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The Rudolf Steiner Archive

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The Gospel of Luke
GA 114

16 September 1909, Basel

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Zweiter Vortrag

Zweiter Vortrag

[ 1 ] Das Johannes-Evangelium war durch die verschiedenen Zeiten der Entwickelung des Christentums hindurch diejenige Urkunde, welche stets den tiefsten Eindruck auf alle diejenigen gemacht hat, welche eine besondere Vertiefung, eine innere Versenkung in die christlichen Weltenströmungen suchten. Daher war dieses Johannes-Evangelium die Urkunde aller christlichen Mystiker, die nachzuleben versuchten, was im Johannes-Evangelium in der Persönlichkeit und Wesenheit des Christus Jesus dargestellt wird.

[ 1 ] Das Johannes-Evangelium war durch die verschiedenen Zeiten der Entwickelung des Christentums hindurch diejenige Urkunde, welche stets den tiefsten Eindruck auf alle diejenigen gemacht hat, welche eine besondere Vertiefung, eine innere Versenkung in die christlichen Weltenströmungen suchten. Daher war dieses Johannes-Evangelium die Urkunde aller christlichen Mystiker, die nachzuleben versuchten, was im Johannes-Evangelium in der Persönlichkeit und Wesenheit des Christus Jesus dargestellt wird.

[ 2 ] In einer etwas anderen Weise hat sich die christliche Menschheit durch die verschiedenen Jahrhunderte hindurch zu dem Lukas-Evangelium gestellt. Das entspricht, von einem anderen Gesichtspunkt aus gesehen, im Grunde genommen durchaus dem; was wir gestern schon über den Unterschied des Johannes-Evangeliums und des Lukas-Evangeliums andeuten konnten. War das Johannes-Evangelium in gewisser Beziehung eine Urkunde für Mystiker, so war das Lukas-Evangelium immer eine Art Erbauungsbuch für die Allgemeinheit, für solche, die sich, man könnte in einer gewissen Weise sagen, aus der Einfalt und der Einfachheit ihres Herzens heraus in die Sphäre des christlichen Empfindens erheben konnten. Als ein Erbauungsbuch geht das LukasEvangelium durch der Zeiten Wende. Für alle die, welche bedrückt waren mit Leiden und Schmerzen, war es immer ein Quell inneren Trostes. Denn in diesem Evangelium wird ja so viel verkündet von dem großen Tröster, von dem großen Wohltäter der Menschheit, von dem Heiland der Beladenen und der Bedrückten. Ein Buch, zu dem insbesondere diejenigen den Sinn hinwendeten, welche sich durchdringen wollten mit der christlichen Liebe, war das Lukas-Evangelium, denn mehr als in irgendeiner anderen christlichen Urkunde wird die Gewalt und das Eindringliche der Liebe in diesem Lukas-Evangelium entfaltet. Und die, welche in irgendeiner Weise sich bewußt waren — und im Grunde genommen kann das ja für alle Menschen gelten -, irgendwelche Fehler auf ihr Herz geladen zu haben, sie fanden von jeher Erbauung und Trost und Erhebung der beladenen Seele, wenn sie zum Lukas-Evangelium und seiner Verkündigung hinblickten und sich sagen konnten: Der Christus Jesus ist nicht bloß erschienen für die Gerechten, sondern auch für die Sünder; mit Sündern und Zöllnern hat er bei Tisch gesessen. - Gehört zum Johannes-Evangelium eine hohe Vorbereitung, um es auf sich wirken zu lassen, so darf man vom LukasEvangelium sagen, daß kein Gemüt so niedrig, so unreif ist, daß es nicht all die Wärme, die aus dem Lukas-Evangelium herausströmt, in vollem Maße auf sich wirken lassen könnte.

[ 2 ] In einer etwas anderen Weise hat sich die christliche Menschheit durch die verschiedenen Jahrhunderte hindurch zu dem Lukas-Evangelium gestellt. Das entspricht, von einem anderen Gesichtspunkt aus gesehen, im Grunde genommen durchaus dem; was wir gestern schon über den Unterschied des Johannes-Evangeliums und des Lukas-Evangeliums andeuten konnten. War das Johannes-Evangelium in gewisser Beziehung eine Urkunde für Mystiker, so war das Lukas-Evangelium immer eine Art Erbauungsbuch für die Allgemeinheit, für solche, die sich, man könnte in einer gewissen Weise sagen, aus der Einfalt und der Einfachheit ihres Herzens heraus in die Sphäre des christlichen Empfindens erheben konnten. Als ein Erbauungsbuch geht das LukasEvangelium durch der Zeiten Wende. Für alle die, welche bedrückt waren mit Leiden und Schmerzen, war es immer ein Quell inneren Trostes. Denn in diesem Evangelium wird ja so viel verkündet von dem großen Tröster, von dem großen Wohltäter der Menschheit, von dem Heiland der Beladenen und der Bedrückten. Ein Buch, zu dem insbesondere diejenigen den Sinn hinwendeten, welche sich durchdringen wollten mit der christlichen Liebe, war das Lukas-Evangelium, denn mehr als in irgendeiner anderen christlichen Urkunde wird die Gewalt und das Eindringliche der Liebe in diesem Lukas-Evangelium entfaltet. Und die, welche in irgendeiner Weise sich bewußt waren — und im Grunde genommen kann das ja für alle Menschen gelten -, irgendwelche Fehler auf ihr Herz geladen zu haben, sie fanden von jeher Erbauung und Trost und Erhebung der beladenen Seele, wenn sie zum Lukas-Evangelium und seiner Verkündigung hinblickten und sich sagen konnten: Der Christus Jesus ist nicht bloß erschienen für die Gerechten, sondern auch für die Sünder; mit Sündern und Zöllnern hat er bei Tisch gesessen. - Gehört zum Johannes-Evangelium eine hohe Vorbereitung, um es auf sich wirken zu lassen, so darf man vom LukasEvangelium sagen, daß kein Gemüt so niedrig, so unreif ist, daß es nicht all die Wärme, die aus dem Lukas-Evangelium herausströmt, in vollem Maße auf sich wirken lassen könnte.

[ 3 ] So war dasLukas-Evangelium von jeher ein Buch für die Allgemeinheit, an dem sich auch das kindlichste Gemüt erbauen konnte. Alles, was an der menschlichen Seele von der frühesten Lebenszeit an bis in die höchsten Altersstufen hinauf kindlich bleibt, das hat sich immer hingezogen gefühlt zu dem Lukas-Evangelium. Und vor allem, was von den christlichen Wahrheiten bildhaft dargestellt worden ist, was die Kunst von den christlichen Wahrheiten zu ihrem Vorwurf genommen hat - es ist zwar vieles auch aus den anderen Evangelien erflossen -, was aber aus der Kunst, aus der Malerei von jeher am eindringlichsten zu den menschlichen Herzen gesprochen hat, das finden wir im LukasEvangelium angegeben und von da aus in die Kunst fließend. Alle die tiefen Beziehungen zwischen dem Christus Jesus und Johannes dem Täufer, die so vielfach bildnerische Darstellung gefunden haben, haben ihren Quell in diesem unvergänglichen Buche, in dem Lukas-Evangelium.

[ 3 ] So war dasLukas-Evangelium von jeher ein Buch für die Allgemeinheit, an dem sich auch das kindlichste Gemüt erbauen konnte. Alles, was an der menschlichen Seele von der frühesten Lebenszeit an bis in die höchsten Altersstufen hinauf kindlich bleibt, das hat sich immer hingezogen gefühlt zu dem Lukas-Evangelium. Und vor allem, was von den christlichen Wahrheiten bildhaft dargestellt worden ist, was die Kunst von den christlichen Wahrheiten zu ihrem Vorwurf genommen hat - es ist zwar vieles auch aus den anderen Evangelien erflossen -, was aber aus der Kunst, aus der Malerei von jeher am eindringlichsten zu den menschlichen Herzen gesprochen hat, das finden wir im LukasEvangelium angegeben und von da aus in die Kunst fließend. Alle die tiefen Beziehungen zwischen dem Christus Jesus und Johannes dem Täufer, die so vielfach bildnerische Darstellung gefunden haben, haben ihren Quell in diesem unvergänglichen Buche, in dem Lukas-Evangelium.

[ 4 ] Wer von diesem Gesichtspunkte aus diese Urkunde auf sich wirken läßt, der wird finden, daß sie von Anfang bis zu Ende gleichsam hineingetaucht ist in das Prinzip der Liebe, des Mitleides, der Einfalt, ja bis zu einem gewissen Grade.der Kindlichkeit. Und wo kommt diese Kindlichkeit denn noch in einer so warmen Weise zum Ausdruck als gerade in der Kindheitsgeschichte des Jesus von Nazareth, die uns der Schreiber des Lukas-Evangeliums gibt! Warum das so war, das wird uns auch klar werden können, wenn wir allmählich immer tiefer in dieses merkwürdige Buch eindringen.

[ 4 ] Wer von diesem Gesichtspunkte aus diese Urkunde auf sich wirken läßt, der wird finden, daß sie von Anfang bis zu Ende gleichsam hineingetaucht ist in das Prinzip der Liebe, des Mitleides, der Einfalt, ja bis zu einem gewissen Grade.der Kindlichkeit. Und wo kommt diese Kindlichkeit denn noch in einer so warmen Weise zum Ausdruck als gerade in der Kindheitsgeschichte des Jesus von Nazareth, die uns der Schreiber des Lukas-Evangeliums gibt! Warum das so war, das wird uns auch klar werden können, wenn wir allmählich immer tiefer in dieses merkwürdige Buch eindringen.

[ 5 ] Es wird heute notwendig sein, daß mancherlei gesagt wird, was vielleicht denen, die andere Vorträge von mir über diesen Gegenstand oder andere Zyklen gehört haben, zunächst als ein Widerspruch erscheinen wird. Aber warten Sie nur auf die Ausführungen der nächsten Tage, dann wird Ihnen das schon im Einklange erscheinen mit dem, was Sie bisher über den Christus Jesus und über Jesus von Nazareth von mir gehört haben. Man kann nicht auf einmal den ganzen komplizierten Umfang der Wahrheit geben, und es wird heute notwendig sein, auf eine Seite der christlichen Wahrheiten hinzuweisen, welche im scheinbaren Widerspruche stehen wird mit demjenigen Teile der Wahrheit, den ich bisher da oder dort vor Ihnen aussprechen konnte. — Es soll der Weg so gewählt werden, daß die einzelnen Wahrheitsströme entwickelt werden und daß dann gezeigt wird, wie sie vollständig in Harmonie und im Einklange sind. Natürlich konnte ich in den verschiedenen Zyklen, namentlich, da bisher der Ausgangspunkt - und zwar absichtlich - vom Johannes-Evangelium aus genommen wurde, nur auf einen Teil der Wahrheit hinweisen. Dieser Teil bleibt darum doch Wahrheit; das werden wir in den nächsten Tagen noch sehen. Heute obliegt es uns, einen den meisten von Ihnen ungewohnten Teil der christlichen Wahrheiten zu betrachten.

[ 5 ] Es wird heute notwendig sein, daß mancherlei gesagt wird, was vielleicht denen, die andere Vorträge von mir über diesen Gegenstand oder andere Zyklen gehört haben, zunächst als ein Widerspruch erscheinen wird. Aber warten Sie nur auf die Ausführungen der nächsten Tage, dann wird Ihnen das schon im Einklange erscheinen mit dem, was Sie bisher über den Christus Jesus und über Jesus von Nazareth von mir gehört haben. Man kann nicht auf einmal den ganzen komplizierten Umfang der Wahrheit geben, und es wird heute notwendig sein, auf eine Seite der christlichen Wahrheiten hinzuweisen, welche im scheinbaren Widerspruche stehen wird mit demjenigen Teile der Wahrheit, den ich bisher da oder dort vor Ihnen aussprechen konnte. — Es soll der Weg so gewählt werden, daß die einzelnen Wahrheitsströme entwickelt werden und daß dann gezeigt wird, wie sie vollständig in Harmonie und im Einklange sind. Natürlich konnte ich in den verschiedenen Zyklen, namentlich, da bisher der Ausgangspunkt - und zwar absichtlich - vom Johannes-Evangelium aus genommen wurde, nur auf einen Teil der Wahrheit hinweisen. Dieser Teil bleibt darum doch Wahrheit; das werden wir in den nächsten Tagen noch sehen. Heute obliegt es uns, einen den meisten von Ihnen ungewohnten Teil der christlichen Wahrheiten zu betrachten.

[ 6 ] Im Lukas-Evangelium besagt uns eine wunderbare Stelle, daß den Hirten auf dem Felde verkündet wird durch einen Engel, der ihnen sichtbar wird, daß ihnen der «Heiland der Welt» geboren worden ist. Und dann wird erwähnt, daß zu diesem Engel, nachdem er die Verkündigung gesagt hat, hinzutreten «himmlische Heerscharen» (Lukas 2,13). Stellen Sie sich also das Bild vor, daß diese Hirten hinaufblicken und ihnen so etwas erscheint wie «der Himmel offen» und die Wesenheiten der geistigen Welt in mächtigen Bildern sich vor ihnen ausbreitend. Was wird den Hirten verkündet?

[ 6 ] Im Lukas-Evangelium besagt uns eine wunderbare Stelle, daß den Hirten auf dem Felde verkündet wird durch einen Engel, der ihnen sichtbar wird, daß ihnen der «Heiland der Welt» geboren worden ist. Und dann wird erwähnt, daß zu diesem Engel, nachdem er die Verkündigung gesagt hat, hinzutreten «himmlische Heerscharen» (Lukas 2,13). Stellen Sie sich also das Bild vor, daß diese Hirten hinaufblicken und ihnen so etwas erscheint wie «der Himmel offen» und die Wesenheiten der geistigen Welt in mächtigen Bildern sich vor ihnen ausbreitend. Was wird den Hirten verkündet?

[ 7 ] Was ihnen verkündet wird, das wird in monumentale Worte gekleidet, in Worte, die durch die ganze Menschheitsentwickelung gesprochen wurden und die zum Weihnachtsspruche der christlichen Entwickelung geworden sind. Die Worte tönen den Hirten entgegen, die, richtig übersetzt, etwa so lauten würden:

[ 7 ] Was ihnen verkündet wird, das wird in monumentale Worte gekleidet, in Worte, die durch die ganze Menschheitsentwickelung gesprochen wurden und die zum Weihnachtsspruche der christlichen Entwickelung geworden sind. Die Worte tönen den Hirten entgegen, die, richtig übersetzt, etwa so lauten würden:

«Es offenbaren sich die göttlichen Wesenheiten aus den Höhen, aufdaß Friede herrsche unten auf der Erde bei den Menschen, die durch drungen sind von einem guten Willen.» (Lukas 2, 14.)

«Es offenbaren sich die göttlichen Wesenheiten aus den Höhen, aufdaß Friede herrsche unten auf der Erde bei den Menschen, die durch drungen sind von einem guten Willen.» (Lukas 2, 14.)

[ 8 ] «Ehre», wie es gewöhnlich wiedergegeben wird, ist eine ganz falsche Übersetzung. Wie ich es jetzt gesagt habe, sollte es heißen. Und der Gegensatz sollte scharf betont werden, daß dasjenige, was die Hirten sehen, dieOffenbarung der geistigen Wesenheiten aus den Höhen ist und daß sie in diesem Augenblicke geschieht, damit einziehe Friede in die menschlichen Herzen, die durchdrungen sind von einem guten Willen.

[ 8 ] «Ehre», wie es gewöhnlich wiedergegeben wird, ist eine ganz falsche Übersetzung. Wie ich es jetzt gesagt habe, sollte es heißen. Und der Gegensatz sollte scharf betont werden, daß dasjenige, was die Hirten sehen, dieOffenbarung der geistigen Wesenheiten aus den Höhen ist und daß sie in diesem Augenblicke geschieht, damit einziehe Friede in die menschlichen Herzen, die durchdrungen sind von einem guten Willen.

[ 9 ] Im Grunde genommen liegt, wie wir sehen werden, vieles von den Geheimnissen des Christentums in diesen Worten, wenn man sie richtig versteht. Aber es wird einiges dazu gehören, um Licht in diese paradigmatischen Worte zu bringen. Was vor allem hinzugehört, ist, daß wir versuchen, jene Berichte zu betrachten, die des Menschen hellsichtiger Sinn aus der Akasha-Chronik empfängt. Darauf kommt es an, zunächst hinzuschauen mit dem geöffneten Auge des Geistes auf dasjenige Zeitalter, in dem der Christus Jesus für die Menschheit auftritt, und uns nun zu fragen: Wie stellt sich das dar, was damals geistig in die Erdenentwickelung eingetreten ist, wenn wir es verfolgen in seinem ganzen geschichtlichen Werden, wenn wir fragen: Woher ist es gekommen?

[ 9 ] Im Grunde genommen liegt, wie wir sehen werden, vieles von den Geheimnissen des Christentums in diesen Worten, wenn man sie richtig versteht. Aber es wird einiges dazu gehören, um Licht in diese paradigmatischen Worte zu bringen. Was vor allem hinzugehört, ist, daß wir versuchen, jene Berichte zu betrachten, die des Menschen hellsichtiger Sinn aus der Akasha-Chronik empfängt. Darauf kommt es an, zunächst hinzuschauen mit dem geöffneten Auge des Geistes auf dasjenige Zeitalter, in dem der Christus Jesus für die Menschheit auftritt, und uns nun zu fragen: Wie stellt sich das dar, was damals geistig in die Erdenentwickelung eingetreten ist, wenn wir es verfolgen in seinem ganzen geschichtlichen Werden, wenn wir fragen: Woher ist es gekommen?

[ 10 ] Damals floß in die Menschheitsentwickelung etwas ein, was wie ein Zusammenströmen geistiger Ströme von den verschiedensten Richtungen her sich darstellte. In den mannigfaltigsten Gegenden der Erde sind die verschiedensten Weltanschauungen im Laufe der Zeiten aufgetaucht. Alles, was aufgetaucht ist in den verschiedenen Gegenden der Erde, strömte damals in Palästina zusammen und drückte sich aus in irgendeiner Weise in diesen Ereignissen von Palästina, so daß wir uns fragen können: Wohin gehen die Strömungen, die wir wie in einen Mittelpunkt zusammenfließen sehen in den palästinensischen Ereignissen?

[ 10 ] Damals floß in die Menschheitsentwickelung etwas ein, was wie ein Zusammenströmen geistiger Ströme von den verschiedensten Richtungen her sich darstellte. In den mannigfaltigsten Gegenden der Erde sind die verschiedensten Weltanschauungen im Laufe der Zeiten aufgetaucht. Alles, was aufgetaucht ist in den verschiedenen Gegenden der Erde, strömte damals in Palästina zusammen und drückte sich aus in irgendeiner Weise in diesen Ereignissen von Palästina, so daß wir uns fragen können: Wohin gehen die Strömungen, die wir wie in einen Mittelpunkt zusammenfließen sehen in den palästinensischen Ereignissen?

[ 11 ] Wir haben gestern schon darauf hingedeutet, daß durch das LukasEvangelium dasjenige gegeben wird, was wir imaginative Erkenntnis nennen, und daß diese imaginative Erkenntnis in Bildern gewonnen wird. Ein Bild wird vor uns hingestellt in dem soeben Angegebenen, ein Bild, wie über den Hirten erscheint die Offenbarung der geistigen Wesenheiten aus der Höhe, das Bild eines geistigen Wesens, eines Engels, und dann einer Schar von Engeln. Da müssen wir die Frage aufwerfen: Wie sieht der hellsichtige und zugleich in die Geheimnisse des Daseins eingeweihte Mensch dieses Bild an, das er sich jederzeit wieder herstellen kann, wenn er in die Akasha-Chronik zurückschaut? Was ist das, was sich da den Hirten darstellte? Was ist enthalten in dieser Engelschar, und woher kommt sie?

[ 11 ] Wir haben gestern schon darauf hingedeutet, daß durch das LukasEvangelium dasjenige gegeben wird, was wir imaginative Erkenntnis nennen, und daß diese imaginative Erkenntnis in Bildern gewonnen wird. Ein Bild wird vor uns hingestellt in dem soeben Angegebenen, ein Bild, wie über den Hirten erscheint die Offenbarung der geistigen Wesenheiten aus der Höhe, das Bild eines geistigen Wesens, eines Engels, und dann einer Schar von Engeln. Da müssen wir die Frage aufwerfen: Wie sieht der hellsichtige und zugleich in die Geheimnisse des Daseins eingeweihte Mensch dieses Bild an, das er sich jederzeit wieder herstellen kann, wenn er in die Akasha-Chronik zurückschaut? Was ist das, was sich da den Hirten darstellte? Was ist enthalten in dieser Engelschar, und woher kommt sie?

[ 12 ] Eine der großen geistigen Strömungen, die durch die Menschheitsentwickelung geflossen sind, jeneStrömung, die allmählich immer höher und höher gestiegen ist, so daß sie zur Zeit der palästinensischen Ereignisse nur mehr aus den geistigen Höhen herunterscheinen konnte auf die Erde, die ist es, die sich in diesem Bilde zeigt. Wenn wir ausgehen — und zwar jetzt durch die Entzifferung der Akasha-Chronik — von dieser Engelschar, welche den Hirten erschien, so werden wir zurückgeführt zu einer der größten geistigen Strömungen der Menschheitsentwickelung, die sich, man könnte sagen, zuletzt vor der Erscheinung des Christus Jesus auf der Erde, mehrere Jahrhunderte vorher, als Buddhismus ausgebreitet hat. Zu dem, was die «Erleuchtung» des großen Buddha war, so sonderbar es Ihnen klingen wird, wird derjenige geführt, welcher von jener Offenbarung, die den Hirten wird, durch die Akasha-Chronik den Weg zurückverfolgt in die vorhergehenden Zeiten der Menschheit. Was in Indien den Menschen aufgeleuchtet hat, was dort als die Religion des Mitleides und der Liebe, als eine große Weltanschauung einstmals Geister und Herzen bewegt hat und was noch heute für einen großen Teil der Menschheit geistige Nahrung ist, das erschien wieder in der Offenbarung der Hirten. Denn auch das sollte einströmen in die palästinensische Offenbarung. Was uns im Lukas-Evangelium zuerst erzählt wird, das können wir nur verstehen, wenn wir — wiederum vom Gesichtspunkte der geisteswissenschaftlichen Forschung aus - einen Blick auf das werfen, was der Buddha der Menschheit war und was die Buddha-Offenbarung eigentlich im Verlaufe der Menschheitsentwickelung bewirkte. Da müssen wir uns folgendes klarmachen.

[ 12 ] Eine der großen geistigen Strömungen, die durch die Menschheitsentwickelung geflossen sind, jeneStrömung, die allmählich immer höher und höher gestiegen ist, so daß sie zur Zeit der palästinensischen Ereignisse nur mehr aus den geistigen Höhen herunterscheinen konnte auf die Erde, die ist es, die sich in diesem Bilde zeigt. Wenn wir ausgehen — und zwar jetzt durch die Entzifferung der Akasha-Chronik — von dieser Engelschar, welche den Hirten erschien, so werden wir zurückgeführt zu einer der größten geistigen Strömungen der Menschheitsentwickelung, die sich, man könnte sagen, zuletzt vor der Erscheinung des Christus Jesus auf der Erde, mehrere Jahrhunderte vorher, als Buddhismus ausgebreitet hat. Zu dem, was die «Erleuchtung» des großen Buddha war, so sonderbar es Ihnen klingen wird, wird derjenige geführt, welcher von jener Offenbarung, die den Hirten wird, durch die Akasha-Chronik den Weg zurückverfolgt in die vorhergehenden Zeiten der Menschheit. Was in Indien den Menschen aufgeleuchtet hat, was dort als die Religion des Mitleides und der Liebe, als eine große Weltanschauung einstmals Geister und Herzen bewegt hat und was noch heute für einen großen Teil der Menschheit geistige Nahrung ist, das erschien wieder in der Offenbarung der Hirten. Denn auch das sollte einströmen in die palästinensische Offenbarung. Was uns im Lukas-Evangelium zuerst erzählt wird, das können wir nur verstehen, wenn wir — wiederum vom Gesichtspunkte der geisteswissenschaftlichen Forschung aus - einen Blick auf das werfen, was der Buddha der Menschheit war und was die Buddha-Offenbarung eigentlich im Verlaufe der Menschheitsentwickelung bewirkte. Da müssen wir uns folgendes klarmachen.

[ 13 ] Als fünf bis sechs Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung der Buddha im Fernen Osten erstand, da erschien in ihm eine Individualität, die oft und oft wiederverkörpert erschienen war und die durch ihre vielen Verkörperungen hindurch bis zu einer hohen menschlichen Entwickelungsstufe hinaufgeschritten ist. Der Buddha konnte derjenige, der er war, nur deshalb werden, weil er in seinen früheren Inkarnationen im höchsten Sinne des Wortes schon eine hohe, hohe Entwickelungsstufe erlangt hatte. Jene Entwickelungsstufe einer Wesenheit im Weltenall, die der Buddha erlangt hatte, bezeichnet man mit einem orientalischen Ausdruck als einen «Bodhisattva». Es ist — wenigstens vor einem Teile von Ihnen —- das Wesen der Bodhisattvas von verschiedenen Seiten her schon erörtert worden. In dem Zyklus «Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt», Düsseldorf, April 1909, zeigte ich, wie sich die Bodhisattvas zu der ganzen kosmischen Entwickelung verhalten; in München in dem Zyklus «Der Orient im Lichte des Okzidents», August 1909, konnte ich von einem anderen Gesichtspunkte aus darauf hinweisen. Heute soll wiederum von einer anderen Seite her das Wesen der Bodhisattvas betrachtet werden. Sie werden schon nach und nach den Einklang zwischen diesen einzelnen Wahrheiten finden.

[ 13 ] Als fünf bis sechs Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung der Buddha im Fernen Osten erstand, da erschien in ihm eine Individualität, die oft und oft wiederverkörpert erschienen war und die durch ihre vielen Verkörperungen hindurch bis zu einer hohen menschlichen Entwickelungsstufe hinaufgeschritten ist. Der Buddha konnte derjenige, der er war, nur deshalb werden, weil er in seinen früheren Inkarnationen im höchsten Sinne des Wortes schon eine hohe, hohe Entwickelungsstufe erlangt hatte. Jene Entwickelungsstufe einer Wesenheit im Weltenall, die der Buddha erlangt hatte, bezeichnet man mit einem orientalischen Ausdruck als einen «Bodhisattva». Es ist — wenigstens vor einem Teile von Ihnen —- das Wesen der Bodhisattvas von verschiedenen Seiten her schon erörtert worden. In dem Zyklus «Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt», Düsseldorf, April 1909, zeigte ich, wie sich die Bodhisattvas zu der ganzen kosmischen Entwickelung verhalten; in München in dem Zyklus «Der Orient im Lichte des Okzidents», August 1909, konnte ich von einem anderen Gesichtspunkte aus darauf hinweisen. Heute soll wiederum von einer anderen Seite her das Wesen der Bodhisattvas betrachtet werden. Sie werden schon nach und nach den Einklang zwischen diesen einzelnen Wahrheiten finden.

[ 14 ] Derjenige, der ein Buddha wurde, mußte zuerst ein Bodhisattva sein. Bodhisattva ist also die vorhergehende Stufe der individuellen Entwickelung zum Buddha hin. Nun wollen wir einmal vom Standpunkte der Menschheitsentwickelung aus uns das Wesen der Bodhisattvas vor Augen führen. Wir verstehen es nur, wenn wir, vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft aus sie durchdringend, die'Menschheitsentwickelung betrachten.

[ 14 ] Derjenige, der ein Buddha wurde, mußte zuerst ein Bodhisattva sein. Bodhisattva ist also die vorhergehende Stufe der individuellen Entwickelung zum Buddha hin. Nun wollen wir einmal vom Standpunkte der Menschheitsentwickelung aus uns das Wesen der Bodhisattvas vor Augen führen. Wir verstehen es nur, wenn wir, vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft aus sie durchdringend, die'Menschheitsentwickelung betrachten.

[ 15 ] Was die Menschen zu irgendeiner Zeit können, was sie an Fähigkeiten entwickeln, das war nicht immer da. Es ist nur eine kurzsichtige Betrachtungsweise, die nicht über ihre eigene Epoche hinausschauen kann, welche da glaubt, daß dieselben Fähigkeiten, welche die Menschen heute haben, schon in Urzeiten vorhanden waren. Die menschlichen Fähigkeiten, das, was die Menschen verrichten, wissen, tun können, das ändert sich von Epoche zu Epoche. Heute sind die menschlichen Fähigkeiten so entwickelt, daß der Mensch gewissermaßen durch seine eigene Vernunft dieses oder jenes erkennen kann, daß er mit Recht sagt: Diese oder jene Wahrheit sehe ich ein durch meinen Verstand, durch meine Vernunft; ich kann erkennen, was sittlich und unsittlich ist, was in einer gewissen Beziehung logisch oder unlogisch ist. Aber man würde fehlgehen, wenn man glauben würde, daß diese Fähigkeiten, das Logische vom Unlogischen oder das Sittliche vom Unsittlichen zu unterscheiden, immer an der menschlichen Natur gehaftet haben. Sie sind erst gekommen, haben sich nach und nach entwickelt. Was der Mensch heute durch seine eigenen Fähigkeiten vermag, das mußte er wie ein Kind von Vater und Mutter oder vom Lehrer - sich einmal sagen lassen von Wesenheiten, welche zwar auch verkörpert unter den Menschen waren, welche aber durch ihre geistigen Fähigkeiten höher entwickelt waren und in den Mysterien Umgang pflegen konnten mit geistigen Wesenheiten, die über ihnen sind, mit göttlich-geistigen Wesenheiten.

[ 15 ] Was die Menschen zu irgendeiner Zeit können, was sie an Fähigkeiten entwickeln, das war nicht immer da. Es ist nur eine kurzsichtige Betrachtungsweise, die nicht über ihre eigene Epoche hinausschauen kann, welche da glaubt, daß dieselben Fähigkeiten, welche die Menschen heute haben, schon in Urzeiten vorhanden waren. Die menschlichen Fähigkeiten, das, was die Menschen verrichten, wissen, tun können, das ändert sich von Epoche zu Epoche. Heute sind die menschlichen Fähigkeiten so entwickelt, daß der Mensch gewissermaßen durch seine eigene Vernunft dieses oder jenes erkennen kann, daß er mit Recht sagt: Diese oder jene Wahrheit sehe ich ein durch meinen Verstand, durch meine Vernunft; ich kann erkennen, was sittlich und unsittlich ist, was in einer gewissen Beziehung logisch oder unlogisch ist. Aber man würde fehlgehen, wenn man glauben würde, daß diese Fähigkeiten, das Logische vom Unlogischen oder das Sittliche vom Unsittlichen zu unterscheiden, immer an der menschlichen Natur gehaftet haben. Sie sind erst gekommen, haben sich nach und nach entwickelt. Was der Mensch heute durch seine eigenen Fähigkeiten vermag, das mußte er wie ein Kind von Vater und Mutter oder vom Lehrer - sich einmal sagen lassen von Wesenheiten, welche zwar auch verkörpert unter den Menschen waren, welche aber durch ihre geistigen Fähigkeiten höher entwickelt waren und in den Mysterien Umgang pflegen konnten mit geistigen Wesenheiten, die über ihnen sind, mit göttlich-geistigen Wesenheiten.

[ 16 ] Solche Individualitäten, die zwar im physischen Leibe verkörpert waren, die aber Umgang pflegen konnten mit höheren Individualitäten, die nicht physisch verkörpert sind, gab es immer. Bevor die Menschen zum Beispiel die Gabe des logischen Denkens erlangt haben, wodurch sie selbst heute logisch denken können, mußten sie hinhorchen auf gewisse Lehrer. Diese Lehrer konnten auch nicht durch gewisse Fähigkeiten, die man im physischen Leibe entwickelt, logisch denken, sondern nur dadurch, daß sie in den Mysterien Umgang hatten mit göttlichgeistigen Wesenheiten, die in höheren Regionen sind. Solche Lehrer, die das Logische, das Sittliche lehrten aus ihren Offenbarungen, die sie aus höheren Welten heraus empfingen, gab es, bevor die Menschen selber durch ihre Natur auf der Erde imstande waren, logisch zu denken oder das Sittliche zu finden. Eine gewisse Kategorie solcher Wesen, die zwar im physischen Leibe verkörpert sind, aber Umgang haben mit göttlichgeistigen Wesenheiten, damit sie das heruntertragen, was sie von jenen lernen, und es dem Menschen mitteilen können, das sind die Bodhisattvas, Sie sind also in einem Menschenleib verkörperte Wesenheiten, die heranreichen mit ihren Fähigkeiten bis zu einem Verkehr mit den göttlich-geistigen Wesenheiten.

[ 16 ] Solche Individualitäten, die zwar im physischen Leibe verkörpert waren, die aber Umgang pflegen konnten mit höheren Individualitäten, die nicht physisch verkörpert sind, gab es immer. Bevor die Menschen zum Beispiel die Gabe des logischen Denkens erlangt haben, wodurch sie selbst heute logisch denken können, mußten sie hinhorchen auf gewisse Lehrer. Diese Lehrer konnten auch nicht durch gewisse Fähigkeiten, die man im physischen Leibe entwickelt, logisch denken, sondern nur dadurch, daß sie in den Mysterien Umgang hatten mit göttlichgeistigen Wesenheiten, die in höheren Regionen sind. Solche Lehrer, die das Logische, das Sittliche lehrten aus ihren Offenbarungen, die sie aus höheren Welten heraus empfingen, gab es, bevor die Menschen selber durch ihre Natur auf der Erde imstande waren, logisch zu denken oder das Sittliche zu finden. Eine gewisse Kategorie solcher Wesen, die zwar im physischen Leibe verkörpert sind, aber Umgang haben mit göttlichgeistigen Wesenheiten, damit sie das heruntertragen, was sie von jenen lernen, und es dem Menschen mitteilen können, das sind die Bodhisattvas, Sie sind also in einem Menschenleib verkörperte Wesenheiten, die heranreichen mit ihren Fähigkeiten bis zu einem Verkehr mit den göttlich-geistigen Wesenheiten.

[ 17 ] Und bevor der Buddha ein «Buddha» wurde, war er eben ein Bodhisattva, das heißt eine Individualität, die in den Mysterien Umgang haben konnte mit den höheren, göttlich-geistigen Wesenheiten. Eine solche Wesenheit, wie es der Bodhisattva ist, hat in fernen Urzeiten der Erdenentwickelung einmal eine bestimmte Mission, eine bestimmte Aufgabe in der höheren Welt erhalten, und sie bleibt dann bei dieser Mission.

[ 17 ] Und bevor der Buddha ein «Buddha» wurde, war er eben ein Bodhisattva, das heißt eine Individualität, die in den Mysterien Umgang haben konnte mit den höheren, göttlich-geistigen Wesenheiten. Eine solche Wesenheit, wie es der Bodhisattva ist, hat in fernen Urzeiten der Erdenentwickelung einmal eine bestimmte Mission, eine bestimmte Aufgabe in der höheren Welt erhalten, und sie bleibt dann bei dieser Mission.

[ 18 ] Wenn wir das auf den Buddha anwenden, so müssen wir sagen: Er hatte als Bodhisattva eine bestimmte Aufgabe. Als die Erde noch in früheren Entwickelungszuständen war, noch vor der atlantischen und lemurischen Zeit, da hatte dasjenige Wesen, das im sechsten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung als Buddha verkörpert war, eine bestimmte Aufgabe erhalten. Bei dieser Aufgabe ist es geblieben. Durch alle Zeiten hindurch hatte es von Epoche zu Epoche zu wirken und immer so viel der Erdenentwickelung mitzuteilen, als dieselbe vermöge ihrer Wesenheit aufnehmen konnte. Für eine jede solche Wesenheit — also für jeden Bodhisattva - gibt es daher eine Zeit, wo er sozusagen mit seiner in Urzeiten empfangenen Mission an einen bestimmten Punkt kommt, wo das, was er von oben in die Menschheit hat einfließen lassen können, zu der eigenen menschlichen Fähigkeit hat werden können. Denn was heute menschliche Fähigkeit ist, das war früher Fähigkeit göttlichgeistiger Wesenheiten, und die Bodhisattvas trugen sie aus den geistigen Höhen herunter zu den Menschen. Ein solcher geistiger Missionar kommt also an einen Punkt, wo er sich sagen kann: Ich habe meine Mission vollbracht; der Menschheit ist jetzt gegeben, wozu sie vorbereitet worden ist durch viele, viele Zeiten hindurch. An einem solchen Punkt angelangt, kann der Bodhisattva zum Buddha werden. Das heißt, es kommt für ihn ein Zeitpunkt, da er als die Wesenheit mit der Mission, die wir eben charakterisiert haben, sich nicht mehr in einem x physischen Menschenleibe zu verkörpern braucht, wo er sich zum letzten Male in einem solchen physischen Menschenleib noch verkörpert und dann nicht mehr als ein solcher Missionar sich zu verkörpern braucht. Ein solcher Zeitpunkt war für den Buddha gekommen. Was er früher zu tun hatte, führte ihn immer wieder und wieder auf die Erde herunter. Aber in der Zeit, als er zum Buddha erleuchtet worden war, trat für ihn als Bodhisattva eine letzte Verkörperung ein. Er gelangte in einen Menschenleib hinein, der die Fähigkeiten in einem höchsten Maße ausgebildet hatte, die früher von oben gelehrt werden mußten und die nun nach und nach eigene menschliche Fähigkeiten werden sollten.

[ 18 ] Wenn wir das auf den Buddha anwenden, so müssen wir sagen: Er hatte als Bodhisattva eine bestimmte Aufgabe. Als die Erde noch in früheren Entwickelungszuständen war, noch vor der atlantischen und lemurischen Zeit, da hatte dasjenige Wesen, das im sechsten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung als Buddha verkörpert war, eine bestimmte Aufgabe erhalten. Bei dieser Aufgabe ist es geblieben. Durch alle Zeiten hindurch hatte es von Epoche zu Epoche zu wirken und immer so viel der Erdenentwickelung mitzuteilen, als dieselbe vermöge ihrer Wesenheit aufnehmen konnte. Für eine jede solche Wesenheit — also für jeden Bodhisattva - gibt es daher eine Zeit, wo er sozusagen mit seiner in Urzeiten empfangenen Mission an einen bestimmten Punkt kommt, wo das, was er von oben in die Menschheit hat einfließen lassen können, zu der eigenen menschlichen Fähigkeit hat werden können. Denn was heute menschliche Fähigkeit ist, das war früher Fähigkeit göttlichgeistiger Wesenheiten, und die Bodhisattvas trugen sie aus den geistigen Höhen herunter zu den Menschen. Ein solcher geistiger Missionar kommt also an einen Punkt, wo er sich sagen kann: Ich habe meine Mission vollbracht; der Menschheit ist jetzt gegeben, wozu sie vorbereitet worden ist durch viele, viele Zeiten hindurch. An einem solchen Punkt angelangt, kann der Bodhisattva zum Buddha werden. Das heißt, es kommt für ihn ein Zeitpunkt, da er als die Wesenheit mit der Mission, die wir eben charakterisiert haben, sich nicht mehr in einem x physischen Menschenleibe zu verkörpern braucht, wo er sich zum letzten Male in einem solchen physischen Menschenleib noch verkörpert und dann nicht mehr als ein solcher Missionar sich zu verkörpern braucht. Ein solcher Zeitpunkt war für den Buddha gekommen. Was er früher zu tun hatte, führte ihn immer wieder und wieder auf die Erde herunter. Aber in der Zeit, als er zum Buddha erleuchtet worden war, trat für ihn als Bodhisattva eine letzte Verkörperung ein. Er gelangte in einen Menschenleib hinein, der die Fähigkeiten in einem höchsten Maße ausgebildet hatte, die früher von oben gelehrt werden mußten und die nun nach und nach eigene menschliche Fähigkeiten werden sollten.

[ 19 ] Wenn ein solcher Bodhisattva es durch seine frühere Entwickelung dahin gebracht hat, einen Menschenleib so vollkommen zu machen, daß er Fähigkeiten entwickeln kann für die Eigenschaften, die mit der Mission des Bodhisattva zusammenhängen, dann braucht er sich nicht mehr zu verkörpern. Dann schwebt er, die Angelegenheiten der Menschen fördernd und leitend, in geistigen Regionen und wirkt von dort in die Menschheit hinein. Und die Menschen haben dann die Aufgabe, das, was ihnen früher von Himmelshöhen heruntergeströmt ist, weiter auszubilden und sich zu sagen: Wir müssen uns jetzt so entwickeln, daß wir jene Fähigkeiten ausbilden, welche wir zum ersten Male in vollstem Maß erreicht sehen in derjenigen Inkarnation, die durch die Fähigkeiten des Bodhisattva erreicht worden ist und die im Buddha aufgetreten ist. Und wie die Wesenheit, die durch Epochen hindurch als Bodhisattva gewirkt hat, sich ausnimmt als Mensch, auch als voller einzelner Mensch, wo alles in die menschliche Natur hineingenommen ist, was früher aus Himmelshöhen hineinströmte, das noch an einem einzelnen Menschen zu zeigen, was der Bodhisattva vermag, das heißt «Buddha» sein. Das hat der Buddha noch gezeigt. Hätte der Bodhisattva sich früher von seiner Mission zurückgezogen, dann hätten die Menschen nicht mehr der Wohltat teilhaftig werden können, daß ihnen diese Fähigkeiten zufließen aus den Höhen. Nachdem aber die Entwickelung so weit fortgeschritten war, daß diese Fähigkeiten in einem einzelnen menschlichen Exemplar auf der Erde vorhanden sein konnten, da war auch die Keimanlage dazu geschaffen, daß die Menschen sie in der Zukunft bei sich selbst ausbilden konnten. So zieht sich die Individualität, die sich vorher als Bodhisattva entwickelt hat und die, solange sie Bodhisattva war, nicht ganz in die menschliche Gestalt hineingegangen ist, sondern hineinragte in die Himmelshöhen, so zieht sich die Individualität des Bodhisattva einmal völlig in einen Menschen hinein, so daß sie voll erfaßt wird von dieser Inkarnation. Dann aber zieht sie sich auch wieder zurück. Denn jetzt ist — mit dieser Inkarnation als Buddha - der Menschheit ein gewisses Quantum von Offenbarungen gegeben, die sich innerhalb der Menschheit selber nun weiter ausbilden sollen. Daher darf sich das Bodhisattva-Wesen, nachdem es Buddha geworden ist, von der Erde zurückziehen in gewisse geistige Höhen, darf dort verweilen und die Angelegenheiten der Menschheit von dort aus weiterlenken, wo es nur noch einem gewissen hellseherischen Vermögen möglich ist, es zu sehen.

[ 19 ] Wenn ein solcher Bodhisattva es durch seine frühere Entwickelung dahin gebracht hat, einen Menschenleib so vollkommen zu machen, daß er Fähigkeiten entwickeln kann für die Eigenschaften, die mit der Mission des Bodhisattva zusammenhängen, dann braucht er sich nicht mehr zu verkörpern. Dann schwebt er, die Angelegenheiten der Menschen fördernd und leitend, in geistigen Regionen und wirkt von dort in die Menschheit hinein. Und die Menschen haben dann die Aufgabe, das, was ihnen früher von Himmelshöhen heruntergeströmt ist, weiter auszubilden und sich zu sagen: Wir müssen uns jetzt so entwickeln, daß wir jene Fähigkeiten ausbilden, welche wir zum ersten Male in vollstem Maß erreicht sehen in derjenigen Inkarnation, die durch die Fähigkeiten des Bodhisattva erreicht worden ist und die im Buddha aufgetreten ist. Und wie die Wesenheit, die durch Epochen hindurch als Bodhisattva gewirkt hat, sich ausnimmt als Mensch, auch als voller einzelner Mensch, wo alles in die menschliche Natur hineingenommen ist, was früher aus Himmelshöhen hineinströmte, das noch an einem einzelnen Menschen zu zeigen, was der Bodhisattva vermag, das heißt «Buddha» sein. Das hat der Buddha noch gezeigt. Hätte der Bodhisattva sich früher von seiner Mission zurückgezogen, dann hätten die Menschen nicht mehr der Wohltat teilhaftig werden können, daß ihnen diese Fähigkeiten zufließen aus den Höhen. Nachdem aber die Entwickelung so weit fortgeschritten war, daß diese Fähigkeiten in einem einzelnen menschlichen Exemplar auf der Erde vorhanden sein konnten, da war auch die Keimanlage dazu geschaffen, daß die Menschen sie in der Zukunft bei sich selbst ausbilden konnten. So zieht sich die Individualität, die sich vorher als Bodhisattva entwickelt hat und die, solange sie Bodhisattva war, nicht ganz in die menschliche Gestalt hineingegangen ist, sondern hineinragte in die Himmelshöhen, so zieht sich die Individualität des Bodhisattva einmal völlig in einen Menschen hinein, so daß sie voll erfaßt wird von dieser Inkarnation. Dann aber zieht sie sich auch wieder zurück. Denn jetzt ist — mit dieser Inkarnation als Buddha - der Menschheit ein gewisses Quantum von Offenbarungen gegeben, die sich innerhalb der Menschheit selber nun weiter ausbilden sollen. Daher darf sich das Bodhisattva-Wesen, nachdem es Buddha geworden ist, von der Erde zurückziehen in gewisse geistige Höhen, darf dort verweilen und die Angelegenheiten der Menschheit von dort aus weiterlenken, wo es nur noch einem gewissen hellseherischen Vermögen möglich ist, es zu sehen.

[ 20 ] Welche Aufgabe hatte denn jene wunderbare, jene gewaltige, große Individualität, die man im gewöhnlichen Leben den Buddha nennt? Wenn wir die Aufgabe, die Mission dieses Buddha wirklich einsehen wollen im Sinne der wahren Esoterik, so müssen wir uns folgendes sagen. Das ganze Erkenntnisvermögen der Menschheit hat sich nach und nach entwickelt. Wir haben immer wieder darauf aufmerksam gemacht, wie in der atlantischen Zeit ein großer Teil der Menschheit hellseherisch hineinblicken konnte in die geistigen Welten, und wir haben gesagt, daß gewisse Reste des alten Hellsehens noch in der nachatlantischen Zeit vorhanden waren. Würden wir von der atlantischen Zeit hinabsteigen in die altindische, in die urpersische, in die ägyptischchaldäische Zeit, ja bis in die griechisch-lateinische Zeit noch hinein, so würden wir zahlreiche Menschen finden, viel mehr als die heutige Menschheit sich träumen läßt, die Erbstücke dieses alten Hellsehens hatten, denen der astralische Plan offen war, die hineinsahen in die verborgenen Tiefen des Daseins. Den ätherischen Leib des Menschen zu sehen, war selbst noch in der griechisch-lateinischen Zeit für einen großen Teil der Menschen etwas ganz Gewöhnliches, namentlich aber den Kopfteil des Menschen umgeben von jener ätherischen Wolke, die sich freilich nach und nach ganz in dem Innern des Kopfteiles verborgen hat. |

[ 20 ] Welche Aufgabe hatte denn jene wunderbare, jene gewaltige, große Individualität, die man im gewöhnlichen Leben den Buddha nennt? Wenn wir die Aufgabe, die Mission dieses Buddha wirklich einsehen wollen im Sinne der wahren Esoterik, so müssen wir uns folgendes sagen. Das ganze Erkenntnisvermögen der Menschheit hat sich nach und nach entwickelt. Wir haben immer wieder darauf aufmerksam gemacht, wie in der atlantischen Zeit ein großer Teil der Menschheit hellseherisch hineinblicken konnte in die geistigen Welten, und wir haben gesagt, daß gewisse Reste des alten Hellsehens noch in der nachatlantischen Zeit vorhanden waren. Würden wir von der atlantischen Zeit hinabsteigen in die altindische, in die urpersische, in die ägyptischchaldäische Zeit, ja bis in die griechisch-lateinische Zeit noch hinein, so würden wir zahlreiche Menschen finden, viel mehr als die heutige Menschheit sich träumen läßt, die Erbstücke dieses alten Hellsehens hatten, denen der astralische Plan offen war, die hineinsahen in die verborgenen Tiefen des Daseins. Den ätherischen Leib des Menschen zu sehen, war selbst noch in der griechisch-lateinischen Zeit für einen großen Teil der Menschen etwas ganz Gewöhnliches, namentlich aber den Kopfteil des Menschen umgeben von jener ätherischen Wolke, die sich freilich nach und nach ganz in dem Innern des Kopfteiles verborgen hat. |

[ 21 ] Aber die Menschheit mußte zu jener Erkenntnis aufsteigen, welche nach und nach die vollkommene Sinneserkenntnis wurde, zu jener Erkenntnis, die durch die äußeren Sinne und durch diejenigen geistigen Fähigkeiten erworben wird, welche auf die äußeren Sinne gerichtet sind. Der Mensch mußte allmählich sozusagen völlig heraussteigen aus der geistigen Welt und eintreten in die bloße Sinnesbetrachtung, in das vernünftige, logische Denken. Allmählich mußte sich der Mensch zu dieser nichthellseherischen Erkenntnis aufschwingen, weil er durch sie hindurchgehen mußte, um in der Zukunft wiederum die hellsichtige Erkenntnis zu erlangen, aber dann vereinigt mit dem, was er sich als Sinnes- und Verstandeserkenntnis erworben hat.

[ 21 ] Aber die Menschheit mußte zu jener Erkenntnis aufsteigen, welche nach und nach die vollkommene Sinneserkenntnis wurde, zu jener Erkenntnis, die durch die äußeren Sinne und durch diejenigen geistigen Fähigkeiten erworben wird, welche auf die äußeren Sinne gerichtet sind. Der Mensch mußte allmählich sozusagen völlig heraussteigen aus der geistigen Welt und eintreten in die bloße Sinnesbetrachtung, in das vernünftige, logische Denken. Allmählich mußte sich der Mensch zu dieser nichthellseherischen Erkenntnis aufschwingen, weil er durch sie hindurchgehen mußte, um in der Zukunft wiederum die hellsichtige Erkenntnis zu erlangen, aber dann vereinigt mit dem, was er sich als Sinnes- und Verstandeserkenntnis erworben hat.

[ 22 ] In dieser Zeit leben wir in der Gegenwart. Wir blicken auf eine Vergangenheit hin, in welcher die Menschheit hellsichtig war, und wir blicken in eine Zukunft hinein, wo die Menschen wiederum hellsichtig sein werden. In unserer Zwischenzeit aber sind die Menschen in der Mehrzahl auf das angewiesen, was sie mit den Sinnen wahrnehmen und mit dem Verstande und der Vernunft begreifen. Zwar gibt es auch eine gewisse Höhe der Sinnesanschauung und der Verstandes- und Vernunfterkenntnis. Überall aber gibt esGrade in der Erkenntnis. Der eine wandelt in der betreffenden Inkarnation seines Erdendaseins so, daß er nur weniges einsieht von dem, was Moral ist, daß er nur wenig Mitleid entfaltet zu den Mitmenschen: wir nennen ihn einen Menschen auf einer niederen moralischen Stufe. Oder ein anderer wandelt so durch das Leben, daß seine intellektuellen Kräfte wenig ausgebildet sind: wir nennen ihn einen Menschen auf einer niederen intellektuellen Stufe. Wir wissen aber, daß diese intellektuellen Erkenntniskräfte hinaufgehen können bis zu einer hohen Stufe. Von dem Menschen, der wenig moralisch und intellektuell ist, bis zu dem Menschen, den wir im Sinne Fichtes ein «moralisches Genie» nennen und der sich bis zur höchsten moralischen Phantasie entwickelt, haben wir alle möglichen Zwischenstufen; und wir wissen, daß wir uns zu dieser Höhe der menschlichen Vollkommenheit für die Gegenwart hinaufentwickeln können, ohne hellseherische Kräfte zu haben, nur durch die Veredelung derjenigen Kräfte, welche dem gewöhnlichen Menschen zur Verfügung stehen. Diese Stufen mußten von der Menschheit erst erreicht werden im Laufe der Erdenentwickelung. Was heute der Mensch schon bis zu einem gewissen Grade durch die eigene Intelligenz erkennt, und auch, was er durch die eigene moralische Kraft erreicht, nämlich daß man mit den Leiden und Schmerzen des anderen Menschen Mitleid haben soll, das hätte der Mensch der Urzeit nicht durch sich selbst erringen können. Man kann heute sagen, daß sich der gesunde moralische Sinn des Menschen schon zu dieser Einsicht auch ohne Hellsichtigkeit erhebt, und die Menschen werden sich immer mehr zu der Einsicht erheben können, daß Mitleid die höchste Tugend ist und daß die Menschheit ohne Liebe nicht weiter vorwärtskommen könnte. Man kann sagen: Dies kann heute der menschliche moralische Sinn erkennen, und er wird sich noch immer mehr und mehr steigern. Aber man muß zurückblicken in Zeiten, in welchen der moralische Sinn so war, daß er das nicht hat selbst einsehen können.

[ 22 ] In dieser Zeit leben wir in der Gegenwart. Wir blicken auf eine Vergangenheit hin, in welcher die Menschheit hellsichtig war, und wir blicken in eine Zukunft hinein, wo die Menschen wiederum hellsichtig sein werden. In unserer Zwischenzeit aber sind die Menschen in der Mehrzahl auf das angewiesen, was sie mit den Sinnen wahrnehmen und mit dem Verstande und der Vernunft begreifen. Zwar gibt es auch eine gewisse Höhe der Sinnesanschauung und der Verstandes- und Vernunfterkenntnis. Überall aber gibt esGrade in der Erkenntnis. Der eine wandelt in der betreffenden Inkarnation seines Erdendaseins so, daß er nur weniges einsieht von dem, was Moral ist, daß er nur wenig Mitleid entfaltet zu den Mitmenschen: wir nennen ihn einen Menschen auf einer niederen moralischen Stufe. Oder ein anderer wandelt so durch das Leben, daß seine intellektuellen Kräfte wenig ausgebildet sind: wir nennen ihn einen Menschen auf einer niederen intellektuellen Stufe. Wir wissen aber, daß diese intellektuellen Erkenntniskräfte hinaufgehen können bis zu einer hohen Stufe. Von dem Menschen, der wenig moralisch und intellektuell ist, bis zu dem Menschen, den wir im Sinne Fichtes ein «moralisches Genie» nennen und der sich bis zur höchsten moralischen Phantasie entwickelt, haben wir alle möglichen Zwischenstufen; und wir wissen, daß wir uns zu dieser Höhe der menschlichen Vollkommenheit für die Gegenwart hinaufentwickeln können, ohne hellseherische Kräfte zu haben, nur durch die Veredelung derjenigen Kräfte, welche dem gewöhnlichen Menschen zur Verfügung stehen. Diese Stufen mußten von der Menschheit erst erreicht werden im Laufe der Erdenentwickelung. Was heute der Mensch schon bis zu einem gewissen Grade durch die eigene Intelligenz erkennt, und auch, was er durch die eigene moralische Kraft erreicht, nämlich daß man mit den Leiden und Schmerzen des anderen Menschen Mitleid haben soll, das hätte der Mensch der Urzeit nicht durch sich selbst erringen können. Man kann heute sagen, daß sich der gesunde moralische Sinn des Menschen schon zu dieser Einsicht auch ohne Hellsichtigkeit erhebt, und die Menschen werden sich immer mehr zu der Einsicht erheben können, daß Mitleid die höchste Tugend ist und daß die Menschheit ohne Liebe nicht weiter vorwärtskommen könnte. Man kann sagen: Dies kann heute der menschliche moralische Sinn erkennen, und er wird sich noch immer mehr und mehr steigern. Aber man muß zurückblicken in Zeiten, in welchen der moralische Sinn so war, daß er das nicht hat selbst einsehen können.

[ 23 ] Es gab Zeiten, in welchen die Menschen nimmermehr hätten selbst einsehen können, daß Mitleid und Liebe zu der höchsten Entwickelung der menschlichen Seele gehören könnten. Daher mußten sich verkörpern in Menschengestalten solche geistige Wesenheiten, zu denen auch zum Beispiel die Bodhisattvas gehören, die aus höheren Welten herunter die Offenbarungen empfingen von der wirkenden Kraft des Mitleides, von der wirkenden Kraft der Liebe, und welche den Menschen zu sagen vermochten, wie sie sich zu verhalten hatten in Mitleid und Liebe, weil die Menschen noch nicht reif waren, um aus ihren eigenen Kräften heraus das einzusehen. Was die Menschen heute aus eigener Kraft heraus als die hohe Tugend des Mitleides und der Liebe erkennen, wozu der moralische Sinn sich erhebt, das mußte durch Epochen und Epochen aus Himmelshöhen gelehrt werden. Und der Lehrer der Liebe und des Mitleides in jenen Zeiten, als die Menschen selber noch nicht die Einsicht in die Natur des Mitleides und der Liebe hatten, war derjenige Bodhisattva, der sich dann in dem Gautama Buddha zum letzten Male verkörperte. Ä

[ 23 ] Es gab Zeiten, in welchen die Menschen nimmermehr hätten selbst einsehen können, daß Mitleid und Liebe zu der höchsten Entwickelung der menschlichen Seele gehören könnten. Daher mußten sich verkörpern in Menschengestalten solche geistige Wesenheiten, zu denen auch zum Beispiel die Bodhisattvas gehören, die aus höheren Welten herunter die Offenbarungen empfingen von der wirkenden Kraft des Mitleides, von der wirkenden Kraft der Liebe, und welche den Menschen zu sagen vermochten, wie sie sich zu verhalten hatten in Mitleid und Liebe, weil die Menschen noch nicht reif waren, um aus ihren eigenen Kräften heraus das einzusehen. Was die Menschen heute aus eigener Kraft heraus als die hohe Tugend des Mitleides und der Liebe erkennen, wozu der moralische Sinn sich erhebt, das mußte durch Epochen und Epochen aus Himmelshöhen gelehrt werden. Und der Lehrer der Liebe und des Mitleides in jenen Zeiten, als die Menschen selber noch nicht die Einsicht in die Natur des Mitleides und der Liebe hatten, war derjenige Bodhisattva, der sich dann in dem Gautama Buddha zum letzten Male verkörperte. Ä

[ 24 ] So war der Buddha vorher der Bodhisattva, welcher der Lehrer von Liebe und Mitleid und von alledem war, was damit zusammenhängt. Er war es durch jene charakterisierten Epochen hindurch, in denen die Menschen von Natur aus noch in einer gewissen Weise heilsichtig waren. Er verkörperte sich als Bodhisattva in solchen hellsichtigen Menschenleibern. Und als er sich dann als der Buddha verkörperte und in diese früheren Verkörperungen hellsichtig hineinblickte - von Inkarnation zu Inkarnation —, da konnte er sagen, wie sich das Innere der Seele fühlte, wenn sie hineinschaute in die Tiefen des Daseins, die hinter dem Sinnenschein verborgen sind. Diese Fähigkeit hatte er in den früheren Verkörperungen, und mit dieser Fähigkeit wurde er geboren innerhalb des Geschlechtes der Sakya, aus dem der Vater des Gautama, Suddhodana, stammte. Damals, als Gautama Buddha geboren wurde, war er noch der Bodhisattva. Das heißt, er erschien als das Wesen, zu dem er sich in seinen vorhergehenden Inkarnationen hinaufentwickelt hatte. Derjenige also, den man gewöhnlich den Buddha nennt, wurde geboren durch seinen Vater Suddhodana und seine Mutter Mayadevi als der Bodhisattva. Aber da er eben als Bodhisattva geboren wurde, hatte er als Kind in hohem Grade die Fähigkeit der Hellsichtigkeit. Hineinzuschauen vermochte er in die Tiefen des Daseins.

[ 24 ] So war der Buddha vorher der Bodhisattva, welcher der Lehrer von Liebe und Mitleid und von alledem war, was damit zusammenhängt. Er war es durch jene charakterisierten Epochen hindurch, in denen die Menschen von Natur aus noch in einer gewissen Weise heilsichtig waren. Er verkörperte sich als Bodhisattva in solchen hellsichtigen Menschenleibern. Und als er sich dann als der Buddha verkörperte und in diese früheren Verkörperungen hellsichtig hineinblickte - von Inkarnation zu Inkarnation —, da konnte er sagen, wie sich das Innere der Seele fühlte, wenn sie hineinschaute in die Tiefen des Daseins, die hinter dem Sinnenschein verborgen sind. Diese Fähigkeit hatte er in den früheren Verkörperungen, und mit dieser Fähigkeit wurde er geboren innerhalb des Geschlechtes der Sakya, aus dem der Vater des Gautama, Suddhodana, stammte. Damals, als Gautama Buddha geboren wurde, war er noch der Bodhisattva. Das heißt, er erschien als das Wesen, zu dem er sich in seinen vorhergehenden Inkarnationen hinaufentwickelt hatte. Derjenige also, den man gewöhnlich den Buddha nennt, wurde geboren durch seinen Vater Suddhodana und seine Mutter Mayadevi als der Bodhisattva. Aber da er eben als Bodhisattva geboren wurde, hatte er als Kind in hohem Grade die Fähigkeit der Hellsichtigkeit. Hineinzuschauen vermochte er in die Tiefen des Daseins.

[ 25 ] Seien wir uns klar, daß das Hineinschauen in die Tiefen des Daseins im Verlaufe der Menschheitsentwickelung allmählich ganz besondere Formen angenommen hat. Die Mission der Menschheitsentwickelung auf der Erde war es, allmählich die Gabe des alten dumpfen Hellsehens zurücktreten zu lassen; und was als Erbstück des alten Hellsehens zurückgeblieben war, das waren daher nicht die besten Teile dieses alten Hellsehens. Diese besten Teile sind zuerst verlorengegangen. Was zurückgeblieben war, das war vielfach ein niederes Hineinschauen in die astraleWelt, das war gerade ein Erblicken jener dämonischen Gewalten, die den Menschen in seinen Trieben und Leidenschaften hinunterziehen in eine niedere Sphäre. Wir können ja durch die Einweihung hineinblicken in die geistige Welt und die Kräfte und Wesenheiten sehen, die mit den schönsten Gedanken und Empfindungen der Menschheit zusammenhängen; aber wir sehen auch diejenigen geistigen Mächte, welche hinter der wüsten Leidenschaft, hinter der wilden Sinnlichkeit und dem verzehrenden Egoismus stehen. Was im weiten Umkreise für die Menschen erhalten geblieben war - nicht bei den Eingeweihten, sondern bei der großen Mehrzahl der Menschen -, das war gerade das Schauen dieser wilden dämonischen Gewalten, die hinter den niederen menschlichen Leidenschaften stehen. Wer überhaupt hineinsieht in die geistige Welt, der kann das alles natürlich selbst auch schauen. Das hängt von der Entwickelung der menschlichen Fähigkeiten ab. Der Mensch kann nicht das eine ohne das andere erreichen.

[ 25 ] Seien wir uns klar, daß das Hineinschauen in die Tiefen des Daseins im Verlaufe der Menschheitsentwickelung allmählich ganz besondere Formen angenommen hat. Die Mission der Menschheitsentwickelung auf der Erde war es, allmählich die Gabe des alten dumpfen Hellsehens zurücktreten zu lassen; und was als Erbstück des alten Hellsehens zurückgeblieben war, das waren daher nicht die besten Teile dieses alten Hellsehens. Diese besten Teile sind zuerst verlorengegangen. Was zurückgeblieben war, das war vielfach ein niederes Hineinschauen in die astraleWelt, das war gerade ein Erblicken jener dämonischen Gewalten, die den Menschen in seinen Trieben und Leidenschaften hinunterziehen in eine niedere Sphäre. Wir können ja durch die Einweihung hineinblicken in die geistige Welt und die Kräfte und Wesenheiten sehen, die mit den schönsten Gedanken und Empfindungen der Menschheit zusammenhängen; aber wir sehen auch diejenigen geistigen Mächte, welche hinter der wüsten Leidenschaft, hinter der wilden Sinnlichkeit und dem verzehrenden Egoismus stehen. Was im weiten Umkreise für die Menschen erhalten geblieben war - nicht bei den Eingeweihten, sondern bei der großen Mehrzahl der Menschen -, das war gerade das Schauen dieser wilden dämonischen Gewalten, die hinter den niederen menschlichen Leidenschaften stehen. Wer überhaupt hineinsieht in die geistige Welt, der kann das alles natürlich selbst auch schauen. Das hängt von der Entwickelung der menschlichen Fähigkeiten ab. Der Mensch kann nicht das eine ohne das andere erreichen.

[ 26 ] Der Buddha mußte sich als Bodhisattva natürlich in einem menschlichen Leibe verkörpern, der so organisiert war, wie menschliche Leiber damals organisiert waren, in einem Leibe, der ihm die Fähigkeit gab, tief hineinzuschauen in die astralen Untergründe des Daseins. Als Kind schon war er fähig, alles das an astralen Gewalten zu schauen, was der wilden, stürmischen Leidenschaft, was der verzehrenden, gierigen Sinnlichkeit zugrunde liegt. Man hatte ihn davor bewahrt, die Außenwelt in ihrer physischen Verderbtheit und in ihren Qualen und Schmerzen zu schauen. Im Palaste abgeschlossen, vor allem behütet, wurde er verzogen und verzärtelt, weil man aus den herrschenden Vorurteilen heraus ihm das seinem Stande gemäß schuldig zu sein glaubte. Aber durch dieses Abgeschlossensein kam um so mehr die innere Schaukraft bei ihm zum Vorschein. Und während er sorgfältig behütet wurde und alles von ihm ferngehalten wurde, was an Krankheit und Schmerzen erinnert, hatte er in seiner Abgeschlossenheit sein geistiges Auge offen für die astralischen Bilder. Ihn umgaukelten da die astralischen Bilder alles dessen, was den Menschen an wilden Leidenschaften niederziehen kann.

[ 26 ] Der Buddha mußte sich als Bodhisattva natürlich in einem menschlichen Leibe verkörpern, der so organisiert war, wie menschliche Leiber damals organisiert waren, in einem Leibe, der ihm die Fähigkeit gab, tief hineinzuschauen in die astralen Untergründe des Daseins. Als Kind schon war er fähig, alles das an astralen Gewalten zu schauen, was der wilden, stürmischen Leidenschaft, was der verzehrenden, gierigen Sinnlichkeit zugrunde liegt. Man hatte ihn davor bewahrt, die Außenwelt in ihrer physischen Verderbtheit und in ihren Qualen und Schmerzen zu schauen. Im Palaste abgeschlossen, vor allem behütet, wurde er verzogen und verzärtelt, weil man aus den herrschenden Vorurteilen heraus ihm das seinem Stande gemäß schuldig zu sein glaubte. Aber durch dieses Abgeschlossensein kam um so mehr die innere Schaukraft bei ihm zum Vorschein. Und während er sorgfältig behütet wurde und alles von ihm ferngehalten wurde, was an Krankheit und Schmerzen erinnert, hatte er in seiner Abgeschlossenheit sein geistiges Auge offen für die astralischen Bilder. Ihn umgaukelten da die astralischen Bilder alles dessen, was den Menschen an wilden Leidenschaften niederziehen kann.

[ 27 ] Wer mit dem geistigen Auge, wer mit wirklicher Esoterik die, wenn auch exoterisch, aufbewahrt gebliebene Biographie des Buddha zu lesen vermag, der wird das selbst ahnen, wenn ihm mitgeteilt wird, was jetzt gesagt worden ist. Denn das muß betont werden: Man kann vieles aus den exoterischen Berichten nicht verstehen, wenn man nicht in die esoterischen Untergründe eindringen kann. Und was man am wenigsten aus den exoterischen Berichten verstehen kann, das ist das BuddhaLeben. Es muß einem eigentlich sonderbar erscheinen, wenn die Orientalisten und andere, die sich mit dem Buddha-Leben befassen, darin beschrieben finden, daß der Buddha in seinem Palaste umgeben war mit «vierzigtausend Tänzerinnen und vierundachtzigtausend Frauen». Das verzeichnen heute schon die Bücher, die man für ein paar Pfennige kaufen kann; aber man merkt, daß die Schreiber nicht sonderlich erstaunt sind über einen Harem von vierzigtausend Tänzerinnen und vierundachtzigtausend Frauen. Was heißt das? Die Leute wissen nicht, daß damit auf etwas hingewiesen wird, was der Buddha in vollem Maße, wie es nur auf ein menschliches Herz ausgeschüttet werden kann, durch das astralische Schauen erlebte: wie er von Kindheit an zwar nicht erlebte, was draußen an Leiden und Schmerzen in der physischen Menschenwelt vorging, denn davor war er zunächst behütet, wie er aber das alles als geistige Wirksamkeiten in der geistigen Welt schaute. Er schaute es, weil er hineingeboren war in einen Leib, wie er aus der damaligen Zeit geboren werden konnte, und er war von Anfang an gefeit und gekräftigt und erhoben über alles, was da an den furchtbarsten Gaukelbildern ihn umgab, weil er in seinen früheren Inkarnationen sich bis zur Höhe des Bodhisattva erhoben hatte. Weil er aber als die Individualität des Bodhisattva in dieser menschlichen Inkarnation lebte, drängte es ihn hinaus, um dasjenige zu sehen, worauf ihn jedes einzelne Bild dieser astralischen Welt, wie sie ihn im Palaste umgab, hinwies. Jedes einzelne Bild drängte ihn gleichsam hinaus, die Welt zu sehen, sozusagen sein Gefängnis zu verlassen. Das war die treibende Kraft in seiner Seele. Denn in ihm lebte als Bodhisattva eine hohe Geisteskraft. Gerade diejenige Geisteskraft lebte in ihm, welche mit der Mission zusammenhängt, der Menschheit zu lehren die ganze Kraft von Mitleid und Liebe und alledem, was damit zusammenhängt. Dazu mußte er selbst diese Menschheit in der Welt kennenlernen, er mußte sie in der Welt sehen, in welcher sie eben aus dem moralischen Sinn heraus die Lehre von Mitleid und von der Liebe erleben kann. Er mußte die Menschheit in der physischen Welt kennenlernen. Er mußte hinaufsteigen vom Bodhisattva zum Buddha, ein Mensch unter Menschen. Das konnte er nur, wenn er sich von alledem abwendete, was ihm an Fähigkeiten aus den früheren Inkarnationen geblieben war, wenn er hinausging auf den physischen Plan, um dort mit den Menschen so zu leben, daß er innerhalb dieser Menschheit ein Musterbeispiel, ein Ideal, ein Vorbild eben darstellte für die Entwickelung dieser charakterisierten besonderen Eigenschaften.

[ 27 ] Wer mit dem geistigen Auge, wer mit wirklicher Esoterik die, wenn auch exoterisch, aufbewahrt gebliebene Biographie des Buddha zu lesen vermag, der wird das selbst ahnen, wenn ihm mitgeteilt wird, was jetzt gesagt worden ist. Denn das muß betont werden: Man kann vieles aus den exoterischen Berichten nicht verstehen, wenn man nicht in die esoterischen Untergründe eindringen kann. Und was man am wenigsten aus den exoterischen Berichten verstehen kann, das ist das BuddhaLeben. Es muß einem eigentlich sonderbar erscheinen, wenn die Orientalisten und andere, die sich mit dem Buddha-Leben befassen, darin beschrieben finden, daß der Buddha in seinem Palaste umgeben war mit «vierzigtausend Tänzerinnen und vierundachtzigtausend Frauen». Das verzeichnen heute schon die Bücher, die man für ein paar Pfennige kaufen kann; aber man merkt, daß die Schreiber nicht sonderlich erstaunt sind über einen Harem von vierzigtausend Tänzerinnen und vierundachtzigtausend Frauen. Was heißt das? Die Leute wissen nicht, daß damit auf etwas hingewiesen wird, was der Buddha in vollem Maße, wie es nur auf ein menschliches Herz ausgeschüttet werden kann, durch das astralische Schauen erlebte: wie er von Kindheit an zwar nicht erlebte, was draußen an Leiden und Schmerzen in der physischen Menschenwelt vorging, denn davor war er zunächst behütet, wie er aber das alles als geistige Wirksamkeiten in der geistigen Welt schaute. Er schaute es, weil er hineingeboren war in einen Leib, wie er aus der damaligen Zeit geboren werden konnte, und er war von Anfang an gefeit und gekräftigt und erhoben über alles, was da an den furchtbarsten Gaukelbildern ihn umgab, weil er in seinen früheren Inkarnationen sich bis zur Höhe des Bodhisattva erhoben hatte. Weil er aber als die Individualität des Bodhisattva in dieser menschlichen Inkarnation lebte, drängte es ihn hinaus, um dasjenige zu sehen, worauf ihn jedes einzelne Bild dieser astralischen Welt, wie sie ihn im Palaste umgab, hinwies. Jedes einzelne Bild drängte ihn gleichsam hinaus, die Welt zu sehen, sozusagen sein Gefängnis zu verlassen. Das war die treibende Kraft in seiner Seele. Denn in ihm lebte als Bodhisattva eine hohe Geisteskraft. Gerade diejenige Geisteskraft lebte in ihm, welche mit der Mission zusammenhängt, der Menschheit zu lehren die ganze Kraft von Mitleid und Liebe und alledem, was damit zusammenhängt. Dazu mußte er selbst diese Menschheit in der Welt kennenlernen, er mußte sie in der Welt sehen, in welcher sie eben aus dem moralischen Sinn heraus die Lehre von Mitleid und von der Liebe erleben kann. Er mußte die Menschheit in der physischen Welt kennenlernen. Er mußte hinaufsteigen vom Bodhisattva zum Buddha, ein Mensch unter Menschen. Das konnte er nur, wenn er sich von alledem abwendete, was ihm an Fähigkeiten aus den früheren Inkarnationen geblieben war, wenn er hinausging auf den physischen Plan, um dort mit den Menschen so zu leben, daß er innerhalb dieser Menschheit ein Musterbeispiel, ein Ideal, ein Vorbild eben darstellte für die Entwickelung dieser charakterisierten besonderen Eigenschaften.

[ 28 ] Um in diesem Sinne von einem Bodhisattva zu einem Buddha zu werden, sind natürlich mancherlei Entwickelungs-Zwischenstufen nötig. Das macht sich nicht von heute auf morgen. Heraus drängte es ihn aus dem Königspalast. Und der Bericht sagt uns, daß er draußen, als er einmal gleichsam «ausbrach» aus seinem Palastgefängnis, einen alten Mann fand, einen Greis. Er war bisher nur umgeben worden von den Bildern der Jugend, er hatte glauben sollen, daß es nur die strotzende Kraft der Jugend gibt. Nun hatte er das, was sich auf dem physischen Plan als Alter darstellt, in dem Greise kennengelernt. Und weiter lernte er jetzt einen kranken Menschen kennen, und dann lernte er einen Leichnam kennen, das heißt also den Tod auf dem physischen Plan. Das alles trat jetzt, wo er den physischen Plan wirklich ins Auge fassen konnte, vor seiner Seele auf.

[ 28 ] Um in diesem Sinne von einem Bodhisattva zu einem Buddha zu werden, sind natürlich mancherlei Entwickelungs-Zwischenstufen nötig. Das macht sich nicht von heute auf morgen. Heraus drängte es ihn aus dem Königspalast. Und der Bericht sagt uns, daß er draußen, als er einmal gleichsam «ausbrach» aus seinem Palastgefängnis, einen alten Mann fand, einen Greis. Er war bisher nur umgeben worden von den Bildern der Jugend, er hatte glauben sollen, daß es nur die strotzende Kraft der Jugend gibt. Nun hatte er das, was sich auf dem physischen Plan als Alter darstellt, in dem Greise kennengelernt. Und weiter lernte er jetzt einen kranken Menschen kennen, und dann lernte er einen Leichnam kennen, das heißt also den Tod auf dem physischen Plan. Das alles trat jetzt, wo er den physischen Plan wirklich ins Auge fassen konnte, vor seiner Seele auf.

[ 29 ] Sehr bezeichnend für das, was der Buddha eigentlich ist, wird jetzt in dieser Legende, die hier wiederum wahrer ist als irgendeine äußere Wissenschaft, gesagt: Als er hinausfuhr aus dem königlichen Palast, da wurde er von einem Pferde gefahren, das sich so darüber grämte, daß er jetzt alles verlassen wollte, in das er hineingeboren war, daß es aus Gram darüber starb und daß es dann versetzt wurde als eine geistige Wesenheit in die geistige Welt hinauf. — In diesem Bilde drückt sich eine tiefe Wahrheit aus. Es würde heute zu weit führen, wenn ich ausführlich auseinandersetzen wollte, warum gerade das Pferd verwendet wird für eine menschliche Geisteskraft. Ich erinnere nur an Plato, der von einem Pferde spricht, das er an einem Zügel hält, als er ein Bild gebrauchen will für gewisse menschliche Fähigkeiten, die noch von oben gegeben sind, die nicht aus dem eigenen Innern des Menschen entwickelt worden sind. Als der Buddha aus dem Königspalast heraustritt, da läßt er die Fähigkeiten, die sich nicht aus dem Innern der Seele selber entwickelt haben, hinter sich. Sie läßt er in den geistigen Welten, aus denen heraus sie ihn immer geleitet haben. Das wird in dem Pferd angedeutet, das aus Gram stirbt, als er es verläßt, und das dann in die geistige Welt versetzt wird.

[ 29 ] Sehr bezeichnend für das, was der Buddha eigentlich ist, wird jetzt in dieser Legende, die hier wiederum wahrer ist als irgendeine äußere Wissenschaft, gesagt: Als er hinausfuhr aus dem königlichen Palast, da wurde er von einem Pferde gefahren, das sich so darüber grämte, daß er jetzt alles verlassen wollte, in das er hineingeboren war, daß es aus Gram darüber starb und daß es dann versetzt wurde als eine geistige Wesenheit in die geistige Welt hinauf. — In diesem Bilde drückt sich eine tiefe Wahrheit aus. Es würde heute zu weit führen, wenn ich ausführlich auseinandersetzen wollte, warum gerade das Pferd verwendet wird für eine menschliche Geisteskraft. Ich erinnere nur an Plato, der von einem Pferde spricht, das er an einem Zügel hält, als er ein Bild gebrauchen will für gewisse menschliche Fähigkeiten, die noch von oben gegeben sind, die nicht aus dem eigenen Innern des Menschen entwickelt worden sind. Als der Buddha aus dem Königspalast heraustritt, da läßt er die Fähigkeiten, die sich nicht aus dem Innern der Seele selber entwickelt haben, hinter sich. Sie läßt er in den geistigen Welten, aus denen heraus sie ihn immer geleitet haben. Das wird in dem Pferd angedeutet, das aus Gram stirbt, als er es verläßt, und das dann in die geistige Welt versetzt wird.

[ 30 ] Aber nach und nach nur kann der Buddha das werden, was er in seiner letzten Inkarnation auf der Erde werden sollte. Er muß ja erst auf dem physischen Plan kennenlernen, was er als Bodhisattva nur aus der geistigen Anschauung kennengelernt hat. Da lernt er zuerst zwei Lehrer kennen. Der eine ist ein Vertreter jener altindischen Weltanschauung, die man als die Sankhya-Philosophie bezeichnet, und der andere ist ein Vertreter der Yoga-Philosophie. Diese beiden lernt der Buddha kennen und vertieft sich in das, was sie ihm darzubieten vermögen. Er lebt darinnen. Denn wenn man selbst ein noch so hohes Wesen ist, so muß man sich doch in das Äußere, was die Menschheit sich erobert hat, erst hineinfinden. Wenn es ein Bodhisattva auch schneller lernen kann, er muß es doch erst lernen. Der Bodhisattva, der etwa fünf oder sechs Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung gelebt hat, müßte doch, wenn er heute geboren würde - so, wie die Kinder in der Schule lernen -, erst das nachholen, was sich mittlerweile auf der Erde zugetragen hat, während er in Himmelshöhen gelebt hat. So mußte der Buddha auch dasjenige, was sich seit seiner letzten Inkarnation zugetragen hatte, kennenlernen.

[ 30 ] Aber nach und nach nur kann der Buddha das werden, was er in seiner letzten Inkarnation auf der Erde werden sollte. Er muß ja erst auf dem physischen Plan kennenlernen, was er als Bodhisattva nur aus der geistigen Anschauung kennengelernt hat. Da lernt er zuerst zwei Lehrer kennen. Der eine ist ein Vertreter jener altindischen Weltanschauung, die man als die Sankhya-Philosophie bezeichnet, und der andere ist ein Vertreter der Yoga-Philosophie. Diese beiden lernt der Buddha kennen und vertieft sich in das, was sie ihm darzubieten vermögen. Er lebt darinnen. Denn wenn man selbst ein noch so hohes Wesen ist, so muß man sich doch in das Äußere, was die Menschheit sich erobert hat, erst hineinfinden. Wenn es ein Bodhisattva auch schneller lernen kann, er muß es doch erst lernen. Der Bodhisattva, der etwa fünf oder sechs Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung gelebt hat, müßte doch, wenn er heute geboren würde - so, wie die Kinder in der Schule lernen -, erst das nachholen, was sich mittlerweile auf der Erde zugetragen hat, während er in Himmelshöhen gelebt hat. So mußte der Buddha auch dasjenige, was sich seit seiner letzten Inkarnation zugetragen hatte, kennenlernen.

[ 31 ] Und er lernte die Sankhya-Philosophie von dem einen der Lehrer, die Yoga-Philosophie von dem anderen der Lehrer kennen. Da konnte er zuerst einen Blick gewinnen in die Weltanschauungen, die für viele damals die Lebensrätsel lösten, und konnte lernen, wie es einer Seele war, wenn sie diese Weltanschauungen auf sich wirken ließ.

[ 31 ] Und er lernte die Sankhya-Philosophie von dem einen der Lehrer, die Yoga-Philosophie von dem anderen der Lehrer kennen. Da konnte er zuerst einen Blick gewinnen in die Weltanschauungen, die für viele damals die Lebensrätsel lösten, und konnte lernen, wie es einer Seele war, wenn sie diese Weltanschauungen auf sich wirken ließ.

[ 32 ] In der Sankhya-Philosophie hatte er eine fein-logische philosophische Anschauung über die Welt aufnehmen können. Aber je mehr er sich in sie hineinlebte, desto weniger genügte sie ihm. Sie war zuletzt wie ein Gespinst, entbehrte des lebendigen Lebens. Er spürte, daß er die Quellen für das, was er in dieser Inkarnation zu tun hatte, anderswo her nehmen mußte als aus dieser traditionellen Sankhya-Philosophie.

[ 32 ] In der Sankhya-Philosophie hatte er eine fein-logische philosophische Anschauung über die Welt aufnehmen können. Aber je mehr er sich in sie hineinlebte, desto weniger genügte sie ihm. Sie war zuletzt wie ein Gespinst, entbehrte des lebendigen Lebens. Er spürte, daß er die Quellen für das, was er in dieser Inkarnation zu tun hatte, anderswo her nehmen mußte als aus dieser traditionellen Sankhya-Philosophie.

[ 33 ] Das andere war die Yoga-Philosophie des Patanjali, die durch gewisse innere Seelenvorgänge die Verbindung mit dem Göttlichen suchte. So vertiefte er sich auch in die Yoga-Philosophie, nahm sie auf, machte sie zu einem Teil seines Wesens. Aber auch sie ließ ihn unbefriedigt, denn er sah ein, sie ist etwas, was sich von alten Zeiten her fortgepflanzt hat; aber die Menschen mußten zu anderen Fähigkeiten kommen, sie mußten in sich zu einer moralischen Entwickelung kommen. Nachdem Buddha die Yoga-Philosophie in der eigenen Seele geprüft hatte, sah er, daß sie nicht die Quelle für seine Mission damals sein konnte,

[ 33 ] Das andere war die Yoga-Philosophie des Patanjali, die durch gewisse innere Seelenvorgänge die Verbindung mit dem Göttlichen suchte. So vertiefte er sich auch in die Yoga-Philosophie, nahm sie auf, machte sie zu einem Teil seines Wesens. Aber auch sie ließ ihn unbefriedigt, denn er sah ein, sie ist etwas, was sich von alten Zeiten her fortgepflanzt hat; aber die Menschen mußten zu anderen Fähigkeiten kommen, sie mußten in sich zu einer moralischen Entwickelung kommen. Nachdem Buddha die Yoga-Philosophie in der eigenen Seele geprüft hatte, sah er, daß sie nicht die Quelle für seine Mission damals sein konnte,

[ 34 ] Darauf kam er in dieUUmgebung von fünf Einsiedlern. Sie hatten auf dem Wege strengster Selbstzucht unter Kasteiungen und Entbehrungen zu den Geheimnissen des Daseins vorzudringen gesucht. Auch diesen Weg versuchte der Buddha, aber auch von ihm sagte er sich, daß er ihm die Quelle für seine Mission in dieser Zeit nicht sein konnte. Er machte eine Zeitlang alle die Entbehrungen und Kasteiungen durch, wie es die Mönche taten. Er hungerte wie sie, um die Gier vom menschlichen Leben zu entfernen und dadurch tiefere Kräfte heraufzurufen, die gerade dann heraufdringen, wenn der Leib durch Fasten geschwächt ist, und die dann aus den Tiefen des menschlichen Leiblichen rasch hineinführen können in die geistige Welt. Aber gerade weil der Buddha seine Entwickelungsstufe erlangt hatte, sah er das Vergebliche dieses Kasteiens, des Fastens und des Hungerns ein. Er hatte ja, weil er der Bodhisattva war, durch seine Entwickelung in den früheren Inkarnationen diesen menschlichen Leib der damaligen Zeit bis zu der höchsten Höhe der Entwickelung bringen können, bis zu der ein Mensch damals kommen konnte. Daher konnte auch der Buddha das erleben, was ein Mensch erleben muß, wenn er gerade diesen Weg in die geistigen Höhen durchmacht.

[ 34 ] Darauf kam er in dieUUmgebung von fünf Einsiedlern. Sie hatten auf dem Wege strengster Selbstzucht unter Kasteiungen und Entbehrungen zu den Geheimnissen des Daseins vorzudringen gesucht. Auch diesen Weg versuchte der Buddha, aber auch von ihm sagte er sich, daß er ihm die Quelle für seine Mission in dieser Zeit nicht sein konnte. Er machte eine Zeitlang alle die Entbehrungen und Kasteiungen durch, wie es die Mönche taten. Er hungerte wie sie, um die Gier vom menschlichen Leben zu entfernen und dadurch tiefere Kräfte heraufzurufen, die gerade dann heraufdringen, wenn der Leib durch Fasten geschwächt ist, und die dann aus den Tiefen des menschlichen Leiblichen rasch hineinführen können in die geistige Welt. Aber gerade weil der Buddha seine Entwickelungsstufe erlangt hatte, sah er das Vergebliche dieses Kasteiens, des Fastens und des Hungerns ein. Er hatte ja, weil er der Bodhisattva war, durch seine Entwickelung in den früheren Inkarnationen diesen menschlichen Leib der damaligen Zeit bis zu der höchsten Höhe der Entwickelung bringen können, bis zu der ein Mensch damals kommen konnte. Daher konnte auch der Buddha das erleben, was ein Mensch erleben muß, wenn er gerade diesen Weg in die geistigen Höhen durchmacht.

[ 35 ] Wer bis zu einem gewissen Grade der Sankhya- oder der YogaPhilosophie hinaufdringt, ohne das entwickelt zu haben, was der Buddha vorher durchgemacht hatte, wer hinaufdringen will in die reinen Höhen des göttlichen Geistes durch das logische Denken, ohne zuerst den moralischen Sinn im Sinne des Buddha erlangt zu haben, der steht dann vor jener Versuchung, die der Buddha in einer probeweisen Versuchung durchgemacht hat und die uns als die Versuchung durch den Dämon Mara angedeutet wird. Da kommt der Mensch dahin, wo alle Teufel des Hochmutes, der Eitelkeit, des Ehrgeizes ihn durchsetzen. Das lernte der Buddha kennen. Die Gestalt des Mara, der Eitelkeit und des Ehrgeizes, stand vor ihm. Aber weil er auf dieser hohen Stufe eines Bodhisattva war, so erkannte er ihn und war gefeit gegen ihn. Und er wußte sich zu sagen: Wenn sich die Menschen auf dem alten Wege weiterentwickeln, ohne den neuen Einschlag in der Lehre der Liebe und des Mitleides, ohne diesen selbsttätigen moralischen Sinn zu erhalten, dann müssen sie, da sie nicht alle Bodhisattvas sind, diesem Dämon Mara verfallen, der alle Kräfte des Hochmutes und der Eitelkeit in die Seelen senkt. Das ist das, was der Buddha in sich selber erlebte, als er bis in die letzten Konsequenzen dieSankhya- und die Yoga-Philosophie durchmachte.

[ 35 ] Wer bis zu einem gewissen Grade der Sankhya- oder der YogaPhilosophie hinaufdringt, ohne das entwickelt zu haben, was der Buddha vorher durchgemacht hatte, wer hinaufdringen will in die reinen Höhen des göttlichen Geistes durch das logische Denken, ohne zuerst den moralischen Sinn im Sinne des Buddha erlangt zu haben, der steht dann vor jener Versuchung, die der Buddha in einer probeweisen Versuchung durchgemacht hat und die uns als die Versuchung durch den Dämon Mara angedeutet wird. Da kommt der Mensch dahin, wo alle Teufel des Hochmutes, der Eitelkeit, des Ehrgeizes ihn durchsetzen. Das lernte der Buddha kennen. Die Gestalt des Mara, der Eitelkeit und des Ehrgeizes, stand vor ihm. Aber weil er auf dieser hohen Stufe eines Bodhisattva war, so erkannte er ihn und war gefeit gegen ihn. Und er wußte sich zu sagen: Wenn sich die Menschen auf dem alten Wege weiterentwickeln, ohne den neuen Einschlag in der Lehre der Liebe und des Mitleides, ohne diesen selbsttätigen moralischen Sinn zu erhalten, dann müssen sie, da sie nicht alle Bodhisattvas sind, diesem Dämon Mara verfallen, der alle Kräfte des Hochmutes und der Eitelkeit in die Seelen senkt. Das ist das, was der Buddha in sich selber erlebte, als er bis in die letzten Konsequenzen dieSankhya- und die Yoga-Philosophie durchmachte.

[ 36 ] Dann aber, als er bei den Mönchen war, hatte er ein anderes Erlebnis. Da erlebte er, daß der Dämon eine andere Gestalt annahm, die dadurch charakterisiert ist, daß er dem Menschen allen äußeren physischen Besitz, sozusagen die «Reiche der Welt und ihre Herrlichkeiten» zeigt, um den Menschen abzulenken von dem, was die geistige Welt ist. Gerade daß man auf dem Wege der Kasteiung dieser Versuchung verfällt, das erlebte der Buddha, als ihm der Dämon Mara entgegentrat und ihm sagte: «Lasse dich nicht verführen, alles zu verlassen, was du als Königssohn gehabt hast, gehe zurück in den Königspalast!» Ein anderer wäre dem unterlegen, was sich ihm da zeigte, aber der Buddha war so weit,daß er den Versucher durchschauen konnte. Erleben konnte er, was über die Menschheit kommen würde, wenn sie so weiterleben würde wie bisher und nur auf dem Wege des Fastens und Hungerns den Weg zum Geistigen hinauf durchmachen wollte. Er selbst war dagegen gefeit und konnte daher auch jetzt die große Gefahr vor die Menschen hinstellen, die kommen würde, wenn die Menschen ohne die große Grundlage des selbsttätigen moralischen Sinnes nur durch Fasten und äußere Mittel in die geistige Welt eindringen wollten.

[ 36 ] Dann aber, als er bei den Mönchen war, hatte er ein anderes Erlebnis. Da erlebte er, daß der Dämon eine andere Gestalt annahm, die dadurch charakterisiert ist, daß er dem Menschen allen äußeren physischen Besitz, sozusagen die «Reiche der Welt und ihre Herrlichkeiten» zeigt, um den Menschen abzulenken von dem, was die geistige Welt ist. Gerade daß man auf dem Wege der Kasteiung dieser Versuchung verfällt, das erlebte der Buddha, als ihm der Dämon Mara entgegentrat und ihm sagte: «Lasse dich nicht verführen, alles zu verlassen, was du als Königssohn gehabt hast, gehe zurück in den Königspalast!» Ein anderer wäre dem unterlegen, was sich ihm da zeigte, aber der Buddha war so weit,daß er den Versucher durchschauen konnte. Erleben konnte er, was über die Menschheit kommen würde, wenn sie so weiterleben würde wie bisher und nur auf dem Wege des Fastens und Hungerns den Weg zum Geistigen hinauf durchmachen wollte. Er selbst war dagegen gefeit und konnte daher auch jetzt die große Gefahr vor die Menschen hinstellen, die kommen würde, wenn die Menschen ohne die große Grundlage des selbsttätigen moralischen Sinnes nur durch Fasten und äußere Mittel in die geistige Welt eindringen wollten.

[ 37 ] So war der Buddha als Bodhisattva noch vorgedrungen bis zu jenen zwei Grenzpunkten der menschlichen Entwickelung, die der Mensch eben, weil er nicht ein Bodhisattva ist, am besten ganz vermeiden soll, Übersetzen wir uns das in eine gewöhnliche Menschensprache, so können wir sagen: Das höchste Wissen ist herrlich, das höchste Wissen ist schön, aber nähere dich diesem Wissen mit reinem Herzen, mit edlem Sinn, mit einem geläuterten Gemüt, sonst wird der Teufel des Hochmutes, der Eitelkeit und des Ehrgeizes über dich kommen. — Und die andere Lehre ist: Suche nicht auf irgendeinem äußeren Wege, durch Kasteiungen oder Fasten in die geistige Welt hineinzukommen, bevor du deinen sittlichen Sinn in der entsprechenden Weise gereinigt hast, sonst wird der Versucher von der andern Seite an dich herantreten. — Das sind die beiden Lehren, die uns von dem Buddha in unsere Zeit hereinleuchten. So sagt uns der Buddha, als er noch Bodhisattva war, dasjenige, was im eminenten Sinne zu seiner Mission gehört. Denn diesen moralischen Sinn der Menschheit zu bringen, als die Menschen noch nicht fähig waren, ihn aus ihrem Herzen heraus zu entwickeln, das war immer seine Mission. Daher verließ er, als er die Gefahr des Asketentums für die Menschheit kennengelernt hatte, die fünf Einsiedler und ging dahin, wo er in einem für unsere heutige Zeit gemäßen inneren Versenken in diejenigen Fähigkeiten der menschlichen Natur, die ausgebildet werden können ohne die alte Hellsichtigkeit, ohne das, was als ein Erbstück von früher überkommen ist, das Höchste leisten konnte, was die Menschheit gerade durch diese Fähigkeiten jemals wird leisten können.

[ 37 ] So war der Buddha als Bodhisattva noch vorgedrungen bis zu jenen zwei Grenzpunkten der menschlichen Entwickelung, die der Mensch eben, weil er nicht ein Bodhisattva ist, am besten ganz vermeiden soll, Übersetzen wir uns das in eine gewöhnliche Menschensprache, so können wir sagen: Das höchste Wissen ist herrlich, das höchste Wissen ist schön, aber nähere dich diesem Wissen mit reinem Herzen, mit edlem Sinn, mit einem geläuterten Gemüt, sonst wird der Teufel des Hochmutes, der Eitelkeit und des Ehrgeizes über dich kommen. — Und die andere Lehre ist: Suche nicht auf irgendeinem äußeren Wege, durch Kasteiungen oder Fasten in die geistige Welt hineinzukommen, bevor du deinen sittlichen Sinn in der entsprechenden Weise gereinigt hast, sonst wird der Versucher von der andern Seite an dich herantreten. — Das sind die beiden Lehren, die uns von dem Buddha in unsere Zeit hereinleuchten. So sagt uns der Buddha, als er noch Bodhisattva war, dasjenige, was im eminenten Sinne zu seiner Mission gehört. Denn diesen moralischen Sinn der Menschheit zu bringen, als die Menschen noch nicht fähig waren, ihn aus ihrem Herzen heraus zu entwickeln, das war immer seine Mission. Daher verließ er, als er die Gefahr des Asketentums für die Menschheit kennengelernt hatte, die fünf Einsiedler und ging dahin, wo er in einem für unsere heutige Zeit gemäßen inneren Versenken in diejenigen Fähigkeiten der menschlichen Natur, die ausgebildet werden können ohne die alte Hellsichtigkeit, ohne das, was als ein Erbstück von früher überkommen ist, das Höchste leisten konnte, was die Menschheit gerade durch diese Fähigkeiten jemals wird leisten können.

[ 38 ] Unter dem Bodhibaume, im neunundzwanzigsten Jahre seines Lebens, nachdem der Buddha den Weg einseitiger Askese verlassen hatte, gingen ihm dann in siebentägiger Betrachtung die großen Wahrheiten auf, die dem Menschen aufgehen, wenn er in stiller, innerer Versenkung dasjenige zu finden sucht, was ihm die jetzigen menschlichen Fähigkeiten geben können. Da gingen ihm auf die großen Lehren, die er gelehrt hat in den sogenannten vier Wahrheiten, und jene große Lehre des Mitleides und der Liebe, die er gelehrt hat in dem achtgliedrigen Pfade. Diese Lehren des Buddha werden uns noch zu beschäftigen haben. Wir wollen uns heute damit begnügen, daß diese Lehren eine Umschreibung des moralischen Sinnes der reinsten Lehre vom Mitleid und von der Liebe sind. Damals sind sie aufgetreten, als unter dem Bodhibaume der Bodhisattva Indiens vom Bodhisattva zum Buddha wurde. Damals sind die Lehren vom Mitleid und der Liebe zum ersten Male in der Menschheit als eigene menschliche Fähigkeit aufgegangen, und seit jener Zeit sind die Menschen imstande, aus sich selbst heraus die Lehre vom Mitleid und der Liebe zu entwickeln. Das ist das Wesentliche. Deshalb sagte der Buddha zu seinen intimen Schülern noch kurze Zeit vor seinem Tode: Trauert nicht darum, daß der Meister euch verläßt. Ich lasse euch etwas zurück. Ich lasse euch zurück das Gesetz der Weisheit und das Gesetz der Disziplin; die sollen euch künftig den Meister ersetzen. — Das heißt nichts anderes als: Bisher hat euch der Bodhisattva gelehrt, was darinnen ausgedrückt ist; jetzt darf er, nachdem er seine Inkarnation auf der Erde erreicht hat, sich zurückziehen. Denn die Menschheit wird das, was ihr früher von einem Bodhisattva gelehrt worden ist, in das eigene Herz gesenkt haben und wird es aus dem eigenen Herzen heraus entwickeln können als die Religion vom Mitleid und der Liebe. — Das hat sich zugetragen, als in siebentägiger innerer Betrachtung der Bodhisattva zu dem Buddha wurde im alten Indien. Das war es auch, was er in den verschiedensten Formen seinen Zöglingen, die um ihn herum waren, lehren konnte. In welche Formen er das gegossen hat, das wird uns noch beschäftigen.

[ 38 ] Unter dem Bodhibaume, im neunundzwanzigsten Jahre seines Lebens, nachdem der Buddha den Weg einseitiger Askese verlassen hatte, gingen ihm dann in siebentägiger Betrachtung die großen Wahrheiten auf, die dem Menschen aufgehen, wenn er in stiller, innerer Versenkung dasjenige zu finden sucht, was ihm die jetzigen menschlichen Fähigkeiten geben können. Da gingen ihm auf die großen Lehren, die er gelehrt hat in den sogenannten vier Wahrheiten, und jene große Lehre des Mitleides und der Liebe, die er gelehrt hat in dem achtgliedrigen Pfade. Diese Lehren des Buddha werden uns noch zu beschäftigen haben. Wir wollen uns heute damit begnügen, daß diese Lehren eine Umschreibung des moralischen Sinnes der reinsten Lehre vom Mitleid und von der Liebe sind. Damals sind sie aufgetreten, als unter dem Bodhibaume der Bodhisattva Indiens vom Bodhisattva zum Buddha wurde. Damals sind die Lehren vom Mitleid und der Liebe zum ersten Male in der Menschheit als eigene menschliche Fähigkeit aufgegangen, und seit jener Zeit sind die Menschen imstande, aus sich selbst heraus die Lehre vom Mitleid und der Liebe zu entwickeln. Das ist das Wesentliche. Deshalb sagte der Buddha zu seinen intimen Schülern noch kurze Zeit vor seinem Tode: Trauert nicht darum, daß der Meister euch verläßt. Ich lasse euch etwas zurück. Ich lasse euch zurück das Gesetz der Weisheit und das Gesetz der Disziplin; die sollen euch künftig den Meister ersetzen. — Das heißt nichts anderes als: Bisher hat euch der Bodhisattva gelehrt, was darinnen ausgedrückt ist; jetzt darf er, nachdem er seine Inkarnation auf der Erde erreicht hat, sich zurückziehen. Denn die Menschheit wird das, was ihr früher von einem Bodhisattva gelehrt worden ist, in das eigene Herz gesenkt haben und wird es aus dem eigenen Herzen heraus entwickeln können als die Religion vom Mitleid und der Liebe. — Das hat sich zugetragen, als in siebentägiger innerer Betrachtung der Bodhisattva zu dem Buddha wurde im alten Indien. Das war es auch, was er in den verschiedensten Formen seinen Zöglingen, die um ihn herum waren, lehren konnte. In welche Formen er das gegossen hat, das wird uns noch beschäftigen.

[ 39 ] Wir mußten heute zurückschauen auf das, was sechs Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung sich zugetragen hat, weil wir, wenn wir nicht an der Hand der Akasha-Chronik die Entwickelung von den Ereignissen in Palästina bis zu der Predigt von Benares zurückverfolgen würden, den Weg des Christentums nicht verstehen würden, vor allem nicht denjenigen verstehen würden, der diesen Weg so eminent geschildert hat: den Schreiber des Lukas-Evangeliums. Seitdem der Bodhisattva zum Buddha geworden ist, brauchte er nicht mehr auf die Erde zurückzukehren; seitdem war er eine geistige Wesenheit, die in den geistigen Welten schwebt und von dort aus in alles einzugreifen hatte, was auf der Erde geschah. Und als das wichtigste Ereignis auf der Erde vorbereitet wurde und die Hirten auf dem Felde waren, da erschien ihnen eine Individualität aus den geistigen Höhen und verkündete ihnen das, was eben im Lukas-Evangelium geschildert wird: Und hinzu traten zu dem Engel «himmlische Heerscharen». Wer war das?

[ 39 ] Wir mußten heute zurückschauen auf das, was sechs Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung sich zugetragen hat, weil wir, wenn wir nicht an der Hand der Akasha-Chronik die Entwickelung von den Ereignissen in Palästina bis zu der Predigt von Benares zurückverfolgen würden, den Weg des Christentums nicht verstehen würden, vor allem nicht denjenigen verstehen würden, der diesen Weg so eminent geschildert hat: den Schreiber des Lukas-Evangeliums. Seitdem der Bodhisattva zum Buddha geworden ist, brauchte er nicht mehr auf die Erde zurückzukehren; seitdem war er eine geistige Wesenheit, die in den geistigen Welten schwebt und von dort aus in alles einzugreifen hatte, was auf der Erde geschah. Und als das wichtigste Ereignis auf der Erde vorbereitet wurde und die Hirten auf dem Felde waren, da erschien ihnen eine Individualität aus den geistigen Höhen und verkündete ihnen das, was eben im Lukas-Evangelium geschildert wird: Und hinzu traten zu dem Engel «himmlische Heerscharen». Wer war das?

[ 40 ] Was hier den Hirten im Bilde entgegentrat, das war der verklärte Buddha, der Bodhisattva der alten Zeiten, dasjenige Wesen in seiner geistigen Gestalt, das durch Jahrtausende und Jahrtausende den Menschen die Botschaft der Liebe und des Mitleides gebracht hatte. Jetzt, nachdem es seine letzte Inkarnation auf der Erde hinter sich hatte, schwebte es in geistigen Höhen und erschien in Himmelshöhen den Hirten neben dem Engel, der ihnen das Ereignis von Palästina vorherverkündete.

[ 40 ] Was hier den Hirten im Bilde entgegentrat, das war der verklärte Buddha, der Bodhisattva der alten Zeiten, dasjenige Wesen in seiner geistigen Gestalt, das durch Jahrtausende und Jahrtausende den Menschen die Botschaft der Liebe und des Mitleides gebracht hatte. Jetzt, nachdem es seine letzte Inkarnation auf der Erde hinter sich hatte, schwebte es in geistigen Höhen und erschien in Himmelshöhen den Hirten neben dem Engel, der ihnen das Ereignis von Palästina vorherverkündete.

[ 41 ] So lehrt uns die geistige Forschung. Sie zeigt uns schwebend über den Hirten den verklärten Bodhisattva aus den alten Zeiten. Ja, es war so gekommen — das lehrt uns die Akasha-Forschung -, daß in Palästina in der «Stadt Davids» von einem Elternpaare, das aus der priesterlichen Linie des Hauses David stammte, ein Kind geboren wurde. Dieses Kind - ich erwähne das ausdrücklich —, das da von einem Elternpaar geboren wurde, das, wenigstens dem Vater nach, aus der priesterlichen Linie des Hauses David stammte, dieses Kind war dazu ausersehen, daß es überleuchtet und durchkraftet wurde von seiner Geburt an von dem, was von dem Buddha ausstrahlen konnte, nachdem er in Geisteshöhen erhoben worden war. So blicken wir mit den Hirten hin auf dieKrippe, wo der Jesus von Nazareth, wie man ihn gewöhnlich nennt, geboren worden ist; wir blicken hin und sehen über dem Kindlein den Glorienschein von Anfang an und wissen, daß in diesem Bilde sich ausdrückt die Kraft des Bodhisattva, der der Buddha geworden ist, die Kraft, welche vordem den Menschen zugeströmt ist und welche jetzt von den geistigen Höhen aus auf die Menschheit wirkte und die größte Tat entfaltete, als sie das bethlehemitische Kindlein überstrahlte, damit es sich in der entsprechenden Weise einreihen konnte in die Menschheitsentwickelung.

[ 41 ] So lehrt uns die geistige Forschung. Sie zeigt uns schwebend über den Hirten den verklärten Bodhisattva aus den alten Zeiten. Ja, es war so gekommen — das lehrt uns die Akasha-Forschung -, daß in Palästina in der «Stadt Davids» von einem Elternpaare, das aus der priesterlichen Linie des Hauses David stammte, ein Kind geboren wurde. Dieses Kind - ich erwähne das ausdrücklich —, das da von einem Elternpaar geboren wurde, das, wenigstens dem Vater nach, aus der priesterlichen Linie des Hauses David stammte, dieses Kind war dazu ausersehen, daß es überleuchtet und durchkraftet wurde von seiner Geburt an von dem, was von dem Buddha ausstrahlen konnte, nachdem er in Geisteshöhen erhoben worden war. So blicken wir mit den Hirten hin auf dieKrippe, wo der Jesus von Nazareth, wie man ihn gewöhnlich nennt, geboren worden ist; wir blicken hin und sehen über dem Kindlein den Glorienschein von Anfang an und wissen, daß in diesem Bilde sich ausdrückt die Kraft des Bodhisattva, der der Buddha geworden ist, die Kraft, welche vordem den Menschen zugeströmt ist und welche jetzt von den geistigen Höhen aus auf die Menschheit wirkte und die größte Tat entfaltete, als sie das bethlehemitische Kindlein überstrahlte, damit es sich in der entsprechenden Weise einreihen konnte in die Menschheitsentwickelung.

[ 42 ] Damals, als diese Individualität, die jetzt aus geistigen Höhen ihre Kraft herunterstrahlte auf dieses Kind des davidischen Elternpaares, im alten Indien geboren wurde, das heißt, als der Buddha als Bodhisattva geboren wurde, erschaute ein Weiser die ganze Gewalt dessen, was wir heute geschildert haben. Und was er zuerst in den geistigen Welten erschaut hatte, das veranlaßte den Weisen — Asita hieß er -, in den Palast des Königs hineinzugehen und das Bodhisattva-Kindlein aufzusuchen. Als er das Kindlein sah, sagte er seine gewaltige Mission als Buddha voraus. Asita sagte damals zur Bestürzung des Vaters voraus, daß das Kindlein nicht regieren werde über das Reich seines Vaters, sondern daß es ein Buddha werden würde. Dann aber fing er an zu weinen; und als er gefragt wurde, ob denn dem Kindlein ein Unglück bevorstünde, antwortete Asita: «Nein! Ich weine, weil ich so alt bin, daß ich den Tag nicht mehr erleben kann, da dieser Heiland, der Bodhisattva, als Buddha auf der Erde wandeln wird!» Asita hat das BuddhaWerden des Bodhisattva damals nicht mehr erlebt, sein Weinen war also von seinem damaligen Standpunkte aus nur zu berechtigt. — Jener Asita, der damals den Bodhisattva nur als Kindlein im Palaste des Suddhodana gesehen hatte, er wurde wiedergeboren als jene Persönlichkeit, die uns im Lukas-Evangelium bei der «Darstellung im Tempel» als der Simeon geschildert wird (Lukas 2,25-35). Simeon, so heißt es im Lukas-Evangelium, war «vom Geiste beseelt», als ihm das Kindlein gebracht wurde. Das war derselbe, der als Asita einst geweint hatte, weil er in seiner damaligen Inkarnation nicht mehr das Buddha-Werden des Bodhisattva erleben konnte. Jetzt war es ihm beschieden, die weitere Entwickelungsstufe dieser Individualität zu erleben. Und nachdem er dazumal «mit dem Geiste begabt» war, konnte er bei der Darstellung des Kindleins im Tempel den Glorienschein des verklärten Bodhisattva sehen über dem Jesuskindlein aus dem davidischen Geschlecht. Da sagte er sich: Jetzt brauchst du nicht mehr zu weinen; was du damals nicht gesehen hast, jetzt siehst du es, jetzt siehst du deinen Heiland verklärt über diesem Kindlein: «Herr, laß deinen Diener in Frieden sterben.»

[ 42 ] Damals, als diese Individualität, die jetzt aus geistigen Höhen ihre Kraft herunterstrahlte auf dieses Kind des davidischen Elternpaares, im alten Indien geboren wurde, das heißt, als der Buddha als Bodhisattva geboren wurde, erschaute ein Weiser die ganze Gewalt dessen, was wir heute geschildert haben. Und was er zuerst in den geistigen Welten erschaut hatte, das veranlaßte den Weisen — Asita hieß er -, in den Palast des Königs hineinzugehen und das Bodhisattva-Kindlein aufzusuchen. Als er das Kindlein sah, sagte er seine gewaltige Mission als Buddha voraus. Asita sagte damals zur Bestürzung des Vaters voraus, daß das Kindlein nicht regieren werde über das Reich seines Vaters, sondern daß es ein Buddha werden würde. Dann aber fing er an zu weinen; und als er gefragt wurde, ob denn dem Kindlein ein Unglück bevorstünde, antwortete Asita: «Nein! Ich weine, weil ich so alt bin, daß ich den Tag nicht mehr erleben kann, da dieser Heiland, der Bodhisattva, als Buddha auf der Erde wandeln wird!» Asita hat das BuddhaWerden des Bodhisattva damals nicht mehr erlebt, sein Weinen war also von seinem damaligen Standpunkte aus nur zu berechtigt. — Jener Asita, der damals den Bodhisattva nur als Kindlein im Palaste des Suddhodana gesehen hatte, er wurde wiedergeboren als jene Persönlichkeit, die uns im Lukas-Evangelium bei der «Darstellung im Tempel» als der Simeon geschildert wird (Lukas 2,25-35). Simeon, so heißt es im Lukas-Evangelium, war «vom Geiste beseelt», als ihm das Kindlein gebracht wurde. Das war derselbe, der als Asita einst geweint hatte, weil er in seiner damaligen Inkarnation nicht mehr das Buddha-Werden des Bodhisattva erleben konnte. Jetzt war es ihm beschieden, die weitere Entwickelungsstufe dieser Individualität zu erleben. Und nachdem er dazumal «mit dem Geiste begabt» war, konnte er bei der Darstellung des Kindleins im Tempel den Glorienschein des verklärten Bodhisattva sehen über dem Jesuskindlein aus dem davidischen Geschlecht. Da sagte er sich: Jetzt brauchst du nicht mehr zu weinen; was du damals nicht gesehen hast, jetzt siehst du es, jetzt siehst du deinen Heiland verklärt über diesem Kindlein: «Herr, laß deinen Diener in Frieden sterben.»