The East in the Light of the West
The Children of Lucifer and the Brothers of Christ
GA 113
29 August 1909, Munich
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Der Orient im Lichte des Okzidents, 5th ed.
Siebenter Vortrag
Siebenter Vortrag
[ 1 ] Aus dem, was in den beiden letzten Vorträgen hier gesagt worden ist, werden Sie entnehmen, daß es gewisse Tatsachen in der Entwickelung der Menschheit gibt, die im äußeren Leben kaum beachtet werden, durch deren Nichtbeachtung aber vieles mißverstanden wird, was in den geistigen Grundlagen dieser Entwickelung sich vollzieht. Sie können ja aus dem Schlusse des gestrigen Vortrages sehen, daß das, was man das mystische Christus-Erlebnis nennen kann, das Erlebnis, das der Mensch haben kann, wenn er durch Versenkung in sein Inneres seine Seelenerlebnisse durchdringt mit dem, was wir die ChristusSubstanz genannt haben, nicht immer da war, sondern daß es sich entwickelt hat im Laufe der Zeit. Ja, man kann sehen, daß das historische Ereignis des Abstieges des Christus notwendig war als eine Voraussetzung für die Anwesenheit des mystischen Christus in der Seele, so daß man also nicht sagen darf, daß das mystische Christus-Erlebnis auch in der vorchristlichen Zeit für menschliche Seelen immer möglich gewesen wäre; ein Meister Eckart oder ähnliche Persönlichkeiten mit ihren inneren mystischen Erlebnissen sind nur in der christlichen Zeitrechnung möglich, vorher nicht. Ein abstraktes Denken wird von vornherein das gar nicht einsehen, nur ein konkretes, geistig-realistisches Denken, das auf die Tatsachen geht. Auch das, was über die Beziehungen der luziferischen Wesenheiten und der Christus-Wesenheit gesagt worden ist, ist nur verständlich, wenn man voraussetzt, daß eine zwar für die äußeren Sinne und den äußeren Verstand unwahrnehmbare, aber deshalb nicht minder radikale Veränderung der ganzen menschlichen Organisation sich vollzogen hat durch die Jahrtausende vor der Erscheinung des Christus und durch die Jahrhunderte nach dieser. Die Menschen haben sich seit der atlantischen Katastrophe wesentlich gewandelt. Und wenn im gegenwärtigen Menschheitszyklus alles für die äußere Lebenserfahrung darauf ankommt, daß der Mensch, wenn er in seine Inkarnation eintritt, durch die Instrumente, die ihm zur Verfügung stehen in den drei Hüllen, im physischen, ätherischen und astralischen Leib, die Welt wahrnimmt, so hängt es von den Veränderungen ab, welche die Organisation dieser Hüllen durchmacht, wie er die Welt in den aufeinanderfolgenden Zeitepochen wahrnimmt. Eine absolut wahre Anschauung für alle Zeiten gibt es nicht. Die Menschen können die Welt nur anschauen, wie es ihrer Organisation entsprechend ist.
[ 1 ] Aus dem, was in den beiden letzten Vorträgen hier gesagt worden ist, werden Sie entnehmen, daß es gewisse Tatsachen in der Entwickelung der Menschheit gibt, die im äußeren Leben kaum beachtet werden, durch deren Nichtbeachtung aber vieles mißverstanden wird, was in den geistigen Grundlagen dieser Entwickelung sich vollzieht. Sie können ja aus dem Schlusse des gestrigen Vortrages sehen, daß das, was man das mystische Christus-Erlebnis nennen kann, das Erlebnis, das der Mensch haben kann, wenn er durch Versenkung in sein Inneres seine Seelenerlebnisse durchdringt mit dem, was wir die ChristusSubstanz genannt haben, nicht immer da war, sondern daß es sich entwickelt hat im Laufe der Zeit. Ja, man kann sehen, daß das historische Ereignis des Abstieges des Christus notwendig war als eine Voraussetzung für die Anwesenheit des mystischen Christus in der Seele, so daß man also nicht sagen darf, daß das mystische Christus-Erlebnis auch in der vorchristlichen Zeit für menschliche Seelen immer möglich gewesen wäre; ein Meister Eckart oder ähnliche Persönlichkeiten mit ihren inneren mystischen Erlebnissen sind nur in der christlichen Zeitrechnung möglich, vorher nicht. Ein abstraktes Denken wird von vornherein das gar nicht einsehen, nur ein konkretes, geistig-realistisches Denken, das auf die Tatsachen geht. Auch das, was über die Beziehungen der luziferischen Wesenheiten und der Christus-Wesenheit gesagt worden ist, ist nur verständlich, wenn man voraussetzt, daß eine zwar für die äußeren Sinne und den äußeren Verstand unwahrnehmbare, aber deshalb nicht minder radikale Veränderung der ganzen menschlichen Organisation sich vollzogen hat durch die Jahrtausende vor der Erscheinung des Christus und durch die Jahrhunderte nach dieser. Die Menschen haben sich seit der atlantischen Katastrophe wesentlich gewandelt. Und wenn im gegenwärtigen Menschheitszyklus alles für die äußere Lebenserfahrung darauf ankommt, daß der Mensch, wenn er in seine Inkarnation eintritt, durch die Instrumente, die ihm zur Verfügung stehen in den drei Hüllen, im physischen, ätherischen und astralischen Leib, die Welt wahrnimmt, so hängt es von den Veränderungen ab, welche die Organisation dieser Hüllen durchmacht, wie er die Welt in den aufeinanderfolgenden Zeitepochen wahrnimmt. Eine absolut wahre Anschauung für alle Zeiten gibt es nicht. Die Menschen können die Welt nur anschauen, wie es ihrer Organisation entsprechend ist.
[ 2 ] Nun wollen wir uns einmal die radikalste Veränderung in der Menschennatur vor die Seele rücken, die sich zugetragen hat seit der atlantischen Katastrophe, durch die erste große Menschheitskultur in der nachatlantischen Zeit, durch das alte Indertum, und durch das Urpersertum hindurch, durch die chaldäisch-ägyptische, durch die griechisch-lateinische Kulturepoche bis in unsere Zeit herein. Sie wissen, daß vor der atlantischen Katastrophe der ganze Zusammenhang der einzelnen Glieder der Menschennatur ein anderer war als später. Das Zusammenwirken des Ätherleibes und des physischen Leibes war nicht so vor der großen atlantischen Katastrophe wie nachher. Der Atherleib des Kopfes zum Beispiel war gegenüber dem physischen Kopfe mächtiger ausgebildet und loser mit diesem verbunden. Gerade darin drückt sich die Fortentwickelung aus, daß der Zusammenhang zwischen dem ätherischen Leib und dem physischen Leib immer intensiver wird und daß beide einander immer ähnlicher werden. Nun liegen alle Kräfte zur Organisation des physischen Leibes, zur Zusammenfügung und Harmonisierung der Glieder des physischen Leibes im Atherleib. Man kann also sagen: In der atlantischen Menschheit war die Sache so, daß von einem Ätherleib, der ja außerhalb des physischen Leibes namentlich in bezug auf den Kopf gelegen hat, wie von außen hereinwirkten die Kräfte, die den physischen Leib konstruierten. Dann zogen sich diese Kräfte in den Raum des physischen Leibes hinein und wirken heute mehr im Innern belebend und erregend. Das aber hat sich erst herausgebildet. Ein langsames Hineinschlüpfen des Ätherleibes in den physischen Leib hat stattgefunden. - Und will man die alte indische Kultur verstehen, so muß man sich klar darüber sein, daß damals die Sache noch anders lag als während der chaldäisch-ägyptischen Zeit. In den Menschen aber der griechisch-lateinischen Zeit war schon eine vollständige Durchdringung des Ätherleibes und physischen Leibes erreicht, so daß für das schauende Bewußtsein auf keiner Stelle der menschlichen Organisation der Ätherleib weit hinausgereicht hätte über den physischen Leib.
[ 2 ] Nun wollen wir uns einmal die radikalste Veränderung in der Menschennatur vor die Seele rücken, die sich zugetragen hat seit der atlantischen Katastrophe, durch die erste große Menschheitskultur in der nachatlantischen Zeit, durch das alte Indertum, und durch das Urpersertum hindurch, durch die chaldäisch-ägyptische, durch die griechisch-lateinische Kulturepoche bis in unsere Zeit herein. Sie wissen, daß vor der atlantischen Katastrophe der ganze Zusammenhang der einzelnen Glieder der Menschennatur ein anderer war als später. Das Zusammenwirken des Ätherleibes und des physischen Leibes war nicht so vor der großen atlantischen Katastrophe wie nachher. Der Atherleib des Kopfes zum Beispiel war gegenüber dem physischen Kopfe mächtiger ausgebildet und loser mit diesem verbunden. Gerade darin drückt sich die Fortentwickelung aus, daß der Zusammenhang zwischen dem ätherischen Leib und dem physischen Leib immer intensiver wird und daß beide einander immer ähnlicher werden. Nun liegen alle Kräfte zur Organisation des physischen Leibes, zur Zusammenfügung und Harmonisierung der Glieder des physischen Leibes im Atherleib. Man kann also sagen: In der atlantischen Menschheit war die Sache so, daß von einem Ätherleib, der ja außerhalb des physischen Leibes namentlich in bezug auf den Kopf gelegen hat, wie von außen hereinwirkten die Kräfte, die den physischen Leib konstruierten. Dann zogen sich diese Kräfte in den Raum des physischen Leibes hinein und wirken heute mehr im Innern belebend und erregend. Das aber hat sich erst herausgebildet. Ein langsames Hineinschlüpfen des Ätherleibes in den physischen Leib hat stattgefunden. - Und will man die alte indische Kultur verstehen, so muß man sich klar darüber sein, daß damals die Sache noch anders lag als während der chaldäisch-ägyptischen Zeit. In den Menschen aber der griechisch-lateinischen Zeit war schon eine vollständige Durchdringung des Ätherleibes und physischen Leibes erreicht, so daß für das schauende Bewußtsein auf keiner Stelle der menschlichen Organisation der Ätherleib weit hinausgereicht hätte über den physischen Leib.
[ 3 ] Bei den Indern war das noch nicht der Fall. Da würde sich dem schauenden Blick überall gezeigthaben, wie noch der Ätherleib, namentlich in bezug auf den Kopf, herausragte über den physischen Leib. Daher kam es, daß der Angehörige des alten indischen Volkes die Welt anders sah als der Angehörige des ägyptischen. Der Angehörige des griechisch-lateinischen Volkes hat im wesentlichen schon so gesehen wie wir heute, er sah eben die Welt ausgebreitet als den Sinnenteppich der Farben, Töne, Formen und so weiter. Fein durchsetzt aber war diese ganze Welt, die da ausgebreitet ist in den heutigen sinnlichen Wahrnehmungen, für den indischen Geist der ältesten Zeit noch von dem, was man nennen könnte Nebelwolken ätherischer Natur, die sich aus allen Dingen heraus erheben, wie wenn alle Dinge brennen würden und ein feiner Nebelrauch aus jeder Form hervorströmte. Man schaute ein ätherisches Element, das über alle Dinge gelegt war wie feiner Tau oder Reif. Diese eigentümliche Art des Anschauens war damals die natürliche. Sie kann sich heute die Menschenseele nur erwerben durch geisteswissenschaftliche Übungen. Das ist der Sinn der Fortentwickelung der Menschheit durch die verschiedenen Kulturepochen, daß der ätherische Leib immer tiefer und tiefer hineinsteigt in den physischen Leib. Damit ändert sich das menschliche Anschauen, da dieses abhängt von der Art, wie der Ätherleib organisiert ist. Und dies wieder hängt damit zusammen, daß die luziferischen Wesenheiten von solcher Art, die sich innerirdisch und innerseelisch offenbart, aufsteigen zu kosmischen Daseinsstufen, und daß die Christus-Wesenheit, die vorher eine kosmische ist und heruntersteigt bis zur Inkarnation im Menschenleibe, nun eine solche wird, die sich innerirdisch und innerseelisch offenbart. Diese Durchdringung des apollinischen mit dem dionysischen Prinzipe, dieses gleichsam übereinander Hinwegschreiten der luziferischen und der Christus-Wesenheit war nur möglich geworden dadurch, daß die menschliche Organisation sich in dieser Weise geändert hat. Aber sie hat sich nicht nur geändert für die Beurteilung der Vergangenheit, sondern auch für die Vorbereitung der Zukunft. Wir leben jetzt in der Tat in dem Zeitalter, in dem die innigste Durchdringung zwischen dem Ätherleib und dem physischen Leib schon hinter uns liegt; wir leben jetzt schon wiederum in der umgekehrten Entwickelungsrichtung. Wir leben in einer Zeit, in der der Ätherleib langsam herausrückt aus dem physischen Leib. Das ist normale Menschheitsentwickelung in die Zukunft hinein, daß der Atherleib nach und nach wiederum den physischen Leib verläßt; und Zeiten werden kommen, in denen sich die menschliche Organisation wiederum so anschauen wird, wie sie sich angesehen hat in grauer Vorzeit, sodaß wir wiederum empfinden werden, wie der Atherleib hervorragt über den physischen. Wir sind mitten drinnen in diesem Vorgange, und mancherlei von den feineren Krankheitserscheinungen der Gegenwart würde man verstehen, wenn man das wüßte. Das alles aber entspricht großen kosmischen Gesetzen. Der Mensch könnte nicht sein Entwickelungsziel erreichen, wenn er nicht in dieser Weise gleichsam eine Kreuzung seiner Organisationsglieder durchmachte. Aber alles das, was in uns ist, das ist durchdrungen von unserer ganzen Umgebung; das ist durchdrungen von den göttlich-geistigen Wesenheiten, die in der geistigen Welt sind und die ihre Ströme in uns senden, so wie die physischen Elemente der Erde in unseren physischen Organismus ihre Ströme senden. Damals, als der Atherleib außer dem physischen war, da strömten in diesen Ätherleib fortwährend Strömungen hinein, die der Mensch bewußt empfand und die er als kosmische Offenbarungen erlebte. Der Mensch fühlte das wie etwas, was seiner Innerlichkeit sich offenbarte. Was da an Strömungen aus der geistigen Welt sich in seinen Ätherleib hineinsenkte, das war es auch, was an der Ausbildung des physischen Leibes arbeitete.
[ 3 ] Bei den Indern war das noch nicht der Fall. Da würde sich dem schauenden Blick überall gezeigthaben, wie noch der Ätherleib, namentlich in bezug auf den Kopf, herausragte über den physischen Leib. Daher kam es, daß der Angehörige des alten indischen Volkes die Welt anders sah als der Angehörige des ägyptischen. Der Angehörige des griechisch-lateinischen Volkes hat im wesentlichen schon so gesehen wie wir heute, er sah eben die Welt ausgebreitet als den Sinnenteppich der Farben, Töne, Formen und so weiter. Fein durchsetzt aber war diese ganze Welt, die da ausgebreitet ist in den heutigen sinnlichen Wahrnehmungen, für den indischen Geist der ältesten Zeit noch von dem, was man nennen könnte Nebelwolken ätherischer Natur, die sich aus allen Dingen heraus erheben, wie wenn alle Dinge brennen würden und ein feiner Nebelrauch aus jeder Form hervorströmte. Man schaute ein ätherisches Element, das über alle Dinge gelegt war wie feiner Tau oder Reif. Diese eigentümliche Art des Anschauens war damals die natürliche. Sie kann sich heute die Menschenseele nur erwerben durch geisteswissenschaftliche Übungen. Das ist der Sinn der Fortentwickelung der Menschheit durch die verschiedenen Kulturepochen, daß der ätherische Leib immer tiefer und tiefer hineinsteigt in den physischen Leib. Damit ändert sich das menschliche Anschauen, da dieses abhängt von der Art, wie der Ätherleib organisiert ist. Und dies wieder hängt damit zusammen, daß die luziferischen Wesenheiten von solcher Art, die sich innerirdisch und innerseelisch offenbart, aufsteigen zu kosmischen Daseinsstufen, und daß die Christus-Wesenheit, die vorher eine kosmische ist und heruntersteigt bis zur Inkarnation im Menschenleibe, nun eine solche wird, die sich innerirdisch und innerseelisch offenbart. Diese Durchdringung des apollinischen mit dem dionysischen Prinzipe, dieses gleichsam übereinander Hinwegschreiten der luziferischen und der Christus-Wesenheit war nur möglich geworden dadurch, daß die menschliche Organisation sich in dieser Weise geändert hat. Aber sie hat sich nicht nur geändert für die Beurteilung der Vergangenheit, sondern auch für die Vorbereitung der Zukunft. Wir leben jetzt in der Tat in dem Zeitalter, in dem die innigste Durchdringung zwischen dem Ätherleib und dem physischen Leib schon hinter uns liegt; wir leben jetzt schon wiederum in der umgekehrten Entwickelungsrichtung. Wir leben in einer Zeit, in der der Ätherleib langsam herausrückt aus dem physischen Leib. Das ist normale Menschheitsentwickelung in die Zukunft hinein, daß der Atherleib nach und nach wiederum den physischen Leib verläßt; und Zeiten werden kommen, in denen sich die menschliche Organisation wiederum so anschauen wird, wie sie sich angesehen hat in grauer Vorzeit, sodaß wir wiederum empfinden werden, wie der Atherleib hervorragt über den physischen. Wir sind mitten drinnen in diesem Vorgange, und mancherlei von den feineren Krankheitserscheinungen der Gegenwart würde man verstehen, wenn man das wüßte. Das alles aber entspricht großen kosmischen Gesetzen. Der Mensch könnte nicht sein Entwickelungsziel erreichen, wenn er nicht in dieser Weise gleichsam eine Kreuzung seiner Organisationsglieder durchmachte. Aber alles das, was in uns ist, das ist durchdrungen von unserer ganzen Umgebung; das ist durchdrungen von den göttlich-geistigen Wesenheiten, die in der geistigen Welt sind und die ihre Ströme in uns senden, so wie die physischen Elemente der Erde in unseren physischen Organismus ihre Ströme senden. Damals, als der Atherleib außer dem physischen war, da strömten in diesen Ätherleib fortwährend Strömungen hinein, die der Mensch bewußt empfand und die er als kosmische Offenbarungen erlebte. Der Mensch fühlte das wie etwas, was seiner Innerlichkeit sich offenbarte. Was da an Strömungen aus der geistigen Welt sich in seinen Ätherleib hineinsenkte, das war es auch, was an der Ausbildung des physischen Leibes arbeitete.
[ 4 ] Wenn man das, was in den letzten Tagen hier gesagt worden ist, jetzt charakterisiert von der äußeren Seite, so kann man sagen: Das, was sich in den Ätherleib des Menschen hineingesenkt hatte und was der Mensch als innerstes Element erlebt hatte, das waren die Einflüsse der luziferischen Welt. Es hatte sich der Mensch seit den alten Zeiten der voratlantischen Entwickelung ein Erbstück mitgebracht: die luziferischen Einflüsse, die in seinen Ätherleib hineinströmten. Daß diese luziferischen Einflüsse sich verdunkelten, daß der Mensch gerade in der Zeit, da Christus erscheint, nichts von ihnen vernimmt, wenn er nicht in hohem Grade eingeweiht ist, das erklärt sich daraus, daß der Atherleib immer mehr und mehr in den physischen Leib hineinrückt, eins mit ihm wird, und er immer mehr und mehr sich bedienen lernt der physischen Organe, Daher war es für ihn notwendig, daß die göttliche Wesenheit, die auf der Erde erscheinen sollte, in einer physisch wahrnehmbaren Gestalt erschien, physisch verkörpert wie andere physische Wesenheiten auf der Erde war. Es konnte die damalige Menschheit nur Verständnis haben für einen im Leibe erscheinenden Gott, weil sie gewohnt worden war, das Wahre dasjenige zu nennen, was man durch die Instrumente des physischen Leibes sieht. Es mußte in der Menschheit dies so sein, damit diejenigen, die um den Christus waren, sprechen konnten zur Bekräfligung dessen, was geschehen war: Wir haben unsere Hände in seine Wunden gelegt und unsere Finger in seine Nägelmale. — Diese sinnliche Gewißheit, die mußte wie ein Gefühl in den Menschen leben, wie ein Gefühl, das, wenn es vorhanden ist, zur Bewahrheitung der Sache beiträgt. Darauf hätte ein Mensch in der alten indischen Zeit nichts gegeben, er hätte gesagt: Das Geistige, sinnlich wahrgenommen, sagt mir nicht viel; wenn du das Geistige wahrnehmen willst, so mußt du zu irgendeinem Grade von schauender Erkenntnis aufsteigen. Das Verständnis also für Christus mußte sich erst entwickeln, wie alles in der Welt.
[ 4 ] Wenn man das, was in den letzten Tagen hier gesagt worden ist, jetzt charakterisiert von der äußeren Seite, so kann man sagen: Das, was sich in den Ätherleib des Menschen hineingesenkt hatte und was der Mensch als innerstes Element erlebt hatte, das waren die Einflüsse der luziferischen Welt. Es hatte sich der Mensch seit den alten Zeiten der voratlantischen Entwickelung ein Erbstück mitgebracht: die luziferischen Einflüsse, die in seinen Ätherleib hineinströmten. Daß diese luziferischen Einflüsse sich verdunkelten, daß der Mensch gerade in der Zeit, da Christus erscheint, nichts von ihnen vernimmt, wenn er nicht in hohem Grade eingeweiht ist, das erklärt sich daraus, daß der Atherleib immer mehr und mehr in den physischen Leib hineinrückt, eins mit ihm wird, und er immer mehr und mehr sich bedienen lernt der physischen Organe, Daher war es für ihn notwendig, daß die göttliche Wesenheit, die auf der Erde erscheinen sollte, in einer physisch wahrnehmbaren Gestalt erschien, physisch verkörpert wie andere physische Wesenheiten auf der Erde war. Es konnte die damalige Menschheit nur Verständnis haben für einen im Leibe erscheinenden Gott, weil sie gewohnt worden war, das Wahre dasjenige zu nennen, was man durch die Instrumente des physischen Leibes sieht. Es mußte in der Menschheit dies so sein, damit diejenigen, die um den Christus waren, sprechen konnten zur Bekräfligung dessen, was geschehen war: Wir haben unsere Hände in seine Wunden gelegt und unsere Finger in seine Nägelmale. — Diese sinnliche Gewißheit, die mußte wie ein Gefühl in den Menschen leben, wie ein Gefühl, das, wenn es vorhanden ist, zur Bewahrheitung der Sache beiträgt. Darauf hätte ein Mensch in der alten indischen Zeit nichts gegeben, er hätte gesagt: Das Geistige, sinnlich wahrgenommen, sagt mir nicht viel; wenn du das Geistige wahrnehmen willst, so mußt du zu irgendeinem Grade von schauender Erkenntnis aufsteigen. Das Verständnis also für Christus mußte sich erst entwickeln, wie alles in der Welt.
[ 5 ] Das aber, was der Mensch als den luziferischen Einschlag hatte in seinem Ätherleib, was er sich mitbrachte aus uralten Zeiten, wo sein Atherleib noch nicht ganz im physischen Leibe lebte, wo er noch draußen war und mit den äußeren Teilen die Einflüsse Luzifers empfing, das verschwand, das wurde allmählich aufgebraucht. Damit, daß der Atherleib in den physischen Leib hineinschlüpfte, verlor der Mensch die Fähigkeit, mit seinen ätherischen Organen die höheren Welten wahrzunehmen. So kann man von einer gewissen Zeit, in die man zurückblickt, von den menschlichen Vorfahren sagen: Die haben noch in die höheren Welten hineingesehen; was sie gesehen haben, ist in den Schriftwerken aufbewahrt. — Wie auf eine uralte Weisheit kann man hinweisen. Die aber war später nicht mehr unmittelbar ergreifbar, weil in demselben Maße, in dem der Ätherleib in den physischen Leib hineinrückt, der Mensch sich nur seiner physischen Sinne und seines physischen Verstandes bedienen kann, und die schauende Kraft gelähmt wird. Die Möglichkeit des Hineinschauens in die geistige Welt, die ist dann nur möglich beim Eingeweihten, der durch systematische Schulung zu den übersinnlichen Welten hinaufsteigt.
[ 5 ] Das aber, was der Mensch als den luziferischen Einschlag hatte in seinem Ätherleib, was er sich mitbrachte aus uralten Zeiten, wo sein Atherleib noch nicht ganz im physischen Leibe lebte, wo er noch draußen war und mit den äußeren Teilen die Einflüsse Luzifers empfing, das verschwand, das wurde allmählich aufgebraucht. Damit, daß der Atherleib in den physischen Leib hineinschlüpfte, verlor der Mensch die Fähigkeit, mit seinen ätherischen Organen die höheren Welten wahrzunehmen. So kann man von einer gewissen Zeit, in die man zurückblickt, von den menschlichen Vorfahren sagen: Die haben noch in die höheren Welten hineingesehen; was sie gesehen haben, ist in den Schriftwerken aufbewahrt. — Wie auf eine uralte Weisheit kann man hinweisen. Die aber war später nicht mehr unmittelbar ergreifbar, weil in demselben Maße, in dem der Ätherleib in den physischen Leib hineinrückt, der Mensch sich nur seiner physischen Sinne und seines physischen Verstandes bedienen kann, und die schauende Kraft gelähmt wird. Die Möglichkeit des Hineinschauens in die geistige Welt, die ist dann nur möglich beim Eingeweihten, der durch systematische Schulung zu den übersinnlichen Welten hinaufsteigt.
[ 6 ] Nun sagte ich Ihnen: Der umgekehrte Prozeß vollzieht sich jetzt. Die Menschheit tritt in ein Stadium ein, wo der Ätherleib in gewisser Weise wiederum sich aus dem physischen herausbildet; aber Sie dürfen nicht glauben, daß er das nun alles von selbst erhält, was er als ein altes Erbstück sich von früher mitgebracht hatte. Der Atherleib des Menschen würde, wenn nichts geschehen würde, als daß er herausrückt aus dem physischen Leibe, eben herausrücken. Er würde nichts von den Kräften in sich enthalten, die er einmal gehabt hat. Er wird ja in Zukunft herausgeboren aus dem menschlichen physischen Leibe. Gibt ihm der menschliche physische Leib nichts mit, dann ist er leer, dann ist er öde. Das wird die Zukunft der Menschheitsentwickelung sein, daß die Menschen sozusagen aus ihrer physischen Leiblichkeit ihren Ätherleib entlassen und ihn eventuell leer hinaussenden können. Was würde das bedeuten? Der Ätherleib ist der Kraftträger, der Erreger alles dessen, was im physischen Leibe vorgeht. Er muß nicht nur dann, wenn er ganz in dem physischen Leibe steckt, den physischen Leib mit Kräften versehen, er muß ihn jederzeit versehen; er wird ihn auch versehen müssen, wenn er wieder einmal teilweise außerhalb des physischen Leibes ist. Lassen Sie ihn leer, den Atherleib, geben Sie ihm nichts mit, dann kann er nicht auf den physischen Leib zurückwirken, denn dann hat er nicht die Kraft, wodurch er zurückwirken kann. Der ÄAtherleib muß, nachdem er durch den physischen Leib durchgegangen ist, innerhalb des physischen Leibes seine Kräfte gewinnen. Von da aus müssen sie ihm mitgegeben werden, damit er, wenn er draußen ist, auf den physischen Leib zurückwirken kann. Es ist die Aufgabe der gegenwärtigen Menschheit, das aufzunehmen in sich, was nur aufgenommen werden kann innerhalb des Wirkens im physischen Leib. Was da erarbeitet wird innerhalb des physischen Leibes, das geht mit der Entwickelung mit, und wenn der Mensch in künftigen Inkarnationen in solchen Organisationen leben wird, wo der Ätherleib entlassen ist bis zu einem gewissen Grad aus dem physischen Leib, dann wird es im Bewußtsein gewissermaßen alsErinnerung durch den teilweise frei gewordenen Ätherleib leben.
[ 6 ] Nun sagte ich Ihnen: Der umgekehrte Prozeß vollzieht sich jetzt. Die Menschheit tritt in ein Stadium ein, wo der Ätherleib in gewisser Weise wiederum sich aus dem physischen herausbildet; aber Sie dürfen nicht glauben, daß er das nun alles von selbst erhält, was er als ein altes Erbstück sich von früher mitgebracht hatte. Der Atherleib des Menschen würde, wenn nichts geschehen würde, als daß er herausrückt aus dem physischen Leibe, eben herausrücken. Er würde nichts von den Kräften in sich enthalten, die er einmal gehabt hat. Er wird ja in Zukunft herausgeboren aus dem menschlichen physischen Leibe. Gibt ihm der menschliche physische Leib nichts mit, dann ist er leer, dann ist er öde. Das wird die Zukunft der Menschheitsentwickelung sein, daß die Menschen sozusagen aus ihrer physischen Leiblichkeit ihren Ätherleib entlassen und ihn eventuell leer hinaussenden können. Was würde das bedeuten? Der Ätherleib ist der Kraftträger, der Erreger alles dessen, was im physischen Leibe vorgeht. Er muß nicht nur dann, wenn er ganz in dem physischen Leibe steckt, den physischen Leib mit Kräften versehen, er muß ihn jederzeit versehen; er wird ihn auch versehen müssen, wenn er wieder einmal teilweise außerhalb des physischen Leibes ist. Lassen Sie ihn leer, den Atherleib, geben Sie ihm nichts mit, dann kann er nicht auf den physischen Leib zurückwirken, denn dann hat er nicht die Kraft, wodurch er zurückwirken kann. Der ÄAtherleib muß, nachdem er durch den physischen Leib durchgegangen ist, innerhalb des physischen Leibes seine Kräfte gewinnen. Von da aus müssen sie ihm mitgegeben werden, damit er, wenn er draußen ist, auf den physischen Leib zurückwirken kann. Es ist die Aufgabe der gegenwärtigen Menschheit, das aufzunehmen in sich, was nur aufgenommen werden kann innerhalb des Wirkens im physischen Leib. Was da erarbeitet wird innerhalb des physischen Leibes, das geht mit der Entwickelung mit, und wenn der Mensch in künftigen Inkarnationen in solchen Organisationen leben wird, wo der Ätherleib entlassen ist bis zu einem gewissen Grad aus dem physischen Leib, dann wird es im Bewußtsein gewissermaßen alsErinnerung durch den teilweise frei gewordenen Ätherleib leben.
[ 7 ] Nun kann man fragen: Was ist denn das, was den physischen Leib befähigt, etwas als Erbstück mitzugeben dem Ätherleib? Was befähigt den Menschen, Kräfte hineinzusenden in seinen Ätherleib, so daß er einstmals imstande sein wird, einen solchen Atherleib zu tragen, der nun von außen herein wiederum gewisse Kräfte sendet? Wenn der Mensch nur so gelebt hätte, sagen wir, vom Jahre dreitausend vor Christus bis zu dessen Zeit und wiederum drei Jahrtausende nach Christus, daß nichts eingetreten wäre für ihn, als was ohne das Christus-Ereignis dagewesen ist, dann würde der Mensch im physischen Körper nichts erlebthaben, was mitgehen kann alsKraft für den Ätherleib, wenn dieser sich vom physischen loslöst. Das, was der Mensch mitgeben kann, das ist, was er durch das Christus-Erlebnis innerhalb der physischen Welt gewinnen kann. Aller Zusammenhang mit dem Christus-Prinzip, mit den Erlebnissen, die man haben kann an der Christus-Erscheinung, das senkt sich so in die Erlebnisse der Seele innerhalb der physischen Welt, daß diese Seele und damit auch alles Leibliche so vorbereitet wird, daß es in den Atherleib das hineingießen kann, was dieser in der Zukunft braucht. Somußte das Christus-Erlebnis kommen, so mußte es die Menschenseele durchdringen, damit die Menschen für die Zukunft verstehen können ihre Entwickelung. Was heute im physischen Leibe ist, das sendet die Kräfte hinaus in den Atherleib; und dieser wird, wenn er gleichsam gespeist wird von dem, was der physische Leib an der Erscheinung des Christus erlebt, die Kräfte empfangen, um wiederum hellstrablend zu werden und Lebenskraft zu haben, um den physischen Leib zu erhalten in der Zukunft. Was die Menschen also am Christus erlebten durch jene Umkehrung der Prinzipien, das hat seinen guten Sinn für die Zukunft der Menschheitsentwickelung.
[ 7 ] Nun kann man fragen: Was ist denn das, was den physischen Leib befähigt, etwas als Erbstück mitzugeben dem Ätherleib? Was befähigt den Menschen, Kräfte hineinzusenden in seinen Ätherleib, so daß er einstmals imstande sein wird, einen solchen Atherleib zu tragen, der nun von außen herein wiederum gewisse Kräfte sendet? Wenn der Mensch nur so gelebt hätte, sagen wir, vom Jahre dreitausend vor Christus bis zu dessen Zeit und wiederum drei Jahrtausende nach Christus, daß nichts eingetreten wäre für ihn, als was ohne das Christus-Ereignis dagewesen ist, dann würde der Mensch im physischen Körper nichts erlebthaben, was mitgehen kann alsKraft für den Ätherleib, wenn dieser sich vom physischen loslöst. Das, was der Mensch mitgeben kann, das ist, was er durch das Christus-Erlebnis innerhalb der physischen Welt gewinnen kann. Aller Zusammenhang mit dem Christus-Prinzip, mit den Erlebnissen, die man haben kann an der Christus-Erscheinung, das senkt sich so in die Erlebnisse der Seele innerhalb der physischen Welt, daß diese Seele und damit auch alles Leibliche so vorbereitet wird, daß es in den Atherleib das hineingießen kann, was dieser in der Zukunft braucht. Somußte das Christus-Erlebnis kommen, so mußte es die Menschenseele durchdringen, damit die Menschen für die Zukunft verstehen können ihre Entwickelung. Was heute im physischen Leibe ist, das sendet die Kräfte hinaus in den Atherleib; und dieser wird, wenn er gleichsam gespeist wird von dem, was der physische Leib an der Erscheinung des Christus erlebt, die Kräfte empfangen, um wiederum hellstrablend zu werden und Lebenskraft zu haben, um den physischen Leib zu erhalten in der Zukunft. Was die Menschen also am Christus erlebten durch jene Umkehrung der Prinzipien, das hat seinen guten Sinn für die Zukunft der Menschheitsentwickelung.
[ 8 ] Aber dieses Ereignis würde allein nicht genügen. Denn denken Sie doch daran, daß Sie, dadurch daß Sie das Christus-Erlebnis in der eigenen Seele durchmachen, dadurch daß der Christus Ihnen immer vertrauter wird, immer mehr und mehr zusammenwächst mit den eigenen Erlebnissen der Seele, allerdings den Atherleib beeinflussen, Kraftströmungen in Ihren Ätherleib hineingießen. Wenn dieser Ätherleib nun aber hinausrückt und in ein falsches Element hineinkommt, wenn er draußen nicht die Kräfte trifft, die auch wiederum unterhaltend und belebend wirken können auf das, was als Christus-Prinzip in ihn hineingezogen ist, dann wird der Ätherleib, wenn er teilweise frei wird, zwar die Christus-Kraft haben, aber in ein Element dringen, wo er nicht leben kann. Er würde durch die äußeren Kräfte zerstört werden. Er würde, weil er durchchristet ist, in einem ihm ungeeigneten Elemente seiner Zerstörung entgegengehen und zerstörend zurückwirken auf den physischen Leib. Was ist das Zweite, was notwendig ist? Das ist, daß dieser Atherleib sich geeignet macht, wiederum zu empfangen das Licht aus Luzifers Reich. So muß der Mensch, während er früher den Luzifer als ein inneres Erlebnis auftauchen sah durch den Schleier seines Seelenlebens, sich nun so vorbereiten, daß er den Luzifer als kosmische Wesenheit in seiner Umgebung erleben kann. Von einer unterirdischen Gottheit zu einer kosmischen wird Luzifer; und der Mensch muß sich vorbereiten, um seinen Atherleib mit solchen Kräften auszustatten, daß der Luzifer ein befruchtendes, ein förderndes Element sein kann und kein zerstörendes. Es muß der Mensch durch das Christus-Erlebnis durchgehen, aber so, daß er empfänglich wird, in dieser Welt zu sehen die geistigen Grundlagen, die Grundlagen der geistigen Geschehnisse, aus denen die Welt entsprungen ist. Also der Mensch geht durch das Christus-Erlebnis durch, und es ist berechtigt in der ganzen Natur der Entwickelung, daß die geisteswissenschaftliche Schulung die Menschen vorbereitet, wiederum zu verstehen das Licht aus Luzifers Reich, weil der menschliche Atherleib nur dadurch seine entsprechenden Lebenskräfte erhalten kann. Der Mensch ist auch schon von Christus beeinflußt gewesen, ehe dieser erschienen ist auf der Erde. Schon als Zarathustra hinaufgewiesen hat zu Ahura Mazdao, strahlte die Kraft des Christus herunter. Und von der anderen Seite strahlte ein die Kraft des Luzifer. Das kehrt sich um. In der Zukunft wird von außen einstrahlen die Kraft des Luzifer, im Innern wird der Christus leben. Die menschliche Organisation muß wieder von zwei Seiten beeinflußt werden. Der alte Inder empfand auf der einen Seite: Das bist du - und auf der anderen Seite: Ich bin das All; er empfand, daß das, was er nach außen sah, dieselbe Welt war wie die nach innen. Das empfand man in Altindien als eine abstrakte Wahrheit; das wird man als ein konkretes Erlebnis dann auf der Erde seelisch haben, wenn die Zeiten dazu erfüllt sein werden, wenn in neuer Gestalt durch die entsprechenden Vorbereitungen das wiederum auflebt, was, wie vorher verkündend, sich gezeigt hat in Altindien. So ist der Gang der Menschheitsentwickelung in der nachatlantischen Zeit.
[ 8 ] Aber dieses Ereignis würde allein nicht genügen. Denn denken Sie doch daran, daß Sie, dadurch daß Sie das Christus-Erlebnis in der eigenen Seele durchmachen, dadurch daß der Christus Ihnen immer vertrauter wird, immer mehr und mehr zusammenwächst mit den eigenen Erlebnissen der Seele, allerdings den Atherleib beeinflussen, Kraftströmungen in Ihren Ätherleib hineingießen. Wenn dieser Ätherleib nun aber hinausrückt und in ein falsches Element hineinkommt, wenn er draußen nicht die Kräfte trifft, die auch wiederum unterhaltend und belebend wirken können auf das, was als Christus-Prinzip in ihn hineingezogen ist, dann wird der Ätherleib, wenn er teilweise frei wird, zwar die Christus-Kraft haben, aber in ein Element dringen, wo er nicht leben kann. Er würde durch die äußeren Kräfte zerstört werden. Er würde, weil er durchchristet ist, in einem ihm ungeeigneten Elemente seiner Zerstörung entgegengehen und zerstörend zurückwirken auf den physischen Leib. Was ist das Zweite, was notwendig ist? Das ist, daß dieser Atherleib sich geeignet macht, wiederum zu empfangen das Licht aus Luzifers Reich. So muß der Mensch, während er früher den Luzifer als ein inneres Erlebnis auftauchen sah durch den Schleier seines Seelenlebens, sich nun so vorbereiten, daß er den Luzifer als kosmische Wesenheit in seiner Umgebung erleben kann. Von einer unterirdischen Gottheit zu einer kosmischen wird Luzifer; und der Mensch muß sich vorbereiten, um seinen Atherleib mit solchen Kräften auszustatten, daß der Luzifer ein befruchtendes, ein förderndes Element sein kann und kein zerstörendes. Es muß der Mensch durch das Christus-Erlebnis durchgehen, aber so, daß er empfänglich wird, in dieser Welt zu sehen die geistigen Grundlagen, die Grundlagen der geistigen Geschehnisse, aus denen die Welt entsprungen ist. Also der Mensch geht durch das Christus-Erlebnis durch, und es ist berechtigt in der ganzen Natur der Entwickelung, daß die geisteswissenschaftliche Schulung die Menschen vorbereitet, wiederum zu verstehen das Licht aus Luzifers Reich, weil der menschliche Atherleib nur dadurch seine entsprechenden Lebenskräfte erhalten kann. Der Mensch ist auch schon von Christus beeinflußt gewesen, ehe dieser erschienen ist auf der Erde. Schon als Zarathustra hinaufgewiesen hat zu Ahura Mazdao, strahlte die Kraft des Christus herunter. Und von der anderen Seite strahlte ein die Kraft des Luzifer. Das kehrt sich um. In der Zukunft wird von außen einstrahlen die Kraft des Luzifer, im Innern wird der Christus leben. Die menschliche Organisation muß wieder von zwei Seiten beeinflußt werden. Der alte Inder empfand auf der einen Seite: Das bist du - und auf der anderen Seite: Ich bin das All; er empfand, daß das, was er nach außen sah, dieselbe Welt war wie die nach innen. Das empfand man in Altindien als eine abstrakte Wahrheit; das wird man als ein konkretes Erlebnis dann auf der Erde seelisch haben, wenn die Zeiten dazu erfüllt sein werden, wenn in neuer Gestalt durch die entsprechenden Vorbereitungen das wiederum auflebt, was, wie vorher verkündend, sich gezeigt hat in Altindien. So ist der Gang der Menschheitsentwickelung in der nachatlantischen Zeit.
[ 9 ] Nunmehr sieht man daraus, daß die Entwickelung der Menschheit keine geradlinige ist, daß sie ähnlich verläuft wie alles in der Natur. Ich habe Ihnen das Beispiel gegeben an der Pflanze, die heranwächst, aber nicht die Frucht entfalten könnte, wenn die Entwickelung nicht einen neuen Einschlag bekäme. Hier haben Sie ein Bild, das Ihnen zeigt, daß andere Einflüsse von der Seite kommen müssen. Eine geradlinige Entwickelung gibt es nicht. So mußten sozusagen übereinandertreten das luziferische und das Christus-Prinzip. Wer nur die Entwickelung in gerader Linie sucht, der kann die wirkliche Weltenentwickelung niemals begreifen; nur wer die getrennten Strömungen erfaßt und dann sieht, wie sich die Ströme gegenseitig befruchten, nur der kann wirklich das sich Entwickelnde verstehen. In der Zeit, in welcher während der altindischen Kultur die Menschen in einer gewissen Weise noch anders organisiert waren als später, war dies menschliche Anschauen anders. Wie dieses menschliche Anschauen damals war, davon kann eine bestimmte Erfahrung nur derjenige heute haben, der sie sich durch die Methoden der geisteswissenschaftlichen Forschung, die den heutigen Zeiten angemessen sind, erwirbt. Man kann dies heute nur künstlich erwerben, einstmals war das eine natürliche Fähigkeit. Sogar für einen gut vorbereiteten Bekenner der Geisteswissenschaft ist es schwer ver ständlich, wie die Seelenerlebnisse anders waren in der altindischen Zeit als später, und man kann nur versuchen in annähernder Weise in Worte zu kleiden, wie sie anders waren.
[ 9 ] Nunmehr sieht man daraus, daß die Entwickelung der Menschheit keine geradlinige ist, daß sie ähnlich verläuft wie alles in der Natur. Ich habe Ihnen das Beispiel gegeben an der Pflanze, die heranwächst, aber nicht die Frucht entfalten könnte, wenn die Entwickelung nicht einen neuen Einschlag bekäme. Hier haben Sie ein Bild, das Ihnen zeigt, daß andere Einflüsse von der Seite kommen müssen. Eine geradlinige Entwickelung gibt es nicht. So mußten sozusagen übereinandertreten das luziferische und das Christus-Prinzip. Wer nur die Entwickelung in gerader Linie sucht, der kann die wirkliche Weltenentwickelung niemals begreifen; nur wer die getrennten Strömungen erfaßt und dann sieht, wie sich die Ströme gegenseitig befruchten, nur der kann wirklich das sich Entwickelnde verstehen. In der Zeit, in welcher während der altindischen Kultur die Menschen in einer gewissen Weise noch anders organisiert waren als später, war dies menschliche Anschauen anders. Wie dieses menschliche Anschauen damals war, davon kann eine bestimmte Erfahrung nur derjenige heute haben, der sie sich durch die Methoden der geisteswissenschaftlichen Forschung, die den heutigen Zeiten angemessen sind, erwirbt. Man kann dies heute nur künstlich erwerben, einstmals war das eine natürliche Fähigkeit. Sogar für einen gut vorbereiteten Bekenner der Geisteswissenschaft ist es schwer ver ständlich, wie die Seelenerlebnisse anders waren in der altindischen Zeit als später, und man kann nur versuchen in annähernder Weise in Worte zu kleiden, wie sie anders waren.
[ 10 ] Wenn heute der Mensch in die Welt hinausschaut, so nimmt er die Welt wahr durch seine verschiedenartigen Sinne. Wir können heute nicht eingehen auf alles, was im Sinne der modernen Wissenschaft über die Sinnesempfindungen zu sagen ist. Das braucht uns auch heute nicht zu interessieren; wir können bei den gewöhnlichen Vorstellungen stehenbleiben, daß der Mensch durch seine verschiedenen Sinne die äußere Welt wahrnimmt und die verschiedenen Eindrücke zusammenfaßt mit dem Geistesvermögen, das an das physische Gehirn gebunden ist. Sie werden, wenn Sie darüber nachdenken, allerdings sich klar darüber sein können, daß innerhalb der Sinnesempfindungen in bezug auf deren ganze Wesenheit doch ein gewaltiger Unterschied ist. Vergleichen Sie zum Beispiel das Gehör, die Empfindung des Gehörs, mit der Sinnesempfindung des Gesichtes. Nicht wahr, für das Gehör ist es ziemlich einleuchtend, daß in der Außenwelt, wenn wir suchen nach den entsprechenden Tatsachen, für das, wie wir hören, eine Bewegungsform der Materie existiert, regelmäßig bewegte Luft. Das finden wir draußen; wenn wir das Instrument unseres Gehörs dieser regelmäßig bewegten Luft entgegenhalten, so haben wir das erlebt, was wir die Gehörsempfindung nennen. Doch sind zwei ganz verschiedene Dinge das innere Gehörerlebnis und das, was man außen als bewegte Luft hat. Wenn Sie den Gesichtssinn nehmen, so werden Sie einsehen können, daß die Sache so einfach nicht liegt wie beim Gehör. Die moderne Physik hat es sich einfach gemacht. Sie hat analog sich gedacht: Nehmen wir einen feineren Stoff an, der sich ebenso bewegt wie die Luft draußen. — Der große Unterschied ist für den realistischen Denker der, daß man sich sehr leicht überzeugen kann von dem, was draußen schwingt, in bezug auf das Ohr. Man kann leicht darauf kommen, daß draußen sich wirklich etwas bewegt - wo es sich um den Gehörvorgang handelt -—, wenn man auf einer Saite Papierreiterchen setzt und die Saite anstreicht. Was aber im Äther schwingt, von dessen Dasein kann sich kein Mensch überzeugen; das ist Hypothese, das ist nur für die physikalische Theorie vorhanden. Für das realistische Denken ist das nicht vorhanden. Die Sinnesempfindung des Gesichtes ist etwas wesentlich anderes als die des Gehörs. Wenn wir sprechen von der Lichtempfindung, so liegt für uns sozusagen das, was wir wahrnehmen, viel objektiver da als das, was wir wahrnehmen durch den Gehörsinn. Wir nehmen das Licht als Farbe wahr, nehmen es ausgebreitet im Raume wahr, aber wir können nicht in derselben Weise in die äußere Welt hinausgehen und objektive Vorgänge suchen, wie beim Schall. Solche Unterschiede sind es, über die der moderne Mensch so leicht hinweggeht. Mit seinem feineren Bewußtsein von der ganzen Außenwelt konnte der alte Inder über so etwas nicht hinwegsehen. Der nahm alle diese feinen äußeren Unterschiede wahr.
[ 10 ] Wenn heute der Mensch in die Welt hinausschaut, so nimmt er die Welt wahr durch seine verschiedenartigen Sinne. Wir können heute nicht eingehen auf alles, was im Sinne der modernen Wissenschaft über die Sinnesempfindungen zu sagen ist. Das braucht uns auch heute nicht zu interessieren; wir können bei den gewöhnlichen Vorstellungen stehenbleiben, daß der Mensch durch seine verschiedenen Sinne die äußere Welt wahrnimmt und die verschiedenen Eindrücke zusammenfaßt mit dem Geistesvermögen, das an das physische Gehirn gebunden ist. Sie werden, wenn Sie darüber nachdenken, allerdings sich klar darüber sein können, daß innerhalb der Sinnesempfindungen in bezug auf deren ganze Wesenheit doch ein gewaltiger Unterschied ist. Vergleichen Sie zum Beispiel das Gehör, die Empfindung des Gehörs, mit der Sinnesempfindung des Gesichtes. Nicht wahr, für das Gehör ist es ziemlich einleuchtend, daß in der Außenwelt, wenn wir suchen nach den entsprechenden Tatsachen, für das, wie wir hören, eine Bewegungsform der Materie existiert, regelmäßig bewegte Luft. Das finden wir draußen; wenn wir das Instrument unseres Gehörs dieser regelmäßig bewegten Luft entgegenhalten, so haben wir das erlebt, was wir die Gehörsempfindung nennen. Doch sind zwei ganz verschiedene Dinge das innere Gehörerlebnis und das, was man außen als bewegte Luft hat. Wenn Sie den Gesichtssinn nehmen, so werden Sie einsehen können, daß die Sache so einfach nicht liegt wie beim Gehör. Die moderne Physik hat es sich einfach gemacht. Sie hat analog sich gedacht: Nehmen wir einen feineren Stoff an, der sich ebenso bewegt wie die Luft draußen. — Der große Unterschied ist für den realistischen Denker der, daß man sich sehr leicht überzeugen kann von dem, was draußen schwingt, in bezug auf das Ohr. Man kann leicht darauf kommen, daß draußen sich wirklich etwas bewegt - wo es sich um den Gehörvorgang handelt -—, wenn man auf einer Saite Papierreiterchen setzt und die Saite anstreicht. Was aber im Äther schwingt, von dessen Dasein kann sich kein Mensch überzeugen; das ist Hypothese, das ist nur für die physikalische Theorie vorhanden. Für das realistische Denken ist das nicht vorhanden. Die Sinnesempfindung des Gesichtes ist etwas wesentlich anderes als die des Gehörs. Wenn wir sprechen von der Lichtempfindung, so liegt für uns sozusagen das, was wir wahrnehmen, viel objektiver da als das, was wir wahrnehmen durch den Gehörsinn. Wir nehmen das Licht als Farbe wahr, nehmen es ausgebreitet im Raume wahr, aber wir können nicht in derselben Weise in die äußere Welt hinausgehen und objektive Vorgänge suchen, wie beim Schall. Solche Unterschiede sind es, über die der moderne Mensch so leicht hinweggeht. Mit seinem feineren Bewußtsein von der ganzen Außenwelt konnte der alte Inder über so etwas nicht hinwegsehen. Der nahm alle diese feinen äußeren Unterschiede wahr.
[ 11 ] Ich wollte nur hinweisen darauf, daß es zwischen den einzelnen Sinnesgebieten ihrer Wesenheit nach charakteristische Unterschiede gibt. Wenn Sie die deutsche Sprache beobachten, so kann Ihnen da auffallen, daß man bezeichnet mit demselben Worte ein inneres Seelenerlebnis und - ich gebe ja zu, es geschieht das bei ungenauem Sprechen auch einen Eindruck, der in einer gewissen Weise von außen kommt. Das ist das Wort Gefühl. Sie wissen, wenn man von den fünf Sinnen spricht, zählt man auf Gesichts-, Gehör-, Geruch-, Geschmacks- und Gefühlssinn; im trivialen Sinne Gefühlssinn; man meint damit den Tastsinn, spricht aber von Gefühl und zählt das, was dieser Sinn erlebt, zu den äußeren Sinneserlebnissen — nennt es Gefühl. Man bezeichnet aber auch, und zwar in einer viel, viel geistvolleren Weise, als man gewöhnlich denkt, aus dem Sprachgenius heraus ein innerliches Seelenerlebnis als Gefühl. Wenn Sie Freude haben, Schmerz empfinden, bezeichnen Sie das als Gefühl. Dieses Gefühl, von dem jetzt die Rede ist, ist ein intimes Seelenerlebnis; bei dem anderen, das durch den Tastsinn vermittelt wird, ist immer ein äußerer Gegenstand vorhanden, der die Veranlassung ist. Das andere Gefühl knüpft sich vielleicht an den äußeren Gegenstand, aber schon daraus können Sie sehen, daß der nicht die einzige Veranlassung ist, weil es bei dem einen Menschen anders auftreten kann als bei dem anderen. Der Sprachgenius, sagte ich, wirkt hier wirklich genial. Wir haben zwei Erlebnisse; eines als etwas, was an den äußeren Sinn gebunden ist, und eines, was an das Innere gebunden ist. Die zwei stehen sich scheinbar recht entfernt für das heutige Erleben. Das war nun nicht immer so. Und hier kommen wir zu einer anderen Ansicht dessen, was wir vorhin von außen charakterisiert haben. Wir haben das Hineinschlüpfen des Atherleibes charakterisiert und das Herausgehen. Das ist verknüpft damit, daß auch im Inneren des Menschen etwas vor sich geht. Heute sind diese beiden Erlebnisse, das Gefühlserlebnis im Innern und das Gefühlserlebnis, das wir eben auch mit dem Worte Gefühl bezeichnen, und das durch den äußeren Gegenstand mit Hilfe des Tastsinnes veranlaßt ist, zwei Dinge, die voneinander abliegen. Je weiter wir in der Entwickelung der Menschheit zurückgehen, das heißt, je weiter der Ätherleib aus dem physischen Leibe draußen ist, desto näher rücken sich diese beiden Erlebnisse. Heute nur sind sie für den Menschen weit auseinander liegend. In der indischen Zeit noch war dieser Unterschied nicht in derselben Weise berechtigt wie heute. Da standen sich das innere Gefühlserlebnis und das äußere noch unendlich viel näher. Ja, wie das?
[ 11 ] Ich wollte nur hinweisen darauf, daß es zwischen den einzelnen Sinnesgebieten ihrer Wesenheit nach charakteristische Unterschiede gibt. Wenn Sie die deutsche Sprache beobachten, so kann Ihnen da auffallen, daß man bezeichnet mit demselben Worte ein inneres Seelenerlebnis und - ich gebe ja zu, es geschieht das bei ungenauem Sprechen auch einen Eindruck, der in einer gewissen Weise von außen kommt. Das ist das Wort Gefühl. Sie wissen, wenn man von den fünf Sinnen spricht, zählt man auf Gesichts-, Gehör-, Geruch-, Geschmacks- und Gefühlssinn; im trivialen Sinne Gefühlssinn; man meint damit den Tastsinn, spricht aber von Gefühl und zählt das, was dieser Sinn erlebt, zu den äußeren Sinneserlebnissen — nennt es Gefühl. Man bezeichnet aber auch, und zwar in einer viel, viel geistvolleren Weise, als man gewöhnlich denkt, aus dem Sprachgenius heraus ein innerliches Seelenerlebnis als Gefühl. Wenn Sie Freude haben, Schmerz empfinden, bezeichnen Sie das als Gefühl. Dieses Gefühl, von dem jetzt die Rede ist, ist ein intimes Seelenerlebnis; bei dem anderen, das durch den Tastsinn vermittelt wird, ist immer ein äußerer Gegenstand vorhanden, der die Veranlassung ist. Das andere Gefühl knüpft sich vielleicht an den äußeren Gegenstand, aber schon daraus können Sie sehen, daß der nicht die einzige Veranlassung ist, weil es bei dem einen Menschen anders auftreten kann als bei dem anderen. Der Sprachgenius, sagte ich, wirkt hier wirklich genial. Wir haben zwei Erlebnisse; eines als etwas, was an den äußeren Sinn gebunden ist, und eines, was an das Innere gebunden ist. Die zwei stehen sich scheinbar recht entfernt für das heutige Erleben. Das war nun nicht immer so. Und hier kommen wir zu einer anderen Ansicht dessen, was wir vorhin von außen charakterisiert haben. Wir haben das Hineinschlüpfen des Atherleibes charakterisiert und das Herausgehen. Das ist verknüpft damit, daß auch im Inneren des Menschen etwas vor sich geht. Heute sind diese beiden Erlebnisse, das Gefühlserlebnis im Innern und das Gefühlserlebnis, das wir eben auch mit dem Worte Gefühl bezeichnen, und das durch den äußeren Gegenstand mit Hilfe des Tastsinnes veranlaßt ist, zwei Dinge, die voneinander abliegen. Je weiter wir in der Entwickelung der Menschheit zurückgehen, das heißt, je weiter der Ätherleib aus dem physischen Leibe draußen ist, desto näher rücken sich diese beiden Erlebnisse. Heute nur sind sie für den Menschen weit auseinander liegend. In der indischen Zeit noch war dieser Unterschied nicht in derselben Weise berechtigt wie heute. Da standen sich das innere Gefühlserlebnis und das äußere noch unendlich viel näher. Ja, wie das?
[ 12 ] Wenn Sie heute einem Menschen entgegentreten, und er hegt gegen Sie einen schlimmen Gedanken, sagen wir, Sie seien ihm unsympathisch, und er bringt Ihnen demgemäß seine Empfindungen entgegen, ja, Sie werden, wenn Sie zunächst nur ausgerüstet sind mit äußeren Sinnen und dem physischen Gehirne, in der Regel nicht viel merken von seinen Gefühlen, Sympathien und Antipathien. Wenn er Sie schlägt, dann werden Sie es merken, dann merkt es Ihr Gefühlssinn. Das war eben in der altindischen Zeit noch anders. Da war der Mensch noch so organisiert, daß er nicht nur das, was für den heutigen groben Tastsinn wirkt, empfand, sondern auch das, was heute sich schon in das Innere zurückgezogen hat; daß er das noch empfinden konnte, was ihm ein anderer innerlich entgegenbrachte. In seiner Seele entstand ebenso ein Erlebnis, wie Sie es heute durch den Tastsinn haben, durch das, was an Sympathie im anderen lebte. Er fühlte, was physischseelisch vorging. Dafür war aber auch in jenen Zeiten noch nicht in einer solch inneren Weise ausgebildet, was wir unser inneres Gefühlsleben nennen; das war auch noch mehr mit der Außenwelt verbunden. Noch nicht zog sich der Mensch so in sein Inneres zurück wie heute. Er hatte Schmerzen und Freuden, die in vieler Beziehung mehr den Geschehnissen der Außenwelt entsprachen als unsere heutigen; er konnte sich gar nicht so zurückziehen in sein Inneres wie wir heute. Heute ist das innere Seelenerlebnis viel mehr herausgerissen aus der ganzen Umgebung als ehedem. Heute kann der Mensch sogar dahin kommen, daß er außen umgeben ist von Umständen, die gar nicht besser sein könnten; weil aber sein inneres Seelenleben herausgerissen ist aus der Umgebung, fühlt er vielleicht innerlich Schmerz durch die Art, wie er sich zur Welt stellt, ohne daß er recht Veranlassung dazu hat. Unmöglich wäre das gewesen zur Zeit der altindischen Kulturepoche. Da war das, was im Innern vorging, so, daß es ein viel treueres Spiegelbild dessen war, was sich in der äußeren Umgebung abspielte. Der Mensch lebte viel mehr mit seinem Gefühle in der Umgebung. Wodurch kam das? Dadurch, daß der Mensch in jenen alten Zeiten in einem ganz anderen Verhältnisse zum Beispiel zum Lichte stand durch seine Organisation. Das Licht, das uns umflutet, hat nicht nur seine physische Außenseite, sondern alles, was physisch ist, hat auch Seelisches und Geistiges in sich. Nun ging die menschliche Entwickelung dahin, daß das Seelische und Geistige der Außenwelt sich immer mehr und mehr von dem Menschen in diesen Erlebnissen zurückzog, es wurde immer mehr und mehr nur das Physische wahrnehmbar. Der Mensch nahm nun das Licht wahr in seiner Wirkung auf das Auge. Er nahm es wahr in älteren Zeiten, wie wenn es von allen Seiten in seine Organisation wie ein Fluidum sich einsenkte, und in das ihn durchströmende Licht fühlte er die Seele hinein. Heute macht die Seele des Lichtes Halt vor der menschlichen Haut. Durchflutet von dem, was als Seele im Lichte lebt, war noch die indische Organisation; und der Mensch nahm wahr, was als Lichtseele das Licht durchflutete, Das war der Träger dessen, was man wahrnehmen konnte als Sympathien und Antipathien in anderen Wesen, die sich heute mit der Seele des Lichtes von dem Menschen zurückziehen. Das war mit anderen Erlebnissen verbunden. Heute atmen Sie Ihren Atem aus und ein. Sie lernen Ihren Atem höchstens an seinen mechanischen Wirkungen kennen. Wenn er irgend so wirkt, daß er sich abkühlt, da sehen Sie ihn an dem Wässerigwerden. Das ist eine mechanische Art, den Atem zu sehen. So unwahrscheinlich es für den heutigen Menschen klingt, so ist es doch Wahrheit, daß man zum Beispiel bei den meisten Menschen des alten Indiens durch die geisteswissenschaftliche Forschung heute konstatieren kann, daß sie ihren Atem noch ganz anders wahrgenommen haben. Es hatte sich noch nicht aus dem, was um die damaligen Menschen vorging, die Seele des Lichtes zurückgezogen; so nahmen sie wahr die ein- und ausgeatmete Luft in verschieden hellen und dunkeln Farbennuancen. Sie sahen wie in Feuerstrahlen einströmen die Luft und wiederum hinausgehen. So können Sie also sagen: Im Grunde genommen ist auch die Luft sogar durch das, was sich alles geändert hat für die menschliche Anschauung etwas ganz anderes geworden. — Die Luft ist heute etwas, was der Mensch im Grunde genommen wahrnimmt nur mechanisch durch den Widerstand, den sie ihm bietet, weil er die Seele des Lichtes, die die Luft durchdringt, nicht unmittelbar wahrnimmt. Auch aus diesem letzten Rest des instinktiven Schauens ist der Mensch herausgegangen. Der alte Inder würde daher nicht einfach Luft genannt haben, was aus- und eingeatmet wird, sondern Feuerluft, weil er es in verschiedenen Graden des feurigen Erstrahlens wahrgenommen hat. Damit aber haben Sie zugleich die Möglichkeit gegeben, zu begreifen, daß überhaupt die ganze Umgebung des Luftkreises für den alten Inder etwas anderes war als für den heutigen Menschen. Der heutige Mensch sieht die Luft durchsichtig, sieht nicht die umgebende Inhaltlichkeit der Luft. Wenn ein Luftzug durch den Raum geht, so nimmt er ihn nur wahr am Widerstand, den er ihm bietet. Das altindische Bewußtsein sah feurige Massen durch die Luft dahinziehen.
[ 12 ] Wenn Sie heute einem Menschen entgegentreten, und er hegt gegen Sie einen schlimmen Gedanken, sagen wir, Sie seien ihm unsympathisch, und er bringt Ihnen demgemäß seine Empfindungen entgegen, ja, Sie werden, wenn Sie zunächst nur ausgerüstet sind mit äußeren Sinnen und dem physischen Gehirne, in der Regel nicht viel merken von seinen Gefühlen, Sympathien und Antipathien. Wenn er Sie schlägt, dann werden Sie es merken, dann merkt es Ihr Gefühlssinn. Das war eben in der altindischen Zeit noch anders. Da war der Mensch noch so organisiert, daß er nicht nur das, was für den heutigen groben Tastsinn wirkt, empfand, sondern auch das, was heute sich schon in das Innere zurückgezogen hat; daß er das noch empfinden konnte, was ihm ein anderer innerlich entgegenbrachte. In seiner Seele entstand ebenso ein Erlebnis, wie Sie es heute durch den Tastsinn haben, durch das, was an Sympathie im anderen lebte. Er fühlte, was physischseelisch vorging. Dafür war aber auch in jenen Zeiten noch nicht in einer solch inneren Weise ausgebildet, was wir unser inneres Gefühlsleben nennen; das war auch noch mehr mit der Außenwelt verbunden. Noch nicht zog sich der Mensch so in sein Inneres zurück wie heute. Er hatte Schmerzen und Freuden, die in vieler Beziehung mehr den Geschehnissen der Außenwelt entsprachen als unsere heutigen; er konnte sich gar nicht so zurückziehen in sein Inneres wie wir heute. Heute ist das innere Seelenerlebnis viel mehr herausgerissen aus der ganzen Umgebung als ehedem. Heute kann der Mensch sogar dahin kommen, daß er außen umgeben ist von Umständen, die gar nicht besser sein könnten; weil aber sein inneres Seelenleben herausgerissen ist aus der Umgebung, fühlt er vielleicht innerlich Schmerz durch die Art, wie er sich zur Welt stellt, ohne daß er recht Veranlassung dazu hat. Unmöglich wäre das gewesen zur Zeit der altindischen Kulturepoche. Da war das, was im Innern vorging, so, daß es ein viel treueres Spiegelbild dessen war, was sich in der äußeren Umgebung abspielte. Der Mensch lebte viel mehr mit seinem Gefühle in der Umgebung. Wodurch kam das? Dadurch, daß der Mensch in jenen alten Zeiten in einem ganz anderen Verhältnisse zum Beispiel zum Lichte stand durch seine Organisation. Das Licht, das uns umflutet, hat nicht nur seine physische Außenseite, sondern alles, was physisch ist, hat auch Seelisches und Geistiges in sich. Nun ging die menschliche Entwickelung dahin, daß das Seelische und Geistige der Außenwelt sich immer mehr und mehr von dem Menschen in diesen Erlebnissen zurückzog, es wurde immer mehr und mehr nur das Physische wahrnehmbar. Der Mensch nahm nun das Licht wahr in seiner Wirkung auf das Auge. Er nahm es wahr in älteren Zeiten, wie wenn es von allen Seiten in seine Organisation wie ein Fluidum sich einsenkte, und in das ihn durchströmende Licht fühlte er die Seele hinein. Heute macht die Seele des Lichtes Halt vor der menschlichen Haut. Durchflutet von dem, was als Seele im Lichte lebt, war noch die indische Organisation; und der Mensch nahm wahr, was als Lichtseele das Licht durchflutete, Das war der Träger dessen, was man wahrnehmen konnte als Sympathien und Antipathien in anderen Wesen, die sich heute mit der Seele des Lichtes von dem Menschen zurückziehen. Das war mit anderen Erlebnissen verbunden. Heute atmen Sie Ihren Atem aus und ein. Sie lernen Ihren Atem höchstens an seinen mechanischen Wirkungen kennen. Wenn er irgend so wirkt, daß er sich abkühlt, da sehen Sie ihn an dem Wässerigwerden. Das ist eine mechanische Art, den Atem zu sehen. So unwahrscheinlich es für den heutigen Menschen klingt, so ist es doch Wahrheit, daß man zum Beispiel bei den meisten Menschen des alten Indiens durch die geisteswissenschaftliche Forschung heute konstatieren kann, daß sie ihren Atem noch ganz anders wahrgenommen haben. Es hatte sich noch nicht aus dem, was um die damaligen Menschen vorging, die Seele des Lichtes zurückgezogen; so nahmen sie wahr die ein- und ausgeatmete Luft in verschieden hellen und dunkeln Farbennuancen. Sie sahen wie in Feuerstrahlen einströmen die Luft und wiederum hinausgehen. So können Sie also sagen: Im Grunde genommen ist auch die Luft sogar durch das, was sich alles geändert hat für die menschliche Anschauung etwas ganz anderes geworden. — Die Luft ist heute etwas, was der Mensch im Grunde genommen wahrnimmt nur mechanisch durch den Widerstand, den sie ihm bietet, weil er die Seele des Lichtes, die die Luft durchdringt, nicht unmittelbar wahrnimmt. Auch aus diesem letzten Rest des instinktiven Schauens ist der Mensch herausgegangen. Der alte Inder würde daher nicht einfach Luft genannt haben, was aus- und eingeatmet wird, sondern Feuerluft, weil er es in verschiedenen Graden des feurigen Erstrahlens wahrgenommen hat. Damit aber haben Sie zugleich die Möglichkeit gegeben, zu begreifen, daß überhaupt die ganze Umgebung des Luftkreises für den alten Inder etwas anderes war als für den heutigen Menschen. Der heutige Mensch sieht die Luft durchsichtig, sieht nicht die umgebende Inhaltlichkeit der Luft. Wenn ein Luftzug durch den Raum geht, so nimmt er ihn nur wahr am Widerstand, den er ihm bietet. Das altindische Bewußtsein sah feurige Massen durch die Luft dahinziehen.
[ 13 ] Da haben Sie wiederum ein Beispiel, wie selbst in den äußeren Erlebnissen sich die Umwandlung der menschlichen Organisation im Entwicklungslaufe zeigt. Das sind die intimen Vorgänge der Menschheitsentwickelung, und wir können niemals das begreifen, was in den Veden steht, wenn wir nicht wissen, wie die Worte gebraucht werden. Wenn wir die Worte da lesen und wissen nicht, daß die Worte das bezeichnet haben, was man damals gesehen hat, so verlieren die Worte allen Sinn, und wir interpretieren ganz falsch. Man muß immer die Realitäten in Betracht ziehen, wenn man an alte Urkunden herangeht.
[ 13 ] Da haben Sie wiederum ein Beispiel, wie selbst in den äußeren Erlebnissen sich die Umwandlung der menschlichen Organisation im Entwicklungslaufe zeigt. Das sind die intimen Vorgänge der Menschheitsentwickelung, und wir können niemals das begreifen, was in den Veden steht, wenn wir nicht wissen, wie die Worte gebraucht werden. Wenn wir die Worte da lesen und wissen nicht, daß die Worte das bezeichnet haben, was man damals gesehen hat, so verlieren die Worte allen Sinn, und wir interpretieren ganz falsch. Man muß immer die Realitäten in Betracht ziehen, wenn man an alte Urkunden herangeht.
[ 14 ] Es ändert sich eben das, was in der Menschenseele lebt, im Laufe der Zeiten. Und jetzt werden Sie eine Tatsache verstehen, die, wenn man diese Voraussetzungen nicht hat, welche ganz unabhängig sind von den durch die physische Forschung festzustellenden Belegen, Sie auf der bloßen Grundlage dieser Belege nicht verstehen können. Sehen Sie sich um in den morgenländischen Schriften, wie da die Elemente aufgezählt werden. Es wird aufgezählt: Erde, Wasser, Feuer, Luft, Ather. Erst von der griechischen Zeit an finden wir die andere Aufzählung, die uns heute selbstverständlich ist und die wir zugrunde legen müssen allem Begreifen, nämlich: Erde, Wasser, Luft, Feuer und die anderen Ätherarten. Warum ist das so? Das altindische Bewußtsein sah geradeso wie der heutige Mensch draußen die Dinge, die sich manifestieren durch das Feste, was man das Erdige nennt, sah durch das Flüssige, was man geistig gesprochen das Wasser nennt. Was wir aber heute Luft nennen, das war ihm schon Feuer, denn da sah man schon das Feuer in der Luft, und bezeichnete das, was man sah, als Feuer. Wir sehen dies Feuer nicht mehr, wir fühlen es als Wärme. Und erst, wenn sie etwas höher hinaufrückten in der Elementenreihe, rückten die Inder in ein Element ein, wo sich für die Menschheit, weil sich alles gewandelt hat seit dem vierten Zeitraum der nachatlantischen Zeit, das herausstellte, was wir heute die vom Lichte durchdrungene, aber nicht das Licht zeigende Luft nennen. In Feuer und Luft hat sich die ganze Anschauung der Menschen umgedreht. Das, was wir für Christus und Luzifer gesagt haben, daß sie übereinandergeschritten sind, daß Christus von einer kosmischen zu einer innermenschlichen Wesenheit, Luzifer von einer innermenschlichen zu einer kosmischen Wesenheit geworden ist, das hat sich vollzogen für alle Gebiete des Lebens, so daß das, was noch in der ersten nachatlantischen Zeit das war, was wir Feuer nennen, von uns heute als Luft wahrgenommen wird, und daß das, was von uns als Feuer wahrgenommen wird, damals als Luft wahrgenommen wurde. Nicht nur im großen, sondern auch im kleinen drückt sich aus, was der Menschheitsentwickelung zugrunde liegt. Man darf diese Dinge nicht auf Zufälligkeiten zurückführen. Sie sehen, wie tief man hineinschauen kann in das, was geschieht im Laufe der Menschheitsentwickelung, wenn man die Dinge betrachtet vom einzig realen Gesichtspunkte, vom geisteswissenschaftlichen aus. Ein solches Bewußtsein, wie es der alte Inder hatte, das ist also ein Bewußtsein, welches etwas, was im Innern der Seele liegt und was außerhalb der Seele liegt, noch mehr wie eine Einheit empfand; daher lebte der Inder noch mehr in seiner ganzen Umgebung. Letzte Nachklänge davon, von seinem noch vorhanden gewesenen, gewissermaßen instinktiv schauenden Zustande, sind vorhanden im rudimentären heutigen Hellsehen derjenigen Menschen, die das haben, was wir namentlich als zweites Gesicht bezeichnen. Wenn Sie irgendwo auf der Straße gehen, und es taucht Ihnen der Gedanke an einen Menschen auf, den Sie physisch in diesem Augenblick nicht sehen können, und Sie gehen weiter und nach einiger Zeit tritt er Ihnen entgegen; warum haben Sie im Bewußtsein den Gedanken an ihn, bevor Sie ihn gesehen haben? Weil eben die Wirkung von ihm in Ihr Unterbewußtsein eingetreten ist, dann ins Bewußtsein gestiegen als fertiger Gedanke. Heute hat der Mensch nur noch so etwas Rudimentäres von einem früheren Bedeutsameren. Früher war eine intimere Verbindung des inneren und des äußeren Gefühls vorhanden. Das sind nur weitere Ausführungen dessen, was oftmals vor Sie hingestellt worden ist so, daß gesagt werden konnte: Die Menschheit hat sich vom alten, dumpfen Hellsehen zum heutigen Sinnesbewußtsein entwickelt und wird hineinwachsen in einen vollbewußten schauenden Zustand. Dieser wird erreicht werden so, daß der Mensch bewußt ihn erleben wird, so daß er weiß, sein Ätherleib geht heraus, und er kann sich der Organe des Atherleibes so bedienen wie der physischen.
[ 14 ] Es ändert sich eben das, was in der Menschenseele lebt, im Laufe der Zeiten. Und jetzt werden Sie eine Tatsache verstehen, die, wenn man diese Voraussetzungen nicht hat, welche ganz unabhängig sind von den durch die physische Forschung festzustellenden Belegen, Sie auf der bloßen Grundlage dieser Belege nicht verstehen können. Sehen Sie sich um in den morgenländischen Schriften, wie da die Elemente aufgezählt werden. Es wird aufgezählt: Erde, Wasser, Feuer, Luft, Ather. Erst von der griechischen Zeit an finden wir die andere Aufzählung, die uns heute selbstverständlich ist und die wir zugrunde legen müssen allem Begreifen, nämlich: Erde, Wasser, Luft, Feuer und die anderen Ätherarten. Warum ist das so? Das altindische Bewußtsein sah geradeso wie der heutige Mensch draußen die Dinge, die sich manifestieren durch das Feste, was man das Erdige nennt, sah durch das Flüssige, was man geistig gesprochen das Wasser nennt. Was wir aber heute Luft nennen, das war ihm schon Feuer, denn da sah man schon das Feuer in der Luft, und bezeichnete das, was man sah, als Feuer. Wir sehen dies Feuer nicht mehr, wir fühlen es als Wärme. Und erst, wenn sie etwas höher hinaufrückten in der Elementenreihe, rückten die Inder in ein Element ein, wo sich für die Menschheit, weil sich alles gewandelt hat seit dem vierten Zeitraum der nachatlantischen Zeit, das herausstellte, was wir heute die vom Lichte durchdrungene, aber nicht das Licht zeigende Luft nennen. In Feuer und Luft hat sich die ganze Anschauung der Menschen umgedreht. Das, was wir für Christus und Luzifer gesagt haben, daß sie übereinandergeschritten sind, daß Christus von einer kosmischen zu einer innermenschlichen Wesenheit, Luzifer von einer innermenschlichen zu einer kosmischen Wesenheit geworden ist, das hat sich vollzogen für alle Gebiete des Lebens, so daß das, was noch in der ersten nachatlantischen Zeit das war, was wir Feuer nennen, von uns heute als Luft wahrgenommen wird, und daß das, was von uns als Feuer wahrgenommen wird, damals als Luft wahrgenommen wurde. Nicht nur im großen, sondern auch im kleinen drückt sich aus, was der Menschheitsentwickelung zugrunde liegt. Man darf diese Dinge nicht auf Zufälligkeiten zurückführen. Sie sehen, wie tief man hineinschauen kann in das, was geschieht im Laufe der Menschheitsentwickelung, wenn man die Dinge betrachtet vom einzig realen Gesichtspunkte, vom geisteswissenschaftlichen aus. Ein solches Bewußtsein, wie es der alte Inder hatte, das ist also ein Bewußtsein, welches etwas, was im Innern der Seele liegt und was außerhalb der Seele liegt, noch mehr wie eine Einheit empfand; daher lebte der Inder noch mehr in seiner ganzen Umgebung. Letzte Nachklänge davon, von seinem noch vorhanden gewesenen, gewissermaßen instinktiv schauenden Zustande, sind vorhanden im rudimentären heutigen Hellsehen derjenigen Menschen, die das haben, was wir namentlich als zweites Gesicht bezeichnen. Wenn Sie irgendwo auf der Straße gehen, und es taucht Ihnen der Gedanke an einen Menschen auf, den Sie physisch in diesem Augenblick nicht sehen können, und Sie gehen weiter und nach einiger Zeit tritt er Ihnen entgegen; warum haben Sie im Bewußtsein den Gedanken an ihn, bevor Sie ihn gesehen haben? Weil eben die Wirkung von ihm in Ihr Unterbewußtsein eingetreten ist, dann ins Bewußtsein gestiegen als fertiger Gedanke. Heute hat der Mensch nur noch so etwas Rudimentäres von einem früheren Bedeutsameren. Früher war eine intimere Verbindung des inneren und des äußeren Gefühls vorhanden. Das sind nur weitere Ausführungen dessen, was oftmals vor Sie hingestellt worden ist so, daß gesagt werden konnte: Die Menschheit hat sich vom alten, dumpfen Hellsehen zum heutigen Sinnesbewußtsein entwickelt und wird hineinwachsen in einen vollbewußten schauenden Zustand. Dieser wird erreicht werden so, daß der Mensch bewußt ihn erleben wird, so daß er weiß, sein Ätherleib geht heraus, und er kann sich der Organe des Atherleibes so bedienen wie der physischen.
[ 15 ] Die Menschen haben aber in den früheren, noch spirituelleren Zeiten, in denen sie weiser waren als die heutige abstrakt materialistische Wissenschaft ist, immer ein Bewußtsein davon gehabt, daß ein altes Schauen, ein Durchschauen der Welt vorhanden war, daß die Menschen herausgetreten sind aus diesem alten Schauen und in die gegenwärtigen Zustände hineingetreten sind. Die Menschen haben früher nicht in abstrakten Formeln und Theorien das ausgedrückt, was sie gewußt haben, sondern durch mächtige farbenreiche Bilder; und die Mythen sind ja nicht ausgedachte Dinge, ausgeklügelte, phantastische Bilder, wie eine phantastische Gelehrsamkeit vom grünen Tisch heute meint, sondern Ausdrücke tiefer, ursprünglicher, durch geistige Anschauung erworbener Weisheit. Es war das Bewußtsein vorhanden in alten Zeiten und hat sich in Mythen zum Ausdruck gebracht, daß die Menschen einstmals die Welt umfänglicher durchfühlt haben. Das Hellfühlen der alten Inder war ein letzter Rest eines ursprünglichen, dämmerhaften Hellsehens. Das hat man ehemals gewußt; man hat aber auch gewußt, daß dieses Hellsehen — nennen wir .es summarisch so — immer mehr und mehr zurückgeht, immer mehr und mehr dem äußeren Leben, das auf die Sinneswelt beschränkt ist, Platz machen muß. Gerade diese Tatsache brachte man in den maßgebenden Mythen zum Ausdruck. Man wußte zum Beispiel folgendes: Es gibt Mysterienstätten — wir haben gestern davon gesprochen -, in denen der Weg zu den unterirdischen Geistern führte, und es gab andere Mysterien, in denen der Weg hinaufführte zu den kosmischen Geistern. Das alles war scharf voneinander unterschieden worden. Davon wußte nichts derjenige, der nicht eingeweiht war, wie heute der nichts ahnt, daß es eine Mysterienweisheit gibt, der nicht die rechten Wege dazu sucht. Aber es war sozusagen mehr oder weniger Kunde davon in die äußere Welt hinausgedrungen. Auch von den Mysterien ist zu sagen, daß ihre Glanzzeit um so bedeutungsvoller uns entgegentritt, je weiter wir in die alte Zeit zurückgehen. Die griechischen Mysterien sind schon nicht mehr die glanzvollsten. Auch das Mysterienwesen war einem Verfall unterworfen. Dennoch aber wußten die Leute, daß das, was von den Orten kommt, wo schauendes Bewußtsein noch wirkt, zusammenhängt mit der geistigen Substanz, die die Welt durchflutet und durchlebt; und sie wußten, daß man da, wo schauendes Bewußtsein waltet, noch etwas erfahren kann über Weltzusammenhänge, von denen man sonst nichts wissen kann. Und wenn auch schon in der Verfallsperiode, so waren doch die Orakelstätten solche Orte, in denen schauendes Bewußtsein gepflegt, und für die Menschen das verkündet wurde, was man durch gewöhnliche Sinnesanschauung und durch die menschliche Anschauung, die an die Sinne gebunden ist, nicht erfahren kann. Aber man wußte da auch, daß der Mensch sich entwickelt, daß das, was man durch das alte Schauen hat erlangen können, nur etwas taugt und anwendbar ist für alte Urzeiten, nicht aber für die neuen Zeiten.
[ 15 ] Die Menschen haben aber in den früheren, noch spirituelleren Zeiten, in denen sie weiser waren als die heutige abstrakt materialistische Wissenschaft ist, immer ein Bewußtsein davon gehabt, daß ein altes Schauen, ein Durchschauen der Welt vorhanden war, daß die Menschen herausgetreten sind aus diesem alten Schauen und in die gegenwärtigen Zustände hineingetreten sind. Die Menschen haben früher nicht in abstrakten Formeln und Theorien das ausgedrückt, was sie gewußt haben, sondern durch mächtige farbenreiche Bilder; und die Mythen sind ja nicht ausgedachte Dinge, ausgeklügelte, phantastische Bilder, wie eine phantastische Gelehrsamkeit vom grünen Tisch heute meint, sondern Ausdrücke tiefer, ursprünglicher, durch geistige Anschauung erworbener Weisheit. Es war das Bewußtsein vorhanden in alten Zeiten und hat sich in Mythen zum Ausdruck gebracht, daß die Menschen einstmals die Welt umfänglicher durchfühlt haben. Das Hellfühlen der alten Inder war ein letzter Rest eines ursprünglichen, dämmerhaften Hellsehens. Das hat man ehemals gewußt; man hat aber auch gewußt, daß dieses Hellsehen — nennen wir .es summarisch so — immer mehr und mehr zurückgeht, immer mehr und mehr dem äußeren Leben, das auf die Sinneswelt beschränkt ist, Platz machen muß. Gerade diese Tatsache brachte man in den maßgebenden Mythen zum Ausdruck. Man wußte zum Beispiel folgendes: Es gibt Mysterienstätten — wir haben gestern davon gesprochen -, in denen der Weg zu den unterirdischen Geistern führte, und es gab andere Mysterien, in denen der Weg hinaufführte zu den kosmischen Geistern. Das alles war scharf voneinander unterschieden worden. Davon wußte nichts derjenige, der nicht eingeweiht war, wie heute der nichts ahnt, daß es eine Mysterienweisheit gibt, der nicht die rechten Wege dazu sucht. Aber es war sozusagen mehr oder weniger Kunde davon in die äußere Welt hinausgedrungen. Auch von den Mysterien ist zu sagen, daß ihre Glanzzeit um so bedeutungsvoller uns entgegentritt, je weiter wir in die alte Zeit zurückgehen. Die griechischen Mysterien sind schon nicht mehr die glanzvollsten. Auch das Mysterienwesen war einem Verfall unterworfen. Dennoch aber wußten die Leute, daß das, was von den Orten kommt, wo schauendes Bewußtsein noch wirkt, zusammenhängt mit der geistigen Substanz, die die Welt durchflutet und durchlebt; und sie wußten, daß man da, wo schauendes Bewußtsein waltet, noch etwas erfahren kann über Weltzusammenhänge, von denen man sonst nichts wissen kann. Und wenn auch schon in der Verfallsperiode, so waren doch die Orakelstätten solche Orte, in denen schauendes Bewußtsein gepflegt, und für die Menschen das verkündet wurde, was man durch gewöhnliche Sinnesanschauung und durch die menschliche Anschauung, die an die Sinne gebunden ist, nicht erfahren kann. Aber man wußte da auch, daß der Mensch sich entwickelt, daß das, was man durch das alte Schauen hat erlangen können, nur etwas taugt und anwendbar ist für alte Urzeiten, nicht aber für die neuen Zeiten.
[ 16 ] So hat man bei den Griechen ein tiefes Bewußtsein davon, daß das, was von den Orakeln kommt, zwar die Neugierde der Menschen anregt, daß die Menschen gerne etwas wissen möchten über geheimnisvolle Zusammenhänge der Welt, daß man aber auch schon herausgewachsen war aus der richtigen Handhabung solcher hellseherischer Ergebnisse; daß man jetzt in einer anderen Weise darinnensteht in der Welt wie früher und daher nicht das Richtige anfangen kann, wenn man sich an die Ergebnisse des alten Hellsehens hält. Für die alten Menschen hat es gepaßt, für die neueren paßt es nicht mehr. Das wollte man sagen, und man sagte es in grandiosen Bildern. Ein Bild ist zum Beispiel das, welches uns gegeben wird in der Odipus-Sage. Es wird durch ein Orakel, das heißt von einer Stätte her, wo man geheimnisvolle Zusammenhänge hellseherisch erschaut, die sich dem menschlichen Blicke schon entziehen, dem Vater gesagt, daß, wenn er einen Sohn bekommt, dieser Sohn Unheil bringen werde; er werde den Vater morden und die Mutter heiraten. Er bekommt diesen Sohn. Er versucht sogar das zu tun, was dazu führen könnte, daß das, was hellseherisch erschaut ist, sich nicht vollziehen solle. Der Sohn wird ausgesetzt, in eine ganz andere Gegend gebracht. Der Sohn erfährt das Orakel, das heißt, in seine Seele zieht etwas ein, was nur durch hellseherisches Schauen erkundet werden kann. Das griechische Bewußtsein wollte sagen: Zwar ragt so etwas aus alten Zeiten herein, aber die menschliche Organisation ist schon so weit gekommen, daß sie nicht mehr taugt für diese Art des Hellsehens, daß diese ihr nichts mehr nutzt. Odipus legt das Orakel wegen des gewandelten Bewußtseins so aus, daß es sich erst recht erfüllt, das heißt der Mensch kann nicht mehr das, was das hellseherische Bewußtsein ist, in der richtigen Weise handhaben; es hat sich eben die geistige, spirituelle Welt von ihm zurückgezogen; es nutzt ihm das alte Hellsehen nichts mehr. Aber auch davon ist immer ein Bewußtsein vorhanden gewesen, daß diese Dinge sich wieder umkehren werden, daß wieder das, was aus solchen Welten kommt, etwas werden wird für die Menschheit, daß nur für eine Weile sozusagen eine Schicht des Erlebens hinüber sich breiten soll über das, was aus solchen Welten kommt. Auch davon war ein Bewußtsein vorhanden, auch das haben die mythebildenden Kräfte der Menschheitsentwickelung zum Ausdruck gebracht. Die Christus-Tatsache war in der Menschheitsentwickelung das Maßgebende dafür, daß die beiden Kräfte, das Luzifer-Prinzip und das Christus-Prinzip, übereinandergetreten sind. Da war also der entscheidende Wendepunkt, wo von einer anderen Seite, dem Kosmos her, das, was aus den geistigen Quellen kommt, wie ein Ferment sich hineinergießen sollte in die Menschhettsentwickelung. Verlorengegangen war es, aber es soll wiederum wie ein Ferment hineingegossen werden. Was der Menschheit schädlich geworden war, was ihr selbst zu einem Bösen ausgeschlagen hat, soll wie ein Ferment hineingegossen und umgewandelt werden in das Gute. Das Böse soll hineinfallen in die fruchtbringende geistige Kraft der Menschheitsentwickelung und mitwirken am Guten. Auch das ist in der Mythologie zum Ausdruck gekommen.
[ 16 ] So hat man bei den Griechen ein tiefes Bewußtsein davon, daß das, was von den Orakeln kommt, zwar die Neugierde der Menschen anregt, daß die Menschen gerne etwas wissen möchten über geheimnisvolle Zusammenhänge der Welt, daß man aber auch schon herausgewachsen war aus der richtigen Handhabung solcher hellseherischer Ergebnisse; daß man jetzt in einer anderen Weise darinnensteht in der Welt wie früher und daher nicht das Richtige anfangen kann, wenn man sich an die Ergebnisse des alten Hellsehens hält. Für die alten Menschen hat es gepaßt, für die neueren paßt es nicht mehr. Das wollte man sagen, und man sagte es in grandiosen Bildern. Ein Bild ist zum Beispiel das, welches uns gegeben wird in der Odipus-Sage. Es wird durch ein Orakel, das heißt von einer Stätte her, wo man geheimnisvolle Zusammenhänge hellseherisch erschaut, die sich dem menschlichen Blicke schon entziehen, dem Vater gesagt, daß, wenn er einen Sohn bekommt, dieser Sohn Unheil bringen werde; er werde den Vater morden und die Mutter heiraten. Er bekommt diesen Sohn. Er versucht sogar das zu tun, was dazu führen könnte, daß das, was hellseherisch erschaut ist, sich nicht vollziehen solle. Der Sohn wird ausgesetzt, in eine ganz andere Gegend gebracht. Der Sohn erfährt das Orakel, das heißt, in seine Seele zieht etwas ein, was nur durch hellseherisches Schauen erkundet werden kann. Das griechische Bewußtsein wollte sagen: Zwar ragt so etwas aus alten Zeiten herein, aber die menschliche Organisation ist schon so weit gekommen, daß sie nicht mehr taugt für diese Art des Hellsehens, daß diese ihr nichts mehr nutzt. Odipus legt das Orakel wegen des gewandelten Bewußtseins so aus, daß es sich erst recht erfüllt, das heißt der Mensch kann nicht mehr das, was das hellseherische Bewußtsein ist, in der richtigen Weise handhaben; es hat sich eben die geistige, spirituelle Welt von ihm zurückgezogen; es nutzt ihm das alte Hellsehen nichts mehr. Aber auch davon ist immer ein Bewußtsein vorhanden gewesen, daß diese Dinge sich wieder umkehren werden, daß wieder das, was aus solchen Welten kommt, etwas werden wird für die Menschheit, daß nur für eine Weile sozusagen eine Schicht des Erlebens hinüber sich breiten soll über das, was aus solchen Welten kommt. Auch davon war ein Bewußtsein vorhanden, auch das haben die mythebildenden Kräfte der Menschheitsentwickelung zum Ausdruck gebracht. Die Christus-Tatsache war in der Menschheitsentwickelung das Maßgebende dafür, daß die beiden Kräfte, das Luzifer-Prinzip und das Christus-Prinzip, übereinandergetreten sind. Da war also der entscheidende Wendepunkt, wo von einer anderen Seite, dem Kosmos her, das, was aus den geistigen Quellen kommt, wie ein Ferment sich hineinergießen sollte in die Menschhettsentwickelung. Verlorengegangen war es, aber es soll wiederum wie ein Ferment hineingegossen werden. Was der Menschheit schädlich geworden war, was ihr selbst zu einem Bösen ausgeschlagen hat, soll wie ein Ferment hineingegossen und umgewandelt werden in das Gute. Das Böse soll hineinfallen in die fruchtbringende geistige Kraft der Menschheitsentwickelung und mitwirken am Guten. Auch das ist in der Mythologie zum Ausdruck gekommen.
[ 17 ] Es gibt eine andere Sage, die etwa folgendermaßen lautet: Es wurde einem Elternpaar von einem Orakel geweissagt, daß es einen Sohn bekommen werde, daß der Sohn werde Unheil bringen über sein ganzes Volk. Dieser Sohn wird seinen Vater ermorden und seine Mutter heiraten. Die Mutter bekam diesen Sohn. Da dieser Spruch vorlag, setzte man auch diesen Sohn aus, man setzte ihn auf die Insel Kariot, und es fand ihn die Königin der Insel Kariot. Und weil dieses Elternpaar keinen Sohn hatte, nahmen sie ihn auf. Später aber bekamen sie einen Sohn. Da glaubte sich der Findling schlecht behandelt und tötete den wirklichen Sohn. Da mußte er fliehen von der Insel Kariot. Er floh und kam an den Hof des Pilatus in Palästina, wo er ein Amt bekam als Aufseher im Hauswesen des Pilatus. Er bekam Streit mit seinem Nachbar, von dem er nichts weiter wußte, als daß es eben sein Nachbar war. Im Streite erschlug er ihn und heiratete später dessen Gattin. Dann erst erfuhr er, daß das sein wirklicher Vater war, den er erschlagen hatte, und daß er also seine Mutter geheiratet hatte. Die Sage sagt uns, daß es dem, der jetzt alles das hat über sich hereinbrechen sehen, nicht ähnlich erging wie dem Odipus, sondern daß ihn Reue überkam, und daß er hinging zu dem Christus, und der Christus nahm ihn auf; denn das war der Judas aus Kariot. Und das, was hier in dem Judas lebte, dieses Böse, das verleibt sich ein wie ein Ferment der ganzen Menschheitsentwickelung. Denn die Tat von Palästina hat etwas zu tun mit dem Verrate des Judas; er gehört zum Ganzen, er gehört zu den Zwölfen, die sind gar nicht ohne ihn zu denken. Hier zeigte sich, daß der Orakelspruc sich zwar erfüllte, und daß sein Inhalt sich einverleibt der Menschheitsentwickelung wie das Böse, das umgewandelt wird und weiter lebt im guten Sinne. In bedeutungsvoller Weise weist die Sage, die wahrhaftig weiser ist als die äußere Wissenschaft, darauf hin, daß es eine solche Umwandlung in der Menschennatur im Laufe der Zeit gibt, daß man selbst über das gleiche Ding in verschiedenen Zeiten in der verschiedensten Weise denken muß. Wie sich ein Orakelspruch erfüllt, darf man nicht in derselben Weise erzählen, wenn man von der Odipus-Zeit spricht und von der Christus-Zeit. Dieselbe Tatsache wird einmal zur Ödipus-Sage, das andere Mal in der christlichen Zeit zur Judas-Sage. Erst dann, wenn man die geistigen, der Welt- und Menschheitsentwickelung zugrunde liegenden Tatsachen kennt, versteht man das, was sich als eine Folge davon dem äußeren Auge, der äußeren geschichtlichen Anschauung zeigt. Was in der Sinneswelt da ist, äußere Sinneseindrücke oder Hervorbringungen der menschlichen Seele, alles das verstehen wir, wenn wir die geistigen Grundlagen, die darunter liegen, verstehen. Das, was der Erforscher der geistigen Welten findet, das übergibt er gerne als Anregung denen, die es von ihm entgegennehmen, und die untersuchen die äußeren bestätigenden Tatsachen. Ich habe auf diesen Zusammenhang geistiger und materieller Forschung oft hingewiesen. Wenn das, was in der geistigen Welt gefunden wird, wahr ist, dann bestätigt es sich in der physischen Welt. Das aber wird Ihnen jeder wahre Erforscher des Geisteslebens sagen: er gibt hin das, was er weiß aus der höheren Welt, und er fordert dann auf, alle äußeren Tatsachen zu prüfen an der Hand dieser Angaben. Man versuche, was von mir über die Wiederverkörperung des Zarathustra zum Beispiel gesagt worden ist, mit der äußeren Geschichte zu vergleichen. Man wird sehen, daß das über diese Tatsachen Gesagte jede Probe aushält, wenn man nur genau genug nach Vorgängen in der äußeren Geschichte sucht. Das Äußere wird nur verständlich dadurch, daß man das Innere, das Geistige kennt.
[ 17 ] Es gibt eine andere Sage, die etwa folgendermaßen lautet: Es wurde einem Elternpaar von einem Orakel geweissagt, daß es einen Sohn bekommen werde, daß der Sohn werde Unheil bringen über sein ganzes Volk. Dieser Sohn wird seinen Vater ermorden und seine Mutter heiraten. Die Mutter bekam diesen Sohn. Da dieser Spruch vorlag, setzte man auch diesen Sohn aus, man setzte ihn auf die Insel Kariot, und es fand ihn die Königin der Insel Kariot. Und weil dieses Elternpaar keinen Sohn hatte, nahmen sie ihn auf. Später aber bekamen sie einen Sohn. Da glaubte sich der Findling schlecht behandelt und tötete den wirklichen Sohn. Da mußte er fliehen von der Insel Kariot. Er floh und kam an den Hof des Pilatus in Palästina, wo er ein Amt bekam als Aufseher im Hauswesen des Pilatus. Er bekam Streit mit seinem Nachbar, von dem er nichts weiter wußte, als daß es eben sein Nachbar war. Im Streite erschlug er ihn und heiratete später dessen Gattin. Dann erst erfuhr er, daß das sein wirklicher Vater war, den er erschlagen hatte, und daß er also seine Mutter geheiratet hatte. Die Sage sagt uns, daß es dem, der jetzt alles das hat über sich hereinbrechen sehen, nicht ähnlich erging wie dem Odipus, sondern daß ihn Reue überkam, und daß er hinging zu dem Christus, und der Christus nahm ihn auf; denn das war der Judas aus Kariot. Und das, was hier in dem Judas lebte, dieses Böse, das verleibt sich ein wie ein Ferment der ganzen Menschheitsentwickelung. Denn die Tat von Palästina hat etwas zu tun mit dem Verrate des Judas; er gehört zum Ganzen, er gehört zu den Zwölfen, die sind gar nicht ohne ihn zu denken. Hier zeigte sich, daß der Orakelspruc sich zwar erfüllte, und daß sein Inhalt sich einverleibt der Menschheitsentwickelung wie das Böse, das umgewandelt wird und weiter lebt im guten Sinne. In bedeutungsvoller Weise weist die Sage, die wahrhaftig weiser ist als die äußere Wissenschaft, darauf hin, daß es eine solche Umwandlung in der Menschennatur im Laufe der Zeit gibt, daß man selbst über das gleiche Ding in verschiedenen Zeiten in der verschiedensten Weise denken muß. Wie sich ein Orakelspruch erfüllt, darf man nicht in derselben Weise erzählen, wenn man von der Odipus-Zeit spricht und von der Christus-Zeit. Dieselbe Tatsache wird einmal zur Ödipus-Sage, das andere Mal in der christlichen Zeit zur Judas-Sage. Erst dann, wenn man die geistigen, der Welt- und Menschheitsentwickelung zugrunde liegenden Tatsachen kennt, versteht man das, was sich als eine Folge davon dem äußeren Auge, der äußeren geschichtlichen Anschauung zeigt. Was in der Sinneswelt da ist, äußere Sinneseindrücke oder Hervorbringungen der menschlichen Seele, alles das verstehen wir, wenn wir die geistigen Grundlagen, die darunter liegen, verstehen. Das, was der Erforscher der geistigen Welten findet, das übergibt er gerne als Anregung denen, die es von ihm entgegennehmen, und die untersuchen die äußeren bestätigenden Tatsachen. Ich habe auf diesen Zusammenhang geistiger und materieller Forschung oft hingewiesen. Wenn das, was in der geistigen Welt gefunden wird, wahr ist, dann bestätigt es sich in der physischen Welt. Das aber wird Ihnen jeder wahre Erforscher des Geisteslebens sagen: er gibt hin das, was er weiß aus der höheren Welt, und er fordert dann auf, alle äußeren Tatsachen zu prüfen an der Hand dieser Angaben. Man versuche, was von mir über die Wiederverkörperung des Zarathustra zum Beispiel gesagt worden ist, mit der äußeren Geschichte zu vergleichen. Man wird sehen, daß das über diese Tatsachen Gesagte jede Probe aushält, wenn man nur genau genug nach Vorgängen in der äußeren Geschichte sucht. Das Äußere wird nur verständlich dadurch, daß man das Innere, das Geistige kennt.
