dionysos gefunden, was nur ein anderer Name ist für die weite Welt der luziferischen Gottheiten. Aber auch das schauende Bewußtsein, wenn es nicht bis zu den höchsten Graden gestiegen ist, verschwand ins Dunkle, während der Christus in seiner Glorie der Erde sich näherte; es verschwand das luziferische Wesen. Nur den höchsten Eingeweihten war es noch möglich, hinunterzusteigen zu den luziferischen Göttern. Den anderen Menschen mußte man sagen: Wenn ihr ungereinigt und unreif hinuntersteigt, dann erscheinen euch diese luziferischen Wesenheiten nur als wildeDämonen in ihren Zerrbildern, die euch in euren verwandelten Eigenschaften zu allem Schlimmen verleiten. Daher alle die schrecklichen Beschreibungen, die von diesem unterirdischen Reiche gegeben werden, daher die Furcht schon vor dem Namen des Luzifer in einer gewissen Zeit. Und weil sich alles vererbt für die Menschen, die nicht mit der Entwickelung fortschreiten, lebt diese Furcht noch heute bei denjenigen, die diese Empfindungen ererbt haben, die Furcht vor dem Namen Luzifer. Aber die Sache ist so, daß zuerst für den schauenden Menschen wieder die luziferische Welt auftaucht, nachdem eine Zeitlang das ChristusPrinzip die Seele durchchristet hat. Hat der Christus eine Weile in der Seele gewirkt, dann wird diese Seele dadurch, daß sie von der ChristusSubstanz durchdrungen wird, durch ihre Christianisierung reif, wiederum hineinzudringen in das Reich der luziferischen Wesenheiten. Zuerst konnten das die Eingeweihten des Rosenkreuzes. Sie haben sich bemüht, den Christus in solcher Gestalt zu begreifen und zu schauen, daß er als mystischer Christus auch in ihre Seele eingedrungen ist, daß er in ihnen lebt, daß sie sozusagen stark sind durch diese Christus-Substanz in ihrem eigenen Innern, und daß Wehr und Waffe gegen alle Anfechtungen diese Christus-Substanz in ihnen ist. So wird diese ChristusSubstanz in ihnen zu einem neuen Licht, das sie jetzt innerlich durchleuchtet, zu einem innerlichen astralischen Licht. Historisches Erleben des Christus in seiner Wahrheit durchleuchtet unsere Seelenerlebnisse so, daß wir fähig werden, nunmehr wiederum hineinzudringen in das luziferische Reich. Zuerst konnten das die Eingeweihten des Rosenkreuzes, und nach und nach werden diese Eingeweihten des Rosenkreuzes heraustragen das, was sie erleben können über das luziferische Prinzip, und werden jene große geistige Ehe über die Welt ausgießen, die darin besteht, daß der Christus, der sich als Substanz hineinergossen hat in die menschliche Seele, nunmehr begriffen wird mit denjenigen geistigen Fähigkeiten, die heranreifen durch das Einströmen des luziferischen Prinzips in einer neuen Weise in den Geist der einzelnen Menschen.
[ 15 ] Betrachten wir zunächst einen Eingeweihten des Rosenkreuzes. Ein solcher Eingeweihter, der bereitet sich zunächst dadurch vor, daß er in seiner Seele Gefühle, Empfindungen, Gedanken hinlenkt zu der großen Zentralgestalt des Christus, daß er zunächst zum Beispiel das JohannesEvangelium auf sich wirken läßt; jene monumentale, ungeheuer bedeutsame Gestalt, die uns von dem Christus im Johannes-Evangelium . geschildert wird, auf seine Seele wirken läßt und sich dadurch veredelt und läutert. Denn es wird wirklich alles anders in unserer Seele, wenn diese hinblickt mit aller Verehrung auf die Gestalt, die das JohannesEvangelium schildert. Wenn wir das in uns aufnehmen, was ausströmt von der Gestalt, die dieses Johannes-Evangelium schildert, dann wird unsere Seele durchchristet, dann lebt in uns der mystische Christus auf. Und wenn wir das durch andere Dokumente der christlichen Erziehung weiter beleben, so wird immer mehr und mehr unsere Seele durchströmt von der geistigen Substanz des Christus, läutert sich und reinigt sich in der Verchristianisierung hinauf in höhere Welten. Dadurch wird vorzugsweise unser Gemüt geläutert und gereinigt. Man lernt entweder in einer so universellen Weise empfinden den Christus, wie der Meister Eckart und Tauler es getan haben, oder man lernt ihn in einer so zarten Weise erleben wie Ssso oder andere; man fühlt sich eins mit dem, was hereingeströmt ist aus den großen Himmelswelten durch das ChristusEreignis auf unsere Erde. Dann macht man sich dadurch reif, als Eingeweihter des Rosenkreuzes schauend eingeführt zu werden in jene Welten, die in den alten Zeiten die dionysischen, die jetzt die luziferischen Welten genannt werden konnten. Was haben diese Einführungen in die luziferischen Welten für den heutigen Eingeweihten des Rosenkreuzes für eine Wirkung? Wird das Gemüt warm und von Enthusiasmus erfüllt für das Göttliche, wenn es verchristet wird, so werden auf der anderen Seite unsere anderen geistigen Fähigkeiten, durch welche wir die Welt verstehen und begreifen, erfassen und einsehen, durchleuchtet, durchströmt und durchkrafter von dem luziferischen Prinzip. So steigt der Eingeweihte des Rosenkreuzes zu dem luziferischen Prinzipe aufwärts. Indem er das tut, werden durch die Einweihung seine geistigen Fähigkeiten geschärft, ausgearbeitet, so daß er den Christus nicht nur mystisch in seiner Seele fühlen kann, sondern daß er ihn beschreiben kann, daß er erzählen kann, wie er ist, daß er ihn in Gedankenbilder, in geistige Bilder fassen kann, daß er in ihm nicht nur dunkel gefühlt und erlebt wird, sondern wie eine Gestalt der äußeren Welt, der äußeren Sinneswelt in konkreten Konturen vor ihm steht. Den Christus zu erleben als Seelensubstanz ist möglich dadurch, daß der Mensch den Blick hinlenkt auf die Christus-Gestalt, wie sie ihm aus den Evangelien entgegentritt. Den Christus beschreiben, verstehen, so wie man die anderen Erscheinungen und Erlebnisse der Welt versteht, und dadurch erst seine Größe, seine Bedeutung für die Welt, seine Ursächlichkeit für das Weltgeschehen einzusehen, ist nur möglich, wenn der christlich-mystische Eingeweihte weiter aufsteigt zur Erkenntnis der luziferischen Reiche. Luzifer gibt uns also innerhalb des Rosenkreuzes die Fähigkeit den Christus erst zu schildern, zu verstehen.1Man kann sich denken, wie böser Wille oder Unverständnis nach dem gewöhnlichen Gebrauch des Wortes Luzifer (Lichtträger) das Dargestellte verleumdet; das kann nicht abhalten von dieser Darstellung. Wer unter Luzifer versteht, was hier gemeint ist, muß anders sehen.
[ 15 ] Betrachten wir zunächst einen Eingeweihten des Rosenkreuzes. Ein solcher Eingeweihter, der bereitet sich zunächst dadurch vor, daß er in seiner Seele Gefühle, Empfindungen, Gedanken hinlenkt zu der großen Zentralgestalt des Christus, daß er zunächst zum Beispiel das JohannesEvangelium auf sich wirken läßt; jene monumentale, ungeheuer bedeutsame Gestalt, die uns von dem Christus im Johannes-Evangelium . geschildert wird, auf seine Seele wirken läßt und sich dadurch veredelt und läutert. Denn es wird wirklich alles anders in unserer Seele, wenn diese hinblickt mit aller Verehrung auf die Gestalt, die das JohannesEvangelium schildert. Wenn wir das in uns aufnehmen, was ausströmt von der Gestalt, die dieses Johannes-Evangelium schildert, dann wird unsere Seele durchchristet, dann lebt in uns der mystische Christus auf. Und wenn wir das durch andere Dokumente der christlichen Erziehung weiter beleben, so wird immer mehr und mehr unsere Seele durchströmt von der geistigen Substanz des Christus, läutert sich und reinigt sich in der Verchristianisierung hinauf in höhere Welten. Dadurch wird vorzugsweise unser Gemüt geläutert und gereinigt. Man lernt entweder in einer so universellen Weise empfinden den Christus, wie der Meister Eckart und Tauler es getan haben, oder man lernt ihn in einer so zarten Weise erleben wie Ssso oder andere; man fühlt sich eins mit dem, was hereingeströmt ist aus den großen Himmelswelten durch das ChristusEreignis auf unsere Erde. Dann macht man sich dadurch reif, als Eingeweihter des Rosenkreuzes schauend eingeführt zu werden in jene Welten, die in den alten Zeiten die dionysischen, die jetzt die luziferischen Welten genannt werden konnten. Was haben diese Einführungen in die luziferischen Welten für den heutigen Eingeweihten des Rosenkreuzes für eine Wirkung? Wird das Gemüt warm und von Enthusiasmus erfüllt für das Göttliche, wenn es verchristet wird, so werden auf der anderen Seite unsere anderen geistigen Fähigkeiten, durch welche wir die Welt verstehen und begreifen, erfassen und einsehen, durchleuchtet, durchströmt und durchkrafter von dem luziferischen Prinzip. So steigt der Eingeweihte des Rosenkreuzes zu dem luziferischen Prinzipe aufwärts. Indem er das tut, werden durch die Einweihung seine geistigen Fähigkeiten geschärft, ausgearbeitet, so daß er den Christus nicht nur mystisch in seiner Seele fühlen kann, sondern daß er ihn beschreiben kann, daß er erzählen kann, wie er ist, daß er ihn in Gedankenbilder, in geistige Bilder fassen kann, daß er in ihm nicht nur dunkel gefühlt und erlebt wird, sondern wie eine Gestalt der äußeren Welt, der äußeren Sinneswelt in konkreten Konturen vor ihm steht. Den Christus zu erleben als Seelensubstanz ist möglich dadurch, daß der Mensch den Blick hinlenkt auf die Christus-Gestalt, wie sie ihm aus den Evangelien entgegentritt. Den Christus beschreiben, verstehen, so wie man die anderen Erscheinungen und Erlebnisse der Welt versteht, und dadurch erst seine Größe, seine Bedeutung für die Welt, seine Ursächlichkeit für das Weltgeschehen einzusehen, ist nur möglich, wenn der christlich-mystische Eingeweihte weiter aufsteigt zur Erkenntnis der luziferischen Reiche. Luzifer gibt uns also innerhalb des Rosenkreuzes die Fähigkeit den Christus erst zu schildern, zu verstehen.1Man kann sich denken, wie böser Wille oder Unverständnis nach dem gewöhnlichen Gebrauch des Wortes Luzifer (Lichtträger) das Dargestellte verleumdet; das kann nicht abhalten von dieser Darstellung. Wer unter Luzifer versteht, was hier gemeint ist, muß anders sehen.
[ 16 ] Was Jahrhunderte haben tun können, das war, daß sie die Evangelien fortgepflanzt haben, daß sie das Wort, das aus den Evangelien strömt, wiedergegeben haben, daß sie die Herzen sich haben erwärmen lassen an diesen Evangelien, daß sie die Seelen durchglüht haben mit Wärme und Enthusiasmus, die von den Evangelien ausströmen. Heute stehen wir vor einer Menschheitsentwickelung, der es nimmermehr genügen kann, bloß die Evangelien in der alten Weise überliefert zu erhalten; heute verlangen die Menschen etwas anderes. Diejenigen, die dieses andere nicht wollen, die werden das Karma zu tragen haben des Sichsträubens gegen die Einführung des luziferischen Prinzips in die Evangelieninterpretation. Möge es noch zahlreiche Menschen geben unter uns, die sagen: Ach was, wir wollen die Evangelien als Christen hinnehmen, wir fühlen uns befriedigt von ihnen; aus den Evangelien spricht der Christus, aus den Evangelien spricht er auch dann, wenn wir sie so überliefert erhalten, wie es durch die Jahrhunderte herauf in der traditionellen Religion geschehen ist. Solche Menschen mögen glauben, daß sie Christen sind, sie mögen in ihrer Art immer wieder und wieder wiederholen: Bleibt uns mit eurer Geistes-Erkenntnis fern, wir haben den Christus in den Evangelien, wir wollen nichts wissen von eurer Arbeit, die ihr auf die Evangelien wendet. — Mögen sie es wiederholen, diese Menschen, mögen sie wähnen, daß sie gute Christen sind; sie sind in Wahrheit Feinde des Christus, sie sind diejenigen, die aus eigenem Egoismus heraus, weil sie sich noch befriedigt erklären können durch alles das, was in der traditionellen Evangelieninterpretation geboten wird, hinwegwischen das, was das volle Christentum zur Glorie in der Zukunft erst bringen wird. Diejenigen, die heute oft glauben, die besten Christen zu sein, sind die stärksten Ausrotter des wirklichen Christentums. Diejenigen verstehen heute die Entwickelung des Christentums, welche in ganz anderer Weise denken, welche aussprechen: Wir wollen nicht Egoisten sein und wollen sagen: es genügen uns die Evangelien, wir wollen nichts wissen von eurem Abstrakten! Es ist gar kein solches Abstraktes, wie es die Geisteswissenschaft bietet.-Diejenigen sind die wahren Christen, die da wissen, daß die Menschheit heute etwas anderes braucht als das Christentum der Egoisten, die da sagen: Wir wissen, daß die Welt nicht mehr bestehen kann mit der alten Überlieferung der Evangelien, wir wissen, daß in der Welt notwendig ist, daß das Licht aus Luzifers Gebiet falle auf die Evangelien. — Diese Menschen hören die Lehren, die herausdringen aus den Einweihungsstätten des Rosenkreuzes, wo man die geistigen Fähigkeiten geschärft hat durch das luziferische Prinzip, um immer tiefer in die Evangelien hineinzudringen. Und für diese Eingeweihten hat sich herausgestellt: In der Tat, die Evangelien haben eine so unendliche Tiefe, daß man durchaus nicht glauben darf, sie ausschöpfen zu können mit diesem oder jenem. — Aber heute ist schon die Zeit gekommen, wo die Rosenkreuzer ihre Lehre hinausströmen lassen müssen in die Welt, wo die Mysterien des Rosenkreuzes berufen sind, das, was sie an Schärfung ihrer Geisteskräfte gewonnen haben aus der luziferischen Welt heraus, fallen zu lassen auf die Evangelien. Das ist abendländische Geistes-Erkenntnis, daß das Licht, welches hinausdringt, gewonnen werden kann aus Luzifers Gebiet, fallen gelassen werden kann auf die Evangelien. Geisteswissenschaft muß ein Instrument werden zur Interpretation der Evangelien; und das Große, das Gewaltige und Substantielle der Evangelien wird sichtbar werden, wenn das Licht aus Luzifers Reich auf dem Umwege, wie es gewonnen worden ist durch die Mysterien des Rosenkreuzes, auf diese Evangelien fällt. So gehört es zur geisteswissenschaftlichen Arbeit, einzuführen in die frohen Botschaften von der christlichen Wesenssubstanz, die durch die Welt geht; das Licht, das gewonnen wird aus Luzifers Gebiet auf dem Wege der Einweihung durch das Rosenkreuz, fallen zu lassen auf die Evangelien. So sehen wir, daß der Christus, der von einem Gott, der in der Außenwelt gelebt hat, zum mystischen Christus geworden ist, durch seine Veredlung der menschlichen Seele diese wieder hineingebracht hat in jenes Gebiet, das für eine Weile verschlossen bleiben mußte, das man genannt hat das dionysische in alten Zeiten, und welches wieder erobert wird in den Zeiten, denen die Menschheit in der Zukunft entgegengeht. Die Erklärung des Christus durch die an Luzifer gesteigerten und erleuchteten Geistesfähigkeiten, das ist das Innere, der Wesenskern der Geistesströmung, die im Abendlande erfließen muß. Und was ich gesagt habe, ist gegenüber der Zukunft die Sendung des Rosenkreuzes.2Man vergleiche die entsprechenden Ausführungen in meiner «Geheimwissenschaft».
[ 16 ] Was Jahrhunderte haben tun können, das war, daß sie die Evangelien fortgepflanzt haben, daß sie das Wort, das aus den Evangelien strömt, wiedergegeben haben, daß sie die Herzen sich haben erwärmen lassen an diesen Evangelien, daß sie die Seelen durchglüht haben mit Wärme und Enthusiasmus, die von den Evangelien ausströmen. Heute stehen wir vor einer Menschheitsentwickelung, der es nimmermehr genügen kann, bloß die Evangelien in der alten Weise überliefert zu erhalten; heute verlangen die Menschen etwas anderes. Diejenigen, die dieses andere nicht wollen, die werden das Karma zu tragen haben des Sichsträubens gegen die Einführung des luziferischen Prinzips in die Evangelieninterpretation. Möge es noch zahlreiche Menschen geben unter uns, die sagen: Ach was, wir wollen die Evangelien als Christen hinnehmen, wir fühlen uns befriedigt von ihnen; aus den Evangelien spricht der Christus, aus den Evangelien spricht er auch dann, wenn wir sie so überliefert erhalten, wie es durch die Jahrhunderte herauf in der traditionellen Religion geschehen ist. Solche Menschen mögen glauben, daß sie Christen sind, sie mögen in ihrer Art immer wieder und wieder wiederholen: Bleibt uns mit eurer Geistes-Erkenntnis fern, wir haben den Christus in den Evangelien, wir wollen nichts wissen von eurer Arbeit, die ihr auf die Evangelien wendet. — Mögen sie es wiederholen, diese Menschen, mögen sie wähnen, daß sie gute Christen sind; sie sind in Wahrheit Feinde des Christus, sie sind diejenigen, die aus eigenem Egoismus heraus, weil sie sich noch befriedigt erklären können durch alles das, was in der traditionellen Evangelieninterpretation geboten wird, hinwegwischen das, was das volle Christentum zur Glorie in der Zukunft erst bringen wird. Diejenigen, die heute oft glauben, die besten Christen zu sein, sind die stärksten Ausrotter des wirklichen Christentums. Diejenigen verstehen heute die Entwickelung des Christentums, welche in ganz anderer Weise denken, welche aussprechen: Wir wollen nicht Egoisten sein und wollen sagen: es genügen uns die Evangelien, wir wollen nichts wissen von eurem Abstrakten! Es ist gar kein solches Abstraktes, wie es die Geisteswissenschaft bietet.-Diejenigen sind die wahren Christen, die da wissen, daß die Menschheit heute etwas anderes braucht als das Christentum der Egoisten, die da sagen: Wir wissen, daß die Welt nicht mehr bestehen kann mit der alten Überlieferung der Evangelien, wir wissen, daß in der Welt notwendig ist, daß das Licht aus Luzifers Gebiet falle auf die Evangelien. — Diese Menschen hören die Lehren, die herausdringen aus den Einweihungsstätten des Rosenkreuzes, wo man die geistigen Fähigkeiten geschärft hat durch das luziferische Prinzip, um immer tiefer in die Evangelien hineinzudringen. Und für diese Eingeweihten hat sich herausgestellt: In der Tat, die Evangelien haben eine so unendliche Tiefe, daß man durchaus nicht glauben darf, sie ausschöpfen zu können mit diesem oder jenem. — Aber heute ist schon die Zeit gekommen, wo die Rosenkreuzer ihre Lehre hinausströmen lassen müssen in die Welt, wo die Mysterien des Rosenkreuzes berufen sind, das, was sie an Schärfung ihrer Geisteskräfte gewonnen haben aus der luziferischen Welt heraus, fallen zu lassen auf die Evangelien. Das ist abendländische Geistes-Erkenntnis, daß das Licht, welches hinausdringt, gewonnen werden kann aus Luzifers Gebiet, fallen gelassen werden kann auf die Evangelien. Geisteswissenschaft muß ein Instrument werden zur Interpretation der Evangelien; und das Große, das Gewaltige und Substantielle der Evangelien wird sichtbar werden, wenn das Licht aus Luzifers Reich auf dem Umwege, wie es gewonnen worden ist durch die Mysterien des Rosenkreuzes, auf diese Evangelien fällt. So gehört es zur geisteswissenschaftlichen Arbeit, einzuführen in die frohen Botschaften von der christlichen Wesenssubstanz, die durch die Welt geht; das Licht, das gewonnen wird aus Luzifers Gebiet auf dem Wege der Einweihung durch das Rosenkreuz, fallen zu lassen auf die Evangelien. So sehen wir, daß der Christus, der von einem Gott, der in der Außenwelt gelebt hat, zum mystischen Christus geworden ist, durch seine Veredlung der menschlichen Seele diese wieder hineingebracht hat in jenes Gebiet, das für eine Weile verschlossen bleiben mußte, das man genannt hat das dionysische in alten Zeiten, und welches wieder erobert wird in den Zeiten, denen die Menschheit in der Zukunft entgegengeht. Die Erklärung des Christus durch die an Luzifer gesteigerten und erleuchteten Geistesfähigkeiten, das ist das Innere, der Wesenskern der Geistesströmung, die im Abendlande erfließen muß. Und was ich gesagt habe, ist gegenüber der Zukunft die Sendung des Rosenkreuzes.2Man vergleiche die entsprechenden Ausführungen in meiner «Geheimwissenschaft».
[ 17 ] Was also geschieht eigentlich in unserer Menschheitsentwickelung? Da geschah und geschieht dieses, daß Christus und Luzifer, der eine als kosmischer, der andere als innermenschlicher Gott, nebeneinander gingen in alten Zeiten, daß man den einen sozusagen in den oberen Regionen, den anderen in den unteren Regionen fand, daß dann die Welt weiterschritt und für eine Zeit ferne von der Erde den Dionysos, den Luzifer wußte; daß man dafür aber das Erlebnis hatte, daß der kosmische Christus immer mehr hineindringt in die Erde, immer mehr durchsetzt die Seele, daß jetzt aber Luzifer wiederum sichtbar, wiederum erkennbar wird. Die Wege, die diese beiden göttlich-geistigen Wesenheiten gegangen, sind so: Sie nähern sich von zwei verschiedenen Seiten der Erde; der Luzifer wird unsichtbar, indem er sich mit dem Christus kreuzt; er wird gleichsam als das andere Licht überstrahlt von dem Christus-Licht. Früher fand man Christus als kosmische Wesenheit, den Luzifer als innermenschliche Wesenheit. Sie durchkreuzten ihren Weg. Der Christus zieht in die menschliche Seele ein, er wird zum planetarischen Erdengeiste, er wird immer mehr der mystische Christus in den Menschenseelen, er wird durch die inneren Erlebnisse vertieft und erkannt. Die Seele wird dadurch immer fähiger, wiederum zu schauen die andere Wesenheit, die den umgekehrten Weg gemacht hat, von dem Inneren in das Äußere hin. Der Luzifer wird aus einer innermenschlichen Wesenheit, einer rein irdischen Wesenheit, wo er gesucht worden ist in den Mysterien, die in das Unterreich führten, ein kosmischer Gott. Immer mehr wird er aufleuchten draußen in der Welt, die wir erblicken, wenn wir hindurchsehen durch den Teppich der Sinneswelt. Umgekehrt wird das Anschauen der Menschen. Hat man Luzifer gesehen hinter dem Schleier der inneren Seelenwelt, hat man den Christus gesehen, wie der Zarathustra, hinter der äußeren sinnlichen Welt, so wird man in der Zukunft den Christus immer mehr und mehr durch Versenkung und Verinnerlichung in das eigene Wesen erkennen können. Den Luzifer wird man finden, wenn man den Blick nach außen richtet in die kosmische Region.
[ 17 ] Was also geschieht eigentlich in unserer Menschheitsentwickelung? Da geschah und geschieht dieses, daß Christus und Luzifer, der eine als kosmischer, der andere als innermenschlicher Gott, nebeneinander gingen in alten Zeiten, daß man den einen sozusagen in den oberen Regionen, den anderen in den unteren Regionen fand, daß dann die Welt weiterschritt und für eine Zeit ferne von der Erde den Dionysos, den Luzifer wußte; daß man dafür aber das Erlebnis hatte, daß der kosmische Christus immer mehr hineindringt in die Erde, immer mehr durchsetzt die Seele, daß jetzt aber Luzifer wiederum sichtbar, wiederum erkennbar wird. Die Wege, die diese beiden göttlich-geistigen Wesenheiten gegangen, sind so: Sie nähern sich von zwei verschiedenen Seiten der Erde; der Luzifer wird unsichtbar, indem er sich mit dem Christus kreuzt; er wird gleichsam als das andere Licht überstrahlt von dem Christus-Licht. Früher fand man Christus als kosmische Wesenheit, den Luzifer als innermenschliche Wesenheit. Sie durchkreuzten ihren Weg. Der Christus zieht in die menschliche Seele ein, er wird zum planetarischen Erdengeiste, er wird immer mehr der mystische Christus in den Menschenseelen, er wird durch die inneren Erlebnisse vertieft und erkannt. Die Seele wird dadurch immer fähiger, wiederum zu schauen die andere Wesenheit, die den umgekehrten Weg gemacht hat, von dem Inneren in das Äußere hin. Der Luzifer wird aus einer innermenschlichen Wesenheit, einer rein irdischen Wesenheit, wo er gesucht worden ist in den Mysterien, die in das Unterreich führten, ein kosmischer Gott. Immer mehr wird er aufleuchten draußen in der Welt, die wir erblicken, wenn wir hindurchsehen durch den Teppich der Sinneswelt. Umgekehrt wird das Anschauen der Menschen. Hat man Luzifer gesehen hinter dem Schleier der inneren Seelenwelt, hat man den Christus gesehen, wie der Zarathustra, hinter der äußeren sinnlichen Welt, so wird man in der Zukunft den Christus immer mehr und mehr durch Versenkung und Verinnerlichung in das eigene Wesen erkennen können. Den Luzifer wird man finden, wenn man den Blick nach außen richtet in die kosmische Region.
[ 18 ] So haben wir eine völlige Umkehr der menschlichen Erkenntnisverhältnisse im Laufe der menschlichen Entwickelung zu verzeichnen: der Christus ist geworden von einem kosmischen Gotte zu einem irdischen Gott, der die Seele der Erde ist in der Zukunft. Der Luzifer ist geworden von einem irdischen Gotte zu einem kosmischen Gott. Und will der Mensch in der Zukunft wiederum aufsteigen zu der äußeren geistigen Welt, die hinter dem Schleier der Sinneswelt verborgen ist, will er nicht bei dem stehenbleiben, was äußerlich, nur grobstofflich ist, dann muß er durch die Dinge der Sinneswelt hindurchdringen in die geistige Welt; er muß sich in das Licht tragen lassen durch den «Licht-Träger». Und keine Fähigkeiten, da einzudringen, werden dem Menschen erstehen, wenn er diese Fähigkeiten nicht schafft aus den Kräften, die uns zufließen von Luzifers Reich. Die Menschheit würde in Materialismus versinken, immerfort in dem Glauben verharren, daß alles nur äußere materielle Welt ist, wenn sie nicht aufstiege zur Inspiration durch das luziferische Prinzip. Ist das Christus-Prinzip dazu berufen, unser Inneres stärker und stärker zu machen, so ist das luziferische Prinzip dazu berufen, unsere Fähigkeiten, die eindringen sollten in die Welt in vollem Umfange, zu schärfen, auszubilden. Immer stärker und stärker für das Begreifen und Erkennen der Welt wird uns Luzifer machen, immer stärker und stärker im Innern wird uns Christus machen.
[ 18 ] So haben wir eine völlige Umkehr der menschlichen Erkenntnisverhältnisse im Laufe der menschlichen Entwickelung zu verzeichnen: der Christus ist geworden von einem kosmischen Gotte zu einem irdischen Gott, der die Seele der Erde ist in der Zukunft. Der Luzifer ist geworden von einem irdischen Gotte zu einem kosmischen Gott. Und will der Mensch in der Zukunft wiederum aufsteigen zu der äußeren geistigen Welt, die hinter dem Schleier der Sinneswelt verborgen ist, will er nicht bei dem stehenbleiben, was äußerlich, nur grobstofflich ist, dann muß er durch die Dinge der Sinneswelt hindurchdringen in die geistige Welt; er muß sich in das Licht tragen lassen durch den «Licht-Träger». Und keine Fähigkeiten, da einzudringen, werden dem Menschen erstehen, wenn er diese Fähigkeiten nicht schafft aus den Kräften, die uns zufließen von Luzifers Reich. Die Menschheit würde in Materialismus versinken, immerfort in dem Glauben verharren, daß alles nur äußere materielle Welt ist, wenn sie nicht aufstiege zur Inspiration durch das luziferische Prinzip. Ist das Christus-Prinzip dazu berufen, unser Inneres stärker und stärker zu machen, so ist das luziferische Prinzip dazu berufen, unsere Fähigkeiten, die eindringen sollten in die Welt in vollem Umfange, zu schärfen, auszubilden. Immer stärker und stärker für das Begreifen und Erkennen der Welt wird uns Luzifer machen, immer stärker und stärker im Innern wird uns Christus machen.
